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Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Eigerduell von Irène Mürner

Hat mich leider nicht überzeugt

Dieser Krimi ist der dritte Reihe rund um die Schweizer Kriminalbeamtin Megan Jäger und ihre Tante Ida. Worum geht’s?

Die beiden Extrembergsteigerinnen Arielle von Känel und Victoria Adler matchen sich seit langem um den Titel der weltbesten Speed-Queen unter den Gipfelköniginnen. Kurz bevor Arielle den aktuellen Rekord in der Eigernordwand, der von Victoria gehalten wird, brechen kann, liegt Arielle tot am Fuße des Niesen.

Recht bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat. Auf Grund ihres Egoismus‘ hat sich die Tote zahlreiche Feinde gemacht. Die gilt es nun aufzusuchen und den Täter oder die Täterin zu finden.

Je tiefer Megan Jäger in den Fall einsteigt, desto komplexer wird er. Megan ist Halbkenianerin, weshalb sie die Liebe der Schweizer Bevölkerung für Berge und Schnee nicht so ganz versteht, wird von ihrer Tante Ida bei ihren Ermittlungen unterstützt. Recht bald eröffnet sich nicht nur ein Abgrund aus Neid, verletztem Stolz und tödlichem Ehrgeiz, sondern neben Victoria Adler eine Reihe weiterer Personen, die alle Grund haben, Arielle zu hassen. Als dann wenig später eine zweite Leiche am Niesen gefunden wird, muss sich Megan fragen, wen oder was sie zunächst übersehen hat.

Meine Meinung:

Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne ein zweite Chance, wenn mich das erste Buch nicht ganz so gepackt hat. Nach dem ersten Fall (Mord im Tropenhaus) habe ich nun den dritten Teil der Reihe rund um Megan Jäger gelesen. Nach wie vor fehlen mir Informationen zu den Protagonisten. Wieso und warum lebt Megan, die Tochter eines Schweizers und einer Kenianerin hier im Kanton Bern? Auch die Irritation, dass Megan alleine ermitteln darf/soll/muss, hat sich nicht gelegt. Wo bleibt das Vier-Augen-Prinzip? Und gilt sie wegen ihrer Verwandtschaft mit einer Verdächtigen nicht als befangen? Nun, ich kenne die Usancen und Vorschriften in der Schweiz nicht.

Geschickt lässt Autorin Irène Mürner ihre Ermittlerin über den Fanatismus, den manche BergsteigerInnen an den Tag legen, philosophieren. Ja, das gefällt mir ebenso, wie die Beschreibung von Land und Leuten. Zugegeben, über den Niesen hätte ich noch gerne mehr erfahren.

Nicht alle Charaktere sind ähnlich ausführlich angelegt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen.
Ich habe recht schnell herausgefunden, wer bzw. was für den Tod der Arielle verantwortlich ist.

Fazit:

Ich gebe diesem Schweizer Bergkrimi, der mich nicht ganz gepackt hat, gute 3 Sterne.

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Eigerduell

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Tödliches Wien von Katja Wilhelm

Hat noch etwas Luft nach oben

Dieser Krimi soll Auftakt einer neuen Reihe aus Wien sein. Worum geht’s?

Major Cornelius Metz kehrt nach einer persönlichen Krise zur Mordkommission Wien zurück. Er leitet die Soko Reha, ein Team von Außenseitern und Missliebigen im Wiener Polizeidienst, bestehend aus Metz, Hilde Attensam und Kevin Wiesinger, dem IT-Wunderknaben, der immer dort etwas findet, wo andere längst aufgegeben hat.

Zunächst hat man wenig zu tun. Dann wird eine Frau bei einer Müllsammelstelle mit einer Flasche erschlagen. Man teilt ihnen diesen Fall zu, weil hier wenige Lorbeeren zu ernten sind.

Als wenig später in einem der Nobelbezirke eine Ärztin und Forscherin getötet wird, muss Metz mit der höchst ehrgeizigen jüngsten Chefinspektorin Wiens, Nezren Güren, die Fälle tauschen. Denn Güren ist nicht nur türkischstämmig und eine Frau, sondern lebt mit einer Szene-Gastronomin zusammen, was im verknöcherten Gehirn von Hofrat Leo Katzinger, ein NoGo ist. Er traut ihr die Ermittlung in der Haute Volée von Wien nicht zu. Da muss Cornelius Metz her, der aus sehr gutem Haus stammt (O-Ton Katzinger).

Als dann weitere Personen scheinbar wahllos getötet, ja, nicht nur getötet, sondern regelrecht hingerichtet werden, befiehlt Katzinger, die Zusammenarbeit unter der Leitung von Nezren Gören.

Recht bald kommt Kevin dahinter, dass alle Opfer eigentlich Täter waren, die von der Justiz nicht verurteilt worden sind. Die Spuren führen nicht nur zu einem kleinen privaten Tierheim sondern vor allem in Tiefe menschliche Abgründe. Ist hier ein Rächer im Namen des Tierschutzes am Werk?

Wenig später ist Hilde Attensam, die 1,80 m große Polizistin mit der kurzen Lunte, im Fokus von Güren und wird als ideale Verdächtige, sie hat Kontakt zu dem privaten Tierheim, vom Dienst suspendiert. Metz und Wiesinger nehmen dies persönlich, pfeifen auf die Zusammenarbeit und entdecken einen Mitspieler in diesem perfiden Spiel, der sein eigenes, tödliches Süppchen kocht.

Der Täter scheint den Ermittlern immer ein, zwei Schritte voraus zu sein, weshalb sich bald die Frage nach einem Maulwurf in der Kriminalpolizei stellt.

Meine Meinung:

Zunächst habe ich gedacht, einen ähnlich humorvollen Krimi, wie die französische Reihe „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff zu bekommen. Doch bald ist klar, dass es sich hier um eine todernste Angelegenheit handelt, in der wenig so ist, wie es scheint. Zahlreiche Querverbindungen schlummern im Verborgenen, die Kevin aus dem Dunkeln der Archive ausgräbt. Zudem scheint es höheren Orts eine besondere Clique zu geben, die ihre eigene Rolle spielen

„Das Einzige, was noch schwerer aufzufinden war als ein Mensch, der nicht gefunden werden wollte, war ein ehemaliger Polizist, der dem System abgeschworen hatte.“

Was höchst ungewöhnlich ist, dass sich das Trio Metz, Attensam und Wiesinger immer noch siezt. Innerhalb der „Firma“ wie Insider die diversen Teams in der Polizei nennen, ist es eigentlich üblich, sich zu duzen. Nun ja, den Hofrat oder Polizeipräsidenten vielleicht nicht.

Die Autorin spielt mit ihren Lesern Katz-und-Maus, weshalb die Geschichte nicht ganz auserzählt wirkt. Aber es soll ja eine Fortsetzung geben.

Die Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten. Nicht alle Personalakten sind blütenweiß, so gilt der Görens Mitarbeiter Lukic als Kameradenschwein.

Mein Eindruck ist, dass dieser Krimi überall spielen könnte, da kaum Wiener Örtlichkeiten genannt.

Fazit:

Dieser Reihenauftakt ist gespickt mit Andeutungen und hat noch ein wenig Luft nach oben, weshalb er 3 Sterne erhält.

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Tödliches Wien

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Die Tote von Nazaré von Miguel Silva

Hier ist wenig, wie es scheint

Maren Berger, Hauptkommissarin aus Köln, ist vor wenigen Monaten bei einem Banküberfall durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden. Nach wie vor leidet sie an Erinnerungslücken, die vor allem die Ermittlungen kurz vor dem Überfall betreffen. Sie beschließt, kurzerhand in den portugiesischen Küstenort Nazaré zu fahren um sich dort zu erholen.

Kaum dort angekommen, "stolpert" sie dort schon über die erste Tote, die sie vorher schon kurz gesehen hatte. Als die örtliche Polizei eintrifft, ist die Leiche weg und die portugiesischen Kollegen glauben ihr nicht. Nur Inspetor Ferreira, der einige Jahre in Deutschland gelebt hat, glaubt ihr.

Als wenig später ein deutscher Polizist ermordet wird und sich herausstellt, dass es eine Verbindung zu Maren gibt, gerät sie in den Fokus nicht nur in die Ermittlungen der portugiesischen Ermittler sondern auch ein deutscher Kollege reist an. Es scheint, dass dieser sich auf Maren als Täterin einschießt.

Meine Meinung:

Miguel Silva, der Name ist das Pseudonym eines deutschen Autors, ist mit diesem Krimi ein fesselnder Reihen-Auftakt gelungen. Die Handlung ist in Nazarè, einem Ort an der Küste, der für seine spektakulären Wellen bekannt ist.

Der Krimi ist sehr gut zu lesen. Der Spannungsbogen hoch gehalten. Die Charaktere haben Ecken und Kanten. Besonders Maren, die neben den Folgen der Schussverletzung weitere persönliche Probleme mit sich herumschleppt, ist gut gezeichnet (im wahrsten Sinn des Wortes). Es bleibt zu hoffen, dass sie sich von ihrem aktuellen Lebenspartner trennt. Mit Inspetor Ferreira hat der Autor eine weitere Hauptfigur geschaffen, die stimmig in diese Geschichte passt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem interessanten Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat, 4 Sterne.

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Die Tote von Nazaré

Rezensionen von nessabo:

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Alle glücklich von Kira Mohn

Ein unfassbar sensibel komponiertes Familienstück

Wow, was für ein kraftvolles und süchtigmachendes Werk voller leiser Töne! Familiendramen sind für mich nahezu ein Garant für tolle Geschichten, aber sie müssen natürlich auch gut geschrieben sein. Gerade diese Familiendynamiken erfordern ein feinfühliges Ertasten der Innenwelten aller Figuren.

Und Kira Mohn ist das hervorragend gelungen.

Ich habe das Buch an zwei Tagen nahezu atemlos verschlungen. Mohn hat ein Händchen für ihre Figuren, gibt ihnen Raum für Wachstum und schlägt dabei auch einen gesellschaftskritischen Ton an. Der Familienvater, wenn wir ihn denn so nennen wollen, kommt als einzige Figur eher schlecht weg, aber Mohn verzerrt dabei keine Realitäten. Die Sicht vieler Männer auf Lohn- vs. Care Arbeit wird der von Alexander gleichen. Dafür gehören sie kritisiert und das macht die Autorin nicht zu knapp - ohne ihm dabei jedoch den Raum für Vielschichtigkeit zu verwehren.

Emilia und Ben, die beiden Kinder der Familie, sind so gut geschrieben, dass mir beim Lesen ganz eng in der Brust wurde. Emilias Selbstverortung in einer Beziehung zu einem etwas älteren Jungen ist sicherlich vielen schmerzlich vertraut. Dass sie die Erfahrung machen muss, die sie im Buch macht, habe ich befürchtet und mir gleichzeitig anders gewünscht. Ben ist so eine großartige Figur, ich kann Mohn dafür nur bewundern. Politisch sensibel, ein netter junger Mann, der sich in der absoluten Ambivalenz befindet zwischen seiner persönlichen Sozialisierung und dem, was von Männern in dieser Gesellschaft erwartet wird.

Mindestens ebenso begeistert bin ich von Nina. Sie ist eine literarisch nicht untypische Frauenfigur - Mutter, geringer verdienend als der Ehemann, frustriert und gleichzeitig festgefahren in den Routinen, die sie als Frau in der Rolle der emotionalen Versorgerin verorten. Ihr gegenüber steht ein Mann, der nicht überzeichnet misogyn ist, sondern in genau dem „richtigen“ Maß. Beide bedienen ein Beziehungsmuster, das sehr üblich ist. Doch Nina durchläuft einen Emanzipationsprozess, der sich unterscheidet von allem, was ich bisher lesen durfte, und der mich laut hat jubeln lassen.

Es gab etliche Stellen, an denen ich dachte „oh nein, bitte jetzt nicht nachgeben/einknicken/das machen“ und jedes einzelne Mal hat mich die Autorin positiv überrascht. Ihr denkt, die Figurenentwicklungen habt ihr schon etliche Male in ähnlicher Form gelesen? Ich denke tatsächlich nicht! 
Mohn tangiert etliche Themen, die wirklich wichtig sind: gesellschaftliche Erwartungen, 6ualisierte Gewalt, Incel-Kultur, Gender Care Gap und Misogynie allgemein. Ich bin ihr umso mehr dankbar, dass sie einen für mich sehr feinfühligen Weg gefunden hat, die Handlung zu einem ausreichend geschlossenen Ende zu bringen.

Der Text ist eine kluge Analyse komplexer Familienstrukturen, gibt seinen Figuren wunderbar viel Raum und drängt sich beim Lesen nicht auf. Ich war emotional ganz nah bei den Charakteren, wurde wütend und dann doch auch wieder ruhig. Und so kann ich nur sagen: Kira Mohn ist ein großes literarisches Talent mit einer wundervollen Balance zwischen herzzerreißendem Ernst und tiefer Liebe in verschiedener Hinsicht. Überzeugt euch selbst!

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Alle glücklich

Rezensionen von nessabo:

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Spielverderberin von Marie Menke

Blieb leider weit hinter meinen Erwartungen zurück

Das Cover hat so reizvoll ausgesehen, dass ich nun leider sehr unzufrieden zurückbleibe. Dabei klang diese Freundinnengeschichte wirklich vielversprechend, aber ehrlicherweise habe ich genau davon eben einfach zu wenig gespürt beim Lesen.

Die Erzählstruktur wechselt immer zwischen der Gegenwart und der Zeit vor vier Jahren.

In dieser Vergangenheit scheint etwas passiert zu sein, das unermüdlich angedeutet wird und sich scheinbar auf die Freundinnenschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ausgewirkt hat.

Grundsätzlich fand ich die langsame Entschlüsselung dieser Ereignisse vor vier Jahren gelungen. Aber bis dahin war es mir einfach zu langatmig, zu wirr, zu sehr ohne Sinn in der Geschichte. Die Figuren hatten für mich ganz wenig Profil - vor allem Sophie war als Erzählerin von obsessiv-depressiven Zügen geprägt und für mich schwer zu greifen. Romy war mir eigentlich durchgängig unsympathisch und unnahbar, Lotte blieb im Kontrast zu den beiden anderen ganz besonders blass.

Insbesondere gab es für mich aber deutliche Defizite im Bereich der Beziehungen. Da konnte ich nur in wenigen Momenten etwas Authentisches fühlen. Die meiste Zeit habe ich Zugewandtheit und offene Kommunikation schmerzlich vermisst. Die drei Frauen reden eigentlich fast immer komplett aneinander vorbei. Und solche Dialogmuster, die sich eher wie parallel geführte Monologe anfühlen, mag ich in Geschichten wirklich nie.

Ganz viel habe ich auch einfach nicht verstanden, Realität und Fantasie verschwimmen wiederholt, was schlicht nicht mein Fall ist. Zum Schluss wird es zwar endlich greifbar und konkret, aber dann ist die Geschichte eben auch zu Ende. Für mich hätte es im letzten Drittel gern erst losgehen und dann weiter vertieft werden können.

Positiv aufgefallen sind mir die Reibungspunkte von Stadt- und Landsozialisierung, auch wenn die Autorin hier gern noch hätte lauter werden dürfen. Neben all dem Verwirrenden, das passiert, wird die politische Aussagekraft nämlich spürbar verdrängt.

Ich kann Marie Menkes Roman also nicht wirklich empfehlen. Das Obsessive und irgendwie Flatterhafte der Geschichte war mir neben der fehlenden emotionalen Greifbarkeit schlicht zu viel. Die Handlung ist geprägt von Andeutungen, die dann irgendwann zwar auch aufgelöst werden, aber bis dahin ist es ein zähes Werk, das ich nur aus Neugier bis zum Ende gelesen habe.

PS: Das Hörbuch ist angenehm eingesprochen von Henriette Schreurs, wobei ich mir Stimmvarianz für die Unterscheidung der verschiedenen Figuren sehr gewünscht hätte. Gut umgesetzt war die klare Unterscheidung der verschiedenen Zeitebenen.

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Spielverderberin

Rezensionen von nessabo:

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Spielverderberin von Marie Menke

Blieb leider weit hinter meinen Erwartungen zurück

Das Cover hat so reizvoll ausgesehen, dass ich nun leider sehr unzufrieden zurückbleibe. Dabei klang diese Freundinnengeschichte wirklich vielversprechend, aber ehrlicherweise habe ich genau davon eben einfach zu wenig gespürt beim Lesen.

Die Erzählstruktur wechselt immer zwischen der Gegenwart und der Zeit vor vier Jahren.

In dieser Vergangenheit scheint etwas passiert zu sein, das unermüdlich angedeutet wird und sich scheinbar auf die Freundinnenschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ausgewirkt hat.

Grundsätzlich fand ich die langsame Entschlüsselung dieser Ereignisse vor vier Jahren gelungen. Aber bis dahin war es mir einfach zu langatmig, zu wirr, zu sehr ohne Sinn in der Geschichte. Die Figuren hatten für mich ganz wenig Profil - vor allem Sophie war als Erzählerin von obsessiv-depressiven Zügen geprägt und für mich schwer zu greifen. Romy war mir eigentlich durchgängig unsympathisch und unnahbar, Lotte blieb im Kontrast zu den beiden anderen ganz besonders blass.

Insbesondere gab es für mich aber deutliche Defizite im Bereich der Beziehungen. Da konnte ich nur in wenigen Momenten etwas Authentisches fühlen. Die meiste Zeit habe ich Zugewandtheit und offene Kommunikation schmerzlich vermisst. Die drei Frauen reden eigentlich fast immer komplett aneinander vorbei. Und solche Dialogmuster, die sich eher wie parallel geführte Monologe anfühlen, mag ich in Geschichten wirklich nie.

Ganz viel habe ich auch einfach nicht verstanden, Realität und Fantasie verschwimmen wiederholt, was schlicht nicht mein Fall ist. Zum Schluss wird es zwar endlich greifbar und konkret, aber dann ist die Geschichte eben auch zu Ende. Für mich hätte es im letzten Drittel gern erst losgehen und dann weiter vertieft werden können.

Positiv aufgefallen sind mir die Reibungspunkte von Stadt- und Landsozialisierung, auch wenn die Autorin hier gern noch hätte lauter werden dürfen. Neben all dem Verwirrenden, das passiert, wird die politische Aussagekraft nämlich spürbar verdrängt.

Ich kann Marie Menkes Roman also nicht wirklich empfehlen. Das Obsessive und irgendwie Flatterhafte der Geschichte war mir neben der fehlenden emotionalen Greifbarkeit schlicht zu viel. Die Handlung ist geprägt von Andeutungen, die dann irgendwann zwar auch aufgelöst werden, aber bis dahin ist es ein zähes Werk, das ich nur aus Neugier bis zum Ende gelesen habe.

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Spielverderberin

Rezensionen von marcialoup:

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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve

Ein mutiger, emotional starker Versuch

Die Autorin hat einen sehr ehrlichen und offenen autobiografischen Roman geschrieben über den Tod ihres Mannes, der namenlos nur A genannt wird... und das Leben danach.
Es schweben Melancholie und Schwere in den Seiten, gespickt mit den Feinheiten der Zwischentöne, die zu Lebzeiten so oft überhört wurden sowie gefühlsintensive Momente, die an die Oberfläche strömen, weil sie zuvor unter dem Teppich der Distanz, der Entfremdung und des Alltags waberten.

Nur muss die Autorin dies alles allein erfühlen, da ihr Mann A. verstorben ist. Dabei erkennt sie, dass sie auch zuvor schon fast alles allein erfühlen musste, weil die Nähe zueinander leise davongewandert war.
Und nicht nur das. Als Ehe in den 70ern und folgenden Jahren erlebte die Protagonistin die Zeiten vor und während der Emanzipation, hatte sie doch einen sehr guten Job, ist Professorin und musste ob der geringen Wertschätzung der Frau trotzdem viel einstecken.
Rücksichtnahme.
Anpassung.
Patriarchat?
Was hatte sie alles aufgegeben in den ersten Jahren der Verliebtheit!
Wie sehr hatte sich das alles schleichend verändert!
Wie viele Ängste und Sorgen durchlebte sie allein, doch an der Seite ihres Mannes!
Wie sehr lief immer alles so wie ihr Mann es wünschte!
Wie sehr stellte er sich seinen eigenen Problemen nicht!
Und wie sehr muss sie sich jetzt neu definieren, sie... allein.

Sie durchwühlt neben ihren Gefühlen die Hinterlassenschaften ihres Mannes, räumt das Haus auf, das plötzlich eine andere Ausstrahlung ausübt, jetzt, da er nicht mehr da ist. Sie findet Dinge, die sie nicht kannte wie auch Bekanntes, das ihr fremd vorkommt.
Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit mit Ausblick auf eine eigene Zukunft... schmerzhaft, wütend, traurig, zaghaft, verständnisvoll und auch liebend. Wer wird sie sein? Wer war sie mit ihm und warum so? Wer war er?
Ihre Erinnerungen schwelgen in Schönem, das vernachlässigt wurde, schweifen ab in Probleme, die er hatte und ihr Verständnis dafür, ihre Sorgen und ihr Umgang mit allem. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab, verschwimmen ineinander. So zeichnet die Autorin ein Bild von ihrem Mann, indem sie analysiert warum er zu dem wurde und war, und bildet dabei ein Bild auch von sich ab.

Ein emotional tiefgängiges, hinterfragendes Buch, das nachwirkt, das spiegelt, das weh tut.
Anfangs kommt das Buch etwas schwerfällig in Gang, die Autorin wirkt kühl und distanziert, doch die Mauer bröckelt und als Leser taucht man Schicht für Schicht tiefer ein. Auf subtile Art ist es rührend und herzzerreissend. Und dadurch sehr gelungen!

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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen

Rezensionen von Immenhof:

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National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren von

Kinderfreundlicher Atlas

Ich finde den Weltatlas von Nationalgeographic Kids sehr kinderfreundlich und ein guter Einstiegsatlas. Mir gefallen die allgemeinen, vielfältigen Karten, welchen einen Gesamtüberblick über verschiedene Aspekte bieten. Danach erfolgt eine Unterteilung nach Kontinenten. Es gibt generell immer eine physische und eine politische Karte.

Danach erfolgt eine Unterteilung in verschiedene Regionen.
Besonders gelungen finde ich, dass es zu den verschiedenen Regionen immer einen Übersichtskasten mit Grundwissen gibt, welcher viele spannenden Fakten liefert.
Etwas ungünstig finde ich, dass die USA und Kanada separat gezeigt werden, da alle anderen Länder (mit Ausnahme von Russland), da Amerika von Kindern häufig mit den USA gleichgesetzt wird. Natürlich liegt dies auch an der Grösse der Länder. China mit einer ähnlichen Grösse wie den USA wird jedoch mit der Mongolei, Japan, Nordkorea und Südkorea dargestellt.
Dies ist jedoch eher eine kleine Anmerkung. Zusätzlich bin ich auch von den Bildern etwas enttäuscht und hätte mir noch mehr beeindruckende Landschaften gewünscht, da die Fotos der anderen national Geographic Kids-Bände richtige Eyecatcher sind und mir dies hier etwas fehlt. Dieser Kritikpunkt liegt aber eher an der hohen fotographischen Leistung der anderen Bände.
Zusätzlich finde ich die Altersempfehlung ab 8 Jahren sehr früh gewählt, da der Text sehr klein geschrieben ist. Für begleitetes Lesen ist dies sicherlich umsetzbar. Für Kinder alleine würde ich es aber erst ab 10 bis 11 Jahren erwerben.
Ein gelungener Atlas der den Einstieg in die Welt der Atlanten sehr gut und spielerisch ermöglicht. Er läd dazu ein die Welt zu entdecken, beinhaltet viele Fakten und stellt Karten auf eine ansprechende Art und Weise dar.

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National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Ganz normal medial von Vanessa Spaleck

Niederschwellige und persönliche Einführung in das Thema

Für Vanessa Spaleck sind Jenseitskontakte etwas ganz Normales. Schon seit ihrer Kindheit verfügt sie nach eigenen Angaben über mediale Fähigkeiten, die sie aber außerdem durch Ausbildungen in diesem Bereich, etwa am Arthur Findley College in Großbritannien, ausgebaut und professionalisiert hat.

Ein seriöser Zugang ist ihr wichtig, genauso wie das Aufräumen mit Vorurteilen und Mythen und das Differenzieren dessen, was in diesem Bereich denn wahrgenommen werden kann.

So unterscheidet die Autorin etwa zwischen sensitiven und medialen Fähigkeiten: während erstere sich auf eine energetische Wahrnehmung im Bereich des Materiellen hier auf der Erde bezieht, etwa auf andere Menschen oder auf Gegenstände oder Orte, geht es bei zweiteren um Kontakte mit Verstorbenen aus der eigenen Ahnenlinie, Bekannten und Freunden oder den eigenen Geistführern oder -helfern.

Wer selbst seine Fähigkeiten in diesem Bereich entwickeln möchte, für den gibt es fundierte Anleitungen für geführte Meditationen, die entweder im Buch selbst gelesen werden können - oder man nützt den angegebenen QR-Code, um Zugang zu einer gesprochenen Audio-Meditation zu bekommen. Im Grunde geht es als Basis darum, erst einmal die eigene Energie gut kennen und wahrnehmen zu lernen, um diese dann bewusst erhöhen zu können, um sich auf Ebenen zu begeben, in denen medialer Kontakt nach Angaben der Autorin möglich ist.

Wenn man sich für den Zugang, den die Autorin beschreibt, öffnet, kann das Buch außerdem Ängste vor dem Sterben nehmen, da sie aus ihren Erfahrungen mit Jenseitskontakten die Zeit danach als eine friedliche Reflexionsphase beschreibt.

Insgesamt ist "Ganz normal medial" ein herzlich und persönlich geschriebenes und gleichzeitig fundiertes, gut verständliches und ansprechendes Buch, das ich jenen, die sich für diesen Bereich interessieren, auf jeden Fall empfehlen kann.

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Ganz normal medial

Rezensionen von Amena25:

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Wem du traust von Petra Johann

Scheinbare Idylle


Eva und ihr Mann Daniel führen eine harmonische Ehe. Linus, der fünfjährige Sohn ist ihr Sonnenschein, auf den Sofia, die fünfzehnjährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne öfter mal aufpasst. Nach dem Besuch einer Party bringt Daniel Sofia mit dem Auto nach Hause. Doch am nächsten Tag ist Sofia spurlos verschwunden und offenbar gar nie zu Hause angekommen.

Während sich Daniel immer wieder in Lügen gegenüber der Polizei verstrickt und Eva nicht mehr weiß, ob sie ihrem Mann vertrauen kann, wird deutlich, dass auch Sofias Mutter einiges zu verbergen hat. Sie ist nicht nur gegenüber ihrer besten Freundin Eva, sondern auch der Polizei gegenüber nicht offen und ehrlich.
Offenbar hatte Sofia sich in den letzten Monaten mit einem Vergewaltigungs- und Tötungsdelikt, dem sogenannten Diskomord, ausgiebig beschäftigt, eine Tat, die seit über fünfzehn Jahren nicht aufgeklärt werden konnte. Doch hat dies mit ihrem Verschwinden zu tun?
Dem Leser werden in jedem Kapitel geschickt immer nur kleine Häppchen präsentiert, die den Verdacht mal in die eine, mal in die andere Richtung lenken. Für mich war auch keine der Hauptfiguren sympathisch genug, um sich in irgendeiner Form zu identifizieren. Damit wird die Spannung stets hochgehalten und man weiß nicht, wem man trauen kann, bis zum überraschenden Ende.

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Wem du traust