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Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Silberküste von Alexander Oetker

Winter im Aquitaine

In seinem 11. Fall für Luc Verlain und sein Team entführt uns Alexander Oetker in das tief verschneite Aquitaine. Es ist wenige Tage vor Weihnachten als ein Spaziergänger bei seinem Rundgang mit dem Hund die Leiche der beliebten Gemeindekrankenschwester findet. Bei oberflächlicher Betrachtung der Toten sieht es so aus, als handle es sich um einen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht, wenn, wenn da nicht die Würgemale am Hals der Toten wären.

Recht schnell stoßen Luc und seine Kollegin Rose Schillinger nicht nur auf den gewalttätigen Ex-Ehemann sondern auch auf eine ungewöhnlich hohe Todesrate bei älteren Menschen, die augenscheinlich keine Verwandten mehr haben. Es scheint, als hätte das Opfer eine Entdeckung gemacht, die weite Kreise zieht. Als sich ein schwerwiegender Verdacht gegen mehrere honorige Personen erhärtet, greift Luc Verlain zu einer nicht ganz ungefährliche Maßnahme.

Während sie sich in diesen neuen Fall hineinknieen, muss sich Yacine, der im letzte Fall („Strandgut“) einen Verdächtigen erschossen hat, vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung wegen ungerechtfertigten Schusswaffengebrauchs, droht ihm die Entlassung aus dem Polizeidienst und Gefängnis. Auch Luc, als Vorgesetzter und Augenzeuge, muss aussagen. Wie wird das Urteil ausfallen?

Meine Meinung:

Wie in den Vorgängern präsentiert uns Alexander Oetker Land und Leute des Aquitaine, diesmal aber tief verschneit, ohne Horden von Touristen, sondern zurückgeworfen auf sich selbst. So muss ein Hotel extra für Verlain und Schillinger die Winterruhe unterbrechen und der hektische Betrieb ist einer glitzernden Schneelandschaft gewichen. Natürlich dürfen, neben den durchaus unkonventionellen Ermittlungen, man will ja das kommende Weihnachtsfest in Ruhe feiern, ein paar Minuten des Innehaltens, um das silberfarben glänzende Meer zu betrachten, nicht fehlen.

Alexander Oetker spricht ein ernstes Thema an, das komplex und nicht nur in Frankreich zu finden ist: Die Landflucht und Überalterung der Gesellschaft sowie das Fehlen von Infrastruktur wie Geschäfte und medizinischer Versorgung. Zudem spricht der Autor die gesellschaftliche Veränderung an, die Polizisten immer wieder zu Feindbildern deklariert, wie Medien, die über ausufernde Polizeigewalt schreiben, ohne nähere Hintergründe des Einsatzes zu kennen.

Spannende Szenen wechseln sich mit Einblicken in das persönliche Leben der Protagonisten ab. Der Krimi liest flüssig und stimmig, auch wenn die aktuell herrschenden Temperaturen von jenseits der 30 Grad keine winterliche Stimmung aufkommen hat lassen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, der uns in das winterliche Aquitaine entführt, 5 Sterne.

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Silberküste

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Des Winters helle Tage von Günter Neuwirth

Günter Neuwirth einmal anders

Günter Neuwirth, dessen Krimi-Reihen rund um Bruno Zabini (Triest), Christina Keyserling (Steyr bzw. Steiermark) oder Wolfgang Hoffmann (Wien) ich mit großer Begeisterung verfolge, hat mit „Des Winters helle Tage“ eine neue Richtung in seinem Dasein als Schriftsteller eingeschlagen. Nicht allen Fans wird das gefallen.

Ich persönlich bin ziemlich überrascht, welche Ideen in Neuwirths Kopf stecken.

Worum geht’s also in diesem Roman?

Dieser Roman beginnt mit einem Prolog, in dem Carl Schreiner, Salzburger Salzburger Philosoph und Autor zahlreiche Bestseller just während einer Live-Übertragung von der Leipziger Buchmesse einen Herzinfarkt erleidet, den er gerade noch überlebt. Nach Wochen in der Intensivstation und der Rekonvaleszent scheint sein Wesen völlig verändert. Plötzlich sind ihm Ruhm, Anerkennung und Anzahl der verkauften Bücher nicht mehr wichtig.

Carls britische Frau Ashton, selbst als Übersetzerin renommiert, sorgt sich begreiflicherweise und rät ihm, ein paar Tage auf dem unbewohnten Bergbauernhof seiner Großeltern in Tamsweg auszuspannen. Obwohl sie bei ihrem Vorschlag mit Widerstand rechnet, ist Carl Feuer und Flamme, reist ab und beginnt den Bauernhof zu renovieren, lebt asketisch im Einklang mit der Natur, betrachtet sein Leben und die aktuelle Weltlage. Er schreibt seine Gedanken nieder, die ihn in die Vergangenheit und eine dystopische Zukunft abgleiten lassen.

Dann taucht eine ehrgeizige Person aus seiner Vergangenheit in Tamsweg auf, die ihr eigenes Süppchen kocht.

»Dieser Text soll niemals veröffentlicht werden. Ich will das wirklich nicht. Veronika, ich denke, du hast dir einen ganzen Nachmittag über ausführlich ein Bild von meiner neuen Lebensweise machen können. Ich will nicht mehr ins grelle Licht der Scheinwerfer treten müssen, ich habe diesen Ehrgeiz zum Glück hinter mir, ich werde die mir noch verbleibenden Jahre hier in der Stille der Berge verbringen. Ich bringe mich hier in Sicherheit vor einer wahnsinnig gewordenen Welt. Kannst du das verstehen?«

Der Roman endet mit einem Epilog, aus dem hervorgeht - nein, das verrate ich jetzt nicht.

Meine Meinung:

Dieses Buch von Günter Neuwirth ist so anders als seine Krimis und, wenn man sich darauf einlässt, sehr gut gelungen. Ich persönlich mag ja philosophische Betrachtungen und dystopische Gedanken nicht gar so gerne, trotzdem hat mir das Buch gefallen. In der Einsamkeit der Bergwelt lassen sich Imaginationen sehr gut darstellen, was durch das Auftreten von Carls Großvater Ignaz, der seit vielen Jahren tot ist, sehr gut gelungen ist.

Fazit:

Wie schon oben erwähnt, ein Roman auf den man sich einlassen muss. Gerne gebe ich diesem ungewöhnlichen Buch aus Günter Neuwirths Feder 4 Sterne.

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Des Winters helle Tage

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Tatort Hafen - Der Tote von Lagerhaus F von Kästner & Kästner

Fesselnd bis zur letzten Seite

Ganz Hamburg feiert mit abertausenden Touristen und prächtigen Shows, dem Barkassen-Ballett sowie der legendären Schiffsparade den mehrtägigen Hafengeburtstag. Da hat eigentlich niemand Zeit für einen schnöden Mordfall. Doch als unweit des Festgeländes, am alten Moldauhafen, in einem geparkten Oldtimer eine Leiche gefunden, müssen Tom Bedixen von der Wasserschutzpolizei und Jonna Jacobi vom LKA ausrücken, um zu ermitteln.

Die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass der Tote der Privatermittler Rainer Francke ist, der im bislang ungeklärten Mord an Vanessa Berger arbeitet. Brisant ist auch, dass erstens der Oldtimer einem Mitglied der Hamburger Reederfamilie Blankenhagen gehört und zweitens in dem Auto winzige Blutspuren von Vanessa Berger zu finden sind.

Die Indizien zu den beiden Todesfällen deuten auf das Umfeld der Blankenhagen hin, was die obere Polizeihierarchie dazu veranlasst, den Ermittlern einen Maulkorb zu verpassen und größtmögliche Schonung der Reederfamilie zu befehlen.

Wer die Vorgänger kennt, ahnt schon, dass sich weder Tom Bendixen noch Jonna Jacobi davon abhalten lassen, penibel zu ermitteln. Zumal es den Anschein hat, dass die Kollegen bei den Ermittlungen im Mordfall Vanessa nicht ganz so gründlich vorgegangen sind, aus welchen Gründen auch immer.

Meine Meinung:

Angélique und Andreas Käster ist wieder ein spannender Einblick in die Tätigkeit der Wasserschutzpolizei gelungen. Vor allem vor dem Hintergrund des Hafengeburtstages, bei dem die Nerven aller Ordnungskräfte bis zum Zerreißen gespannt ist. Man weiß ja nie, auf welche dämliche Ideen Besucher kommen könnten. Das eine oder andere wird auch erwähnt. Sehr interessant ist der Funkverkehr zwischen den Polizisten der WSP zu lesen, die immer wieder Privatgespräche aus ihren dienstlichen Funkfrequenzen vertreiben müssen. Daneben erfahren wir auch einiges über Abläufe im Hafen, wenn z. B. der Verdacht besteht, dass auf einem Schiff eine ansteckende Krankheit ausgebrochen ist und das Schiff plötzlich die Quarantänefahne hissen muss. Interessant ist auch die Geschichte des Moldauhafens zu lesen, der im Rahmen des Versailler Vertrages von 1919 der damaligen Tschechoslowakei, ab 1929 als zollfreien (!) Zugang zum Meer dienen muss. Der auf 99 Jahre ausgelegte Pachtvertrag läuft demnächst aus. Die Stadt Hamburg hat mit den Flächen am Grasbrook bereits interessante Pläne.

Als erklärter Hamburg-Fan habe ich bei dieser Reihe immer das Gefühl des Heimkommens, was nicht nur an der Stadt selbst, sondern auch an dem Stammpersonal liegt. Daher gefällt es mir sehr, an den persönlichen Schicksalen der Protagonisten teilhaben zu können. Jede bzw. jeder hat so sein eigenes Päckchen zu tragen. Sei Daan, dessen Vater immer tiefer in der Demenz verschwindet, oder Tom, dessen Ehe mit Lisa sichtlich auf der Kippe steht, oder Charlotte, die im nächsten, dem 5. Fall, vermutlich eine größere Rolle spielen wird. Doch auch jene Charaktere, die wie Marvin, diesmal einen kleineren Auftritt haben, sind authentisch dargestellt und sehr gut herausgearbeitet. Und so manchem könnte in weiteren Fortsetzungen ein größeres Gewicht zugedacht sein. Mich würd’s freuen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, der bis zur letzten Seite fesselt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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Tatort Hafen - Der Tote von Lagerhaus F

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Alibi für einen König von Josephine Tey

Truth is the daughter of time

Ein ganz besonderer Krimi, eigentlich ein „cold case“, den die Autorin bereits im Jahre 1951 veröffentlichte und der von der englischen Autorenvereinigung Crime Writers‘ Association zum besten Krimi überhaupt gewählt wurde.
Josephine Trey lässt Inspector Alan Grant vom Scotland Yard, der ans Krankenbett gefesselt ist, über Richard III (1452 - 1485) recherchieren.

War Richard III tatsächlich der grausame Mörder seiner Neffen, wie es Shakespeare darstellte? Oder verbreitete er nur fake news? Und welches Ziel verfolgte der Historiker Thomas More? Diente er der Wahrheit oder seinen eigenen Interessen?

Gemeinsam mit einem jungen Historiker, arbeitet sich Grant durch zahlreiche historische Dokumente und findet immer wieder Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass Richard II unschuldig des Doppelmordes und anderer Gräueltaten beschuldigt wurde. Die Wahrheit ist tatsächlich eine Tochter der Zeit!

Kein Krimi im üblichen Sinn, aber ein äußerst unterhaltsamer spannender und kluger Ausflug in die englische Geschichte. Mit zahlreichen Erkenntnissen über Geschichtsschreibung, Autoritäten und Vorurteile!
Lesenswert!

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Alibi für einen König

Rezensionen von Kwinsu:

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Im Sommer der Wildbienen von Nina Mayen

Leicht, sommerlich und informativ

Flora ist Autistin und tut sich unheimlich schwer mit Geräuschen jeglicher Art - und auch mit Menschen. Nachdem sie wieder einmal eine Panikattacke hatte, ihr das Familienleben Zuhause zu viel wird und sie keine Lust mehr an ihrem Studium in der Großstadt hat, beschließt sie, in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter zu ziehen, das zwei Stunden entfernt in einem kleinen Dorf in der Eifel liegt.

Doch auch hier muss sie mit Menschen umgehen lernen. Nachdem ein Wildbienenschwarm sich in ihren Garten verirrt, kommt ihr August zu Hilfe, mit dem sie langsam ein Vertrauensverhältnis aufbaut. Auch andere Menschen treten in ihr Leben - vor allem Eden, für die sie bald schon mehr als freundschaftliche Gefühle hegt. Doch Flora steht sich selbst im Weg.

"Im Sommer der Wildbienen" ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Coming-of-Age-Roman, der den Lesenden einen besonderen Einblick in die Gedanken und Verhaltensweisen von Menschen mit Autismus gibt. Wir erfahren, was die Protagonistin Flora irritiert, womit sie schwer zurecht kommt und was sie benötigt, damit es ihr gut geht, auch wenn sie das selbst nicht immer so treffsicher weiß. Aber Flora wird nicht nur auf ihr Autismusspektrum reduziert, vor allem ist sie eine junge Erwachsene, die gerade selbstständig wird, sich behaupten muss, über ihre Grenzen geht und die Verliebtsein erlebt. Besonders schön sind die Begegnungen mit den Menschen im Dorf gezeichnet, die Flora allesamt offen gegenübertreten und viel Herzlichkeit ausstrahlen. Auch ihre Familie ist offen und will nur ihr Bestes, dagegen wehrt sich die Protagonistin aber manchmal auch recht übertrieben.

Ich habe abwechselnd das Buch gelesen und das Hörbuch gehört - weil mir aber die Stimme und Erzählweise der Sprecherin Vanessa Bolder so gut gefallen hat, hab ich mir im Anschluss das ganze Hörbuch noch einmal angehört. Es ist ein gelungener, ruhiger Sommerroman, der gut unterhält und aufgrund der manchmal recht pubertierenden Verhaltensweise der Protagonistin vor allem für Jugendliche gut geeignet ist. Auch wenn das Buch nicht sonderlich tiefgründig ist, war es für mich besonders hinsichtlich der Schilderungen über Autismus und kurzweiliger Infos über Wildbienen auch sehr lehrreich. Und wie die Dorfgemeinschaft dargestellt wird, berührt einfach das Herz!

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Im Sommer der Wildbienen

Rezensionen von CanYouSeeMe:

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Honey von Imani Thompson

ein Mord kommt selten allein

„Honey“ von Imani Thompson hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte entwickelt von Beginn an einen starken Sog, der mich über weite Strecken gefesselt hat. Nur vereinzelt gab es für mich kleinere Längen, insgesamt empfand ich die Handlung jedoch als ausgesprochen packend und spannend.

Besonders interessant fand ich die Entwicklung der Protagonistin Yrsa. Sie ist definitiv keine klassische Sympathieträgerin – und gerade das macht sie als Figur so spannend. Trotzdem konnte ich als Leserin mit ihr mitfühlen und ihre Gedanken und Handlungen zumindest teilweise nachvollziehen. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verliert Yrsa die Kontrolle. Ihre Entwicklung wird zunehmend unberechenbarer und intensiver, wodurch sich auch die Spannung immer weiter zuspitzt. Was zunächst vielleicht noch nachvollziehbar erscheint, nimmt nach und nach immer erschreckendere Züge an.

Die Plotentwicklung hat mir dabei besonders gut gefallen. Die Geschichte steigert sich kontinuierlich und baut die Spannung immer weiter auf, bis sie schließlich in einem regelrechten Crescendo gipfelt. Gerade diese zunehmende Eskalation hat für mich einen großen Reiz der Geschichte ausgemacht.

Auch sprachlich konnte mich das Buch überzeugen. Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, sodass ich schnell in der Geschichte vorankam und mich gut auf die Handlung einlassen konnte.

Insgesamt hat mich „Honey“ vor allem durch seine packende Handlung und die spannende Entwicklung seiner Protagonistin überzeugt. Eine Geschichte, die mich mit ihrem zunehmenden Sog und der immer stärker werdenden Eskalation lange bei der Stange halten konnte.

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Honey

Rezensionen von booklover00:

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Liebe findet dich von Vern Kousky

Eine niedliche Geschichte

Auf dem Cover des Buches „Liebe findet dich“ von Vern Kousky sieht man Oskar, ein gelbes Küken mit einer großen schwarzen Brille, wie er seinem Hund Brutus das Wegjagen beibringt. Oskar lebt im Wald und wird dort von den Eichhörnchen belagert, die ihn ständig umarmen wollen. Doch Oskar hält nichts von der Liebe, weshalb er sich einen Wachhund holt, der alles fernhalten soll.

Er nennt ihn Brutus und Brutus macht seinen Job sehr gut. Er bellt und knurrt alles an und guckt auch immer böse. Doch als er eines Tages nicht wiederkehrt, merkt Oskar, dass die Liebe vielleicht doch gar nicht so schlimm ist, wie er einst dachte.
Das Buch ist wundervoll. Die Illustrationen sind groß und mit Witz gestaltet und dadurch für kleine Kinder sehr ansprechend. Die Texte sind eher kurz gehalten, was den Vorteil hat, dass man so mehr mit den Kindern über die Bilder und die Geschichte spricht.
Insgesamt ein sehr niedliches Buch mit einer schönen Botschaft, weshalb es von uns eine klare Kaufempfehlung bekommt.

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Liebe findet dich

Rezensionen von CanYouSeeMe:

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Frag nach Susan von Souvankham Thammavongsa

Susan

"Frag nach Susan" von Souvankham Thammavongsa ist in der Hörbuchfassung von Christina Ann Zalamea gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören.

Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Frag nach Susan von Souvankham Thammavongsa ist eine kurze und prägnante Geschichte aus der Perspektive von Ning, der Inhaberin eines Nagelstudios. Mit viel Charme und feinem Witz werden Begegnungen mit der Kundschaft sowie die Beziehungen innerhalb der Belegschaft beschrieben. Das Nagelstudio wird dabei zu einem kleinen Mikrokosmos des Alltags.
So unterhaltsam die Beobachtungen sind, blieb mir die Handlung insgesamt etwas zu oberflächlich. Angedeutete Konflikte und Abgründe werden nur selten vertieft, vieles bleibt offen. Auch Ning selbst lernt man für meinen Geschmack zu wenig kennen, obwohl sie die Geschichte erzählt.
Das offene Ende verstärkt diesen Eindruck: Es lässt viele Fragen unbeantwortet und hat mich eher ratlos als nachdenklich zurückgelassen. Insgesamt eine charmante und kurzweilige Lektüre, der mir jedoch etwas emotionale und erzählerische Tiefe gefehlt hat.

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Frag nach Susan

Rezensionen von bookloving:

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Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson

Berührender Debütroman

Mit dem eindrucksvollen Roman „Der Einsiedlersommer“ legt die norwegische Naturschutzbiologin Anne Sverdrup-Thygeson, bekannt durch mehrfach ausgezeichnete Sachbücher wie „Extraordinary Insects“, ihr erstes literarisches Debüt  vor.
Im Mittelpunkt ihrer Geschichte steht die 33-jährige Biologin Eva Wist, die nach der Totgeburt ihres Sohnes spontan von Oslo in das abgelegene Dorf Vestfold in der norwegischen Provinz zieht.

Im Rahmen eines Forschungsauftrags soll sie die dortige Gegend kartieren und den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer aufspüren. Schon bald lernt sie die 76-jährige Nachbarin Olga, die als exzentrische Einsiedlerin lebt und einen uralten Eichenwald besitzt, der einem geplanten Steinbruch weichen soll. Aus der anfänglich zurückhaltenden Begegnung der beiden Frauen entwickelt sich trotz aller Unterschiede nach und nach eine vertrauensvolle Freundschaft. Obwohl der Roman schwerwiegende Themen wie Verlust und Traumata, Umweltzerstörung und Artensterben behandelt, gelingt es Sverdrup-Thygeson mit ihrem lebendigen Schreibstil hervorragend, uns in ihre Geschichte abtauchen zu lassen. Kurze Kapitel und ein geschickter Wechsel zwischen den Perspektiven der beiden Protagonistinnen sorgen für Abwechslung und bauen schon bald einen Spannungsbogen auf.

Fesselnd ist es mitzuerleben, wie allmählich Olgas altes Familiengeheimnis ans Licht gebracht wird und wir mehr über Evas tiefe Trauer erfahren. Ein besonderes Highlight des Romans ist die glaubwürdige und tiefgründige Zeichnung der beiden so unterschiedlichen Hauptfiguren Eva und Olga – auch wenn die Ausgangskonstellation, in der eine junge, trauernde Frau auf eine ältere, verschlossene Außenseiterin mit einem Familiengeheimnis trifft, sicherlich kein neues Motiv darstellt. Der Autorin gelingt es, ihre Figuren als eigenwillige Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten zu entwerfen. Facettenreich, widersprüchlich und mit nachvollziehbaren Schwächen erweckt sie diese mit großem Feingefühl zum Leben. Die aufschlussreichen Einblicke in Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der beiden Frauen lassen einen tief in ihre jeweilige Lebenssituation eintauchen und machen ihre Beweggründe nachvollziehbar. Gerade Olgas Verschrobenheit, Sturheit und Verschlossenheit sorgen dafür, dass echte Sympathie für sie erst nach und nach im Verlauf der Geschichte wächst.

Ein weiteres Highlight sind die eindrucksvollen, lebendigen Naturschilderungen, durch die der norwegische Eichenwald mühelos zum Leben erweckt wird.

Die Autorin versteht es, die Atmosphäre des Waldes, das Licht, die Geräusche und die Vielfalt des Ökosystems so anschaulich zu beschreiben, dass man mitten im Geschehen zu stehen scheint. Interessant ist auch ist die fachliche biologische Expertise, die die Autorin in ihre Geschichte um den vom Aussterben bedrohten Eremitenkäfer einbringt, wie beispielsweise in Form von eingeschobenen Passagen über Waldökologie und Insektenkunde. Schade nur, dass der Balanceakt zwischen fesselndem Roman und lehrreichem Sachbuch hier stellenweise etwas ins Wanken gerät und die Autorin etwas zu sehr ins Dozieren verfällt. Am Beispiel des geplanten Steinbruchs, der nicht nur den Lebensraum des Käfers, sondern auch Olgas emotionale Erinnerungsorte bedroht, behandelt der Roman aktuelle Fragen zu Artenvielfalt, wirtschaftlichen Interessen und dem Konflikt zwischen Naturschutz und regionaler Entwicklung. Geschickt verknüpft Sverdrup-Thygeson persönliche und ökologische Krise zu einer gelungenen, nuancierte Gegenüberstellung der verschiedenen Sichtweisen, die bewusst auf einfache Antworten verzichtet.



ZUM HÖRBUCH

Der Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Heike Warmuth gelingt es mit ihrer warmen, einfühlsamen Stimme hervorragend, die Geschichte um Eva und Olga lebendig werden zu lassen. Sie fängt sowohl ihre innere Zerrissenheit als auch ihre tiefe Leidenschaft und ihr unermüdliches Engagement für die Natur mit einer überzeugenden Authentizität ein. Durch ihre nuancierte Betonung und ein fein abgestimmtes Sprechtempo vermittelt sie die verschiedenen Stimmungen und emotionalen Wendungen des Romans facettenreich und sehr lebendig.

Auf diese Weise schafft sie es nicht nur, eine fesselnde Spannung aufzubauen, sondern auch in den eindrucksvollen Naturbeschreibungen und poetischen Passagen mit stimmungsvollen Nuancen einen Raum zum Nachdenken und Verweilen zu eröffnen. Die Hörfassung wird so zu einem unterhaltsamen und berührenden Hörerlebnis für alle, die sich für eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft und die Umweltbewegung interessieren.

FAZIT
Ein berührender, atmosphärisch dichter Roman über Trauer, Heilung und die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur. Ein empfehlenswertes Debüt, das zum Nachdenken über Verlust, Freundschaft und unsere Verantwortung für die bedrohte Natur anregt.

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Der Einsiedlersommer

Rezensionen von Kwinsu:

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Wirf einen Schatten von Elena Fischer

Einfühlsam erzählte Familiengeschichte, leider mit historischem Manko

Bauer Joseph kann nicht mehr. Nachdem ihn seine Frau Lis vor einigen Monaten samt dem gemeinsamen Sohn Samuel verlassen hat, sieht er keinen Grund mehr weiterzuleben. Am Weihnachtsabend des Jahres 1963 beschließt er also, seinem Leben ein Ende zu setzen. Just als er seinen Plan in die Tat umsetzen will, steht plötzlich die junge Birdie vor seiner Tür, schwerkrank benötigt sie dringend seine Hilfe.

Mit Widerwillen hilft er ihr, doch je mehr Tage sie miteinander verbringen, desto mehr Lebensgeister werden in Joseph wieder geweckt.

Elena Fischer erzählt mit "Wirf einen Schatten" eine einfühlsame Geschichte über das Leben in der Peripherie, das für die einen stimmig scheint und für die anderen zum Gefängnis wird. Es geht darum, wie bedrückend Konventionen sein können, wie belastbar Nichtgesagtes ist und wie nur ein Mensch das eigene Leben schlagartig verändern kann. Besonders hervorzuheben ist die geglückte Erzählperspektive. Einerseits wird in der erzählenden Gegenwart (1963/64) chronologisch die Beziehung von Joseph, Birdie sowie Josephs Schwägerin Ada erzählt, zu der er eine ganz besondere Verbindung hat. Ein weiterer Erzählstrang wird rückwärts geschildert, nämlich jener von Joseph, seiner Frau Lis und ihrem Sohn Samuel (und auch Ada). Nichts an den entgegenlaufenden Zeitstrahlen ist verwirrend, sondern alles überaus stimmig und einfach gut gelungen. Außerdem ist die Sprache der Autorin ein besonderer Genuss - sie erzählt beinahe schon in poetischem Stil, in einer Leichtigkeit, die etwas von der Schwere der damaligen Zeit nimmt, ihr etwas märchenhaftes verleiht. Die Sprache ist so eingänglich, dass bei mir sofort ein Film mit starken Bildern im Kopf entstanden ist, den ich nicht so schnell vergessen werde. Besonders die Landschaftsbeschreibungen, vom Wald, vom Schnee, vom Bauernhof, von den Tieren haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, ebenso wie die eindrücklichen Charakterbeschreibungen der einzelnen Figuren, in die man sich sehr gut hineinfühlen kann. Vor allem Josephs Figur ist gut gelungen, er ist gezeichnet von einer schweren Kindheit, in der er immer nur der schwache Bruder war und unter dem herrischen Vater und der verzweifelten Mutter litt. Seine Emotionalität und Empathiefähigkeit sind für eine Männerfigur eine Wohltat, was mich aber auch gleich zu den Negativpunkten meiner Rezension führt.

Trotzdem ich von dem eben geschilderten sehr begeistert bin, gibt es für mich in diesem Buch aber leider ein wesentliches Manko, nämlich die Glaubwürdigkeit der Geschichte. Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen fantastische Geschichten. Wählt jedoch eine Autorin bewusst ein zeithistorisches Setting, sollte dieses für meinen Geschmack auch glaubwürdig und gut recherchiert dargestellt werden. Auch wenn wir nicht genau wissen, in welchem Gebiet das Buch spielt - ich gehe von einem ländlichen Raum in Deutschland aus - sollten die zeitgenössischen Gegebenheiten doch auch einigermaßen stimmen. Das fängt bei den Namen an. So nennt sich Tilda etwa Birdie, was eher an eine Hippiebezeichnung (der sehr späten 60er/1970er) erinnert, als ein selbstgewählter Spitzname der frühen 1960er Jahre. Auch dass sich eine Elisabeth "Lis" genannt hat, ist außergewöhnlich, ebenso der Name "Ada". Dann ist auch ein Telefonanschluss im Roman sehr üblich - ein Telefonvollanschluss speziell im ländlichen Raum war aber in den 1960ern kaum vorhanden, noch weniger ein vorkommender Anrufbeantworter. Besonders Birdie ist eine Rebellin und ihrer Zeit weit voraus, wenn sie Themen wie Care-Arbeit oder die klassische Rollenverteilung kritisiert. Völlig unglaubwürdig ist dann Josephs Haltung zur Homosexualität, ist ihm diese doch völlig gleichgültig. Selbst wenn der Roman in der Gegenwart angesetzt wäre, wäre dies schon eine ungewöhnliche Haltung für einen Bauern in der Peripherie mit höchst konservativen Umfeld, aber im Setting der frühen 1960er-Jahre? Nö. Es ist zwar nachvollziehbar, warum die Zeit gewählt wurde, etwa, weil Mann eine Frau heiraten musste, nachdem er sie geschwängert hat und eine Trennung oder gar Scheidung höchstverpönt war. Aber wenn schon historisch, dann bitte doch plausibel.

Mein Fazit: "Wirf einen Schatten" ist ein wunderbar erzählte Familiengeschichte mit tollen, bildgewaltigen Charakter- und Landschaftsbeschreibungen, die leider durch historische Unglaubwürdigkeiten abgeschwächt wird. Schade, aber wem diese historischen Fehlgriffe nicht stören, kommt hier auf einen hohen Grad des Lesegenusses.

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Wirf einen Schatten