Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Der lebende Beweis von Lola Randl
Sehr schräge Innenschau einer sonderbaren Frau
Dieses Buch lässt mich ratlos zurück. Vielleicht hat es eine Botschaft, aber wenn, dann verstehe ich sie nicht. Eine sonderbare Frau ist mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihrer Mutter aus der Großstadt aufs Land gezogen, in ein kleines Dorf im ehemaligen Ostdeutschland. So richtig wollte sie dort nicht hin und eigentlich wollte sie auch nicht mehr mit ihrem Mann zusammen sein, aber sie hat es halt gemacht, und dann haben sie Kinder bekommen:
"Eigentlich waren wir gerade dabei uns zu trennen, entwickelten in dieser Phase der Abkopplung aber ein seltsames Interesse an Häusern auf dem Land und stöberten abends im Bett durch die Angebote.
"
"Spüren sie nicht, dass ich ihnen die Mutter, Partnerin, Tochter nur vorspiele? Ist ihnen egal, dass ich nicht anwesend bin?"
"Liebe Kinder .... Jeder verwildert allein. Seid mir nicht böse. Ich kann euch nicht helfen. Ich treibe selbst ziellos durch den Kosmos. Eure Mutter."
Einen Liebhaber gibt es außerdem in der Nähe. Das ganze Buch ist allein aus der Sicht der Frau geschrieben, andere Sichten lernen wir nicht kennen. Die Frau bleibt dem Dorf und seinen Bewohnern fremd und fühlt sich fremd. Sie macht sonderbare Experimente, zum Beispiel legt sie eine Schere an einen öffentlichen Ort und beobachtet heimlich, ob jemand sie nimmt und was weiter damit geschieht. Dazu recherchiert sie zur Vergangenheit des Dorfes, etwa zu früheren Hexenverfolgungen. Ganz am Anfang findet sie auch ein Gehirn in einer Pfütze auf dem Kirchhügel und nimmt es mit, um es zu konservieren. Dazwischen gibt es banale Alltagsbegebenheiten wie Entlausungsversuche der Kinder in der Schule, die erst am mangelnden Bargeld dafür und dann an den Öffnungszeiten der Apotheke scheitern.
Möglicherweise verbirgt sich in diesem Buch irgendeine interessante tiefergehende Symbolik, die ich allein ohne Diskussion mit anderen Lesenden aber nicht entschlüsseln könnte. Zurück bleibt für mich das Psychogramm einer zutiefst verstörten (psychotischen?), selbstbezogenen Frau, die keine Verantwortung für ihre Entscheidungen übernimmt, ruhelos durch ihr Leben irrt und die ich nicht wirklich verstehen kann.
Rezensionen von ReiShimura:
Was fehlt dir, kleiner Roboter? von Przemyslaw Wechterowicz
Gefühlvoller Wegbegleiter für Kinder
Der polnische Auto Przemyslaw Wechterowicz hat sich in diesem Buch einen ungewöhnlichen Protagonisten ausgesucht, nämlich einen kleinen Roboter. An sich wäre dies nichts Außergewöhnliches, doch in diesem Buch geht es um Gefühle, Empathie und Trost. Alles Dinge die man erstinstanzlich nicht mit einem Roboter in Verbindung bringen würde.
Doch dieses zauberhafte Kinderbuch beweist einem ganz schnell das Gegenteil.
Bereits der erste Eindruck des Buches, sowohl was die Optik als auch die Haptik betrifft, war sehr gut. Das Cover gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die wunderschönen Illustrationen, welche im Buch vorhanden sind. Die Seiten sind verhältnismäßig dünn für ein Kinderbuch und könnten bei noch ungeübten Kinderhänden zum Problem werden. Der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten damit, ist aber solche Bücher auch bereits gewöhnt.
Besonders hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Emilia Dziubak. Insbesondere da es zwei verschiedene Arten von Illustrationen auf den jeweiligen Doppelseiten gibt. Auf der Seite, auf der sich auch der Text befindet, gibt es immer eine kleine Zeichnung und auf der Nebenseite dann eine großflächige Illustration. Die Zeichnung und die Illustration sind dabei in einem völlig unterschiedlichen Stil gehalten, ergänzen sich aber perfekt. Dies unterstreicht noch einmal den besonderen Charme, den das Buch ausstrahlt.
Die Texte sind recht kurzgehalten und weisen einige Wiederholungen auf. Die Wiederholungen betreffen sowohl die Struktur als auch Wörter und Formulierungen. Alles Dinge die perfekt zur empfohlenen Altersgruppe der ab 3jährigen passt. Die Handlung ist auch für den kleinen Leser, der das empfohlene Alter leicht unterschreitet, nachvollziehbar und verständlich.
Ein besonders wichtiger Punkt bei einem Kinderbuch ist meiner Meinung nach auch die Botschaft, die das Buch vermitteln möchte. Obwohl das Buch mit einem Seitenumfang von 32 Seiten recht überschaubar ist, schaff es der Autor gleich mehrere Botschaften zu verpacken. Dabei möchte ich hervorheben, dass diese Moral der Geschichte sich perfekt in die Handlung einfügt und hier nichts mit dem Holzhammer eingetrichtert wird. Die Gefühle des Roboters, allen voran seine Einsamkeit und Traurigkeit, sind vor allem durch die zauberhaften Illustrationen wirklich greif- und spürbar.
Dieses Buch vermittelt auf eine berührende und eindringliche Art und Weise, wie wichtig es ist sich Hilfe zu holen, aber auch wie unerlässlich es ist, seinem Gegenüber zu zuhören und nicht von sich auf andere zu schließen. Dies ist ein ergreifendes Buch über Nähe, Trost und Empathie.
„Was fehlt dir, kleiner Roboter“ hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen sehr berührt und begeistert. Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, dass ich ohne Einschränkungen weiterempfehlen möchte.
Rezensionen von yellowdog:
7 Arten, eine Katze zu töten von Matías Néspolo
Ein hartes Buch, aber nicht ohne Komik
Dieser Roman aus Argentinien hat eine ganz andere Ausstrahlung als Kriminalromane aus den USA oder England.
Es zeigt Lebensumstände in Buenos Aires Elendsvierteln, die geprägt sind von Kriminalität.
Für mich ist es fast mehr eine Milieustudie.
Das Buch wird von der schnoddrigen Erzählstimme von Gringo, wie er genannt wird, bestimmt.
Am Anfang wirkte es in den Dialogen fast wie aus einem Coming-of-age-Roman, aber die Beschreibungen sind gut gemacht.
Es ist ein hartes Buch, hat aber auch komische Seiten.
Ein Nachwort von Peter Henning schließt das Buch!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Eine wie Frankie von Graham Norton
Ein Plädoyer für Liebe, Freundschaft und Toleranz
Graham Norton, Schriftsteller, Comedian und Schauspieler, schreibt über das Leben einer Frau beginnend in den 1950iger Jahren bis ung. 2024.
Protagonistin ist die 84jährige Frankie, die in Gesprächen mit ihrem Pfleger Damian ihr eigenes Leben Revue passieren lässt. Sie erzählt von Höhen und Tiefen, von Freundschaft, Mut, von Liebe, Verletzungen und Verlusten, von der eigenen Entwicklung ebenso wie von politischen Veränderungen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Ein sehr abwechslungsreiches Leben – vielschichtig und lebendig beschrieben.
Natürlich! Es sind doch arg viele Zufälle bzw Glücksfälle, die Frankies Leben bestimmen – aber diese Unglaubwürdigkeiten haben mich nicht gestört. Im Gegenteil! Mir hat Frankie wirklich gut gefallen und sie ist mir im Laufe der knapp 400 Seiten ans Herz gewachsen.
Es ist keine außergewöhnliche Geschichte, aber es ist eine gute Geschichte, die noch dazu sehr gut erzählt wird. Graham Norton kann schreiben – hier hat er es wieder mal bewiesen
Ein Lesegenuss – unterhaltsam und berührend!
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Cheer for Love von Ki Stephens
Hat mich trotz leichter Schwächen gut unterhalten!
Nachdem die Cheerleaderin Ella eiskalt von ihrem Ex-Freund abserviert wird, ist alles, was sie sich wünscht, ein gelungenes Auslandsjahr in Nashville verbringen zu können. Sie möchte alles geben, um die Cheer Squad ihrer neuen Universität zu bereichern - und eine einmalige Chance ergreifen zu können.
Doch gleich am ersten Abend trifft Ella auf den Quarterback Hudson. Was zunächst als lockere Bekanntschaft zwischen den beiden beginnt, entwickelt sich schon bald zu deutlich mehr, bis es den beiden immer schwerer fällt, das Knistern zwischen ihnen zu ignorieren...
Ich habe bisher kaum etwas aus dem Genre "Sports Romance" gelesen. Als ich "Cheer for Love" zum ersten Mal entdeckt habe, war ich so sehr gespannt darauf, was mich hier erwartet. Das tolle Cover und der interessante Klappentext haben letztendlich nicht zu viel versprochen. Denn der Genrebegriff ist hier Programm: Die Handlung legt ihren Fokus auf das Cheerleading und teilweise auch auf den Footballsport, ermöglicht immer wieder spannende Einblicke ins Training und in Wettkämpfe oder Spiele. Ich hatte zuvor keinerlei Kenntnisse über diese beiden Sportarten, konnte mir im Laufe dieses Buches aber ein umfassendes Gesamtbild davon machen. Hin und wieder habe ich mir ein Glossar gewünscht, um bei schwierigen, neuen Begriffen einen besseren Überblick behalten zu können. Das ist aber wohl Meckern auf hohem Niveau.
Abseits des sportlichen Aspekts hat diese Geschichte neben einer soliden Romance vor allem tolle Charaktere zu bieten. Zahlreiche (überwiegend) herzliche Teammitglieder sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Und auch die Protagonisten Ella und Hudson sind beide gelungene, interessante Figuren. Gerade Hudson ist keineswegs der klassische, klischeebehaftete "Bad Boy". Er überzeugt durch seine Eigenheiten und ist ein wirklich liebenswerter und greifbarer, zugleich aber starker Bookboyfriend. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Ella empfand ich trotz einigem Hin und Her im Ganzen als sehr rund. Die Autorin Ki Stephens lässt den Leser die Chemie zwischen den beiden spüren, und auch wenn ein großes Feuerwerk der Gefühle ausbleibt, so ist der Romance- und Spiceanteil doch durchaus schön zu lesen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch auch vor tiefgehenderen Themen nicht zurückschreckt. Neben einer Zwangsstörung werden beispielsweise auch schwierige familiäre Beziehungen thematisiert, was der Geschichte von Ella und Hudson ein Alleinstellungsmerkmal und noch mehr Authentizität verleiht. Leider werden diese Thematiken oftmals nur oberflächlich abgehandelt, obwohl diese zuvor doch so rund in die Geschichte integriert wurden.
Insgesamt hat mich "Cheer for Love" trotz kleinerer Schwächen gut unterhalten. Wer Lust auf Sports Romance mit Fokus auf dem Sportaspekt hat, sollte sich diesen Einzelband näher ansehen. Ich werde nun sicherlich mehr aus diesem (Teil-)Genre lesen!
4/5 Sterne
Rezensionen von Natalie:
Der Kuckucksjunge von Søren Sveistrup
Absolut gelungen
„Hab dich.“ Diese Nachricht ist das letze, was eine geschiedene Mutter auf ihr Handy geschickt bekommt, bevor sie spurlos verschwindet. Kommissarin Naja Thulin entdeckt rasch, dass die Nachricht schon mal im Rahmen eines Mordes an das Opfer versendet wurde. Als sie und Mark Hess tiefer zu graben beginnen, wird schnell klar, dass sie es mit einem komplexen Fall zu tun haben und der Täter ein rasantes Tempo vorlegt…
Der Thriller umfasst über 600 Seiten und schafft es, mit jeder Seite davon, Spannung zu erzeugen.
Der Fall ist raffiniert und klug aufgebaut und bringt einen großen Spannungsbogen mit sich. Jedes Mal, wenn jemand die Nachricht „Hab dich“ erhält, weiß man als Leser, dass die Uhr tickt…
Thulin und Hess ergeben, wie auch schon im ersten Band ein interessantes Ermittler-Duo mit Ecken und Kanten. Darüber hinaus sind auch die weiteren Protagonisten gut ausgearbeitet und auch das Setting trägt zum spannenden Verlauf bei.
Ein rundum gelungener Thriller.
Rezensionen von Natalie:
Der Boss - Ist er ein Monster oder ein Genie? von Iliana Xander
Wer ist der Boss?
Natalies beste Freundin liegt im Koma und sie sucht verzweifelt nach dem Mann, mit dem Cara zuletzt unterwegs war. Als sie diesen zufällig ausmachen kann, nimmt sie die Chance auf einen Job in seine Villa wahr, wild entschlossen herauszufinden, was er mit Cara gemacht hat. Doch dabei kommt Natalie selbst in große Gefahr…
Der erste Thriller der Autorin hat mir richtig gefallen, daher war ich auf „Der Boss“ sehr gespannt.
Alles in allem liefert auch dieser Thriller wieder einen guten Mix aus spannender Handlung, unerwarteten Wendungen und interessanten Charakteren. Temporeich gehts durch die Buchseiten, wodurch die Protagonisten manchmal etwas blass bleiben. Die Geschichte ist jedoch gut aufgebaut und für mich war der Spannungsbogen bis zum Schluss gegeben, auch wenn dieser mir persönlich an manchen Stellen fast zu konstruiert war. Trotzdem ein gelungener Thriller.
Rezensionen von C. P.:
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Kreative, aber tödliche Prüfungen
Um den Blutsbund zu brechen, der Sophia magisch an den Sammler bindet, sieht sie nur einen Ausweg: In die Killmarth-Akademie gelangen und dort die magischen Prüfungen bestehen. Auch wenn ihre eigenen magischen Fähigkeiten als Illusionistin bisher primär für Diebstähle und ähnliche Aufträge des Sammlers genutzt wurden.
Die als Ordeals bezeichneten Prüfungen gestalten sich als tödlich und nur die Sieger werden fortan für die Dienste an der Krone ausgebildet. Die Rivalität ist entsprechend hoch, so dass sie sich zunächst mit dem botanisch-begabten Alden als Team zusammentut.
Was zunächst ganz vielversprechend klang entpuppte sich als eine wie sinnlos wirkende Aneinanderreihung von Gewalt und Gefahr. Warum bringt man auf der Suche nach den Besten der Besten für eine Elitetruppe so viele junge begabte Menschen um? Sinnvoller wäre es doch, diese ebenfalls auszubilden, wenn Magie schon so besonders ist. Zumal die Elitemagier auch nur im Namen der Krone verheizt werden sollen. Generell scheint hier im Buch die Grundeinstellung zu sein, die Leute durch Quälerei zu stählen, denen einzutrichtern, sie wären was Besonderes, nur um sie dann als Waffe zu instrumentalisieren. Ebenso scheint es für die Leitenden der Akademie kein großes Problem zu sein, dass da jemand nebenbei zwischen den Anwärtern einige Morde begeht. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen? Negativ.
Die Charaktere bleiben alle langweilig flach, bis auf Oberflächlichkeiten erfährt man kaum was über sie. Selbst über Sophias Rivals2Lovers Love Interest Alden Locke, den knurrenden Mucki-Typ, der es nicht für nötig hält Fragen zu beantworten, erfährt man kaum mehr als in ständiger Wiederholung dessen Augenfarbe und Körpergeruch (kein Scherz!). Und die expliziten Szenen zwischen den beiden lesen sich wie Fast Food.
Die diversen Ausprägungen der Magie sowie die im Lauf des Romans vorkommenden Wesen bieten zwar etwas Abwechslung, doch auch hier bleibt das Buch enttäuschend zurückhaltend, es gibt kaum Beispiele für die Magiearten oder Informationen zu den Hintergründen der Wesen.
Die Ordeals selbst waren schon recht kreativ und spannend zu verfolgen, da kann ich die Autorin für ihre Kreativität loben. Nur der tödliche Aspekt für die angehenden Auszubildenden jedesmal, vor allem von Beginn an, sehe ich als sinnlos und vor dem Hintergrund einer Bedrohung stark kontraproduktiv. Zudem hätte dem Buch ein Plus an Magie, mehr Tiefgang und vor allem ein prüfender Blick auf die Logik dahinter gutgetan.
Rezensionen von C. P.:
Das Signal von Ursula Poznanski
War es Unfall oder versuchter Mord?
Sehr emotional startet man in Ursula Poznanskis neuesten Thriller: Viola wacht im Krankenhaus auf, schwerverletzt nach einem Unfall, an den sie keine Erinnerungen hat. Und bei welchem sie einen Teil ihres linken Beins verlor. Als wäre das nicht bereits belastend genug erwartet sie daheim eine Pflegerin, die glatt aus einem Psychothriller stammen könnte und ihr bei allen so beliebter Ehemann behandelt sie auffallend abweisend.
Durch ihre vorerst eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten ist es Viola zwar nicht möglich, selbst zu spionieren, doch dank einiger heimlich angebrachter Tracker kann sie schnell einige Lügen aufdecken, für die sie nun nach Erklärungen sucht.
Anfangs tat ich mich schwer mit dem Buch, was primär an der Darstellung von Violas Charakter lag. Womit ich nicht das psychische Loch meine, in welches sie zunächst fällt. Dass ihr Ehemann Adam ein skrupelloser Narzisst ist wird beim Lesen schnell klar. Was mich jedoch störte war die Tatsache, dass Viola von Beginn an WEISS, dass Adam toxisch für sie ist. Sie selbst beschreibt ihn so. Und trotzdem drehen ihre Gedanken sich erstmal darum, ob und wie sie ihm gefallen, in sein nach Perfektion strebendes Schema passen würde. Die Frau ist mitte 30 und denkt zunächst nur daran, es ihrem Ehemann recht zu machen, von dem sie WEISS, dass er ein Narzisst ist?! Aus dem Grund kann ich das Buch, zumindest den Anfang betreffend, auch nicht mit einem Hitchcock vergleichen, hierfür hätte es mehr Perfidie benötigt.
Interessant wurde es für mich, als Viola anfing, Beweise zu sammeln, Schlussfolgerungen zu ziehen und zudem ihre Erinnerungen allmählich zurück kehrten. Wer hat hier welche Geheimnisse und war es wirklich bloß ein Unfall, oder wollte sie jemand ermorden? Leider macht sie alles nur mit sich aus, da sie niemandem vertraut. Im Nachhinein vielleicht auch ganz gut so, auch wenn sie in einigem daneben lag. Im Großen und Ganzen fand der Thriller dann auch einen gelungenen Abschluss.
Ein Thriller, der nach und nach immer mehr Geheimnisse offenbart und Fragen aufwirft, die zum Miträtseln einladen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
The French Escape - Love & Lavender, Band 1 von Sarah Fleury
Herrliche Atmosphäre!
Schon beim ersten Blick auf das traumhaft schöne, rosafarbene Cover war ich sofort verliebt - und auch der Klappentext versprach eine leichte, sommerliche Romance vor der Kulisse von Cannes. Genau dieses Flair von Côte d’Azur, Sonne, Meer und Glamour bekommt man hier auch tatsächlich sehr intensiv vermittelt: Man riecht förmlich die Düfte, spürt die Wärme auf der Haut und taucht direkt ein in dieses französische Lebensgefühl.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: Amber, erfolgreicher Hollywoodstar (mit jemandem aus ihrer Vergangenheit, der sie nicht gehen lassen will) und Timothée, Spross einer traditionsreichen Parfümeursfamilie, der gerade an einem Wendepunkt in seinem Leben steht. Diese beiden Stimmen und Lebenslagen könnten unterschiedlicher kaum sein … und ergänzen sich gerade deshalb so schön. Während Ambers Perspektive modern, dialogreich und sehr lebendig ist, bringt Timothée die ruhigere, melancholischere Tiefe in die Geschichte.
Was mir besonders gefallen hat: Amber ist trotz ihres Ruhms keineswegs abgehoben, sondern wirkt verletzlich, reflektiert und menschlich. Ich liebe ihre enge Freundschaft mit Emily, die nicht nur als 'beste Freundin am Rande & Personal Stylist', sondern als wahre emotionale Stütze dargestellt wird - loyal, liebevoll, warmherzig und voller weiblicher Solidarität, frei von jeglichem Konkurrenzdenken. Diese Beziehung gehört für mich zu den Highlights des Romans.
Timothée wiederum ist kein klassischer perfekter Love Interest, sondern ein junger Mann voller Zweifel, innerer Konflikte und ungelöster Familiengeschichte. Seine Beziehung zu seinem Vater, die Sehnsucht nach seiner Mutter und seine Suche nach der eigenen Identität verleihen der Story eine emotionale Tiefe, die ich so gar nicht erwartet hatte. Gerade die Passagen rund um die Welt der Düfte und das Parfümkreieren sind wunderschön geschrieben und sehr atmosphärisch. Überhaupt fungieren die Düfte nicht nur als Beiwerk, sondern als eigene emotionale Sprache - " […] sie war kaum mehr als ein Schatten, ein Hauch von Jasmin […]".
Das Fake-Dating-Motiv, das ich ohnehin mega gerne lese, funktioniert hier perfekt, weil es nicht aus Spiel oder Kalkül entsteht, sondern aus einer emotionalen Notlage heraus. Beide Figuren suchen auf ihre Weise einen Ausweg, einen Neuanfang, was ihre Verbindung glaubwürdig macht.
Ein sensibler, ernster Nebenplot beschäftigt sich mit einer schwierigen Beziehung aus Ambers Vergangenheit. Ohne ins Detail zu gehen: Dieser Teil der Geschichte zeigt sehr eindringlich, wie schwer es sein kann, sich aus emotional belastenden Dynamiken zu lösen. Ich fand das grundsätzlich gut und wichtig umgesetzt, auch wenn mir dieses Thema persönlich etwas zu nahe ging und ich solche Inhalte eher ungern lese - was aber meine subjektive Wahrnehmung ist und keine generelle Kritik am Buch darstellen soll.
Insgesamt lebt dieses wunderbare Werk für mich ganz klar von seinem lebendigen, bildhaften Schreibstil, der Atmosphäre, den Duftbeschreibungen und den beiden Hauptfiguren. Die Handlung folgt zwar bekannten New-Adult-Tropes, fühlt sich aber durch das Setting, die emotionale Tiefe und die Parfüm-Thematik dennoch frisch an.
Das Ende macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung - vor allem, weil ein weiterer Charakter in den Fokus rückt und ein kleiner Cliffhanger bleibt.
Fazit:
Ein sommerlich-leichter, gleichzeitig emotionaler NA-Roman mit viel Herz, herrlich französischem Flair, einem außergewöhnlichem Setting und sympathischen Figuren. Ich freue mich auf Band 2, der im September 2026 erscheint!











