Kunden em pfehlungen
Rezensionen von brauneye29:
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
Hat was
Zum Inhalt:
Nach einem schweren Schicksalsschlag muss Hyoyeong erstmal wieder zu sich kommen. In dem Briefladen, in dem die Zeit stillstand, lernt sie langsam das Leben wieder zu spüren. Durch die Geschichten von Menschen, die ihre Hoffnungen, Ängste und Träume zu Papier bringen lernt sie nicht nur neue Freunde kennen sondern auch, wie man wieder zu sich selbst findet.
Meine Meinung:
Nachdem ich mich zunächst besonders mit den Namen etwas schwer getan habe, entwickelte das Buch dann irgendwann eine Stimmung und einen Sog, der einen nicht mehr loslässt. Man lernt viele Menschen im Laufe des Buches kennen, es geht viel um das Briefeschreiben selbst. Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt, was zum Thema gut passt. Es gibt unterschiedliche Stilelemente, die das Buch auflockern ohne zu es unruhig werden zu lassen. Mir hat das Buch gut gefallen.
Fazit:
Hat was
Rezensionen von Peachybookdreams :
Empire of Whispers and Shadows von Ursa Jaumann
Enttäuschende Prüfungen
Als großer Fan der japanischen Kultur war dieses Buch, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, ein absolutes Must Read für mich. Leider musste ich feststellen, dass ich etwas ganz anderes erwartet habe.
Der Schreibstil der Autorin hat mir durchwachsen gefallen. Die japanisch inspirierte Welt ist wirklich wunderschön und ausgiebig beschrieben, sodass ich beim Lesen sehr schnell in diese eintauchen konnte.
Was für mich gar nicht zum Setting gepasst hat, waren die Kraftausdrücke der Protagonisten. Was mich sehr am Stil gestört hat, war, dass spannende Themen oft nur kurz angeschnitten, jedoch relativ schnell oder nur am Rand abgewickelt wurden.
Zum Beispiel, was mich richtig enttäuscht und während des Lesens verwirrt zurückgelassen hat, waren die Prüfungen, auf die ich mich persönlich am meisten gefreut habe. Als ich den Klappentext gelesen habe, stachen die Sieben Prüfungen sehr heraus, weshalb ich eine ziemlich große Erwartungshaltung hatte. Die ersten zwei Prüfungen werden noch verfolgt, jedoch plätscherten diese eher nebensächlich dahin. Dann gab es Zeitsprünge, bei denen plötzlich mehrere Prüfungen abgeschlossen worden sind, ohne dass man groß etwas davon mitbekommt. Wäre der Klappentext zu den Prüfungen etwas anders formuliert gewesen, glaube ich, wäre meine Enttäuschung weniger groß gewesen.
Saya war eine tolle Protagonistin. Ihr Leidensweg als Gezeichnete und das Verlangen nach Rache konnten mich emotional packen. Im Laufe der Geschichte kristallisiert sich immer mehr heraus, wie viel das Leben als Assassine ihr abverlangt. An ein paar Stellen erscheint sie aber noch etwas blass, besonders im Hinblick auf ihre Vergangenheit hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht.
Teno hat es mir anfänglich schwer gemacht, Sympathie für ihn zu empfinden. Seine Hintergrundgeschichte bietet zwar Erklärung für seine Tat, trotzdem konnte ich ihm nicht so schnell verzeihen wie Saya. Ein Punkt, welcher der Autorin aber sehr gelungen ist, sind die zarten und romantischen Momente, die echt zum Schmelzen waren. Die sanfte und fürsorgliche Seite von Teno, besonders in Bezug auf Traumata, hat meine Abneigung ihm gegenüber ins Wanken gebracht.
Das Ende war für mich etwas überfordernd, so viele Dinge passierten gleichzeitig. Generell empfand ich die Beschreibungen von Kämpfen als einen großen Wortschwall, bei dem ich schnell den Überblick verloren habe. Auch das plötzlich perfekte Beherrschen von Kräften wirkte für mich unrealistisch.
Fazit: Für mein Empfinden hat diese Geschichte mehr mit den Romance Aspekten punkten können. Die Welt wird zwar optisch toll beschrieben, jedoch fehlt mir bei so vielen Themen der rote Faden, um die Fantasy Elemente vollständig begreifen zu können. Besonders die Prüfungen haben mich enttäuscht. Der Plot Twist war interessant, jedoch bin ich noch nicht ganz sicher, ob ich zum nächsten Buch greifen werde.
Rezensionen von Julchentim:
Minnesota von Jo Nesbø
Minnesota mit starkem Ende und viel Leerlauf
Minnesota von Jo Nesbø hat mich zwiegespalten zurückgelassen.
Der Einstieg zieht sich. Ich musste mich durch die ersten Seiten kämpfen und hatte lange das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig in Gang kommt. Die Perspektivwechsel wirkten teils sprunghaft, vor allem in den Abschnitten, die zeitlich anders gelagert sind.
Dieser zusätzliche Erzählstrang hat für mich wenig Mehrwert gebracht und ist mit der Zeit fast verschwunden.
Der Ermittler konnte mich diesmal absolut nicht packen. Er erinnert stark an bekannte Figuren des Autors, bleibt für mich aber blasser und wenig sympathisch. Seine privaten Probleme nehmen viel Raum ein, ohne dass sich daraus eine echte Entwicklung ergibt. Das hat mich eher genervt als berührt.
Positiv ist die eigentliche Krimihandlung. Der Fall ist gut konstruiert, die Idee hinter dem Täter fand ich interessant. Auch das Thema Waffenrecht in den USA spielt eine wichtige Rolle und gibt dem Ganzen einen gesellschaftlichen Rahmen. Das letzte Viertel hat mehr Tempo. Hier zieht die Spannung deutlich an, und die Auflösung ist packend erzählt. Dafür vergebe ich die Sterne, mit ganz viel Gnade.
Insgesamt solide Unterhaltung, aber für mich eines der schwächeren Bücher des Autors.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Schleifen von Elias Hirschl
Überforderung und Staunen
Du liest gerade meine Leseeindrücke zu dem neuen Roman von Elias Hirschl. Diese Leseeindrücke sind in Sätzen geschrieben und dieser Satz wird gerade von dir gelesen. Der vorherige Satz wird jetzt gerade nicht von dir gelesen, weil du stattdessen diesen Satz hier liest.
„Dieser Satz enthält kein ö, außer das ö, das darauf aufmerksam machen soll, dass dieser Satz kein ö enthält, sowie die sechs anderen ö (insgesamt also sieben ö), die darauf aufmerksam machen sollen, wie viele ö in diesem Satz sind, um darauf aufmerksam zu machen, dass kein ö in diesem Satz ist.
“
Wenn es dir Spaß macht, solchen Sätzen und wahren wie unwahren Absurditäten zu folgen, dann ist „Schleifen“ von Elias Hirschl ein Roman für dich. Ich hatte wirklich kolossalen Spaß und große kafkaeske Verwirrung beim Lesen. Oder hatte ich … klangwirres Lesen, dunkel kolossal, kafkaesk funkelnd?
Es ist eigentlich kaum möglich, von einer Handlung zu sprechen. Für die, die es konkret wollen, versuchen wir es mal so: Hirschl erzählt quasi den Lebenslauf von Franziska Denk nach. Die Sprachwissenschaftlerin ist auf der Suche nach einer Universalsprache, die nicht tot sein soll, sondern die lebendig und fluide ist und sie soll ihre eigene Bedeutung selbst verändern können. Und eigentlich träumt sie davon, die Sprache selbst und die damit einhergehenden Verwirrungen und Missverständnisse zu überwinden. Gewünscht wird die postsprachliche Utopie. Zeitweise wird sie dabei vom Mathematiker Otto Mandl unterstützt.
„Zur Frage, ob Denk und Mandl jetzt gefickt haben oder nicht, gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Dr. Anke Fiszank von der Kieler Christian-Albrechts-Universität geht davon aus, dass die beiden gefickt haben. Azsad Kernfink vom Germanistikinstitut der Universität Wien vertritt hingegen die These, dass die beiden nicht gefickt haben.“
Nur leider, leider werden die Nonverbalisten um Franziska Denk dann zu einer Art Terrorgruppe und es eskaliert ein bisschen.
Nichts an dem Roman ist Zufall: nicht die Namen, nicht die Geschichten, nicht die Referenzen (oder doch?). Es ist unmöglich, alle Eastereggs und MacGuffins (!) zu erkennen. „Schleifen“ ist ein Wunderhorn der absurden und surrealen Geschichten, auf jeder Seite erwarten mich neue Kuriositäten und Spielereien. Eine Metabene in der Metaebene in der Metaebene in der Möbiusschleife, die natürlich beim Zsolnay Verlag erschienen ist.
Ich bin schon seit „Salonfähig“, das bist heute eine meiner liebsten und abgefahrensten Politsatiren ist, begeisterte Leserin des österreichischen Schriftstellers, der mich mit mit seinem genialen Ideenreichtum und der intellektuellen Stimulans in seinem neuen Roman aus meiner Comfortzone bombt. Diese Art der permanenten geistigen Überforderung und des ungläubigen Staunens beim Lesen kenne ich sonst nur von Raphaela Edelbauer.
Rezensionen von S.:
The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love von Josie Silver
Ein Geist als Mörder
Ein Geist als Mörder
Melody Bittersweet kann Geister sehen und hören. Sie beschließt, daraus ein Geschäft zu machen. Sie möchte also Geister vertreiben; klar, wer will schon mit Geistern zusammen wohnen. Und die selbst wollen erlöst werden oder Botschaften überbringen lassen. Könnte so schön sein, wenn nicht ihr Ex einen trickreichen Konkurrenzkampf anzetteln würde.
Und: Geister sind nicht immer ehrlich!
Glücklicherweise hat sie eine hilfreiche und flippige Freundin und findet einen schüchternen, aber treuen Partner. Dazu kommen eine liebevoll dominante Mutter mit nervigen Kuppelversuchen und eine champagnerverliebte Großmutter, die Melody mal unterstützt, mal nervt. Und dann noch dieser heiße Reporter… .
Josie Silber hat eine amüsante Romcom mit Krimielementen geschrieben.
Locker, witzig, leicht = gute Unterhaltung!
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Das Ganymed-Fragment von David Reimer
Terror auf Ganymed
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt.
Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt. Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Der Autor David Reimer hat mit "Das Ganymed-Fragment" eine Mischung aus Sci-Fi, Thriller und Horror verfasst, in der korrupte Konzerne ihre wirtschaftliche Macht skrupellos auszunutzen wissen..
Beim Fund eines geheimnisvollen Alien-Artefaktes, auf dem Jupitermond Ganymed, werden plötzlich Moral, Loyalität und Verstand außer Kraft gesetzt. Menschenleben gelten nur noch als notwendige Kollateralschäden. Es entwickelt sich ein dramatisches Szenario in dem selbst das Überleben der gesamten Menschheit nunmehr gefährlich auf dem Spiel steht.
Der Schreibstil zeichnet sich durch einen glaubhaften Plot, düster-kühle Stimmung, gelungene Protagonisten, Tempo und Spannungsreichtum aus.
Auch ethische Fragen, wie Machtmissbrauch und Ausbeutung, werden nicht ausgeklammert und hinterlassen gelegentlich ein beklemmendes Gefühl.
Ich habe mich durchgehend bestens unterhalten gefühlt und spreche gern eine Leseempfehlung aus!
Rezensionen von Shilo:
Die Musketiere vom Wedding von Orlando Stein
Freundschaft im Wedding der dreißiger Jahre
Der Roman führt in den Wedding der frühen dreißiger Jahre, in enge Straßen, kleine Wohnungen und ein Leben, das vom Zusammenhalt geprägt ist. Vier junge Männer stehen im Mittelpunkt, verbunden durch eine Freundschaft, die nach einem einfachen Grundsatz funktioniert: einer für alle, alle für einen.
Diese Verbindung ist fest und selbstverständlich. Sie halten zusammen, ohne große Worte, getragen von Vertrauen und gemeinsamer Herkunft.
Der Alltag ist bestimmt von Armut, von kleinen Hoffnungen und von dem Wunsch, sich trotz allem ein eigenes Leben aufzubauen. Politische Spannungen drängen sich immer stärker in ihr Leben und beginnen, ihren Alltag spürbar zu verändern. Einer der Freunde gerät in den Sog der neuen Macht, ein anderer bewegt sich durch eine verborgene Liebesgeschichte, die beglückend ist und zugleich von Unsicherheit begleitet wird. Diese Entwicklungen gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte.
Besonders eindrücklich ist, wie selbstverständlich queere Identität Teil der Erzählung ist. Sie wird nicht hervorgehoben und nicht erklärt, sondern einfach gelebt. Die Beziehung zu dem amerikanischen Journalisten ist von Nähe und Wärme geprägt, doch es bleibt unklar, ob sie eine Zukunft haben kann. Diese Offenheit passt zur Zeit und zur Situation der Figuren.
Die politische Entwicklung rückt näher, ohne den Roman zu beherrschen. Der Zerfall der Demokratie zeigt sich in Gesprächen, in Haltungen und in Entscheidungen. Man spürt, wie sich Denkweisen verändern und wie Loyalität zunehmend an Bedeutung gewinnt. Trotz aller Unterschiede und Wege bleibt die Freundschaft der vier jungen Männer der feste Kern der Geschichte. Sie ist nicht idealisiert, sondern tief verwurzelt und glaubwürdig.
Der Stil bleibt klar und zurückhaltend. Die Wirkung entsteht aus Nähe, aus Alltagsszenen und aus dem Gefühl, diese Figuren wirklich zu kennen. Beim Lesen wächst eine innere Spannung, gleichzeitig bleibt eine Wärme, die aus dem Zusammenhalt der Freunde entsteht.
Am Ende bleibt ein starkes und nachhaltiges Lesegefühl. Die Geschichte wirkt nach, nicht wegen einzelner dramatischer Momente, sondern wegen der Menschen, die sie trägt. Ein Roman, der still überzeugt und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Haltung in schwierigen Zeiten sind.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Polarblut - Tödliches Leuchten von Tuva Bro
Gute Krimiunterhaltung!
Dieser Reihenauftakt führt uns nach Tromsø, in jene norwegische Stadt, die von Touristen aus aller Herren Länder regelrecht gestürmt wird, um das Naturschauspiel der Polarlichter hautnah zu erleben. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass der örtliche Tourismusmanager von der Polizei verlangt, dass der Mord an Glen Solberg, einem sehr erfolgreichen Anbieter von Touristenfahrten, im Handumdrehen aufgeklärt wird.
Man will ja die Gäste nicht verunsichern.
Das Ermittler-Team rund um Anta Thorsen und Hans Vigeland lässt sich nicht zur Eile drängen, sondern prüft akribisch jede noch so kleine Spur. Noch bevor der Tod von Solberg aufgeklärt werden kann, wird ein zweiter Mann erstochen. Zwei Morde, zwei Waffen, zwei Tatorte, außer den Polarlichtern keine Zeugen - Sind hier zwei Täter zu suchen?
Meine Meinung:
Nachdem mein Mann schon zwei Mal in der Universitätsstadt Tromsø war und wir vielleicht ein paar Tage unseres Sommerurlaubes dort verbringen wollen, war ich sehr neugierig auf dieses Krimi.
Man fröstelt ein wenig ob des beschriebenen Winters mit viel Schnee und der Eiseskälte.
Der Krimi selbst ist gut zu lesen. Die Autorin führt Leser und Ermittler auf zahlreiche Spuren, von denen einige auf das sprichwörtliche Glatteis führen.
Die Ermittler, allen voran Anta Thorsen und Hans Vigeland sind keine einfachen Charaktere. Beide haben jeweils ihren persönlichen Rucksack aus der Vergangenheit und sind quasi auf der Flucht vor derselben zu tragen. Wobei Hans, gequält von nächtlichen Albträumen, sich seiner Familiengeschichte stellen will. Er hat nämlich entdeckt, dass sein Vater ein Kind des nationalsozialistischen Lebensborn war. Ich hoffe, dass dieser Rückblick in die Biografie seines verstorbenen Vaters in nachfolgenden Krimis weiter gesponnen wird.
Ob sich Anta an die Empfehlung des Arztes halten wird, ihre obsessiven Fitnessübungen zu reduzieren? Mit einer überstandenen Herzmuskelentzündung weiter Raubbau am Körper zu betreiben, kann leicht letal enden.
Die Autorin lässt Anta ihrem Kollegen Hans (und uns Lesern) völlig unaufgeregt Informationen über Land und Leute zukommen. So nehmen wir an einer Hundeschlittenfahrt teil. Interessant zu lesen war, dass Anta samische Wurzeln ist, was hier, anders als in anderen Norwegen-Krimis, wenig Rolle spielt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der mich gut unterhalten hat, 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mallekatz von Kaspar Panizza
Beste Krimiunterhaltung!
Gambas oder Nordseekrabben? Das ist hier die Frage
Kommissar Steinböck nimmt die Einladung seines Onkel Josef, der sich nun José nennt, ihn auf Mallorca zu besuchen gerne an und begibt sich mit Katze Frau Merkel, die von sich behauptet von der Insel zu stammen, ins sonnige Spanien. Die für drei Monate anberaumte Auszeit nimmt ein plötzliches Ende als Frau Merkel nicht nur Gambas als neue Leibspeise entdeckt, sondern mit Patrick Zöbel einen Toten, der unsauberen Geschäften nachgeht.
Wenig später gibt es zwei weitere Tote, von denen sich einer als Thomas Heuberger, seines Zeichens bayerischer Landtagsabgeordneter und der ander als spanischer Staatsanwalt entpuppt. Nun hat Steinböck zwei seiner Intimfeinde, den Politiker Ferdel Bruchmayr am Telefon sowie Sabine Huso, die nervige Klatschreporterin, an der Backe. Man möge doch diskret ermitteln, meint der Ferdel. Die Öffentlichkeit hat das Recht auf pikante Details, sagt die Husup.
Keine leichte Aufgabe für Steinböck, der nun mit der Katz und seinem mallorquinischen Kollegen Miguel Ferrer, dessen Abteilung chronisch unterbesetzt ist, ermittelt. Als sich dann ein gefundener Laptop als verschlüsselt herausstellt, fliegt Steinböck, mit Billigung von Bruchmayr, seine IT-Spezialistinnen Ilona Hasleitner und Phan Lang Huo ein.
Dass der Ferdel den beiden Damen auch ein fettes Spesenkonto eingerichtet hat, freut nicht die Ermittler, sondern auch die Katz, die sich auf Staatskosten Gambas bis zum Abwinken bestellt ...
Meine Meinung:
Autor Kaspar Panizza ist wieder eine herrliche Fortsetzung gelungen! Schmunzeln musste ich, dass das Alleinstellungsmerkmal Steinböcks, die Katz zu verstehen bzw. mit ihr Dialoge zu führen, langsam bröckelt. Neben der Vietnamesin Phan Lang Huo, kann auch Peggy Trendler, Gerichtsmedizinerin und Spusi hier auf der Insel in Personalunion, Frau Merkel verstehen.
Zu Beginn erhalten wir ein Personenverzeichnis, das sowohl die lang gedienten Protagonisten als auch die in diesem Krimi auftretenden mallorquinischen Newcomer beinhaltet. Mallorca, die liebste (?) Ferieninsel der Deutschen ist fest in der Hand der deutsch sprechenden Community, zu der auch der eine oder andere Schweizer und Österreicher zählt. Ein solches Alpen-Duo stolpert buchstäblich durch die Ermittlungen.
Fazit:
Beste Krimi-Unterhaltung, die Lust auf Gambas oder Nordseekrabben macht, ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eigerduell von Irène Mürner
Hat mich leider nicht überzeugt
Dieser Krimi ist der dritte Reihe rund um die Schweizer Kriminalbeamtin Megan Jäger und ihre Tante Ida. Worum geht’s?
Die beiden Extrembergsteigerinnen Arielle von Känel und Victoria Adler matchen sich seit langem um den Titel der weltbesten Speed-Queen unter den Gipfelköniginnen. Kurz bevor Arielle den aktuellen Rekord in der Eigernordwand, der von Victoria gehalten wird, brechen kann, liegt Arielle tot am Fuße des Niesen.
Recht bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat. Auf Grund ihres Egoismus‘ hat sich die Tote zahlreiche Feinde gemacht. Die gilt es nun aufzusuchen und den Täter oder die Täterin zu finden.
Je tiefer Megan Jäger in den Fall einsteigt, desto komplexer wird er. Megan ist Halbkenianerin, weshalb sie die Liebe der Schweizer Bevölkerung für Berge und Schnee nicht so ganz versteht, wird von ihrer Tante Ida bei ihren Ermittlungen unterstützt. Recht bald eröffnet sich nicht nur ein Abgrund aus Neid, verletztem Stolz und tödlichem Ehrgeiz, sondern neben Victoria Adler eine Reihe weiterer Personen, die alle Grund haben, Arielle zu hassen. Als dann wenig später eine zweite Leiche am Niesen gefunden wird, muss sich Megan fragen, wen oder was sie zunächst übersehen hat.
Meine Meinung:
Ich gebe ja Autorinnen und Autoren gerne ein zweite Chance, wenn mich das erste Buch nicht ganz so gepackt hat. Nach dem ersten Fall (Mord im Tropenhaus) habe ich nun den dritten Teil der Reihe rund um Megan Jäger gelesen. Nach wie vor fehlen mir Informationen zu den Protagonisten. Wieso und warum lebt Megan, die Tochter eines Schweizers und einer Kenianerin hier im Kanton Bern? Auch die Irritation, dass Megan alleine ermitteln darf/soll/muss, hat sich nicht gelegt. Wo bleibt das Vier-Augen-Prinzip? Und gilt sie wegen ihrer Verwandtschaft mit einer Verdächtigen nicht als befangen? Nun, ich kenne die Usancen und Vorschriften in der Schweiz nicht.
Geschickt lässt Autorin Irène Mürner ihre Ermittlerin über den Fanatismus, den manche BergsteigerInnen an den Tag legen, philosophieren. Ja, das gefällt mir ebenso, wie die Beschreibung von Land und Leuten. Zugegeben, über den Niesen hätte ich noch gerne mehr erfahren.
Nicht alle Charaktere sind ähnlich ausführlich angelegt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen.
Ich habe recht schnell herausgefunden, wer bzw. was für den Tod der Arielle verantwortlich ist.
Fazit:
Ich gebe diesem Schweizer Bergkrimi, der mich nicht ganz gepackt hat, gute 3 Sterne.











