Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Frostblüten von Holly-Jane Rahlens
Danach
Lotte und Estera sind zwei sechszehnjährige Mädchen in Berlin 1946. Das ist auch alles was sie gemeinsam haben. Lotte putzt in einem DP Lager um Geld und Nahrungsmittel zu bekommen, sie lebt mit Mutter und Bruder zusammen und träumt davon Mode zu entwerfen. Estera ist eine jüdische Waise sie hofft das ihre kleine Schwester auch überlebt hat und wartet auf die Weiterreise in die USA.
Gegensätzlicher und auch voller Angst und Hass für die Herkunft der anderen lernen sie sich kennen und können einander helfen. Die schmale Brücke ist die Mathematik.
Lotte lernt gerade das Wissen um die deutsche Schuld zu erkennen und zu verarbeiten, auch inwieweit ihre Familie und Freunde sich schuldig gemacht haben-
Estera muss sich mit dem Überleben abfinden, an eine Zukunft glauben. Sie muss neu lernen Menschen zu vertrauen.
Die Autorin beschreibt die Mädchen die durch die Umstände erwachsen wurden sehr authentisch. Sie sind keine Heldin und auch BDM Mädchen.
Auch Lottes Mutter ist eine Vertreterin ihrer Generation. Angst und Sorge prägen sie jetzt, die Vergangenheit hat sie hinter sich gelassen. Gefühle lässt sie kaum zu, nur Sicherheit ist wichtig. Bei Estera sind es die anderen Überlebenden die versuchen sie zu beeinflussen. Die Verfolgung und der Tod ist im Lager immer noch allgegenwärtig. Beispiel_ Der Zaun sperrt uns nicht ein, sondern schützt uns vor den Deutschen.
In diesem Klima scheint eine Freundschaft unmöglich, ja gefährlich. Wie es dennoch zu einer zarten Annäherung kommt und wieviel beide Seiten dafür geben müssen hat mich überzeugt.
Rezensionen von ekiam:
Zuerst, danach, ... und dann? Auf dem Spielplatz von Angela Gully
Die richtige Reihenfolge finden
Zuerst, danach, ... und dann? ist ein schön gestaltetes Kartenlegespiel, bei dem Kinder kleine Geschichten in die richtige zeitliche Reihenfolge bringen müssen. Die insgesamt neun Bildgeschichten bestehen aus jeweils drei oder vier Karten und zeigen verschiedene Situationen rund um den Spielplatz.
Die Karten sind farbenfroh und schön illustriert.
Da die dargestellten Situationen aus dem Alltag der Kinder stammen, dürften viele Abläufe schnell wiedererkannt werden. Ob beim Schaukeln, Sandburgenbauen oder Malen mit Straßenkreide: die einzelnen Handlungsschritte sind grundsätzlich bekannt. Trotzdem müssen die Kinder genau hinschauen, denn jede Karte zeigt jeweils eine Veränderung in der Situation, anhand derer sich die richtige Reihenfolge erkennen lässt.
Gut gefällt mir, dass das Spiel nicht nur eine einzige Spielmöglichkeit bietet. Die Anleitung beschreibt verschiedene Varianten, bei denen beispielsweise die richtige Reihenfolge gelegt, ein Fehler im Ablauf erkannt oder Fragen zu den einzelnen Geschichten gestellt werden können. Dadurch lässt sich das Material flexibel einsetzen und nicht nur zum klassischen Zuordnen der Karten verwenden. Gerade durch die Fragen und das anschließende Nacherzählen wird neben dem logischen Denken und der Konzentration auch die Sprachentwicklung gefördert.
Auch für größere Gruppen bietet das Spiel Möglichkeiten. Durch die unterschiedlichen Varianten kann das Material beispielsweise im Kindergarten oder in einer Schulklasse eingesetzt werden und muss nicht ausschließlich als Spiel für zwei Personen verstanden werden.
Die Karten selbst liegen angenehm in der Hand und haben abgerundete Ecken. Sie sind groß genug, damit die Illustrationen gut zur Geltung kommen, ohne dass die Karten dabei unhandlich werden.
Bei der angegebenen Altersspanne von 4 bis 8 Jahren bin ich allerdings etwas unsicher. Für jüngere Kinder finde ich die Aufgaben gut geeignet, gerade weil die Abläufe aus ihrem eigenen Alltag bekannt sind. Für ältere Kinder könnte das reine Ordnen der drei- oder vierteiligen Bildgeschichten dagegen schnell zu einfach werden. Natürlich lässt sich der Schwierigkeitsgrad durch die verschiedenen Spielvarianten etwas erhöhen, aber gerade als Grundlage für eine eigene Geschichte oder anspruchsvollere sprachliche Aufgaben könnte ich mir für Kinder bis 8 Jahren noch komplexere Bildfolgen vorstellen.
Insgesamt gefällt uns Zuerst, danach, ... und dann? als Lern- und Sprachspiel aber gut. Die Karten sind ansprechend gestaltet, die Aufgaben fördern genaues Beobachten und logisches Denken und durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten lässt sich das Material auch über das reine Legen der Reihenfolgen hinaus nutzen. Besonders für jüngere Kinder sowie als ergänzendes Material zur Sprachförderung sehe ich hier viele gute Einsatzmöglichkeiten.
Rezensionen von Ruth:
Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova
Frauen im Wald
Ich kenne und liebe die beiden ersten Romane von Jarka Kubsova. „Marschlande“ hat bei mir noch einen größeren Eindruck hinterlassen als „Bergland“. Dementsprechend groß war meine Vorfreude und hoch meine Erwartungen.
Wie immer verknüpft die Autorin Frauenschicksale aus verschiedenen Zeiten miteinander, spiegelt sie im jeweilig anderen, so auch hier.
Die Schriftstellerin Elli Hajek, Ich-Erzählerin im Roman, ist an einem Tiefpunkt angelangt. Ihr einziges Kind Klara, das sie allein großgezogen hat, ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, um in der Stadt zu studieren. Eine Lücke hat sich aufgetan, verstärkt auch dadurch, dass die Tochter offensichtlich die Distanz zur Mutter braucht. Gleichzeitig befindet sich Elli in einer Schaffenskrise. Der neue Roman soll endlich die Kritiker zum Schweigen bringen, die ihr mangelnde Tiefe vorwerfen. Doch sie kommt einfach nicht voran beim Schreiben. Deshalb mietet sie sich in einem Häuschen im Wald ein. Hier sucht sie die nötige Ruhe für ihre Arbeit, ohne die üblichen Ablenkungen. Jan, mit dem sie seit fünf Jahren ihr Leben teilt, ist konsterniert, war doch eigentlich eine gemeinsame Wohnung geplant.
Hier nun, in der Abgeschiedenheit ihres neuen Zuhauses, suchen Elli die Gespenster ihrer Vergangenheit heim. Zu den Erinnerungen zählen auch die Märchen und Geschichten, die ihre Großmutter ihr früher erzählt hat. Eine Figur daraus, die Viktorka aus dem tschechischen Klassiker „ Babička“ von Božena Němcová, lässt sie nicht mehr los. Viktorka war eine junge Frau, die von ihrer Umgebung für eine Verrückte gehalten wurde und die sich nach einem einschneidenden Erlebnis in die Wälder des Riesengebirges zurückzog, wo sie früh starb. Als Elli erfährt, dass es sich bei der besagten Viktorka um eine historisch verbürgte Figur handelt, die in Wirklichkeit bis ins hohe Alter im Wald lebte und dass das ihr zugeschriebene Verbrechen sich ganz anders dargestellt hat, beschließt sie nach Tschechien zu reisen, um mehr über diese Frau zu erfahren. Doch um hinter Viktorkas Geheimnis zu kommen, muss Elli bei Božena Němcová beginnen, die ihr ein literarisches Denkmal setzte.
Jarka Kubsova bedient sich bei ihrer Erzählstruktur am Prinzip der Matroschka-Püppchen. In jeder der Puppen verbirgt sich ein weiteres Püppchen.
Bei Ellis Recherchen in jenem Tal, in dem einst Viktorka gelebt hat, begegnet ihr im Wald eine alte Frau, die ihr, wie im Märchen, eine Aufgabe zuweist: „Finde die Wahrheit über dich heraus.“ Denn: „Bevor man die Geheimnisse von anderen lüftet, sollte man doch vielleicht seine eigenen kennen,…“
Und so verschränkt Jarka Kubsova die Biographien dieser drei Frauen.
Elli ist, wie auch die Autorin, als Kind mit ihren Eltern aus der Tschechoslowakei geflohen, ein für alle dramatisches und später verdrängtes Erlebnis. Besonders schwer wog für Elli, dass sie ihre geliebte Großmutter ohne Abschied zurücklassen musste.
Was Jarka Kubsova hier erzählt, ist die Geschichte einer Migration, die man so ähnlich schon öfter gelesen hat, die aber trotzdem nicht weniger berührt. Sie schreibt von der Anpassungsleistung der Eltern, die alles Tschechische abstreifen - die Sprache, die Kultur, das Essen- um nur nicht unangenehm aufzufallen. Elli, die ursprünglich Eliška hieß, bekommt von den Behörden einen deutschen Namen zugewiesen. Das ist gut gemeint, um die Integration zu vereinfachen, nimmt dem Betroffenen aber ein Stück Identität.
Auch das Gefühl, nirgends dazuzugehören, der ursprünglichen Heimat entfremdet, in der neuen nicht wirklich angekommen zu sein, teilt Elli mit vielen Migranten.
Indem Elli aber immer mehr über Viktorka und Božena Němcová herausfindet, desto besser versteht sie sich selbst. Und am Ende kann sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, all den verdrängten Gefühlen, der Scham, der Schuld, dem Schmerz.
Jarka Kubsova entwickelt ihre Geschichte kunstvoll, aber nicht alles hat mich völlig überzeugt.
Während sie in „Marschlande“ mit der ebenfalls historisch verbürgten Abelke Bleken eine unvergessliche Figur geschaffen hat, so kamen mir hier Viktorka und Božena Němcová nicht wirklich nahe. Das mag daran gelegen haben, dass deren Biographien mehr referiert als plastisch dargestellt wurden.
Jarka Kubsova greift in diesem Roman auch auf Elemente des magischen Realismus zurück. Damit tue ich mich grundsätzlich schwer. Gerade auch, wenn sie wie hier eher unvermittelt und willkürlich in den ansonsten realistischen Text eingefügt werden.
Märchen und Märchenmotive spielen als verbindendes Element eine wichtige Rolle im Roman. Ebenso der Wald, der für Elli und Viktorka gleichermaßen Bedeutung hat. Für Viktorka ist er zuerst ein Ort der Verbannung, dann ein Ort, in dem sie endlich frei sein kann. Elli sucht Ruhe und Zuflucht im Wald, später wird er für sie zu einem mystischen Raum, der sie zwingt, sich ihrer Traumata zu stellen.
Ingesamt ist Jarka Kubsova auch hier wieder ein lesenswerter Roman gelungen, der mit einer poetischen und atmosphärischen Sprache und einer komplexen Struktur zu überzeugen weiß. Dabei verhandelt er auf unterhaltsame Weise spannende Fragen und Themen, wie die von Identität, weiblicher Selbstbehauptung, von Migration und Vergangenheitsbewältigung .
Rezensionen von PMelittaM:
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
Wunderbare Fortsetzung
Luca, Minas Tochter ist mittlerweile 17 Jahre alt und möchte vorerst auf Eagle Island bei ihrem Großvater leben, Hummerfischerin werden, und ihren Vater Sam besser kennenlernen. Auch Minas Vater, Richard, möchte, schwer erkrankt, die Insel noch einmal wiedersehen. In Stone Harbor muss Julie den Tod ihres Ehemanns und ihrer besten Freundin verkraften, und nimmt sich schließlich vor, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.
„Die Hummerfrauen“ habe ich sehr gemocht, in meiner Rezension dazu schrieb ich, dass zwar manches noch offen sei, ich aber damit leben, und die Geschichten für mich selbst zu Ende denken könne. Dass es tatsächlich eine Fortsetzung geben würde, hatte ich nicht erwartet, doch hier ist sie, und hat mich wieder genauso emotional berührt, wie der erste Band.
Erzählt wird erneut aus verschiedenen Perspektiven, Mina und Julie bekommen natürlich eigene Kapitel, aber auch Judith, Minas Mutter, die noch etwas aufzuarbeiten hat, sowie Ellis, Lucas Inselopa. Auch Ann bekommt eigene Kapitel, da ihr Tod zu Beginn der Geschichte aber bereits sechs Monate zurückliegt, sind dies Rückblenden ins Jahr 2004, als Luca noch sehr klein war und Mina vor der Entscheidung stand, wegzugehen.
Es war für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Beatrix Gerstbergers Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, oder lösen andere Emotionen aus, sie wirken auf mich wie echte Menschen, und ich freute mich, ihnen wieder zu begegnen. Emotional war ich sehr schnell wieder involviert, habe mehr als eine Träne verdrückt, aber mich auch freuen können. Nicht nur die Charaktere werden lebendig, auch die Orte, Stone Harbor an der Küste Maines und die vorgelagerte Insel Eagle Island konnte ich vor mir sehen. Eine Rolle spielt natürlich auch wieder Mr. Darcy, der blaue Hummer, und natürlich auch andere Charaktere, die man im Vorgängerband kennengelernt hatte.
Was mir an diesen beiden Bänden auch so gut gefällt ist, dass auch einmal ältere Protagonist:innen zu Wort kommen, Julie ist hier 73 Jahre alt, auch Judith, Richard und Ellis haben die 70 überschritten. Trotzdem werden sie nicht als „alt“ gezeichnet, sondern als durchaus agile Senior:innen, die noch Freude am Leben und Träume haben können. Durch Mina und Luca sind aber auch die jüngeren Generationen am Start, so dass es vielfältige Identifikationsmöglichkeiten gibt, falls überhaupt benötigt.
Am Ende sind viele offene Fragen auch des Vorgängerbandes geklärt, aber vielleicht noch ein oder zwei offen. Mr Darcys Entschluss gegen Ende lässt mich aber vermuten, dass es keinen weiteren Band geben wird, aber, wer weiß?
Ich habe mich sehr gefreut, die liebgewonnenen Charaktere aus „Die Hummerfrauen“ wiederzutreffen, bin wieder emotional sehr berührt worden und hätte durchaus immer weiter lesen können. Eine ganz große Leseempfehlung, allerdings sollte man meiner Meinung nach den Vorgängerband unbedingt zuerst lesen.
Rezensionen von Lori:
Vier Hexen und ein Zufallszauber von Marie Braner
Hexeh hexen
Ich freue mich immer, wenn ich Kinder an ihren Geburtstagen mit spannenden, aufregenden oder fantastischen Büchern überraschen kann.
Dieses Mal fiel die Wahl auf dieses tolle Kinderbuch.
Ein magisches Hexenabenteuer, dass nicht nur eine aufregende Geschichte bereithält. Es ist auch eine Buch über die Freundschaft der vier jungen Hexen Tessa, Devi, Cleo und Liz.
Alle wurden in derselben Nacht geboren! Sieben Zufälle und dreizehn Jahre später, erleben sie das Abenteuer ihres Lebens!
Das ist auch ein Abenteuer für meine kleine Leseringewesen! Ein schönes Leseabenteuer, bei dem sie einiges mit ihnen gemeinsam erleben konnte.
Kindgerecht erzählt, kann man dem Inhalt gut folgen. Die Handlungsorte, vor allem die alte Spukvilla, diese märchenhafte Atmosphäre und einige Illustrationen, ergeben ein perfektes Kinderbuch!
Rezensionen von Snookie:
Blut für Blut von Anna Schneider
Starker Pageturner mit kleinen Schwächen zum Ende
In „Blut für Blut“ geht es um Sophie, die aus einer toxischen Beziehung flieht und sich ein neues Leben als Fotografin aufbauen möchte. Sie hat Glück und wird von einer wohlhabenden Familie für Familienporträts engagiert. Doch irgendetwas stimmt nicht: Sophie fühlt sich beobachtet und verfolgt, und auch die Familie verhält sich zunehmend merkwürdig.
Es handelt sich hierbei um einen psychologischen Spannungsroman, der aus Sophies Perspektive erzählt wird und sich über zwei Zeitebenen erstreckt – die Gegenwart und die Vergangenheit vor 20 Jahren.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen. Die Geschichte hat mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass das Buch für mich zu einem echten Pageturner wurde. Auch die kurzen Kapitel sorgen für einen angenehmen und schnellen Lesefluss. Die Atmosphäre wurde sehr gut beschrieben und vermittelt. Oft hatte ich ein beklemmendes Gefühl und die Stimmung war stellenweise düster. Man denkt ständig: Hier stimmt doch etwas nicht! Die psychologischen Aspekte sind eher subtil gehalten, bauen aber trotzdem sehr gut Spannung auf.
Die Charaktere fand ich größtenteils gut gestaltet. Die Protagonistin Sophie wirkt auf mich nahbar und aufgrund ihrer Vorgeschichte auch interessant. Allerdings erschien sie mir in manchen Situationen etwas naiv. Als Leser weiß man zudem teilweise nicht, wie man Sophie und ihre Wahrnehmung einschätzen soll – was meiner Meinung nach aber gut zur Geschichte passt und den psychologischen Aspekt zusätzlich unterstützt. Dadurch konnte ich ihre Entscheidungen und Handlungen allerdings nicht immer vollständig nachvollziehen.
Ein großer Pluspunkt des Buches ist für mich die Spannung. Diese war von Anfang an greifbar. Bereits zu Beginn ist die Stimmung beklemmend, da Sophie aus einer toxischen Beziehung flieht und man nicht weiß, wie ihr Ex darauf reagieren wird. Im Laufe der Geschichte tauchen immer mehr Fragen und Ungereimtheiten auf, wodurch man unbedingt weiterlesen möchte.
Auch der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mir gut gefallen. Dadurch erhält man immer wieder kleine Hinweise und beginnt automatisch, eigene Theorien darüber aufzustellen, was in der Vergangenheit passiert sein könnte. Das Pacing fand ich insgesamt gut gewählt. Zum Ende hin nimmt das Tempo natürlich noch einmal deutlich zu. Ich war so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Spannung entsteht dabei weniger durch Schockmomente, sondern vielmehr durch die psychologische Komponente und die vielen offenen Fragen.
Während des Lesens stellt man einige Theorien auf. Tatsächlich hatte ich bereits eine Vermutung, wollte aber trotzdem unbedingt herausfinden, wie die einzelnen Puzzleteile zusammenpassen. Bei der Auflösung lag ich teilweise richtig, wurde durch den finalen Twist aber dennoch überrascht.
Mit der Auflösung bin ich allerdings nur teilweise zufrieden. Es bleiben für mich einige Andeutungen ungeklärt und auch mehrere Fragen unbeantwortet. Zudem wurde das Finale meiner Meinung nach etwas zu schnell abgehandelt. Nicht alle Entwicklungen waren für mich vollständig logisch nachvollziehbar.
Insgesamt war „Blut für Blut“ für mich ein wirklich spannender Pageturner. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und wurde sehr gut unterhalten, auch wenn die Auflösung für mich einige kleinere Schwächen hatte. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung für Fans von Thrillern und psychologischen Spannungsromanen.
Rezensionen von peedee:
Das verschwundene Weihnachtsbuch von Jenny Colgan
Ein Weihnachtswunder
Happy Ever After, Band 5a: Mirrens Grosstante Violet wohnt in einer Seniorenresidenz und ist krank. Früher liebte sie ein handillustriertes Kinderbuch, das leider verschollen ist. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als dieses Buch nochmals in den Händen zu halten. Mirren verspricht ihr, es bis Weihnachten zu besorgen.
Irgendeine Ausgabe des Buches zu finden, ist nicht schwierig, aber die von einem bekannten Künstler illustrierte Ausgabe gilt in Fachkreisen nur als Gerücht. Mirren sucht in Antiquariaten von London bis Schottland. Sie trifft auf Antiquar Theo, der sich mit ihr auf die Suche macht…
Erster Eindruck: Das Cover ist ziemlich bunt und entspricht gestalterisch nicht meinem Geschmack.
Dies ist eine Kurzgeschichte zwischen den Bänden 5 und 6.
Mirren (ein für mich ungewöhnlicher Vorname) ist Baukostenplanerin und liebt Bücher – nun ja, wer nicht? Und genau wie ihre Grosstante Violet liebt sie ein ganz bestimmtes Buch, aus dem ihr in frühster Kindheit immer vorgelesen wurde. Violet weiss, dass ihr nicht mehr viel Zeit auf Erden bleibt, so wünscht sie sich nur, dieses alte Buch nochmals in Händen halten zu können. Sie fühlt sich dadurch mit ihrem Vater verbunden. Selbstverständlich will Mirren dieses Buch für Violet besorgen, stellt aber sehr schnell fest, dass das kein einfaches Unterfangen ist, insbesondere wenn das Buch offiziell gar nicht existiert. Wie bitte? Internetrecherchen und mehrere Antiquare haben ihr gesagt, dass die gesuchte Ausgabe nur ein Gerücht sei, das sich seit Jahrzehnten hartnäckig halte. Aber Mirren bleibt auch hartnäckig. Der junge Antiquar Theo, den sie zufällig getroffen hat, gefällt ihr. Er kann ihr bestimmt helfen…
Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen und beinhaltete ein Weihnachtswunder – von mir gibt es 3 Sterne.
PS: Ich habe dieses Buch als E-Book gelesen; die Printausgabe soll 208 Seiten haben. Nach 76% war die Geschichte zu Ende, es folgten Rezepte, dann bei 79% ein Interview mit der Autorin und ab 81% eine XXL-Leseprobe aus „Die geheime Weihnachtsbibliothek“. Ich fand es irritierend, dass die Geschichte bereits bei zwei Dritteln des angegebenen Buchumfanges zu Ende war.
Rezensionen von Lori:
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
Skandinavischer Thriller
Ein eiskalter und perfider Täter, hält die dänische Hauptstadt mit einer verstörenden und brutalen Mordserie in Atem. Vor einer Kulisse aus Schnee Kälte präsentiert er seine Opfer mit mystischen Symbolen, die an die Antike erinnern, und gibt den Ermittlern damit Rätsel auf.
Die Kriminalkommissarin Sara Levin, ihr Kollege Janus West und ihr Bruder Adam Levin, ein Profiler, nehmen die Ermittlungen auf und stoßen schon bald auf erste Spuren.
Nicht immer leichte Kost, aber sie bieten spannende Momente.
Tobias Bukkehave legt hier einen packenden und atmosphärisch dichten Skandinavien-Thriller vor, der ins winterliche Kopenhagen führt.
Spannend erzählt, wird man direkt ans Geschehen gefesselt Die Mischung aus Ermittlungsarbeit, Ritual-Morden und den privaten Hintergründen der Ermittler ist gut ausgewogen.
Wird es eine Fortsetzung geben?
Rezensionen von Reiseweise:
Wir jagen Schatten (Wir finden Mörder-Serie 2) von Richard Osman
Reise um die Welt
Die drei Ermittler:innen von Wir Finden Mörder - Ex-Polizist Steve, seine Schwiegertochter (und Bodyguard) Amy und die Bestsellerautorin Rosie - haben endlich einen Fall für ihre neu gegründete Detektei. Sie sollen einen Mörder finden, der den Bodyguard eines Drogendealers umgebracht hat.
Der auf dem Drohbrief genannte Name ist allerdings ganz bestimmt nicht der Mörder. Daraus entspinnt sich wie schon im ersten Band eine rasante Reise um die Welt, bei der die drei ermitteln, mit großem Showdown im beschaulichen New Forest.
Die Charaktere sind liebenswert und die Dialoge meist ganz lustig, aber es sind auch recht viele Kalauer dabei. Auch, dass alles im Privatjet erledigt werden kann und Geld keine Rolle spielt, macht es für die Story natürlich sehr einfach, überall auf der Welt zu ermitteln - aber nicht unbedingt glaubwürdiger. Geärgert hat mich das schlechte KI-Cover. Rosie wird im Buch als Brunette beschrieben (auf dem Cover: weißhaarig) und Steve trägt überall Lederjacke (auf dem Cover: Shirt und kurze Hosen). Das ist einfach vermeidbar.
Rezensionen von Lori:
Bourbon and Lies von Victoria Wilder
Auf nach Kentucky!
Der Titel des Buches und das Cover zogen mich ja magisch an. Dazu kommt noch die Buchbeschreibung.
Das verspricht ja geradezu aufregende Unterhaltung.
Also auf nach Kentucky, direkt in das Örtchen Fiasco (der Name ist irgendwie Programm) zur Familie Foxx.
Hier warten interessante Figuren, ein paar Cowboy-Vibes und natürlich eine Liebesgeschichte auf die Leser.
Die Mischung aus düsteren Geheimnissen, dem Handlungsort und der Geschichte um Grant Foxx machen dieses Buch zu einem absoluten Lesevergnügen.
Ex-Cops Grant, verschlossen und griesgrämig, mit seinem rauhen Charme, seiner düsteren Familiengeschichte und seiner Vergangenheit, ist der perfekte Charakter für diese Geschichte.
Der Schreibstil zieht einen direkt ins Geschehen, nimmt einen mit, fesselt ungemein. Hier merkt man, das die Autorin gut recherchiert hat, alles wirkt sehr real und authentisch.
Ein spannender Roman mit Kleinstadtfeeling, auf dessen Fortsetzungen ich mich schon sehr freue!











