Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ruth:
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Persiflage auf den klassischen Spionageroman
Die Neunziger Jahre - eine Zeit der Euphorie: der Eiserne Vorhang war gefallen, die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten war weg, der Kalte Krieg endlich Vergangenheit. Voller Optimismus konnte man in die Zukunft schauen, ohne Angst. Die Welt war im Begriff, eine bessere zu werden. „ Das ist das Ende der Geschichte,“ davon ist der fünfundzwanzigjährige Dichter Jakob Dreiser überzeugt.
Doch nicht jeder mag in die allgemeine Glückseligkeit mit einstimmen, wie z. B. Dieter Germeshausen. Wo bleiben denn dann Leute wie er, die zuvor in dieser Geschichte eine Rolle gespielt haben? Seit 27 Jahren arbeitet er brav für den BND, hat sich jahrelang um Überläufer aus dem Warschauer Pakt gekümmert. Aber da in Pullach niemand so richtig seine Leistung gewürdigt hat, bot er irgendwann der gegnerischen Seite seine Dienste an. Und nun kommt Gorbatschow und aus und vorbei ist es mit seinen beiden Jobs. Aber schon immer ist es so bei ihm gelaufen. Erst hat er sich vergeblich bei der AOK beworben, dann zeigte ihm der BND die kalte Schulter . „ Und als Krönung des Ganzen fing er an, für die Sowjetunion zu spionieren, und kurze Zeit später war die Sowjetunion weg. Sein Leben war ein einziger Rohrkrepierer.“
Aber damit sollte nun Schluss sein. Germeshausen plant den letzten großen Coup, der ihm seinen Ruhestand vergolden soll.
Dafür braucht er Jakob Dreiser. Denn anders als Germeshausen versteht dieser es, die Leute in Gespräche zu verwickeln und für sich einzunehmen. Und im Grunde genommen sind Schriftsteller doch die idealen Spione. Sie sitzen stundenlang in Cafés oder auf Parkbänken, beobachten die Menschen und machen sich Notizen.
Auf dem Sommerfest der Russischen Föderation in Rom begegnen sich die beiden ungleichen Protagonisten, ausgerechnet bei den Russen. „ Wenn man früher versucht hätte, in diesen Garten zu gelangen, wäre man in einem sehr dunklen Keller gelandet. Jetzt wird man bewirtet.“ wundert sich Germeshausen, bevor er Jakob sein Angebot unterbreitet.
Jakob ist zwar überrascht, aber die Neugierde ist größer. Diese neue Aufgabe verspricht doch etwas Abwechslung in seinen langweiligen Alltag zu bringen. Damit sollte er Recht behalten. Denn was nun folgt ist eine unglaubliche Geschichte, die die beiden bis nach Kasachstan führen soll. Es geht um viel Geld, um russische Hubschrauber und die russische Mafia und ein Geschäftstreffen in einer Petersburger Sauna.
Attraktive Frauen dürfen in einem Spionagethriller natürlich nicht fehlen. Dominique ist eine äußerst trinkfreudige Dame, ehemalige Botschaftergattin und die erste Liebe von Germeshausen. Auch für sie plant er diesen Deal.
Francesca ist weitaus mehr als eine einfache Italienischlehrerin, die ihre erwachsenen Schüler verführt. Warum sonst sollte sie Jakob und Dieter nach Kasachstan begleiten?
Eine wichtige Rolle spielen auch noch die Leiterin des Goethe-Instituts in Almaty und die unzugängliche Chefin einer Hubschrauberfabrik.
Kristof Magnusson hat mit „ Die Reise ans Ende der Geschichte“ eine Persiflage auf den klassischen Agentenroman geschrieben. Die Handlung ist gleichermaßen aberwitzig wie spannend. Die Charaktere, wenn auch leicht überzeichnet, wirken echt und lebendig. Da ist der vom Leben enttäuschte, stets pessimistisch gestimmte Doppelagent. Ihm gegenüber steht Jakob, jung, stets gut gelaunt, aber etwas gelangweilt, der nun an der neuen Aufgabe über sich hinauswächst. Und auch die Nebenfiguren sind detailliert und liebevoll herausgearbeitet.
Viele bissige Spitzen auf Milieus und landestypische Eigenheiten sorgen für Heiterkeit. Auch die politische Aufbruchstimmung der Neunziger Jahre kommt gut rüber. Leider zeigt die aktuelle Situation, dass Germeshausen mit seiner negativen Weltsicht richtig lag. „Ich sage Ihnen, woran die Russen sich erinnern werden. Daran, wie sie jetzt gerade vom Westen gedemütigt werden. Die Sowjetunion war eine Weltmacht, jetzt ist alles nur noch Wind of Chance und Tetris, das kann doch nicht gut gehen.“ Und : „ Wir werden die alte Welt noch ganz schön vermissen.“
Eine weitere Stärke des Autors sind seine Dialoge, spritzig und pointiert.
Ich habe mich mit diesem satirischen Spionage- und Gesellschaftsroman bestens amüsiert, auch wenn die Geschichte zum Ende hin ein paar abstruse Drehungen zu viel nimmt.
Rezensionen von peedee:
Give It All to Him von Max Lucado
Bewertung für die deutsche Version „Nur für DICH“
=== Die deutsche Version ist im Katalog nicht verfügbar ===
Wie man so schön sagt, hat jeder Mensch sein Päckchen zu tragen. Max Lucado, geb. 1955, langjähriger Pastor der Oak Hills Church in San Antonio (Texas/USA) und Bestsellerautor, zeigt dies hier ganz plastisch auf, indem er die Menschen mit Müllsäcken belädt und diese herumtragen lässt.
Was ist da drin? Scham, Reue, Schuld, Schmerz, Verbitterung, Rachsucht und vieles mehr…
Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, ein kurzer, plakativer Titel – gefällt mir sehr gut.
Mir haben die Bilder, die der Autor gezeichnet hat, sehr gefallen: Die eigenen Sorgen oder Gefühle mal in Müllsäcke zu verpacken und einfach der Kehrichtabfuhr mitzugeben. Ist das nicht ein befreiendes Gefühl? Und ob! Jede/r weiss, dass sich im Alltag immer wieder neuer Müll anhäuft und so ist es auch im Innern, daher ist jede/r angehalten, sein Inneres immer wieder auf „Müll“ zu untersuchen und dann raschestmöglich zu entrümpeln.
„Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.“ (Matthäus 11,28)
Ein kleines Büchlein – gerettet aus einem öffentlichen Bücherschrank – mit nur 62 Seiten ist schnell ausgelesen, keine Frage. Aber um im Inneren etwas anzustossen, braucht es nicht immer Hunderte von Seiten; manchmal reicht schon ein einzelner Satz aus. Von mir gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von Leseliebee:
Willkommen beim Kinderarzt von Sandra Grimm; Vitor Gatinho
Süßes Pappbilderbuch mit Praxis-Tipps
Das Pappbilderbuch „Willkommen beim Kinderarzt“ von Dr. med. Vitor Gatinho führt Kleinkinder ab 2 Jahren spielerisch durch den Praxisalltag mit Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Behandlungen bei Krankheiten. Der Kids.Doc erklärt alles kindgerecht, um Ängste vor dem Arztbesuch zu nehmen.
Das Cover überzeugt mit einer ansprechenden realen Szene aus der Praxis und dem niedlichen Panda mit Verband, der sofort neugierig macht.
Die Illustrationen sind farbenfroh und einladend, perfekt für kleine Zuhörer.
Das Buch hebt sich durch praktische Eltern-Tipps ab, wie das Vermeiden von Sätzen wie „Das tut nicht weh“ oder das Mitgeben eines Kuscheltiers. Für mich war das allerdings nichts Neues.
Der Name „Kids.doc“ wirkt in einem Kinderbuch etwas befremdlich – gewollt als Instagram-Name des Autors, aber für Kinder unverständlich. Wer Tipps braucht und ein süßes Pappbilderbuch sucht, dem empfehle ich es dennoch sehr.
Rezensionen von Piet1990:
Heaven's Gate von Daniel Faßbender
Ruhiger Krimi mit starkem Setting
„Heaven’s Gate“ hat mich vor allem durch seinen Protagonisten und den ungewöhnlichen Schauplatz überzeugt. Im Mittelpunkt steht Caruso, ein ehemaliger deutscher Profisurfer, der auf den Philippinen als Privatdetektiv lebt. Schon diese Konstellation hebt das Buch angenehm von klassischen Krimis ab.
Die Geschichte wird ruhig und unaufgeregt erzählt. Ein Vermisstenfall führt Caruso in ein Umfeld aus Gewalt, Drogen und Korruption, wobei weniger Tempo als vielmehr Atmosphäre und Beobachtung im Vordergrund stehen. Genau dieser Ton hat für mich gut funktioniert.
Besonders gelungen fand ich das Setting auf den Philippinen, das sehr realistisch und unaufdringlich beschrieben wird. Auch der Schreibstil ist klar und flüssig, stellenweise bewusst entschleunigt. Das mag nicht jeder, passt aber gut zur Hauptfigur und zur Stimmung des Romans.
Fazit:
Ein atmosphärisch dichter, ruhig erzählter Krimi mit einer glaubwürdigen Hauptfigur und starkem Schauplatz. Wer leise Spannung und Charakter statt Action sucht, wird mit „Heaven’s Gate“ sehr gut unterhalten.
Rezensionen von Murksy:
Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse! von Daniela Kulot
Für geübte Erstleser
Das Bunt bebilderte Buch animiert schon vom Cover an, darin zu blättern. Die vielen Zeichnungen lockern das Ganze auf. Denn auch wenn als Altersangabe 6 Jahre gemacht wird, ist Kind nicht gleich Kind. Für reine Erstleser sind manche Wörter noch schwer. Zum Beispiel „schlagartig, Herbstblätter, Atemzug, Käsegeruch, Piroggen oder zickzack“ sind für ältere Kinder kein Problem, die wirklichen Erstleser brauchen da Unterstützung.
Erstleser brauchen wirklich einfache Texte, sonst entsteht schnell Frust. Das kenne ich von meinen Kindern. Auch hätte ich bei einem reinen Erstleserbuch auf Wortverlängerungen wie bei siiiiie verzichtet. Das verwirrt nur beim Lesenlernen. Auch einen Satz wie „Und Futsch ist sie“, der zweimal vorkommt, hätte ich zumindest einmal mit der Beschreibung „sie ist weg“ ersetzt.
Ansonsten ist das Buch gut gestaltet, die Schrift ist groß und auch die Rätsel lockern etwas auf, zusätzlich werden erste Schreibfähigkeiten getestet. Das Niveau des Buches ist meiner Meinung nach gehobener Erstleser, also in die zweite Klasse hineinreichend. Das hat mein größerer Sohn auch so gesehen. Leider ist ja das Leseniveau auch von Bundesland zu Bundesland und von Klasse zu Klasse verschieden. Pauschale Empfehlungen sind hier schwer zu treffen. Die Geschichte mit der Maus hat unserem Jüngsten gut gefallen. Positiv ist, dass das Buch auch über die Antolin-App bearbeitet werden kann. Diese App unterstützt nach meiner Erfahrung die Lesefähigkeit und fördert die Aufmerksamkeit. Unsere Kinder arbeiten gerne damit und werden zum Lesen animiert.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von Murksy:
Lola im Spiegel von Trent Dalton
Große Erzählkunst
Gelber Einband, rosa Schrift. Obwohl ich wenig auf die Aussagekraft von Covern gebe, muss ich gestehen, dass ich das Buch vermutlich nicht weiter beachtet hätte. Doch welch ein Versäumnis wäre dies gewesen, unfassbar. Es ist immer zweifelhaft, wenn Autoren mit großen Werken der Weltliteratur verglichen werden.
In diesem Fall neige ich selber dazu. Dickens, Irving oder Updike, Vergleiche fallen einem ein, auch wenn diese immer etwas hinken. Was Dalton mit diesen auf jeden Fall vereint, ist die großartige Erzählkunst. Die Sätze, manchmal kurz und abgehackt, ergänzen sich, ergänzen die Geschichte um das namenlose Mädchen in der Schattenwelt der von der Gesellschaft abgehängten Menschen zu einem Epos voller Hoffnung, Trauer, Verlust, Liebe, Gewalt und Verzweiflung. Und über allem thront trotzdem der Glaube, dass es so etwas gibt wie ein Schicksal, das wir bestimmen können und nicht ein Schicksal, das uns bestimmt. So wie das Mädchen an seine Zukunft als Künstlerin glaubt, auch wenn alles dagegen spricht, so glauben diverse Personen in dem Buch an ihre persönliche Zukunft. Diese Zukunft, die sich aber trotz dem Glauben daran nicht für alle erfüllen wird. Aber genau dies ist für mich die Botschaft dieser wunderbar erzählten Geschichte. Glaube an deinen Traum und versuche, ihn zu verwirklichen. Denn dies macht uns aus. Wer sich ergeben fügt und alles hinnimmt, wird nicht einmal die Chance haben, etwas zu verändern oder vielleicht sogar sein Stück vom Glück zu bekommen.
Das Mädchen ohne Namen, das so talentiert zeichnet, ist auf der Suche nach ihrer Identität und ihrem Ziel zugleich. Manchmal scheint alles gegen sie zu sprechen. Die Welt, mit ihrer grausamen Härte, frisst Hoffnungen und Mut wie eines der Monster, dass sie auf manchen Zeichnungen festhält. In diese scheinbar ausweglosen Dunkelheit blitzen aber immer wieder Fünkchen von Menschlichkeit auf, die einen auf dem tobenden Fluss des Lebens wie Bojen oben halten. Das Buch fesselt auf eine teilweise grausame Weise. Einerseits kann man nicht davon ablassen. Andererseits hält man immer wieder inne, versucht das Gelesene zu verarbeiten. Das Buch hat düstere Seiten, Seiten voller Gewalt, aber auch Seiten von der Leuchtkraft eines hundertfach überzeichneten Sonnenaufgangs. Das Buch nur als Coming-of-age-Roman abzutun, greift deutlich zu kurz. Vielmehr ist es eine Metapher auf das Leben, wie sie die oben genannten Autoren ebenso grandios erschaffen haben. Die teilweise schaurig-schönen Zeichnungen des Illustrators Paul Heppell ergänzen perfekt und führen in die Kapitel ein. Explizit muss ich die herausragende Übersetzung von Rita Gravert erwähnen, ein wahrer Genuss. Und auch betonen will ich, dass im Gegensatz zu vielen neueren Veröffentlichungen auf dem Büchermarkt, keinerlei Druck- oder Rechtschreibfehler zu entdecken sind. Ja, leider ist auch das mittlerweile erwähnenswert.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von Piet1990:
Halber Stein von Iris Wolff
Leise Rückkehr zu Erinnerung und Herkunft
„Halber Stein“ ist ein sehr ruhiger, poetischer Roman, der weniger von Handlung als von seiner Atmosphäre lebt. Im Mittelpunkt steht Sine, die nach dem Tod ihrer Großmutter nach Siebenbürgen zurückkehrt. Diese Rückkehr wird zum Auslöser für Erinnerungen, innere Reflexionen und die Auseinandersetzung mit Herkunft, Verlust und Zugehörigkeit.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Sprache. Iris Wolff schreibt sehr bildhaft und fein, fast meditativ. Landschaften, Häuser und kleine Beobachtungen bekommen viel Raum, ohne überladen zu wirken. Die Natur und der Ort selbst spielen eine zentrale Rolle und spiegeln Sines innere Stimmung wider. Man merkt, dass es der Autorin weniger um dramatische Ereignisse geht, sondern um das Nachspüren von Gefühlen und Erinnerungen.
Die Geschichte ist bewusst langsam erzählt. Das muss man mögen. Wer eine klare Handlung oder Spannung erwartet, wird hier nicht fündig. Für mich hatte diese Ruhe aber etwas sehr Stimmiges. Sie passt zum Thema des Innehaltens, des Zurückblickens und des Sich-Verortens zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Trotzdem gab es Stellen, an denen sich das Erzähltempo für meinen Geschmack etwas zog.
Die Figuren bleiben eher zurückhaltend gezeichnet, was ebenfalls gut zur Erzählweise passt. Sine wirkt dabei authentisch in ihrer Zerrissenheit zwischen dem Leben, das sie führt, und dem Ort, der sie geprägt hat. Viele Gedanken und Gefühle werden nur angedeutet – genau das macht den Reiz des Buches aus.
Fazit:
„Halber Stein“ ist ein leiser, poetischer Roman über Erinnerung, Heimat und Identität. Er verlangt Geduld und Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit einer schönen Atmosphäre und einer sehr feinen Sprache. Für Leser:innen, die ruhige, nachdenkliche Literatur schätzen, ist dieses Buch sehr empfehlenswert. Wer jedoch eine dynamische, handlungsgetriebene Geschichte sucht, könnte sich mit der Langsamkeit schwertun.
Rezensionen von Pianogregor:
Wut ist ein Geschenk von Arun Gandhi
Super
Das Buch erleichtert es in vielen Lebenslagen klüger vorzugehen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von PianogregorRezensionen von clematis:
Flüsternde Erinnerungen von Monalishan Santhalingam
Wandern im Harz
Jojo arbeitet als Physiotherapeut in einem Hamburger Seniorenheim, nach einem ungewöhnlichen Telefonat mit seinem Vater reist er kurzfristig zurück in seine ursprüngliche Heimat im Harz. Anstatt erholsamer Tage erwartet ihn dort aber eine Begegnung mit seiner düsteren Vergangenheit, an die er sich auch sieben Jahre danach nicht erinnern kann.
Spannung und Nervenkitzel verspricht die Kurzinfo zum Buch, da ich beides sehr gerne lese, habe ich zu den Flüsternden Erinnerungen gegriffen. Wir starten mit einem Prolog im Jahre 2017 und unternehmen mit einer Gruppe junger Menschen eine Wanderung. Danach geht die Handlung in einer Altenresidenz im Jahr 2024 weiter, wo wir schließlich Jojo kennenlernen, der ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich trägt. Nach endlosen Seiten informationsarmen Hin- und Hergeplänkels mit Kollegen und Pfleglingen geht es weiter in den Harz und auf die mysteriösen Spuren einer retrograden Amnesie. Ein Fünftel des Buches ist gelesen, aber weder die Gegenwart noch die Rückblenden zur Waldwanderung erfüllen die Erwartungen eines „düsteren Psychothrillers“ [Klappentext]. Jetzt geht es los, ist meine persönliche Motivation, Irrtum, auch in den noch folgenden Kapiteln will sich bei mir einfach kein Gänsehautgefühl einstellen, leider wirken weder die örtlichen Gegebenheiten noch die einzelnen Geschehnisse aufregend und beklemmend. Selbst die Ausdrucksweise im Buch vermittelt keinerlei Dramatik, wir verlieren uns in banalen Details und Nebensächlichkeiten, welche vielleicht in eine Romanbeschreibung passen, aber in einem Thriller keinen Platz haben. Irgendwann geht es um Homosexualität mit – für mich – nicht nachvollziehbaren Gedankengängen, immerhin finden die Handlungsstränge am Ende alle ihren in sich logischen Abschluss, glaubwürdig sind sie aber trotzdem nicht unbedingt.
Die Idee zum Buch gefällt mir grundsätzlich schon, die Umsetzung ist allerdings nicht recht geglückt. Während andere Leser durchaus positive Meinungen abgeben, möchte ich Flüsternde Erinnerungen nicht weiterempfehlen, am besten, man verschafft sich selbst ein Bild.
Rezensionen von v_im_wunderland:
TINTE und SCHWERT – Verwandlung (Band 1) von Matthias Soeder
historisch gut recherchiert
Ich finde das Cover überaus gut gestaltet und äußerst passend zu dem Inhalt des Buches. Es zeigt eine mittelalterliche Radierung, die in Rot-Schwarz gehalten ist und das Buch hat sogar eine hochwertige Erhabenheit und Glanzlack. Auch im Inneren des Buches findet man noch eine Radierung der Stadt Pilsen welche gut auf den Inhalt des Buches einstimmt.
Die Handlung spielt im Jahr 1618, indem Jacobs Familie von Söldnern ermordet wird und Jacob selbst verschleppt wird. Doch dies will er natürlich nicht hinnehmen und will sich an den Söldnern rächen. Dabei hilft ihm eine junge Heilerin. Der Inhalt des Buches ist sehr gut recherchiert und er hat mich direkt in die Vergangenheit mitgenommen. Wahres und Erfundenes passt perfekt zusammen und zeichnet ein sehr gut nachvollziehbares Bild des Lebens in der damaligen Zeit. Ein sehr gutes historisches Buch!











