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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von askyfullofpages:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104,2 Audio-CD, 2 MP3 von Susanne Abel

Wie gut tut einem manchmal eine Hand, die einen festhält

Ich fand dieses Hörbuch unglaublich stark. Es war emotional, berührend und hatte eine wirklich tolle Tiefe. Die Geschichte hat mich teilweise sprachlos gemacht, aber sie ist von Anfang bis Ende einfach nur gut.
Die authentische Ehrlichkeit, mit der schwierige Themen erzählt werden, hat mich sehr beeindruckt.

Nichts wirkt aufgesetzt oder überdramatisiert. Gerade die Darstellung von Trauma und dessen Auswirkungen hat mich persönlich sehr berührt. Als Überlebende von Gewalt hatte ich beim Hören immer wieder das Gefühl, dass die Gefühle und Reaktionen sehr stimmig beschrieben werden. Vieles hat sich für mich erschreckend vertraut angefühlt.
Das Hörbuch zeigt eindrücklich, wie wichtig echtes Verständnis, Mitgefühl und Menschlichkeit sind und wie sehr sie das Leben eines Menschen beeinflussen können.
Die Sprecherin, Vera Teltz, möchte ich besonders hervorheben, weil sie das Hörbuch grandios eingesprochen und die Emotionen und die Stimmung perfekt transportiert hat. Für mich hätte es keine passendere Sprecherin geben können.
Dieses Hörbuch hat mich zutiefst berührt und innerlich noch lange beschäftigt. Für mich war es ein ganz besonderes Hörerlebnis, das ich von Herzen empfehlen kann. Ich möchte aber unbedingt auf die Triggerwarnung hinweisen. Dieses Hörbuch behandelt sehr schwere und belastende Themen, die nicht leicht auszuhalten sind.

Vielen Dank an Hörbuch Hamburg und NetGalley Deutschland für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst und ist wie immer ehrlich und unabhängig.

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Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104,2 Audio-CD, 2 MP3

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Sunshine Man von Emma Stonex

Mitreißend, abgründig, schmerzlich

Wow, dieses Buch hat mich echt völlig fertig gemacht. Ich hatte nicht mit derartig viel Ab- unf Tiefgründigkeit gerechnet und die Geschichte hat mich mit all ihrer Tragik völlig kalt erwischt. Aber ein besonderes Leseerlebnis, das nachhallt.

Ich finde schon, dass meine Erwartungshaltung nach den ersten Seiten in eine völlig andere Richtung ging, als sich der Plot entwickelt hat.

Dadurch fand ich die Geschichte recht unvorhersehbar. Aber der Plot war durchweg logisch aufgebaut, emotional geladen und sehr nervenaufreibend.

Nicht nur durch die Perspektivwechsel, sondern auch die Rückblenden in die Vergangenheit bekommt die Geschichte eine tolle Tiefe und beleuchtet die moralischen Grauzonen, die sich hinter den Entscheidungen der Figuren verbergen. Es gibt hier kein klassisches Schwarz und Weiß und genau das hat mich eigentlich auch so fertig gemacht. Ich wollte auf Birdies Seite sein, bins auch. Aber gleichzeitig habe ich auch mit James mitgefiebert.

Ich fand die Themen Schuld und Gerechtigkeit hier sehr spannende aufgegriffen. Beide Protagonisten sind auf ihre jeweilige Art Getriebene; Gefangene eines Schicksals, dass sie auf brutalste Art miteinander verbunden hat. Besonders eindrücklich fand ich James Tagebucheinträge und Briefe an seine Tochter.

Ich hab dieses Buch wirklich verschlungen und fand auch das Ende geradezu genial aufgelöst.

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Sunshine Man

Rezensionen von Palme123:

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The New Love Times, Band 1 - Written into my Heart von Saskia Louis

Eine Wohlfühlgeschichte mit Herz

„Written into my Heart“ hat mich von der ersten Seite an begeistert. Saskia Louis verbindet Humor, Romantik und Emotionen zu einer Geschichte, die sich leicht lesen lässt und trotzdem lange im Gedächtnis bleibt. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen und es war für mich ein wahrer Überraschungshit.

Stella schreibt Horoskope für eine Lokalzeitung und glaubt, ihr Leben ganz gut im Griff zu haben. Doch als ihr Freund Bryan plötzlich eine Beziehungspause möchte und sie herausfindet, dass ausgerechnet die Ratschläge der anonymen Liebeskolumne ihres Kollegen Rowan dahinterstecken, nimmt das Chaos seinen Lauf. Während Stella versucht, Bryan zurückzugewinnen, merkt sie immer mehr, dass ihr Herz längst in eine andere Richtung zeigt.

Stella war mir als Protagonistin sofort sympathisch. Sie ist authentisch, liebenswert und manchmal herrlich chaotisch. Rowan wirkt anfangs eher verschlossen und grummelig, entwickelt sich aber zu einem absoluten Bookboyfriend. Gerade das Zusammenspiel der beiden hat mir unglaublich gut gefallen – die Dialoge sind schlagfertig, die Gefühle wirken authentisch und das Knistern ist von Anfang an spürbar.
Auch der Schreibstil von Saskia Louis hat mich hier überzeugt. Locker, humorvoll und emotional – genau die Mischung, die ich an ihren Büchern so mag. Für mich ist „Written into my Heart“ ein echtes Herzensbuch bzw. Highlight, das mich zum Lachen, Mitfiebern und Schwärmen gebracht hat. Von mir deswegen eine ganz dringende Empfehlung.

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The New Love Times, Band 1 - Written into my Heart

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Ferne Heimat Altmontal von Michael Riepl

Eine Leseempfehlung

„Ist je irgendwer zurückgekehrt - nach Altmontal?“

Diese Frage stellt sich Autor Michael Riepl als er die Aufzeichnungen seiner Großmutter Hedwig Krämer in die Hände bekommt. An Hand der Aufzeichnungen seiner Großmutter, die sie im Alter von 75 Jahren für ihre Nachkommen aufgezeichnet hat, dürfen Michael Riepl bei seiner Spurensuche begleiten.

Was für uns Leser eine fesselnde Geschichte ist, ist für den Autor eine Spurensuche, die in über mehrere Jahre und Reisen von Deutschland nach Armenien und in die Ukraine führt.

Michael Riepl erzählt in seinem Buch die außergewöhnliche Lebensgeschichte seiner Großmutter Hedwig Krämer, die 1919 im deutschen Dorf Altmontal in der Schwarzmeerregion geboren wurde. Die ursprünglich deutsche Familie gehört zu jenen, die einst, um die entvölkerten Landstriche wieder zu beleben, angesiedelt worden sind.

Ausgehend von Hedwigs Memoir zeichnet der Autor ein bewegendes Bild einer Kindheit, die zunächst von Gemeinschaft und Geborgenheit geprägt war, später jedoch durch den, von Stalin absichtlich herbeigeführten Hungertod, politische Verfolgung und den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während der Autor die Aufzeichnungen seiner Großmutter auswertet, reist er selbst in die Ukraine, um dort humanitäre Hilfe zu leisten.

Seine Erlebnisse und jene der Großmutter werden abwechselnd erzählt. Immer wieder ergeben sich fesselnde Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Durch seinen einfühlsamen Schreibstil kommen wir dem Schicksal Hedwigs und ihrer Familie sehr nahe. Die Schilderungen von Hungersnot, Verlust und Flucht sind eindringlich und doch sachlich.

Heute ist die alte Heimat Altmontal ferner denn je. Die eingangs gestellte Frage nach einer Rückkehr in das Dorf seiner Großmutter beantwortet sich der Autor im August 2025 selbst:

„Altmontal liegt heute direkt an der Front. Russische Pioniere haben es eingezäunt mit tausenden Drachenzähnen und Panzerigeln, haben unzählige Meter an Stacheldraht ausgerollt und Minenfelder entlang der Straße des Friedens gelegt. Neben den gähnenden Kratern, die die Artilleriegeschosse gerissen haben, müssen die vielen Schlaglöcher heute winzig wirken. Ob Wira, die schöne alte Frau, noch in Altmontal wohnt? Ob sie nun den russischen Soldaten die Geschichte erzählt, wie sich die Wehrmachtssoldaten bei ihr einquartiert haben?“

Das Buch vermittelt nicht nur ein interessantes Stück Familiengeschichte, sondern auch wichtige historische Einblicke in das Leben der Schwarzmeerdeutschen, die bislang nicht so sehr im allgemeinen Gedächtnis präsent sind. Zudem ruft das Buch die Auswirkungen von Krieg und mehrmaliger Vertreibung in der Ukraine wieder in das Gedächtnis. Gleichzeitig beeindruckt die Lebensgeschichte Hedwig Krämers durch ihren Mut, ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit, trotz schwerster Schicksalsschläge Hoffnung zu bewahren.

Der Kreis schließt sich. Michael Riepl heißt mit seinem zweiten Vornamen nach Hedwigs verschollenen Bruder Kurt. Sein kleiner eigener Sohn hat seinen Namen Johann als Hommage an Hedwigs Vater erhalten.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser interessanten Familiengeschichte, die uns das eher unbekannte Schicksal der sogenannten Schwarzmeerdeutschen in Erinnerung ruft, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Ferne Heimat Altmontal

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Insel der Ratten von Jo Nesbø

Gesellschaft am Abgrund

Bei Jo Nesbo weiß man nie was man kriegt aber seine Standalones lese ich eigentlich immer richtig gerne und dieses hier hat mich auch thematisch total abgeholt. Für mich eines der besten Bücher des Autors- schockierend, aber grandios geplottet mit gestochen scharfer Pointe.

Die Nacht des Angriffs auf Wills Familie war absolut erschreckend und ein echter Knackpunkt innerhalb der Handlung.

Von hier geht eigentlich alles weitere aus und hätte es diesen Schlüsselmoment nicht gegeben, wäre auch der Rest der Handlung hinfällig. Ich fands stark wie mit wenig Worten und ohne explizite Schilderungen trotzdem das ganze Ausmaß des Grauens klar wurde.

Will ist ein absolut beeindruckender Protagonist. ich fand es bemerkenswert, wie unerschütterlich Wills Glaube an das Rechtssystem ist und mit welcher Rationalität er weiterhin seinem ehemaligen Geschäftspartner und Freund Colin begegnet und versucht zu einer gerechten Lösung zu gelangen in dem Wissen, dass es diese nie geben kann.

Die vielfältigen Perspektiven haben mir gefallen, auch wenn Wills eigentlich die einzige war, bei der ich wirklich mitgefiebert habe.
Das Ende war ein absoluter Paukenschlag. Grandios gelöst.

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Insel der Ratten

Rezensionen von Bücherfreundin:

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Alleinruhelage von Eva Menasse

Großartige Erzählkunst

In ihrem neuen Roman "Alleinruhelage" beschreibt die Wiener Schriftstellerin Eva Menasse den Abschied einer Frau von ihrem in den Wäldern Brandenburgs an einem See gelegenen Wochenendhaus. Das Haus hat viel gesehen, die Ehe der namenlosen Ich-Erzählerin und das Aufwachsen der Kinder miterlebt und ist später Zeuge des Scheiterns der Ehe und diverser Neuanfänge geworden.

Die Protagonistin hat bereits vor über 10 Jahren dreimal versucht, es zu verkaufen, und dreimal hat sie den Verkauf wieder gestoppt. Doch nun ist es so weit: Das Haus wird verkauft. Während sie die letzten Dinge aus dem Haus räumt, erinnert sie sich an das Familienleben mit den drei Kindern, an vergangene Lieben und Kümmernisse. 

Die Geschichte ist in intelligenter Sprache mit viel Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Es hat mir viel Lesefreude bereitet, den Gedankensprüngen der Ich-Erzählerin zu folgen. Das Haus war in früheren Zeiten eine Waldschänke, ehe die Protagonistin und ihr Mann es nach der Wende kauften und fortan zwischen Berlin und Vogelsang pendelten. In unzähligen Arbeitsstunden und mit Hilfe eines Nachbarn entstand ein Zuhause, in dem sich die Familie wohlfühlte. Das Haus war nicht nur das Wochenendhaus der Familie, sondern auch immer wieder ein Rückzugsort für die Protagonistin oder ihren Ehemann. Einmal im Jahr wurde dort mit Freunden so fröhlich gefeiert, dass sich die Bewohner der benachbarten Datschen beschwerten.

Ich habe die Geschichte, in der es neben dem Abschiednehmen auch um Probleme mit der Tochter, den Besuch bei einem Hellseher, um Heimat, Fremdheit und Ablehnung geht, sehr gern gelesen. Auch die besondere Erzählweise - die Protagonistin spricht ihr Haus ganz direkt an - hat mir gut gefallen. Eva Menasses feiner Humor durchzieht den ganzen Roman, die Schilderung der Renovierungsarbeiten durch die beiden polnischen Helfer Alla und Bolek fand ich besonders amüsant. Ich mochte aber auch die ernsteren Töne des Buches: die Gesellschaftskritik, die Ausführungen über die deutsch-deutsche Geschichte und die Beschreibung, wie es ist, als Österreicherin in Ostdeutschland zu leben.

Absolute Leseempfehlung für diesen unterhaltsamen Roman!

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Alleinruhelage

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Der Totengräber und der Orden des Teufels von Oliver Pötzsch

Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

In seinem 5. Fall für Inspektor Leo von Herzfeldt entführt uns Oliver Pötzsch in das Wien von 1896, in dem sich zahlreiche Verschwörungstheoriker zu okkulten Treffen verabreden. Allerdings bleibt es nicht immer beim lautstarken Geschwafel, sondern so manche Gruppe lässt den Theorien auch Taten folgen.

So wird Leo von Herzfeldt, der aktuell mit seiner Verlobten Julia, beim Begräbnis seines Vaters in Graz weilt, zurück nach Wien beordert. Der Sohn einer adeligen Familie steht unter Verdacht, bei einer gruseligen Séance, eine junge Frau getötet zu haben.

Dass er nun unverzüglich nach Wien reisen muss, um die Ermittlungen aufzunehmen, kommt ihm sogar gelegen, verlangt doch sein Bruder von ihm, die Verlobung mit Julia aufzulösen, ansonsten würde er enterbt. Das Verbrechen, das er nun aufklären soll, betrifft gleich zwei adelige Familien, nämlich jene des weiblichen Opfers und jene des augenscheinlichen Täters, die ihrerseits Verbindungen in höchste Kreise haben, sodass Moritz Stukart, Herzfeldts Vorgesetzter von mehreren Seite bedrängt wird, die Ermittlungen in die jeweils gewünschte Richtung zu lenken. Der mutmaßliche Täter kann nichts dazu sagen, denn er befindet sich in einer Art katatonischen Starre, weshalb man ihn in eine private Anstalt eingewiesen hat.

Neben den Juden geraten auch die verbotenen Freimaurer ins Visier der Ermittler, denn der Leichnam der Frau ist mit obskuren Zeichen versehen, die man den Freimaurern zuordnet.

Herzfeldt ist für den komplexen Kriminalfall fast dankbar, lenkt er ihn doch von seinen privaten Problemen ab, verschweigt er doch seiner Julia bislang das Ultimatum seines Bruders.

Julia, nunmehr Journalistin, soll ein Porträt des noch jungen und unbekannten Sigmund Freud schreiben und überredet ihn, sich des vermeintlichen Mörders anzunehmen. Die angewendete Hypnose gerät zu einem Desaster.

Zwischen all den Intrigen, die gegen Stukart und Herzfeldt geschmiedet werden und eine Abberufung beider zur Folge haben, echauffiert sich Totengräber Augustin Rothmayer über das geschändete Grab von Beethoven.

Beinahe gleichzeitig erschüttert ein Anschlag auf Vize-Bürgermeister Karl Lueger, einem eingefleischten Antisemiten, der auch im Jahre 2026 wegen seines Denkmals am Lueger-Platz noch von sich reden macht, die Stadt. Lueger ist mit seinem Antisemitismus nicht allein, denn gegen Juden wird schon seit Jahrhunderten gehetzt. Dieses Attentat wird den diversen Anarchisten, die im Vielvölkerreich ihr Unwesen treiben, zugeschrieben, die, was noch verborgen bleibt, einen weitaus größeren Anschlag planen.

Meine Meinung:

Auch in diesem 5. historischen Krimi rund um Leopold von Herzfeldt, seine Verlobte Julia und Augustin Rothmayer spielt vor dem Hintergrund einer Stadt im Umbruch. Auf der einen Seite Adel und wohlhabendes Bürgertum und auf der anderen Abertausende von Arbeiterinnen und Arbeiter, die unter unvorstellbaren Umständen ihr Leben fristen, um, zum Beispiel für die Prachtbauten an der Ringstraße in den Ziegelwerken zum Hungerlohn schuften. Oliver Pötzsch schafft es durch seinen eindringlichen Schreibstil und seiner akribischen Recherche, diese Zeit des Widerspruchs und Aufbruchs lebendig und authentisch auferstehen zu lassen.

Als Wienerin sind mir die Schauplätze und die historischen Persönlichkeiten wie eben Lueger (1844-1910) oder Freud (1856-1939) recht gut bekannt. Gut gefallen hat mir auch, dass der junge, noch unbekannte Sigmund Freud eine Rolle spielen darf. Kurz vor diesem historischen Krimi habe ich eine Biografie von Frank Tallis über Sigmund Freud gelesen, in der dessen Behandlungsmethoden aus den Tagebüchern bzw. den Patientenakten geschildert werden.

Der Anschlag auf Lueger, der eine Ähnlichkeit mit jenem auf Trump aufweist, wird sofort jener Gruppe untergeschoben, die die Masse der Bevölkerung ohnehin alles zutraut: Juden und Freimaurern. Im Hintergrund ziehen jedoch ganz andere die Fäden, um die Monarchie zu erschüttern. Geschickt flicht Oliver Pötzsch die Macht der Zeitungen ein, deren unterschiedliche Ausrichtung, die politische Meinung der Eigentümer vertritt. Krawallblätter, die mit ihren reißerischen Schlagzeilen die Menschen manipulieren, sind keine Erfindung der Neuzeit.

Ich freue mich schon auf Band Nr. 6 zumal der Cliffhanger, die eine oder andere Überraschung prophezeit.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem vielschichtigen historischen Krimi, der allen Beteiligten einiges abfordert, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Der Totengräber und der Orden des Teufels

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Sommerhaus von Rachel Joyce

Auf Anfang

Habe ich dieses Buch hauptsächlich angefangen, weil Bonnie Garmus es empfiehlt? vielleicht. Bin ich aber drangeblieben, weil es eine schräge, beinahe voyeuristische Sogwirkung entfaltet? Absolut. Spannende Story zwischen Familienroman, Drama und Thrill.

Die zwischenmenschlichen Konflikte zwischen den Geschwistern selbst, aber auch zwischen ihnen und dem exzentrischen, hedonistischen Vic sind absolut herrlich herausgearbeitet.

Die Geschwister scheitern alle auf ihre Weise kläglich an der Realität des Erwachsen Werdens zwischen Erwartungshaltung und Gesellschaftsdruck im Schatten des berühmten Vaters.

Die Erzählung ist sehr dicht, es passiert wahnsinnig viel gleichzeitig und doch gar nicht mal so viel auf Handlungsebene, sondern eher zwischenmenschlich. Ich fand die feinen Risse, die immer größer wurden und eine Schlucht auftaten absolut fesselnd. Die Erzählung ist sehr atmosphärisch angelegt, Zwistigkeiten gefühlt mit Händen greifbar und die Charaktere mit ihren Eigenheiten und Gedanken sehr differenziert herausgearbeitet.

Der letzte Part, das Ende, hat mir besonders gut gefallen. Wie alle ihre ganz eigenen Wege einschlagen, sich loslösen von dem, worüber sie sich definierten und neu beginnen. Tatsächlich mochte ich dieses leicht verklärte Ende, das fast schon zu versöhnlich wirkt und trotzdem war es wie ein Aufatmen, das dringend nötig war.

Starker Roman, hat mir richtig gut gefallen

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Sommerhaus

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Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Maja & Natascha von Elyse Durham

Eine kalte Welt

Russisches Ballett ist eine Kunst für sich, die nicht nur Prestige, sondern auch Härte ausstrahlt. Und genauso ist diese Geschichte. Es ist eine Familiengeschichte, eine Geschichte von Schwesternschaft und Rivalität, von Flucht und Fügung. Hier werden starke Bilder geschaffen, die den Leser in die ungewisse Welt des Russischen Balletts entführen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, war bildhaft, aber emotional aufgeladen. Und dadurch, dass beide Schwestern zu Wort kommen, werden Kränkungen, Unsicherheiten, Schmerz und Liebe immer von beiden Seiten beleuchtet, was die Geschichte sehr plastisch macht.

Die sozialen und weltpolitischen Umstände, die das Leben der beiden jungen Frauen maßgeblich beeinflussen werden beleuchtet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Hatte erst Angst es könnte trocken werden, aber die Geschichte ist durchweg sehr kurzweilig angelegt.

Manchmal ging es mir sogar fast zu schnell und ich hätte mir etwas mehr Tiefe für die Hintergrundgeschichte gewünscht, Beweggründe werden oft eher nur kurz und oberflächlich beleuchtet, wodurch alle Charaktere außer den Schwestern eher blass blieben.

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Maja & Natascha

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Eine zu viel von Samantha Hayes

Ein Haus voller Lügen und Geheimnisse

Samantha Hayes schreibt einfach richtig coole, vielschichtige Thriller, die meist auch eine starke psychologische Komponente haben. Das gefällt mir immer richtig gut und war auch wieder hier der Grund, warum ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen wollte. Die Geschichte ist spannend geplottet, findet in sehr komprimierten Rahmen statt, was Reibungen zwischen den Charakteren quasi vorprogrammiert und mit all den Geheimnissen, die die Charaktere jeder für sich oder gemeinsam verbergen, entsteht eine tolle, angespannte Stimmung.

Vor allem am Anfang baut sich die Atmosphäre darauf auf, dass innerhalb der Familie viel ungesagt bleibt und einige ein paar echt suspekte Geheimnisse im Gepäck haben. Die gesamte Familiendynamik wirkt nicht unbedingt harmonisch und da der Prolog den Fund einer Leiche bereits andeutet, stand ich schon zu Beginn den Figuren eher misstrauisch gegenüber. So richtig sympathisch fand ich eigentlich auch keinen von ihnen, was ich in diesem Kontext aber passend finde.

Die Rückblenden in die Ehe von Ray und Connie fand ich stark gewählt, um den Rahmen der Handlung zu stecken. Ray hat mich richtig aggressiv gemacht, wie kann man nur so ein derartiger Hinterwäldler sein? Wie er mit Connie umgesprungen ist, hat mich richtig wütend gemacht.
Muss aber sagen, dass ich es durchaus stark fand, wie die Konflikte hier angelegt und platziert wurden. Es gibt eigentlich durchgehend neue Enthüllungen, wodurch die Geschichte durchaus einen Nerv trifft und spannend zu verfolgen ist. Insgesamt ist es eher ein unterschwelliges Brodeln als offen ausgetragene Streitigkeiten, aber man merkt als Leser einfach, dass die Geschichte nur in einer Katastrophe enden kann.

Ich fand das Buch wirklich packend und habs gern gelesen. Hat mir wieder richtig gut gefallen.

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Eine zu viel