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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Odina:

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Der Prätorianer von Tobias Bukkehave

Guter Thriller

„Der Prätorianer“ von Tobias Bukkehave handelt von Kommissarin Sara Levin, die in einer eisigen Stadt einen rätselhaften Ritualmord untersucht. Als Hinweise zu ihrem verurteilten Vater führen, muss sie sich ihrer dunklen Familienvergangenheit stellen um den Serienkiller zu stoppen. Der Autor erzählt die Geschichte in einem flüssigen und bildhaften Schreibstil.

Besonders das skandinavische Setting wird atmosphärisch beschrieben und sorgt für eine kalte, düstere Stimmung. Durch die wechselnden Perspektiven bleibt die Handlung abwechslungsreich und bekommt zusätzliche Spannung. Stellenweise hätte man einige Passagen jedoch kürzen können, da sie das Tempo etwas bremsen. Die Charaktere sind klar und gut nachvollziehbar gestaltet. Besonders Sara Levin wirkt glaubwürdig in ihrem Denken und Handeln. Auch ihr Partner Janus sowie ihr Bruder Adam passen überzeugend in die düstere Handlung. Insgesamt ist das Buch ein guter Thriller für alle Skandinavien Fans.

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Der Prätorianer

Rezensionen von S.:

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Das verschwundene Weihnachtsbuch von Jenny Colgan

Cosy Romance

Cosy Romance
Mirren liebt ihre Großtante, natürlich. Die aber ist schwerkrank und wünscht sich ein Buch aus ihren Kindertagen. Beide haben keine Ahnung, dass eben dieses Buch eine absolute Rarität und mit Gold aufzuwiegen ist. Also macht sich Mirren, abgebrannt und naiv, auf die Suche. Zufällig sucht der mittellose Neffe eines reichen Buchhändlers genau dieses Buch und heftet sich an Mirrens Fersen.

Was wohl passieren wird?
Jenny Colgan hat eine romantische Weihnachtsgeschichte verfasst, eine Schatzsuche mit mehr oder weniger sympathischen Protagonisten. Sie gibt Einblicke in viele Buchhandlungen und Verhaltensweisen von Buchhändlern, streift London, durchfährt Schottland. Garniert das Ganze mit einigen Rezepten leckerer Gerichte und gibt einen Ausblick auf Mirrens weitere Erlebnisse.
Eine Geschichte wie ein Keks: süß, gemocht und schnell gegessen.

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Das verschwundene Weihnachtsbuch

Rezensionen von skiaddict7:

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Nuno Nasenbär von Ingolf Lück

Süsses Kinderbuch über Selbstakzeptanz, mit kleinen Schwächen

Nuno Nasenbär lebt in einem kleinen Baumhaus im Dschungel. Eigentlich ist er zufrieden mit seinem Leben. Seine Nase hilft ihm, tolle Schätze und neue Orte zu finden. Eines Morgens bleibt die Nase beim Anziehen im T-Shirt stecken, und führt dazu, dass sein Baumhaus völlig zerstört ist. Von nun an hat er das Gefühl, seine Nase sei irgendwie schlecht.

Immer wieder wiederholt er, "Ich duseliger Nasenbär, wenn nur nicht diese Nase wär'!". Mit Hilfe seiner Freunde merkt er aber zumindest gegen Schluss, dass das nicht stimmt...

Die Illustrationen sind sehr kräftig und bunt. Auf jeder Seite gibt es einige verschiedene Tiere zu sehen, wobei Nuno der einzige Nasenbär ist, während es von anderen Tieren meist mehrere gibt. Die Seiten enthalten sowohl Text als auch Sprechblasen, was das Vorlesen etwas komplexer macht. Manchmal ist der Text in den Sprechblasen etwas sarkastisch und für kleinere Kinder nicht wirklich zu verstehen.

Ich bin leider nicht ganz überzeugt von dem Buch. Die Idee ist gut, aber im Prinzip folgen wir hier einfach einem Nasenbär, der ein mal einen schlechten Tag hat. Etwas stört mich, wie er sich immer wieder als "dusselig" bezeichnet. Dies ist zumindest in der Schweiz, wo ich lebe, nicht ein Wort was in meiner Generation verwendet wird, und kommt mir so Boomer-mässig vor. Vielleicht ist das in Deutschland anders?
Mein Fazit: hier wird etwas übertrieben ein Problem generiert, was dann auf der letzten Seite schnell gelöst wird. Das könnte meiner Meinung nach besser umgesetzt werden.

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Nuno Nasenbär

Rezensionen von skiaddict7:

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Nuno Nasenbär von Ingolf Lück

Süsses Kinderbuch über Selbstakzeptanz, mit kleinen Schwächen

Nuno Nasenbär lebt in einem kleinen Baumhaus im Dschungel. Eigentlich ist er zufrieden mit seinem Leben. Seine Nase hilft ihm, tolle Schätze und neue Orte zu finden. Eines Morgens bleibt die Nase beim Anziehen im T-Shirt stecken, und führt dazu, dass sein Baumhaus völlig zerstört ist. Von nun an hat er das Gefühl, seine Nase sei irgendwie schlecht.

Immer wieder wiederholt er, "Ich duseliger Nasenbär, wenn nur nicht diese Nase wär'!". Mit Hilfe seiner Freunde merkt er aber zumindest gegen Schluss, dass das nicht stimmt...

Die Illustrationen sind sehr kräftig und bunt. Auf jeder Seite gibt es einige verschiedene Tiere zu sehen, wobei Nuno der einzige Nasenbär ist, während es von anderen Tieren meist mehrere gibt. Die Seiten enthalten sowohl Text als auch Sprechblasen, was das Vorlesen etwas komplexer macht. Manchmal ist der Text in den Sprechblasen etwas sarkastisch und für kleinere Kinder nicht wirklich zu verstehen.

Ich bin leider nicht ganz überzeugt von dem Buch. Die Idee ist gut, aber im Prinzip folgen wir hier einfach einem Nasenbär, der ein mal einen schlechten Tag hat. Etwas stört mich, wie er sich immer wieder als "dusselig" bezeichnet. Dies ist zumindest in der Schweiz, wo ich lebe, nicht ein Wort was in meiner Generation verwendet wird, und kommt mir so Boomer-mässig vor. Vielleicht ist das in Deutschland anders?
Mein Fazit: hier wird etwas übertrieben ein Problem generiert, was dann auf der letzten Seite schnell gelöst wird. Das könnte meiner Meinung nach besser umgesetzt werden.

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Nuno Nasenbär

Rezensionen von S.:

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Morgen kommt die Weihnachtsfrau von Gisa Pauly

Weihnachtszeit auf Sylt

Weihnachtszeit auf Sylt
Sylt, wunderschöne Insel. Die meisten Einwohner leben gern dort, auch Touristen fühlen sich wohl. Wenn der Wintermarkt öffnet, sammeln die örtlichen Honoratioren im Weihnachtsmannkostüm für die Seenotrettung und verteilen in Heimen dürftige Geschenke. Zudem schanzen sie sich gegenseitig Geschäfte zu und machen den Frauen das Leben schwer.

Die aber wehren sich raffiniert und organisieren Weihnachtsfrauen. Sehr clever. Wie die Männer reagieren, beschreibt Gisa Pauly sehr anschaulich. Nebenschauplätze wie überbordend dekorierte Häuser, Verkaufsstände und ein Altenheim passen gut zum Geschehen. Dann wird ein Krimi draus: Geld verschwindet, ein bedeutungsvolles Medaillon ebenfalls.
Die Autorin beschreibt es locker leicht, einige Männer kommen nicht besonders gut dabei weg. Auch entsteht der Eindruck, dass Einheimische und Touristen laufend zu Spenden genötigt werden. Egal, eine Cozy-Story mit Weihnachtsflair und Amore ist entstanden. Leckere Rezepte im Anhang inklusive.
Unterhaltsames zur Weihnachtszeit.

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Morgen kommt die Weihnachtsfrau

Rezensionen von wolkenbücherwelt / Mythynk:

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Death's Daughter von S. A. Barnes

Dunkles Erbe & Tödliche Wahrheiten

Atmosphärisch, spannend und ein Schreibstil, weder zäh noch langatmig, durch den sich das Buch wirklich richtig gut durchsuchten lässt - und dazu noch der Mystery-Anteil… und genau damit hat mich Death’s Daughter bis zum Schluss überzeugt!

Die Grundidee rund um die Tochter des Todes hat mir von Anfang an sehr gefallen und zusammen mit dem Dark-Academia-Setting entsteht so eine leicht düstere Stimmung, die für mich erstaunlich gut funktioniert hat - stellenweise hatte ich sogar ein wenig Buffy-Nostalgie-Vibes :)

Bei dem ganzen Murder-Mystery-Part hatte ich erst leichte Bedenken, dass alles zu offensichtlich sein könnte, aber man konnte mitfiebern, miträtseln, ich hatte durchaus manche Vermutungen und wurde bei einigen Dingen dann trotzdem noch überrascht.

Genau das mochte ich ziemlich gerne, weil man nicht komplett im Dunkeln tappt, aber eben auch nicht schon viel zu früh alles durchschaut.

Jo bzw. Jocasta selbst fand ich im Allgemeinen wirklich interessant und zum Teil auch ein klein wenig frustrierend.

„Ich bin, wer ich bin, trotz meiner Abstammung und nicht wegen ihr.“

Ihre Probleme, Wünsche und vor allem diese ständige Zerrissenheit haben für mich gut funktioniert: auf der einen Seite ihr Wunsch, ihre Menschlichkeit zu bewahren und sich eben nicht nur über ihre Abstammung definieren zu lassen, auf der anderen das, was nun einmal ebenfalls in ihr steckt. Gerade die Einblicke in ihre Vergangenheit haben dabei geholfen, ihre Entscheidungen und Gedanken besser zu verstehen oder zumindest verstehen zu wollen. Die Einschübe waren im Buch gut gewählt und auch nie zu lang, sodass sie den Lesefluss nicht ausgebremst haben.

Und trotzdem hätte ich mir gerade bei Jo noch ein wenig mehr gewünscht. Weniger dauerhaftes Kämpfen gegen sich selbst, dafür irgendwann vielleicht etwas mehr wirkliche Akzeptanz dessen, was sie nun einmal ist. So ein bisschen mehr Bada*ss-Vibes, etwas mehr Egoismus an den richtigen Stellen und ehrlich gesagt auch ein paar Momente, in denen sie wirklich „kurz davor ist, sich zu verlieren“. Gerade weil so viel in ihr steckt, hätte ich ihre „dunklere Seite“ gerne noch deutlicher gesehen.

Beim Worldbuilding wollte ich ebenfalls irgendwann einfach mehr. Es werden so viele spannende Dinge eröffnet, dass ich gerne noch tiefer in diese „andere Welt“, ihre Regeln und Strukturen und vor allem die verschiedenen Figuren und Verbindungen eingetaucht wäre. Gerade die Uralten und ihre Nachkommen bzw. Sprösslinge machen mich unglaublich neugierig. Ich hoffe wirklich, Band 2 wartet vielleicht sogar mit einer Art Stammbaum auf, damit man jeden Spross und auch dessen Kraft zuordnen kann.

Den Romance-Anteil fand ich angenehm anders - für mich weniger klassische Romance und eher eine Mischung aus Forbidden Love und dieser etwas eigenartigen Nicht-Beziehung-Beziehung… gerade zwischen Jo und Carter spielt dieses „eigentlich sollte das so nicht sein“ ja durchaus mit hinein.
Grundsätzlich fand ich diesen kleinen Tanz aus Nähe und Distanz passend, auch wenn ich mir stellenweise noch ein wenig mehr Spannung und Chemie gewünscht hätte - also ja, so ein bisschen mehr Knistern hätte ich definitiv genommen.
…und dann taucht Devon auf und wirbelt alles einmal ordentlich durch…

Dass ich Band 2 lesen werde, steht jedenfalls fest - allein schon, weil ich von gewissen Figuren definitiv mehr brauche. Gerade der so beherrschte Carter ist eine der Figuren, von denen ich unbedingt noch mehr sehen möchte. Ich mochte ihn leider, da bin ich ehrlich, schon ziemlich früh :)
Auf seine Rolle, seine Entscheidungen und darauf, was bei ihm vielleicht noch unter der Oberfläche liegt, bin ich besonders gespannt.

Und auch wenn das Ende für mich etwas schneller kam, als ich es mir gewünscht hätte, war es trotzdem stimmig umgesetzt und insgesamt rund genug. Gleichzeitig bleibt genug offen, um mich ziemlich neugierig darauf zu machen, welche Konsequenzen das alles noch haben wird.

Also für mich war Death’s Daughter damit ein sehr guter 4-Sterne-Read. Atmosphäre, Mystery, Grundidee und Lesefluss haben richtig gut funktioniert. Für die volle Punktzahl haben mir vor allem noch mehr Worldbuilding, ein bisschen mehr Tiefe und ehrlich gesagt auch mehr Dunkelheit, Schmerz und Kontrollverlust gefehlt.

Für Band 2 wünsche ich mir deshalb: mehr von Jos „dunkler Seite“, mehr von den Uralten und ihren Sprösslingen, mehr Zerrissenheit - und ja, bitte sehr viel mehr Carter.
(und ein Ahnenbuch oder einen Stammbaum!)

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Death's Daughter

Rezensionen von Merri:

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Milla Gorilla von Lotte Schweizer

Bananenstarke Geschichte

„Milla Gorilla" hat uns positiv überrascht. Die Geschichte um das kleine Gorillamädchen ist liebevoll erzählt und passt gut für kleine Zuhörer. Besonders toll finde ich die Botschaften in dem Buch, zum Beispiel, dass Mut nicht heißt, sich alles zu trauen, sondern auch mal Nein sagen zu können.

Das kommt bei Kindern gut an. Süß sind auch die kleinen Details in der Geschichte: Es gibt Bananenbrot, Bananenmilch und Nani, die Kuschelbanane. Dies verleiht der Geschichte einen gewissen Witz. Die Bilder sind bunt und detailreich, aber auch recht speziell – ich habe eine kleine Eingewöhnungszeit gebraucht, inzwischen mag ich den Stil aber. Der Text lässt sich gut vorlesen, und durch die Einteilung in Kapitel eignet sich das Buch prima für Gute-Nacht-Geschichten. Unser Kind will das Buch immer wieder hören, das ist wohl das beste Zeichen.

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Milla Gorilla

Rezensionen von Ruth:

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Geteiltes Haus von Alice Horácková

Tschechisch-deutsche Geschichte erlebbar gemacht




Der Gastlandauftritt Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse dieses Jahr führt dazu, dass über hundert tschechische Bücher ins Deutsche übersetzt werden. Das ist erfreulich, denn so können deutsche Leser und Leserinnen viele literarische Entdeckungen machen. Eine davon ist dieses wunderbare Epos, eine Familiengeschichte über mehrere Generationen.

Die 1980 geborene tschechische Autorin Alice Horáčková hat die Geschichte ihrer Vorfahren zu einem äußerst lesenswerten Schmöker - im besten Sinne des Wortes - verarbeitet. Dafür hat sie an die zehn Jahre recherchiert, in Archiven, in Gemeinde- und Pfarrchroniken, und mit Zeitzeugen gesprochen
Die Handlung erstreckt sich über fünf Jahrzehnte, von der K.-u.-K.-Monarchie bis Ende der 1940er Jahre. Schauplatz ist vorwiegend das kleine Bergdorf Benetzko im westlichen Siebengebirge, im tschechisch - deutschen Grenzgebiet. Knapp ein Fünftel der Bevölkerung im Dorf sind Deutsche.
Jahrhundertelang lebten Deutsche und Tschechen friedlich zusammen. Doch nach dem Niedergang der Habsburger Monarchie am Ende des Ersten Weltkriegs kommt es zu ersten Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen. Mit der Annexion des Sudetenlandes 1938 durch die Nationalsozialisten beginnt die brutale Unterdrückung der tschechischen Bevölkerung. Die rächt sich nach der Befreiung 1945, in dem sie mehr als drei Millionen Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei vertreibt.
Das ist der historische Hintergrund, vor dem dieser Roman spielt.
Im Zentrum stehen die beiden Freundinnen Zdenka und Anežka, die eine ist Tschechin, die andere Deutsche, beide wachsen hier zusammen auf. Die Freundschaft der Frauen überdauert Krisen, Krieg und Vertreibung, auch persönliche Differenzen. Zu einer ersten Bewährungsprobe kommt es, als Anežka Hans Hollmann heiratet, den Mann, den Zdenka schon lange liebt und von dem sie ein Kind hat. Zdenka heiratet daraufhin Vinzenz Hollmann, einen Bruder von Hans.
Neben den beiden eigenwilligen Frauen und der Hollmann-Sippe bevölkern noch zahlreiche andere Figuren den Roman, so z.B. der neue tschechische Dorflehrer Alois Tomek, der an einer Dorfchronik arbeitet.
Gerade weil die Autorin ihren Fokus auch mal weg von den Hauptfiguren lenkt, bekommt man einen sehr detaillierten und vielfältigen Eindruck der Verhältnisse.
Interessant ist vor allem, ob und wie sich die Charaktere unter dem Einfluss der NS-Herrschaft verändern. Da gibt es die strammen Mitläufer wie Vinzenz oder die Nutznießer wie Hans, der von den neuen Verhältnissen finanziell profitiert. Er ist der typische Opportunist, der die Gunst der Stunde nutzt.
Das gesamte dörfliche Gefüge zerbricht unter den veränderten Bedingungen. Menschen, die zuvor friedlich miteinander gelebt hatten, werden plötzlich zu Feinden. Ein Riss geht nicht nur durch das Dorf, sondern spaltet auch die Familien.
Die Autorin entfaltet ihre Geschichte auf beinahe 900 Seiten, von denen mir keine zu viel war. Sie erzählt linear und chronologisch, in zahlreichen kurzen Kapiteln, die unterschiedlichen Figuren folgen. Eingerahmt wird die Handlung von einem Briefwechsel zwischen den beiden Freundinnen. Anežka schreibt aus Bayern, wohin sie vertrieben wurde an Zdenka, die noch immer in Benetzko lebt.
Alice Horáčková erzählt anfangs von den dörflichen Strukturen, vom Alltag der Dorfbewohner, von den Sitten und Gebräuchen, von alten Mythen und natürlich von den Eigenheiten der Charaktere und ihren Beziehungen untereinander. Dabei gelingt es ihr, alle Fäden souverän in der Hand zu behalten und nie die Übersicht über ihr großes, fein herausgearbeitetes Figurenensemble zu verlieren. Hilfreich für den Lesenden ist das angehängte Personenverzeichnis, das man aber nur anfangs benötigt. Die Charaktere werden so plastisch und lebendig beschrieben, dass man mit Interesse und Empathie ihre Lebenswege verfolgt.
Im Laufe der Handlung wird aber das Poltische immer bedeutsamer und hat auch ganz konkrete Auswirkungen auf die Figuren. Die Autorin macht diese historischen Veränderungen immer auf der persönlichen Ebene erfahrbar. Da wirkt nichts dozierend oder aus Wikepedia abgeschrieben, sondern alles wird organisch in die Schicksale der Figuren eingebunden.
Fazit:
„Geteiltes Haus“ ist ein detailreicher, unterhaltsamer Roman, der gekonnt Privates mit Politischem verknüpft und dabei ein wichtiges Kapitel tschechisch - deutscher Geschichte lebendig werden lässt.
Gleichzeitig zeigt uns das Buch lehrstückmäßig , wie innerhalb einer Gemeinschaft plötzlich das Trennende bestimmend wird, so dass ein friedvolles Zusammenleben unmöglich ist.

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Geteiltes Haus

Rezensionen von clematis:

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Calling Oceans von Josephine Cantrell

Gefühl trifft Krimi

Nola hat vor acht Jahren ihre beste Freundin Emma verloren. Immer noch ist ungeklärt, wie es zu deren Verschwinden an der Südküste Irlands gekommen ist – ist sie davongelaufen, verunglückt oder gar ermordet worden? Im Rahmen ihrer Dissertation kehrt Nola an den Ort des Geschehens zurück, trifft auf ihren Jugendschwarm Aidan und gerät selbst in Gefahr.

Ein gelungener Mix aus gefühlvollen und krimiähnlichen Elementen zeichnet diesen spannenden Roman aus. Das Geheimnis um Emma scheint unergründlich, dennoch gräbt Nola in der Vergangenheit und zieht – ihrer Profession als Psychologin geschuldet – Schlüsse aus allen Informationen, welche sie mühevoll zusammenträgt. Irland als Schauplatz passt wunderbar zur Handlung, die raue Küste, die tückischen Wellen spiegeln die vielfältigen Emotionen gut wider, lassen jede einzelne Szene recht bildhaft und lebendig vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen. Im Laufe der Kapitel spitzt sich der Sog immer weiter zu, die Auflösung kommt so überraschend wie plausibel.

Mit ihrer melodischen Sprache und ihren ungewöhnlichen Geschichten überzeugt Josephine Cantrell immer wieder, so auch diesmal, weshalb ich Calling Oceans sehr gerne weiterempfehle.

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Calling Oceans

Rezensionen von April1985 :

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All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer

Wenn Träume neu gezeichnet werden müssen

Meine Gedanken:

All die Farben, all das Licht hat mich tief berührt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Es ist eine Geschichte über Familie, über zwei Schwestern, über Krankheit und über Verlust. Den Verlust einer Mutter, den Verlust von Hoffnung und den Verlust von Lebensplänen. Und gleichzeitig ist es ein Buch voller Dinge, die nie ausgesprochen werden.

Denn miteinander zu reden gehört in der Familie Vogl nicht unbedingt zu den größten Stärken. Gerade dadurch entstehen Missverständnisse, Einsamkeit und dieses schmerzhafte Gefühl, dass Menschen sich sehr lieben können und sich trotzdem nicht richtig erreichen.

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten:

Im Mittelpunkt stehen Martha und Juna. Zwei Schwestern, zwei völlig verschiedene Persönlichkeiten und zwei junge Menschen, die beide auf ihre eigene Art versuchen, mit einer Familie umzugehen, die längst aus dem Gleichgewicht geraten ist. Man begleitet beide abwechselnd und bekommt dadurch nicht nur zwei Perspektiven, sondern auch zwei sehr unterschiedliche Wahrheiten. Das hat für mich wunderbar funktioniert. Denn weder Martha noch Juna haben allein recht. Beide sehen nur ihren eigenen Ausschnitt. Und genau darin liegt so viel von der Tragik dieser Geschichte.

Martha – laut, wild und trotzdem unsichtbar:

Martha ist 13 und eigentlich wirkt sie oft viel älter. Sie ist impulsiv, wild und steckt voller Ideen, bei denen ich manchmal lachen musste und manchmal nur den Kopf schütteln konnte. Sie denkt groß, handelt groß und vollbringt Dinge, die für ihr Alter erstaunlich sind. Und trotzdem hat sie ständig das Gefühl, dass niemand sie wirklich sieht.

Denn in ihrer Familie dreht sich vieles um Juna. Um Junas Krankheit, um Junas Zukunft, um Junas Verlust. Martha ist da, aber oft fühlt sie sich wie eine Randfigur im eigenen Leben. Und genau das hat mich bei ihr besonders getroffen. Unter all ihrer Lautstärke liegt nämlich sehr viel Verletzlichkeit.

Juna – Kunst, Angst und eine Zukunft, die plötzlich anders aussieht:

Juna ist 17. Künstlerin durch und durch. Sie malt, sie lebt für Kunst, sie verehrt Lotte Laserstein und träumt davon, selbst an einer Kunstakademie zu studieren. Doch dann verändert ein Termin beim Augenarzt alles. Juna wird erblinden.

Das Usher-Syndrom nimmt von da an unglaublich viel Raum ein. Nicht nur in ihrem Leben, sondern in der gesamten Familie. Plötzlich steht alles unter dem Zeichen dieser Krankheit. Juna hat das Talent, die Aufmerksamkeit und die große Sorge der Familie. Aber eben auch die Diagnose, die ihre gesamte Zukunft infrage stellt. Wie plant man weiter, wenn der größte Traum plötzlich bedroht ist? Wie hält man an etwas fest, wenn man nicht weiß, wie lange man es noch sehen kann? Diese Fragen liegen über ihrer ganzen Geschichte.

Kunst, die verbindet:

Kunst ist in diesem Buch nicht einfach nur Junas Leidenschaft. Sie ist eines der Herzstücke der gesamten Geschichte. Durch Juna wird auch Lotte Laserstein auf eine besondere Art lebendig. Man wandelt ein kleines Stück auf den Spuren der Malerin – bis nach Malmö in Schweden.

Und das hat bei mir tatsächlich etwas ausgelöst: Während des Lesens habe ich angefangen, einige Werke von Laserstein zu googeln, weil ich wissen wollte, welche Bilder Juna so faszinieren. Genau dadurch wurde die Geschichte für mich noch lebendiger.

Aber Kunst bedeutet hier noch viel mehr. Es geht darum, wie wir gesehen werden, was von uns bleibt und wie etwas weiterleben kann, wenn wir selbst irgendwann nicht mehr da sind. Und auch darum, dass Kunst heilsam sein kann. Sie hält fest, sie verbindet Menschen und sie gibt Gefühlen eine Form, für die manchmal die richtigen Worte fehlen. Gerade in einer Familie, in der so vieles unausgesprochen bleibt, fand ich diesen Gedanken wunderschön.

Was unausgesprochen bleibt:

Was mich besonders berührt hat, war dieses permanente Schweigen zwischen den Figuren. Nicht völlige Sprachlosigkeit, sondern dieses: Man redet, aber nicht über das Eigentliche. Man sagt etwas, aber nicht das, was wirklich wehtut.

Dadurch entsteht eine ganz eigene Spannung. Keine laute, keine dramatische, sondern eine, die sich langsam festsetzt. Weil man als Leser so oft denkt: **Redet doch miteinander. Sagt es euch endlich.** Und gleichzeitig versteht man, warum es ihnen so schwerfällt.

Georg – ein Vater zwischen Überforderung und Liebe:

Auch Georg, der alleinerziehende Vater der beiden, durchläuft für mich eine wichtige Entwicklung. Meist lernen wir ihn nur durch die Augen seiner Töchter kennen. Das macht ihn zunächst schwer greifbar. Denn Martha und Juna sehen natürlich jeweils einen anderen Vater. Einen, der unterschiedlich handelt, unterschiedlich enttäuscht und unterschiedlich liebt.

Dass es schließlich ein Kapitel gibt, das nur ihm gehört, fand ich deshalb besonders stark. Zum ersten Mal bekommt man einen direkteren Blick darauf, was in ihm selbst passiert. Auch er trägt Verlust, auch er ist überfordert, auch er versucht irgendwie, diese Familie zusammenzuhalten. Nicht immer gut. Aber menschlich.

Alex und all die Menschen dazwischen:

Und dann ist da Alex. Jeder braucht einen Alex im Leben. Dieser beste Freund, der unnützes Wissen mit sich herumträgt und trotzdem genau dann die richtigen Worte findet, wenn sie gebraucht werden. Ich mochte ihn unglaublich gern.

Aber auch Sophie, Sam, Daria, Christina und Constantin haben für mich dazu beigetragen, dass sich die Welt rund um Martha und Juna lebendig angefühlt hat. Sie alle sind Teil ihres Lebens. Nicht bloß Staffage, sondern Menschen, die auffangen, begleiten, nerven, helfen oder einfach da sind. Und manchmal ist genau dieses Dasein das Wichtigste überhaupt.

Schreibstil:

Cora Wucherers Schreibstil hat für mich sehr gut zur Geschichte gepasst. Er ist leicht zu lesen und trotzdem voller Gefühl. Ich würde ihn fast als alltagstaugliche Poesie beschreiben. Nie überladen, nie zu künstlich, aber immer wieder mit Sätzen, die hängen bleiben.

Besonders stark fand ich, wie genau sie die Stimmen von Martha und Juna trifft. Beide erzählen anders, beide fühlen anders, beide klingen nach sich selbst. Und obwohl der Roman viele leise Töne anschlägt, gibt er beiden Schwestern sehr starke Stimmen.

Entwicklung:

Sowohl Martha als auch Juna machen im Laufe der Geschichte eine große Entwicklung durch. Nicht plötzlich, nicht geradlinig, sondern mit Rückschritten, Fehlern, Wut und Schmerz. Und auch Georg verändert sich.

Genau das mochte ich so sehr. Niemand ist am Ende einfach „geheilt“. Niemand hat plötzlich alle richtigen Antworten. Aber die Figuren lernen, sich ein kleines Stück besser zu sehen. Und vielleicht auch ein kleines Stück besser zu verstehen.

Was bleibt?

All die Farben, all das Licht ist für mich eine Geschichte über Verlust, ohne nur traurig zu sein. Über Krankheit, ohne sich nur um Krankheit zu drehen. Über Familie, ohne Familie zu verklären. Und über Schwesternschaft, ohne so zu tun, als wäre Nähe immer einfach.

Aber vor allem nehme ich auch die Kunst aus dieser Geschichte mit. Den Gedanken daran, gesehen zu werden, Spuren zu hinterlassen und etwas zu schaffen, das über den Moment hinaus Bestand hat. Und daran, dass Kunst manchmal genau dort eine Verbindung herstellen kann, wo Worte nicht mehr reichen.

Martha und Juna haben mich beide auf ganz unterschiedliche Weise berührt. Die eine laut, die andere stiller, und beide mit sehr viel Schmerz unter der Oberfläche.

Und auch wenn Juna nur eine fiktive Figur ist, wünsche ich ihr nach diesem Buch von Herzen alles erdenklich Gute für ihre Zukunft. Ich wünsche ihr, dass sie ihre Träume verwirklichen kann. Nicht trotz ihrer Krankheit. Sondern mit ihrer Krankheit.

Vielleicht hat mich genau das an dieser Geschichte so bewegt. Dass ein veränderter Lebensplan nicht automatisch das Ende eines Traums bedeuten muss. Manchmal muss der Weg dorthin nur neu gezeichnet werden.

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All die Farben, all das Licht