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Rezensionen von Bücherfreundin:

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Ein ganz normales Wunder von Woody Brown

Beeindruckender Debütroman

Woody Browns Debütroman "Ein ganz normales Wunder" ist inspiriert von seinen eigenen Erfahrungen. Der 29-jährige US-Amerikaner ist der erste nicht-sprechende autistische Absolvent der University of California, wo er zudem mit Summa cum laude für sein Schreiben ausgezeichnet wurde. Seinen Master of Fine Arts im Bereich Creative Writing schloss er 2024 an der renommierten Columbia University ab.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der nicht-sprechende Autist Walter, der bereits mit 3 Jahren gelernt hat, mit Hilfe einer Buchstabentafel zu kommunizieren. Mit Unterstützung seiner Mutter, die sich dafür eingesetzt hat, dass Walter eine Schulausbildung erhält, gelingt es ihm, nach der Highschool und dem College ein Studium abzuschließen. Als sein Vater stirbt und seine Mutter sich eine Ganztagsstelle suchen muss, kann Walter nicht allein zuhause bleiben und wird fortan gemeinsam mit weiteren jungen Erwachsenen mit Autismus und anderen Behinderungen in der Tagesstätte Upward Bound betreut.

Der Autor beschreibt in seinem Buch in einzelnen nicht chronologischen und teilweise miteinander verwobenen Episoden den Alltag in der Tagesstätte mit all seinen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Neben Walter lernen wir weitere Schützlinge kennen, wie den Ausreißer Jorge, der sich gern versteckt, und Emma, die Walter seit seinem sechsten Lebensjahr kennt. Tom sitzt wegen einer Zerebralparese im Rollstuhl, er kann nicht kommunizieren und sieht aus wie ein Filmstar.
Wir begegnen auch Dave, dem Leiter der Einrichtung. Er empfindet seinen Beruf als frustrierend, dennoch macht er als Verwaltungschef einen guten Job und ist ständig bemüht, Spenden zu generieren. Er ist weder Psychologe noch in Sonderpädagogik ausgebildet, es mangelt ihm an Empathie gegenüber den Schützlingen und seinem Personal. Sein zuverlässigster Mitarbeiter ist Carlos, dieser zeigt viel Feingefühl und kümmert sich besonders intensiv um Jorge. Die junge Psychologiestudentin Ann bringt für ein paar Monate frischen Wind in die Einrichtung. Sie zeigt ehrliches Interesse für die Insassen der Einrichtung und wächst an ihren Aufgaben.

Ich mochte den hochintelligenten Walter, der einen scharfen Blick auf sein Umfeld hat. Seine Tage im Upward Bound bestehen vorwiegend aus Langeweile und Routinen, lediglich die Aufenthalte im Pool und regelmäßig stattfindende Ausflüge in ein Einkaufszentrum bieten eine willkommene Abwechslung. Der Abschnitt über Dave hat mir sehr gut gefallen, ich konnte seine Einsamkeit und die Trauer um eine verlorene Liebe gut nachempfinden. Toms Geschichte war herzzerreißend, und ich habe gehofft, dass Ann sein Blinzeln mit den Augen endlich richtig deutet. Ich mochte auch die allerdings etwas zu lang geratene Geschichte um die Target-Kassiererin Avery, die seit langem die Gruppe beobachtet und sich vorstellen kann, mit Behinderten zu arbeiten.

Es hat mir sehr gut gefallen, dass jedes Kapitel aus der Perspektive der einzelnen Beteiligten geschrieben ist. Diese Erzählweise ermöglicht dem Leser, die Protagonisten und ihre Gefühls- und Gedankenwelt besonders intensiv kennenzulernen. Ich habe den Roman, der für die Aktion „Deutschland liest ein Buch“ ausgewählt wurde, sehr gern gelesen, er hat mich zutiefst bewegt und mir intensive Einblicke in eine Welt vermittelt, die den meisten Menschen unbekannt ist.

Leseempfehlung für diesen beeindruckenden Roman!

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Ein ganz normales Wunder

Rezensionen von Tara:

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Der Tote im Kutter von Denzil Meyrick

Atmosphärisch, spannend, britisch

„Der Tote im Kutter“ ist nach „Der Tote im Kamin“ der zweite Fall für Inspector Frank Grasby des schottischen Autors Denzil Meyrick.

Die Handlung beginnt im Dezember 1953 im Polizeirevier York und wird aus der Perspektive von Inspector Frank Grasby berichtet.
In einem kleinen beschaulichen Fischerdorf im Norden Englands wird ein erdrosselter Fischer aufgefunden.

Passend zur Weihnachtszeit wurde als Tatwerkzeug ein Weihnachtsstrumpf verwendet.
Kurz darauf gibt es einen weiteren Toten, der auf die gleiche Weise umgebracht wurde.
Inspector Frank Grasby und sein Vorgesetzter Arthur Juggers beginnen zu ermitteln. Dies ist allerdings gar nicht mal so einfach, da niemand so wirklich mit ihnen sprechen möchte.

Inspector Frank Grasby gefiel mir auf Anhieb. Er ist keineswegs perfekt, ganz im Gegenteil und genau das macht ihn sympathisch, so dass ich ihn gerne bei seinen Ermittlungen begleitet habe.

Die historische Atmosphäre wird hier gelungen eingefangen. Auch die Figuren sind toll gezeichnet, alles Unikate, zum Teil ein wenig schräg aber durchaus authentisch.

Mir gefiel der typisch britische Humor kombiniert mit Spannung vor historischer Kulisse sehr. Dabei macht die unkonventionelle Erzählweise, da sie trotz des Kriminalfalls - passend zur Weihnachtszeit - etwas Entschleunigendes mit sich gebracht hat, das Buch zu etwas Besonderem.

Mich hat dieser Kriminalfall ausgesprochen gut unterhalten, da ich die Kombination aus Spannung, britischem Humor, liebenswerten Charakteren, Weihnachtszeit und Nachkriegsatmosphäre sowohl ungewöhnlich als auch gelungen fand.

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Der Tote im Kutter

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Die Dichterin von Özge Inan

Muss der Text zur Autorin passen?

Alle feiern die Dichterin Emma Rodenstock, eine junge, attraktive Frau, die von sich erzählt, in tiefster Armut aufgewachsen zu sein, aber sich nun äußerst eloquent zu präsentieren weiß und bemerkenswerte Gedichte geschrieben hat, in pointierter Sprache, wütend, anklagend und dabei poetisch, wie man es noch kaum gehört hat!

Währenddessen kämpfen einige junge Journalismus-Volontäre um eine Festanstellung.

Klar ist, auch wenn alle von ihnen ehrgeizig, intelligent und talentiert sind und sich noch so sehr ins Zeug legen, werden die allermeisten nach dem Volontariat gehen müssen, denn viele Stellen gibt es für sie nicht. So herrscht durchaus eine freundschaftliche, manchmal auch etwas weniger freundliche, starke unterschwellige Konkurrenz zwischen ihnen. Eine davon ist die junge Journalistin Nazanin Esfahani, deren Eltern ursprünglich aus Iran stammen und in Deutschland als Universitätsprofessor und Psychologin gute Positionen in der Gesellschaft erreicht haben.

Nazanin wird auf Emma aufmerksam und möchte ein Porträt über sie schreiben, doch schon beim ersten Treffen mit der gefeierten Dichterin zeigen sich Unstimmigkeiten, als diese sich in der sozialen Brennpunktgegend, in der sie angeblich aufgewachsen sein will, gar nicht so gut auszukennen scheint. Also begibt sich Nazanin auf die Recherche, um herauszufinden, was es wirklich mit dem Phänomen Emma Rodenstock auf sich hat. Denn würde sie wirklich etwas Bemerkenswertes herausfinden, könnte ihr das vielleicht die Festanstellung sichern.

Der Roman ist abwechselnd aus den Perspektiven von Emma und von Nazanin erzählt, dabei lernen wir beide Frauen ein kleines bisschen kennen. Ein kleines bisschen und eben nicht wirklich nah, da beide nicht unbedingt Sympathieträgerinnen sind und auch die Erzählperspektive uns nicht sehr nah an die beiden heranlässt. Einen großen Teil des Romans nehmen Treffen und Gespräche mit Freundinnen, Freunden und Bekannten und Alltagssituationen mit diesen ein, wobei mir nicht bei allen davon klar war, was diese zur Handlung beitragen, bei Emma nochmal mehr als bei Nazanin.

Für keine der beiden Hauptfiguren habe ich abseits von kühl-berechnendem Verhalten ein wirklich gutes Gefühl für ihren Charakter bekommen können, möglicherweise ist das aber auch erwünscht. Spannend wurde es immer dann, wenn es zu einem Kontakt zwischen den beiden kam oder sonstwie die eigentliche Handlung rund um die Aufdeckung eines möglichen Skandals weiterging.

Sehr gut gefallen hat mir, wie das Buch viele interessante Themen aufwirft und auch unbequeme Fragen stellt, zum Beispiel:

- Welchen Anteil am Erfolg in der Buchbranche hat der eigentliche Text und welchen Anteil hat die Person, die ihn präsentiert?

- Kann es sein, dass auch sehr gute Texte viel eher Erfolg haben, wenn sie einer Person zugeschrieben werden, die ein Auftreten hat, das der Buchmarkt liebt? Und welche Rolle spielt dabei die Passung zwischen Geschichte und Autor/in?

Dazu ein Zitat aus dem Buch: "Aber du weißt ja selber, wie es ist. Man erzählt etwas im Text, und man erzählt etwas mit seinem Körper und seiner Stimme und seinem ganzen Sein." Sie wühlte ihre Hände aus der Jacke und legte sie flach übereinander. "Und das muss sich decken. Auf welche Art auch immer. Sonst funktioniert es nicht." (S. 180 im E-Book)

- Auf welche Formen der Diskriminierung blicken wir und welche übersehen wir, wenn wir im Namen von Diversity bestimmte Menschen oder Gruppen mit bestimmten Identitäten bewusst fördern und unterstützen? Kann etwa eine in Deutschland geborene Nazanin mit persischen Wurzeln, aber auch mit wohlhabenden, gebildeten, in prestigeträchtigen Berufen arbeitenden und unterstützenden Eltern weniger Nachteilen ausgesetzt sein als eine junge Frau mit deutschem Namen, aber aus armem Elternhaus? Wer hat dann besondere Förderung und Unterstützung verdient?

- "Vergiss diese Frage. Wir sind Journalisten. Wir helfen nicht. Wir berichten." (S. 173 im E-Book): Kann von den Medien auch Hilfe in schwierigen Situationen oder die Einnahme einer ethisch begründeten Haltung erwartet werden oder ist ihre Aufgabe reine Berichterstattung, zu jedem Preis?

Es sind also kluge Fragen, die dieses Buch aufwirft und zum Nachdenken darüber anregt.

Insgesamt ist es also ein sehr intelligent konstruiertes, vielschichtiges Buch, das zum Nachdenken über die Buch- und Medienbranche, Intersektionalität, Diskriminierung, Oberflächlichkeit und vieles mehr anregt, diese dabei differenziert betrachtet und viele bisher selten gestellte Themen und Fragen präsentiert, bei dem ich aber bei Handlungsfortschritt und Charakterentwicklung noch ein kleines bisschen Luft nach oben sehe. Dafür von mir gute 4 Sterne. Auf weitere Bücher dieser Autorin bin ich gespannt.

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Die Dichterin

Rezensionen von Tara:

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Per Anhalter in die Karibik von Carl Beccard

Eine abenteuerliche Reise

„Per Anhalter in die Karibik“ ist ein ungewöhnlicher uns spannender Reisebericht von Carl Beccard.

Bereits mit 14 Jahren beschloss er, dass er auf Weltreise gehen möchte. Träume haben in dem Alter viele, aber nur die wenigsten setzen sie auch um. Carl schon, nach der Schule und einem Jahr jobben, startet er 2022 mit seiner Freundin in eine aufregende und abenteuerliche Reise.

Er ist drei Jahre unterwegs und berichtet über seine Erfahrungen und zahlreiche Herausforderungen.
Seine Reiseroute ist im Innencover abgebildet und so konnte ich seinen Weg direkt mitverfolgen. Seine Erlebnisse sind einzigartig. Es ergeben sich viele interessante Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen, die ebenfalls die Welt entdecken wollen. Es entstehen Freundschaften und Gemeinschaften, in denen sich gegenseitig geholfen wird.
Seite für Seite habe ich nicht nur seinen Reisebericht, sondern auch seine Entwicklung verfolgt und denke, dass diese drei Jahre abseits des Mainstreamlebens in Deutschland ihn weitaus weiter gebracht haben, als eine gradlinige Lebensplanung - Schule, Ausbildung, Beruf - die immer so erstrebenswert erscheint. So viel hätte er in seiner Heimat, in diesen drei Jahren, vermutlich nicht gelernt.

In der Mitte des Buches befinden sich einige Fotos von Carls Reise, die wirklich einfach nur so von Lebensfreude sprühen und ein Gefühl von Freiheit und Ungebundenheit besser darstellen als Worte es je könnten. Davon hätte ich gerne noch mehr gehabt.

Mir hat dieser abenteuerliche Coming-of-Age-Bericht richtig gut gefallen und ich kann den Autor für seinen Mut und um seine Erfahrungen nur beneiden. Umso mehr freut es mich, dass ich als Leserin daran teilhaben konnte.

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Per Anhalter in die Karibik

Rezensionen von andream:

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Gnadenopfer von Viveca Sten

Nehmt euch in Acht!

Das Buchcover hat total meinen Geschmack getroffen und hat super zu diesem Buch gepasst. Dies war mein erstes Buch aus der Hanna- Ahlander- Reihe, dass ich gelesen habe und ich bin total begeistert. Man braucht keine Vorkenntnisse über die vorherigen Bücher.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr fesselnd.

Die Kapitel sind kurz und übersichtlich. Man kann der Handlung und den Vorkommnissen in diesem Buch sehr gut folgen.
Das immer aktuelle Thema über abhängige, alte, gebrechliche Menschen, die einen Pflegedienst in Anspruch nehmen müssen, mit einem Thriller zu vereinen, fand ich äußerst gelungen.
Alle Personen die im Buch vorkommen fand ich gut beschrieben und auch die privaten Beziehungen und deren Probleme kamen nicht zu kurz.
Im Laufe des Buches finden sich eine Reihe von verdächtigen Personen, sodass der wahr Täter lange im verborgenen bleibt.
Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall weiter und ich werde kommende Werke gerne wieder lesen.

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Gnadenopfer

Rezensionen von Igela:

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Hilf mir von K.L. Slater

Gute Charakterisierung der Figuren

Zehn Minuten vor einem Vorstellungsgespräch geht auf dem Handy von Saffy Morris eine Whatsapp Nachricht ein. Ihre beste Freundin Leona Bannatyne schreibt ihr und fleht sie an, sofort bei ihr vorbeizukommen.

Beim zweiten Blick ist die Nachricht gelöscht und Saffy ist sicher, dass sich Leona in einer Notsituation befindet.

Sie lässt das Gespräch sausen und eilt sofort zu Leona. Doch diese bestreitet eine Nachricht verschickt zu haben.

Einige Stunden später taucht die Polizei bei Saffy auf. Leona, ihr Ehemann Ash und ihre 5-jährige Tochter Rosie sind verschwunden. In der Küche des Hauses findet sich eine grössere Menge Blut...


Der Prolog, aus der Sicht eines Stalkers, ist schon sehr verheissungsvoll. Dieses Buch macht dem Genre "Psychothriller" alle Ehre.

Immer wieder setzt K.L. Slater andere Figuren in Szene und die sozialen Beziehungen untereinander wurden dicht gewoben. Irgendwie sind sie alle miteinander verbunden. Teilweise sind die Beziehungen toxisch und teilweise freundschaftlich. Manchmal wird aber auch etwas vor den anderen verborgen. Immer wieder ergeben sich dadurch Wendungen, die als Plot Twists begeistern.

Die Kapitel setzen abwechselnd Protagonistin Saffy, ihre jüngere Schwester Poppy und Freundin Leona in den Mittelpunkt. Leona immer in rückblickenden Kapiteln, die 2009, also zur Jugendzeit der Freundinnen, handeln. Oft enden die Kapitel mit Cliffhangern.

Irgendwann habe ich mich gefragt, wer überhaupt die Wahrheit sagt und was die Geschichte im nächsten Kapitel für eine Wendung nimmt. Und stets wabert die Frage mit, wohin die Familie Bannatyne verschwunden ist. Dadurch wird die Spannung durchwegs gehalten und die Geschichte ist sehr vielseitig. Gegen Schluss wird es überraschend, denn die Story dreht in neue eine Richtung. Eine Richtung, die so im Nachhinein gesehen, etwas abgehoben vom Rest der Geschichte daherkommt.

Vor allem die Charakterisierung der Figuren empfand ich als sehr gelungen. Ich habe zum Beispiel nie überlegen müssen, welche Figur gerade agiert und in welchem Verhältnis sie zu den anderen Figuren steht.

Mir hat dieses Buch schöne Lesestunden beschert und der gute Lesefluss hat mir gefallen.

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Hilf mir

Rezensionen von Shilo:

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Das Erbe der Gouvernante von Karin Lindberg

Das Geheimnis der alten Noten

Lea kommt nach einer schmerzhaften Trennung nach Schottland, um das alte Braemar House zu renovieren. Dort trifft sie auf Rory, der seit dem Tod seiner großen Liebe sehr zurückgezogen lebt. Als Lea im alten Flügel versteckte Noten mit den Initialen F. & A. entdeckt, wird ihre Neugier geweckt. Gemeinsam mit Rory versucht sie herauszufinden, wem die Noten gehören und was sich hinter ihnen verbirgt.

Die zweite Zeitebene führt ins Jahr 1919 und zu Fiona MacDonald, die als Gouvernante nach Braemar House kommt. Dort begegnet sie Alastair, der nach dem Krieg noch schwer mit seinen Erlebnissen zu kämpfen hat. Zwischen den beiden entsteht nach und nach eine besondere Nähe. Doch Alastairs Bruder Duncan hat ebenfalls Gefühle für Fiona und macht die Situation dadurch noch schwieriger.
Mir hat der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart gut gefallen. Die alten Noten bilden dabei eine Verbindung zwischen den beiden Zeiten. Nach und nach erfährt man mehr über Fiona und Alastair und über das, was damals geschehen ist. Dadurch wird auch verständlich, warum die Vergangenheit für Lea und Rory eine Rolle spielt.
Beim Lesen konnte ich gut nachvollziehen, warum Lea trotz ihrer eigenen Erfahrungen langsam wieder Vertrauen fasst. Auch Rory konnte ich mit der Zeit besser verstehen, denn seine Vergangenheit erklärt einiges von seinem Verhalten. Beide müssen erst wieder lernen, einen anderen Menschen an sich heranzulassen. Gerade dieser Teil der Geschichte wirkte auf mich glaubwürdig.
Auch Fiona und Alastair habe ich gern begleitet. Ihre Begegnungen am Klavier sind mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Zwischen ihnen entwickelt sich langsam etwas, obwohl ihre Situation alles andere als einfach ist. Duncan sorgt zusätzlich für Schwierigkeiten und ich war gespannt, wie Fiona mit dieser Situation umgehen wird.
Die schottischen Highlands und das alte Herrenhaus werden anschaulich beschrieben. Braemar House konnte ich mir beim Lesen gut vorstellen. Die Musik, das Geheimnis um die alten Noten und die beiden Zeitebenen passen für mich gut zusammen und machen den Roman abwechslungsreich.
Für mich ist es eine gefühlvolle Geschichte über Verlust, Vertrauen und einen neuen Anfang. Die beiden Zeitebenen greifen gut ineinander und nach und nach ergibt sich ein klares Bild von dem, was damals und heute passiert. Ich habe Lea, Rory, Fiona und Alastair gern auf ihrem Weg begleitet und hatte mit diesem Buch schöne Lesestunden. Dafür vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

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Das Erbe der Gouvernante

Rezensionen von Rinoa:

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Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel

Großartiger Thriller

Wow, was für ein packender Thriller. Hier hat für mich einfach alles gestimmt, der Plot, die Figuren, der Spannungsbogen, der Schreibstil.
Ich war gleich mittendrin in der Geschichte, denn schon der Anfang hat es wirklich in sich. Und nach und nach entwickelt sich eine fast schon unglaubliche Geschichte (was auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt wäre, müsste ich unbedingt einen nennen, dass es nämlich manchmal für meinen Geschmack ein bisschen zu weit hergeholt erschien).

Doch darüber konnte ich problemlos hinwegsehen, weil ich das ganze Drumherum einfach so wahnsinnig gut gemacht fand.

Mit am besten gefallen hat mir aber die Entwicklung von Marlene, die mir am Anfang wirklich unsympathisch war und sehr selbstgefällig und fast getrieben wirkte in ihrem Bestreben, die Unbekannte unbedingt entlarven und auch bestrafen lassen zu müssen, nur aufgrund eines sehr vagen Verdachts. Doch die Erkenntnis, dass vielleicht nicht immer alles so ist, wie es scheint, dass man auch immer die Hintergründe kennen muss, um das große Ganze zu verstehen, verändert auch ihre Sicht auf manche Dinge, das war wirklich sehr authentisch und glaubhaft beschrieben.

Alles in allem fand ich "Die Lüge in ihrem Gesicht" wirklich großartig, es war spannend, unterhaltsam und ich konnte es wirklich kaum aus der Hand legen. Ganz klare Leseempfehlung.

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Die Lüge in ihrem Gesicht

Rezensionen von Rinoa:

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DAISY – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören von Melanie Raabe

Spannend mit kleineren Schwächen

Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Melanie Raabe gefreut, deren Thriller ich bisher ausnahmslos sehr mochte. Die Story klang zwar ein wenig abgefahren - eine Anwältin auf einem nächtlichen Feldzug für die Gerechtigkeit –, aber das ist ja erst einmal nichts Schlimmes.
Durch den sehr nahbaren Schreibstil war ich auch gleich drin im Geschehen und im Leben von Luca, die ich auch wirklich sympathisch fand, trotz ihres etwas fragwürdigen "Hobbys".

Ihre Beweggründe konnte ich aber tatsächlich nachvollziehen, wer ärgert sich nicht manchmal darüber, dass manche Menschen offenbar mit allem davonkommen und dadurch Leid über andere bringen.

Die Autorin schafft es, die Spannung durchgehend hoch zu halten und den Leser auf die ein oder andere falsche Fährte zu locken, auch durch die immer wiederkehrenden Rückblenden in Lucas Vergangenheit, das war schon echt gut gemacht.
Trotzdem gab es für mich aber auch immer wieder Längen bzw. zu viele Wiederholungen ein und desselben Gedankengangs.

Was mich jedoch am meisten gestört oder fast schon geärgert hat, waren einige für mich doch grobe Logikfehler, bei denen ich tatsächlich nicht verstehen kann, wie sie beim Lektorat nicht auffallen konnten, wenn sie mich schon beim ersten Lesen quasi angesprungen haben. Das waren zwar nicht unbedingt geschichtenverändernde Dinge, gestört haben sie mich allerdings trotzdem.

Davon mal abgesehen hat mir "Daisy" aber gut gefallen, es war zwar vielleicht thematisch für meinen Geschmack nicht ganz so realistisch, dafür aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam und spannend und ich habe es gern gelesen.

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DAISY – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören

Rezensionen von Carolin:

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Ich erklär das jetzt mal psychologisch von Stefanie Stahl

Unterhaltsam, selbstreflexiv und gut verständlich

In Stefanie Stahls "Ich erklär das jetzt mal psychologisch" werden auf sehr angenehme Art und Weise für Laien Erklärungen für alltagsnahe Situationen gegeben. 45 kurze, in sich abgeschlossene Kapitel ermöglichen es einem, genau zu dem Thema etwas zu lesen, das einen gerade beschäftigt.

Das Buch ermöglicht es, sich selbst besser zu reflektieren. Gefühle und Empfindungen besser zu verstehen, Verhaltensweisen zu analysieren und Muster zu erkennen und zu durchbrechen. Insbesondere die Tipps zu schwierigen Situationen haben mir sehr geholfen, mich in eben solchen nun etwas besser zurechtzufinden, mich selbst besser zu verstehen und hoffentlich beim nächsten Mal besser zu reagieren. Wenn man bereits Frau Stahls Podcasts gehört hat und ihre anderen Bücher gelesen hat, dann findet man hier leider nicht allzu viel Neues. Dies fand ich etwas schade. Für Neueinsteiger, die sich erst seit Kurzem mit der eigenen Psyche befassen ist es allerdings ein super Buch für dieses Vorhaben.

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Ich erklär das jetzt mal psychologisch