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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sonne89:

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Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein von Michael Petrowitz

Klare Leseempfehlung

Das Buch „Die unendliche Klassenfahrt“ von Michael Petrowitz und Stefanie Klaßen ist durch und durch gelungen.
Die Kinder der 4a gehen auf Klassenfahrt mit dem Bus R.O.S.I.N.E (Reisen ohne Schüler ist nicht erstrebenswert). Der Lehrer ist etwas chaotisch, die Eltern haben Angst, die Kinder freuen sich.

Und wer hätte das gedacht, Rosine, die auf Autopilot fahren kann, katapultiert die Kinder nach einem kleinen Unfall in ein Portal und alle Ausflügler landen, ohne es zu merken im mittelalterlichen Burg Hammelstein.
Dabei gibt es natürlich so einiges zu entdecken und die Klassenfahrt wird alles andere als langweilig.
Die vielen bunten Illustrationen machen richtig Freude und entlocken oft auch ein schmunzeln. Der Text ist aus Sicht der Kinder geschrieben und lässt sich locker und leicht lesen. Auch hier kommt der Witz nicht zu kurz.
Das Cover mit den vielen Glitzerelementen und den starken kräftigen Farben überzeugt genauso, wie das ganze Buch.

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Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein

Rezensionen von Romy:

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Bestie von Joana June

Vielschichtige Charaktere, die im Kopf bleiben

Da ich den Buchclub „Juniverse“ von Joana June regelmäßig verfolge und schon ein paar Bücher mitgelesen habe, war ich besonders gespannt auf ihren Debütroman. Ich finde ihre Sicht und Interpretation der Bücher immer wahnsinnig interessant, weshalb ich umso gespannter war, wie sie eigene Ideen literarisch umsetzt.

Ich kann sagen, dass mich „Bestie“ als Debütroman sehr überzeugt hat. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Delia bzw. Lilly und Anouk. Delia, die angepasste Mitläuferin, die unbedingt eine erfolgreiche Bühnenautorin sein möchte. So unbedingt, dass sie ihr altes Ich ablegen möchte und sich in Lilly „verwandelt“. Lilly, die so unbedingt in Anouks Leben passen will, dass ihr eine Lüge nach der anderen über die Lippen kommt. Anouk, die selbstbewusste und scheinbar so erfolgreiche Influencerin, die nach außen hin perfekt scheint, aber in ihrem Leben auch tiefreichende Konflikte hat.

Wer das Buch mit der Erwartung liest, dass viel Handlung passiert, könnte überrascht sein: Die Handlung ist vielmehr character-driven als plot-driven, was das Buch aus meiner Sicht aber nicht weniger lesenswert macht. Im Gegenteil – ich finde, dass die Charaktere sehr vielschichtig ausgestaltet sind und sehr wichtige Themen aufwerfen: Identität und Selbstfindung, Freundschaft und Familie, Erfolg und Misserfolg, Gesellschaftskritik und vieles mehr.

Der Schreibstil ist stellenweise poetisch, aber auch unkonventionell und fast schon experimentell. Besonders angesprochen haben mich auch die Theaterelemente und die Anlehnung an die angelsächsische Mythologie. Die Doppeldeutigkeit des Titels fand ich auch total spannend. Anfangs denkt man an „Besties“, doch im Verlauf der Geschichte wird klar, dass auch „Bestien“ gemeint sein können.
Außerdem habe ich mich über die kleinen Easter Eggs gefreut: Bücher, die bereits in Joana Junes Buchclub gelesen wurden, tauchen im Roman auf.
Für fünf Sterne hat mir noch ein Fünkchen gefehlt, ohne genauer benennen zu können, woran es lag. Vielleicht, dass ich zum Teil den Eindruck hatte, dass die Handlung etwas vor sich herdriftet und kein genaues Ziel hat.

Fazit: Ich habe das Gefühl, das Buch ein zweites Mal lesen zu müssen – weil es so viele tiefgründige Aspekte enthält, die man beim ersten Lesen vielleicht noch gar nicht alle erfassen kann.

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Bestie

Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

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Himmel ohne Ende von Julia Engelmann

Mehr als „eine Prise Ich“

Der Roman beginnt mit einer kurzen Frage, gefolgt von einer noch kürzeren Gegenfrage – und schon ergibt sich eine Vorstellung von der Problematik der 15jährigen Ich-Erzählerin und damit vom Thema dieses Coming-of-Age-Romans.

Eine entsprechende Erzählstrategie wird konsequent durchgehalten: kein Sprechen ÜBER die Protagonistin, keine Beschreibung ihres Äußeren, keine Schilderung ihrer Erlebnisse und ihres Handelns aus der Außensicht.

Stattdessen werden die Erlebnisse eines guten Jahres in den Eindrücken, Empfindungen und Gedanken der Ich-Erzählerin gespiegelt und verarbeitet, teilweise in nicht ganz vollständigen Sätzen, die einen Einblick in ihren Bewusstseinsstrom andeuten. So gibt es nur bedingt – nämlich von ihr selbst – Aussagen über die faktische Seite ihres Lebens, und die Sprache eröffnet einen Spiel-Raum für die Deutung und das Verstehen einer Identität im Wandel: „Jetzt müsste man die richtigen Worte finden, […] die bedeuteten, was an wirklich meinte, was man tief innen wirklich meinte“ (S.121).

So sehr dieses eröffnende, nicht festschreibende Erzählen der Suche nach dem eigenen Ich einer Jugendlichen gerecht werden mag, so hat es doch auch einen Preis: Die Sicht auf alle anderen Figuren ist durchgehend die der Ich-Erzählerin und damit eine reine Außensicht. Das tut besonders der Glaubwürdigkeit des besten Freundes, Pommes, einen gewissen Abbruch – für einen 16jährigen verfügt er über eine erstaunliche Weisheit und sprachliche Fähigkeiten, die eher einem Mediator mittleren Alters angemessen scheinen.

Das schmälert den lesenden Nachvollzug der Ich-Findung jedoch wenig, zumal gelegentliche Episoden auch komisch daherkommen und die Lektüre aufheitern.

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Himmel ohne Ende

Rezensionen von Arambol:

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Atmosphere von Taylor Jenkins Reid

Der Traum vom Fliegen


"Ich hatte immer das Gefühl, wenn ich die Sterne anschaue, weiß ich, dass ich nicht allein bin."

Die NASA-Astronautin Vanessa Ford gerät während einer Space-Shuttle-Mission in eine lebensbedrohliche Lage. Im Mission Control Centrum hält Joan Goodwin als CAPCOM mit ihr Kontakt.

In Rückblenden erfahren wir, wie Joan ins NASA-Trainingsprogramm kam und dort Vanessa kennenlernte und eine heimliche Beziehung mit ihr begann.

Gleichzeitig lernen wir Joans privates Umfeld kennen, das viele ihrer Entscheidungen maßgeblich prägt.
Die Handlung des Romans wechselt zwischen Vanessas Einsatz im All und den Erinnerungen Joans, bis dann beide Handlungsstränge in einem sowohl dramatischen als auch emotionalen Höhepunkt zusammenfinden.

Der Roman "Atmosphere" verbindet die Faszination der bemannten Raumfahrt mit einer sehr persönlichen Geschichte. Taylor Jenkins Reid gelingt es dabei, die Emotionen der Figuren so lebendig zu zeichnen, dass man sich mitten im Geschehen wiederfindet. Die Stimmung des Buches schwankt zwischen sehr spannenden, und dann wieder leisen, nachdenklichen Momenten.

Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden. Dadurch wird nicht nur Joans verzweifelte Lage als CAPCOM am Boden greifbar, sondern auch ihre Vorgeschichte und die wachsende Nähe zu Astronautin Vanessa. Aus einer rein professionellen Verbindung entsteht Freundschaft – und mehr. Ein einziger Augenblick kann alles verändern, und genau dieses Gefühl transportiert die Autorin meisterhaft.

Neben Joan und Vanessa bleiben auch Nebenfiguren, allen voran Joans Nichte Frances im Gedächtnis. Ihre Geschichte bringt Wärme, Menschlichkeit und eine andere, zunehmend verletzlichere Seite von Joan zum Vorschein.

Der Roman ist flüssig geschrieben, gut recherchiert und bietet eine gelungene Mischung aus technischer Präzision und emotionaler Tiefe. Nur gelegentlich wirken einzelne Passagen etwas zu gedehnt, was den Lesefluss leicht bremst – deshalb vier statt fünf Sterne. Insgesamt aber ein beeindruckendes Leseerlebnis, das Raumfahrt und zwischenmenschliche Beziehungen zu einem stimmigen Ganzen verbindet.

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Atmosphere

Rezensionen von lesen=liebe:

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tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? - Bei der Polizei von Heike Tober

Zu Besuch bei der Polizei

Von lesen=liebe

Dieses Tiptoi-Buch ist für Kinder von 4 bis 7 Jahren geeignet. Mein Sohn ist 6, und ich finde, er hat genau das passende Alter dafür. Das Buch stammt aus der WWW-Reihe und bietet wirklich viele interessante Inhalte. So werden die Aufgaben der Polizei ganz genau durchleuchtet, es wird erklärt, wie man Spuren sichert, welche Ausrüstung die Polizei braucht, und ein Besuch bei der Polizeiwache wird abgestattet.

Die Spiele sind sehr anspruchsvoll und aufregend. Man darf der Polizei helfen, Täter zu überführen. Besonders toll ist das Hörspiel, und das Lied ist mittlerweile zum Ohrwurm geworden. Die Audioinhalte sind – wie immer – sehr verständlich, die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm.

Die Suchaufträge sind leicht verständlich, können aber teilweise sehr knifflig sein. Ein durch und durch gelungenes Tiptoi-Buch, das fast täglich zur Hand genommen wird.

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tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? - Bei der Polizei

Rezensionen von gerlisch:

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Aschesommer von Benjamin Cors

Das Sterben hat begonnen

Mit „Aschesommer“ hat Benjamin Cors wieder einen absolut fesselnden Thriller abgeliefert.
Die Ermittler der Gruppe 4 haben es hier mit einer skurrilen Mordserie zu tun, doch der Hauptverdächtige sitzt in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt.
Die sehr unterschiedlichen Teammitglieder sind mir bereits aus dem 1.

Teil „Krähentage“ bekannt und wurden hier wieder perfekt in Szene gesetzt. Allen voran Jakob Krogh und Mila Weiss, die Leiter der Ermittlungsgruppe. Beide tragen ein dunkles Geheimnis mit sich herum, über das im Handlungsverlauf immer wieder berichtet wird. Auch eingestreute Infos zum 1. Teil der Serie bringen die Figuren dem Leser immer näher.
Absolut fesselnd und mit einem präzisen Schreibstil werden hier die intensiven und komplexen Ermittlungen umgesetzt. Die Atmosphäre in den Handlungen ist sehr aufgeheizt, was nicht nur der extremen Hitze in diesem Setting geschuldet ist.
Die Passagen aus Sicht der Opfer jagen dem Leser oft nicht nur eine Gänsehaut über den Körper, sie sorgen auch dafür, dass die Spannung stetig ansteigt und man das Buch nicht aus der Hand legen mag.
Ganz nebenbei erfährt der Leser noch interessantes Hintergrundwissen zum Thema Die fünf großen Sterben der Weltgeschichte. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Thriller-Highlight.

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Aschesommer

Rezensionen von lesen=liebe:

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Das kleine Böse Buch 8 von Magnus Myst

Begeistert vom Kleinen bösen Buch

Wir haben schon viel vom Kleinen bösen Buch gehört, aber tatsächlich ist dies der erste Band, den wir gelesen haben. Das kleine Böse Buch 8 hat uns von der ersten Seite an begeistert, deshalb war es bestimmt nicht unser letzter Band. Die spannende und humorvolle Erzählweise macht das Lesen zu einem echten Vergnügen.

Das interaktive Konzept, bei dem der Leser aktiv ins Geschehen einbezogen wird, ist einfach genial und sorgt für Abwechslung. Ich denke hier wird jeder Lesemuffel überzeugt.

Die Geschichte ist voller überraschender Wendungen und kreativer Ideen, die die Leser*innen in ihren Bann ziehen. Besonders toll finden wir die düsteren und mystischen Illustrationen, die die Atmosphäre perfekt einfangen.

Ein Muss für alle Fans der Serie und für alle, die gerne spannende und gruselige Bücher lesen. Absolute Empfehlung!

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Das kleine Böse Buch 8

Rezensionen von lesen=liebe:

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Im Schatten von Giganten von Jasmin Schreiber

Kleine Krabbler ganz groß

Jasmin Schreiber ist schon seit dem Kleinkindalter von Insekten und Krabbeltieren begeistert. Diese Leidenschaft hat sie bis ins Erwachsenenalter begleitet – und sie schließlich zu ihrer Berufung gemacht. Mit diesem Buch möchte sie andere Menschen begeistern, und das gelingt ihr richtig gut.

Es regt definitiv dazu an, die Welt der Insekten aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Warum haben diese Lebewesen eigentlich einen so schlechten Ruf, nur weil sie keine Hunde oder Katzen sind?

Mit Begeisterung habe ich die fachlich fundierten Texte gelesen und die wunderschönen Fotografien betrachtet. Man merkt deutlich, wie viel Herzblut in dieses Buch geflossen ist. Es vermittelt viel Wissen über Tiere, die man zwar oft sieht, über die man aber kaum etwas weiß. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich mich zwar immer freue, eine Libelle zu sehen – über ihre Lebensweise wusste ich bisher jedoch überhaupt nichts.

Dank der übersichtlichen Gliederung und der gelungenen Gestaltung eignet sich dieses Buch auch wunderbar als Nachschlagewerk und wird bestimmt immer wieder zur Hand genommen.

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Im Schatten von Giganten

Rezensionen von Ruth:

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6 aus 49 von Jacqueline Kornmüller

„Flirt mit dem Glück“

In bitterer Armut ist sie aufgewachsen, die Großmutter von Jaqueline Kornmüller. Eine solche Armut, von der sie immer sagte, „ so eine Armut, wie ich sie als Kind erlebt habe, gehört verboten.“
Geboren wurde Lina an einem Dreizehnten im Jahr 1911 in einem Dorf in Niederbayern. Aufgewachsen ist sie mit 10 Geschwistern, zu denen noch vier Pflegekinder kamen.

Schon mit dreizehn Jahren tritt sie ihre erste Arbeitsstelle an. Erste Erfahrungen im Hotelgewerbe macht sie in München und von dort führt es sie mit der neu gewonnenen Freundin Maria nach Garmisch. Wieder in ein Hotel, in ein sehr renommiertes. Hier verkehren die Großen der deutschen Filmindustrie, u.a. auch Zarah Leander.
Die Arbeit im Hotel gefällt Lina, doch sie will nicht länger Angestellte sein. Und als sich die Möglichkeit bietet, eine schöne Villa zu pachten, greift sie zu. Gemeinsam mit Freundin Maria betreibt Lina fortan das kleine Hotel „Amalie“. Es folgen harte und arbeitsame Jahre, die aber von Erfolg gekrönt sind. Lina ist mit Leib und Seele Hoteliersfrau, immer bereit, immer gastfreundlich.
Doch Lina vergisst nie ihre Herkunft, die bitteren Jahre der Armut. Das mag mit ein Grund gewesen sein für ihre Leidenschaft für das Lotto- Spiel. Woche für Woche füllt sie den Lottoschein aus, und tatsächlich hat sie einmal einen Sechser. Doch der Gewinn spielt im Buch und in Linas Leben gar keine so große Rolle.
Wichtiger ist vielmehr Linas unerschütterlicher Optimismus und ihr Vertrauen in das Glück. Dabei erwartet sie nichts Weltbewegendes; ihr Glück liegt in den kleinen Dingen.
Nur in der Liebe hat Lina kein Glück. Ein „ Zufallsgast“, von dem sie glaubt, er bliebe ein Leben lang, entpuppt sich als nicht verlässlich. Lina wird weiterhin ihre Tochter allein großziehen. Aber immer treu an ihrer Seite ist Freundin Maria, ein Leben lang.
Die Regisseurin und Autorin Jaqueline Kornmüller erzählt in 49 (!) kurzen Kapiteln vom Leben ihrer Großmutter. Bei ihr ist sie aufgewachsen, sie war ihr „ persönlicher Sechser im Lotto“. Und diese Liebe und Verbundenheit zwischen Großmutter und Enkelin ist in jeder Zeile zu spüren.
Die Autorin erzählt episodenhaft, umkreist das Leben ihrer Großmutter, erzählt aber auch von sich, von ihrer Kindheit in der „ Amalie“, von ihrem Erwachsenwerden.
Dabei wird der historische Hintergrund nicht ausgeklammert. So erfährt der Lesende z.B. von der unrühmlichen Vergangenheit von Garmisch- Partenkirchen, dem Geburtsort der Autorin. Weil Hitler die Winterolympiade wollte, wurden 1935 die verfeindeten Dörfer Garmisch und Partenkirchen zusammengelegt. Der Ort blüht auf, die Touristen kommen in Scharen, die „ Luftdeppen“, wie es im Buch heißt. Und die Nazis haben hier, wie andernorts , das Sagen. Auch davon erzählt Jaqueline Kornmüller in eindrücklichen Szenen. Ihre kritische Haltung zu ihrem Geburtsort zeigt sich u.a. darin, dass sie von ihm nur als „ Bindestrich“ spricht.
Auch sonst pflegt die Autorin einen eigenwilligen Erzählstil, mit vielen kurzen Sätzen und Wiederholungen. Viele Figuren erhalten keinen eigenen Namen sondern heißen „ die Kanaille“, „ der Durchreisende“, „ der Zufallsgast“ oder einfach „ Du“. Und die Mutter der Autorin wird im Buch nur „ Linas Tochter“ genannt. Der Fokus liegt eindeutig auf Lina.
Das aussagekräftige Coverbild, fast nur in Blau gehalten, bis auf die gelbe Schrift, hat die bekannte Illustratorin Kat Menschik gestaltet. Sie fasst sehr anschaulich den Inhalt zusammen. Vor dem Hintergrund einer blühenden Berglandschaft stehen zwei lächelnde Frauen, Hand in Hand, hinter ihnen das Hotel „Amalie“. Und zwischen all dem schweben sechs Lottokugeln.
„6 aus 49“ ist eine liebevolle Hommage an eine starke und beeindruckende Frau, die mit Zuversicht und Selbstvertrauen ihr Leben gemeistert hat.

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6 aus 49

Rezensionen von nil_liest:

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6 aus 49 von Jacqueline Kornmüller

????Noch nie Lotto gespielt – aber mit diesem Buch den Hauptgewinn gezogen!????

Ich habe noch nie Lotto gespielt. Nicht einmal aus Versehen. Aber mein Vater? Der füllt seit über 40 Jahren jede Woche brav seinen Schein aus – mit einer Ernsthaftigkeit, als hinge das Weltklima vom richtigen Kreuzchen auf der 27 ab. Gewonnen hat er, aber nur kleinste Beträge. Jackpot – nie! Aber geträumt? Jede Woche.

Und genau diese Mischung aus Hoffnung, Routine und stillem Trotz erinnert mich sehr an Lina, die Heldin von Jaqueline Kornmüllers wunderbar schräg-schönem Roman 6 aus 49.
Denn Lina, die Großmutter der Autorin, spielt nicht nur Lotto, sie spielt sich durchs Leben – und das mit einer Mischung aus Mut, Witz und unfassbarer Widerstandsfähigkeit. Als Kupfergeschirrwäscherin gestartet, landet sie – durch Schicksal, Zufall und eine ordentliche Portion Biss – irgendwann auf der Veranda ihres eigenen Hotels in Garmisch, den Lottoschein in der Hand, das Glück im Blick.
Kornmüller erzählt diese Geschichte mit genau der richtigen Dosis Herz, Humor und Schärfe. Kein Geschichtsroman mit Stock im Rücken, sondern eine flirrende Zeitreise durch Bayern, Winter-Olympiade, Nazizeit, Hotellobby und Frauensolidarität. Lina und ihre Freundin Maria stemmen das Leben, das Hotel, die Kindererziehung und wahrscheinlich auch noch ein paar Tortenbleche – und das ganz ohne Männer.
Die Sprache ist grandios in diesem Roman! Kornmüller schreibt nicht gefällig, sondern genau. Zwischen poetischen Wortschleifen und trockenen Alltagskommentaren liegt oft nur ein Satz. Man liest, lacht, schluckt – und liest nochmal. Nicht weil man muss, sondern weil man will.
Und dann dieses Cover!K< at Menschik illustriert mit so viel Liebe, dass ich das Buch am liebsten auf den Wohnzimmertisch liegen lassen möchte – wie ein Kunstobjekt. Lottozahlen, Hotel, Freundinnenpower – alles drauf, alles dran. Das wäre mal ein colles Poster!
Fazit: 6 aus 49 ist ein Glücksgriff. Auch ohne Lottoschein. Es zeigt: Das wahre Glück liegt nicht im Kreuzchenfeld, sondern im Leben selbst – mit all seinen Umwegen, Zufällen und Kupferkesseln. Ein Buch für starke Frauen, ewige Träumer und Menschen mit Herz für Geschichten, die bleiben.
Und wer weiß – vielleicht fange ich jetzt doch mal mit dem Lotto an.

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6 aus 49