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Rezensionen von katl2:

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Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson

Zwischen Spannung und Humor

Der eiserne Vorhang fällt und die Welt, diese unerschütterliche Weltordnung, die die letzten Jahrzehnte geprägt hatte, brach zusammen. Wie ein Luftballon nach einem Kontakt mit einer Nadelspitze. Oder einem Kaktus. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie zuvor. Aus zwei Teilen Deutschlands wurde einer, zumindest formell die Grenze, die Europa durchschnitten hatte, war verschwunden und die UdSSR war nicht mehr da.

In dieser Zeit, die gleichermaßen geprägt war von einem Gefühl der Freiheit sowie der Unsicherheit. Mit einem Schlag ist alles anders und keiner weiß, wie es weitergehen wird.

Als Vertreter dieser beiden polarisierenden Gefühle stellt Kristof Magnusson seine Charaktere Jakob Dreiser und Dieter Germeshausen vor.

Jakob Dreiser, der unbekümmerte Dichter, liebt es zu reden, über Gott und die Welt, über alles und jeden. Er besitzt die Gabe, ein Vertrauen in der Gesprächsbasis aufzubauen, die Menschen vertrauen ihm alles an. Aber mit der enormen Freiheit, die plötzlich entstanden ist, fällt für ihn auch die Spannung, das Risiko, der Nervenkitzel, den Rede Reise begleitete. Mit anderen Worte, das schillernde Leben, bekam einen schalen Geschmack der Langeweile.

Dieter Germeshausen hingegen ist ein alter Vertreter des Systems. Als Mitglied des deutschen Geheimdienstes lebte er von diesen Grenzen, von den Geheimnissen und Intrigen. Sein Arbeitsbereich fällt gemeinsam mit den Blockaden zusammen. Nicht nur seine Arbeit, sein aufgebautes Netzwerk, sein gesamter Lebensinhalt.

Dieter trifft auf Jakob und mit einem Mal fasst er einen Entschluss: der Dichter wäre der perfekte Spion, ein letztes Aufbäumen seinerseits, bevor die Welt sich komplett ändert, um ihn zurückzulassen.

„Aber nur, weil es eine komische Vorstellung ist, kann man das ja trotzdem ernst nehmen.“*

Mit leichter, sarkastischer Sprache erzählt Kristof Magnusson die Geschichte zweier Männer, die die Wirren dieser Zeit durchleben, mit so unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und dennoch dieselbe Reise antreten. Es ist ein wunderbar unterhaltsames Buch, immer offen für Überraschungen. Gehalten in trockener Sprache, und die Seiten laufen unter den Fingern dahin, auch wenn der Spannungsbogen eher flach gehalten wird. Die Geschichte lebt durch die komisch überzeichneten Figuren, die trotz ihrer Skurrilität ein gewisses Maß an Liebenswürdigkeit besitzen und somit ihren Platz im Herzen der Leserinnen und Leser behaupten.

„Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist definitiv kein James Bond oder John le Carré, aber die Anspielungen sind dennoch erkennbar und gepaart mit dieser trockenen Sprache ein absoluter Lesegenuss.


*dieses Zitat wurde direkt aus dem Buch entnommen

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Die Reise ans Ende der Geschichte

Rezensionen von cosmea:

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Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Nur Tauben fliegen in die Freiheit

Der vierzehnjährige Noah erlebt den letzten Sommer seiner Kindheit. Bisher hatte er ein gutes Leben mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester, vor allem auch mit Onkel Ali, der in der anderen Hälfte des Hauses hinter der Mauer lebt. Der Onkel ist Geschäftsführer des Taubenzüchtervereins und hat Noah dieses Hobby nahegebracht.

Noah kümmert sich liebevoll um die Tauben in dem Verschlag auf dem Dach, füttert sie, lässt sie fliegen. Jede hat einen Namen. Diese Idylle wird jedoch nicht mehr lange halten. Seit der Einrichtung des Kalifats befindet sich das Land im Umbruch. Nichts ist mehr, wie es war. Frauen müssen den Schleier tragen, dürfen das Haus nicht mehr allein verlassen, keinen Beruf ausüben. Alkohol, Zigaretten, Musik, Spiele sind verboten. Onkel Ali muss sein Café schließen, Noahs Vater kann sein Textilgeschäft nicht mehr wie bisher weiterführen. Abbildungen von Frauen und bunte Kleidung sind ebenfalls verboten. Jeder Verstoß gegen die neuen Gesetze wird hart bestraft. Es gibt öffentliche Hinrichtungen auf den Straßen der Stadt. Von zwei Freunden lässt sich Noah zu einem dummen Streich überreden, der ihn später in Lebensgefahr bringen wird. Inzwischen ist auch die Taubenzucht auf den Dächern verboten, denn Tauben können zum Schmuggeln verbotener Waren und zur Weiterleitung von Nachrichten benutzt werden.
Khider schreibt eine bedrückende Geschichte von Rechtlosigkeit und maßloser Gewalt, die sicher durch eigene Erfahrungen im Irak inspiriert ist. Es gibt düstere Beschreibungen, aber es ist auch Platz für Humor und Satire und ausgesprochen poetische Formulierungen. Sein neuer Roman beschreibt das Leben der Unterdrückten sehr eindrucksvoll und ist genauso lohnend wie seine anderen Bücher, von denen ich einige kenne. Eine empfehlenswerte, auch sprachlich gelungene Lektüre.

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Der letzte Sommer der Tauben

Rezensionen von Philiene :

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Löwenherzen von Dan Jones

Finale

Finale bei den Essex Dogs.
Ich habe mich schon sehr auf den dritten Teil der großartigen Romanserie rund um die Essex Dogs gefreut.
Wie schon in den Vorgängern merkt man das Dan Jones nicht nur Autor von historischen Romanen ist, sondern auch Historiker. Er schafft eine perfekte Mischung aus fiktiver Geschichte und historischen Fakten.

Der ehemalige Söldnerführer Loveday will eigentlich einjähriges Leben führen, doch wie so oft kommt es anders als man denkt und er muss seine letzte Schlacht schlagen...

Dan Jones hat einen weiteren vielschichtigen Mittelalterroman geschrieben. Er beschreibt das Leben und insbesondere das Leben der Söldner wieder einmal so authentisch, daß ich das Gefühl hatte dabei zu sein. Bei ihm kommen die einfachen Menschen genauso zu Wort, wie diejenigen die bei Hofe leben. Aber auch zwielichtige Gestalten und Piraten haben ihren Auftritt. Kurz gesagt ein Querschnitt des damaligen Lebens verpackt in einen spannenden und intensiven Roman.

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Löwenherzen

Rezensionen von A M:

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Trugbild der Schatten von Helmut Aigner

Düster, rasant, kompromisslos für Fans von High-Fantasy

Der Autor entwirft eine Welt, in der Magie strikt verboten ist – und das aus verdammt guten Gründen.
Das Magiesystem: Aigner hat hier eine wirklich originelle Mechanik erschaffen.
Magie ist hier kein bequemes Werkzeug, sondern ein Fluch, der den Anwender eher zeichnet, schwächt, ihn umbringt anstatt ihn zu stärken.

Keine Schwarz-Weiß-Malerei: Die Charaktere sind herrlich grau gezeichnet. Man weiß oft nicht, wem man trauen kann – genau das macht den psychologischen Reiz aus.
Die Atmosphäre: Der Schreibstil ist rasant. Schon der Prolog liest sich eher wie ein Thriller und ist meilenweit entfernt von "Cozy Fantasy". Hier wird nichts weichgespült.
Ein absoluter Page-Turner für alle, die es düsterer und vielschichtiger mögen.

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Trugbild der Schatten

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Der Luxus ist ein sehr notwendiges Ding von Adolf Loos

Adolf Loos - ein Provokateur

Der österreichische Architekt Adolf Loos (1870-1933) ist ja für seine Provokationen wie sein Nein zu Ornament, zu dekorativen Aufputz oder zu Verschwendung jeglicher Ressource beweist, bekannt.

Sein Statement auf S. 13 über das Sparen zeigt, dass er auf einem ziemlich hohen Ross sitzt. Dies ist für mich ein wenig unangebracht, da Loos in den Jahren 1893 bis 1896 in den USA lebt und sich selbst als Hilfsarbeiter durchschlagen muss.

So bezichtigt er die Proletarier des leichtsinnigen Umgangs mit Geld, weil „der Arbeiter ohne lang nachzudenken, Geld für ein Glas Bier ausgibt“. Ob die Mehrheit der Bevölkerung, nämlich jene, die am Existenzminimum leben, diese Weisheiten erkannt und ihm, Loos, beigepflichtet hätte? Wie viel Geld gibt Loos für seine Feste aus? Und wie sehen es jene Kinder, die Loos gegen geringe Bezahlung für Aktstudien (und noch anderes) zur Verfügung gestanden sind, diesen Vorwurf?

Um es selbst provokant auszudrücken: Mit voller Hose ist leicht stinken.

Wenn er das Diktat der häufig wechselnden Moden anprangert, ist dies eine leicht zu verstehende Parallele zur Gegenwart. Grundsätzlich hat er recht, wenn er Kleidung, die zeitlos und aus Stoffen guter Qualität gefertigt ist, empfiehlt, statt jede Mode(torheit) mitzumachen. Der Rat, in ordentlich verarbeitete Kleidung zu investieren, statt in billige Fetzen, kann nur für jene gelten, die es sich auch leisten können. Die Heimarbeiterin, die vielleicht jene Kleidung herstellt und dafür nur unzureichend bezahlt wird, hat davon nichts. Dabei sind jene das Gros der Menschen zu Adolf Loos‘ Lebenszeit.

Fazit:

Teile dieser Sammlung von philosophisch-literarischen Texten des Architekten Adolf Loos können durchaus auf heutige Verhältnisse umgelegt werden. Einiges ist so gültig wie provokant, damals wie heute. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Der Luxus ist ein sehr notwendiges Ding

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Geht's noch? von Simon Schwarz; Ursel Nendzig

Hat mir gut gefallen

Da ich unlängst Simon Schwarz als Dr. Martin Luther an der Seite von Philipp Hochmair (als Reinhard Heydrich) in Die Wannseekonferenz gesehen habe, musste ich doch bei diesem Rezensionsexemplar zugreifen.

Simon Schwarz ist ein höchst wandelbarer Schauspieler, der in seinen Rollen überzeugt. Sei es in den Eberhofer-Krimis oder eben als Nazi wie oben erwähnt.

Aktuell ist er als Kabarettist sehr erfolgreich.

Dabei ist ihm der Erfolg nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden, wie er in diesem Buch rückblickend erzählt. Er wird 1971 in eine Akademikerfamilie hineingeboren und hat eine etwas chaotische Schullaufbahn, die er mit knapp 15 Jahren abbricht. Der Grund? Nicht Faulheit, sondern ADHS, das damals noch nicht zu diagnostizieren war.

Das Buch ist auch eine Liebeserklärung an seine Mutter, die ihn durch ihr unermüdliches Engagement für Umwelt und Gerechtigkeit nachhaltig beeinflusst und geprägt hat.

Fazit:

Ich möchte dem Inhalt nicht weiter vorgreifen und empfehle diese ehrliche, mutige und mit viel Herzenswärme erzählte Biografie gerne weiter und gebe ihr 5 Sterne.

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Geht's noch?

Rezensionen von Julchentim:

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The Poet Empress von Shen Tao

Herzzerreißend schön und kaum zu ertragen

The Poet Empress von Shen Tao hat mich nicht erst am Ende getroffen. Es hat mich von der ersten Seite an zerrieben. Ich dachte, ich wüsste, worauf ich mich einlasse. Dunkle Hofintrigen, ein grausamer Prinz, ein armes Mädchen, das überleben will. Ich lag absolut falsch.

Yin Wei wächst in einem Dorf auf, das kaum genug zum Leben hat.

Sie meldet sich für die Auswahl zur Konkubine des Kronprinzen Guan Terren, ein Mann, der für seine Brutalität bekannt ist. Und was danach folgt, ist schwer auszuhalten. Die Gewalt ist direkt, roh, ohne Beschönigung. Er quält sie, immer wieder.

Das hier ist keine Romantasy, keine Liebesgeschichte! Zwischen Wei und Terren gibt es keine romantische Spannung, keine Sehnsucht, keine körperliche Anziehung. Es geht um Macht, Trauma, Schuld und darum, was aus Menschen wird, wenn man sie immer wieder bricht.

Wei ist eine starke Hauptfigur. Nicht, weil sie kämpft wie eine Kriegerin, sondern weil sie lernt. Sie kann anfangs nicht lesen, weil Mädchen es nicht dürfen. Sie begreift, wie der Hof funktioniert. Sie hört auf, nur zu ertragen, sie handelt und plant. Ihr Wandel ist konsequent und glaubwürdig.

Und Terren? Er ist ein Monster. Er foltert, tötet und verstümmelt. Das Buch macht daraus kein Spiel, trotzdem zeigt Shen Tao, dass er nicht als Tyrann geboren wurde. Seine Vergangenheit ist absolut verheerend und grausam traumatisch. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich ihn verabscheue und gleichzeitig Mitleid empfinde. Das macht die Geschichte so unangenehm intensiv.

Die Welt wirkt durchdacht. Politische Intrigen, Machtspiele und ein Magiesystem, das eng mit Herrschaft verknüpft ist. Alles greift ineinander. Viele Figuren handeln aus Eigeninteresse, denn jeder kämpft ums Überleben. Das erzeugt eine dichte, oft bedrückende Atmosphäre.

Was mich besonders getroffen hat, war die Sprache. Sie ist bildgewaltig, poetisch, fast schon überwältigend, wunderschön, aber auch fordernd und anstrengend. Das ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Man muss sich Zeit nehmen. Manche Szenen wollte ich weglegen, weil sie mir innerlich wehgetan haben.

Das Ende hat mich emotional komplett erwischt. Ich war wütend, traurig und leer, und genau deshalb gebe ich "nur" vier Sterne. Objektiv betrachtet ist dieses Buch meisterhaft geschrieben, aber subjektiv hat es mich so sehr verletzt, dass ich es nicht einfach nur genießen konnte.

The Poet Empress ist großartig, aber es ist schwere Kost. Wer sich darauf einlässt, sollte wissen, dass dieses Buch Spuren hinterlässt.

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The Poet Empress

Rezensionen von Philiene :

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Das Haus in Charlottenburg von Beate Sauer

Sehr interessant

Das Haus in Charlottenburg führt einen ganz Tief in das Berlin der 1890er Jahre. Es geht um Wohnungsnot, Engel und Elend auf der einen Seite und um Menschen die nur an ihren eigenen Profit denken auf der andere. Seite.

Im Vordergrund steht die junge Schneiderin Elise die davon träumt in einer renommierten Schneiderwerkstatt zu arbeiten.

Sie lernt den Architekten Johann kennen und mit ihm zusammen beginnt sie von einem Genossenschftlichen Haus zu träumen in dem die Lebensbedingungen der Menschen wesentlich besser sind als in den Berliner Mietkasernen.

Der Roman glänzt vor allem durch seine spannende Story rund um Elise und Johann, eine Mischung aus Liebesgeschichte und spannender Erzählung. Immer wieder gibt es Wendungen mit denen ich nicht gerechnet habe. Besonders gut haben mir die Beschreibungen der Charaktere gefallen, denn die Aut5hat nicht nur ihre Protagonisten detailliert beschrieben. Nein jede Figur ihrer Geschichte ist mit Liebe zum Detail zum Leben erwe5worden. Ob nun die Baronin Leonora oder Elises kleine Schwester oder auch diejenigen die nur kurz im Roman vorkommen. Sie alle machen das Buch zu einem Lesegenuss.

Ich war einfach nur begeistert und empfehle das Buch allen mit historisch Interesse, denen es wichtig ist das die Zeit in der ein Roman spielt auch wirklich vorhanden ist und man tiefe Einblicke bekommt.

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Das Haus in Charlottenburg

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Zuflucht von Garry Disher

Australisches Roadmovie

Untertauchen bei jemandem, der selbst untergetaucht ist - kann das gut gehen?
Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Grace, die ihr Leben durch raffinierte Diebstähle finanziert. Dabei hat sie so etwas wie ein Gewissen, denn Opfer sind ausschließliche die Reichen Australiens. Ihr abgebrühte Professionalität lässt sie dabei von einer Identität in eine andere schlüpfen.

Was ihr fehlt, ist ein Zuhause, denn sie ist mit Adam in einer Pflegefamilie aufgewachsen.

Wenig später trifft sie auf Erin Mandel und kann in deren Antiquitätenladen, zu dem auch eine Einliegerwohnung gehört, vorläufig zur Ruhe kommen. Doch auch Erin hat so ihre dunklen Geheimnisse.

Gleichzeitig schwenkt das Buch auf Adam, der für eine Detektei diverse Arbeiten erledigt und dabei auch vor Drecksarbeit nicht zurückschreckt. Nun gerät er unversehens in einen Entführungsfall und soll einen Jugendlichen überwachen, dessen Vater Teil eines Zeugenschutzprogramms ist.

Und dann gibt es noch einen Detective Senior Constable, der kurz vor seinem Pensionsantritt schwer verletzt wird und einen Gewalttäter, der vor einiger Zeit von seiner Frau verlassen worden ist, und sie nun auf einer Videoüberwachung zufällig entdeckt.

Ob und wie die vielen Handlungsstränge zusammenhängen, müsst ihr selbst lesen.

Meine Meinung:

Garry Disher gilt als in Australien als bekannter Thrillerautor., der zahlreiche Stand-alone-Krimis sowie zwei Reihen verfasst hat. Für mich ist dieses Buch das erste, das ich von ihm lesen. Es wird auch vermutlich das letzte sein, denn ich bin weder mit den Protagonisten noch mit dem Schreibstil so richtig warm geworden. Zudem gibt zahlreiche Handlungsstränge, die jeder für sich spannend ist, zusammen genommen, letzten Endes auch gut zusammengeführt werden, aber für mich einfach zu viele sind. Hier wäre weniger mehr gewesen. Aber, das ist Geschmackssache.

Großen Raum nehmen toxische Beziehungen und misogyne Männer ein. Dieser Thriller ist eine Art australisches Roadmovie. Als Film kann ich mir den Stoff gut vorstellen.

Die Geschichte spielt in den Adelaide Hills, einer Bergkette in South Australia, eine Gegend, die ich gar nicht kenne. Das war ein Anreiz, dieses Buch zu lesen.

Fazit:

Diesen Thriller, der eine Art australisches Roadmovie ist, kann ich mir als Film gut vorstellen, als Buch hat er mir nicht ganz so gut gefallen. Daher gibt es nur 3 Sterne.

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Zuflucht

Rezensionen von fantasia:

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Moosland von Katrin Zipse

Vom Verlust zur Hoffnung



Katrin Zipse nimmt in ihrem Roman „Moosland“ die Historie als Ausgangspunkt, dass 1949, wenige Jahre nach Kriegsende, ca. 300 Frauen aus Deutschland nach Island gegangen waren. Was waren wohl die Gründe, fragt man sich angesichts des kaum bekannten Geschehens. Island hatte Bedarf an Arbeiterinnen auf dem Land und warb um deutsche Arbeitskräfte.

Auf der anderen Seite herrschte in Deutschland große Not, die Städte waren zerbombt, es gab kriegsbedingt weniger Männer.
Zipse schildert die Geschichte von Elsa, ihren Schwierigkeiten sich einzufinden. Nach und nach wird klar, dass sie traumatisiert ist und den Verlust ihrer Freundin Elsa kaum verkraftet. Ganz allmählich entsteht eine Bindung zu der isländischen Bauersfamilie, die Elsa auch nicht zurückschickt, als sie erkennt, dass diese nur vorgegeben hat, mit der Arbeit auf dem Land vertraut zu sein. Und Elsa kann langsam zu sich finden.
Maßgeblichen Anteil daran hat die Natur, die sehr eindrücklich beschrieben ist. Die Leserinnen und Leser können dies intensiv nachfühlen. „Sie stapft über die nasse Wiese ins Trübe. Der Nebel verschluckt das Land und lässt die Farben verblassen. …Alles hier ist mühsam, das Gehen, das Bleiben, das Schlafen sogar. Und der klammen Feuchte, die vom Meer kommt, vom Regen oder vom Nebel, entrinnt man nie…. Als sie den Kopf hebt, trifft sie ein Sonnenstrahl aus einem leuchtend blauen Himmel, und ein Regenbogen spannt sich über die Wiese, aus der die Feuchtigkeit dampft (S.123f.).
Die Sprache der Autorin ist klar, lässt Bilder entstehen, man sieht die Natur deutlich vor sich. Es ist ein ruhiges, atmosphärisch dichtes Buch. Ein Buch, das zeigt, dass aus Verlust allmählich Vertrauen und Hoffnung entstehen kann.

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Moosland