Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Reden und reden lassen von Teresa Reichl
Ein unterhaltsamer Blick auf die Entwicklung der Sprache
„Reden und reden lassen“ ist ein unterhaltsames und lehrreiches Buch der Kabarettistin und Autorin Teresa Reichl.
Unsere Sprache befindet sich stetig im Wandel. Vieles klingt für uns zunächst falsch und einige Jahre später steht es dann genau so im Duden. Ich denke, das hat jeder schon erlebt, gestaunt, gelacht oder sich auch geärgert.
Teresa Reichl - die sogar Deutsch auf Lehramt studiert hat – setzt sich hier mit der für sie typischen kritischen und humorvollen Art und Weise, mit einigen der alltäglichen Dauerbrenner auseinander.
Da geht es zum Beispiel um den Dativ, das Gendern, Jugendsprache oder eingewanderte englische Begriffe.
Sie regt dazu an, unsere Sprache spannend zu finden, zu hinterfragen, warum andere anders sprechen und den Wandel der Sprache anzunehmen, anstatt permanent besserwisserisch auf Fehler hinzuweisen, die der Wandel der Sprache mit sich bringt.
Ich muss zugeben, dass ich mich oft innerlich ärgere und das Gesicht verziehe, wenn jemand den Genitiv durch den Dativ ersetzt und behauptet, „dass das Sinn macht“, werde mich aber in Zukunft auch um eine entspanntere Sichtweise bemühen. Sprachwandel gab es schon immer und es gibt keinen Grund, diesen abzulehnen.
Mir hat das Buch Spaß gemacht, da hier wissenswerte Fakten kritisch und humorvoll vermittelt werden.
Rezensionen von Thaliomee:
Most Hated Girl von Kirsty Lockwood
Wer ist böse?
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und bis zum Ende nicht losgelassen. Es spielt auf zwei Zeitebenen: In der einen wird Odette ins Polizeirevier gebracht, weil sie vor laufender Kamera ihren "Freund" Amos umgebracht hat.
Die zweite Zeitebene beginnt beim Kennenlernen der 19jährigen mit dem Rentner Amos.
Aus einer flüchtigen Begegnung entsteht langsam eine Freundschaft und daraus irgendwann die Idee über diese ungewöhnliche Konstellation TikTok Videos zu drehen. Denn die beiden sind sehr gegensätzlich: Odette jung, arbeitslos, schlecht ausgebildet. Amos wohlhabend, studiert und eloquent. Beide ergänzen sich gut und Amos wird eine Art Ersatz-Opa für Odette. Aber warum sollte sie ihn dann umbringen?
Nach und nach kommen Details aus der Vergangenheit von Odette ans Licht, die ihre Entscheidungen erklären. Das ist eine große Stärke an diesem Buch, während man beim Lesen oft das Gefühlt hat, die Protagonistin verhält sich komplett irrational, habe ich hier verstanden warum sie genau so handelt. Auch wenn ich mich anders entschieden hätte konnte ich ihre Perspektive verstehen.
Ein wenig erinnert es an Adolesence, obwohl es auch ganz anders ist.
Rezensionen von peedee:
Solothurn ruft nach Vergeltung von Christof Gasser
Komplexe Geschichte
Dominik Dornach, Band 7: Die Solothurner Filmtage gehören zu den Highlights im Jahresprogramm der Stadt. Filmemacher Tom Kurti soll eine Auszeichnung für seine umstrittene Dokumentation „Seelenrisse“ über Femizid, Frauenhass und Zwangsverheiratung erhalten. Am Tag der Verleihung wird er tot aufgefunden.
Im Darknet gibt es viel Hetze gegen Kurti. Dominik Dornach, Chefermittler der Solothurner Kapo, und sein Team beginnen zu ermitteln. Die Hintergründe sind tiefgreifend…
Erster Eindruck: Wie gewohnt ein gutes Cover – gefällt mir.
Dies ist Band 7 einer Reihe; er kann ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden – für die Kenner:innen ist es ein Wiedersehen mit Altbekannten. Ein weiteres Mal in Solothurn… wie ich erst unlängst gelesen habe, soll Solothurn übrigens die gefährlichste Stadt der Schweiz sein. Oha! Das war mir gar nicht bewusst, obwohl ich häufig dort zu Besuch bin. Ich war sehr gespannt auf Dominiks neusten Fall. Wer hätte gedacht, dass dieser so persönlich würde?
Der neuste Fall führt zu einem Wiedersehen mit Angela Casagrande, die vorübergehend ihre alte Funktion als Staatsanwältin übernimmt. Dominik Dornach weiss nicht, wie er damit umgehen soll. Noch weniger weiss er, wie er es handeln soll, dass die aktuelle Ermittlung ihr unbarmherziges Licht auf einen Fall wirft, der vor 15 Jahren nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst werden konnte: die „Schwarze Dahlie“. Das macht ihm sehr zu schaffen.
Die Geschichte war sehr komplex, mit zahlreichen Protagonisten, weitreichenden Verflechtungen und Vermutungen. Das empfand ich manchmal etwas ermüdend. Mein Unmut über Pia, Dominiks Tochter, ist seit Band 5 immer weiter angewachsen. Sie will nun bald die Polizeiausbildung machen, verhält sich aber jetzt schon, als wisse sie besser Bescheid, wie etwas anzugehen sei als altbewährte Routiniers. Mit ihrer impulsiven Art – gepaart mit ihrem Helfersyndrom – springt sie selbst rein ins Geschehen und blendet Gefahr und Folgen aus. Dabei ist sie doch alleinerziehende Mutter… Natürlich kann sie nicht nur zu Hause sitzen und den Kleinen in Watte packen, um die böse Welt auszublenden, aber etwas mehr nachdenken, bevor sie handelt, wäre dringend empfohlen. Aber – natürlich gibt es ein Aber – wäre es für uns Leser:innen auch nicht im gleichen Masse unterhaltsam, wenn Pia anders wäre.
Den kleinen Cliffhanger am Ende mag ich nicht so gerne. Von mir gibt es 3.5 Sterne.
Rezensionen von nessabo:
Kaskaden von Louise K. Böhm
Was für ein unglaubliches Highlight!
Dies ist das Werk einer Meisterin! Louise K. Böhm liefert ein so sprachgewaltiges Debüt, das ich kaum Lesepausen einlegen wollte.
Und dabei hatte ich vorher einige Bedenken, weil immer wieder von den poetischen Elementen der Geschichte gesprochen wurde. Das ist ja bekanntlich nicht gerade mein liebster Sprachstil, aber alle Bedenken waren völlig unnötig.
Böhm nutzt poetische Bilder, ja. Aber die sind so elegant in eine sonst sehr lebensnahe und vor allem authentische Sprache eingebunden, dass ich beim Lesen keinerlei Probleme hatte.
Der Roman lebt vor allem von seiner spannenden Protagonistin. Böhm traut sich, eine kantige Hauptfigur in den Fokus zu setzen. Jojos Struggle hätten nicht greifbarerer beschrieben werden können. Nicht nur die Klassismus-Komponente, sondern auch ihre Zwangsstörung sowie Vertrauensprobleme werden so intensiv und dicht in Worte gefasst, dass ich regelrecht in die Geschichte eingesogen wurde. Während Klassismus und damit das Gefühl, in bestimmten Kontexten fehl am Platz zu sein, unterschwellig immer präsent ist, schwankt die Intensität der Zwänge. Mit unglaublichem Talent lässt uns die Autorin hier ganz nah ran an ihre Protagonistin.
Doch nicht nur thematisch und sprachlich ist das Werk ein Banger! Die Freundinnenschaften und deren respektvolle Kommunikation sind großartig - so etwas kann ich gar nicht oft genug lesen. Sogar der uns allen antrainierte Reflex, andere Frauen als Konkurrenz zu sehen, wird ehrlich und liebenswert adressiert. Die Liebesgeschichte nimmt nur moderat Raum ein und auch die fand ich wundervoll eingebunden, zumal Jakob ebenfalls eine gut gezeichnete Figur ist.
Nicht zuletzt schafft es Böhm unvergleichlich gut, ein kluges Spannungselement in ihren Roman zu setzen. Was genau zwischen Jojo und ihrer ehemals besten Freundin Yara passiert ist, löst sich erst spät auf. Dabei geht es nicht um thrillerhafte, eher konstruierte Spannung, sondern immer um glaubwürdige Menschlichkeit.
Wenig überraschend habe ich das Buch geliebt! Es ist eine eindrückliche Geschichte über die tiefen Wirkweisen von Klassismus mit einer vielschichtigen, interessanten Protagonistin und der Wärme von solidarischer Freundinnenschaft. Ein überdeutliches Highlight für mich!
Rezensionen von readpassion9:
Tod in heller Sommernacht von Lisa Sarah Brandstäter
gelungene Fortsetzung
"Tod in heller Sommernacht" ist der zweite Teil um die Ermittlerin Leena Victor. Worum geht es? Lina ist in den Semesterferien wieder in ihrem Elternhaus in Porvoo, wo sie ihre alten Freunde trifft, die ebenfalls die Semesterferien in Porvoo verbringen. Nach einem gemeinsamen Abend ist Lina nachts ist mit dem Moped auf dem Weg nach Hause, sie stürzt und wird von einem Auto überfahren, und das mehrmals.
Die Ermittlungen bringen ein Geflecht aus Lügen ans Licht, eine weitere junge Frau wird vermisst. Werden es die Ermittler schaffen, sie rechtzeitig zu finden?
Nach dem gelungenen ersten Teil konnte mich auch die Fortsetzung überzeugen. Vor allem die Atmosphäre hat mir gefallen, ich hatte die Szenerie in dem kleinen Küstenort in Finnland gut vor Augen.
Leena kommt als Ermittlerin sympathisch rüber, die Figurenzeichnung der anderen wichtigen Protagonisten ist ebenfalls gut gelungen. Der eingängige Schreibstil lässt sich flüssig lesen, die Spannung ist durchweg vorhanden und zieht gegen Ende richtig an.
Fazit: Gelungene Fortsetzung mit viel Atmosphäre.
Rezensionen von Ameland:
Baedeker SMART Reiseführer Hamburg von Dorothea Heintze
Die Stadt hat mehr zu bieten als Hafen und Elphi
Los geht es mit einer Beschreibung und zugehörigem Foto der 10 Top-Ziele in Hamburg. Ich war erstaunt, dass ich davon bereits sieben besucht habe. Danach gibt es allgemeine Informationen zur Stadt, den Menschen, der Waterkant und weiteren Themen. So bekommt man schonmal ein Gefühl für diese Metropole.
Die fünf Hauptkapitel widmen sich den in der Klappen-Innenseite farblich gekennzeichneten Bereichen. Zur ersten Orientierung gibt es einen kurzen Text sowie einen Kartenausschnitt, in welchem die Sehenswürdigkeiten und Orte eingezeichnet sind, die einen Besuch wert sind. Ausführlichere Beschreibungen inklusive Einkehrmöglichkeiten, kulturellen Angeboten und Infos zu allem was das Herz sonst noch begehren könnte folgen. Mir haben die aufgeführten „Magischen Momente“ wie z. B. die Candlelight-Therme besonders gefallen.
Wer nicht einfach drauf los bummeln möchte, kann sich an eine der bereits ausgearbeiteten Tagestouren, Spaziergängen oder Radtouren halten.
Dieser Reiseführer mit seiner handlichen Größe und der Spiralbindung ist ideal für einen Besuch der Hansestadt. Neben dem herausnehmbaren Cityplan enthält er einen integrierten Stadtplan nebst Straßenverzeichnis sowie einen Plan der öffentlichen Verkehrsmittel. Gerade letzteres dürfte bei einem längeren Aufenthalt wichtig sein. Die praktischen Infos zur Vorbereitung, aber auch für den Aufenthalt runden das Angebot ab.
Dieser kompakte Reiseführer zeigt mir, dass es trotz bereits mehrerer Besuche immer noch viel zu entdecken gibt. Ein Grund mehr Hamburg mal wieder zu besuchen.
Rezensionen von lectrice:
Serpentis 1. Das Rätsel der Schlangen von Silja Sillanpää
Stein im Zug
Ein Junge namens Stein, den seine Mutter so genannt hat, weil sie Steine so liebte, vor allem, Runen auf Steinen zu entziffern. Stein lebt mit seiner Schlange Niji bei seinen Großeltern, zusammen mit ganz vielen Reptilien, Amphibien, Pflanzen und dem Futter für die Tiere. Sogar auf der Geburtstagstorte gab es Mehlwürmer.
Aber dann können seine Großeltern nicht mehr für ihn sorgen, aber sein Opa hinterlässt ihm eine rätselhafte Beschreibung und so landet Stein unter der Erde in einem rätselhaften Zug, der wie eine Schlange aussieht. Dort lernt er Dia kennen, aber auch die etwas unheimliche Boa. Hier ist es normal, dass man eine Schlange hat.
Stein macht sich im Zug auf die Suche nach seiner Mutter, was gar nicht so einfach ist....
Eine wunderbare, herrlich schräge Geschichte und vor allem so passende geniale Illustrationen. Hier haben Autorin und Illustrator ganz toll zusammen gearbeitet.
Und dann hört es auch noch so spannend auf. Tolle Unterhaltung für junge Leser und Leserinnen ab 10 Jahren, auch gut zum Vorlesen geeignet. Und auch mir als erwachsene Leserin hat es sehr gefallen.
Rezensionen von Frechdachs:
Der kleine Alexander von Humboldt. Eine Reise durch die Wälder dieser Erde von Verena Linde
Auf Streifzug durch die Wälder mit Alexander von Humboldt
Im Sachbilderbuch "Der kleine Alexander von Humboldt - Eine Reise durch die Wälder dieser Erde" gehen die kleinen und vielleicht bereits größeren Entdecker auf eine spannende Tour mit Pria, Theo und Alexander von Humboldt durch die verschiedenen Arten von Wäldern.
Vom Grundkonstrukt gefällt uns die Didaktik des Sachbuchs für Kinder ab 5 Jahren durchweg gut.
Ohne große Scheu wirft man sich in das Leseabenteuer mit den drei Kindern.
Die Story ist durchweg reich und vor allem bunt bebildert. Die dazugehörigen Textstellen nehmen die Bildsprache sehr gut auf. So gehen Texte und Illustrationen eine sehr enge Symbiose ein, die auch dem Lesefluss sehr dienlich sind.
Quasi fast ganz nebenbei wird auch einiges an Wissensaspekten zu den unterschiedlichen Waldarten vermittelt. Hier hätten wir uns als Eltern insgeheim noch einen etwas höheren Wissensanteil gewünscht. Dieser ganz spezielle Edutainment-Aspekt ist uns dann schon auch wichtig bei genau solchen Kindersachbüchern.
Gemeinsam mit Pria, Theo und Alexander streift man lesetechnisch durch unterschiedliche Wälder und erlebt dabei das Ökosystem quasi hautnah.
Summa summarum ein sehr kurzweiliges Buch, dass neben der reinen Unterhaltung auch noch einen eher begrenzten Wissensteil mit beinhaltet. Wir sind selbst sehr gerne auf Streifzug in der Natur draußen und suchen nach den kleinen Naturwundern. Genau deshalb gefällt uns als Familie "Der kleine Alexander von Humboldt" außerordentlich gut.
Rezensionen von Anja :
Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo
Abgründe
Der Kriminalroman NIEMALS GEHT MAN SO GANZ von Andreas Izquierdo handelt von Trauerredner Mads Madsen aus Glücksburg, der den Todesfall von Anna Schmidt für ihre Tochter aufklären möchte.
Anna Schmidt begeht Selbstmord in der Ostsee – und Mads ist der letzte Mensch, mit dem sie Kontakt hatte – zusammen mit einer Botschaft für ihre 9-jährige Tochter Tilly.
Mads sucht Tilly auf und schließt direkt Freundschaft mit ihr und versucht, hinter das Geheimnis ihrer Mutter zu kommen. Doch je näher er der Wahrheit kommt, desto mehr geraten er und Tilly selbst in Gefahr. Dazu noch sein exzentrischer Vater, der mit seinen Ideen sein Leben zusätzlich auf den Kopf stellt. Doch Mads gibt nicht auf.
Der Kriminalroman war angenehm zu lesen, allerdings fand ich die Zusammenhänge zum Ende hin etwas verwirrend. Darüber hinaus hatte ich aufgrund der Inhaltsangabe und des besonderen Titels mit mehr Humor gerechnet, aber der trat nur in kleinen Dosen auf. Trotzdem ein nettes Buch.
Rezensionen von gabiliest:
Tramezzini und Triumphpforte von Herbert Dutzler
Cold Cases, Crime und Kulinarik
Der durch seine überaus erfolgreichen Altaussee-Krimis bekannte Autor Herbert Dutzler hat einen neuen Schauplatz für seinen Roman über ein kaltblütiges Verbrechen gewählt: Wie das künstlerisch-plakativ gestaltete Coverbild von “Tramezzini und Triumphpforte” sofort verrät, wird diesmal vor dem imposanten Panorama der Innsbrucker Nordkette ermittelt.
Natürlich braucht es in einer neuen Stadt auch ein neues Team: Chefinspektor Romed Stock ist vierundvierzig Jahre alt, geschieden und stark übergewichtig. Kein Wunder, denn seine Gedanken kreisen immer wieder um gutes Essen und exzellente Weine. So ist Stock ein Gourmand und Gourmet gleichermaßen, auf jeden Fall aber ein hervorragender Koch. Nur mit dem weiblichen Geschlecht ist er nicht so geübt – aber bekanntlich geht Liebe ja durch den Magen.
Seine neue Kollegin Hedi Dobernig stammt aus Kärnten und ist das genaue Gegenteil von Stock: schlank, sportlich und auf gesunde Ernährung bedacht. Beide sind jedoch hervorragende Ermittler.
Gerade ist im Landeskriminalamt, Abteilung Leib und Leben, nicht viel los. Kein neuer Mord, also können Stock und Dobernig Cold Cases aufarbeiten. Die Verbrechen liegen Jahrzehnte zurück, doch vielleicht gibt es ja doch neue Erkenntnisse. Stock ermittelt zum Tod eines Lehrers, dessen Familie ihm keine Träne nachweint. Dobernig untersucht den Mord an einer amerikanischen Studentin, Lorie Evangelista, die am Innufer erschlagen wurde. Doch dann gibt es einen neuen Fall: eine Leiche auf dem Wiltener Friedhof. Eine junge Frau, erschlagen und dort abgelegt. Wer ist diese Tote? Was hat sie in Innsbruck gewollt? Und was hat sie mit den Cold Cases zu tun?
Langwierige Erhebungen führen durch die Souvenirläden der Innsbrucker Altstadt, aber –sehr zum Vergnügen von Stock – auch immer wieder an zahlreichen ausgezeichneten Restaurants vorbei. Doch er möchte abspecken, denn er hat eine nette Frau kennengelernt, die zwar seine Kochkünste zu schätzen weiß, nicht aber seine Leibesfülle. Stocks Tochter hingegen ist das Gewicht ihres Vaters herzlich egal: Wenn sie ihn besucht, möchte sie Spaß haben. Glücklicherweise wird Stock bei dieser Freizeitgestaltung auch von Dobernig unterstützt, die inzwischen neue Indizien im Fall Evangelista gefunden hat.
Herbert Dutzler beschreibt die Ermittlungen durchaus realitätsnah; er lässt seine Protagonisten die “Mühen der Ebene” abarbeiten. Dabei vermittelt er viel Innsbrucker Flair und flicht die lokalen Probleme ein – vom Massentourismus über die Wohnungsnot bis zu den lästigen und gefährlichen E-Scootern. Allerdings kommen auch die Innsbrucker Gastronomie und Tiroler Schmankerln nicht zu kurz. Tatsächlich geraten ein Brüderpaar sowie ein Neffe des Lehrers ins Visier der Ermittler, kernige Tiroler, die den Anblick von gut gebauten Frauen in kurzen Dirndln genießen und die sich auch sonst höchst verdächtig benehmen. Denn die Tote vom Wiltener Friedhof hatte Fotos bei sich, die das Haus der Familie zeigen. Wo ist da der Zusammenhang?
“Tramezzini und Triumphpforte” ist ein großartiger Regionalkrimi, der die Tiroler Landeshauptstadt als Tatort für eine packende Verbrecherjagd nutzt. Wieder zeichnet Herbert Dutzler mit feiner Ironie und subtilem Humor starke und unverwechselbare Charaktere, hinterfragt typische Klischees und stellt das Verbrechen einer trügerischen Postkartenidylle gegenüber. Dieser Krimi ist ein reines Lesevergnügen, das man sich – vielleicht wie Stock mit einem guten Gläschen Wein – unbedingt gönnen sollte. Daher serviere ich allen Feinschmeckern und Krimi-Fans eine absolute Leseempfehlung.











