Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C. P.:
Gwin und das Herz des Drachen (Band 1) von Verena Maier
Das Geheimnis der Drachenherzen
Dieses Fantasybuch für Kinder macht es mir schwer, es zu bewerten. Es gibt viel Gutes über das Buch zu sagen, jedoch habe ich auch einiges, was mir nicht gefiel.
Wunderschön ist auf jeden Fall die optische Gestaltung. Nicht nur das Cover, auch die Illustrationen im Buch sind wirklich wunderschön gestaltet.
Die fantastische Idee hinter dem Abenteuer konnte mich überzeugen mit den magischen Schutzorten wie dem Café der Miss Manou und Kater Nero, der mysteriösen Papierrolle sowie den Hintergründen zu den Drachen und deren Gegner. Hier möchte nicht nichts weiter verraten, um niemandem die Überraschung vorwegzunehmen. Jedenfalls gibt es wunderschöne wie auch abenteuerliche Szenen und Gwin überzeugt sowohl durch Ideenreichtum wie auch durch Mut und Entschlossenheit.
Was mir nicht gefiel war der Aufhänger der Erzählung. Das Verhältnis der jungen Gwin zu den Eltern empfand ich selbst als Erwachsene als verstörend. Sie nennt ihre Eltern Herr und Frau Erlstein, die gleich zu Beginn stöckeln und watscheln, eine weitere abwertende Wortwahl bezüglich der beiden folgend. Diese befremdliche Distanz, ohne emotionale Hinweise, dass das Mädchen so gern Eltern hätte wie sie diese vielleicht aus Romanen oder Filmen kennt, fand ich verstörend. Wollen Kinder nicht Eltern, die sie lieben? Das war mir viel zu herzlos und distanziert. Und im Café der Miss Manou, in welches der Kater Nerowitz sie lotst, soll das Mädchen allen Ernstes Erfüllung finden in veralteten Mädchenaufgaben wie Putzen, Aufräumen, Handarbeiten und Bedienen? Das kann nicht der Ernst der Autorin sein. Welches Mädchen soll sich in solch einem Charakter wiederfinden, der suggeriert, Hausarbeit sei das Ziel eines Mädchens? Im weiteren Verlauf des Abenteuers war ich dann genervt, dass zwei magische Wesen sind fortwährend Unfreundlichkeiten an den Kopf werfen mussten in Gwins Gegenwart. Mal kann ja ganz lustig sein, in dem Umfang nicht mehr. Und besonders zu Beginn hing der Spannungsbogen zu sehr durch.
Das was mir gefiel und was mir weniger gefiel halten sich in etwa die Waage. Schwierig zu sagen, wem das Buch gefallen könnte, da es doch ein wenig dauert, bis das Abenteuer so richtig losgeht. Ich würde sagen, das durchhalten lohnt sich, denn mit den Erlebnissen in der Welt der Papierrolle kommt Gwins Abenteuergeist auch zutage.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Deep Cuts von Holly Brickley
Musik ein Lebensgefühl
In diesem Roman geht es um Musik, um die Musik der 1990er und 2000er Jahre, eine Zeit, in der ich selbst permanent Musik gehört habe.
Die Protagonistin Percy spielt weder ein Instrument noch singt sie, aber sie liebt Musik, beschäftigt sich mit ihr, indem sie die Texte und Akkorde zerlegt und durchleuchtet.
Joe schreibt Songs und möchte dazu ein Feedback von Percy, da er schnell merkt, welches Talent in ihr steckt. Ihr Blick auf die Musik, die Bedeutungen und Emotionen, die dahinter stecken in Worte zu fassen, ist beeindruckend. Die Beziehung zwischen Percy und Joe ist von Anfang an kompliziert und basiert auf ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Musik. Neben Percy und Joe lernen wir u.a. noch Zoe, Joes Freundin, kennen, die immer mit dabei ist.
Die Gespräche über die einzelnen Songs sind interessant, teilweise auch ausgesprochen witzig. So habe ich mir bekannte Musik von einer anderen Seite kennengelernt. Percys Begeisterung für Musik wird richtig spürbar und ist ansteckend. Schon während des Lesens habe ich permanent Musik gehört und nehme sie auch nun noch mit anderen Ohren war als zuvor.
Rezensionen von BarbaraM:
Zwischen zwei Leben von Minna Rytisalo
Zwischen Aufbruch und neuen Perspektiven
Die Geschichte von Jenni Mäki hat mich von Anfang an fasziniert. Als ihre Kinder aus dem Haus sind, trennt sie sich von ihrem Mann und gibt ihr bisheriges Rollenverständnis auf. Diese mutige Zäsur markiert den Beginn einer Reise, die ich als Leserin mit großer Spannung und Anteilnahme verfolgt habe.
Ich habe ihre Gedanken so gerne nachvollzogen und wollte unbedingt wissen, wohin dieser Weg sie führen würde.
Besonders gelungen fand ich den Perspektivenwechsel durch die weiblichen Märchenfiguren. Dadurch wurde Jenni Mäki noch einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel beleuchtet – und ich habe mich oft dabei ertappt zu denken: Stimmt, so könnte man es auch sehen! Diese Momente haben die Geschichte für mich noch spannender und vielschichtiger gemacht.
Minna Rytisalo erzählt klar und stimmig, dabei feinfühlig und niemals belehrend. Zwischen zwei Leben ist für mich ein faszinierendes, rundum gelungenes Buch, das lange nachklingt.
Kleine Nebenbemerkung: Die Literaturtipps der Autorin am Ende fand ich superspannend – fast wie ein eigener, kleiner Schatz. Und ich werde garantiert in das ein oder andere Buch hineinlesen.
Rezensionen von Harakiri:
Erebos 3 von Ursula Poznanski
SUPER!!!
Und wieder schlägt das Spiel zu
Und wieder hat Nick keine Chance, sich dem Spiel zu entziehen.
Dieses Mal ist es sogar besonders schwierig, denn Nick weiß nicht, worum es wirklich geht. Das Spiel macht nur vage Andeutungen. Und da geht es um Leben und Tod.
Ich lese die Bücher von Poznanski immer wieder gerne und obwohl Erebos ja eher auf die Zielgruppe der Jugendlichen zugeschnitten ist, begeistert mich die Reihe sehr.
Auch Band 3 habe ich beinahe am Stück durchgesuchtet. Die vielen Rätsel und Andeutungen haben auch mich gepackt und ich habe begeistert mitgerätselt. Auf den Dreh wäre ich aber nie gekommen, wobei im Nachhinein natürlich alles logisch ist. Das Buch beginnt gleich spannend und zieht einen in seinen Bann. Und durch das Verschwinden einer Jugendlichen bekommt alles noch viel mehr Brisanz. Die Kämpfe sind anschaulich erzählt, aber zum Glück nicht überhandnehmend. Die Mischung aus Spielewelt und Realität begeistert mich immer wieder.
Poznanskis Schreibstil ist flüssig und anschaulich, die Charaktere toll ausgearbeitet und auch der Aufbau der Handlung ist super.
Fazit: gerne mehr davon.
Rezensionen von Sternzauber:
Huhu und Momo - Für dich trau ich mich! von Smriti Halls
Der große Mut der kleinen Eule
„Huhu und Momo – Für dich tau ich mich“ ist ein tolles Bilderbuch über den Mut sich für einen Freund einzusetzen und dabei über sich hinaus zu wachsen!
Schon das Cover spricht mich sehr an und zeigt die beiden ProtagnonistInnen der Geschichte: Huhu und Momo sind gemeinsam unterwegs und umrahmt von ganz viel stimmungsvollem Waldflair.
So werden wir LeserInnen gleich in die Welt der Geschichte eingeladen und mich hat die Gestaltung auf jeden Fall neugierig gemacht.
Huhu, die Eule lebt glücklich im Wald und schätzt die Geborgenheit und Sicherheit ihrer Höhle, wo sie jedoch immer alleine ist. Als sie Momo, den Mäuserich kennen lernt, verliert sich diese Einsamkeit, denn jeden Abend verbringen die Beiden nun gemeinsam. Momo würde so gerne gemeinsam mit Huhu die Welt entdecken, doch diese möchte ihre Höhle nach wie vor nicht verlassen. Bis Momo eines Abend nicht kommt und Huhu sich wohl oder übel auf die Suche nach ihrem Freund begibt…
Erzählt wird die Geschichte der beiden Tiere von Smriti Halls in Reimform, was einen ganz besonderen Rhythmus und eine zauberhafte Atmosphäre beim (Vor-)Lesen hervorruft. Ich mag ihre textliche Gestaltung sehr und finde, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist eine Struktur zu schaffen, die beim Lesen einen ganz eigenen Sog erzeugt. Die Wortwahl ist kindgerecht und anregend – es macht einfach Freude die Geschichte vorzulesen und mein Neffe bat am Ende, mit den Worten „Noch mal!“, gleich um eine Wiederholung!
Und auch die Bilder von Lucy Fleming gefallen mir sehr. Realistische und fantastische Elemente gehen in diesen Bildern eine ganz selbstverständliche Symbiose ein und sind detailreich, aber nicht überladen ausgeformt. Ich mag die gut aufeinander abgestimmten Farben, die die Bilder fröhlich bunt, aber nicht aufdringlich oder grell wirken lassen und die Emotionen der Tiere sind an ihrem Ausdruck gut erkennbar.
Bilder und Text bilden zudem eine sehr gelungene Einheit, ergänzen sich prima und setzen die Themen von häuslicher Gemütlichkeit, Angst, Freundschaft, Mut, Selbstbewusstsein und Lebensfreude perfekt in Szene. Sehr interessante und wesentliche Themen werden mit diesem Buch für Kinder ab 4 Jahren ansprechend und zauberhaft aufgearbeitet. Die Kinder können in die spannende Geschichte eintauchen, sich mit der ängstlichen Huhu oder dem abenteuerlustigen Momo identifizieren und erleben, wie wertvoll es ist, Freunde zu haben!
Uns hat das Bilderbuch eine tolle Lesezeit geschenkt und es wird in Zukunft sicherlich häufiger aus dem Regal genommen werden. Von uns gibt es eine absolute Leseempfehlung und wir wünschen euch viel Spaß mit Huhu und Momo im Wald!
Rezensionen von C. P.:
Das Beste sind die Augen von Monika Kim
Provokante Gesellschaftskritik
Dies ist ein recht aussergewöhnlicher Roman, welcher auf der einen Seite Vorurteile und Diskriminierung verdeutlicht, welche leider noch immer in der Gesellschaft vertreten sind. Und zum Anderen reagiert hier eine Frau anders, als es ebendiese Denkweisen über sie erwarten lassen.
Worum geht es hier genau? Die 18-jährige Ji-won lebt zwar im modernen Amerika, dennoch ist sie in einer Familie mit veralteter, traditioneller Rollenverteilung aufgewachsen.
Dies hat deutliche Spuren in ihrem Charakter hinterlassen. Zu dieser anerzogenen Misogynie kommt nun die Objektifizierung als asiatische junge Frau hinzu, welche in den Köpfen einiger weißer Männer vorkommt und sie theoretisch noch kleiner, noch devoter macht. Durch die Verkettung diverser Umstände und das toxische Verhalten einiger Männer in ihrem Umfeld bricht die in ihr aufgestaute Wut darüber sich nach langer Zeit nach und nach Bahn und sie handelt auf eine Art, welche man von dem Bild der lieblichen, zurückhaltenden jungen Frau asiatischer Abstammung niemals erwarten würde. Oder anders gesagt: Niemand würde durch die vielen Vorurteile ihr gegenüber auf die Idee kommen, sie könne blutige Rache an den Männern üben.
Ich empfand es als recht gut beschrieben, wie für andere vielleicht gar nicht sichtbare Vorurteile auf die junge Frau einprasseln und vor allem, wie sie sich dabei fühlt. Auch die familiären Hintergründe finden ihren Weg in den Roman, die Vergangenheit der Eltern und deren Verhaltensweisen, welche für Ji-won und ihre Schwester prägend waren. Emotional schleicht sich von Kapitel zu Kapitel ein Wandel in Ji-won ein, die negativen, teils übergriffigen Erlebnisse ihr gegenüber als Person haben auch mich wütend gemacht. Da war es für mich leicht nachvollziehbar, unter welchem emotionalen Druck sie stehen muss. Wie diese Wut sich als female rage äussert ist einfach das komplette Gegenteil dessen, was ihr jahrelang als Verhaltensweise eingebläut wurde. Und das ist genau das, was den Standardrahmen sprengt, dass übliche Erwartungen an eine junge Frau komplett über den Haufen geworfen werden. Und genau dies macht das Buch so besonders: Es bricht mit den Erwartungen an eine doch bitte anpassungsfähige, liebliche junge Frau.
Rezensionen von Nele33:
Biarritz,3 Audio-CD von Andrea Sawatzki
bewegend
Der autofiktionale Roman Biarritz von Andrea Sawatzki beschäftigt sich mit der komplexen Beziehung von Mutter und Tochter. eingesprochen wurde das Hörbuch von der Autorin selber.
Hanna erzählt von den Besuchstagen bei ihrer Mutter im Pflegeheim. Immer wieder sonntags besucht sie ihre Mutter, die schon mehr in einer eigenen Welt lebt und sie Hanna nicht mehr erkennt.
Nur einmal geht sie dienstags, ein Tag, an dem sie weiß, dass ihre Mutter ist nicht im Heim ist. An diesem Tag trifft sie auf Marianne, eine Freundin der Mutter aus Jugendzeiten und ihre de facto Patentante. Ab da treffen sie sich regelmäßig im Heim und Marianne gewährt Hanna einen ganz neuen Blick auf das Leben ihrer Mutter. Die Autorin wechselt gekonnt zwischen Gegenwart und der Vergangenheit von Hanna und besonders ihrer Mutter Emmi.
Im Rückblick gelingt es Hanna Verhaltensweisen und Reaktionen von Emmi neu einzuordnen.
Für mich war es das erste Buch der Autorin und wurde entgegen meiner Erwartung mehr als positiv überrascht. Das Hörbuch wurde exzellent von ihr eingelesen, ein absoluter Gewinn. Gerade die vielen emotionalen Begebenheiten wurden dadurch super transportiert.
Eine ganz klare Hörempfehlung von mir.
Rezensionen von Gaby 2707:
Aller Taten Anfang von Bettina Reimann
Familie Blume-Kamphusen ermittelt wieder
Bei einem Fahrradausflug entdeckt ein Ehepaar einen Toten, der sich an der Hademstorfer Schleuse windet. Er stellt sich als der Literaturpreisträger Peer-Adam Prentzel heraus, der gerade die Biografie der ehemaligen Autorennfahrerin Anneliese Schlobohm verfasst hat und für dessen neuen Roman sich gleich zwei konkurrierende Verlage interessieren.
Fast zeitgleich wird die Polizei über einen Motorroller auf dem Radweg der Allerbrücke bei Essel informiert. Der gehörte dem ertrunkenen Ghostwriter. Hat er sich wirklich im Suff von der Brücke gestürzt?
Journalistin Flora Kamphusen und ihr Großvater Carsten Blume, Kriminalhauptkommissar a.D., ein enger Freund der Tante des Verstorbenen, schalten sich in die Ermittlungen ein. Und je näher sie der Auflösung kommen, um so gefährlicher wird die Sache vor allem für Flora und Opa Carsten.
Schon die Prologe aus den Jahren 1945 und 2024 lassen eine erste Gänsehaut auf meinen Armen auftreten. Aber alles ist so undurchsichtig, dass ich lange gebraucht habe, um die Zusammenhänge zu durchblicken.
Vor allem auch, weil in diesem Fall so viel los ist: Flora hat erkannt, dass die Großstadt Hamburg doch nichts für sie ist und ist dauerhaft zurück in den Schoß der Familie aufs Land gekehrt. Zwei konkurrierende Verleger haben sich im Gasthaus von Floras Mutter Anna einquartiert und machen Ärger. Flora wird die Biografie der ehemaligen Rennfahrerin zu Ende schreiben und Carsten Blume wandelt auf Freiersfüßen. Wie das dann alles zusammen hängt und was sich daraus ergibt, das müsst ihr beim lesen selbst heraus finden.
Bei der Vielzahl an Mitwirkenden finde ich es sehr gut, dass am Anfang des Buches gleich die handelnden Personen kurz vorgestellt werden.
Sehr gut gefallen hat mir, dass ich hier auch Teile eines Buches im Buch zu lesen bekomme. Da Flora an der Biografie weiter arbeitet, bekomme ich einige Seiten, die Peer-Adam Prentzel verfasst hat, auch zu lesen. Eine sehr interessante Frau, diese Anneliese Schlobohm.
Autorin Bettina Reimann hat es auch mit diesem 4. Fall aus dem Aller-Leine-Tal geschafft, mich sehr schnell in die Geschichte hinein zu ziehen, die mich dann auch bis zum Schluss nicht mehr losgelassen hat. Geschickt legt sie immer wieder falsche Fährten aus, auf die ich mich begebe, bis ich merke, dass sie mir der Auflösung des Falles nicht näher bringen. Sie verknüpft ganz langsam die einzelnen Erzählstränge, bis sie endlich ein großes Ganzes ergeben und mich zufrieden mit der Auflösung zurücklassen.
Es ist eine Geschichte, die bei mir die verschiedensten Emotionen geweckt hat. Sie ist nicht nur spannend und hat mich ab der ersten Seite gefesselt. Gerade die Geschichte der ehemaligen Rennfahrerin hat mir, genau wie Flora, einige Tränen in die Augen getrieben. Kleine Romanzen, die sich anbahnen, geben der Geschichte wieder etwas Leichtigkeit und ich habe das Buch mit einem Lächeln im Gesicht geschlossen.
Ein Niedersachsenkrimi, der alles beinhaltet, was ich von einem lesenswerten Krimi erwarte und der mich sehr gut unterhalten hat. Ich habe mich bei den Blume-Kampusens, die der Polizei immer einen kleinen Schritt voraus sind, wieder richtig wohl gefühlt. Und wenn sich für Flora und Opa Carsten der nächste Fall auftut, bin ich sicher wieder mit dabei.
Rezensionen von Liselottchen:
Der Duft der Sumpfzypressen von Melanie Thiele
Eine beginnende Liebe in Louisiana
May lebt in Louisiana und arbeitet für ihren Vater als Tourguide. Täglich fährt sie mit dem Boot ins Bayou und bringt Touristen die wilde Landschaft rund um New Orleans nahe. Als ihr Vater sie für den Sommer beauftragt, mit dem Wissenschaftler Cody zu arbeiten, ihn an die besten Plätze zu bringen und Bodenproben zu nehmen, ist sie zunächst nicht begeistert.
Doch bald kommt sie dem athletischen Mann näher und vertraut ihm an, wie sehr sie sich wünscht, dass die Landschaft geschützt. Denn die Sumpflandschaft Louisiana versinkt langsam im Meer. Cody scheint ihr helfen zu wollen, doch meint er es ehrlich?
Der Roman besticht durch das besondere Flair der wunderbaren Landschaft, die man sofort vor Augen hat. Maybelles Familie wuchs mir sofort ans Herz, ich war sofort mittendrin im Geschehen. Wer würde sich nicht so eine erfrischend herzlich offene Großfamilie wünschen, in der einer für den anderen einsteht.
May war mir sofort sympathisch. Die Autorin hat hier eine handfeste Protagonistin geschaffen, nicht zimperlich und die sich für das einsetzt, von dem sie überzeugt ist. Auch Cody gefiel mir gut, der verschrobene wortkarge Wissenschaftler, der sich zuerst nur für seine Arbeit und nicht für sonstige Probleme interessiert.
Während mich das Flair, die Familie und der Einblick in Bräuche, Rituale und Festivitäten der Cajun begeistert hat, fand ich die Entwicklung zwischen Cody und May ein wenig konstruiert. Mir war nicht ganz klar, was Cody eigentlich tut und was seine Forschung für einen Sinn macht, zumindest war die Erklärung für mich schwammig. (Wir sind hier, um zu lernen, nicht um etwas zu verändern). Cody Vater war mir zu klischeehaft böse, dafür war der Showdown rund um den Sturm und Mays Ex-Freund wieder spannend.
Mein Fazit: Ein netter Unterhaltungsroman, mit einigen spicy Szenen in einem wundervollen Ambiente.
Rezensionen von Liselottchen:
All the Things I Love about You von Amelia Cadan
Gefühlvoll geschriebener Liebesroman mit tiefgehendem Thema
Die angehende Medizinerin Dawn kann das Leid ihrer Tante Juliana nicht länger ansehen und hilft ihr beim assistierten Suizid. Die Folgen für sie sind katastrophal: Sie wird kurz vor dem Abschluss von der Universität geworfen, zudem darf sie in keinem anderen Staat ihr Studium zu Ende führen. Ihr Traum vom Beruf als Ärztin ist somit geplatzt, auch sonst bekommt sie keine Chance auf einen Job.
Daher ist sie überglücklich, dass sie der Kickbox-Star Landen als Assistentin einstellt. Von Anfang an fühlen die beiden sich zueinander hingezogen, doch ist es eine gute Idee, sich mit dem Chef einzulassen?
Es ist mein erstes Buch der Autorin und der leicht zu lesende bildhafte Schreibstil ließ mich sofort in die Geschichte eintauchen. Es ist in der Ich-Form abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren geschrieben. Beim ersten Drittel dachte ich, eine nette Wohlfühlgeschichte, angenehmer Schreibstil, aber nichts Neues. Das änderte sich jedoch schlagartig, als ein Unfall passiert, der alles auf den Kopf stellt. Ab hier wird es emotional und die Story geht in eine komplett andere Richtung, die mir sehr gut gefiel. Die Ängste und Sorgen der Protas werden gut dargestellt, auch die Nebenfiguren fügen sich toll in die Geschichte ein. Dawns Eltern sind Schatten im Hintergrund, deren Verhalten ich nicht nachvollziehen kann, da hätte ich mir mal eine direkte Konfrontation gewünscht. Auch der Umgang mit dem behinderten Sohn (Dawns Bruder) ist eigenartig, weil sie Dawn ständig das Zusammensein mit ihm verbieten wollen.
Das Ende ich durchaus befriedigend, lässt aber einige Fragen offen. Vielleicht gibt es Erklärungen im zweiten Band.
Unter dem Strich: ein tiefgehender Liebesroman, der nachdenklich stimmt und den ich sehr gern weiterempfehle.











