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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Shilo:

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Sanddornschwestern von Kathleen Freitag

Drei Schwestern und das, was bleibt

Die Geschichte beginnt im Jahr 1929 auf der Insel Usedom und setzt sich viele Jahre später im Jahr 1990 fort. Im Mittelpunkt stehen drei Schwestern und ihre Familie, deren Leben von Ereignissen geprägt wird, die lange nachwirken. Still und ruhig entfaltet sich das Geschehen, getragen von Erinnerungen, Verlust und dem Versuch, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

Der Alltag im Hotel Sanddorn ist von Arbeit und familiärem Zusammenhalt bestimmt. Mit der wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeit wächst jedoch die Unsicherheit. Sorgen und Ängste schleichen sich ein, oft unausgesprochen. Ein neuer Pensionsgast bringt zusätzlich Unruhe in das Leben der Schwestern und stellt vieles auf den Kopf.
Die Figuren wirken nah und glaubwürdig. Jede der Schwestern geht anders mit Hoffnung, Liebe und Enttäuschung um. Agnes steht dabei stärker im Mittelpunkt, ohne dass die anderen in den Hintergrund geraten. Entscheidungen aus jungen Jahren wirken lange nach und prägen das weitere Leben.
Der zweite Handlungsstrang der Geschichte spielt im Jahr 1990. Agnes’ Rückkehr an den ihr vertrauten Ort bringt Erinnerungen zurück, die lange verdrängt waren. Vergangenes wird nicht ausführlich erklärt, sondern nach und nach sichtbar. Kleine Hinweise reichen aus, um Zusammenhänge zu verstehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Versuch, das Erlebte einzuordnen.
Die Insel Usedom prägt die Geschichte und verbindet die beiden Zeitebenen. Sie schafft eine ruhige und stimmige Atmosphäre. Gefühle werden zurückhaltend gezeigt und wirken dadurch besonders deutlich. Beim Lesen bleibt ein leises Nachklingen, das die Ereignisse lange im Gedächtnis hält.
Am Ende bleibt eine Geschichte, die nachwirkt. Es geht um Schuld, Verlust und die Möglichkeit, Frieden mit der Vergangenheit zu finden. Ruhig erzählt, mit Wärme und spürbarer Tiefe. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Sanddornschwestern

Rezensionen von nessabo:

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Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen von Ho-yeon Kim

Eine gut konstruierte, menschliche Geschichte

Ich habe schon einige Werke dieser Art gelesen und fand die qualitativen Unterschiede schon deutlich. Bei einigen der neueren Bücher ging es mir einfach oft zu sehr in eine spirituelle Richtung, die Figurentiefe und authentische Menschlichkeit vermissen ließ. Doch nicht so hier - Kim Ho-yeon hat einen geschickt konstruierten Roman geschrieben, der mich besonders durch seinen feinen Humor und die profilreichen Figuren beeindruckt hat.

Besonders positiv bewerte ich die zentrale Figur Dok-go, da er als ehemaliger Obdachloser eine Gesellschaftsgruppe in den Fokus nimmt, die literarisch so ungefähr nie eine Rolle spielt. Ob die daran anknüpfende Inspirationsgeschichte den eigenen Geschmack trifft, muss jede Person für sich entscheiden. Ich bin da auch schnell abgeneigt, wenn es mir zu platt ist. Hier war das für mich nicht der Fall, denn auch wenn Dok-go sicherlich als Aufhänger für Inspiration dient, speist sich diese aus reiner Freundlichkeit und einem echten Schicksal, ohne dass er dabei wie ein Engel wirkt.

Weiter gefestigt wird meine positive Bewertung durch die vielen Nebenfiguren, die jeweils ein eigenes Kapitel bekommen. Mir ist es in südkoreanischer, vietnamesischer oder japanischer Literatur oft begegnet, dass die Figuren sehr höflich und dadurch glatt wirken, was meinen Geschmack nicht so gut trifft. Ich mag kantige Charaktere, die verschiedene Emotionen nicht nur erleben, sondern auch zeigen. Und das hat Ho-yeon hier ganz lobenswert geschafft. Begeistert hat mich dabei besonders die Nebenfigur der Autorin, die der Handlung eine kurze Meta-Ebene hinzufügt.

Dok-go selbst bekommt im letzten Kapitel noch einmal Raum und wir dürfen seine Vorgeschichte erfahren. Diese zeigt vor allem: Obdachlosigkeit kann alle treffen. Für diesen politischen Grundton, die angenehme Situationskomik, die charakterstarken Figuren und die humanistische Moral behalte ich die Geschichte in bester Erinnerung. Sie mag keine literarische Höchstleistung sein, aber in der Sparte warmherziger Inspirationsromane ist es wirklich einer der besten.

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Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen

Rezensionen von nessabo:

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Die Riesinnen von Hannah Häffner

Kein klassisches Highlight, aber eine Wucht von Buch

Ich mag Generationsromane, die sich über eine längere Zeit erstrecken, wirklich gern. Deshalb hatte ich auch große Lust auf „Die Riesinnen“ und wurde nicht enttäuscht. Obwohl sehr intensiv mit einer poetischen Sprache geworben wird und ich mit einer solchen selten viel anfangen kann, hatte ich nahezu durchgängig eine tolle Lesezeit mit diesem atmosphärischen Roman.

Wir dürfen drei Generationen der Riessberger-Frauen begleiten, die im dörflichen Setting des Romans über lange Zeit wie Aussätzige behandelt werden. Was alle drei Protagonistinnen jedoch vor allem eint, ist ihre Stärke. Diese ist dabei ganz unterschiedlich zu verstehen. Mal liegt sie darin, dass Liese in den 60er-Jahren nach dem Tod ihres Mannes dessen Metzgerei übernimmt und sich in einer frauenfeindlichen Arbeitswelt behaupten muss. Oder darin, dass Cora eisern ihren Weg geht, ohne eine Abkehr davon als Niederlage zu empfinden. Und schlussendlich zeigt sie sich darin, dass Eva beginnt, das Schweigen zu brechen und alte Umstände nicht einfach als gegeben hinzunehmen.

Auffällig ist die Sprache und Erzählstruktur der Geschichte. Stilistisch und sprachlich wählt die Autorin nämlich stets einen nahtlosen Übergang zur nächsten zentralen Hauptfigur und damit Generation. Erzählerisch finde ich das wirklich großartig und innovativ gemacht, denn es erfordert ein aufmerksames Lesen, um den Wechsel bewusst wahrzunehmen. Was zuvor noch poetisch und naturnah war, ist dann z. B. auf einmal direkter und irgendwie wütender - weil die nächste Generation die Geschichte weitererzählt.

Die Figuren werden vielschichtig beschrieben, zum Teil auch noch im Nachhinein durch die Perspektive der späteren Protagonistin. Das ist klug gemacht, sehr detailliert und gleichzeitig feinsinnig - erfordert aber auch hier wieder aufmerksames Lesen. Ich bin Fan davon, wenn Figuren über eine weite Strecke der Geschichte hinweg immer feiner gezeichnet werden. Es erfordert aber definitiv auch die richtige Stimmung und Konzentration auf die Handlung.

Die Sprache unterstreicht stets den Inhalt, die Atmosphäre ist wechselnd und wirklich unglaublich greifbar geschrieben. Und auch, wenn es sprachlich schon stellenweise sehr poetisch wird, verfestigt das in diesen Momenten einfach noch einmal die Verbundenheit mit der Natur und konkret dem Wald. Es bleibt mein least favourite Sprachstil, aber trotzdem fand ich es hier treffend umgesetzt und außerdem nicht zu ausschweifend, sodass ich immer wieder gut in die Geschichte zurückgefunden habe. Somit war es für mich äußerst positiv, dass sich die sehr deutliche Bewerbung der Poesie nicht in dieser Intensität bestätigt hat.

Der Fokus liegt sehr deutlich auf den Protagonistinnen und deren Beziehung zueinander. Nebenfiguren finden kaum statt, was eine akzeptable Entscheidung der Autorin ist, auch wenn ich mir zu einigen Nebencharakteren doch mehr Informationen gewünscht hätte. Hier bleibt die Autorin, sicherlich bewusst, oft sehr vage. Leerstellen und Schweigen spielen eben eine große Rolle in der Geschichte, aber ich fand es fast immer gut gelöst, weil Häffner an den relevanten, also die Familie betreffenden, Stellen zwischen den Zeilen detailliert genug ist, um alles verständlich zu machen - wenn aufmerksam gelesen wird. Außerdem ist sie wirklich Herrin der zahlreichen Erzählstränge und kann viele von ihnen am Ende geschickt miteinander verflechten.

„Die Riesinnen“ ist ein dichtes Werk, das aufgrund seiner vielen Details viel Fokus erfordert. Ich habe den Roman eher langsam gelesen und das war gut so, denn er ist gleichermaßen gewaltig wie subtil und ruhig. Manche Abschnitte waren sprachlich nicht so meins, insgesamt fand ich die Vereinigung von Form und Inhalt aber einfach richtig hochwertig. Einen großen Pluspunkt bekommt das Werk von mir - und das ist ein kleiner Spoiler - weil die Frauen sich bewusst gegen feste Beziehungen mit Männern entscheiden und ihnen fehlt NICHTS. Ich liebe das und will so etwas wirklich noch viel öfter lesen.

4,5 Sterne

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Die Riesinnen

Rezensionen von Kalligrafin :

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Die Aufnahmeprüfung Element High von Manuel Neff

Magisch und kreativ

Der erste Band der "Element High" von Manuel Neff führt in die zweite Welt der Kinder ein, die neben ihrem normalen Leben an einer Schule für Magie lernen. Die vier Elemente spielen neben magischer Schulfächer eine wichtige Rolle.

Da es sich um den ersten Band handelt, wird der Leser zusammen mit dem schüchternen Jungen Philipp in die Welt der Magier eingeführt.

Die Kapitel sind nicht zu kurz oder lang, sodass man kurze Pausen machen kann und wieder gut hineinfindet. Es dauert jedoch eine Weile, bis eine gewisse Spannung aufkommt – mit einem viel zu schnellen Ende von Band 1. Dies ist also der Aufbau und ein Wegweiser für die kommenden Bände. Eine Leseprobe für Band 2 ist im Abspann zu finden und bereitet Lust, weiterzulesen.

Der Autor kreiert eine fantasievolle Welt, die einen immer wieder sprichwörtlich verzaubert. Magische Glühbirnen, heftige Regenfälle, die nur Magier sehen können, oder ein nie endendes Labyrinth sind nur einige davon.

Fazit: Der Schreibstil ist flüssig, kreativ und packend. Manche Dinge, die einem Erwachsenen klar sind, werden noch einmal erklärt (Was bedeutet Intuition oder was ist ein Anagramm?). Daran erkennt man, dass es eher für Kinder ab 10 Jahren geschrieben ist.

Wer gerne Bücher über Magie liest und sich auf eine fantasievolle Reise begeben will, ist mit dem ersten Band gut beraten.

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Die Aufnahmeprüfung Element High

Rezensionen von Camilla :

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Rechnen NERVT! - Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1) von Jens Schumacher

super aber achtung auf das niveau!

Wir kennen schon die anderen Bücher aus der Reihe zum Thema Lesen. Nun haben sie sich dem Rechnen verschrieben... und es ist gelungen... aber es ist echt eine schwierige Kombo... weil sowohl das Leseniveau als auch das Rechenniveau zusammen passen muss... also ich muss gestehen: Angelegt ist es ja eher für Erstleser ab 7 .

.. also für Mathemuffel und Lesemuffel auf das es ja ausgelegt ist... wäre es für meinem Sohn definitiv nichts gewesen... er ist jetzt 9 und in der 4. Klasse und da war das Niveau genau richtig... wahrscheinlich wäre es schon in der 3. Klasse auch gut gegangen und hätte "ihm Spaß gemacht" und er hätte genauso viel gelacht und geschmunzelt - aber in der zweiten oder gar ersten. Da hätte er mir frustriert das Buch um die Ohren gehaun ;) - aber das gute ist: Man muss die Rechenaufgaben nicht lösen um weiterlesen zu können....
Aber eben definitv eher was für leseschwächere Kinder. Mein anderer Sohn, der eine kleine Leseratte ist fand es auch unterhaltsam aber hatte das Buch glaube ich in 20 Minuten durch - während der Lese/Rechenmuffel an dem Buch 5 Tage dran war ;)

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Rechnen NERVT! - Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)

Rezensionen von Camilla :

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Ein Kranich unter Wölfen von June Hur

historische Jugendfantasy

Das Vorwort hat mir eine Gänsehaut eingejagt,... der Rest des Buches hat mir zwar gefallen aber hat finde ich nicht so ganz die Grauen so rüber gebracht... Es ist aber unterhaltsam zu lesen, aber eher auf der ruhigeren Seite, wie man es von Asiatischer Fantasy gewohnt ist. Und dann gemischt mit Krimi-Elementen.

Also eine interessante Mischung, das Buch ist gut umgesetzt aber mir als "Asia-Laie" hat definitiv ein Glossar gefehlt ;)

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Ein Kranich unter Wölfen

Rezensionen von Chrystally:

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Alexander von Ferdinand von Schirach

Ein junger Protagonist macht noch kein Kinderbuch

Von Schirach ist für Erwachsene ein toller Autor, hier wagt er sich an ein Kinderbuch. Er beschreibt er Aufstieg und Fall eines Reiches und die Reise des jungen, nachdenklichen Alexander beim Versuch, seine Stadt vor einem weiteren Krieg zu bewahren, indem er gerechte Gesetze findet. Dabei begegnet er verschiedenen, teils bekannten Figuren, von denen er etwas über die Regeln des guten Zusammenlebens lernt, über Ethik, Psychologie und Philosophie.

Die Geschichte entspricht altgriechischen Dramen und Sagen: die Figuren eigenwillig, prototypisch, leicht greifbar und meist sympathisch, die Handlung eine unverhüllte Heldenreise des jugendlichen Alexanders, der später „der Große“ werden wird.
Der Erzählstil ist größtenteils geprägt von einer entlarvenden Einfachheit, wie sie vor allem Kindern zueigen ist, wodurch die ethischen Grundsätze etwas plakativ, aber dafür eben sehr greifbar vermittelt werden. Manche Details ließen sich jedoch nicht in dieser Sprache bändigen, wodurch es hin und wieder zu abstrakten Exkursen kommt, die aus der Geschichte herausstechen. Erwachsene werden viele Motive wiedererkennen (Diogenes; der Schaumschläger mit den kleinen Händen, das Trolley-Problem…), je nach persönlicher Präferenz wird man sich darüber freuen oder sie als „schon bekannt“ überfliegen; jüngeren Lesende ermöglichen sie spannende erste Begegnungen. Der Erzählrhythmus schwankt zwischen der temporeichen Handlung um die Rettung der Stadt, die Spannung aufbaut, und den kontemplativ geschilderten Begegnungen, Beobachtungen und langen Dialogen. Diese Tempowechsel haben bei mir ein unharmonisches Gefühl wie im Stop-and-go-Verkehr erzeugt.
Die Altersempfehlung von 10 Jahren finde ich passend, für jüngere Kinder sind die Themen noch zu abstrakt und die vielen Dialoge daher vermutlich wenig fesselnd. Ältere Kinder sollten Leseerfahrung mitbringen – um „leichte“ Lektüre handelt es sich für sie sicher nicht, aber dafür eine umso bereicherndere.
Insgesamt ist „Alexander“ ein Buch, das jungen Lesenden erste Begegnungen mit Themen aus Recht, Ethik, Psychologie und Philosophie ermöglicht und sie dabei sicherlich herausfordert.

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Alexander

Rezensionen von PMelittaM:

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Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt

Ein wunderschöner Roman, wunderbar erzählt

Mit „Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt“ (Pos. 44) beginnt der Roman, und dieser erste Satz hat mich direkt gepackt und in den Roman gezogen. Dann berichtet die Ich-Erzählerin Carmelita, Lita genannt, allerdings zunächst über ihre Mutter Fabiola, die 1910 neugeboren vor dem Kloster Santa Magdalena ausgesetzt und von den Nonnen groß gezogen wurde.

Fabiola ist bald nicht mehr zu halten, sie liebt Schuhe und das Tangotanzen, und wird jung Mutter. 1937 ist Fabiola gezwungen aus Argentinien zu flüchten und landet mit Lita auf der kleinen kanadischen Insel Upper Puffin Island im Seemannsheim der Familie McGregor.

Lita freundet sich mit Oona, der tauben Tochter der Familie, an, die beiden gehen bald zusammen durch dick und dünn, müssen aber lange fürchten, dass Fabiola die Insel verlassen will. Und dann tritt Mr. Saito mit seinem Wanderkino in Litas Leben.

Die Autorin malt regelrecht Bilder mit einer wunderbaren, poetischen, manchmal auch sehr humorvollen Sprache, die das Lesen zu einem Fest macht. Dazu liefert sie einzigartige Charaktere, die man, zumindest zum größten Teil, schnell liebgewinnt. Bei mir wurden wieder einmal sehr viele Emotionen geweckt, ich habe gelacht, gekichert, geweint, mich geärgert, gestaunt, gehofft – man findet hier Tragisches und Dramatisches, aber auch Lustiges und Skurriles, Hoffnung, Freude und Trauer, sowie ziemlich viel Humor.

Das Meer kommt auf Upper Puffin Island in sieben Wellen, „sechs mittlere und die siebte mit einem gewaltigen Tosen“ (Pos. 951), und so wird auch diese Geschichte erzählt, als Liebesgeschichte in sieben Wellen (so das vorangestellte Motto des Romans). Liebesgeschichte sollte man hier nicht zu eng sehen, Liebe gibt es hier auf vielfältige Weise.

Für mich war dieser Roman mit seiner mal poetischen, mal humorvollen Sprache, und den liebenswerten Charakteren eine wunderschöne und emotionale Lektüre, die ich unbedingt weiterempfehlen kann.

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Mr. Saitos reisendes Kino

Rezensionen von clematis:

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Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten von Anna Schneider

Flutkatastrophe

Im Karwendel wütet ein Sturm, die Regenmassen lassen die Flüsse über ihre Ufer treten, alle Einsatzkräfte sind mobilisiert, um zu helfen. So auch Alexa Jahn, Oberkommissarin der Kripo Weilheim, die am Telefon zahllose Meldungen aufnimmt und Einsätze koordiniert. Vermisste werden gesucht, Verletzte geborgen, schließlich stößt Alexa in einer Schlucht auf einen Toten, der ist aber eindeutig kein Unfall-, sondern ein Mordopfer.

Und auch auf österreichischer Seite ist es nicht langweilig: eine Gruppe Jugendlicher ist auf eine Berghütte gefahren und pflegt keinen Kontakt mehr zu den Angehörigen. Chefinspektor Krammer wird von einem einflussreichen Elternpaar beauftragt, umgehend Ermittlungen anzustellen.

Kurzweilig wie gewohnt, geht es auch beim nunmehr sechsten Fall für Jahn und Krammer zu, Anna Schneiders bildreicher Schreibstil erweckt die Flutkatastrophe zu erschreckend realem Leben. Auf anschauliche Weise schildert die Autorin die Arbeit sämtlicher Hilfsorganisationen und verquickt Szenen ungezügelter Naturgewalt mit authentischer kriminalpolizeilicher Arbeit. Komplizierte Zusammenhänge müssen entwirrt werden, kursiv gedruckte Abschnitte geben dem Leser immer wieder zusätzliche Informationen, welche Alexa und Krammer (noch) nicht zur Verfügung stehen. Aber es wären nicht die beiden Besten an der deutsch-österreichischen Grenze, würden sie nicht selbst herausfinden, was hinter den Rätseln steckt. Dazu gibt es einige Aufregung um Alexas treuen Hund Oskar, der natürlich ebenfalls nicht fehlen darf. Einige private Einzelheiten kommen wieder zur Sprache, lenken aber in keiner Weise vom Geschehen ab, im Gegenteil dadurch wirken die handelnden Figuren umso menschlicher und glaubwürdiger. Nach spannenden Stunden, in denen kaum geschlafen und gegessen wird, finden sämtliche Handlungsstränge einen erfolgreichen und überzeugenden Abschluss, die Reihe selbst aber hoffentlich noch lange nicht.

Lebendige Bilder von erschreckenden Ereignissen halten Betroffene und Leser gleichermaßen in Atem, auch diesen – in sich abgeschlossenen – Fall kann ich mit gutem Gewissen allen Krimifans empfehlen. Die gesamte Reihe von Anfang an verspricht aber garantiert noch mehr Spaß!

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Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten

Rezensionen von lectrice:

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Alle glücklich von Kira Mohn

Familienleben

“Alle glücklich” - allein dieser Titel wirkt auf mich wie eine Provokation und ja, es sind eben nicht alle glücklich in dieser scheinbar so perfekten Familie. Aber das wäre eine zu simple Zusammenfassung dieses Buches von Kira Mohn.

Nach außen hin wirkt es auch einfach perfekt, aber wenn man hinter die Kulissen schaut, dann haben die Eltern und auch die beiden Kindern alle ihre Probleme und sie versuchen, den Schein zu wahren.

Richtige Kommunikation? Fehlanzeige. Jede/r ist in seinem/ihren Leben gefangen.

Die Autorin lässt uns am Innenleben der einzelnen Familienmitglieder teilhaben, so dass sich der Eindruck der Charakter immer wieder ein wenig verschiebt. Durch die kurzen Kapitel und ständigen Wechsel fiel es schwer, einmal begonnen, wieder aufzuhören.

Ein guter Schreibstil, einige Überraschungen und ein offenes Ende, das zu diesem Buch passt.

Ich empfehle dieses Buch gerne.

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Alle glücklich