Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julchentim:
Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig
Märchen mit Tiefe - düster, gefühlvoll und fesselnd
Erin A. Craig hat mit Das dreizehnte Kind wieder eine eindrucksvolle Geschichte geschaffen. Sie verbindet bekannte Märchenmotive mit einer eigenen, dunklen Welt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Hazel, die dreizehnte Tochter einer armen Familie, wird dem Gott des Todes versprochen. Als sie älter wird, zeigt sich ihr außergewöhnliches Talent: Sie kann Krankheiten erkennen und heilen, doch jede Heilung fordert einen Preis.
Die Beziehung zu ihrem unheimlichen Paten Merrick, dem Tod selbst, ist das Herzstück der Handlung. Sie ist von Spannung, Angst und unerwarteter Zuneigung geprägt.
Die Autorin beschreibt eine Welt, in der göttliche Macht, menschliche Schwäche und Schicksal untrennbar miteinander verbunden sind. Die Atmosphäre ist dicht, ja fast greifbar. Die Mischung aus Magie, Machtspielen und Emotionen zieht einen rasant in den Bann. Besonders gelungen fand ich, wie Hazel trotz Einsamkeit und Schmerz eine innere Stärke beweist.
Kleiner Kritikpunkt die Länge. Manche Passagen wirkten etwas gedehnt, was meine Lesefluss gehemmt hat. Trotzdem eine tolle Geschichte mit starken Bildern und einer Hauptfigur, die mich berührt hat.
Für alle, die düstere Märchen und moralische Fragen mögen, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Die Passantin von Nina George
Egotrip zum Glück?
Ein Roman über eine rigorose Flucht aus dem bisherigen Leben einer Ehefrau, Mutter und zugleich sehr berühmten Schauspielerin. Sie akzeptiert dabei ihren angeblichen Tod, über den in den Medien berichtet wird. Dieser feministisch aufgeladene Egotrip endet in einem überraschenden und verstörenden Finale.
Im Gesamten wird diese fiktionale Geschichte dem Leben leider zu wenig gerecht.
Rezensionen von brauneye29:
Die Berghebamme – Zeit der Kinder von Linda Winterberg
Sehr schöne Geschichte
Zum Inhalt:
Maria ist mit dem Arzt Georg glücklich, aber das größte Glück will sich einfach nicht einstellen, ein eigenes Kind. Also steckt sie ihre ganze Energie in ihre geliebte Arbeit als Hebamme und beschließt dann auch noch ein Wohnheim für ledige, verstoßene Schwangere zu eröffnen. Das stößt im Ort auf wenig Gegenliebe, in einer Zeit als ledige Schwangere abschätzig betrachtet werden.
Und es kommt noch schlimmer und bedroht nicht nur Maria sondern auch die hilfebedürftigen Frauen.
Meine Meinung:
Was für ein schöner Abschlussband! Auch wenn ich den zweiten Band nicht gelesen habe, hatte ich nicht unbedingt, dass man diesen gelesen haben muss, um dieses Buch zu genießen. Mir hat im Grunde nichts an Informationen gefehlt. Die Geschichte von Maria und auch ihr Kampf für die Schwangeren, die als Schande gelten, hat mir gut gefallen. Man so richtig mitfühlen, wie sehr sie kämpfen musste, weil eben zu der Zeit die jungen, ledigen Frau nur verachtet wurden, obwohl sie ja nicht allein für den Zustand verantwortlich waren. Was mir auch gut gefallen hat, ist das Ende, zu dem ich aber nichts genaues schreiben möchte, dass soll dann doch lieber eine Überraschung bleiben. Insgesamt eine schöne Serie mit einem gelungenem Abschluss.
Fazit:
Sehr schöne Geschichte
Rezensionen von Ewa Wiercinska Leserunde Heyn:
Die Passantin von Nina George
„Gewalt überlebt nur dank des Unglaubens der Anständigen“
Barcelona 2015–2019
Die Bestseller-Autorin Nina George hat ein originelles, geniales Buch geschaffen.
Die brillante Idee hat sie dabei zu einer thrillerstarken Geschichte entwickelt.
Ein hochspannender Gedankenschwarm über körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt als Eingriff in die persönliche Freiheit, Unversehrtheit, Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein eines Menschen.
Dieses Thema ist heute in unserer Gesellschaft wichtiger denn je.
Die Sprache ist kraftvoll und unerschrocken. Kein Pardon – die klaren Formulierungen machen die Geschichte unfassbar eindringlich.
„Die Gewalt lebt davon, dass sie von Anständigen nicht für möglich gehalten wird.“ — Jean-Paul Sartre (1905–1980)
Fazit: Sehr empfehlenswert – ab jetzt gehört Nina George zu meinen liebsten Autorinnen
Rezensionen von Petra:
In den Scherben das Licht von Carmen Korn
neuanfangen
Hamburg in der Nachkriegszeit. 1946 trifft Gisela eine junge Waise in die Stadt auf Gert ebenfalls allein. Er lebt bei der Schauspielerin Friede im Keller und lässt auch Gisela dort wohnen. Die drei bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Sie sind Überlebende aber was ist Leben? Was war in den zurück liegenden Jahren, wie hat die Zeit sie geprägt? Die Vergangenheit ist allgegenwärtig.
In Gedanken, in Gefühlen und in der Erinnerung. Gisela denkt an ihre Eltern als verstorben. Gert will das von seiner Mutter und Schwester nicht denken, er hat Suchanträge gestellt. Friede dagegen weiß das einer ihrer Liebhaber in der Stadt schon wieder gut gestellt ist, während der Andere wahrscheinlich im Ghetto gestorben ist. Hat sie Schuld auf sich geladen?
In dem Buch wird teilweise episodenhaft beschrieben wie sich die Menschen, die Stadt entwicklen. Wie eine lebenswerte Zukunft möglich erscheint, wie sich die Hoffnung auf einen Neuanfang erfüllt, aber auch das die Vergangenheit nicht gestorben ist.
Friede, Gert und Gisela sind Menschensammler, sie treffen andere wie Robert, sie kennen Marta und lernen den Professor kennen allen gemeinsam ist der Mut zum Neuanfang. Während Victor als Heimkehrer aus dem Ghetto zögerlich agiert, misstrauisch gegen seine Fähigkeiten wieder Anschluss an die Gemeinschaft zu finden.
Diese Geschichten berühren, weil sie so voller Zuversicht sind, vor allem weil die kleinen Dinge so wichtig erscheinen. Ein Besuch im Kino, ein Sträußchen Maiglöckchen, eine Tasse Bohnenkaffee und bald auch wieder mehr, wie eine schöne Wohnung, Reisen, die Anfänge des Wirtschaftswunders zeichnen sich ab.
Das Buch ist intensiv, vor allem weil alles bekannte Grauen hinter den Protagonisten liegt, weil alle in die Zukunft schauen und wir schauen mit.
Rezensionen von inya:
Die Knef von Moritz Stetter
Sehr gut
Natürlich kannte ich Hildegard Knef bereits vor dieser Grafik Novell. Doch ich muss zugeben dass ich mich noch nicht allzu sehr mit ihr als Person beschäftigt habe und Ihre Biografie noch nicht kannte.
Das Cover des Buches hat mich sehr angesprochen und es zeigt natürlich direkt Ihr bekanntestes Lied.
Schön finde ich, dass dieses Buch uns direkt von Beginn an mitnimmt, also von Ihrer geburt an. Die Geschichte um ihr Leben ist sehr detailliert dargestellt und nimmt uns auf ganz verschiedene Reisen mit ihr mit. Es zeigt ihr Beginn als Schauspielerin und natürlich wie ihre Karriere weiter verlief. Besonders gut finde ich auch die Zeichnungen und Sprechblasen in dieser Grafic Novel. Es ist klar, verständlich, und die. Ihr Bilder an sich gefahren mir auch sehr gut. Es hat Spaß gemacht sich mit dieser Graphic Novel in das Leben von Hildegard Knef zu begeben und ich kann es allen empfehlen, die ich schon fan sind, oder dass ich einfach mehr mit ihr befassen möchten.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Die Passantin von Nina George
Selbstfindung?
Nina George erzählt die Geschichte einer Frau, die die Chance zu einem kompletten Neubeginn nützt oder genauer gesagt: die Geschichte einer Frau, die die Chance nützt sich selbst wieder zu finden. Identität, Selbstfindung aber auch Solidarität unter Frauen sind zentrale Themen.
Die Autorin lässt ihre Protagonistin in einem Haus Unterschlupf finden, das von sogenannten „unsichtbaren Frauen“ bewohnt wird – Frauen, die auch aus ihrem alten Leben geflüchtet sind.
Ihre Schicksale sind unglaublich grausam, vielschichtig und vermutlich lebensnah.
Sie erzählen von absurder Gewalt und Unterdrückung, aber auch von Mut, Wehrhaftigkeit und Befreiung – erschütternd und aufwühlend.
Nina Georges sprachlicher Stil ist bemerkenswert. Manchmal poetisch, aber dabei immer klar und gnadenlos offen (und deshalb oft schwer erträglich) führt sie die Leserin durch verschiedenste Schicksale, Erinnerungen und spannende Gedankenspiele.
Es ist kein Buch, das so einfach nebenher gelesen werden kann, es fordert Aufmerksamkeit und Gefühl und vor allem: auch nach Beendigung der Lektüre wirkt es lange nach!
Auf alle Fälle findet dieses Buch seinen Platz in meinem „Muss-ich-unbedingt-noch-einmal-oder-öfters-lesen“-Regal!
Lesenswert!
Rezensionen von clematis:
Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden von Mary Kubica
Vermisst
Meredith und ihre sechsjährige Tochter Delilah sind am Abend plötzlich nicht mehr zu Hause, Vater Josh und Sohn Leo stehen vor einem Rätsel, melden die beiden Familienglieder schließlich bei der Polizei als vermisst. Kein Nachbar hat etwas gesehen, niemand etwas gehört. Da kurz zuvor schon eine Frau aus der Siedlung verschwunden ist, ist die Vorstadt in Aufruhr.
Auf besonders fesselnde Weise erzählt Mary Kubica die Geschichte von Delilah, die elf Jahre nach der vermuteten Entführung ganz plötzlich wieder vor ihrem Wohnhaus steht. Die Abfolge der Szenen erfolgt in geschicktem Wechsel zwischen Jetzt und elf Jahren zuvor, wobei in der Vergangenheit nochmals in vor und nach dem Verschwinden von Meredith und Delilah unterteilt wird. Obendrein ergreifen unterschiedliche Figuren das Wort, sodass sich im Laufe der Zeit ein packendes Gesamtbild aus verschiedensten Perspektiven ergibt. Der flotte Schreibstil der Autorin tut sein Übriges zum perfekten Lesevergnügen, weshalb ich das Buch in einem Schwung durchgelesen habe.
Besonders Leos Abschnitte habe ich als sehr bewegend empfunden, denn der damals Vierjährige hat erst den Verlust von Mutter und Schwester verarbeiten müssen und sieht sich nun einer fremden Siebzehnjährigen gegenüber, an die er das Wort richtet. Aber auch sonst sind die Figuren sehr plastisch herausgearbeitet, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen bestens dargestellt. Interessante Details aus der Nachbarschaft und aus Merediths Berufsleben als Doula lassen die Geschichte so richtig lebendig werden, packende Momente und spannende offene Kapitelenden heizen das Tempo stetig an. Wie alles schlussendlich zusammenhängt, welche Querverbindungen einer näheren Betrachtung standhalten und welche Vermutungen in einer Sackgasse enden, das ist tatsächlich sehr faszinierend dargelegt, ich war bis zum letzten Moment vom Sog des Buches begeistert.
Ein überaus abwechslungsreicher Thriller auf psychologischer Basis, der immer wieder Überraschungen bereithält und durch seine detaillierte Figurenzeichnung besticht. Beste Unterhaltung garantiert!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger:
Die Passantin von Nina George
Welch intensive Sprache!
Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich mir sofort: welch geniale Idee ist denn Nina Georges Kopf da entsprungen! Der Einstieg in die Geschichte gelang wirklich wunderbar, machte mich neugierig und fesselte mich von Beginn an. Die Autorin arbeitet mit einer für mich sehr intensiven Sprache, mit der sie mich immer wieder auf besondere Art und Weise berühren konnte.
Mit ihren Worten, Beschreibungen, Schilderungen gelingt es ihr das ganze Buch hindurch, in das Erlebte und die Gefühle der Protagonistin Einblick zu geben, die Lesenden spüren zu lassen, wie es denn sein könnte, diesem Mann zu verfallen, unter ihm zu leiden, gefangen zu sein in einer ihr fremden Identität, sich nicht zu wehren, (nicht) zu sterben, vor Sehnsucht nach den Kindern fast zu zerbrechen, sich aber dann dem Leben zu stellen und "zurück" zu kommen. Ja, das Thema an sich ist nichts Neues ... und ja, das Buch hatte im Mittelteil seine Längen. Aber das ist für mich Jammern auf hohem Niveau. Deshalb meine Empfehlung: bitte lesen.
Rezensionen von Lilli33:
Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer
Fesselnder Roman um Liebe, Freundschaft und errat
Fesselnder Roman um Liebe, Freundschaft und Verrat
Zum 4. Mal entführt Kai Meyer uns ins Graphische Viertel in Leipzig. Die Bücher dieser Reihe hängen nur lose zusammen und können problemlos unabhängig voneinander gelesen werden, auch wenn einige Nebenfiguren in mehreren der Bände auftreten oder erwähnt werden.
1930. Die Freunde Felix, Julius, Vadim und Eddie treffen sich in Vadims Antiquariat, das ums Überleben kämpft. Zur Unterstützung werden die Freunde zu Bücherdieben, wobei sie vor allem wertvolle, geheimnisvolle Bücher stehlen und dabei auch in brenzlige Situationen kommen. Als die charismatische Eva zu der Gruppe stößt, wird es schwierig, denn sowohl Felix als auch Vadim zeigen Interesse an ihr und sie an ihnen. Als die Gruppe sich mit den Falschen einlässt, müssen sie sich trennen …
1945. Felix arbeitet für die Amerikaner als Bibliothekar. Ein Gefangener weiß angeblich etwas über Hitlers Bibliothek, will aber nur mit Felix sprechen. Widerwillig kehrt dieser nach Leipzig zurück, wo ihn die Vergangenheit wieder einholt.
Eigentlich kann man mich für historische Romane gar nicht begeistern. Dass Kai Meyer mit seinen Romanen um das Graphische Viertel dies trotzdem schafft, zeugt von wahrem Können. Sein Schreibstil ist einfach so klasse, dass ich mich ganz in den Geschichten verlieren kann. Die Szenerie wird so atmosphärisch dargestellt, dass ich mich nicht als Zuschauerin, sondern als Beteiligte fühle. Zuweilen fiel es mir ein bisschen schwer, mich zwischen den vielen verschiedenen Personen, Geheimdiensten und Spionen zurechtzufinden. Einiges hätte man für meinen Geschmack auch nicht ganz so detailliert ausführen müssen.
Der Roman ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion. So wurde ich einerseits gut unterhalten, konnte andererseits aber auch noch etwas dazulernen. Das liebe ich.
Die Reihe:
1. Die Bücher, der Junge und die Nacht
2. Die Bibliothek im Nebel
3. Das Haus der Bücher und Schatten
4. Das Antiquariat am alten Friedhof








