Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen? von Mai Thi Nguyen-Kim; Marie Meimberg

Ein Kinderbuch für neugierige Köpfe jeden Alters

Dr. Mai Thi Nguyen Kim ist mir durch Sendungen wie Terra X und Quarks und ihr Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ ein Begriff. Neu war für mich allerdings, dass sie in Zusammenarbeit mit Marie Meimberg auch Kinderbücher schreibt und veröffentlicht. Als naturwissenschaftlich geprägter Mensch, der immer auf der Suche nach interessanten und lehrreichen Kinderbüchern ist, muss ich diesem Buch natürlich eine Chance geben.

Der erste Eindruck war auf jeden Fall sehr gut. Das Buch ist recht großformatig, die Abmessung sind 24,7 x 1,7 x 27,3 cm, und auch die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Optisch und haptisch war das Buch auf den ersten Blick auf jeden Fall ein Volltreffer.
Danach kam aber erst einmal ein klein wenig Ernüchterung. Die Anfangskapitel wollen anscheinend besonders hip und jugendlich erscheinen, denn dementsprechend ist die Wortwahl. Ich persönlich konnte mit diesem Jugendslang recht wenig anfangen und war ein klein wenig irritiert. Hier kommt aber gleich einmal die Entwarnung: Dieses Gefühl hatte ich wirklich nur zu Beginn. Die weiteren Kapitel entsprachen sprachlich dann eher meinem Geschmack. Wobei ich auch anmerken möchte, dass die Sprache durchwegs einfühlsam und wertschätzend ist. Die Fragen werden kindgerecht beantwortet und auch die einfachsten Fragen des BiBiBibers werden niemals ins Lächerliche gezogen.
Neben der Sprache ist auch noch die Gestaltung des Buches sehr auffällig. Die knallbunten Farben sind gewöhnungsbedürftig, aber nicht abschreckend. Einige Seiten sind im Comicstil gestaltet, auch dies für mich eine neue Erfahrung in einem Sachbuch, für Kinder aber durchaus ansprechend und interessant.
Das Buch hat mich über 100 Seiten bereits eine beachtliche Länge, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Meiner Meinung nach hätten es sogar noch ein paar mehr sein können. Denn an der einen oder anderen Stelle wären die Informationen eventuell leichter zum Aufnehmen und Verarbeiten gewesen, wenn die Seiten nicht so vollgepackt gewesen wären. Aber auch hier die gute Nachricht: Dies beschränkt sich nur auf kleine Bereiche des Buches und mit der Zeit kann man sich auch daran gewöhnen.
Die Ankündigung des Buches versprach eine vielschichtige Lektüre für die ganze Familie und dies kann ich wirklich nur unterschreiben. Das Buch ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder sehr interessant und informativ. Die beiden Autorinnen schaffen den Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung wirklich mit Bravour und ich bin mir sicher, dass bei uns noch mehr Bücher aus der Reihe einziehen dürfen.
Als empfohlenes Lesealter gibt der Verlag 7 Jahre an. Die Bewertung dieser Einschätzung ist für mich, aufgrund von fehlenden Erfahrungswerten, nicht möglich. Ich denke aber, dass ich es mir erlauben kann zu sagen, dass je nach Leseerfahrung das Buch für manche Kinder noch sehr überwältigend und überfordernd sein kann. Eine Lesebegleitung durch einen Erwachsenen ist in dem Alter von sieben Jahren sicherlich noch angebracht.
Auch wenn es den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt von mir gibt, möchte ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist perfekt für wissbegierige kleine und große Forscherinnen und Forscher, die mehr darüber erfahren möchten, warum wir denn unbedingt schlafen müssen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von ReiShimura
BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?

Rezensionen von Kayli:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Captain Flop von David Walliams

Ein Comic von Walliams!

Ein neuer Walliams - und diesmal als Comic.

Anfangen tut es erstmal etwas aufregend. Ein kleiner (süßer) Hund wurde ins Weltall geschickt wurde, aber leider nicht zurückgeholt wurde. Im Weltraum wurde er dann ein Pirat und trifft auf Flop, einen Affen, der auch ins All geschickt wurde. Wenn ein Hund auf einen tollpatschigen Affen trifft, kann nur so einiges schiefgehen.

Die Beiden haben einige Herausforderungen zu meistern und Abenteuer zu überstehen. Die Veranlagung zu Tollpatschigkeit ist da nur semi hilfreich ...


Insgesamt ein tierisches und teilweise wirklich absurdes, aberwitziges Buch - aber was ist bei diesem Autor auch anderes zu erwarten. Die Kinder lieben es und kommen aus dem Kichern nicht mehr raus. Der Zeichenstil ist sehr angenehm und auch die wenigen Kästchen auf den Seiten. Das empfohlene Alter von 9 finde ich angemessen und würde ich auch empfehlen, trotz der geringen Textdichte glaube ich das es aufgrund von der Geschichte und Humor sich das Buch eher für ein bisschen älteren Kinder eignet. Die werden aber sehr viel Spaß damit haben. :)

Ganz nett ist, dass die Kinder auch bisschen Hintergrund Infos bekommen und erfahren, dass die Tiere auf echten Tieren beruhen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kayli
Captain Flop

Rezensionen von liesmal:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser

Die letzte Versuchung

Die Geschichte wird rückblickend erzählt. Sie beginnt im Gefängnis, wo die Hauptprotagonistin Angelika von einer Autorin besucht wird, die Angelikas Geschichte in ein Buch bringen will. Ob die Autorin Vea Kaiser ist oder nur ausgedacht, erkenne ich ebenso wenig, wie ich eine Antwort darauf bekomme, ob es die Geschichte wirklich gegeben hat.

Zumindest fühlt es sich für mich so an, was ich der Kunst der Autorin zuschreibe.
Mehrmals wird Angelika von der Autorin besucht. Diese Kapitel sind in Kursivschrift geschrieben und tragen die Überschrift „Unterhaltungen in der Josefstadt“. Bei den Besuchen erzählt Angelika – oft nur bruchstückhaft – aus ihrem Leben: wie sie vaterlos aufgewachsen ist bei ihrer Mutter, einer Hausbesorgerin im Gemeindebau, wie und mit wem sie ihre Freizeit verbracht hat, wie ihr Leben als Buchhalterin in dem Nobelhotel Frohner sich gestaltete, wie plötzlich die Versuchung da war.
Es ist ein unaufgeregtes Erzählen, doch für mich ein merkwürdiges Lesegefühl. Ich begleite Angelika mit gemischten Gefühlen, wobei meine Sympathie für sie nicht immer die Oberhand behält. Und obwohl ich weiß, wo es für Angelika endet, muss ich mitansehen, wie sie langsam, aus unterschiedlichen Gründen, getrieben wird und abgleitet. Trotzdem hoffe ich immer wieder, dass sie den Absprung noch rechtzeitig schafft…
Das Ende ist so besonders wie die rückblickende Erzählung, und es gefällt mir gut. Die Erlebnisse aus Angelikas Berufsleben und auch die Blicke in das Leben und Treiben in einem Nobelhotel habe ich interessiert gelesen, und auch in ihrem Privatleben wurde es nie langweilig. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass es nicht ganz so langsam vorangeht, aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, so dass ich es gern weiterempfehle.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels

Rezensionen von FogandBooks:

Stern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Till the End of the Moon 1 von Teng Luo Wei Zhi

Ein wunderschönes Buch, das mich leider nicht erreichen konnte

Manchmal hat ein Buch alles, was es braucht, um mich neugierig zu machen – und trotzdem will der Funke einfach nicht überspringen. Leider war Till the End of the Moon – Verdorbenes Herz genau so ein Fall.

Die Grundidee fand ich tatsächlich spannend: Zeitreise, Magie, Schicksal – und eine Liebe, die die Welt zerstören könnte.

Das klingt nach epischer Romantasy! Aber schon nach dem ersten Akt habe ich gemerkt, dass es einfach nicht meins ist. Der Einstieg war noch vielversprechend, doch je weiter ich gelesen habe, desto anstrengender wurde es. Die Vielzahl an Namen und Begriffen hat mich völlig rausgebracht, auch wenn Glossar und Fußnoten bemüht helfen wollten. Ich musste ständig nachschlagen, wer gerade gemeint ist, und das hat den Lesefluss extrem gestört.

Li Susu blieb für mich schwer greifbar – ihr Verhalten konnte ich oft nicht nachvollziehen. Und obwohl die Geschichte als Enemies-to-Lovers vermarktet wird, ist von Lovers hier nichts zu spüren. Die beiden hassen sich durchgehend, und echte emotionale Entwicklung fehlt fast komplett. Wer also auf Romantik hofft, wird hier vermutlich enttäuscht. Als reine Fantasygeschichte funktioniert das Ganze besser, aber auch da hatte ich Mühe, wirklich reinzufinden.

Was mir aber gefallen hat: Das Cover ist wunderschön und die Zeichnungen im Buch sind wirklich toll umgesetzt. Auch die Aufmachung mit Farbschnitt ist ein echter Hingucker. Schade, dass der Inhalt für mich nicht mithalten konnte.

Unterm Strich bleibt ein Buch mit großem Potenzial, das mich aber weder emotional noch erzählerisch erreichen konnte. Ich breche selten Geschichten ab – aber hier war für mich nach dem ersten Akt klar: Das wird leider nichts.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von FogandBooks
Till the End of the Moon 1

Rezensionen von Bettina:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Freier Kopf statt Mental Load von Sara Pierbattisti-Spira; Katharina Wick

Weg mit der Belastung durch viele Kleinigkeiten

Mental Load – diesen Begriff kannte ich bisher gar nicht. Aber die Auswirkungen kennt wohl jeder. Es sind diese vielen kleinen Dinge, die zu selbstverständlich sind um sie auf eine ToDo-Liste zu schreiben, die aber trotzdem ständig präsent sind und erledigt werden müssen. Da nichts zu vergessen kann belastend sein und die Möglichkeiten des Internets mit ständiger Erreichbarkeit machen es nicht besser.

So kommt es, dass wir häufig den ganzen Tag beschäftigt sind, abends aber nichts Sichtbares vorzeigen können, oder jedoch deutlich weniger als die Summe der Aufgaben eines Tages. Nachdem detailliert erklärt wird, worum es bei diesem Thema geht folgt der praktische Teil.
Das Buch richtet sich hauptsächlich an Frauen. Besonders Frauen sind belastet durch die Doppel- und Dreifachbelastung durch Beruf, Haushalt und Kinder. Und dass Multitasking ein Mythos ist wissen wahrscheinlich inzwischen die meisten.
Es beginnt mit einem Überblick über die eigenen Aufgaben und Belastungen. Alle Aspekte / Methoden sind mit Tipps und Tricks versehen, es handelt sich quasi um ein Arbeitsbuch mit Teilschritten um das Ziel zu erreichen. Die Autorinnen gehen auf unterschiedliche Möglichkeiten der Umsetzung ein. Alle Themen sind in kurzen Kapiteln übersichtlich zusammengefasst. Durch die Gestaltung mit Farbe, Grafiken, Listen etc. wird der Text ergänzt und man kann ihn gut lesen. Mir gefällt auch das Format des Buches sehr. Etwas größer als ein Taschenbuch mit einer vernünftigen Schriftgröße aber nicht so groß, dass es unhandlich wird.
Nachdem ich das Buch gelesen habe werde ich mich an die Umsetzung machen. Es gefällt mir sehr gut und ich bin gespannt, wie ich die Hinweise in meinen Alltag integrieren kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bettina
Freier Kopf statt Mental Load

Rezensionen von Claudia H.:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Camp Rainbow - Zwischen uns die Wolken von Alicia Zett

Endlich verstehen – hier machen wir alle eine wichtige Erfahrung

Worum es geht:
Lila hat ihre beste Freundin geküsst. Die Reaktion daraufhin, war dann nicht so, wie sie es sich erhofft hatte. Und dann kehren auch noch die anderen Mädels aus der Klicke ihr den Rücken zu. Lila ist völlig verzweifelt und weiß gar nicht wohin mit ihren Emotionen. Deshalb fragt ihre Zwillingsschwester Malin, mit der sie seit Jahren ein eher toxisches Verhältnis pflegt, ob sie nicht dieses Jahr mit nach Camp Rainbow kommen möchte.

In der Hoffnung, eine Auszeit könnte ihr guttun, willig sie ein. Dabei gibt es nicht schlimmeres für Lila, als fremde Leute und eine fremde Umgebung. Nur hat sie bislang mit niemandem darüber gesprochen. Und dann trifft Lila genau hier diesen einen Menschen, der sie zu verstehen scheint.

Mein Fazit:
Nach dem ersten Band war auch für mich Lila eine Person, für die ich kein Verständnis hatte. Wie sie ihre eigene Zwillingsschwester Marlin behandelt hat, war wirklich grausam. Deshalb war ich auch sehr gespannt auf den zweiten Teil, in der Hoffnung, Lilas Verhalten nachvollziehen zu können. Und wir werden nicht enttäuscht. Die Story wird abwechselnd aus Lilas und Marlins Sicht erzählt, sie ist flüssig zu lesen und spannend. Wir erfahren hier so einiges über Lila, sie macht eine tolle Entwicklung durch und wir mit ihr. Lila hat leidet an ADHS und sie hat eine leichte Form von Autismus. Alicia Zett schafft es uns hier die Gefühle und Gedanken eines Menschen näherzubringen, für den unsere Welt aufgrund seiner Erkrankung schwierig ist. Auch ich im Alter von 50+ habe hier noch einiges gelernt. Kennt ihr einen Menschen mit ADHS und/ oder Autismus? Dann müsst ihr dieses Buch unbedingt lesen, um sie besser verstehen zu können. Kennt euer Kind jemanden mit dieser Beeinträchtigung? Dann gibt euren Kindern dieses Buch, damit sie verstehen und nachvollziehen können. Ich empfehle zunächst den ersten Teil zu lesen, es ist jedoch nicht unbedingt notwendig.
Von mir gibt es für dieses tolle Young Adult Story eine ganz klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Ich empfehle dieses Buch an allen Schulen zu lesen, da ich davon ausgehe, dass es an allen Schulen Schüler/-innen mit entsprechenden Problemen gibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Claudia H.
Camp Rainbow - Zwischen uns die Wolken

Rezensionen von Claudia H.:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Frau der Stunde von Heike Specht

Ist die Welt bereit für so viel Frauenpower

Worum es geht:
Wir befinden uns mitten in den 70ern. Die junge Politikerin Catharina Cornelius umgibt sich am liebsten mit ihren Freundinnen Suzanne und Azadeh und einem Gin Tonic zum Feierabend. Derzeit stellt eine kleine liberale Partei den Außenminister und Vizekanzler. Doch aufgrund eines Skandals muss er seine Ämter niederlegen.

Und hier kommt nun Catharina Cornelius zum Zuge. Von jetzt auf gleich übernimmt sie seine Posten, ist jetzt die erste Außenministerin und somit auch Vizekanzlerin Deutschlands. Und schon beginnen ihre männlichen Mitstreiter sich an ihr als Frau abzureagieren. Catharina hat jedoch ganz andere Probleme, als auf die Befindlichkeiten altmodischer Herrenreigen Rücksicht zu nehmen, denn Teile der Welt sind befinden sich in Aufruhr.

Mein Fazit:
Was wäre gewesen wenn, ja, wenn es in den 70er Jahren die erste Außenministerin gegeben hätte? Wie hätten die männlichen politischen Kollegen und auch die eigenen Parteimitglieder reagiert? Und wie das Ausland? Wie ernst wäre sie genommen worden, welche Hürden hätte sie überspringen müssen? Mit all diesen Fragen beschäftigt sich der Roman und auch mit den tatsächlichen politischen Vorkommnissen in dieser Zeit. Fiktiv und doch sehr realistisch. Ich hatte mir anfangs Sorgen gemacht, ob ich auch hinreichendes politischen Hintergrundwissen habe, um den Roman verstehen zu können, aber dies ist überhaupt kein Problem. Schnell findet man sich in der Welt der Politik zurecht. Der Roman wird nicht nur aus der Sicht von Catharina erzählt, sondern auch aus der Sicht ihrer Freundinnen Suzanne und Azadeh. Die drei waren mir gleich sehr sympathisch und ich habe ihrer Story sehr gerne verfolgt. Ich habe den Roman in einem Rutsch gelesen, weil er wirklich sehr spannend ist. Ich habe mit ihnen gefiebert und mir echt Sorgen gemacht. Tja schade, eine Catharina Cornelius als Außenministerin in den 70ern hätte konservative Deutschland gut gebrauchen können. Ach ja und um richtig in Stimmung zu kommen, empfehle ich beim Lesen die Bee Gees zu hören. Titel und Cover finde ich übrigens absolut passend gewählt.

Ich vergebe sehr gute 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Claudia H.
Die Frau der Stunde

Rezensionen von Shilo:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Zwischen Zuversicht und Leben von Regine Kölpin

Zwischen Pflicht, Gefühl und Neubeginn

Regine Kölpin erzählt eine Geschichte, die auf einfache Weise berührt. Schon nach wenigen Seiten lässt sich Esthers Welt mühelos betreten – der Kreißsaal, der Klinikalltag, die kleinen und großen Herausforderungen, die das Leben Ende der siebziger Jahre für eine junge Hebamme bereithält. Vieles wirkt erstaunlich aktuell: der Druck im Beruf, die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, der Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun.

Besonders stimmig ist die ruhige, klare Erzählweise. Der Alltag der Hebammen wird mit viel Einfühlungsvermögen und fundiertem Wissen geschildert, ohne jemals aufdringlich zu wirken. Die Figuren treten lebendig hervor, und die Beziehungen wirken spürbar. Auch die Beschreibung der Schneekatastrophe 1979 hinterlässt einen starken Eindruck – die Bilder von Schnee und Sturm werden lebendig, und die enge Verbindung der Menschen in der Not spürt man fast körperlich.
Esther bleibt in Erinnerung als authentische Figur. Sie ist keine klassische Heldin, sondern eine junge Frau, die ihren Platz sucht und dabei manchmal aneckt. Gerade diese Ecken und Kanten machen sie glaubwürdig. Immer wieder wird deutlich, wie schwierig es ist, in einem starren System eigene Wege zu gehen und sich dabei selbst treu zu bleiben.
Die Autorin schafft es, erzählerische Leichtigkeit mit Nachdenklichkeit zu verbinden. Zusammenhalt, Mut und Verantwortung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Besonders gelungen ist die Einbettung gesellschaftlicher Veränderungen der siebziger Jahre, die den historischen Hintergrund lebendig machen. Gleichzeitig vermittelt die Geschichte viel über den Beruf der Hebammen und über Entwicklungen, die bis heute nachwirken.
Am Ende hatte ich das Gefühl, ein Stück Zeit erlebt zu haben. Ein Buch, das ruhig erzählt ist und trotzdem viel aussagt. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und bin gespannt, welchen Weg Esther weitergehen wird. 4 Sterne und eine klare Empfehlung für alle, die menschliche, glaubwürdige Romane mit historischem Hintergrund mögen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Shilo
Zwischen Zuversicht und Leben

Rezensionen von Eternal-Hope:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Rauhnächte - Reguliere dein Nervensystem und schaffe die Basis für persönliches Wachstum von Tanja Suppiger

Tiefe Veränderung beginnt im Nervensystem

Bücher über die Rauhnächte gibt es mittlerweile viele am Markt. Was unterscheidet dieses Buch von den anderen? Es ist sein klarer Fokus auf das autonome Nervensystem und auf seine Bedeutung für Veränderungen in unserem Leben. Die Autorin beschreibt schlüssig, woran viele gute Vorsätze und Visionen scheitern: an unserem eigenen Körper und Nervensystem.

Denn wenn wir uns innerlich nicht sicher fühlen, erstarren wir, und das macht Veränderung fast unmöglich - selbst, wenn wir sie uns noch so sehr wünschen. Es ist also empfehlenswert, sich erst einmal mit dem autonomen Nervensystem zu befassen und damit, wie man sich selbst in einen angenehmen, ruhigen, entspannten Zustand bringen kann, aus dem heraus die Arbeit an Zukunftsvisionen deutlich vielversprechender ist.

Noch ein weiterer Punkt, durch den sich das Buch unterscheidet: es beginnt nicht direkt mit den Rauhnächten, sondern schon mit der Zeit davor: mit den Sperrnächten ab dem 8. Dezember. Auch diese gehen auf eine alte, bäuerliche Tradition zurück: es ist die Zeit, in der die Arbeitsmaterialien des vergangenen Jahres für den Winter weggesperrt wurden, anstehende Arbeiten abgeschlossen wurden und insgesamt das Jahr sowohl auf der praktischen Ebene als auch spirituell zu einem bewussten Abschluss gebracht wurde, um sich dann bewusst auf die Rückkehr des Lichts mit der Wintersonnenwende, das Weihnachtsfest und danach die transformative Kraft der Rauhnächte und des Jahreswechsels einzulassen.

Somit setzt dieses Buch insgesamt deutlich früher an als viele andere Rauhnachtsratgeber und zeigt, wie man auf vielfältige Art und Weise den Boden für gewinnbringende Rauhnächte bereiten kann. Nach einer kurzen Einführung in das Thema widmet das Buch ein ausführliches Kapitel der Erklärung des autonomen Nervensystems als Grundlage für die Visionsarbeit in den Rauhnächten. Sympathikus und Parasympathikus werden beschrieben, genauso wie der Vagusnerv und die drei Hauptzustände des autonomen Nervensystems.

Dabei gelingt es der Autorin, eine zugängliche und leicht verständliche Sprache zu wählen, sodass diese medizinischen Themen auch für Menschen, die damit noch nicht viele Berührungspunkte hatten, anschaulich dargestellt sind. Weiters geht es um unser individuelles Stresstoleranzfenster und darum, wie wir dieses erweitern und die Rauhnächte als Zeit der inneren Stabilisierung nützen können: die Rauhnächte als sicherer Raum, von dem aus wir eine Transformation beginnen können.

Psychologisch betrachtet ist das Buch gut recherchiert und bietet solide Informationen über das autonome Nervensystem und über leicht anwendbare Techniken, sich selbst zu regulieren und zu stabilisieren, zum Beispiel über die Atmung, über die Verbindung mit anderen Menschen und über die bewusste Wahrnehmung von "Glimmern", kleinen Momenten der Freude und Sicherheit (z.B. ein Sonnenstrahl, das Rascheln der Blätter im Wind,...).

Dazu schreibt die Autorin: "Viele Menschen glauben, dass sie sich erst verändern müssen, um sich sicher zu fühlen. Doch es ist genau umgekehrt: Erst wenn wir Sicherheit spüren, ist Veränderung überhaupt möglich. Deshalb sind die Rauhnächte nicht nur eine Zeit der Manifestation, sondern eine Zeit der Regulation. In diesen Nächten schenken wir unserem Nervensystem bewusst Glimmer-Momente. Wir lernen, Sicherheit nicht nur im Außen zu suchen, sondern sie in uns zu spüren. Und genau daraus entsteht die tiefste Transformation." (S. 43)

Im Buch finden sich viele Übungen zur Schulung der Sinne, zur Körperwahrnehmung und zur Verbindung mit dem eigenen Inneren, sowohl in den einführenden Kapiteln, als auch dann bei den jeweiligen Sperrnächten oder Rauhnächten.

Detailliert beschrieben und liebevoll bebildert wird dann in die insgesamt etwa einen Monat (von 8.12. bis 6.1.) dauernde Zeit zuerst der Sperrnächte, dann der Wintersonnenwende und schließlich der Rauhnächte hineinbegleitet. Es beginnt mit den Sperrnächten, dabei sind jeder Sperrnacht etwa drei Seiten gewidmet. Diese beginnen mit einführenden Worten zum Thema der jeweiligen Sperrnacht (z.B. "Sicherheit" für die erste Sperrnacht), dann folgen Reflexionsfragen dazu (z.B. "Wann hast du dich im vergangenen Jahr sicher gefühlt?", "Wo hast du Sicherheit eher im Außen gesucht - und wo hast du sie in dir selbst gefunden?", S. 67) und schließlich gibt es noch eine abschließende körperbezogene Übung, zum Beispiel zum bewussten Atmen.

Im letzten Drittel des Buches schließlich geht es um die Rauhnächte selbst. Auch hier ist wieder jede Rauhnacht einem übergreifenden Thema gewidmet, das an die vorher schon bearbeiteten Themen der Sperrnächte erinnert - doch nun geht es nicht um den Rückblick auf das vergangene, sondern um die Vision für das zukünftige Jahr. Beispielsweise geht es auch in der ersten Rauhnacht wieder um Sicherheit, doch nun mit dem Blick auf die Kraft der Wurzeln für das neue Jahr und auf die Entscheidungen, die wir heute treffen können, um unsere innere Stabilität für das neue Jahr zu stärken. Auch hier gibt es wieder körperbezogene Übungen sowie einen Manifestationsimpuls, für den Januar z.B. "Was wäre, wenn dein Alltag selbst zu einem sicheren Raum wird?" (S. 111)

Insgesamt handelt es sich um ein sehr liebevoll gestaltetes und ansprechendes, psychologisch fundiertes Buch, das eine gute Basis für die eigene Bewusstseinsarbeit bietet und das ich auch aus beruflicher Sicht als Psychologin allen an Weiterentwicklung interessierten Menschen wärmstens empfehlen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope
Rauhnächte - Reguliere dein Nervensystem und schaffe die Basis für persönliches Wachstum

Rezensionen von Nicole Koppandi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Muttermale von Dagmar Leupold

Eine Annäherung an die Mutter

Für den Bayerischen Buchpreis zu recht nominiert: Dagmar Leupod denkt zurück an ihre Mutter.

Die Mutter wurde 1924 in Ostpreußen geboren und erlebte in ihrem jungen erwachsenen Leben den 2. Weltkrieg, der sie scheinbar sehr geprägt hat. Die 1956 geborene Tochter erlebt die Mutter als distanziert, streng und kalt.

Lacht sie einmal, interpretiert es ihre Tochter als Gefühlsentgleisung.

Der Roman erstreckt sich von der Kindheit und Jugend bis zum Muttersein und ihrem Altern und Sterben. Es besteht keine liebevolle Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Besonders deutlich wird das, wenn die Tochter beschreibt, dass sie auch den Kochlöffel zu spüren bekommen hatte. Über vieles wird geschwiegen. Der Roman wird als eine Annährung beschrieben – ich interpretiere den Roman als die Mutter verstehen wollen.

Wer war sie, diese Mutter, die zwei ihrer Brüder im Krieg verloren hatte, die als Krankenschwester die Verwundeten versorgte und aus ihrer Heimat vertrieben wurde? Die protestantisch war und Prügel als Disziplinierungsmaßnahme akzeptierte.

Erst im Alter änderte sie sich ein wenig: ohne Chanel No. 5 ließ sie sich nicht im Rollstuhl vor die Türe führen und dieser Duft wird die Tochter immer an die Mutter erinnern.

Ein großartiger Roman, der die Atmosphäre von Gefühlskälte und Distanz außergewöhnlich gut transportiert. Sprachlich ein Genuss – zu Recht nominiert für den Bayerischen Buchpreis.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Muttermale