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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PMelittaM:

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Trügerisches Lavandou von Remy Eyssen

Die Reihe hat bessere Bände zu bieten

Eine verzweifelte Mutter erscheint in der Gendamerie von Le Lavandou und meldet, dass ihre vierjährige Tochter und ihr siebenjähriger Sohn aus ihrem Auto verschwunden sind, als sie kurz etwas im Supermarkt besorgen wollte. Eine sofort eingesetzte Suchaktion bringt keinen Erfolg, und kurz darauf gibt es eine Lösegeldforderung.

Der neunte Band der Reihe macht es den Ermittler:innen nicht leicht, Fälle, bei denen Kinder betroffen sind, sind immer besonders bedrückend, auch für die Leser:innen, zumindest mir geht es so. Der Protagonist der Reihe, der Gerichtsmediziner Leon Ritter, hofft daher auch, außer für DNA-Spuren und ähnlichem, möglichst nicht einbezogen werden zu müssen.

Es gibt einige Erschwernisse, dafür aber eine ganze Reihe Verdächtiger, die nach und nach aber wieder von der Liste gestrichen werden müssen. Es vergeht Tag für Tag und die Ermittlung tritt größtenteils auf der Stelle. Es gibt zwar Ereignisse, die mit dem Fall zu tun haben, aber nicht alle bringen das Team weiter. Die Zeit drängt, man will die Kinder schließlich lebend finden. Wahrscheinlich wäre hier schon weniger mehr gewesen.

Lesen lässt sich das alles gar nicht so schlecht, aber hin und wieder hatte ich doch das Gefühl von Unstimmigkeit, was auch bis zum Ende für mich nicht aufgelöst wird. Gestört hat mich das völlig unnötige und aufgesetzt wirkende „Prickeln“ zwischen Leons Lebensgefährtin und stellvertretender Leiterin der Gendarmerie, Isabelle Morell, und ihrem ehemaligen Geliebten, der als Staatsanwalt der Ermittlergruppe zugeordnet wird. Auch der Showdown war für mich zu viel des Guten. Die Auflösung an sich kann ich aber schon nachvollziehen, ich hatte tatsächlich schon selbst in diese Richtung gedacht, man hätte aber auch weniger spektakulär zum Schluss kommen können.

Leider ist das nicht der erste Band der Reihe, der mir nicht mehr so gut gefallen hat, mir gibt es hier zu viele Unstimmigkeiten, und ich denke, man hätte hier auf das Pseudoproblem Isabelles gut verzichten können, dann lieber weniger Privates. Schade, die Reihe hat deutlich bessere Bände zu bieten.

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Trügerisches Lavandou

Rezensionen von Sonne:

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Kaltes Versprechen von Katharina Peters

Mehr erhofft

Kaltes Versprechen von Katharina Peters handelt vom Tod der Kriminalpsychologin Hannah Jakob, der zunächst wie ein Unfall aussieht. Kommissarin Rebekka Just zweifelt jedoch daran und stößt gemeinsam mit Krølle auf ein gefährliches Netz aus Lügen und eine tödliche Wahrheit. Das Cover ist düster gestaltet und macht neugierig auf die Geschichte.

Es passt gut zur Atmosphäre des Romans und weckt direkt eine gewisse Spannung. Auch der Schreibstil war grundsätzlich okay und teilweise sehr bildhaft, dennoch kam ich beim Lesen immer wieder ins Stocken. Irgendetwas hat meinen Lesefluss gestört, sodass ich nicht richtig in die Handlung hineingefunden habe. Die Perspektiven wechselten zwischen Rebekka und Krølle, was zwar interessant sein kann, mich hier aber eher verwirrt hat. Dazu kamen viele Protagonisten, die ich nur schwer zuordnen und auseinanderhalten konnte. Zumindest ging es mir so. Dadurch blieb ich emotional auf Distanz und wurde mit keiner Figur so richtig warm. Insgesamt hatte ich mir mehr von dem Roman erhofft. Für mich war es ein eher durchschnittlicher Krimi mit interessanter Grundidee, aber wenig Sogwirkung.

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Kaltes Versprechen

Rezensionen von Miro:

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Breakup Season von Sophie White

Ehen in der Krise

Drei Paare, die sich aus Studienzeiten kennen, verbringen jährlich ihren Urlaub zusammen. Maggie und Fionn sind zu Geld gekommen, daher übernehmen die beiden mittlerweile die Kosten für die immer luxuriöseren Domizile. Clara und Ollie kämpfen mit den Kreditraten ihres Hauses und generell mit dem Auskommen als Eltern von drei ausgelassenen Jungs.

Nur Annie und Conor sind kinderlos und das macht vor allem Annie enormen Stress, denn sie hat die Vierzig schon überschritten.

Alle drei Paare haben ihre Probleme und dieser Urlaub, der Entspannung bringen sollte, geht von Anfang an irgendwie schief.

Sophie White bringt mit diesen drei Paaren diverse Krisen, die eine Ehe möglicherweise zu tragen hat, aufs Tapet. Da sind einerseits die ganz alltäglichen Sorgen und der ständige Vorwurf, dass eine Person mehr für die Familie arbeitet als die andere und man vieles nicht mehr sieht, weil es zu Selbstverständlich wurde. Und da ist der Druck, eine Familie gründen zu wollen und man völlig aus den Augen verliert, dass Sex Spaß machen und nicht nur einem Zweck dienen soll. Und schließlich findet sich das Thema, dass Geld nicht unbedingt glücklich macht, wenn ein Partner für die Karriere des anderen, die eigenen Wünsche und Ziele aufgegeben hat.

Die Themenvielfalt ist somit interessant. Die Aufmachung ist mir allerdings zu reißerisch und verkommt im Mittelteil komplett zur Seifenoper. Zum Glück gibt es einen soliden Abschluss der Geschichte. Nicht für alle geht alles gut aus, aber vieles fügt sich positiv. Und es passiert Unvorhergesehenes. Man darf bis zum Schluss gespannt sein.

Als Sommerbuch kann ich die Lektüre empfehlen. Es liest sich leicht und zügig, ist nicht langweilig, aber man darf sich trotz schwieriger Themen nicht zu viel Tiefe erwarten. Der Mittelteil war leider so gar nicht meins und hätte ich nicht ein Rezensionsexemplar erhalten, hätte ich es vielleicht abgebrochen. Zum Glück habe ich das Buch beendet und konnte mich weitgehend mit der Geschichte versöhnen. Daher vergebe ich drei Sterne für diesen unterhaltsamen Roman, der etwas mehr will, als er bieten kann.

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Breakup Season

Rezensionen von Micki:

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Geteiltes Haus von Alice Horácková

Eine mitreißende Familiensaga, die lange nachhallt

Geteiltes Haus hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Obwohl das Buch mit seinen vielen Seiten zunächst recht umfangreich wirkt, habe ich es überraschend schnell gelesen – für mich war es ein echter Pageturner. Immer wieder wollte ich wissen, wie es mit den Figuren und ihren Schicksalen weitergeht.

Alice Horáčková gelingt es, ihre Figuren lebendig und vielschichtig zu zeichnen. Vor dem Hintergrund der wechselvollen Geschichte des Sudetenlandes erzählt sie von Freundschaft, Familie, Liebe, Verlust und den Auswirkungen politischer Umbrüche auf das Leben ganz gewöhnlicher Menschen. Gerade die enge Verbindung zwischen den Familien und die unterschiedlichen Perspektiven machen die Geschichte besonders eindringlich.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Die Kapitel sind oft sehr kurz und die Handlung springt häufig zwischen verschiedenen Figuren und Zeitebenen hin und her. Dadurch wurde mein Lesefluss immer wieder unterbrochen, und ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Ruhe und längere Erzählabschnitte gewünscht.
Trotzdem überwiegt für mich ganz klar der positive Eindruck. Geteiltes Haus ist eine fesselnde, atmosphärische Familiensaga, die historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen verbindet und dabei lange nachhallt. Wer vielschichtige Familiengeschichten mit historischem Hintergrund liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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Geteiltes Haus

Rezensionen von gabiliest:

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Querfeldein von Alex Capus

Aus dem Hamsterrad

Der preisgekrönte SPIEGEL-Bestseller-Autor Alex Capus schlägt mit seinem neuen Werk “Querfeldein” einen großen Bogen vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis in die NS-Zeit. Der beeindruckende Buchumschlag, der ein Gemälde des Schweizer Künstlers Hans Emmenegger zeigt, öffnet den Blick in eine weite, offene Landschaft, eben querfeldein.

Arnold ist der Sohn eines Fabrikarbeiters. Als die Zeit kommt, dass auch er in die Fabrik soll, wird ihm sofort klar: In dieses stumpfsinnige, immer gleiche Tun, in dieses Hamsterrad, will er nicht. Arnold hat Glück im Spiel und gelangt zu Reichtum, er kann Land kaufen und den “Gasthof zur Moskau” bauen, nahe an der deutsch-schweizerischen Grenze. Der eigenartige Name des Hauses ist den ständigen Witzen der Dorfburschen geschuldet, denn Arnolds Land grenzt an “Peters Burg“, das verfallene Anwesen eines menschenfeindlichen Bauern.

Eines Tages reitet Betty über die verschneiten Felder in den Hof – und Betty bleibt. In wenigen Sätzen gelingt es Alex Capus, die intime und innige Beziehung des Paares darzustellen, diese absichtslose Freude aneinander, die ihr Glück ausmacht. In der Ehe werden acht Kinder geboren, Betty erkennt sehr bald, dass die älteste Tochter, Clara, Schwierigkeiten machen wird. Schon als kleines Kind stromert sie querfeldein, in der Natur bewegt sie sich sicher, in geschlossenen Räumen linkisch. Übergriffige Burschen bekommen nicht nur Claras Zynismus, sondern auch ihre kleinen Fäuste zu spüren. Dann verliebt sich Clara in einen tschechischen Burschen, der Zucker nach Deutschland schmuggelt.

Doch dort hat sich die Welt verändert, man schreibt das Jahr 1933, dort patrouillieren SS-Schergen. Was nun geschieht, bringt nicht nur Clara, die weder Furcht noch Scham kennt, gegen die Obrigkeiten diesseits und jenseits der Grenze auf. Das ganze Dorf sorgt dafür, dass sich zwischen Deutschland und der Schweiz unvorhersehbare diplomatische Verwicklungen ergeben.

“Querfeldein” ist ein Roman, der nicht nur durch seine Handlung, sondern auch durch seine einfache, starke und pointierte Sprache begeistert. Kurze Sätze bringen die Erzählung prägnant voran, schildern den Alltag oft trivial – im Alter bekommen die Zehennägel Rillen, die zu nichts gut sind –, doch immer schwingt im Hintergrund der Wunsch mit, die persönliche Freiheit zu bewahren und den Zwängen des Daseins zu trotzen. Arnold versteht das, stellt keine Fragen und wartet, wie sich die Dinge entwickeln. Seine freundliche und kluge Sichtweise auf das Leben ermöglicht es ihm, Verständnis für Betty und Clara zu zeigen. So nimmt sich Betty ihre Freiheit, ohne zu fragen und ohne sich rechtfertigen zu müssen, denn auch für sie kommt der Moment, in dem sie ihre Ehe und die täglichen Pflichten als Hamsterrad empfindet.

Im folgenden Szenario ist unklar, wo die Realität aufhört – immerhin handelt es sich um ein historisch belegtes Geschehen – und die Fantasie beginnt. In verschiedenen Erzählpanoramen stellt der Autor Vermutungen und Überlegungen zum weiteren Verlauf des Schicksals der Protagonisten an und die Lesenden sind eingeladen, es ihm gleich zu tun.

Mein Fazit:

“Querfeldein” ist hervorragende Literatur, die auf subtile Weise das Schicksal und die Möglichkeit thematisiert, es zu bewältigen oder ihm ein Schnippchen zu schlagen. Neben einer innigen Liebesgeschichte und lapidaren Schilderungen des Alltagslebens beschreibt Alex Capus eine Welt im Umbruch, zwischen Bürokratie und Fanatismus. Dennoch bietet der Roman skurrile Szenen, die den politischen Herausforderungen der Zeit geschuldet sind. ”Querfeldein” war für mich ein Lesehighlight; wer Romane mag, die auf realen historischen Ereignissen beruhen und dennoch eine unvergleichliche Geschichte bieten, hat hier sicher zum richtigen Buch gegriffen.

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Querfeldein

Rezensionen von gletscherwoelfchen:

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Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis

Intensive, anregende Dystopie für Jugendliche

Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt immer weiter aus dem Gleichgewicht. Um die Obstplantagen überhaupt noch bewirtschaften zu können, werden Mädchen bereits im Kindesalter in Camps gebracht und dazu gezwungen, Blüten per Hand zu bestäuben. Bildung, Kunst und Selbstbestimmung spielen längst keine Rolle mehr.

Auch Jess lebt in einem dieser Lager. Doch sie erinnert sich an die Geschichten ihrer Mutter und weiß, dass ein Pinsel für weit mehr geschaffen wurde, als Blüten zu bestäuben. Als sie beginnt, ihre Kreativität auszuleben, setzt sie ungewollt etwas in Bewegung, das sich schon bald nicht mehr aufhalten lässt.

"Wenn die Bienen schweigen" greift eine Thematik auf, die erschreckend aktuell wirkt. Das Aussterben der Bienen bildet dabei zwar den Ausgangspunkt der Geschichte, doch schnell wird deutlich, dass der Roman weit mehr erzählen möchte als eine klassische Klimadystopie. Vielmehr beschäftigt er sich mit den Folgen gesellschaftlicher Rückschritte, mit Unterdrückung, Machtmissbrauch und der Frage, wie viel Freiheit Menschen bereit sind aufzugeben, wenn Angst ihren Alltag bestimmt. Gerade diese Verbindung aus Umweltkrise und gesellschaftlicher Entwicklung empfand ich als ausgesprochen gelungen, weil sie niemals konstruiert wirkt, sondern eine bedrückende Konsequenz des geschilderten Szenarios darstellt.

Dabei schlägt Caryl Lewis überraschend ruhige Töne an. Wer eine actionreiche Dystopie erwartet, dürfte zunächst etwas Geduld brauchen. Die Geschichte entwickelt sich behutsam und setzt weniger auf spektakuläre Wendungen als auf ihre Atmosphäre und die schleichende Erkenntnis, wie tief sich das System bereits in das Leben der Menschen eingegraben hat. Genau darin liegt für mich allerdings eine der größten Stärken des Romans. Die sanfte, stellenweise fast melancholische Erzählweise entfaltet ihre volle Wirkung erst nach und nach. Je weiter ich gelesen habe, desto beklemmender wurde die Geschichte und desto häufiger habe ich mich dabei ertappt, einzelne Szenen noch lange nachwirken zu lassen.

Besonders überzeugt hat mich Jess als Protagonistin. Obwohl sie erst dreizehn Jahre alt ist, wirkt sie erstaunlich reflektiert, ohne dabei überzogen erwachsen zu erscheinen. Ihre Neugier und ihre kreative Art machen sie zu einer Figur, mit der ich gerne Zeit verbracht habe. Vor allem mochte ich, dass ihr Widerstand nicht aus blinder Rebellion entsteht, sondern aus dem Wunsch heraus, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren. Gerade die kleinen Momente, in denen sie sich an Geschichten, Farben oder die Natur erinnert, verleihen ihr eine inspirierende Stärke, die nie aufgesetzt wirkt.

Auch die übrigen Figuren fügen sich stimmig in die Geschichte ein. Freundschaften, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung spielen eine wichtige Rolle, ohne dabei den ernsten Grundton des Romans aufzuweichen. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich, wie sehr Angst und Kontrolle das Verhalten der Menschen bestimmen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der selbst kleine Gesten der Menschlichkeit plötzlich eine enorme Bedeutung bekommen.

Insgesamt ist "Wenn die Bienen schweigen" eine eindringliche Dystopie, die weniger durch große Action als durch ihre Atmosphäre, ihre wichtigen Themen und ihre kluge Protagonistin überzeugt. Wer Geschichten schätzt, die zum Nachdenken anregen, dabei aber dennoch durchgehend spannend bleiben und lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf nachhallen, sollte sich diesen Roman unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne

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Wenn die Bienen schweigen

Rezensionen von gletscherwoelfchen:

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Insel der Ratten von Jo Nesbø

Dystopie im Stil einer Kurzgeschichte

Erst kam die Pandemie. Dann die Menschen.

Nachdem im Zuge einer verheerenden Pandemie das staatliche System kollabiert ist, beherrschen wütende Banden die Stadt. Wer kann, verschanzt sich in seinem Zuhause. Wer das nötige Kleingeld hat, verlässt die Stadt. So auch Colin Lowe, ein wohlhabender Technik-Mogul, der sich gemeinsam mit seiner Familie auf die Insel der Ratten rettet.

Doch während er sich in Sicherheit wägt, macht sein Sohn Brad auf dem Land vor nichts Halt - bis er auf Colins Freund Will und dessen Familie trifft...

"Insel der Ratten" ist eine Kurzgeschichte, welche in einem Sammelband des Autors erschienen ist. Dieses Buch liest sich letztendlich auch genau so. Die Geschichte um Colin, Brad und Will startet mitten im Geschehen, vermischt immer wieder Rückblenden mit der Gegenwart und schreitet rasant aus verschiedenen Perspektiven voran. Der klare, eher nüchterne Schreibstil schildert die Ereignisse nach der Pandemie erschreckend realistisch und beklemmend, wirkt teilweise wie eine Dokumentation der Geschehnisse. Er drückt Emotionen häufig nicht explizit aus, sorgt durch die Nüchternheit und Distanz in der Darstellung zahlreicher Brutalitäten aber durch eine indirekte Kanalisation dieser Gefühle. Im Allgemeinen zeichnet sich dieses Buch an zahlreichen Stellen dadurch aus, dass Einiges ungesagt bleibt, unausgesprochen in der Luft schwebt und gleichzeitig doch klar und deutlich ist, was hier ausgedrückt werden sollte.

Ebenso klar wie der Schreibstil des Autors ist wohl auch der Fokus dieses Buches gesetzt. Dieser liegt primär auf der rasant voranschreitenden Handlung und actionreichen, erschütternden Einlagen, die den Leser packen und nicht mehr so schnell wieder loslassen. Plottwists sind dabe inklusive. Charaktere sind dabei eher als eine Art Requisite anzusehen, als Mittel zum Zweck. Gerade bei der Gewaltthematik - insbesondere am weiblichen Geschlecht - kann und darf das durchaus kritisch beleuchtet werden. Ich persönlich ordne dies in Anbetracht der Generalisierung dieser Herangehensweise unter dem Stil des Buches ein, möchte aber anmerken, dass dies mit Sicherheit nichts für jeden Leser ist.

Wer eine Dystopie mit grandiosem Worldbuilding oder hervorragender, tiefgründiger Charakterentwicklung sucht, wird mit der "Insel der Ratten" vermutlich nicht glücklich werden. Wer jedoch nach einem realistischen Denkanstoß in der gebotenen Kürze und einer rasanten, packenden Storyline mit Thrillerelementen sucht, der sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne

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Insel der Ratten

Rezensionen von Papierherz:

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Curseborn von Celine Leonora

Ein absolutes Highlight

Schon nach dem ersten Band wusste ich, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Meine Erwartungen waren deshalb ziemlich hoch und ich kann sagen, dass sie sogar noch übertroffen wurden. Ich war vom ersten Kapitel an wieder vollkommen in dieser besonderen Welt gefangen und wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.

Was mich am meisten begeistert hat, war die Entwicklung von Eden. Sie ist längst nicht mehr dieselbe Person wie zu Beginn der Reihe. Sie muss mit einer unglaublichen Last umgehen, wächst an ihren Aufgaben und macht dabei trotzdem Fehler, die sie für mich unglaublich authentisch wirken lassen. Gerade ihre inneren Zweifel und die Frage, was richtig oder falsch ist, haben sie zu einer Figur gemacht, mit der ich richtig mitgefühlt habe.

Auch Ace hat mich wieder vollkommen überzeugt. Zwischen ihm und Eden herrscht eine Spannung, die mich durchgehend gefesselt hat. Ich habe jede gemeinsame Szene verschlungen, weil ich nie sicher war, woran ich bei ihm eigentlich bin. Genau dieses Spiel mit Vertrauen und Misstrauen macht ihre Verbindung so interessant und sorgt dafür, dass man ständig weiterlesen möchte.

Besonders gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte immer wieder eine neue Richtung einschlägt. Kaum dachte ich, ich hätte etwas durchschaut, kam eine Enthüllung, die alles wieder auf den Kopf gestellt hat. Dadurch blieb die Spannung bis zum Schluss auf einem richtig hohen Niveau und ich konnte kaum vorhersagen, was als Nächstes passieren würde.

Die Atmosphäre ist einfach großartig. Die geheimnisvolle Academy, die dunklen Wälder und die unheimliche Stimmung haben beim Lesen ein richtiges Kopfkino ausgelöst. Alles wirkt lebendig und gleichzeitig geheimnisvoll, sodass ich völlig in der Geschichte versunken bin.

Der Schreibstil liest sich wunderbar flüssig und sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Gleichzeitig schafft es die Autorin, viele Gefühle einzufangen, ohne dass sie übertrieben wirken. Ich habe mit den Figuren mitgefiebert, mitgelitten und mich über jeden kleinen Hoffnungsschimmer gefreut.

Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen. Es war spannend, emotional und hat mich mit einem riesigen Grinsen, aber auch mit vielen Gefühlen zurückgelassen. Für mich ist dieser zweite Band sogar noch stärker als der erste und hat die Geschichte perfekt weitergeführt. Wer spannende Fantasy mit einer geheimnisvollen Atmosphäre, starken Figuren und vielen überraschenden Wendungen liebt, sollte sich diese Reihe auf keinen Fall entgehen lassen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Curseborn

Rezensionen von gletscherwoelfchen:

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Weavingshaw von Heba Al-Wasity

Ein überaus gelungener, atmosphärisch dichter Auftakt

Schon die Grundidee von Weavingshaw hat mich neugierig gemacht. Statt auf ein klassisches Fantasy-Setting zu setzen, erschafft Heba Al-Wasity einen Ort, der sich von vielen anderen Genrevertretern deutlich abhebt. Weavingshaw wirkt von Beginn an geheimnisvoll und ein wenig unnahbar. Die Bewohner leben mit alten Traditionen, festgefahrenen Ansichten und Geschichten, die oft mehr Wahrheit enthalten, als zunächst angenommen wird.

Genau dieses Gefühl, dass sich hinter jeder Ecke ein weiteres Geheimnis verbergen könnte, hat mich durch das Buch getragen.

Besonders gut gefallen hat mir dabei die Atmosphäre. Die Autorin schafft es, eine Stimmung zu erzeugen, die gleichzeitig faszinierend und bedrückend wirkt. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, dass über der gesamten Handlung ein Schatten liegt und längst nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Gerade die düsteren Elemente haben für mich hervorragend funktioniert, weil sie nie ausschließlich auf Schockmomente setzen, sondern sich langsam und beinahe schleichend entfalten.

Der Schreibstil hat mir insgesamt ebenfalls gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen, ohne dabei zu schlicht zu wirken, und legt einen starken Fokus auf die Figuren und ihre Emotionen. Dadurch fiel es mir leicht, mich in ihre Gedanken und Beweggründe hineinzuversetzen. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte viel Zeit für ihre Entwicklungen. Das empfand ich überwiegend als positiv, auch wenn sich einige Passagen im Mittelteil für meinen Geschmack etwas gezogen haben.

Ein großer Pluspunkt waren für mich die Charaktere. Viele Figuren bewegen sich nicht in klaren Schwarz-Weiß-Mustern, sondern handeln nachvollziehbar aus ihren eigenen Überzeugungen heraus. Gerade dadurch entstehen Konflikte, die sich glaubwürdig anfühlen. Besonders interessant fand ich, wie Vorurteile, Erwartungen und gesellschaftliche Strukturen die Entscheidungen der Figuren beeinflussen. Dadurch geht es in Weavingshaw um deutlich mehr als nur die eigentliche Handlung.

Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Die Autorin erklärt ihre Welt nicht in langen Infodumps, sondern lässt viele Informationen organisch in die Geschichte einfließen. Dadurch wirkt die Welt lebendig und gewachsen. Gleichzeitig verlangt das Buch etwas Aufmerksamkeit, da nicht jede Information sofort erklärt wird. Mir persönlich gefällt diese Art des Erzählens meist sehr gut, weil man die Welt gemeinsam mit den Figuren entdeckt.

Wenn ich einen Kritikpunkt nennen müsste, dann wohl das Erzähltempo. Während der Anfang und das Ende mich problemlos bei der Stange halten konnten, gab es im Mittelteil einige Abschnitte, die sich etwas wiederholend anfühlten. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht. Außerdem bleiben manche Aspekte der Welt zunächst recht vage, was zwar Neugier weckt, bei mir aber auch gelegentlich Fragen offenließ.

Nichtsdestotrotz habe ich Weavingshaw sehr gerne gelesen. Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, seinen vielschichtigen Figuren und der Art, wie sich die Geheimnisse der Welt Stück für Stück entfalten. Wer Fantasy mit einem starken Fokus auf Stimmung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Konflikte mag, sollte sich diesen Titel definitiv näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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Weavingshaw

Rezensionen von Elinor:

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Löwe von Sonya Walger

Zu wenig Löwe

„Löwe“ ist der Roman über einen außergewöhnlichen Mann mit einem außergewöhnlichen Leben, erzählt aus der Perspektive seiner ältesten Tochter, der Autorin. Sonya Walger beschreibt ihr Leben mit ihm in einer ebenso außergewöhnlichen Erzählform, springt in der Zeit hin und her, wie es ihr gefällt.

Sie beleuchtet dabei immer nur einzelne Punkte in ihrem eigenen Leben, dem ihres Vaters und der Menschen um ihn herum.
Sie schreibt natürlich alles aus ihrer Wahrnehmungsperspektive und kann letztlich nur das erzählen, was sie von ihrem Vater weiß, oft aus erster Hand, manchmal auch aus zweiter. Doch mir ist das zu wenig. Erst im letzten Viertel des Buches erfahre ich mehr von dem Mann, den seine späten Freunde „Löwe“ nennen, und wie er zu dem Spitznamen kam. Doch große Teile seines Lebens, z.B. seine Zeit als Rennfahrer oder seine obskuren Geschäfte, werden nur am Rande erwähnt und bleiben mysteriös.
Letztlich ist es also doch eher ein Roman über die Autorin selbst, was den Titel des Buches merkwürdig erscheinen lässt und Erwartungen weckt, die nicht erfüllt werden.
Mich lässt das Buch mit dem Gefühl zurück, dass ich auf einen extraordinären Mann nur einen kleinen Blick erhaschen durfte und noch viel mehr zu sehen gewesen wäre, wenn man mich ein bisschen näher herangelassen hätte — vielleicht ganz so, wie es Walger selbst mit ihrem Vater erging.

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Löwe