Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von brauneye29:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Mo & Moritz von Julya Rabinowich

Tolles Buch

Zum Inhalt:
Mo hat muslimische Wurzeln und beginnt eine Friseurlehre in einem Wiener Salon und lernt dadurch auch eine glamourösere Welt kennen. Als er beim Wiener Opernball hinter den Kulissen eingesetzt wird, lernt er Moritz kennen und verliebt sich in ihn. Ausgerechnet in ihn, einen jüdischen Jungen.

Mo ist glücklich, hat gleichzeitig aber auch Angst, denn wie wird seine Familie damit umgehen?
Meine Meinung:
Was mir an diesem Buch so gut gefallen hat, ist das gleich mehrere Themen sehr sensibel aufgegriffen werden ohne eben kitschig zu werden. Mo, der muslimische Wurzeln hat und wo Homosexualität sicher nicht gut ankommt und sich dann auch noch in einen Juden verliebt, das wären eigentlich schon Themen genug, aber es werden eben auch die normalen Probleme der Jugendlichen aufgegriffen. Herr Franz hat mir da mit seiner Art und auch wie er Mo unterstützt so gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr gut und das Buch absolut lesenswert.
Fazit:
Tolles Buch

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29
Mo & Moritz

Rezensionen von ReiShimura:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Gennaros Italia Mia von Gennaro Contaldo

Regional, rustikal, erinnerungsreich

„Man kann tausend neue Küchen nach Italien bringen – aber am Ende sehnen wir uns doch nach den Gerichten unserer Großmütter und Mütter.“
Gennaro Contaldo tritt mit diesem Buch eine Reise in die Vergangenheit an. Zurück zu den Wurzeln, in die Heimat und seine Kindheit. Er gräbt mehr oder weniger in Vergessenheit geratene Rezepte wieder aus und teilt einen Teil der italienischen Küche mit uns, den wahrscheinlich die meisten bis dato noch nicht kannten.

Wie bei den meisten modernen Kochbüchern, vor allem wenn es sich um Exemplare von namhaften Küchen oder anderweitig berühmten Persönlichkeiten handelt, ist dies mehr als nur eine Rezeptsammlung. Es ist viel mehr eine Mischung aus Anekdoten, stimmungsvollen Bildern und ein kleiner Exkurs in die Geschichte Italiens und der italienischen Küche. Gennaro nimmt sich die Zeit den Leser:innen die Unterschiede in den Regionen beizubringen und wie sich diese Unterschiede auch unweigerlich auf das Essen und die Rezepte auswirken.

Die Einteilung der Rezepte ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber in diesem Fall auch angebracht und nachvollziehbar. Die Rezepte werden in diesem Buch nach dem Bereich (Mittelitalien, Die Inseln, Der Norden, Der Süden) aus dem sie stammen eingeteilt. Vor jedem der großen Kapitel gibt es eine kurze Einführung über die Regionen, die zu diesem Bereich zählen und welche Zutaten typisch für diese Regionen sind.

Die Rezepte selbst sind ansprechend und übersichtlich dargestellt. Neben dem italienischen Namen und der deutschen Übersetzung dessen, gibt es zu jedem Rezept ein paar einführende Worte und manchmal auch den einen oder anderen Tipp. Nährwertangaben fehlen genauso wie Informationen zur Zubereitungszeit. Auch auf eine Kennzeichnung ob es sich bei dem Rezept um ein vegetarisches oder veganes Gericht handelt, wird verzichtet. Obwohl es sehr viele Fotos in dem Buch gibt, wurde nicht jedes der Gerichte abgelichtet.

Die Rezepte des Buches sind meiner Meinung nach nur bedingt alltagstauglich. Dies liegt vor allem daran, dass der Arbeitsaufwand durch das Herstellen der Nudeln recht hoch ist. In einigen Gerichten empfiehlt Gennaro eine alternative Nudelsorte, damit man dieses Gericht schneller zubereiten kann. Die meisten Zutaten sollte man heutzutage problemlos bekommen, für die eine oder andere Zutat oder auch Küchenhilfsmittel wird man aber um einen Besuch in einem Fachgeschäft oder einer Onlinebestellung nicht rumkommen.

Gennaro Contaldo ermöglicht der breiten Masse mit diesem Buch einen wunderbaren und schmackhaften Einblick in die traditionelle italienische Küche. Meiner Meinung nach ist dieses Buch vor allem für bereits erfahrene Köche geeignet, die tiefer in die italienische Küche eintauchen möchten. Anfänger und Veganern würde ich eher von der Anschaffung dieses Buchs abraten, da ihre Bedürfnisse hier nicht befriedigt werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von ReiShimura
Gennaros Italia Mia

Rezensionen von brauneye29:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Lola im Spiegel von Trent Dalton

Interessant

Zum Inhalt:
Ein Mädchen und seine Mutter sind seit Jahren auf der Flucht, Namen gibt es keine, denn Namen sind auf der Flucht gefährlich. Ihr Leben spielt sich in einem Van auf einem Schrottplatz ab. Doch das Mädchen will diese triste Leben nicht, sie will Künstlerin werden. Doch so einfach ist es nicht den Traum zu verwirklichen und sie braucht Hilfe, doch dafür muss sie der Wahrheit auch ins Gesicht sehen.

Meine Meinung:
Ich habe mich sehr lange irgendwie durchs Buch gekämpft, weil ich Schwierigkeiten hatte, mich in die Geschichte einzufinden, wobei ich gerade was die Bilder anging, auch sehr fasziniert war. Irgendwann hatte mich dann das Buch doch und gerade zum Ende hin, war ich total gerührt, gerade auch was die Begegnung mit Christina anging oder das Gespräch als um ihre künstlerischen Ambitionen ging. Spätestens da hatte mich die Story. Im Nachhinein betrachtet, gefällt mir jetzt auch das Coverbild, denn vorher war mir das einfach zu schrill. Aber es passt gut zur Story. Den Schreibstil fand ich lange Phasen des Buches anstrengend, hatte mich aber irgendwann daran gewöhnt.
Fazit:
Interessant

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29
Lola im Spiegel

Rezensionen von brauneye29:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Tage des Lichts von Megan Hunter

Berührend

Zum Inhalt:
Ivy steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden und sie möchte, das ihr Leben besonders werden soll, aber was sie wirklich anfangen soll, weiß sie nicht. Doch statt ein besonderes Leben zu führen, dass sie sich erträumt, geht ihr Leben in ganz normale Bahnen. Jahre später wird ihr nach der Begegnung mit Francis bewusst, wie leer sich ihr Leben eigentlich anfühlt.

Und eine Liebe entflammt, die es so aber nicht geben darf.
Meine Meinung:
Das ist ein Buch der eher leisen Töne und darauf muss man sich dann auch einlassen können, denn es löst auch in dem Leser Gefühle aus, bei denen er ins Grübeln über das eigenen Leben kommt. Der Schreibstil ist eher zurückhaltend und still, was aber sehr gut zum Buch passt. Ich habe das Buch mit Interesse gelesen, denn solche Geschichte begegnen einem nicht so oft. Ein ganzes Leben in nur sechs Tagen zu erzählen hätte ich so nicht für möglich gehalten, aber es funktioniert.
Fazit:
Berührend

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29
Tage des Lichts

Rezensionen von begine:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Leben im Irak




Abbas Khider zeigt uns wieder die Grausamkeiten seiner früheren Heimat.
In seinem Roman, Der letzte Sommer der Tauben, lässt er den 14jährigen Noah erzählen. Die politischen Ereignisse lassen uns ja schon in den Nachritten aus dem Irak erschüttert zurück.
Noah sieht viel, wenn er durch die Stadt stromert, aber auch da ist er schon nicht ganz frei.

Jeder muss aufpassen was er sagt, überall kann die Sittenpolizei zugreifen.
Am Ende dürfen nicht einmal mehr Tauben auf dem Dach gehalten werden.
Abbas Khider zeigt in seinen Romanen immer wieder diese Gräuel an. Da scheint es ja auch nie so richtig besser zu werden. Überhaupt die Frauen sind gefährdet. Sie dürfen nicht mehr in ihren Berufen arbeiten und nicht einmal mehr alleine auf die Straße gehen.
Der Roman lässt mich wieder erschüttert und ratlos zurück.
Trotzdem muss ich seine Romane immer wieder lesen. Ich gebe eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von begine
Der letzte Sommer der Tauben

Rezensionen von MarcoL:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Das gute Benehmen von Molly Keane

Familiengeschichte aus dem irischen Landadel

Aroon, die Ich-Erzählerin, wächst in einer irische Familie aus dem Landadel auf. Einst vermögend, verprassen die Eltern ihren Reichtum ohne Rücksicht und wohl auch ohne besseren Wissens, wie denn überhaupt die maroden Kassen gefüllt werden sollen, das letzte Geld. Die Erbin Aroon erzählt uns ihre Geschichte, von guten Tagen, von zunehmend schlechteren Tagen, und auch viel über sich selbst.

Auch sie lebt in einer Art Scheinwelt – einer gefühlten Parallelwelt zum realen Leben, in der Hoffnung, dass Richard, ein Lebemann von einer befreundeten englischen Familie, sie endlich ehelicht. Denn, er kannte sie doch, kam ihr doch einmal für eine äußerst kurze Zeit sehr nahe. Ein sehr spärlicher Briefverkehr wuchs, aber es entwickelte sich daraus nie mehr. Es gab von Seitens Richards nie eine Zusage, oder ein Versprechen. Er war „nur“ mit Hubert, Aroons Bruder, gut befreundet – mehr als gut – doch das wurde nie und nimmer ausgesprochen; vor allem in jener Zeit vor hundert Jahren. Hubert ist ein Dandy, Aroon das Gegenteil davon; korpulent und dem guten (und vielen) Essen mehr als zugeneigt.
Als Hubert bei einem Autounfall ums Leben kommt, verschließen sich Aroons Eltern komplett. Ihre Mutter tut so, als wäre nichts passiert, ihr Vater, ein leidenschaftlicher Jäger, ein Wrack. Irgendwann scheint Aroon zu verstehen, in welcher Welt sie lebt – aber es ist zu spät. Nach dem Tod des Vaters kümmert sie sich zusammen mit der resoluten Hausangestellten Rose um ihre Mutter … und der Kreis der Rache zur Eröffnungssequenz schließt sich.
Der Roman plätschert so dahin, ist eigentlich leicht und flüssig geschrieben, aber verzettelt sich manchmal für meinen Geschmack doch zu sehr und zu lustlos in Einzelheiten und dem Familiengeschehen. Auf der anderen Seite lässt einen die Autorin tief und leicht in die Erzählung eintauchen, und gibt uns ein gutes Abbild jener Gesellschaftsschichten.
In Summe hat mich der Roman zwar nicht restlos überzeugt, war aber dennoch eine angenehme Lektüre, die ich möglicherweise mit einer zu hohen Erwartungshaltung anging.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von MarcoL
Das gute Benehmen

Rezensionen von Liselottchen:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Ich bin noch gar nicht müde! von Nicola Hengels-Stitou

Nette Geschichte mit Tipps für Eltern

Mika möchte abends nicht schlafen gehen, meist ist er mitten im Spiel und zahlreiche Gedanken wirbeln in seinem Kopf. An diesem Abend bringt ihn Papa ins Bett, denn Mama ist noch mit seiner kleinen Schwester beschäftigt. Das passt Mika nicht und er macht es seinem – sehr geduldigen – Papa recht schwer.

Papa kann nicht so gut vorlesen wie Mama, dann fehlt im sein Kuscheltier, er muss auf die Toilette, es ist ihm zu warm, er will Mama und das sofort. Doch Papa hat sehr viele Tricks auf Lager: Er lässt Mikas Gedanken auf Papierfliegern zum Fenster hinausfliegen, er vertreibt imaginäre Monster und vieles mehr.
Die Geschichte ist für Kinder ab vier, fünf Jahren geeignet, es gibt immer noch eine Frage auf jeder Seite, wie beispielsweise »Hast du schon alles, was du brauchst, um einschlafen zu können?« Dieser Elternteil enthält für mich nichts Neues und komm an manchen Stellen belehrend rüber.
Unter dem Strich eine nette Geschichte zum Vorlesen, bei der – wie bei vielen pädagogisch wertvollen Kinderbüchern, die Spannung einen Tick größer sein könnte. Meinen Enkelkindern (3 bis 5) hat die Story ganz gut gefallen, besonders die Illustrationen haben sie begeistert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Liselottchen
Ich bin noch gar nicht müde!

Rezensionen von Anjulia :

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

The Poet Empress von Shen Tao

Der Palast der Azaleen

Bauernmädchen Yin Wei möchte ihrem jüngeren Bruder den Besuch einer Schule ermöglichen und die Hungersnot in ihrem Dorf lindern, die bereits weiteren ihrer Geschwister das Leben gekostet hat. Aus diesem Grund versucht sie, eine der dreißig auserwählten Konkubinen des grausamen Thronfolgers Prinz Terren zu werden.

Als ihr dies trotz bescheidener Herkunft gelingt, muss sie feststellen, dass der Azaleenpalast einem Schlangennest gleicht. Andere Konkubinen sowie die Kaiserin versuchen, sie aus dem Weg zu räumen und der Prinz demütigt und foltert sie. Wei stößt auf die Legende des Herzseelengedichts. Ein Zauber, der den sonst unbesiegbaren Prinzen töten könnte. Doch um dieses Gedicht zu schreiben, müsste Wei ihn wahrhaft kennen.

The Poet Empress von Shen Tao ist asiatische Fantasy, düster, grausam, aber auch philosophisch und fast schon poetisch. Es ist die Geschichte eines Bauernmädchens, das lernen muss, sich in einem Palast voller Intrigen durchzusetzen. Es ist die Geschichte von einem schüchternen Jungen, der zu einem Monster wird, und von Brüdern, welche die Rivalität um die Krone entzweit. Das Setting rund um den königlichen Hofe, sowie das Magiesystem, das auf poetischen Segen und Gaben der königlichen Familie beruht, hat mir gut gefallen. Wei ist eine Protagonistin, die viel ertragen muss, Entscheidungen treffen muss, die ihre eigenen moralischen Werte infrage stellen, aber dennoch an ihren Zielen festhält. Prinz Terren ist grausam, mörderisch und innerlich gebrochen. Die Geschichte der beiden ist definitiv keine Liebesgeschichte. Wer hier leichte Romantasy sucht, ist falsch. The Poet Empress hat mich mit seiner Atmosphäre, der poetischen Magie und den höfischen Intrigen vollkommen überzeugt und verdient für mich fünf Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anjulia
The Poet Empress

Rezensionen von Shilo:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Ein Sommer, der alles verändert

Im Mittelpunkt steht ein vierzehnjähriger Junge, der Tauben züchtet und in diesen Tieren Freiheit und Ordnung zugleich findet. Während er sich um sie kümmert, rückt eine neue Macht immer näher an den Alltag. Zuerst fast unmerklich, dann immer deutlicher. Hubschrauber am Himmel, neue Regeln, veränderte Blicke der Menschen.

Der Vater passt Bilder an, um Ärger zu vermeiden. Der ältere Bruder macht Karriere in einem System, das Angst verbreitet. Mutter und Schwester dürfen sich immer weniger frei bewegen. Ihre Welt wird kleiner, und gleichzeitig wächst der Druck auf die Männer, aufzupassen, zu kontrollieren und Regeln durchzusetzen. Die Selbstständigkeit der Frauen schwindet dabei immer mehr.
Besonders stark wirkt der Blick des Jungen. Er versteht vieles noch nicht ganz, spürt aber genau, wie sich sein Alltag verändert. Die Tauben sind für ihn mehr als ein Hobby. Sie gehören zu seinem Leben, geben ihm Struktur und Ruhe. Als sie ebenfalls bedroht werden, wird spürbar, wie sehr diese kleinen Freiheiten den Alltag bestimmen.
Die Sprache bleibt ruhig und klar. Es gibt Momente von feinem Humor, die nicht auflockern, sondern Nähe schaffen. Vieles wirkt schlicht und gerade dadurch glaubwürdig.
Zurück bleibt das Bild eines Sommers, der etwas beendet. Ein Buch, das wenig erklärt, viel zeigt und lange nachwirkt.
Mich hat dieser Roman tief bewegt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Der letzte Sommer der Tauben

Rezensionen von Shilo:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Sanddornschwestern von Kathleen Freitag

Drei Schwestern und das, was bleibt

Die Geschichte beginnt im Jahr 1929 auf der Insel Usedom und setzt sich viele Jahre später im Jahr 1990 fort. Im Mittelpunkt stehen drei Schwestern und ihre Familie, deren Leben von Ereignissen geprägt wird, die lange nachwirken. Still und ruhig entfaltet sich das Geschehen, getragen von Erinnerungen, Verlust und dem Versuch, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

Der Alltag im Hotel Sanddorn ist von Arbeit und familiärem Zusammenhalt bestimmt. Mit der wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeit wächst jedoch die Unsicherheit. Sorgen und Ängste schleichen sich ein, oft unausgesprochen. Ein neuer Pensionsgast bringt zusätzlich Unruhe in das Leben der Schwestern und stellt vieles auf den Kopf.
Die Figuren wirken nah und glaubwürdig. Jede der Schwestern geht anders mit Hoffnung, Liebe und Enttäuschung um. Agnes steht dabei stärker im Mittelpunkt, ohne dass die anderen in den Hintergrund geraten. Entscheidungen aus jungen Jahren wirken lange nach und prägen das weitere Leben.
Der zweite Handlungsstrang der Geschichte spielt im Jahr 1990. Agnes’ Rückkehr an den ihr vertrauten Ort bringt Erinnerungen zurück, die lange verdrängt waren. Vergangenes wird nicht ausführlich erklärt, sondern nach und nach sichtbar. Kleine Hinweise reichen aus, um Zusammenhänge zu verstehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Versuch, das Erlebte einzuordnen.
Die Insel Usedom prägt die Geschichte und verbindet die beiden Zeitebenen. Sie schafft eine ruhige und stimmige Atmosphäre. Gefühle werden zurückhaltend gezeigt und wirken dadurch besonders deutlich. Beim Lesen bleibt ein leises Nachklingen, das die Ereignisse lange im Gedächtnis hält.
Am Ende bleibt eine Geschichte, die nachwirkt. Es geht um Schuld, Verlust und die Möglichkeit, Frieden mit der Vergangenheit zu finden. Ruhig erzählt, mit Wärme und spürbarer Tiefe. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Sanddornschwestern