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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

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The Final Wife von Jenny Blackhurst

Der Mörder von Luke ist glasklar - oder?

Detective Rebecca Dance wird eines frühen morgens zu einem Ferienhaus in den Cotswolds gerufen. Der Schönheitschirurg Luke Whitney liegt erstochen in der Küche, neben ihm seine Frau Anna. Sie gesteht die Tat sofort. Somit scheint der Fall gelöst. Oder?

Vorab: Jenny Blackhurst weiß nach wie vor mit ihrem Schreibstil zu fesseln.

Man fliegt regelrecht durch die Seiten, saugt alle Infos, die man bekommt, auf und will unbedingt wissen, wie es weiter- bzw. ausgeht. Die abwechselnde Erzählweise aus Sicht von Rebecca und Anna, jeweils in ich-Form, machen es spannend.
Vor allem, weil man wie Rebecca sofort merkt: hier stimmt etwas nicht.
Obwohl der Fall auf den ersten Blick glasklar scheint, gibt es einige Ungereimtheiten, was Rebecca sofort aufgefallen ist.
Und Rose, die Ex-Frau von Luke, tritt natürlich verbal gegen Anna; auch Lukes Partner in der Schönheitsklinik verhält sich eigenartig.

Diesmal fand ich leider vieles unglaubwürdig, einige Dinge nicht schlüssig, etliches wurde nicht mehr weiterverfolgt bzw. aufgelöst. Leider kann ich auf keinen Kritikpunkt näher eingehen, sonst würde ich alles spoilern.
Ich konnte auch absolut nicht nachvollziehen, warum sich Luke von seiner ersten Frau Rose scheiden hat lassen und dafür Anna geheiratet hat, die aus einer unteren Sozialschicht kommt und als Kellnerin gearbeitet hat. Somit keine Ahnung hat, wie man sich in gehobenen (Ärzte-)Kreisen verhält, worüber man spricht etc. Und Luke war ja ambitioniert.
Ebenso fragwürdig fand ich Rebeccas Liebesleben; dieses war mMn sehr unnötig, da es sich "wie hingeschmissen" angefühlt hat und keinerlei Bezug zum Fall und dem Ausgang der Geschichte hat.
Die Auflösung konnte mich leider auch nicht überzeugen.
Trotzdem ich (zumindest zu Beginn) gut unterhalten wurde und gerne mitgerätselt habe, fand fand "The Final Wife" leider bisher das schwächste Buch der Autorin.


Fazit:
Das Buch ist wie von der Autorin gewohnt fesselnd geschrieben, man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Leider gab es viele Dinge, die unglaubwürdig bzw. nicht schlüssig waren und die Auflösung konnte mich auch nicht überzeugen.

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The Final Wife

Rezensionen von Anndlich:

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Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel von Skye McKenna

Die Haghexe

Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, sie findet keine Freunde und unter der Leiterin, die alle nur die Grimmige nennen, darf Cassie sich auch nicht in die Welt ihrer liebsten Bücher träumen, denn das Lesen solcher Bücher ist strengstens verboten.

Doch die sieben Jahre warten auf ihre Mutter sollen eine Veränderung bringen, Rose wird für tot erklärt und Cassie soll vom Internat in ein Waisenhaus umziehen. Einen Ort, der noch viel schlimmer ist als das Internat jemals sein könnte und so beschließt Cassie zu fliehen. Auf ihrer Flucht gerät sie in Gefahr und wird von einem besonderen Kater gerettet. Montague bringt Cassie zu ihrer Tante Miranda nach Hartwood Hall, einem Ort, der Cassies Leben drastisch verändern soll. Denn dort erfährt sie, dass ihre Vorfahren Hexen sind und dass das Leben voller Magie steckt. Nur lauern auch Gefahren in ihrem neuen Leben, am Rande des gefährlichen Walds dem Hag, passieren ungewöhnliche Dinge.

Der goldene Schlüssel von Skye McKenna ist der erste Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen besonderen Humor auf, ist aber auch nicht zu überspitzt dargestellt, so dass er sich ganz langsam ins Herz schleicht. Besonders gelungen fand ich jedoch auch jene Wesen, die nicht durchweg böse oder gut dargestellt wurden und dadurch einen tollen Platz in der Geschichte gefunden haben, so u.a. der Goblin Burdock.

Der Schreibstil der Autorin ist detailliert und macht den Weltenaufbau sehr leicht, an einigen Stellen wurde dadurch das Tempo jedoch auch sehr langsam und die Geschichte etwas langatmiger und erst im letzten Viertel kommt richtig Spannung auf, bis dahin ist der Fokus eher auf das Ankommen in der Welt und dem System gelegt. Dies gelingt gut, denn schnell versteht man das Weltensystem, das dem Alter der Rezipienten entsprechend auch nicht zu komplex ist. Auch die Protagonistin Cassie wird toll eingeführt, sodass man sie nicht nur sehr schnell mag, sondern auch ihre Ängste und Wünsche nachvollziehen kann und dadurch auch ihre zukünftigen Handlungen versteht. Die drei Junghexen Rue, Tabitha und Ivy sorgen für die perfekte Mischung an Spannung untereinander, die Fragen bezüglich Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt aufweisen.

Das Buch selbst ist ein phänomenaler Hingucker, der Erwartungen schürt, das Cover, der Farbschnitt, aber vor allem die Seitengestaltung sind unglaublich detailverliebt und passen hervorragend zur Geschichte. Ein Äußeres, das definitiv anlockt und der Inhalt hält, was das Äußere verspricht. Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel ist ein toller Start einer fantastischen Reihe für Kinder ab zehn Jahren. Eine Geschichte, die jedoch auch Erwachsene verzaubern kann, vor allem, wenn man ruhigere, atmosphärischere Einstiege bevorzugt.

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Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel

Rezensionen von spozal89:

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The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1) Lower Whilby von Kyra Groh

Pumpkin Spice Liebe

"Pumpkin Spice Latte Disaster" hat mich sowohl vom Buchtitel, als auch vom Cover schon mal auf den ersten Blick überzeugt. (Ich selbst liebe ja auch alles rund um Pumpkin Spice.) Aber auch der Inhalt hat mir richtig gut gefallen.

Ich bewerte die Hörbuch-Variante und ich muss sagen, die beiden Sprecher haben einen großartigen Job gemacht.

Sowohl die Cozy-Vibes, als auch die Spicy-Vibes kamen gut rüber.

Sowohl James, als auch Jude mochte ich sehr gerne, auch wenn ich Jude und ihren Fluchtreflex manchmal sehr anstrengend fand. Aber das wurde ja gegen Ende des Buches nochmal gut aufgeklärt. Ich fand auch die Dynamik der beiden genial und mochte es, wie sich die Lovestory entwickelte. Highlight war für mich auf jeden Fall auch alles rund um die Eltern von James. Das fand ich einen coolen Twist und hat mir gut gefallen. Die Herbst- und Kleinstadtvibes, welche mir bei solchen Büchern sehr wichtig ist, kamen gut rüber und ich würde jederzeit wieder nach Lower Whilby reisen wollen. Habe schon gesehen, dass noch Bücher um Eleonore und Olive folgen werden. Beides interessante Charaktere, wobei ich Olive bisher am wenigsten mochte.

Für mich eine gelungene Kleinstadt-Charme Romance, der ich gerne gelauscht habe und auf jeden Fall empfehlen würde.

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The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1) Lower Whilby

Rezensionen von ReiShimura:

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The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh

Von Unterarmen und Erwartungen – eine enttäuschte Romanze

Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste gelandet ist und im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob das nicht ein Fehler war.
Dabei klang der Klappentext so vielversprechend und ich war eingestellt auf Herbststimmung und romantische Gefühle.

Der Anfang des Buches war auch wirklich vielversprechend und ich habe mich schnell in der Geschichte zurechtgefunden. Doch dann ging es mit meiner Lesemotivation bergab und ich habe gefühlt ewig gebraucht, um das Buch zu beenden. Mehrmals habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan, denn das Ende hat mich wieder ein wenig mit der Geschichte versöhnt. Wobei ich mir unsicher bin, ob ich die weiteren Bücher, dieses ist nämlich der Auftakt der "Lower Whilby" Reihe.
Mein größtes Problem mit dem Buch war die Liebesgeschichte zwischen Jude und James. Dies ist natürlich besonders fatal, da es sich hierbei um das zentrale Thema des Buches handelt. Leider hat es Autorin Kyra Groh nicht geschafft mir die Chemie zwischen den beiden glaubhaft zu vermitteln. Das die beiden sich körperlich anziehend finden war nicht zu übersehen bzw. überlesen, immerhin wird die Autorin nicht müde zu betonen, wie unglaublich scharf Jude James Unterarme findet oder James ihren Hintern. Dieses ständige Gedankenkreisen um die körperliche Anziehung war für mich einfach ein wenig zu viel des Guten. Eine kleine positive Überraschung gab es aber auch, denn die Autorin hat es sich zumindest verkniffen James mit einem überproportionalen "besten Stück" auszustatten.
Die versprochene Herbststimmung und die Gilmore Girl Vibes waren leider auch nicht in dem Maße spürbar, wie ich es mir nach der Ankündigung des Verlages erwartet hatte. Eventuell waren hierbei aber auch nur meine Erwartungen ein wenig zu hoch.
Sowohl Jude als auch James waren mir nur bedingt sympathisch. Jude beklagt sich immer, dass alle Menschen in ihrer Umgebung Probleme mit ihrem Charakter haben und niemand sie so akzeptiert wie sie ist und sie angepasster sein, und der Norm entsprechen soll. Umgekehrt kann sie aber James Wünsche auch nicht akzeptieren, versucht immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und ist dabei auch noch furchtbar aufdringlich.
Mit den Nebencharakteren konnte ich mich weitaus besser identifizieren und da waren einige dabei, die mir sympathischer waren als die beiden Hauptcharaktere. Schade fand ich es, dass ich nicht mehr erfahren durfte, wie Olives Geschichte ausgeht. Mittlerweile weiß ich aber, dass im zweiten Teil der Reihe Nore und im dritten Teil dann Olive die Hauptperson der Geschichte sein wird. Daher verstehe ich, dass Kyra Groh zu den Geschichten der beiden Damen in diesem Teil nur vage Andeutungen macht.
Das Buch ist für mich kein kompletter Reinfall, aber auch keine Offenbarung. Den Hype um das Buch kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen. Für mich hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass gehypte Bücher nicht gleichzeitig auch gute Bücher sein müssen. Was das betrifft, werde ich in Zukunft noch vorsichtiger sein.
Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen und auch Whilby als Schauplatz finde ich ansprechend. Meiner Meinung nach ist dies aber kein Buch, das in dem Genre besonders hervorsticht. Als zwischendurch Zeitvertreib ganz okay, man verpasst, aber auch nicht viel, wenn man die Finger davonlässt.

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The Pumpkin Spice Latte Disaster

Rezensionen von spozal89:

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House of Rayne von Harley Laroux

sehr spannende Story, aber die Gefühle blieben bei mir aus

Ersteinmal das positive vorweg. Die Autorin hatte von Anfang an einen Schreibstil, der mich irgendwie gecatcht hat. Sie umschreibt sehr spannend und das ganze Setting und die Umgebung sind zum teil leicht gruselig und mysteriös (passt aktuell hervorragend zu Halloween) und es zieht einen richtig in den Bann von Blackridge Island.

Salem und Rayne sind beides sehr interessante Charaktere und ich konnte den Verlauf der Story absolut nicht vorhersehen.

Aber nun kommt der große Kritikpunkt, weshalb ich persönlich nur drei Sterne vergebe. Ich konnte die Beziehung und die Gefühle der beiden leider überhaupt nicht fühlen. Für mich hat einfach irgendwas gefehlt und die Liebesgeschichte fühlte sich nicht echt an. Mir persönlich waren es auch zuviele spicy Szenen, da ich sowas eher weniger gern lese. Das hat mir auch leider ein wenig die Lesefreude genommen, weshalb ich mit dem Buch nicht wirklich voran gekommen bin.

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House of Rayne

Rezensionen von lesen=liebe:

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Geliebt von Magdalena Fournillier

Man fühlt sich geliebt

Wenn man dieses zauberhafte Buch liest, fühlt man sich direkt geliebt. Ich habe so viele Glücksgefühle bekommen, dass ich der Überzeugung bin, dass man dieses Buch eigentlich täglich lesen müsste. Wir haben uns vorgenommen, es zumindest einmal pro Woche zu lesen. Das kleine Häschen führt durch die Jahreszeiten und zeigt auf wundervolle Art und Weise, wie man die Schönheiten der Natur bewusst wahrzunehmen.

Andere Tiere geben wertvolle Tipps für das mentale Wohlbefinden, und es wird vermittelt, dass eigentlich Kleinigkeiten glücklich machen. Zudem sind die Illustrationen einfach zauberhaft. Ich habe das Buch mit meinen beiden Söhnen gelesen. Zwar braucht es manchmal ein wenig Unterstützung, um die Botschaften zwischen den Zeilen zu erfassen, doch meine Kinder haben sie erstaunlich gut verstanden. Über einige Passagen haben wir sogar etwas länger gesprochen. Wunderbar, sich geliebt zu fühlen.

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Geliebt

Rezensionen von Lili-Marie:

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Felix Green - Geisterseher und Geheimagent von Rachel Morrisroe

Ein Außenseiter mit Superkräften

Das Buch „Felix Green“ ist ein wilder Mix aus Geisterjagd, Geheimagenten-Action und Internatsleben mit magischen Kids. Felix, der Hauptcharakter und ein Außenseiter, hat eine ziemlich schräge aber sehr interessante Gabe: Er kann Unglücke vorhersehen. Blöd nur, dass ihn alle dafür verantwortlich machen sobald er die Betroffenen warnen möchte.

Aber dann kommt er an diese geheime Schule mitten in London, und plötzlich wird alles anders.

Die Story ist schnell, spannend und hat ein paar richtig coole Ideen. Manchmal ein bisschen viel auf einmal, aber hey, langweilig wird’s nie. Ich mochte besonders, wie Felix sich entwickelt und wie das Buch zeigt, dass man auch mit „komischen“ Fähigkeiten was richtig Gutes bewirken kann. Viele Nebenfiguren blieben dagegen aber sehr blass und sind nur oberflächlich beschrieben.

Die magische Welt ist toll beschrieben und wird einem Stück für Stück nähergebracht. Das macht den Einstieg und das Verständnis einfacher. Dennoch bleibt die Geschichte stets spannend.

Insgesamt ein tolles Buch, das auch einen altersgerechten Schreibstil bietet sowie Spannung und Action. Auch die Länge der Kapitel ist ideal für die Zielgruppe.

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Felix Green - Geisterseher und Geheimagent

Rezensionen von Eternal-Hope:

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No Way Home von T.C. Boyle

Von der vergeblichen Sehnsucht nach einem Ankommen

"No way home", der neue Roman von T.C.Boyle, beschäftigt sich vordergründig nicht so stark mit aktuellen Gesellschaftsthemen wie manche andere seiner Bücher. Sieht man aber genauer hin, dann tut er das sehr wohl. Porträtiert werden drei unreife junge Erwachsene, die alle drei sich auf ihre Art entwurzelt und heimatlos fühlen und auf der Suche nach Sicherheit, Geborgenheit und Bestätigung sind: nach einer äußeren Heimat für die innere Heimatlosigkeit.

Drei Menschen, die diesen Halt nicht in sich selbst finden können und ihn deshalb, natürlich vergeblich, in einer anderen Person suchen müssen.

Da gibt es Terry, einen jungen Assistenzarzt in Los Angeles, den der Zufall erst einmal gelegentlich in die abgelegene Wüstenstadt Boulder City verschlägt: denn hier war der Altersruhesitz seiner Mutter (aber nicht der Ort und das Haus, an dem er aufgewachsen ist - seine Heimat ist es hier nicht), hier hatte sie ein Haus gekauft und bewohnt, und nun ist sie plötzlich verstorben und an ihm ist es, das Haus zu erben, sich um ihren Hund Daisy zu kümmern und sich um alle bürokratischen Formalitäten zu kümmern. Terry ist ein engagierter und völlig überarbeiteter Arzt, mit kaum Privatleben und nur wenig Erfahrungen mit Frauen. Auch die mit der Abwicklung des Erbes verbundene Bürokratie ist ihm fremd und er fühlt sich innerlich dieser Sache kaum gewachsen. Sein bisheriger Werdegang mit der starken Konzentration auf das Medizinstudium und den ersten Jahren als Arzt hat wohl seine intellektuellen Fähigkeiten gefordert und gefördert und ihm einen sechsstelligen Schuldenberg an Studiengebühren hinterlassen, ihn aber emotional nicht erwachsen werden lassen.

So kommt es ihm durchaus gelegen und er wehrt sich höchstens halbherzig, als die sehr attraktive und nach einer Trennung von ihrem impulsiven Ex-Freund Jesse temporär obdachlose Bethany ins Haus von Terrys Mutter einziehen will und verspricht, sich um das Haus und den Hund sowie die mit dem Erbe verbundene Bürokratie zu kümmern. Zwar sagt er erst einmal "nein" dazu, sie macht es trotzdem, zieht einfach ein, stellt ihn vor vollendete Tatsachen. Statt sie entschlossen hinauszuwerfen, verfällt er ihren äußeren Reizen und die beiden beginnen eine sexuelle Beziehung. Er fühlt sich von ihr sehr angezogen - so eine attraktive Frau hat sich wohl noch nie für ihn interessiert - auch wenn sie abgesehen von der körperlichen Attraktivität viele problematische Persönlichkeitseigenschaften aufweist, das Haus verkommen lässt, ihre dubiosen Freunde gegen seinen Willen dorthin einlädt, um wilde Partys zu feiern, und nicht einmal davor Halt macht, sich dort gegen Terrys ausdrücklichen Wunsch mit ihrem Ex Jesse zu treffen, mit unangenehmen Folgen verschiedenster Art für Terry. Dennoch wird Terry sie nicht los und überlegt letztlich in seiner grenzenlosen Naivität sogar, sie zu heiraten. Bethany wiederum erhofft sich von der Verbindung mit ihm sozialen Aufstieg - immerhin ist er Arzt - und materielle Absicherung.

Der dritte im Spiel ist Jesse, Lehrer an der Junior High School, leidenschaftlicher Motorradfahrer, impulsiv und zu Gewalt neigend und der vermeintliche Ex Bethanys, mit dem sie fünf gemeinsame Jahre verbracht hat, der ihr in Bezug auf das soziale Milieu viel ähnlicher ist als Terry und von dem auch sie sich nicht so wirklich lösen will, was aus dem Ganzen eine sehr toxische Dreiecksgeschichte macht. Auch er will Bethany nicht loslassen, erhebt Besitzansprüche auf sie, ist eifersüchtig auf Terry, den er als "Spießer" ansieht und dafür zutiefst verachtet, und meint, eine tiefe Verbindung zu Bethany zu fühlen.

Sympathisch ist in diesem Roman keine der drei menschlichen Figuren, nur mit dem klugen Hund Daisy habe ich mitgefühlt. Alle drei Hauptcharaktere sind zutiefst unreif, unreflektiert und machen über den Roman keine sichtbare Charakterentwicklung durch. Dadurch wiederholen sich verschiedene Situationen in ihrem Leben auch immer wieder, beispielsweise versucht Terry immer wieder auf zaghafte und ungeschickte Art, Bethany Grenzen in Bezug auf den sorglosen Umgang mit seinem Eigentum aufzuzeigen, doch werden diese Versuche nie vehementer oder entschlossener und bleiben immer erfolglos. Bethany wiederum verharrt in ihrer Schwebesituation zwischen den beiden Männern selbst dann noch, als sich einige Ereignisse deutlich zuspitzen, die bei einer psychisch gesünderen Frau längst zu einer Distanzierung geführt hätten. Auch Jesse ist und bleibt der impulsive, zu gewalttätigen Ausbrüchen neigende Mann, der er immer war.

Das Ganze findet vor der Hintergrundkulisse von Boulder City statt, die als unattraktive und wenig Perspektiven für junge Leute bietende Wüstenstadt wirkt, in der die einzigen Freizeitaktivitäten zielloses Herumfahren mit dem Motorrad oder Saufen in Lokalen zu sein scheinen.

Reine Dreiecksgeschichten und Liebesdramen sind nichts, was ich normalerweise gerne lese, und ich schätze es sonst auch, wenn es eine charakterliche Weiterentwicklung der Figuren gibt. Dieses Buch hat mich dennoch sehr überzeugt, denn es ist auf eine Art und Weise geschrieben, in der ich gerade diese Stagnation der Charaktere und ihr Verweilen in ihrer Unbewusstheit und den daraus resultierenden Schwierigkeiten sehr glaubhaft finde.

Solche Menschen gibt es viele, und Boyle gelingt es hier, sie in ihrem Umfeld treffend zu porträtieren, und dabei gleichzeitig zum Nachdenken darüber anzuregen, was es für eine Gesamtgesellschaft bedeutet, wenn es viele solcher Menschen gibt und wie genau die dahinterstehenden Sehnsüchte nach einer inneren wie äußeren Heimat und einem Ankommen, ohne wirklich die dafür erforderliche innere und äußere Arbeit leisten zu müssen, sehr leicht von politischen Verführern eingefangen werden können (das ist nicht Hauptthema des Romans, schwingt für mich aber zwischen den Zeilen mit). Damit ist es ein düsteres, aber durchaus treffendes Gesellschaftsporträt des modernen Amerikas in den 2020er Jahren.

Auch sprachlich weiß Boyle genau, was er tut, und jeder Satz sitzt. Hier ein paar Beispiele:

"Leute, die behaupteten, die Wüste zu lieben, redeten immer von unverstellter Weite, aber für ihn war es mehr wie die Sohle eines alten Joggingschuhs: nichts als Druck und abgewetztes Profil. Dass die Wüste leer war, hatte einen Grund - sie war ein negativer Raum zwischen einem selbst und einem Ort, wo man sein wollte, eine letzte Zuflucht für Heilige und Skorpione." (S. 15)

"Das Wasser war kalt, und er blieb nicht lange drin. Auf dem Board hatte er keine Probleme mit dem Gleichgewicht, auch wenn dieser Sport - das ganze Konzept - ihm neu war. Der See war ebenfalls neu, jedenfalls diese intime Bekanntschaft mit ihm." (S. 56)

"Er schlief im Gästezimmer, und nicht mal der Hund leistete ihm Gesellschaft." (S. 293)

"Sie machte keinen Versuch aufzuräumen, noch nicht jedenfalls. Sie ließ Jesse stänkern, bis ihm die Luft ausging, und dann stand sie auf und zog Schuhe und Jacke an." (S. 368)

Insgesamt ist es ein tiefgründiges und interessantes Buch, das ich allen empfehlen kann, die sich für das moderne Amerika und seine vielfältigen Probleme interessieren und die kein Problem damit haben, ein Buch ohne (menschliche) Sympathieträger zu lesen.

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No Way Home

Rezensionen von yellowdog:

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Ein Historiker in Gaza von Jean-Pierre Filiu

schonungslos

Dieses Buch zeigt etwas, was lange nicht möglich war. Einen unabhängigen Blick in den Gaza und den Zuständen da.
Historiker Jean-Pierre Filiu war für etwas über einen Monat im Gaza. Er gelangte durch Ärzte ohne Grenzen dahin.
Das Buch ist keine unreflektierte Anklageschrift gegen Israel, aber neutral ist es auch nicht, denn der Autor sieht die Verheerungen und schlimmen Zustände deutlich.

Und er stellt vieles auch in Zusammenhänge mit der Vergangenheit.
Er benennt auch klar die grausamen Taten der Hamas gegen die palästinische Bevölkerung.
Obwohl man sich bewusst ist, dass der Gazakrieg eine Katastrophe ist, sind viele Details doch erschreckend. Es ist ein schonungsloses Buch

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Ein Historiker in Gaza

Rezensionen von Ruth:

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Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser

Fabelhafter Schmäh

Die österreichische Autorin Vea Kaiser schaffte 2012 mit ihrem Debut den Durchbruch. Der Roman „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ war nicht nur ein Bestseller, sondern erreichte auch Platz 1 der ORF-Bestenliste. Zwei ebenfalls erfolgreiche und mit Preisen ausgezeichnete Bücher folgten und nun liegt, nach sechs Jahren, ihr neuester Roman vor.

Der Titel „ Fabula Rasa“ - dieses Wortspiel, das einen radikalen Neuanfang mit dem Fabulieren, dem Geschichten erzählen, in Verbindung bringt - ist gut gewählt.
Inspiriert wurde die Autorin von dem realen Fall einer Buchhalterin im Hotel Sacher, die über einen längeren Zeitraum hinweg 4 Mio. Euro veruntreut hatte, aus Mutterliebe, wie sie gestand. Für Vea Kaiser, selbst frisch Mutter geworden, war diese Begründung nachvollziehbar und damit hatte sie einen neuen Romanstoff gefunden.
Wir sind im Wien der ausgehenden 1980er Jahre. Angelika Moser, so heißt ihre Protagonistin, hat keinen leichten Start ins Leben. Aufgewachsen ist sie in einem Gemeindebau, als Tochter der Hausbesorgerin, der Vater ist unbekannt. Doch Angie lässt sich nicht unterkriegen. Obwohl sie gerne mit ihrer besten Freundin das wilde Nachtleben Wiens genießt, so erledigt sie doch tagsüber ihre Arbeit als Buchhalterin im legendären Grand- Hotel Frohner zur vollsten Zufriedenheit ihres Chefs. Dieser hat so viel Vertrauen in sie und ihre buchhalterischen Fähigkeiten, dass er sie bittet, ein bisschen mit den Zahlen zu tricksen. Angelika merkt schnell, wie einfach das ist, denn die falschen Abrechnungen werden unkontrolliert durchgewunken.
Und als sie dann selbst in finanziellen Schwierigkeiten steckt, beginnt sie Gelder auf ihr Privatkonto zu überweisen. Immer in der Hoffnung, das „geborgte“ Geld zurückzugeben, sobald sie dazu in der Lage ist. Allerdings wird ihre finanzielle Situation über Jahre hinweg nicht besser.
Zunächst wird Angelika ungewollt schwanger. Mit Freddy, einem abgerockten Sänger, kann man zwar gut nächtelang um die Häuser ziehen, und der Sex mit ihm ist auch mehr als befriedigend, doch für die Rolle als verantwortungsvoller Vater ist er eher weniger geeignet. Angelika ist deshalb auf sich allein gestellt mit der Erziehung ihres Sohnes.
Und auch ihre zusehends dement werdende Mutter kostet nicht nur Nerven, sondern ihre Unterbringung in einem guten Pflegeheim auch sehr viel Geld.
Die Jahre vergehen, die Summen, die Angelika unterschlägt, werden immer größer. Der Sohn macht Dummheiten, die beglichen werden müssen und Angelika selbst hat Gefallen gefunden an dem schönen Leben. Doch im Hintergrund lauert immer die Angst, irgendwann aufzufliegen.
Vea Kaiser erzählt von einer sympathischen Betrügerin, für die der Lesende Verständnis entwickelt. Denn eigentlich ist die Protagonistin ein anständiger Mensch. Doch Wohlstand und Privilegien sind nicht gerecht verteilt auf der Welt. Während Angelika als alleinstehende Mutter selbst schauen muss, wo sie bleibt, gibt es andere, die mit dem silbernen Löffel im Mund geboren werden. Da darf ein Wochenende schon mal so viel kosten, wie ein Zimmermädchen im Jahr verdient, die Summe lässt sich ja als Spesen von der Steuer absetzen.
Vea Kaiser hält der sog. „besseren Gesellschaft“, die im Frohner absteigt oder sich beim Wiener Opernball feiern lässt, den Spiegel vor.
Und auch die Männer kommen bei ihr nicht gut weg. Angelika hat kein Glück mit ihnen. Sie sind entweder langweilig oder Hallodris. Sogar ihr Sohn, für den sie alles tut ( vielleicht zu viel des Guten), ist eine Enttäuschung.
Das alles wird flott erzählt, mit sehr viel Humor und Wiener Schmäh. Für alle Piefkes gibt es im Anhang dazu ein „sehr kleines Wienerisch-Wörterbuch“.
Vea Kaiser gelingen lebendige Milieuschilderungen, sei es im noblen Grand-Hotel, in den diversen Bars und Nachtklubs oder im Gemeindebau mit seinen skurrilen Bewohnern. Sehr gut fängt sie auch die Situation von alleinerziehenden Müttern ein, mit ihrer ständigen Überlastung, dem permanenten schlechten Gewissen und der Liebe zum Kind.
Authenzität verleiht die Rahmenhandlung dem Roman. Hier besucht insgesamt elfmal eine Schriftstellerin namens Vea Kaiser die Betrügerin Angelika Moser im Gefängnis und lässt sich deren Geschichte erzählen.
Ein paar Längen muss ich zwar dem umfangreichen Roman attestieren, trotzdem habe ich mich bei der Lektüre gut unterhalten gefühlt. Gerade der bitterböse Blick auf die Wiener Klassengesellschaft hat mir gut gefallen.
„ Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ ist ein amüsanter Roman über eine Frau, die mit unkonventionellen Mitteln ihr Leben in die Hand nimmt und sich nicht zum Opfer machen lässt.

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Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels