Kunden em pfehlungen
Rezensionen von 19cici95:
Yesteryear von Caro Claire Burke
Horrorbuch des Jahres
Die Prämisse des Buches ist so simpel wie genial. Die Tradwife-Influencerin Natalie wird aus ihrem voll organisierten Haushalt mit sechs Kindern, zwei Nannys, einer Produzentin und einem Haufen mexikanischer Ranch-Arbeiter in die Vergangenheit transportiert und muss fortan tatsächlich ihr Sauerteigbrot selbst backen und nicht nur ein Video darüber drehen.
Immer abwechselnd durch Kapitel in der Influencer-Zeit und der Vergangenheits-Zeit lernen wir die Protagonistin zusehends besser kennen. Hier sei bereits ein kleiner Hinweis angebracht: Wer eine Protagonistin unbedingt mögen muss, um ein Buch gut zu finden, ist mit Yesteryear schlecht beraten. Ist Natalie am Anfang komisch und unsympathisch, wird sie am Ende zum absoluten Monster.
Außer einzelner Kinder sind alle (ja, wirklich alle!) Charaktere auf ihre eigene Art unsympathisch. Da haben wir den nichtsnutzigen Ehemann Caleb, den trumpschen Schwiegervater, die drogenabhängige Schwiegermutter, Fremdgeher, wütende Weiber und Anwälte.
Das Buch rechnet mit den aktuellsten Themen auf eine Weise ab, die uns unglaublich abgedreht erscheint, beim Blick über den Tellerrand (und ggfs. den Kontinent) hinaus, aber in Begriff sind, Realität zu werden. So werden im Homeschooling so unwichtige Themen wie Meere und Ozeane nicht angesprochen, Religion und deren Hass auf queere Personen verherrlicht und die perfekte Doppelmoral in der Politik gepusht.
Wir folgen Natalie von ihrer Zeit im College, über die frühe Heirat mit Caleb, bis hin zum Höhepunkt ihrer Karriere. Und dann steil in ihren eigenen Abgrund hinein.
Dieses Buch tut weh auf eine Weise, wie es nur ein absolutes Fünf-Sterne-Buch kann. Ungeschont werden die Lesenden mit Wahrheiten konfrontiert, sei es über die Influencer-Szene, über Frauen, Männer und Politik. Dieses Buch ist aktueller, wie kaum ein zweites und hat jeden Hype verdient, den es bekommt. Selbst wenn einem das Ende nicht gefällt (ich fand es großartig), kommt man nicht umhin, Caro Claire Burke eine Riesenportion Anerkennung und Respekt zu zollen. Was sie hier geschaffen hat, wird uns wahrscheinlich noch lange begleiten.
Für ein Debüt ist dieses Buch der absolute Wahnsinn. Sobald Caro Claire Burke etwas Neues ankündigt, wird auch dieses Buch sofort gelesen werden müssen. Wir sind hier eventuell auf Gold gestoßen.
Rezensionen von Ele:
Die Auster von Yael Inokai
Eine seltsame Frau
Die Auster, Roman von Yael Inokai, EBook, Hanser-Verlag.
Leonora ist wie eine Auster, harte Schale ein weicher Kern und nach außen verschlossen.
Leonora Bloch macht schon 45 Jahre beim Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses sauber. Sie kennt ihn wohl besser als sonst jemand. Eines Tages findet sie ihren Chef Dr.
Bronstett tot am Boden, in einer Blutlache und beide Hände fehlen. Was macht Leonora – erst einmal sauber.
Sie kennt alle seine Geheimnisse, aber sie verrät nicht alles was sie weiß.
In 30 Kapitel mit angenehmer Leselänge teilt sich das Buch. Bildhaft und flüssig geschrieben. Dementsprechend ist es schnell gelesen. Ein Kriminalroman der überhaupt nicht als solcher daherkommt, das fand ich schon etwas befremdlich. Viele Figuren die ich nicht richtig einordnen konnte, so vieles wird angedeutet, aber nicht direkt ausgesprochen, sodass einiges für mich nicht recht einzuordnen war. Ehrlich gestanden konnte ich auch die Auflösung des Falls nicht nachvollziehen. Warum hat die Polizei letztendlich den Täter gefunden, war es der Hinweis mit dem grauen Telefon? Überhaupt wurde die Polizeiarbeit komplett ausgeklammert.
Die Figuren sind durchweg seltsam, nicht nur die Protagonistin. Die Charaktere und ihr Handeln waren für mich nicht nachvollziehbar. Einzig Leonora konnte ich etwas näher kennenlernen, dabei blieb noch so vieles unausgesprochen. Viele Andeutungen habe ich einfach nicht verstanden. Inwieweit ihre Eindrücke echt oder eingebildet sind, war nicht immer genau zu differenzieren. Bei ihrer Bekanntschaft mit dem Kaufhausdetektiv habe ich nur einiges vermutet. in welchem Alter er wohl ist, habe ich nicht verstanden, auch Ilcsi konnte ich überhaupt nicht einordnen, auch nicht altersmäßig. Die einzige Person, bei der ich mir einigermaßen sicher war, was sie bewegt, war die Tochter des Opfers, wobei aber am Schluss auch einiges nicht deutlich aufgelöst wurde. Schade, denn ich denke, da wurde viel Potenzial verschenkt, die Idee zur Geschichte selbst war nämlich nicht schlecht.
Ich habe Probleme gehabt, den Plot nachzuvollziehen. Mit keiner der handelnden Charaktere bin ich warm geworden. Klare Ansagen, vor allem bei Kriminalromanen sind mir lieber. Mir fehlte die Spannung. War einfach nicht mein Buch.
Deshalb 3 Sterne.
Rezensionen von 19cici95:
Düster von Ivar Leon Menger
Was passiert, wenn man einfach nur mal Urlaub machen will
Ivar Leon Menger ist seit seinem ersten Buch ein absoluter auto-buy Autor für mich geworden. Mir hat jedes Buch von ihm grandios gut gefallen. Der erste Teil von Düster ist dabei mein Lieblingsbuch bisher. Deshalb war ich umso glücklicher, als ein zweiter Teil um Kommissar Stahl und seine Geli angekündigt wurde.
Noch dazu in einem Hotel-Setting auf einer Insel. Das ist für mich ein Garant für großartige Unterhaltung. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Wie schon in Finster ist die Struktur des Buches sehr ungewöhnlich aufgebaut. Man folgt nicht nur dem Protagonisten und Ermittler Stahl, sondern auch so ziemlich allen anderen Bewohnern und Gästen der Insel. Dabei kann es sein, dass einzelne Perspektiven auch rein gar nichts mit dem Fall zu tun haben und nur eine falsche Fährte legen wollen. Durch diese Erzählstruktur sind die Kapitel kurz und man kann gar nicht aufhören weiterzulesen, weil immer etwas Neues passiert. Und das ganz ohne billige Cliffhanger am Ende eines Kapitels (iykyk). Ich habe bislang für keinen Menger länger als einen Tag zum Lesen gebraucht.
In kleinen Ausschnitten aus den jeweiligen Leben der Charaktere, sowie zwei unterschiedliche Zeitlinien, folgen wir einem Vermisstenfall auf der Insel. Der Aufbau dafür erschien mir leider etwas konstruiert, aber tut dem Fall an sich keinen Abbruch.
Menger schafft es meisterhaft falsche Fährten zu legen. Wenn man tief drin ist, im Krimi- und Thriller-Genre, kann man schon davon ausgehen, dass man gerade aufs Glatteis geführt wird, doch die Auflösung ist jedes Mal wieder eine Überraschung. Manchmal größer, manchmal kleiner, doch immer gut für eine Wendung, die nicht zu weit her geholt und immer noch nachvollziehbar ist.
Im Großen und Ganzen hat Düster auch wieder super viel Spaß gemacht, kann aber mit Plot und Twist nicht ganz an seinen Vorgänger heranreichen. Zugegebenermaßen hat dieser die Latte aber auch ganz schön hoch, wenn nicht unerreichbar gesetzt.
Mit Kommissar Stahl und seiner Geli haben wir auch zur Abwechslung mal ein älteres Ermittlerpärchen, die einfach nur mal Urlaub machen wollen. Die Beziehung zwischen den beiden ist dabei aber genauso süß geschrieben, als wären sie junge Erwachsene. Das lässt einen doch fürs Alter hoffen.
Und da Stahl jetzt seine Abneigung gegen Urlaub abgelegt hat, freuen wir uns alle schon auf eine Fortsetzung an der Cote d'Azur.
Rezensionen von Lilli33:
Kaltes Versprechen von Katharina Peters
Konnte mich leider nicht packen
Konnte mich leider nicht packen
Rebekka Just ist neu im LKA Hamburg. Als die von ihr verehrte Kriminalpsychologin Hannah Jakob zu Tode kommt, setzt Rebekka alles daran, den Mord aufzuklären. Die Ausgangslage ist verdammt schwierig, da es absolut keine Hinweise gibt. Daher lässt sie sich auf einen Deal mit dem dubiosen Krølle ein, einem Auftragskiller und Geheimdienstagenten.
Zusammen kommen sie einem fiesen Komplott auf die Spur.
Den Klappentext und auch die Leseprobe fand ich durchaus ansprechend, sodass ich gerne das ganze Buch lesen wollte. Doch schon bald ließ das Lesevergnügen nach, es wurde einfach anstrengend. Dabei ist die Handlung an sich klug durchdacht, interessant und spannend. Durch die Vielzahl der Personen und Rückschauen auf viele verschiedene Altfälle wird es aber etwas verwirrend.
Auch der Schreibstil konnte mich nicht wirklich abholen. Ich fühlte mich eher wie eine Zuschauerin aus großer Distanz, so groß, dass ich das Geschehen zum Teil nur verschwommen wahrnehmen konnte. Es wird viel erzählt und gedacht, ohne dass tatsächlich etwas passiert. Dadurch wird alles unglaublich in die Länge gezogen. Die Charaktere bleiben blass und zuweilen austauschbar. Ihre Beweggründe für ihr Handeln wurden mir nicht immer klar. Das geht schon damit los, dass Rebekka Just sich auf eine illegale Zusammenarbeit mit dem zwielichtigen und für sie absolut fremden Krølle einlässt, nur weil eine entfernte Bekannte ihr das rät. Das klingt für mich absolut unrealistisch und hanebüchen.
„Kaltes Versprechen“ ist der Auftaktband der Reihe um die Kommissarin Rebekka Just und Krølle. Aktuell steht mir nicht der Sinn nach einer Fortsetzung.
Rezensionen von brauneye29:
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
Hat mir sehr gut gefallen
Zum Inhalt:
Tilla kann es nicht fassen, ihre beste Freund Rena ist einfach verschwunden. Auf der Suche nach ihr muss sie allerdings schnell erkennen, dass nichts, was Rena ihr über sich erzählte, gestimmt hat. Während der verzweifelten Suche stellt sich aber auch immer mehr raus, wie die noch junge DDR immer mehr abrutscht, immer unzufriedener sind die Bürger bis hin zum Volksaufstand.
Meine Meinung:
Es gibt so Themen, die einem zwar irgendwie bewusst sind, aber nicht in der vollen Tragweite. Hier die historische Ereignisse um den Volksaufstand vom 17. Juni, eingepackt in eine romanhafte Erzählung. Ich fand die Erzählung sehr gelungen, denn es werden wirklich gekonnt Fakten und Fiktion verwoben, so dass eine richtig interessante Geschichte entstanden ist, die sich zudem auch noch sehr gut liest. Selbst wenn einen die historischen Fakten nicht so sehr interessieren, ist die Geschichte einfach gut erzählt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Fazit:
Hat mir sehr gut gefallen
Rezensionen von brauneye29:
Querfeldein von Alex Capus
Hat mir gefallen
Zum Inhalt:
Im Gasthof von Arnold nahe der deutschen Grenze treffen sich allerlei unterschiedliche Menschen. Eines Tages taucht auch Betty dort auf, es kommt wie es kommen muss, Betty und Arnold heiraten und bekommen eine ganze Kinderschar. Die älteste Tochter Clara ist ein eher schräger Charakter und sie verliebt sich in den Schmuggler Hermann.
Als dieser in Gewahrsam genommen wird, löst das eine Welle der Empörung aus.
Meine Meinung:
Irgend wie war das ein sehr besonderes Buch, bei dem mir die Protagonisten extrem gut gefallen haben, allen voraus Clara und Hermann, aber auch Betty fand ich sehr interessant. Ich fand die Geschichte interessant, man fühlt sich schon in die Kriegs- und Schmugglerzeit zurückversetzt und es wirkt auch realistisch erzählt. Den Schreibstil und auch die Stimmung, die das Buch hat, hat mir irgendwie gut gefallen. Ich glaube, ich habe bisher erst ein Buch des Autoren gelesen, was mir nicht sonderlich gefallen hatte, dieses jedoch fand ich sehr gut.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von brauneye29:
Dem Meer entgegen von Lidija Hilje
Hat was
Zum Inhalt:
Als Ivona in ihre Heimatstadt Zadar zurückkehrt hadert sie mit ihrem Leben. Die Ehe ist zerbrochen, statt als Biologin arbeitet sie in einem Schreibwarenladen. Als sie ihrem Ex-Mann Vlaho begegnet, sind die alten Gefühle immer noch da, aber da gibt es auch dieses Angebot, dass einen neuen Anfang in Italien bedeuten würde.
Meine Meinung:
Irgendwie ist das schon ein sehr schwermütiges Buch, denn wir erleben in Rückblicken, wie sich das Leben von Hauptprotagonistin aufgrund der Umstände verändert, die Ehe zerbricht, obwohl die Liebe immer noch da ist. Dazu erleben wir auch wie das ehemalige Jugoslawien zerbricht. All das macht das Buch eher schwermütig, wobei man von Cover her wahrscheinlich eher etwas anderes vermuten würde. Den Schreibstil fand ich gut, dieser Wechsel zwischen Rückblicken und den aktuellen Ereignissen machte das Buch interessant. Für mich hätte etwas weniger Länge und Straffung dem Buch gut getan, denn teilweise wurde es schon etwas zäh.
Fazit:
Hat was
Rezensionen von yellowdog:
Querfeldein von Alex Capus
Im Gasthof zur Moskau
Alex Capus gestaltet seinen neuen großen Roman mit seiner gewohnt lässigen, manchmal lakonischen Art.
Es beginnt zur Jahrhundertwende und zeigt einen Schweizer Gastwirt und seine Frau sowie seine Kinder über einen langen Zeitraum. Dabei betrachtet Alex Capus auch die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit.
Es ist ein historischer Stoff und wirkt aufgrund der eigenwilligen Figuren wie ein Schelmenroman. Aus meiner Sicht sehr gelungen! Alex Capus ist ein zuverlässiger Autor, dessen Bücher immer ein gutes Niveau haben.
Rezensionen von brauneye29:
Die Auster von Yael Inokai
Hat mir gut gefallen
Zum Inhalt:
Dr. Bronstett ist tot, ermordet. Doch bevor die Polizei am Tatort auftaucht, ist die Wohnung blitzblank geputzt, so wie die langjährige Putzfee Leonora es gewohnt ist. Eine Hand des Toten wird in der Austernbar des Kaufhauses gefunden, wo Bronnstett Geschäftsführer war. Und irgendwie ist Leonora plötzlich mitten drin in den Ermittlungen ohne dass sie das eigentlich wollte.
Meine Meinung:
Es gibt so Bücher, bei denen man nichts besonderes erwartet und dann positiv überrascht wird. Genau dies ist mir bei diesem Buch passiert. Von der Beschreibung und auch vom Cover war ich nicht so sonderlich angetan, aber letztendlich von der Geschichte schon. Ich fand die Geschichte gut erzählt, Leonora hat mir als Typ ungeheuer gut gefallen, irgendwie eine besondere Frau, auch mit ihrem persönlichen Erlebnissen. Den Schreibstil fand ich auch sehr angenehm, so dass das Buch sehr schnell weggelesen war, ich möchte fast sagen leider, weil mir das Buch wirklich gut gefallen hat.
Fazit:
Hat mir gut gefallen
Rezensionen von brauneye29:
Luft nach unten von Tamara Štajner
Familiengeschichte
Zum Inhalt:
Iva kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, um bei der Beerdigung ihres Kindermädchens beizuwohnen. In dem Hotel der Familie hat sie mehr Zeit verbracht als mit ihrer eigenen Mutter und damit auch mit dem Kindermädchen. Als sie auf dem Grabstein einen zweiten Namen entdeckt, kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur.
Meine Meinung:
Das Buch ist schon ganz schön tiefgründig, Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, des eigenen unerfüllten Kinderwunsches, das schwierige Verhältnis zur eigenen Mutter. Nach und nach bekommt man immer Einblick in Ivas Gedankenwelt, die manchmal schon verworren ist, aber man versteht sie immer mehr. Auch das heimliche Verhältnis wird immer wieder betrachtet. Ein auf der einen Seite sehr ruhigen Roman, aber auch schon ein Stückweit aufwühlend und bewegend. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch liest sich sehr gut.
Fazit:
Familiengeschichte










