Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katto:
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Eine leise Geschichte über Freundschaft, Schuld und das Erinnern
„Und mittendrin der Birnbaum“ von Ute Mank ist ein ruhiger, eindringlicher Roman. Er hat mich auf eine besondere Art berührt.
Im Mittelpunkt steht Dora, die nach vielen Jahrzehnten in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Dort wird sie wieder mit ihrer Kindheitsfreundin Fanny konfrontiert, einem jüdischen Mädchen, dessen Schicksal Dora nie wirklich losgelassen hat.
Gemeinsam mit der jungen Pina beginnt sie, Fragen nachzugehen, die über Jahrzehnte unbeantwortet geblieben sind. Es geht um Freundschaft und Verlust, aber auch um Schuld, Wegsehen und die Frage, wie man mit Erinnerungen lebt, die einen ein ganzes Leben lang begleiten.
Ich mochte sehr, wie Ute Mank Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Nach und nach erfährt man mehr über Dora und Fanny und bekommt ein immer besseres Gefühl dafür, was diese Erinnerungen für Dora bedeuten. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen. Ute Mank schreibt ruhig, klar und unaufgeregt. Das Buch ist eher zurückhaltend erzählt, was für mich aber gut zur Geschichte passt. Trotzdem entstand nach und nach eine Spannung, weil ich unbedingt wissen wollte, was damals mit Fanny passiert ist.
Die Protagonistin Dora fand ich sehr interessant, weil sie keine Figur ist, die man einfach in eine bestimmte Schublade stecken kann. Ihre Gedanken und ihr Umgang mit der Vergangenheit haben mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Auch die Verbindung zwischen Dora und Pina fand ich schön. Zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen nähern sich einer Vergangenheit an, die für beide auf ganz unterschiedliche Weise Bedeutung bekommt. Für mich macht genau das den Roman besonders interessant: Die beiden Generationen begegnen sich auf eine Weise, die zeigt, wie wichtig es ist, sich auch heute noch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.t
„Und mittendrin der Birnbaum“ ist für mich ein stiller, berührender Roman über Freundschaft, Erinnerungen und die Schatten der Vergangenheit. Er hat mich nachdenklich und auch ein Stück weit traurig zurückgelassen. Vor allem aber hat mich das Buch daran erinnert, wie wichtig es ist, hinzusehen und Fragen zu stellen – auch wenn die Antworten unbequem sind. Ich empfehle ihn gerne weiter.
Rezensionen von DoraLupin:
Der Seegasthof - Wo der Traum beginnt Die Chiemsee-Saga von Linda Winterberg
Gelungenes Hörbuch
1896, am Ufer des Chiemsees: Der Seegasthof der Familie Bachinger ist seit Generationen für zweierlei bekannt: seine einmalige Aussicht auf den See und seine legendären Dampfnudeln. Das Geheimnis ihrer köstlichen Füllung geht auf ein Rezept von Urgroßmutter Giesel zurück und lockt seit Langem Scharen von Gästen an.
Nun steht die Hochzeit von Amrei bevor, der Tochter des Hauses. Doch wenige Wochen vor der Trauung erschüttert ein Schicksalsschlag die Bachingers. Plötzlich steht nicht nur Amreis Zukunft auf dem Spiel, sondern das Wohl der gesamten Familie …
Ich habe diese Geschichte als Hörbuch genießen dürfen und hatte ein paar richtig schöne Stunden damit. Der Schreibstil war leicht verständlich und einfach, deshalb hatte ich keine Probleme in der Geschichte mitzukommen. Dennoch war es aber auch so mitreißend, dass ich das Hörbuch in jeder freien Minute weiter angehört habe.
Besonders schön fande ich hier, dass die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet wurden und sehr authentisch beschrieben worden sind. Jeder hat einen unterschidlichen Charakter, der gut zu ihm gepasst hat und das Zusammenspiel aus den verschiedenen Menschen war erfrischend mitzuerleben.
Man hofft, man bangt und man freut sich mit den Charakteren mit und ich hatte sie bald ins Herz geschlossen. Die Geschichte bleibt immer spannend durch unvorhergesehene Erlebnisse und das macht es einfach so lebendig und echt.
Die Sprecherin hat mir ebenfalls gut gefallen. Die Stimme war angenehm zu hören und sie hat gut vorgelesen.
Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe in dem ich die Familie Bachinger wieder begleiten werde.
Rezensionen von DoraLupin:
Aerimander von Lily Berlin Dodd
So eine schöne Fantasygeschichte
In Porttown hält man die drachenähnlichen Aerimander für eine Legende. Doch dann gerät ein Aerimander-Ei in die Hände der zwölfjährigen Eva, was mehrere Verfolger auf den Plan ruft: Waisenjunge Dusty soll das Ei als Aufnahmeprüfung für die geheimnisvolle Diebesunion stehlen und der furchteinflößende Sicherheitschef des Königs hat es auf das tödliche Feuer des Aerimanders abgesehen.
Vereint in ihrer Abneigung gegen die Regierung fliehen Eva und Dusty in den Wald und müssen dort gegen unheimliche Verbrecher und eine verrückte Wissenschaftlerin kämpfen, damit das Ei nicht in die falschen Hände gelangt. Doch immer mehr entwickelt sich ihre Reise zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Denn was wird passieren, wenn der Aerimander schlüpft?
Ich lese immer wieder gerne Fantasy die für Kinder und Jugendliche geschrieben wurde, und dieses Buch ist besonders empfehlenswert und ein echter Überraschungstipp!
Schön das Cover ist sehr schön gestaltet und lässt das Herz jedes Drachenliebhabers wohl höher schlagen, und der Inhalt ist aber ebenso gelungen und steht dem Cover in nichts nach!
Der Schreibstil ist kindgerecht und einfach gehalten, jedoch auch für erwachsene Leser die gerne einmal in eine andere Welt eintauchen wollen sehr mitreißend. Besonders spannend finde ich, dass man als Leser selbst immer wieder angesprochen wird. Es ist keine komplett neue Idee, aber ich finde sie doch immer wieder besonders und wirklich schön. Gerade Kinder bekommen dadurch noch mehr das Gefühl Teil der Geschichte zu sein.
Die Story selbst ist spannend und magisch und ich wollte das Buch gar nicht mehr auf die Seite legen, da ich immer wissen wollte wie es weiter geht. Es geht im Freundschaft, Zusammenhalt, Magie und den Kampf für das richtige. Auch die Charaktere sind sehr gelungen und jeder auf seine Weise einzigartig! Besonders sympathisch fand ich Eva und Dusty, aber auch die Antagonisten wurden gut herausgearbeitet!
Fazit: Ein richtiger Überraschungs- Hit für mich. Richtig toll zu lesen von Klein und Groß.
Rezensionen von DoraLupin:
Summer Heat von Solveig-Marie Kastner
Wendungsreich
Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden – das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt.
Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat …
Als ich den Titel des Buches gesehen habe und auch den Klappentext gelesen habe, habe ich bereits einen mitreißenden Thriller erwartet. Aber ich habe nicht mit diesen zahlreichen überraschenden Wendungen gerechnet.
Im ersten Teil erlebt man die Geschichte aus der Sicht von Mia, die mir total sympathisch ist, aber man weiß, dass sie ein Geheimnis hat – nur was es ist, erfährt man erst am Ende. Das macht es aber auch sehr spannend, denn es werden falsche Fährten gelegt. Sie lernt Yanis kennen und man drückt den Beiden die Daumen, weil sie ein tolles Paar abgeben, doch bereits im zweiten Teil gibt es eine überraschende Wendung, als die Geschichte auch aus der Sicht von Yanis erzählt wird und man merkt, dass man sich die ganze Zeit über in ihm geirrt hat. Das hat mich atemlos zurückgelassen, denn damit habe ich nicht gerechnet. Weiter geht es im dritten Teil mit einer ganz neuen Person: Taciana. Und auch sie bringt eine ganz andere Dynamik in die Geschichte hinein, aber hier wird die Spannungsschraube weiter nach oben gedreht, denn langsam kommt etwas Licht ins Dunkele. Im vierten Teil hat das Rätselraten dann endlich ein Ende, denn man erfährt, worum es Mia die ganze Zeit lang ging – und damit habe ich nicht gerechnet. Genau das liebe ich an dem Hörbuch. Es gibt immer diese überraschenden Wendungen, die einen sprachlos zurücklassen und nach und nach erkennt man, was wirklich los ist. Mich hat das Hörbuch sehr gut unterhalten, auch wenn manche Verhaltensweisen manchmal auch etwas verwirrend oder unpassend waren.
Die Sprecher haben gut zu den unterschiedlichen Charakteren gepasst und das Hörbuch gut vorgelesen. Ich hatte viel Spaß die Geschichte zu hören und empfehle sie gerne weiter.
Rezensionen von ekiam:
Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns von Finn-Ole Heinrich; Dita Zipfel
Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann
Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns kann eine wunderbare Begleitung durch die Adventszeit sein. Die Geschichte ist spannend erzählt und eignet sich durch ihre 24+1 Kapitel gut dafür, jeden Tag ein Stück weiterzulesen.
Bosco trägt die Geschichte dabei ganz klar. Seine kindliche Logik bei der Suche nach Beweisen für die Existenz des Weihnachtsmanns ist für Erwachsene vielleicht nicht immer sofort nachvollziehbar, für Kinder in seinem Alter dürfte sie dagegen ziemlich gut funktionieren.
Gemeinsam mit seinem kuscheligen Assistenten Ökkel sammelt Bosco Indizien und versucht, seine Vermutungen zu überprüfen. Dabei können die kleinen Leserinnen und Leser selbst zu Detektivinnen und Detektiven werden und miträtseln. Besonders schön fand ich, dass es am Ende einiger Kapitel immer wieder kleine Wendungen gibt, die neugierig auf die Auflösung am nächsten Tag machen.
Allerdings sollten Eltern im Hinterkopf behalten, dass die Geschichte auch Zweifel an der Existenz des Weihnachtsmanns thematisiert. Für Kinder, die noch fest an den Weihnachtsmann glauben, könnte das durchaus dazu führen, dass sie selbst anfangen, ihre bisherigen Vorstellungen zu hinterfragen. Ob das für die eigene Familie passend ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden.
Etwas schwierig fand ich außerdem den Einstieg in die Geschichte. Die Figuren werden nicht wirklich eingeführt. Da wir Bosco vorher noch nicht kannten, waren wir anfangs etwas überfordert damit, wer nun eigentlich wer ist und in welcher Beziehung die verschiedenen Figuren zueinander stehen. Hier hätte ich mir eine etwas klarere Einführung gewünscht.
Mein größter Kritikpunkt betrifft allerdings Boscos Sprache. Er kann noch nicht alle Wörter richtig aussprechen und sagt beispielsweise Avenzkalender statt Adventskalender. Grundsätzlich finde ich es schön und auch realistisch, wenn die kindliche Sprache einer Figur aufgegriffen wird. Problematisch wird es für mich aber dann, wenn die falsche Aussprache im Buch nicht ein einziges Mal korrigiert wird.
Gerade bei einem Kinderbuch für diese Altersgruppe sollte für mich auch die Sprachentwicklung eine Rolle spielen. Wenn Kinder beim Vorlesen oder später beim eigenen Lesen immer wieder eine falsche Aussprache als korrektes Wort präsentiert bekommen, finde ich das zumindest unglücklich. Die kindliche Sprache einer Figur kann natürlich bewusst als Stilmittel eingesetzt werden, trotzdem hätte ich mir hier gewünscht, dass beispielsweise eine andere Figur Bosco einmal ganz selbstverständlich korrigiert.
Insgesamt hat die Geschichte einige schöne Ideen. Die Detektivgeschichte macht Spaß, Bosco ist eine sympathische Hauptfigur und durch die kleinen Cliffhanger am Kapitelende bleibt man neugierig. Gleichzeitig haben mich der etwas holprige Einstieg und vor allem der Umgang mit Boscos falscher Aussprache gestört.
Rezensionen von Petra:
Frostblüten von Holly-Jane Rahlens
Danach
Lotte und Estera sind zwei sechszehnjährige Mädchen in Berlin 1946. Das ist auch alles was sie gemeinsam haben. Lotte putzt in einem DP Lager um Geld und Nahrungsmittel zu bekommen, sie lebt mit Mutter und Bruder zusammen und träumt davon Mode zu entwerfen. Estera ist eine jüdische Waise sie hofft das ihre kleine Schwester auch überlebt hat und wartet auf die Weiterreise in die USA.
Gegensätzlicher und auch voller Angst und Hass für die Herkunft der anderen lernen sie sich kennen und können einander helfen. Die schmale Brücke ist die Mathematik.
Lotte lernt gerade das Wissen um die deutsche Schuld zu erkennen und zu verarbeiten, auch inwieweit ihre Familie und Freunde sich schuldig gemacht haben-
Estera muss sich mit dem Überleben abfinden, an eine Zukunft glauben. Sie muss neu lernen Menschen zu vertrauen.
Die Autorin beschreibt die Mädchen die durch die Umstände erwachsen wurden sehr authentisch. Sie sind keine Heldin und auch BDM Mädchen.
Auch Lottes Mutter ist eine Vertreterin ihrer Generation. Angst und Sorge prägen sie jetzt, die Vergangenheit hat sie hinter sich gelassen. Gefühle lässt sie kaum zu, nur Sicherheit ist wichtig. Bei Estera sind es die anderen Überlebenden die versuchen sie zu beeinflussen. Die Verfolgung und der Tod ist im Lager immer noch allgegenwärtig. Beispiel_ Der Zaun sperrt uns nicht ein, sondern schützt uns vor den Deutschen.
In diesem Klima scheint eine Freundschaft unmöglich, ja gefährlich. Wie es dennoch zu einer zarten Annäherung kommt und wieviel beide Seiten dafür geben müssen hat mich überzeugt.
Rezensionen von ekiam:
Zuerst, danach, ... und dann? Auf dem Spielplatz von Angela Gully
Die richtige Reihenfolge finden
Zuerst, danach, ... und dann? ist ein schön gestaltetes Kartenlegespiel, bei dem Kinder kleine Geschichten in die richtige zeitliche Reihenfolge bringen müssen. Die insgesamt neun Bildgeschichten bestehen aus jeweils drei oder vier Karten und zeigen verschiedene Situationen rund um den Spielplatz.
Die Karten sind farbenfroh und schön illustriert.
Da die dargestellten Situationen aus dem Alltag der Kinder stammen, dürften viele Abläufe schnell wiedererkannt werden. Ob beim Schaukeln, Sandburgenbauen oder Malen mit Straßenkreide: die einzelnen Handlungsschritte sind grundsätzlich bekannt. Trotzdem müssen die Kinder genau hinschauen, denn jede Karte zeigt jeweils eine Veränderung in der Situation, anhand derer sich die richtige Reihenfolge erkennen lässt.
Gut gefällt mir, dass das Spiel nicht nur eine einzige Spielmöglichkeit bietet. Die Anleitung beschreibt verschiedene Varianten, bei denen beispielsweise die richtige Reihenfolge gelegt, ein Fehler im Ablauf erkannt oder Fragen zu den einzelnen Geschichten gestellt werden können. Dadurch lässt sich das Material flexibel einsetzen und nicht nur zum klassischen Zuordnen der Karten verwenden. Gerade durch die Fragen und das anschließende Nacherzählen wird neben dem logischen Denken und der Konzentration auch die Sprachentwicklung gefördert.
Auch für größere Gruppen bietet das Spiel Möglichkeiten. Durch die unterschiedlichen Varianten kann das Material beispielsweise im Kindergarten oder in einer Schulklasse eingesetzt werden und muss nicht ausschließlich als Spiel für zwei Personen verstanden werden.
Die Karten selbst liegen angenehm in der Hand und haben abgerundete Ecken. Sie sind groß genug, damit die Illustrationen gut zur Geltung kommen, ohne dass die Karten dabei unhandlich werden.
Bei der angegebenen Altersspanne von 4 bis 8 Jahren bin ich allerdings etwas unsicher. Für jüngere Kinder finde ich die Aufgaben gut geeignet, gerade weil die Abläufe aus ihrem eigenen Alltag bekannt sind. Für ältere Kinder könnte das reine Ordnen der drei- oder vierteiligen Bildgeschichten dagegen schnell zu einfach werden. Natürlich lässt sich der Schwierigkeitsgrad durch die verschiedenen Spielvarianten etwas erhöhen, aber gerade als Grundlage für eine eigene Geschichte oder anspruchsvollere sprachliche Aufgaben könnte ich mir für Kinder bis 8 Jahren noch komplexere Bildfolgen vorstellen.
Insgesamt gefällt uns Zuerst, danach, ... und dann? als Lern- und Sprachspiel aber gut. Die Karten sind ansprechend gestaltet, die Aufgaben fördern genaues Beobachten und logisches Denken und durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten lässt sich das Material auch über das reine Legen der Reihenfolgen hinaus nutzen. Besonders für jüngere Kinder sowie als ergänzendes Material zur Sprachförderung sehe ich hier viele gute Einsatzmöglichkeiten.
Rezensionen von Ruth:
Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova
Frauen im Wald
Ich kenne und liebe die beiden ersten Romane von Jarka Kubsova. „Marschlande“ hat bei mir noch einen größeren Eindruck hinterlassen als „Bergland“. Dementsprechend groß war meine Vorfreude und hoch meine Erwartungen.
Wie immer verknüpft die Autorin Frauenschicksale aus verschiedenen Zeiten miteinander, spiegelt sie im jeweilig anderen, so auch hier.
Die Schriftstellerin Elli Hajek, Ich-Erzählerin im Roman, ist an einem Tiefpunkt angelangt. Ihr einziges Kind Klara, das sie allein großgezogen hat, ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, um in der Stadt zu studieren. Eine Lücke hat sich aufgetan, verstärkt auch dadurch, dass die Tochter offensichtlich die Distanz zur Mutter braucht. Gleichzeitig befindet sich Elli in einer Schaffenskrise. Der neue Roman soll endlich die Kritiker zum Schweigen bringen, die ihr mangelnde Tiefe vorwerfen. Doch sie kommt einfach nicht voran beim Schreiben. Deshalb mietet sie sich in einem Häuschen im Wald ein. Hier sucht sie die nötige Ruhe für ihre Arbeit, ohne die üblichen Ablenkungen. Jan, mit dem sie seit fünf Jahren ihr Leben teilt, ist konsterniert, war doch eigentlich eine gemeinsame Wohnung geplant.
Hier nun, in der Abgeschiedenheit ihres neuen Zuhauses, suchen Elli die Gespenster ihrer Vergangenheit heim. Zu den Erinnerungen zählen auch die Märchen und Geschichten, die ihre Großmutter ihr früher erzählt hat. Eine Figur daraus, die Viktorka aus dem tschechischen Klassiker „ Babička“ von Božena Němcová, lässt sie nicht mehr los. Viktorka war eine junge Frau, die von ihrer Umgebung für eine Verrückte gehalten wurde und die sich nach einem einschneidenden Erlebnis in die Wälder des Riesengebirges zurückzog, wo sie früh starb. Als Elli erfährt, dass es sich bei der besagten Viktorka um eine historisch verbürgte Figur handelt, die in Wirklichkeit bis ins hohe Alter im Wald lebte und dass das ihr zugeschriebene Verbrechen sich ganz anders dargestellt hat, beschließt sie nach Tschechien zu reisen, um mehr über diese Frau zu erfahren. Doch um hinter Viktorkas Geheimnis zu kommen, muss Elli bei Božena Němcová beginnen, die ihr ein literarisches Denkmal setzte.
Jarka Kubsova bedient sich bei ihrer Erzählstruktur am Prinzip der Matroschka-Püppchen. In jeder der Puppen verbirgt sich ein weiteres Püppchen.
Bei Ellis Recherchen in jenem Tal, in dem einst Viktorka gelebt hat, begegnet ihr im Wald eine alte Frau, die ihr, wie im Märchen, eine Aufgabe zuweist: „Finde die Wahrheit über dich heraus.“ Denn: „Bevor man die Geheimnisse von anderen lüftet, sollte man doch vielleicht seine eigenen kennen,…“
Und so verschränkt Jarka Kubsova die Biographien dieser drei Frauen.
Elli ist, wie auch die Autorin, als Kind mit ihren Eltern aus der Tschechoslowakei geflohen, ein für alle dramatisches und später verdrängtes Erlebnis. Besonders schwer wog für Elli, dass sie ihre geliebte Großmutter ohne Abschied zurücklassen musste.
Was Jarka Kubsova hier erzählt, ist die Geschichte einer Migration, die man so ähnlich schon öfter gelesen hat, die aber trotzdem nicht weniger berührt. Sie schreibt von der Anpassungsleistung der Eltern, die alles Tschechische abstreifen - die Sprache, die Kultur, das Essen- um nur nicht unangenehm aufzufallen. Elli, die ursprünglich Eliška hieß, bekommt von den Behörden einen deutschen Namen zugewiesen. Das ist gut gemeint, um die Integration zu vereinfachen, nimmt dem Betroffenen aber ein Stück Identität.
Auch das Gefühl, nirgends dazuzugehören, der ursprünglichen Heimat entfremdet, in der neuen nicht wirklich angekommen zu sein, teilt Elli mit vielen Migranten.
Indem Elli aber immer mehr über Viktorka und Božena Němcová herausfindet, desto besser versteht sie sich selbst. Und am Ende kann sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, all den verdrängten Gefühlen, der Scham, der Schuld, dem Schmerz.
Jarka Kubsova entwickelt ihre Geschichte kunstvoll, aber nicht alles hat mich völlig überzeugt.
Während sie in „Marschlande“ mit der ebenfalls historisch verbürgten Abelke Bleken eine unvergessliche Figur geschaffen hat, so kamen mir hier Viktorka und Božena Němcová nicht wirklich nahe. Das mag daran gelegen haben, dass deren Biographien mehr referiert als plastisch dargestellt wurden.
Jarka Kubsova greift in diesem Roman auch auf Elemente des magischen Realismus zurück. Damit tue ich mich grundsätzlich schwer. Gerade auch, wenn sie wie hier eher unvermittelt und willkürlich in den ansonsten realistischen Text eingefügt werden.
Märchen und Märchenmotive spielen als verbindendes Element eine wichtige Rolle im Roman. Ebenso der Wald, der für Elli und Viktorka gleichermaßen Bedeutung hat. Für Viktorka ist er zuerst ein Ort der Verbannung, dann ein Ort, in dem sie endlich frei sein kann. Elli sucht Ruhe und Zuflucht im Wald, später wird er für sie zu einem mystischen Raum, der sie zwingt, sich ihrer Traumata zu stellen.
Ingesamt ist Jarka Kubsova auch hier wieder ein lesenswerter Roman gelungen, der mit einer poetischen und atmosphärischen Sprache und einer komplexen Struktur zu überzeugen weiß. Dabei verhandelt er auf unterhaltsame Weise spannende Fragen und Themen, wie die von Identität, weiblicher Selbstbehauptung, von Migration und Vergangenheitsbewältigung .
Rezensionen von PMelittaM:
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
Wunderbare Fortsetzung
Luca, Minas Tochter ist mittlerweile 17 Jahre alt und möchte vorerst auf Eagle Island bei ihrem Großvater leben, Hummerfischerin werden, und ihren Vater Sam besser kennenlernen. Auch Minas Vater, Richard, möchte, schwer erkrankt, die Insel noch einmal wiedersehen. In Stone Harbor muss Julie den Tod ihres Ehemanns und ihrer besten Freundin verkraften, und nimmt sich schließlich vor, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.
„Die Hummerfrauen“ habe ich sehr gemocht, in meiner Rezension dazu schrieb ich, dass zwar manches noch offen sei, ich aber damit leben, und die Geschichten für mich selbst zu Ende denken könne. Dass es tatsächlich eine Fortsetzung geben würde, hatte ich nicht erwartet, doch hier ist sie, und hat mich wieder genauso emotional berührt, wie der erste Band.
Erzählt wird erneut aus verschiedenen Perspektiven, Mina und Julie bekommen natürlich eigene Kapitel, aber auch Judith, Minas Mutter, die noch etwas aufzuarbeiten hat, sowie Ellis, Lucas Inselopa. Auch Ann bekommt eigene Kapitel, da ihr Tod zu Beginn der Geschichte aber bereits sechs Monate zurückliegt, sind dies Rückblenden ins Jahr 2004, als Luca noch sehr klein war und Mina vor der Entscheidung stand, wegzugehen.
Es war für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Beatrix Gerstbergers Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, oder lösen andere Emotionen aus, sie wirken auf mich wie echte Menschen, und ich freute mich, ihnen wieder zu begegnen. Emotional war ich sehr schnell wieder involviert, habe mehr als eine Träne verdrückt, aber mich auch freuen können. Nicht nur die Charaktere werden lebendig, auch die Orte, Stone Harbor an der Küste Maines und die vorgelagerte Insel Eagle Island konnte ich vor mir sehen. Eine Rolle spielt natürlich auch wieder Mr. Darcy, der blaue Hummer, und natürlich auch andere Charaktere, die man im Vorgängerband kennengelernt hatte.
Was mir an diesen beiden Bänden auch so gut gefällt ist, dass auch einmal ältere Protagonist:innen zu Wort kommen, Julie ist hier 73 Jahre alt, auch Judith, Richard und Ellis haben die 70 überschritten. Trotzdem werden sie nicht als „alt“ gezeichnet, sondern als durchaus agile Senior:innen, die noch Freude am Leben und Träume haben können. Durch Mina und Luca sind aber auch die jüngeren Generationen am Start, so dass es vielfältige Identifikationsmöglichkeiten gibt, falls überhaupt benötigt.
Am Ende sind viele offene Fragen auch des Vorgängerbandes geklärt, aber vielleicht noch ein oder zwei offen. Mr Darcys Entschluss gegen Ende lässt mich aber vermuten, dass es keinen weiteren Band geben wird, aber, wer weiß?
Ich habe mich sehr gefreut, die liebgewonnenen Charaktere aus „Die Hummerfrauen“ wiederzutreffen, bin wieder emotional sehr berührt worden und hätte durchaus immer weiter lesen können. Eine ganz große Leseempfehlung, allerdings sollte man meiner Meinung nach den Vorgängerband unbedingt zuerst lesen.
Rezensionen von Lori:
Vier Hexen und ein Zufallszauber von Marie Braner
Hexeh hexen
Ich freue mich immer, wenn ich Kinder an ihren Geburtstagen mit spannenden, aufregenden oder fantastischen Büchern überraschen kann.
Dieses Mal fiel die Wahl auf dieses tolle Kinderbuch.
Ein magisches Hexenabenteuer, dass nicht nur eine aufregende Geschichte bereithält. Es ist auch eine Buch über die Freundschaft der vier jungen Hexen Tessa, Devi, Cleo und Liz.
Alle wurden in derselben Nacht geboren! Sieben Zufälle und dreizehn Jahre später, erleben sie das Abenteuer ihres Lebens!
Das ist auch ein Abenteuer für meine kleine Leseringewesen! Ein schönes Leseabenteuer, bei dem sie einiges mit ihnen gemeinsam erleben konnte.
Kindgerecht erzählt, kann man dem Inhalt gut folgen. Die Handlungsorte, vor allem die alte Spukvilla, diese märchenhafte Atmosphäre und einige Illustrationen, ergeben ein perfektes Kinderbuch!











