Kunden em pfehlungen
Rezensionen von youngreaders:
Joshua Jackelby von Benedict Mirow
Gutes Jugendbuch
"Joshua Jackelby" ist ein ganz toller Jugendroman, der in London im Jahr 1851 spielt. Es ist wirklich gut gelungen, diese Zeit so zu beschreiben, wie sie vermutlich war: Straßenkinder und Straßenbanden, Arme und Reiche, ....! Gleichzeitig ist es aber nicht altmodisch geschrieben, sondern so dass "die heutige Jugend" es gut lesen kann.
Die Schriftgröße ist relativ groß, so dass auch dies nicht abschreckt.
Das Buch ist spannend, aufregend, actiongeladen und hat mit Joshua, Leroy und Charlotte drei tolle jugendliche Charaktere und auch die Erwachsenen allen voran der Doktor John Snow (der laut Nachwort tatsächlich in London zu dieser Zeit gelebt hat) sind toll dargestellt und charakterisiert. Auch Joshs Hündin Hazel, die er vor dem Ertrinken gerettet hat und ein Pfau spielen in diesem Buch eine wichtige Rolle.
Mein Tipp: Lest dieses tolle Buch!
Rezensionen von Ryria:
Schwüre, die wir brechen von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson
Ägyptische (Mord)Spuren in Schweden
Der neue Fall für die Ermittler Nordh und Karhuu ist nichts für zarte Gemüter: Ohne Umschweife geht es los mit einer Leiche, deren Kopf mit dem eines Krokodils ersetzt wurde. Auch weitere Spuren verweisen auf die altägyptische Götterwelt - doch was hat die nebenbei erzählte Geschichte eines Jungen aus den 70ern damit zu tun?
Dies ist der zweite Band mit dem schwedischen Ermittlerduo, doch auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, findet man dank kurzer Charaktervorstellungen schnell in die Handlung hinein.
Das Privatleben und eigene unabhängige Ermittlungen des Duos nehmen auch einen größeren Teil der Handlung ein. Hier wird teilweise an Band 1 angeknüpft und auch noch einige Fragen für den Folgeband offengelassen.
Dies empfand ich als überwiegend positiv, da die Ermittler so für mich authentischer und greifbarer wurden, manchmal hätte ich aber auch gerne mehr über den Mordfall gelesen anstatt zum dritten Mal einen Grillabend mit Nordhs Familie zu verfolgen.
Generell gelingt die Charakterisierung gut, durch viele kleine Details und Beschreibungen von Eigenarten und Macken kann man sich die Personen schön vorstellen. Manche Handlungen oder Entscheidungen fand ich nur etwas schwer nachzuvollziehen, selbst wenn man sich in den Charakter hineinversetzt.
Besonders gegen Ende wirkte dadurch manches etwas unlogisch bzw. konstruiert auf mich.
Überwiegend waren die Ermittlungen jedoch sehr spannend, man konnte gut miträtseln und nach und nach alle Puzzlestücke zusammensetzen.
Die Ermittlungsmethoden und inneren Abläufe der Polizei wurden ausführlich dargestellt und als Leser ist man bei allen Aspekten der Ermittlungen dabei, auch wenn die Spur letztendlich ins Nichts führt oder irrelevant ist. Hier hatte ich nicht das Gefühl, dass extra falsche Fährten gelegt werden, vielmehr hat es sich für mich nach einer authentischen Ermittlung angefühlt, bei der ja auch erstmal viel schiefgeht.
Insgesamt ein durchaus spannender Krimi, der gegen Ende leider etwas schwächer wird, aber trotzdem neugierig auf den nächsten Band macht.
Rezensionen von S.:
Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
Das Wasser des Avalon
Januar 1942. June Porter Hudson führt das abgelegene Luxushotel Avalon, bekannt für sein lebendiges und magisches Heilwasser. Eigentlich ein Platz für die Reichen. Dann beschlagnahmt die Regierung das Hotel für besondere Personen, nicht für irgendwelche: „300 hochrangige Diplomaten der Achsenmächte“.
Italiener, Japaner, Deutsche, … . Man achte auf die Zeit! Das Personal muss für sie sorgen, obwohl viele von ihnen selbst persönliche Verluste durch den Krieg erlitten haben.
Die Angestellten erweisen sich als loyal und höflich dank Hossˋ (June). Unter den Nationalitäten gibt es jedoch einige Probleme.
Maggie Stiefvater beschreibt das genial, anfänglich sogar witzig, auf den Punkt. Aber sie fordert den Leser auch: viel Ungesagtes hat eine große Bedeutung.
Ein sehr gelungener Roman über Geschehnisse in den USA 1942. Teilweise fiktiv, teilweise auf ähnlichen Vorkommnissen beruhend.
Kein Buch zum schnell mal drüberlesen, es braucht Aufmerksamkeit und Nachdenken. Lesenswert.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Weißes Licht von Eric Puchner
Großartige und fesselnde Geschichte
In seinem neuen Roman "Weißes Licht" erzählt der amerikanische Autor Eric Puchner, der als Dozent für kreatives Schreiben an der Johns Hopkins University in Baltimore tätig ist, eine außergewöhnliche Geschichte über Liebe und Freundschaft.
Sommer 2004: Cece Calhoun und Charlie Margolis, die bald heiraten wollen, lieben "Yellowflower", das Ferienhaus von Charlies Eltern am See von Salish in Montana.
Obwohl sie im 1000 Meilen entfernten Los Angeles leben, haben sie beschlossen, sich in Salish das Jawort zu geben. Garrett Meek, Charlies bester Freund aus Collegetagen, wird sie trauen. Da Charlie, der als Kardioanästhesist arbeitet, keinen Urlaub nehmen kann, begibt sich Cece allein nach Salish, um die Hochzeit vorzubereiten. Am See begegnet sie Garrett, der in der Gepäckabfertigung am Flughafen arbeitet und sich um seinen kranken Vater kümmert. Ein tragischer Unfall, der sich vor Jahren ereignete, hat ihn traumatisiert. Cece und Garrett verbringen Zeit miteinander, und die junge Frau hinterfragt bald ihre Entscheidung, vor den Traualtar zu treten ...
Eric Puchner erzählt seine Geschichte in klarer, ruhiger Sprache und skizziert seine Protagonisten mit ihren Stärken und Schwächen sehr präzise: die impulsive Cece, die Garrett anfangs nicht mag und sich dennoch von ihm angezogen fühlt, den grüblerischen Garrett, der seinen späteren Beruf als Wildbiologe mit großer Leidenschaft ausübt, und den charismatischen Charlie, der sich um seinen Sohn sorgt. Es war spannend, Cece, Charlie und Garrett durch fünf Jahrzehnte zu begleiten und dabei ihre Höhen und Tiefen zu erleben. Sie heiraten, Kinder werden geboren, es kommt zu Trennungen und Todesfällen. Die interessanteste Figur war für mich der sensible Garrett, dem der Umweltschutz am Herzen liegt und der sich der Dokumentation und dem Schutz von Vielfraßen in der Wildnis widmet.
Ein großer Teil der Handlung spielt in naher Zukunft und zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die Folgen des Klimawandels auf: die zunehmende Hitze, das Artensterben, den Rückgang der Schneegrenze, die ausgetrockneten Seen, die verheerenden Waldbrände mit ihrem Rauch, der den Alltag und die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt.
Der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen. Es beginnt mit der Hochzeitsplanung, es folgen 50 Jahre, in denen wir Cece, Charlie und Garrett folgen, bis sie über 70 sind. Wir begleiten auch ihre Kinder, deren Leben durch die Entscheidung ihrer Eltern beeinflusst wurde. In Rückblenden wird erzählt, wie Charlie, Garrett und Elias sich am College kennenlernten und was ein Jahr später zu der schrecklichen Tragödie führte. Das letzte Kapitel bildet mit der Rückkehr zum Tag der Hochzeit einen großartigen Abschluss.
"Weißes Licht" hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, die bewegende Geschichte ist ganz großartig erzählt und hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Es geht nicht nur um Liebe und Familie, Freundschaft und Verrat, sondern auch um die Auswirkungen lebensverändernder Entscheidungen über Generationen hinweg. Weitere Themen sind Suchterkrankungen und Depressionen, Demenz und der Klimawandel mit seinen dramatischen Folgen. Die sensible Beschreibung von Ceces Krankheit und Garretts Umgang damit haben mich sehr berührt. Besonders hervorheben möchte ich auch die wortgewaltigen Beschreibungen der Natur Montanas.
Absolute Leseempfehlung für diesen klugen und mitreißenden Roman!
Rezensionen von gabiliest:
Fay Melody - Die magische Musikakademie von Anastasia Braun
Macht und Magie der Musik
Die bekannte Autorin Anastasia Braun hat mit “Fay Melody: Die magische Musikakademie” eine schöne Geschichte darüber vorgelegt, wie heilsam Musik sein kann und welche Kräfte sie entfaltet. Schon das phantasievoll gestaltete Hardcover führt nach Clef Hall, einer Schule für angehende Musikmagier.
Die Protagonisten der Geschichte werden am Anfang des Buches vorgestellt, jeweils mit ihrem magischen Musikinstrument. Denn nur gemeinsam mit ihrem Instrument können die Schüler ihre Zauberfähigkeiten entwickeln.
Hauptcharakter des Buches ist Fay Melody, ein dreizehn Jahre altes Mädchen, das Musik nicht ertragen kann. Daher trägt sie immer einen Gehörschutz und wird so zur Außenseiterin. Doch als sie ihre Mutter nach New Orleans begleitet, ist sie sofort von der dortigen Musik fasziniert. Ein leises Klavierspiel lockt sie zusammen mit anderen Kindern in ein geheimnisvolles Lokal, wo Codes herumfliegen, mit deren Hilfe Fay in das magische Clef Hall gelangen kann. Doch dort fühlt sich Fay isoliert, alle anderen Schüler und Schülerinnen kommen aus bekannten Zaubergilden. Bald sollen alle ihre magischen Instrumente erhalten, aber Fay ist nur ein Mensch, wird sie auch ein Instrument bekommen?
“Fay Melody: Die magische Musikakademie” ist ein Buch über tiefe Freundschaft, denn die Musikmagierin Jazz steht trotz aller widrigen Umstände immer zu Fay. Geheimnisvolle Schüler- Rocky und Blue- scheinen zu ahnen, dass Fay eigentlich nicht in die Akademie gehört. Außerdem ereignen sich mysteriöse Vorfälle, Jazz und Fay versuchen, diesen auf den Grund zu gehen. Dabei geraten sie selbst, genauso wie Clef Hall, in höchste Gefahr. Doch die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, dass sie Gefahren besiegen können, wenn sie nur zusammenhalten.
Besonders hervorzuheben ist der Phantasiereichtum des Buches. Schon die Figuren sowohl von Lehrern wie Schülern sind ungewöhnlich, aber beeindruckend. Auch die Wahl des Schauplatzes ist gut gelungen, auf der Rückseite der Buchdeckel findet sich eine Darstellung von Clef Hall, die die Geschichte nochmals anschaulich macht. Die phantasievollen Illustrationen stammen von Sophia Moog. Das ganze Buch ist durchzogen von Hinweisen auf die Musik und auf Musikinstrumente, die vielleicht nicht alle Lesenden kennen werden. Daher bietet das Buch einerseits Spannung- auch wenn hier manches ungesagt bleibt-, andererseits aber eine gelungene magische Geschichte von Freundschaft, Zusammenhalt und Mut. Leider bleiben für mich zu viele Handlungsstränge offen, selbst wenn eine Fortsetzung geplant ist, hatte ich gerne gewusst, was es mit den geheimnisvollen Mitschülern auf sich hat und wie es mit Fays Eltern weitergeht. Da der Schule ein fürchterliches Ende droht, lässt die Autorin erst ganz zum Schluss erkennen, wer hinter diesem perfiden Plan steckt. Auch hier hätte ich mir eine etwas klarere Linie im Vorfeld gewünscht.
Der Schreibstil der Erzählung ist gut lesbar und bildhaft, immer wieder finden sich kleine musikalische Anmerkungen, die zum Schmunzeln anregen. Eindrücklich werden die Gefahren, die Clef Hall drohen, beschrieben, die Geschichte ist actionreich und weist auf einen großen Show Down hin. Kann Clef Hall gerettet werden?
Meiner Enkelin, die das Buch ausschnittweise mit mir gelesen hat, hat der Charakter von Fay sehr gut gefallen, doch auch die anderen Figuren, die über unterschiedliche magische Kräfte verfügen, fand sie sympathisch. Insgesamt ist das Buch, das für Kinder ab zehn Jahren empfohlen wird, durchaus lesenswert und vielleicht kann eine Fortsetzung die noch offen gebliebenen Erzählstränge weiterführen. Für Kinder, die magische Schulgeschichten ebenso wie Musik lieben oder bereit sind, sich mit dem Thema ein bisschen zu beschäftigen, ist “Fay Melody: Die magische Musikakademie” ein Buch, das wir gerne empfehlen können.
Rezensionen von FogandBooks:
Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu
Magisch angehaucht
Der Laden in der Mondlichtgasse hat mich mit seiner besonderen Idee sofort neugierig gemacht. Schon das Cover und die äußere Gestaltung wirken magisch – unscheinbar auf den ersten Blick, aber voller Zauber, sobald man es in den Händen hält.
Die Sammlung von Kurzgeschichten steckt voller inspirierender Gedanken.
Jede einzelne Geschichte regt zum Nachdenken an und transportiert eine Botschaft, die sich nach und nach entfaltet. Es braucht ein bisschen Offenheit, um die Bedeutung dahinter zu greifen, doch wenn man sich darauf einlässt, versteht man nicht nur die Geschichten, sondern auch die Botschaft des Buches im Ganzen.
Natürlich werden die Charaktere nur leicht angerissen – aber das ist für Kurzgeschichten völlig normal. Vielmehr geht es um die Stimmung, die Atmosphäre und die Botschaften zwischen den Zeilen. Der Schreibstil ist angenehm, auch wenn er für mich nicht herausragend war. Insgesamt ist es ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann, und das dennoch kleine Denkanstöße hinterlässt.
Ein schönes, magisches Werk, das zeigt, dass auch die leisen Bücher eine große Wirkung entfalten können.
Rezensionen von PMelittaM:
Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger
Schöner Roman
Mina fährt mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Christopher jeden Sommer in Urlaub auf die kleine Insel Eagle Island in Maine. Ihr bester Freund dort ist Sam, der Sohn eines Hummerfischers. 1982 soll allerdings das letzte Jahr gewesen sein, irgendetwas scheint passiert, doch niemand spricht darüber.
Im Frühjahr 2000 entschließt Mina sich nach dem Tod ihres Bruders, doch noch einmal nach Eagle Island zu reisen, schafft es aber zunächst nur in das nahegelegene Stone Harbor, wo Ann, eine über 70jährige Hummerfischerin, sie aufnimmt.
Ann ist vor Jahren in Stone Harbor gestrandet, hat dort zunächst mit ihrer Freundin Carolyn einen Gemüseladen aufgemacht, und sich nach der Trennung als eine der wenigen Frauen, die auf Hummerfang gehen, etabliert. Einer ihrer Fänge wurde zu einem Haustier, der blaue Hummer Mr. Darcy.
Auch Anns Freundin Julie ist Hummerfischerin. Nach einem schweren Unfall musste sie ihre Karriere aufgeben, und hat sich nach Maine zurückgezogen.
Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die Hauptstory, die Geschehnisse in 2000 und 2001 aus Sicht der oben genannten drei Protagonistinnen, deren Leben sich immer mehr verbinden. Es gibt aber auch eine Reihe Rückblenden ins Jahr 1982, die überwiegend aus Sicht Judiths, Minas Mutter, erzählt werden. Prolog und Epilog dagegen spielen ungefähr 2018, hier erfährt man auch, was aus vielen Charakteren geworden ist.
Die drei Protagonistinnen, Ann, Julie und Mina lernt man sehr gut kennen. Ich mochte sie sehr schnell, konnte mit ihnen mitfühlen und habe sie gerne begleitet. Auch andere Charaktere werden wiedererkennbar dargestellt, in der Regel subjektiv gebrochen durch die jeweilige Perspektive. Nicht jede:r ist sympathisch, manche:n lernt man auch erst nach und nach besser kennen. Minas Mutter ist aus ihrer eigenen Perspektive schon nicht sehr sympathisch, liest man von ihr aus Sicht ihrer Tochter, erkennt man erst, wie kalt sie tatsächlich ist. Mina tat mir hier oft sehr leid. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen ganz klar Frauen.
Sehr gut gefallen hat mir das Setting. Der Hummerfang steht in dieser Gegend im Mittelpunkt, dazu kommt noch der Tourismus in den Sommermonaten. Dies alles wird sehr gut dargestellt, ich fühlte mich schnell mittendrin. Auch der Hummerfang selbst wird recht ausführlich aufgezeigt, ebenso wird klar, wie gefährlich er sein kann. Die Autorin lebte selbst eine Zeit lang in Maine, hat einige Hummerfrauen kennengelernt, und ist selbst mit hinausgefahren. Das Ganze hat sie so beeindruckt, dass es zum Thema ihres Debütromans wurde. Sie weiß also, wovon sie erzählt.
Mit dem Ende war ich erst nicht so ganz glücklich, mir persönlich bleibt es etwas zu offen, aber letztlich kann ich damit doch leben, eine eigene Vorstellung habe ich auf jeden Fall.
Wer gerne berührende Lebenswege durchdachter Charaktere begleitet, ist hier genau richtig, dazu gibt es ein interessantes, gut ausgearbeitetes Setting. Nur das Ende hätte ich mir ein bisschen anders gewünscht. Ich vergebe daher 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Rezensionen von Gaby 2707:
Inselleuchten auf Sylt von Julia K. Rodeit
Was für ein wundervoller Ausflug nach Sylt
Hanna Larson betreibt in Flensburg den kleinen Brautmodensalon „Weddingdreams“. Da ist es natürlich gar keine Frage, dass sie das Brautkleid ihrer Mutter schneidern will, als diese ihr Lebensglück gefunden hat und nun in zwei Monaten heiraten will. Etwas getrübt ist die Stimmung bei Hanna, als sie erfährt, dass sie die Hochzeit zusammen mit dem Sohn des Bräutigams planen soll.
Und dieser Sohn ist kein anderer als Tjark Danklef, der Junge, der ihr in der Schule vor zwölf Jahren das Herz gebrochen hat. Doch auch Tjark, der in Westerland auf Sylt das Café „Schietwetter“ betreibt, ist nicht begeistert, als er erfährt, dass Vaters Braut Ulla Larson ist, deren Tochter Hanna er zu Schulzeiten so zugesetzt hat.
Obwohl diese Zusammenarbeit für beide anfangs unmöglich erscheint, erkennen sie doch nach und nach, dass sie sich beide weiter entwickelt und immer noch Interesse aneinander haben. Vielleicht gibt es für sie doch noch eine zweite Chance?
Durch die „Inselträume auf Sylt“ -Reihe der von mir so gerne gelesenen Autorin Julia K. Rodeit habe ich schon einige sympathische und liebenswerte Menschen auf der Insel kennengelernt. Und so war ich richtig gespannt auf diesen 6. Teil der Reihe in dem Hanna Larson und Tjark Danklef die Hauptrollen spielen. Auch diese Geschichte kann man sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Mir macht es aber noch mehr Spaß, wenn ich auch den ein oder anderen aus früheren Geschichten hier wiederlese. Denn eines muss ich sagen: Die Menschen hier sind (fast) alle so sympathisch und liebenswert. Da freue ich mich auf jeden Besuch bei ihnen.
Wunderschöne Worte, die Hanna zu ihrer Mutter sagt, ziehen sich wie ein roter Faden durch diese neue ganze Geschichte: „Lieben ist nichts. Geliebt zu werden, ist etwas. Aber von der Person geliebt zu werden, die man liebt, ist alles“.
Das gilt nicht nur für Ulla und Knut, die nun den Bund fürs Leben schließen. Auch Hanna und Tjark werden von dieser Liebe nach und nach immer mehr angezogen.
Hanna habe ich sehr schnell im mein Herz geschlossen. Die junge Frau, die selbstständig ihren Brautmodensalon führt, hat es nicht immer leicht. Ihr sitzt z.B. ihr Vermieter Liam mit einem unsäglichen Vertrag im Nacken, der ihre weiteren Pläne hemmt. Aber sie beißt sich durch und aufgeben ist für sie keine Option. Genau so ging es mir auch mit Tjark, den ich in anderen Geschichten schon kurz kennengelernt habe und auf den ich nun sehr gespannt war. Der zwar zu Schulzeiten einen riesigen Fehler gemacht hat, den er aber bis heute absolut bereut und dies Hanna auch immer wieder sagt. Es war so schön dabei sein zu können, wie Hanna ganz langsam ihre Scheu verliert und sich die Beiden annähern. Und vor allem auch, wie sie die Hochzeit ihrer Mutter und seines Vaters managen. Dazu immer wieder malerische Ausschnitte der Umgebung meiner Lieblingsinsel Sylt. Hach, einfach nur schön.
Es sind hier so viele Emotionen und Gefühle im Spiel, die alle richtig gut bei mir ankommen und ich mich mitten in der Geschichte drin fühle. Ich kann mich sowohl in Hanna als auch in Tjark so gut hineinversetzen. Autorin Julia K. Rodeit hat es auch diesmal wieder geschafft, mich ab der ersten Seite zu fesseln und mich voll auf ihre Geschichte einzulassen. Eine so gefühlvolle und menschliche Geschichte, die mir zum Schluss einen Kloß im Hals beschert und ein paar Tränchen gekostet hat. So sehr habe ich mich für Hanna und Tjark gefreut.
Eine absolute Wohlfühlgeschichte mit Menschen, die man einfach gern haben muss. Die mich berührt, begeistert und sehr gut unterhalten hat. Und die ich sehr gerne weiter empfehle.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Die Künstlerin von Rom von Pia Rosenberger
Als Junge verkleidet in der Sixtinischen Kapelle
Pia Rosenberger erzählt in "Die Künstlerin von Rom" die fiktive Geschichte von Delia, die nach Rom reisen wird, um ihren Bruder zu suchen. Er soll die Werkstatt ihres Vaters übernehmen, damit Delia weiterhin als Bildhauerin arbeiten kann - das zumindest wäre ihr grösster Wunsch. Damit ihr nichts passiert, wird sie als Junge verkleidet und reist mit der Gauklerfamilie eines Mitarbeiters Richtung Rom.
Aus Delia wird Dario und ihr wird schnell klar, dass sie als Junge viel mehr Freiheiten hat, als wenn sie als junge Frau unterwegs ist. Vor allem in Rom wäre ihr Bewegungskreis zu klein, was ihr bei der Suche nach Rodolfo hinderlich wäre. Auch würde Delia nie als Schülerin von Michelangelo arbeiten können - dies gelingt ihr als Dario, vor allem aber durch ihr Talent.
Wäre da nur nicht Dottore Fabio di Pasquale, den sie auf der Reise kennengelernt hat und für den sie etwas empfindet. Doch der ist der seiner Cousine Bella, einer zickigen jungen Frau, versprochen.
Kyra, eine Seiltänzerin aus der Gauklerfamilie, soll ebenfalls bald verheiratet werden. Doch auch sie will wie Delia selbst entscheiden, ob und wen sie heiraten wird. Eigentlich wäre sie die perfekte Freundin für Delia, aber selbst sie darf nicht wissen, wer Dario in Wirklichkeit ist. Bald gelangt auch Kyra nach Rom, allerdings in ganz andere Kreise als Delia.
Rosenberger zeigt der Leserschaft die Stadt aus zwei Perspektiven: die der Unterwelt, in der Kyra verkehrt und die Welt der Kleriker und Künstler, in der Delia als Dario alle Freiheiten besitzt. Die Geschichte spielt zur Zeit als Papst Julian Geld brauchte, um den Petersdom zu vergrössern, was aber nur nebenbei erwähnt wird. Das verbindende Glied der beiden dargestellten Welten ist die Macht - und einige der Charaktere, die sich in beiden Szenerien bewegen.
Mir gefiel, wie Rosenberger die Szenen in der Sixtinischen Kapelle beschrieb und alles was mit Michelangelo und den Künstlern zu tun hatte. Kyras Liebesgeschichte fand ich am Ende vorhersehbar, aber der Twist hat mir trotzdem gefallen.
Weniger lesenswert fand ich einige Szenen um Dankwart und Kardinal Orsini, da hätte man vielleicht etwas kürzen können, denn insgesamt war mir die Geschichte mit ihren 525 Seiten zu lang. Zudem empfand ich einige Ausdrücke als zu modern, die passen nicht ins 16. Jahrhundert.
Fazit: Unterhaltend, aber die Geschichte vermochte mich nicht zu fesseln, auch wenn einige sehr gute Aspekte dabei sind.
3.5 Sterne.
Rezensionen von div:
Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
Luxushotel zu Kriegszeiten
Luxushotel zu Kriegszeiten
Das Buch Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater hat mich sehr angesprochen. Es ist Januar 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg. Maggie Stiefvater verbindet die historische Atmosphäre des Kriegs mit der Magie eines Grand Hotels. Die Grenze zwischen Realität und Mystik verschwimmt.
Das macht die Geschichte emotional und geheimnisvoll. Das Avalon ist nicht einfach ein Hotel: Es steht für Luxus, Raffinesse und hat ein ganz besonderes Heilwasser.
June leitet das Hotel und ist verantwortlich dafür, dass alles funktioniert. Anfangs ist alles relativ stabil, wenn auch herausfordernd. Aber mit Kriegseinbruch ändern sich die Rahmenbedingungen dramatisch.
Gut finde ich, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven geschrieben ist.
Leider fehlt mir in der Geschichte an einigen Teilen der rote Faden bzw. für einige Dinge fehlen mir auch die Erklärungen - somit habe ich zum Schluss doch das ein oder andere Fragezeichen.











