Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gabiliest:
Leo und Ralph von Peter Carnavas
Ein berührendes Buch über das Anderssein und die Macht der Phantasie
Mit “Leo und Ralph” hat der vielfach preisgekrönte australische Autor und Illustrator Peter Carnavas ein wunderbares Buch vorgelegt, das den Lesenden erlaubt, Leo, das besondere Kind, kennen zu lernen. Ralph, der Außerirdische, wird bereits auf dem Hardcover des Buches, das für Kinder ab acht Jahren empfohlen wird, liebevoll dargestellt.
Leo ist anders als andere Kinder. Er ist zu klein für sein Alter, spricht zögerlich und tut sich schwer mit sozialen Kontakten. Daher hat er auch keine Freunde. Aber Leo stellt viele Fragen, besonders interessiert ihn das Weltall und ob dort Außerirdische leben. Eines Tages prallt etwas gegen das Haus der Familie und Ralph klettert durch das Fenster, ein freundlicher Außerirdischer, dessen Fellfarbe je nach Stimmung wechselt. Obwohl Leo bewusst ist, dass nur er Ralph sehen kann, wird er doch sein bester Freund und Spielkamerad. Als die Familie umziehen muss, soll sich Leo von Ralph verabschieden. Aber Leo weiß: Ralph wird bei ihm bleiben, solange er ihn braucht.
Mit “Leo und Ralph” hat Peter Carnavas eine berührende Geschichte darüber geschrieben, dass es in Ordnung ist, anders zu sein und erst langsam seinen Platz in dieser Welt zu finden. Leo, ein wissensdurstiges, wenn auch unangepasstes Kind, hat eine liebevolle Familie, die ihn immer unterstützt. Mit seinem Phantasiefreund Ralph wird er glücklich, erst als ihn seine Mutter bittet, sich von Ralph zu verabschieden, merkt Leo, wie schwer es fällt, einen so guten Freund loszulassen. Auch wenn sich Leo um einen Neuanfang in der neuen Schule bemüht, ist es schwierig einen realen Freund zu finden. Auch die Lehrerinnen in der neuen Schule versuchen, Leo den Einstieg zu erleichtern und eines Tages findet er einen Fußball hoch in einem Baumwipfel…..
Peter Carnavas hat nicht nur Leo sehr einfühlsam gezeichnet, sondern auch Ralph, den Außerirdischen, der mit Leo Spiele erfindet und ihm das Weltall erklärt. Dabei entwickeln die Beiden sogar eine eigene Sprechweise. Auch wenn Leo ein Neuanfang ohne Ralph schwerfällt, erkennt er doch, welchen Wert Freundschaft auch in der realen Welt haben kann.
Dieses Buch eignet sich besonders gut dafür, dass Eltern mit ihren Kindern den Text lesen, denn vielleicht muss den Kindern die eine oder andere Verhaltensweise von Leo erst nahe gebracht werden. Die Geschichte ist jedoch gut und flüssig erzählt, die große Schrift und die kurzen Kapitel tragen zur Lesefreude bei. Abwechslung bieten die gelungenen schwarz-weiß Illustrationen.
“Leo und Ralph” ist eine psychologisch einfühlsam erzählte Geschichte über den wahren Wert von Freundschaft, die Macht der Phantasie und darüber, wie schwierig es ist, sich auf etwas Neues einzulassen. Stimmungsvoll und ehrlich wird beschrieben, wie Leo langsam Teil einer Gemeinschaft wird. Das Buch betont, dass es in Ordnung ist einzigartig zu sein und dass sich der Wert eines Menschen nicht an seinem Aussehen oder seinen Verhaltensweisen bemisst. Und wer von uns hätte sich nicht schon einmal gewünscht, einen so guten Freund wie Ralph zu haben?
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch und eine Bewertung mit fünf Sternen.
Rezensionen von nil_liest:
Eden von Jan Costin Wagner
Sofie tanzt
Als ich den Klappentext in der Vorschau des Galiani Verlags las, war klar: ICH kann dieses Buch nicht lesen. Warum? Es geht im Roman um ein 12jähriges Mädchen, Sofie, die bei einem Attentat auf ein Konzert zu den Todesopfern zählt. Auch ich habe eine musikliebende 12jährige Tochter und das machte es für mich sehr schwer.
Aber ich gab dem Roman eine Chance und bin sehr froh, dass ich es tat, denn der Roman ist eine Bereicherung. Es geht nahe, aber wirkt eher verbindend und lebensbejahend. Ein Brücken bauender Roman.
Auch wenn ich das Fazit vorwegnehme: Ja, es ist sicherlich der schmerzhafteste Schicksalsschlag, den einen Treffen kann, der Tod des eigenen Kindes, trotzdem war es für mich eher eine Aufforderung, die Zeit die man miteinander hat jeden Tag zu genießen, denn es gibt immer unvorhergesehenes im Leben.
„Der Tag steht still wie ein Bild, ein Gemälde, das dank eines interessanten Effekts beiläufig die Farben wechselt, allein daran erkennt Tobias, dass dieser Tag doch voranschreitet. Auch dieser Tag ist gekommen, um zu vergehen.“ (S 27)
Was macht den Roman so besonders? Jan Costin Wagner nimmt einen schweren, kaum aushaltbaren Stoff und blickt tief in die Beteiligten hinein. Wie können Menschen das schlimmstmögliche bewältigen? Was hilft ihnen und wie schauen sie auf die Dinge? Dadurch entsteht ein Kaleidoskop an Vielfalt und Denkansätzen. Der Vater, die Hauptfigur, beschäftigt sich mit dem Attentäter und will verstehen, sieht das menschliche im Fehlverhalten. Der Vater eines Freundes von Sofie, ist nicht betroffen, doch macht er sich das Ereignis zu eigen um seine Verschwörungsideen zu untermauern. Und dann sind da noch einige andere Figuren.
“Es ist die beste aller defizitären Lösungen.” (S. 239)
Jan Costin Wagner schreibt großartig einnehmend. Ich begann im Freibad zu lesen, konnte & wollte es nicht aus der Hand legen. Wirklich lesenswert.
Fazit: Schweres Thema, tolles Buch, ein Brückenbauer in der heutigen nicht vorhandenen Debattenkultur. Ein versöhnlicher Roman, der großartig geschrieben ist.
Rezensionen von clematis:
Das Orangenblütenversprechen von Eva-Maria Bast
Träume
Magdalena hat sich gerade einen Traum verwirklicht, indem sie ein kleines Café in London eröffnet hat, da erreicht sie die Nachricht, dass sie ein altes Herrenhaus auf Mallorca geerbt hat. Völlig überrascht, weil sie die Insel nie zuvor besucht hat, schon gar nicht irgendjemanden dort kennt, reist Magdalena auf eine blühende Orangenplantage.
In regem Zeitenwechsel erzählt Eva-Maria Bast von Magdalena im Jahre 1978 und von Maria Lourdes Fuentes ab 1905. Maria muss befürchten, dass ihr Vater die Orangenplantage und damit ihre Heimat aufgeben wird, denn der Transport der köstlichen Früchte ist aufwendig und teuer. Eine Bahnlinie von Sóller nach Palma könnte Abhilfe schaffen, stößt aber bei einflussreichen Personen auf Widerstand. Nun ist es die mutige junge Maria, die um den Fortbestand der kleinen Orangenbauern kämpft, und das zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als wirtschaftspolitische Entscheidungen noch ausschließlich von Männern getroffen werden. Ob ihre Träume und Visionen aufgehen? Jahrzehnte später begibt sich Magdalena mit einem jungen Advokaten auf Spurensuche, will sie doch schnell herausfinden, was sie mit Orangen und einem Herrenhaus zu tun hat.
Beide Handlungsstränge gestalten sich als sehr interessant und zeigen uns prachtvolle Seiten der bekannten Baleareninsel, abseits von Trubel und Tourismus. Duftende Orangenblüten, weitläufige Olivenhaine und ein wohlgehütetes Geheimnis verbergen sich hier und warten darauf, entdeckt zu werden. Da wie dort passieren aufregende Dinge, jedoch empfinde ich so manche Entwicklung als zu plötzlich und zu abrupt, wodurch die Glaubwürdigkeit der Geschichte ein wenig leidet. Die Portraits von Magdalena und Maria und die verbindenden Puzzlestücke sind dennoch sehr gut gelungen, die malerische Kulisse sorgt für eine überaus angenehme Atmosphäre und etliche historisch belegte Details bieten zusätzlich noch wertvolle Informationen rund um Mallorca, die Eisenbahn und die Orangenbauern.
Mit dem Roman „Das Orangenblütenversprechen“ liefert Eva-Maria Bast ein weiteres vergnügliches Buch für entspannte Lesestunden, Sóller und Port de Sóller scheinen eine Reise wert zu sein.
Rezensionen von Sonne89:
Protokoll eines Verschwindens von Alexander Rupflin
Roman oder True Crime?
Ein echtes Verbrechen und ein Journalist der nach Antworten sucht bei Angehörigen, Nachbarn, dem Täter.
Ein junger Brasilianer verschwindet spurlos in Deutschland. Ein vertrauenswürdiger Pfleger wohnt monatelang mit einer Leiche zusammen. Eine Schwester und eine Mutter suchen hoffnungsvoll, aber auch zermürbend nach dem Bruder und Sohn.
Das beschreibt den Fall auf kurze Art und Weise.
Alexander Rupflin hat all diese Personen (bis auf das Opfer natürlich) in Gesprächen begleitet und daraus einen Roman geschrieben. Der Stil ist sachlich, ohne Sensationslust und begleitet vor allem den Täter, der sich für unschuldig hält und die Angehörigen in ihren Gefühlen und ihrem Handeln.
Bei vielen Situationen wurde das drumherum etwas ausgeschmückt. Der Autor hat sich die Freiheit gelassen, die Wahrnehmung von Umgebungen für den Leser nahbarer wirken zu lassen.
Die Suche der Angehörigen ist sehr berührend. Die Hilflosigkeit selbst nicht viel machen zu können, bewegt, aber auch der Tatverdächtige wird oft verzweifelt skizziert und wirkt ehrlich in seiner Selbstdarstellung, dass er wirklich glaubt, es hätte sich um einen Unfall gehandelt.
Mir gefällt, dass Alexander Rupflin zum Fall selbst keine Wertung vornimmt, sondern die Tatsachen aufgrund der Gespräche und Fallakten schildert.
Nicht gefallen haben mir hingegen die schriftstellerischen Ausschmückungen und Interpretationen zu Gedanken und Gefühlen, die z.B. den Tatverdächtigen im Alltag begleiten, oder die Schwester bei ihrer Suche – all die Situationen die der Autor natürlich nicht selbst erlebt hat. Dadurch ist das Buch zwar leicht lesbar, verliert aber auch an Authentizität.
Diese Mischung aus Roman und Fallakte konnte mich nicht so ganz überzeugen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Wachs von Christine Wunnicke
!Ich will der beste Anatom werden" (Marie Bihéron)
Christine Wunnike entführt ihre Leserschaft in das vorrevolutionäre Paris des 18. Jahrhunderts. Noch herrscht Ludwig XV. (1710-1774) und seine Entourage, die dann von Ludwig XVI. (1754-1793) sowie von der Revolution 1789 und der Schreckensherrschaft abgelöst werden. Doch es ist nicht das Königshaus, das hier im Mittelpunkt steht, sondern zwei Frauen, die sich lange vor der politischen Revolution revolutionär verhalten: Marie Bihéron (1719-1795) und Madeleine Basseporte (1701-1780).
Die beiden Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen einander bei einem Malkurs, den Bassporte für Mädchen gibt, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Während die meisten Schülerinnen sich mit zarten Blumenornamenten und Bordüren plagen, zeichnet jugendliche Marie Bihéron innere Organe, die sie zuvor gekauften Leichen entnommen hat. Marie will Anatom werden und zwar der beste.
Schnell erkennen beide, dass in den anatomischen Zeichnungen Maries wahre Begabung liegt. Dann verlegt sich Marie auf die Herstellung von anatomischen Wachsmodellen, sogenannte Moulagen. Das Mekka der Erzeugung dieser Modelle liegt in England, wohin Marie auch mehrmals reist. Während Marie ihre originalgetreue anatomische Moulagen an Wissenschaftler und an die Königin verkaufen kann, wird Madeleine Gartengestalterin bei den Bourbonen. Sie korrespondiert mit dem schwedischen Forscher und Botaniker Carl von Linné (1707-1778), der ihre detailgetreuen Abbildungen schätzt.
Aus der Lehrerin/Schülerin-Beziehung ist schon längst ein gleichgeschlechtlich liebendes Paar geworden, das mehr oder weniger unbehelligt zusammenlebt. Männer kommen in diesem historischen Roman selten vor. Und wenn, dann in Nebenrollen. So begegnen wir dem jugendlichen Dichter Denis Diderot (1713-1784) oder den Mitgliedern der Académie des sciences, die Frauen weder fördern noch in ihrer Mitte haben wollen.
Die Geschichte der beiden Frauen wird in zwei Ebenen erzählt. Neben der Zeit, die sie miteinander verbringen, erfahren wir auch einiges über das Leben der alternden Marie Bihéron in den Jahren nach Madeleine Basseportes Tod 1780, die durch die Revolution von 1789 die bisherige Ordnung über den Haufen wirft.
Hier wundert es mich doch ein wenig, dass Marie Bihéron die Jahre der Terrorherrschaft der Jakobiner, die erst mit der Hinrichtung von Maximilien Robespierre 1794 ihr Ende findet, überlebt hat.
Wer Moulagen in natura sehen will, so kann man die in zahlreichen Museen sehen. Darunter in der Berliner Charité oder rund 200 Stück im Josephinum im Wien, das von Kaiser Joseph II. als Ausbildungsstätte für Militärärzte gegründet worden ist.
Fazit:
Dieser historische Roman, der die wahrlich revolutionären Lebensgeschichten zweier Frauen im vorrevolutionären Frankreich beschreibt, hat mir sehr gut gefallen. Von mir aus hätte er gerne ausführlicher sein können, trotzdem erhält das Buch 5 Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Dunkles Netz von Andreas Franz; Daniel Holbe
Das Netz vergisst nichts
Als der Ornithologe Reinhard Esser tot in seinem Badezimmer gefunden wird, sieht alles nach einem Unfall aus. Nur sprechen die Ergebnisse der Obduktion eine andere Sprache. Und auch das Fehlen sämtlicher technischer Geräte in seinem Haus geben den Ermittlern zu denken. Eine Wildkamera, die mit einem externen Server verbunden ist und den sexuellen Übergriff auf ein junges Mädchen aufgezeichnet hat, bringt sie einen kleinen Schritt weiter.
Dann gibt es einen weiteren Toten. Lokalpolitiker Jens Cantor haben drei Schüsse niedergestreckt. Auch bei ihm fehlt jegliches technisches Equipment. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und die beiden Fälle scheinen erst mal nichts miteinander zu tun zu haben. Bis Spuren auf ein Pädophilen-Netzwerk hinweisen. Als ein weiteres Mädchen vermisst wird, begibt sich Julia zusammen mit ihrem Offenbacher Kollegen Peter Brand auf Spurensuche, die sich allerdings nicht einfach gestaltet.
Der 25. Fall für die taffe, sympathische Kommissarin Julia Durant der Frankfurter Mordkommission hat es in sich. Cybergrooming, kriminelle Online-Netzwerke, die kaum Spuren hinterlassen, familiäre Gewalt, kaum Zeugen und Ermittlungen, die durch rechtliche Hindernisse und Bürokratie gehemmt werden, machen diese Fälle interessant und und der Spannungsbogen hält sich durchgehend hoch. Auch wenn es hier und da mal etwas ruhiger zugeht. Hier spielt Kommissar Zufall eine nicht unbeträchtliche Rolle und Informationen von außen ebnen ganz langsam den Weg zu einem Ergebnis. Gut, dass auch die Kollegen Doris und Peter Kullmer, Frank Hellmer, Uwe Liebig, Jennifer Moos und ItT-ler Benjamin Tomas wieder mit am Bord sind. Sie alle sind mir in den vielen Jahren richtig ans Herz gewachsen. Und ich bin so froh, dass es auch Canan Bilgiç, die immer noch im Offenbacher Klinikum liegt, langsam wieder besser geht.
Julia, deren Motor der Kampf um Gerechtigkeit ist, stellt hier und da auch ihr eigenes Leben in Frage. Ihr Leben, das sich durch ihren Lebensgefährten Claus und dessen Enkel Lynel, ohne dessen Kuschellöwen von 1860 München (meinem Verein) nichts geht, so verändert hat. Aber ich hoffe, dass sie uns noch lange erhalten bleibt.
Auch diese kriminellen Fälle mit menschlichen Abgründen, in die ich blicken durfte, und Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, hat mir wieder spannende und unterhaltsame Lesestunden geschenkt.
Rezensionen von liesmal:
Hildegards Schatzkiste von Hildegard von Bingen
Lebenskluge Antworten auf viele Fragen
Hildegard von Bingen war eine Frau, die ihr Leben und Wirken Gott und den Menschen gewidmet hat. Obwohl sie bereits vor mehr als eintausend Jahren gelebt hat, wirken ihre Worte und ihr Wissen bis heute. Für mich ist sie eine faszinierende Persönlichkeit, der ich gern begegne, sei es in historischen Romanen wie beispielsweise in „Der Gesang der Bienen“ von Ralf H.
Dorweiler, in biografischen Schriften oder einfach in ihren Sprüchen, die immer mal irgendwo zu lesen sind. Und ich freue mich, wenn ich wieder etwas über die Ordensfrau erfahren kann.
„Hildegards Schatzkiste“ ist mit Maria Regina Kaiser als Herausgeberin im Verlag Herder erschienen. Es verspricht in der Unterzeile „Kräuterwissen, Rezepte und Heilsames für die Seele“.
Liebevoll hat Maria Regina Kaiser nicht nur das Vorwort geschrieben, sondern sie führt empathisch durch das gesamte Buch. Dabei steht Hildegard von Bingen mit ihrem Wirken im Vordergrund. Es geht um Gott, Mensch und Welt, berichtet von Lebensführung und Wohlergehen ebenso wie von gesunder Ernährung. Ratschläge und Weisheiten sind zu finden – und tolle Rezepte für ein erfülltes Leben. Das Buch endet mit Liedern und Lobpreis und Gebeten.
Das kleine Büchlein im DIN A6-Format ist wirklich ein kleiner Schatz. Die hübschen Kräuter sind nicht nur auf dem Cover zu sehen, sondern tauchen überall in Form einer Blüte oder eines Blattes auf. Es passt in jede Handtasche und ich empfehle diesen besonderen Schatz, der auch als kleines Geschenk bestimmt Freude bereitet, gerne weiter.
Rezensionen von EvaLiest:
Unbeugsam wie die See von Emilia Hart
Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt
Unbeugsam wie die See von Emilia Hart (Original: The Sirens, Ü: Julia Walther) hat mich als erstes aufgrund des schönen Covers angesprochen. Dann habe ich den Klappentext gelesen und auch das klang vielversprechend, also hab ich mich in die Lektüre gestürzt.
Die Handlung findet auf drei Zeitebenen statt: 1801 überqueren die Zwillinge Mary und Eliza als Gefangene das Meer von Irland nach Australien.
1999 navigiert Jess die Untiefen des Teenagerdaseins, was jedoch durch eine ominöse Wasserallergie verkompliziert wird. Und zwanzig Jahre später, 2019, flieht deren Schwester Lucy zu ihr, nachdem sie beim Schlafwandeln ihren Freund gewürgt hat.
Klingt abenteuerlich? Nunja, so richtig viel Abenteuer und Spannung war für mich leider nicht dabei und einige Passagen – vor allem in der ersten Hälfte des Buches – haben sich sehr gezogen. Die beiden großen Enthüllungen habe ich leider schon relativ früh vorhergesehen, sodass irgendwann wirklich die Luft raus war. Die Verbindung der verschiedenen Ebenen und einige Plotelemente finde ich sehr konstruiert und nicht immer glaubwürdig.
Darüber hinaus hat mich die Sprache davon abgehalten, tiefer in den Roman einzutauchen. Ob es die Übersetzung ist, oder der Text auch im Original teils unrund klingt, vermag ich nicht zu sagen. Insgesamt sind mir durchaus einige Stellen aufgefallen, an denen zumindest nicht idiomatisch übersetzt wurde. Das hat mich dann immer wieder aus der Lektüre gerissen und der Lesefluss war weg.
Die Idee des Romans gefällt mir nach wie vor gut, aber sie wurde für mich nicht überzeugend umgesetzt. Vielleicht habe ich auch einfach etwas anderes erwartet (mehr Fantasy, weniger Drama). Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus Lesende gibt, die das Buch zu schätzen wissen, und auch, dass man es sehr gut als Hörbuch hören kann.
2,5/5
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Love Sick von Deidra Duncan
Highlight!!
Einfach nur WOW. - Dieses Buch hat mich komplett umgehauen und wird ohne Frage eines meiner absoluten Jahreshighlights bleiben! Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so restlos begeistert, so mitgerissen - und das, obwohl ich um Krankenhaus-Romane (und -TV-Serien) normalerweise einen großen Bogen mache (da mich die individuellen Patientenschicksale immer zu sehr mitnehmen).
Hier jedoch passte einfach alles!!
Die Dynamik zwischen Grace (Sapphire) und Julian? Off the charts! Ihre Chemistry sprüht von der ersten Begegnung an und entwickelt eine solche Intensität, dass ich teilweise das Gefühl hatte, selbst mit im Raum zu stehen. Was mir besonders gefallen hat: Sie reden miteinander. Nicht dieses klassische Aneinander-vorbeilaufen, sondern echte, offene, ehrliche Kommunikation – gerade im entscheidenden Moment, als es dramatisch wird. Das hat mir so viel gegeben und die Geschichte für mich auf ein ganz neues Level gehoben.
Ein weiteres Highlight: der Krankenhausalltag. Diesbezüglich merkt man sofort, dass die Autorin vom Fach ist (= sie arbeitet selbst als Ärztin in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe). Die Beschreibungen sind realistisch, authentisch, voller Leben – und trotzdem nie zu viel oder überfordernd. Diese perfekte Balance zwischen Fachterminologie und Lesefluss hat mich einfach nur begeistert. Man taucht ein in die Welt der Assistenzärzte, spürt den Druck, die Verantwortung, den Stress, aber auch die Leidenschaft, die Liebe zum Beruf. Und das ohne jemals das Gefühl zu haben, als Laie in einem Fachjournal gelandet zu sein.
Auch die Themen Mental Health und der Umgang mit Gerüchten, Druck und unfairen Vorurteilen wurden unglaublich stark umgesetzt. Grace' Weg, wie sie sich behauptet, wie sie wächst und gleichzeitig verletzlich bleibt, war für mich wahnsinnig nachvollziehbar und berührend. Besonders großartig fand ich, dass ein gewisser Konflikt nicht auf kitschige Art einfach "weggezaubert", sondern so realistisch gelöst worden ist, wie es auch im wirklichen Leben geschehen wäre. - Habe ich total gefeiert!
Ehrlich, die Seiten sind nur so dahin geflogen! Ich habe jede Minute mit diesem Buch geliebt, habe mit den Figuren gelitten und mitgefiebert - und war am Ende einfach nur hin und weg. Ich kann kaum fassen, dass es sich bei diesem Leseträumchen tatsächlich um ein Debüt handelt - für mich ist schon jetzt klar: Ich will ALLES von dieser Autorin lesen, was noch kommt. Merkt euch den Namen Deidra Duncan.
Fazit: Die perfekte Mischung aus prickelnder Romantik, mitreißendem Kliniksetting, authentischer Tiefe und wundervollen Charakteren, die man einfach nur lieben muss. Klare Leseempfehlung für alle Fans von Liebesromanen mit Krankenhaus-Vibes à la Grey's Anatomy!
Rezensionen von Gaby 2707:
Kennst du deine Rechte? von Sherif Rizkallah
Absolut empfehlenswert!
Wir kennen Autor Sherif Rizkallah durch die Sendung „logo!“, wo er für Kinder verständlich die Zusammenhänge aus den aktuellen Tagesnachrichten erklärt. In diesem Buch erklärt er die Grundrechte, die wir alle kennen sollten.
Nachdem ich erfahre, was mich in diesem Buch alles erwartet – und das ist nicht gerade wenig – stellt sich der Autor auf einer Doppelseite selbst vor.
Dann geht es auch schon los mit der Geschichte der Menschenrechte. Neben vielem anderen erfahre ich dann einiges über die Geschichte des Grundgesetzes, unserer Grundrechte und über das politische System in Deutschland.
In 16 auf die Kinder zugeschnittenen Comics werden verschiedene Grundrechtsartikel vorgestellt, jeweils mit einem typischen Fall aus dem Schulalltag, der zeigt, welche Rechte man auch als Schüler hat und wo sie verletzt werden. Das macht das Ganze noch mal anschaulicher und gerade für Kinder interessant.
In den Rubriken „Kennst du schon…, Blick in die Welt. Blick in die Geschichte und Wie krass ist das denn“ bekomme ich einige Menschen vorgestellt und weitere interessante Fakten, die alle mit unserem Grundgesetz zu tun haben, oder die zeigen, wie es in anderen Teilen der Welt damit aussieht.
Die einzelnen Texte sind nicht allzu lang und sehr gut verständlich. Dazu viele kleine Bilder und Illustrationen, die das Ganze auflockern und noch verständlicher machen.
Am Ende des Buches bekomme ich noch ein Register, das mich die einzelnen Themen schneller finden lässt.
Ein unterhaltsames, informatives und wichtiges Sachbuch, das unsere demokratischen Werte veranschaulicht mit vielen interessanten Fakten zum Grundgesetz und dem politischen System der Bundesrepublik Deutschland vermittelt. Nicht nur für Kinder ab 10 Jahren. Auch ich habe es mit Interesse gelesen und wieder etwas dazugelernt.











