Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Janine2610:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Dualität des Lebens

Es gibt die Dunkelheit und das Licht, den Sommer und den Winter, es gibt Schönes und Hässliches, Stress und Ruhe und wenn es gute Zeiten gibt, muss es genauso auch schlechte Zeiten geben ...
Für Johnny, Marah und Tully, Ehemann, Tochter und beste Freundin der verstorbenen Kate, könnten die Zeiten momentan nicht schlimmer sein - denn die Trauer um Kate hat sie fest im Griff.

~ »Man ist nie gefasst auf den Scheiß, den einem das Leben beschert.« ~
(S. 169)

In diesem Buch dreht sich fast alles um den Umgang mit der Trauer über Kates Tod. Jeder Charakter hat seine eigene Methode, wie er damit umgeht. Leider sind diese Methoden allesamt nicht gerade förderlich - eher das Gegenteil ist der Fall: Es wird gesoffen, es werden Medikamente geschluckt, Drogen konsumiert, gehungert, geritzt, gestritten, von Zuhause ausgerissen und jähzornig herumgezetert. Und das nicht gerade phasenweise, sondern einige Monate bis hin zu Jahren. Als Leser muss man miterleben, wie für Tully, Marah und Johnny alles den Bach runtergeht ... und ich kann euch sagen, es ist wirklich deprimierend, wenn man das so liest.

~ Ich bin in meiner Depression gefangen wie eine Biene in einem Einmachglas und fühle mich von allen vollkommen isoliert. ~
(S. 236)

Auf so viel Dramatik war ich echt nicht gefasst gewesen. Ich meine: ja, der Tod einer nahestehenden Person ist fürchterlich und schwer zu verkraften, aber dass man nach beispielsweise zwei Jahren immer noch so tief drinsteckt in seiner Trauer, fand ich etwas übertrieben. Ich hatte das Gefühl, als würde es für die Charaktere gar nie leichter werden.

Die zweite große Thematik in dem Roman war Tullys zerrüttete Beziehung zu ihrer Mutter Cloud (alias Dorothy). Drogen, Alkohol und Schuld- und Versagensängste bei der einen und Medikamentenmissbrauch und die Angst, von niemanden geliebt zu werden, bei der anderen, sind der Grund, dass sie nie so richtig eine Beziehung zueinander aufbauen konnten, ja sie sich im Grunde überhaupt nie richtig kennengelernt haben. Hinzu kommen einige Geheimnisse, die Dorothy ihrer Tochter ihr Leben lang verschwiegen hat, was sie ebenfalls nicht gerade näher aneinander rücken hat lassen.

~ Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass Menschen ohne einen nicht leben können? Wie fühlt es sich an, von so vielen Menschen so geliebt zu werden? ~
(S. 90)

Leider (oder Gott sei Dank?) macht einem dieses Buch mal wieder ganz deutlich bewusst, dass im Leben oftmals erst etwas Schlimmes passieren muss, bis man merkt, was man all die Jahre über für Fehler gemacht und was man an den Freunden und der Familie eigentlich Gutes hat. Nicht immer ist es in solchen Fällen dann überhaupt noch möglich, um Verzeihung zu bitten ...

So negativ und schlimm hier alles ab dem Tod von Kate seinen Lauf genommen hat, desto positiver und schöner fand ich dann wenigstens die Entwicklung, die die Charaktere dem Ende entgegen durchgemacht haben. Bis zum Beginn des letzten Buchviertels dachte ich mir noch, dass ich selbst gleich Depressionen bekomme, wenn ich jetzt noch weiterlese, aber glücklicherweise habe ich es getan, sonst hätte ich dieses wundervolle, rührende Ende verpasst.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Janine2610

Rezensionen von Janine2610:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Auch das wird vergehen von Milena Busquets

Das Leben geht weiter ...

Heilt die Zeit alle Wunden, oder tut sie's nicht? - Diese Frage beschäftigt die Protagonistin Blanca in diesem Roman unbewusst fast durchgängig seit dem Tod ihrer Mutter.
Blanca ist eine Frau über 40, die bereits zwei Kinder (von zwei Exmännern) hat und aus meiner Sicht führt sie ein sehr freies Leben (vor allem sexuell gesehen), das den Anschein macht, als wäre Blanca völlig unbeschwert und offen und voller Liebe.

Dennoch bricht eine gewisse Melancholie, Traurigkeit und Verlorenheit in den Sätzen und Gedanken von und über die Protagonistin durch.

Gerichtet ist diese Geschichte hauptsächlich an Blancas tote Mutter, von der man allerhand erfährt - ebenso wie von der Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die eine ganz spezielle gewesen sein dürfte. Obwohl die Mutter schon sehr alt und krank war und Blanca schon damit rechnen musste, dass es bald zu Ende mit ihr geht, hat sie der Tod trotzdem völlig getroffen und aus der Bahn geworfen. Das zeugt nur umso mehr davon, dass die Mutter in Blancas Leben einen richtigen Anker dargestellt haben muss ...

~ Es hinzubekommen, dass man schwerelos ist und nichts schwer, wo doch die Traurigkeit alles tonnenschwer macht. ~
(S. 66)

In diesem Roman erfährt man dann viel über die Ablenkungsmethoden, die Blanca wählt, um über den Tod ihrer Mutter hinwegzukommen. Vor allem Männer spielen dabei eine sehr große Rolle: Exehemänner, ein Geliebter und ein Fremder, der die Beerdigung ihrer Mutter besucht hat.
Gefallen hat mir daran vor allem diese Lockerheit und die erwartungsfreie Haltung der Protagonistin, was den Sex und das Beisammensein betrifft. Da wird zum Beispiel mit dem Exmann geschlafen und dann »Lass uns heiraten!« gesagt. - Natürlich nicht wirklich völlig ernst gemeint, aber allein schon diese lockere "kann-man-machen-wenn-man-will-Einstellung" hat was Faszinierendes. - Das Leben ganz leicht und locker und nicht gänzlich ernst zu nehmen, ist eine Sache, die normalerweise gar nicht so leicht zu erlernen ist, wenn man es nicht schon, wie in Blancas Fall, von einem Elternteil mitbekommen hat ...

~ »Leichtigkeit ist eine Form von Eleganz«, sagte ich, »leicht und fröhlich zu leben ist sauschwer.« ~
(S. 51/52)

Die vielen zum Nachdenken anregenden Textstellen, die auf diesen 170 Seiten zu finden sind, haben mich ebenfalls sehr begeistert. Nicht nur, weil ich eine passionierte Zitatesammlerin bin, sondern auch weil ich mit allen davon etwas anfangen/mich damit identifizieren konnte.
Dies ist ein wirklich wundervoller Roman zum Abtauchen, für ruhige Stunden, einfach zum Nachdenken und Genießen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Janine2610
Auch das wird vergehen

Rezensionen von Janine2610:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Der Pfau von Isabel Bogdan

Die Pfau-Problematik

Der Einstieg in die Geschichte ist mir ganz gut gelungen. Erst war ich mit den vielen Namen noch etwas überfordert - es hat ein wenig gedauert, bis ich alle auseinanderhalten konnte, aber dann ging's. Schnell habe ich gemerkt, dass mir der dezente Humor (in anderen Rezensionen zu diesem Buch wurde er oft auch als typisch britisch beschrieben) sehr zusagt - hat auf jeden Fall meinen Geschmack getroffen.

Einer gewissen Situationskomik entkommt man hier auch nicht. Schließlich geht es um ein wahnsinnig gewordenes Pfauenmännchen, das alles niederhackt, was die Farbe Blau hat: Trampolinabdeckungen, Kleidungsstücke, bis hin zu Autos. Man kann sich vorstellen, dass man als Leser hier einiges zu Lachen hat. Vor allem die fünf Banker, die nur das Stadtleben gewohnt sind und die vielen Tiere der McIntoshs (Pfauen, eine Gans, Hunde) war eine äußerst vielversprechende Kombination.

~ Und was war denn hier oben mit den Biestern los? Erst die Sache mit der Gans und ihren Ausscheidungen bei ihrer Ankunft, dann permanent weitere Attacken der aggressiven Gans, wann immer man vor die Tür trat, und dann dauernd diese Pfauen - erst fiel ihr einer auf den Kopf, dann riss Mervyn einen, jetzt klebte einer an ihrem Fenster, das war doch alles nicht normal, da konnte man doch wirklich paranoid werden. Mistviecher. ~
(S. 147)

Ich fand die Beschreibung der schottischen Highlands sehr schön: romantisch-malerisch, aber ebenso lausig kalt und die Cottages laut Banker auch nicht besonders luxuriös. Ich finde, dass die Autorin es sehr gut mit Humor beschreiben konnte, was alles im Detail mangelhaft an den Cottages gewesen ist. Auch hierbei konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen.

Ebenso zum Schmunzeln fand ich die Tatsache, dass der verrückte Pfau, obwohl er schon gar nicht mehr unter ihnen weilte, noch immer Grund für eine gewisse Aufregung war. - Schuld daran waren dann allerdings nur mehr die anderen Charaktere. Und warum? - Weil sie aus (Selbst)schutz viel zu sehr darauf bedacht waren, lieber Dinge zu verschweigen oder zu lügen, anstatt sie geradeheraus und aufrichtig anzusprechen.
Obwohl genau diese vertrackte Situation, wo ich mir dann gedacht habe: "Meine Güte, ihr habt vielleicht Probleme ...", lustig zu lesen war, wird einem als Leser dabei aber auch schnell bewusst, wie schwer man sich das Leben mit so einem zurückhaltenden Verhalten eigentlich gleichzeitig auch machen kann.

~ Und dann saßen Lord und Lady McIntosh am Küchentisch, rührten in ihren Teetassen und fragten sich, wie die Leute eigentlich manchmal auf die Idee kamen, in so einem abgeschiedenen Tal wäre nichts los. ~
(S. 244)

Ein witziges Stück Literatur für die kurzweilige Unterhaltung ist Der Pfau also in jedem Fall. Ich hatte meinen Spaß an der Geschichte (Sowie mit dem Ende! - Ein richtiger Schenkelklopfer!) und die kleine Botschaft, die sie vermitteln wollte, habe ich auch erkannt.
Daumen hoch für diese verrückte Pfauenstory!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Janine2610
Der Pfau

Rezensionen von Janine2610:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Léon und Louise von Alex Capus

Eine ganz und gar ungewöhnliche Liebe

Eine erheiternde erste Begegnung zwischen Léon Le Gall und Louise Janvier findet während dem ersten Weltkrieg statt. Es ist Louise, die Frau mit der gepunkteten Bluse auf dem quietschenden Fahrrad, die Léon seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf geht. Und obwohl Louise erst nicht auf Léons Bitten, sich mit ihm zu treffen, eingeht, entschließt sie sich schlussendlich doch kurzerhand dazu, ihn auf einem Wochenendausflug mit dem Fahrrad zu begleiten.

24 Stunden, in denen sie sich endlich ein wenig näher kommen, sind ihnen dabei vergönnt, dann reißt sie ein Bombenangriff jäh auseinander.
Beide in dem Glauben, der jeweils andere wäre tot, treffen sie erst ganze zehn Jahre später in der Pariser Métro zufällig wieder aufeinander ...

Das Problem dabei ist, dass der gute Léon zehn Jahre später, also 1928, mit Yvonne verheiratet und zusätzlich bereits Vater ist. Und da Léon viel zu loyal und pflichtbewusst ist, käme es für ihn auch gar nicht in Frage, seine Frau für Louise zu verlassen.
Überraschenderweise ist Louise genau derselben Ansicht, was ich erst gar nicht erwartet habe, da ich sie als laute, selbstbewusste und vor allem emanzipierte, wie der Schnabel gewachsen redende Frau kennengelernt habe, die klare Vorstellungen von ihrem Leben hat.

~ Für Léon, der sich schon lange daran gewöhnt hatte, zwei Frauen zu haben ? eine an seiner Seite und eine im Kopf -, änderte sich damit nicht viel. ~
(S. 229)

Ja, für Léon ändert sich nicht viel, als er Louise wiedertrifft, denn für ihn ist klar: er wird seine Frau Yvonne und die Kinder nicht verlassen. So ein Mann ist er nicht. Dennoch denkt er ständig an Louise, was ich ihm auch gar nicht verdenken kann, schließlich war er jahrelang der Ansicht, sie sei 1918 ums Leben gekommen.

Auch Louise akzeptiert Léons Entscheidung, sie geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt, sie sollen sich gar nicht mehr treffen. Es hat all die Jahre funktioniert, also wird es auch weiterhin funktionieren. Eine Begründung für Louises Denken gab es keine, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es für sie nur schmerzhaft gewesen wäre, weiterhin mit Léon zusammen zu sein, in dem Wissen, dass er seiner Frau versprochen hat, sie und die Kinder niemals zu verlassen.

~ »Ob ich auch Dich vergessen habe? Na, ein wenig schon - es hat ja keinen Sinn, sich hier Tag für Tag vor Sehnsucht zu verzehren. Und doch habe ich Dich, daran ändert sich nichts, immer bei mir.« ~
(S. 276)

Eine Liebe, wie sie Léon und Louise ein Leben lang verbindet, und das, obwohl sie mehr oder weniger ein fast vollständig getrenntes Dasein führen, ist meiner Ansicht nach sehr ungewöhnlich und kommt auf dieser Welt wahrscheinlich nicht häufig vor. Vor allem muss man bedenken, dass sie vor ihrer Trennung bei dem Bombenangriff gerade mal, wenn überhaupt, 24 Stunden miteinander verbracht haben. Aber in dieser Zeit dürfte irgendetwas entwachsen sein, was beide für immer aneinander gebunden hat: eine tiefe, prägende Liebe, die nie nachgelassen hat. Ich würde sogar so weit gehen und die beiden als seelenverwandt beschreiben, anders kann ich mir dieses lebenslange Aneinanderfesthalten sonst gar nicht erklären.

So wundervoll, aber gleichzeitig ebenso bedauernswert ich diese außergewöhnliche Liebe auch empfunden habe, genauso sehr hat mir der Schreibstil Alex Capus? zugesagt. Zwar kamen in der Geschichte kaum direkte Reden vor, was ich ein wenig vermisst habe, aber dafür hatte diese Erzählung etwas Lockeres und Leichtes an sich, das mich wunderbar an das Buch fesseln konnte. Auch den ganz eigenen Humor des Autors fand ich erfrischend und hat absolut meinen Geschmack getroffen. Hier versucht Léon zum Beispiel die wechselnden Stimmungen seiner Frau Yvonne ganz nüchtern, aber auch amüsant treffend, zu beschreiben:

~ Er war zu einem Mann von einiger Lebenserfahrung herangewachsen, und nach fünf Jahren Ehe war ihm bekannt, dass die Seele einer Frau auf geheimnisvolle Weise in Verbindung steht mit den Wanderungen der Gestirne, dem Wechselspiel der Gezeiten und den Zyklen ihres weiblichen Körpers, möglicherweise auch mit unterirdischen Vulkanströmen, den Flugbahnen der Zugvögel und dem Fahrplan der französischen Staatsbahnen, eventuell sogar mit den Förderquoten auf den Ölfeldern von Baku, den Herzfrequenzen der Kolibris am Amazonas und den Gesängen der Pottwale unter dem Packeis der Antarktis. ~
(S. 99)

Die ganze Geschichte von Léon und Louise startet auf einer Beerdigung, auf der ein Haufen Le Gall - Familienmitglieder anwesend sind: Kinder, Enkel und Urenkel. Man hat also schon die Vermutung, dass Léon es ist, um den hier getrauert wird. Hinzu kommt, dass das Buch von einem von Léons Enkeln erzählt wird.
Aber nicht nur die Familie ist anwesend, auch eine alte Frau sitzt in den Reihen, über die munter getuschelt wird. Es ist Louise. Und genau an dieser Stelle startet für uns Leser eine der außergewöhnlichsten Liebesgeschichten zwischen zwei Menschen, die sich einander näher fühlen, je weiter sie voneinander entfernt sind ?

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Janine2610
Léon und Louise

Rezensionen von Janine2610:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Léon und Louise von Alex Capus

Was muss passieren, damit eine wunderbare Freundschaft an Bedeutung verliert?

Dieses 152 seitenarme Büchlein ist das Tagebuch, das eine Französin geschrieben hat, seitdem sie wusste, dass ihre in Amerika lebende Freundin im Koma liegt. Für die Tagebuchschreiberin, deren Name für uns Leser bis zuletzt unbekannt bleibt, ist die im Koma liegende Molly nicht nur irgendeine Freundin, sondern ihre allerbeste.

Und deshalb kann ich auch sehr gut nachvollziehen, dass sie mit so einem Zustand, der zwischen Leben und Tod zu sein scheint, irgendwie versuchen muss umzugehen, vor allem, wenn es sich da um diese wunderbare Freundin handelt. Sie möchte, solange Molly im Koma liegt, alles festhalten, was sie beschäftigt, all ihre Sorgen, Ängste, aber auch Hoffnungen - und das nicht nur die Freundin, sondern auch ihre eigene Familie betreffend. Die Gründe dafür sind einleuchtend: dass ist ihre Art, mit der Situation umzugehen, und sie hat auch die Hoffnung, dass Molly nach dem Erwachen alles lesen kann, was in der Zwischenzeit so vor sich gegangen ist. Da ist ein Tagebuch, damit man nichts vergisst, eine optimale Lösung - auch weil sie ja nicht wissen, wie lange Molly im Reich der tief Schlafenden verbringen wird ...

~ Ich würde am liebsten eine Nachricht aufnehmen für alle, die in der Klinik anrufen und nach dir fragen: "Molly ist zur Zeit leider nicht da. Sie hat sich vorübergehend von ihrem Körper getrennt. Am besten, Sie suchen in Ihren Erinnerungen nach ihr." ~
(S. 93)

In dem Tagebuch wird nun alles festgehalten, was die Erzählerin beschäftigt: die Gedanken und vor allem die Ängste, die sie um Molly hat, teilweise bekommen wir auch Einblick in ihr Familienleben mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann Vincent, mit dem es auch problematisch wird ...
Das ist natürlich alles sehr berührend und manchmal auch traurig zu lesen. Die Erinnerungen mit der Freundin, die im Tagebuch verewigt werden, hinterlassen ein ganz eigenes, ungutes, vielleicht auch unbekanntes, Gefühl beim Leser, weil man eben schon ahnt, dass nach dem Erwachen nichts mehr so sein wird, wie es mal war.

~ Du bist die Kranke, und ich bin die mit der Angst. ~
(S. 87)

Auch vor Anschuldigungen und Vorwürfen ist Molly durch die Tagebuchschreiberin nicht gefeit. Man kann sich als Mensch, der so etwas nicht durchgemacht hat, kaum vorstellen, wie es ist, seine beste Freundin im Koma liegen zu sehen, absolut machtlos zu sein und vor bangendem Hoffen, dass die Freundin nicht stirbt, nicht zu verzweifeln ...

~ Du hast immer gesagt, du würdest mit dem Rauchen aufhören, sobald du ein Kind bekämst, nur eine Schwangerschaft könnte dich auf deine drei Schachteln am Tag verzichten lassen.
Du hast nicht daran gedacht, dass man auch durch eine Krankheit abstinent werden kann.
Auf der Intensivstation gibt es keinen Raucherbereich. ~
(S. 14)

Und dass Molly doch aufwacht, aber halbseitig gelähmt, weiß man ja schon durch die Buchrückseite, aber eben nicht, in welche Richtung sich diese Freundschaft dann bewegen wird. Mit den Veränderungen, die mit einer Hemiplegie einhergehen, nicht nur die Bewegungsfreiheit, sondern auch die psychische Verfassung betreffend, hat die Tagebuchschreiberin nicht gerechnet. Und es fällt schwer und stimmt ziemlich nachdenklich, sich als Leser diese Veränderungen einer einst so wichtigen und großartigen Freundschaft bewusst zu machen ...

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Janine2610
Léon und Louise

Rezensionen von Iloenchen:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Detox ganz grün von Iris Lange-Fricke

Rezepte für alle

Ich muss zugeben, der Titel hat mich kritisch gestimmt. Detox ist zwar im Moment modern, ich persönlich konnte mich aber mit dem Thema noch nie identifizieren. Ich denke auch nicht, dass Detox notwendig ist oder dass ich es probieren sollte. Aber auch wer Entgiftung kritisch gegenüber steht, so wie ich, kann Gefallen an diesem Kochbuch finden.

In "Detox ganz grün" habe ich schnell Rezepte gefunden, die ich probieren wollte. Dabei geht es weniger um die Entgiftung sondern um die leckeren Kombinationen aus Zutaten und die ungewöhnlichen Mahlzeiten, die dadurch kreiert werden.
Gut gefallen haben mir die verschiedenen Kapitel im Buch. Ich konnte nicht nur Hauptmahlzeiten nachkochen sondern auch nebenbei einen grünen Tee mit Kardamom und Minze zubereiten oder abends, ganz schnell, Gemüse mit Dip auf den Tisch stellen.
Manche Rezepte brauchen ungewöhnliche Zutaten. Dies lässt sich, glaube ich, in einem Detox-Buch nicht vermeiden. Oftmals kann man diese aber durch einfacher zu findende Lebensmittel ersetzen oder ganz weglassen. Dadurch wird die Zubereitung einfacher.
A propos einfache Zubereitung. Bis jetzt habe ich noch kein Rezept gefunden, das sehr aufwendig war. Die meisten lassen sich innerhalb kürzester Zeit nachkochen, was ich gut finde. Wer möchte schon einen kompletten Tag in der Küche verbringen?
Ich kann "Detox ganz grün" allen empfehlen, die gerne kochen und auch denjenigen, die weder abnehmen noch entgiften möchten. Hier findet garantiert jeder ein gutes Rezept.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Iloenchen
Detox ganz grün

Rezensionen von lena.eichinger@gmx.at:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Mix it! 120 vegane Rezepte aus dem Mixer. 21.10.2015. Paperback. von Suhr Lena

Kreativ gemixte Rezepte

In Mix it geht es um gesunde Rezepte aus dem Mixer, die nebenbei auch noch vegan sind. Es handelt sich aber nicht nur um Smoothies, sondern auch um andere Getränke (Milchalternativen, Shots etc.), um Aufstriche, Suppen, Salate und Süßes.
Neben dieser Bandbreite an Rezepten gibt es eine übersichtliche, informative Einführung über die Auswahl des Mixers und die sonst notwendigen Basics.

Vorneweg: Man muss keinen teuren Profimixer haben, um die Rezepte zubereiten zu können ? die Ergebnisse sind damit aber besser. Wen gröbere Teilchen im Smoothie nicht stören, der kann ohne Probleme einen normalen Küchenmixer oder sogar einen Stabmixer verwenden.

Das Buch hat ein handliches Format und ist sehr übersichtlich und farbenfroh gestaltet. Was man eventuell vermissen könnte, ist ein Foto von jedem Rezept. Es gibt zwar viele Fotos, aber eben auch viele Rezepte ohne Foto. Nichtsdestotrotz sind die Rezepte so einfach, dass man es auch ohne Foto schafft, sie hinzubekommen.

Über jedem Rezept gibt es einen Allergiehinweis, eine Portionen- und Preisinfo sowie eine Zubereitungszeitangabe. Die Zutatenliste und Zubereitung sind übersichtlich aufgeschlüsselt, besser geht?s nicht!

Auch die Rezepte selbst haben mir sehr zugesagt. Es handelt sich um keine allzu außergewöhnlichen Zutaten und keine langen Zutatenlisten, im Gegenteil. Die Ergebnisse waren eigentlich immer lecker; für nicht eingeschworene Gesundheitsfanatiker (also Normalos) würde ich hier und da noch einen Schuss Agavendicksaft empfehlen.

Alles in allem ist dieses Büchlein in kurzer Zeit ein Must-have in meiner Küche geworden! Sogar die Anschaffung eines Profimixers steht als Überlegung im Raum.

Ich schaffe es gerade durch Smoothies endlich, meine erforderlichen Obst- und Gemüseportionen pro Tag zu mir zu nehmen, und es ist so einfach und lecker.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von lena.eichinger@gmx.at
Mix it! 120 vegane Rezepte aus dem Mixer. 21.10.2015. Paperback.

Rezensionen von Renate Geissler:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Der Trick von Bergmann Emanuel

Danke Diogenes

Auf den Diogenes Verlag ist Verlaß !
Mit "Der Trick" und "Letzter Bus nach Coffeeville" hat der Verlag wieder 2 Bücher in gewohnt guter Qualität herausgebracht. Beide Bücher sind unterhaltsam,gut geschrieben und stimmungsvoll. Einfach gute Unterhaltungsliteratur.
P.S.: Mir persönlich hat "Der Trick"ausnehmend gut gefallen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Renate Geissler
Der Trick

Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Der Trick von Bergmann Emanuel

Die Magie im Erwachsen-Werden

Der Roman verschränkt das Erzählen von zwei Heranwachsenden aus dem 20. und dem 21. Jahrhundert. Gemeinsam ist ihren - ansonsten höchst unterschiedlichen - Schicksalen das Zerbrechen ihrer Familien und die eigenständige Suche nach Liebe, Anerkennung und Geborgenheit: Die äußerlich inszenierte Magie des einen, der zum professionellen Zauberer wird, spiegelt sich im Glauben des anderen Jungen, der fest an die Kraft der Magie im Bereich der Liebe (seiner in Scheidung befindlichen Eltern) glaubt.

Die fast lakonische Kürze der Darstellung kommt ohne falsche Empathie für ein kindliches bzw. jugendliches Bewusstsein aus; Einfühlung bleibt den Leser_innen überlassen, und so beleuchten sich die Episoden aus dem Leben verschiedener Generationen in unserer Vorstellung umso überzeugender gegenseitig. Schade nur, dass die Erzählstränge zum Schluss in einer allzu konstruierten Friede-Freude-Eierkuchen-Idylle zusammengeführt werden - auch die bislang geneigte Leserin fühlte sich letztlich an den israelischen Gründungsmythos von der Verwandtschaft aller Juden erinnert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse
Der Trick

Rezensionen von Ela_Ela:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Make it Count - Sommersturm von Carrie Price

Dieses ist wieder viel viel besser : D <3

Jen und Patrick könnten unterschiedlicher nicht sein. Jen hat alles. Sie ist bildhübsch, eine vorbildliche Tochter aus wohlhabender Familie und die absolute Musterstudentin. Sie wirkt rundum glücklich. Das große Glück hat Patrick nie erlebt, er glaubt nicht daran. Um seine Herkunft macht er in Oceanside ein großes Geheimnis, seine Gefühle hat er weggesperrt.

Doch dann ist da dieser winzige Moment, der einen Sommersturm auslöst und Jens und Patricks Herzen zum Rasen bringt. Kann eine flüchtige Begegnung alles verändern? Oder ist es doch nur eine Träumerei, die an der Realität zerbrechen wird?

Beim letzten Buch "Dreisam" war es für mich nicht so einfach in das Buch reinzufinden, doch dieses hat mich von Anfang an gepackt. Ich konnte einfach nicht zu lesen aufhören weil ich unbedingt die Geschichte von Pat und Jen lesen wollte. Auch hier gibt es wieder eine dramatische Wendung, die einen kurz den Atem raubt. : D

Was mir besonders gut an dieser Reihe gefällt sie spielen ungefähr zur gleichen Zeit immer wieder liest man Szenen die einem schon bekannt vorkommen, doch immer aus einer anderen Perspektive. Ich finde es bewundernswert das zwei verschiedene Autoren eine Geschichte erzählen.

Fazit: Dieses Buch hat mich wieder auf eine tolle Reise nach Oceanside mitgenommen, die mich vom Anfang bis zum Ende komplett überzeugen konnte. Mit einem realistischen Hintergrund. Außerdem liebe ich Geschichten die aus zwei oder mehreren Perspektiven geschrieben sind.

Serie:
1. Make it Count - Gefühlsgewitter
2. Make it Count - Gefühlsbeben
3. Make ist Count - Dreisam
4. Make it Count - Sommersturm

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ela_Ela
Make it Count - Sommersturm