Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Little Hollywood von Inga Hanka
Coming-of-Age in den 90ern
Was das Cover angeht, hat mich die Farbgestaltung zunächst nicht sofort angesprochen, wenn man dann weiß, dass der Roman in den 90ern spielt, ist sie wiederum recht passend.
Protagonistin Leonie, genannt Leo, hat gerade ihre letzte Abiturprüfung geschrieben, was ihre Familie angeht, hat sie es aber nicht gerade leicht.
Ihre Mutter ist alleinerziehend und depressiv, mit dem Vater gab es Konflikte und er kümmert sich nicht, ihr kleiner Bruder weist autistische Züge auf und das Geld ist immer knapp, die Wohnung zu klein. Oft flüchtet sie sich daher in die Videothek um die Ecke, namens "Little Hollywood", wo Jo aus ihrem Abi Jahrgang jobbt, der ihr eigentlich suspekt ist und der immer "Wahrheit oder Pflicht" oder Filmzitate raten mit ihr spielen will.
Für mich war die Geschichte wie eine kleine Zeitreise in meine eigene Abi-Zeit, in der so einiges noch ganz anders war als heute und in der es wirklich noch mehrere Videotheken in jeder mittelgroßen Stadt gab, aber noch quasi kein Social Media. In Leo als Protagonistin und ihre Sorgen und Probleme konnte ich mich daher gut hineinversetzen, zumal alles authentisch erzählt ist, ohne zu sehr ins Extreme abzugleiten. Auch Jo war mir sympathisch.
Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuchs empfand ich als passend für diesen Roman gewählt.
Rezensionen von Island :
Solange ein Streichholz brennt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Christian Huber
Perspektivwechsel
Der Roman hat einen eher ungewöhnlichen Titel, der im Verlauf der Geschichte aber immer wieder eine Rolle spielen wird. Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Obdachlose Bohm, der seit fünf Jahren auf der Straße lebt und dem gerade ein Hund zugelaufen ist, dem er den Namen Fox gegeben hat und die Journalistin Alina.
Sie bekommt die Chance, einen wichtigen Schritt auf der Karriereleiter zu machen, indem sie eine Dokumentation über Obdachlosigkeit dreht. So stößt sie auf Bohm, der sich schließlich widerstrebend darauf einlässt, mit ihr zusammenzuarbeiten, weil er dringend an Geld kommen muss. Nach und nach lernen sich beide aber besser kennen und das Interesse aneinander bleibt nicht mehr rein beruflich.
Dem Autor ist es gut gelungen, aus Bohms Perspektive zu vermitteln, was es bedeutet, obdachlos zu sein. Und auch viele Klischees und Vorurteile, mit denen Bohm zu kämpfen hat, werden aufgegriffen. Alina ist trotz ihrer Karriereambitionen sympathisch, verkauft sich nicht und achtet nicht nur auf Oberflächlichkeiten. Nach und nach erfährt man dann mehr darüber, wie es überhaupt dazu kam, dass Bohm auf der Straße lebt. Dadurch ist die Geschichte recht fesselnd und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Robert Stadlober als Hörbuch empfand ich als passend gewählt. Man konnte ihm auch gut folgen.
Rezensionen von PMelittaM:
Schwarzer Samstag von Ralf Langroth
1962, ein spannendes Jahr für die Protagonist:innen und für die Welt
1962 ist Philipp Gerber Kriminalrat beim BKA und frisch mit Eva Herden verheiratet. Auf der Hochzeitsreise haben sie eine unangenehme Begegnung, in die sich der Stewart Freder Guthmann einmischt. Zurück zu Hause gibt es direkt wieder Arbeit, Philipp und sein Team muss sich in Hamburg um Waffenschmggel kümmern, während Eva, die nun für den Spiegel arbeitet, möglicherweise die Chance bekommt, ein Interview mit Fidel Castro, dem kubanischen Präsidenten, zu führen.
1962 – war da nicht? Ja, es ist ganz typisch für die Reihe, deren fünfter Band dies ist, dass sie wichtige historische Momente der Bundesrepublik aufgreift. Hier sind die Stichwörter schon gefallen, Kuba und Spiegel, und es ist wieder interessant zu lesen, wie der Autor seine Protagonist:innen in die historischen Ereignisse verwickelt.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, vor allem die Philipps und Evas, aber auch zum Beispiel aus Freders Sicht und die McGeorge Bundys aus Präsident J. F. Kennedys Stab. So wird die Geschichte rundum beleuchtet und es berührt mehr als eine sachliche Erzählung. Auch wenn man das damalige Geschehen kennt, ist die Geschichte spannend, denn sie erzählt persönliche Verstrickungen fiktiver Personen, mit denen man trotzdem mitfiebern und mitleiden kann. Am Ende blieb für mich zwar eine Frage offen, aber so ist das Leben manchmal, und auch hier haben die, wenn auch fiktiven, Ereignisse dafür gesorgt, dass es keine Antwort mehr gegeben hat.
Der Band enthält einen Stadtplan des Hamburg von 1962, eine Zeittafel und ein interessantes Nachwort des Autors, das man unbedingt lesen sollte.
Auch Band 5 der Reihe hat mir wieder sehr gut gefallen, ich hoffe sehr, es wird nicht der letzte gewesen sein. Wer gerne gute historische Romane, auch aus der näheren Vergangenheit liest, sollte zugreifen, ich empfehle aber, die Reihenfolge einzuhalten.
Rezensionen von peedee:
Das Flüstern der Fische von Walter Christian Kärger
Sehr guter Reihenstart
Max Madlener, Band 1: Hauptkommissar Max Madlener, gerade frisch an die Kripo Friedrichshafen versetzt, soll sich um die Cold Cases, die uralten Vermisstenfälle, kümmern. Doch als in der Nähe von Meersburg eine Leiche in einem Swimmingpool gefunden wird – begleitet von fünf toten Fischen –, ist auch Madlener mit seiner Assistentin Harriet Holtby am Start.
Die ersten Ermittlungen deuten auf ein ungeheuerliches Motiv…
Erster Eindruck: Ein zurückhaltendes Cover, alles liegt im Nebel – sprichwörtlich für den Krimi?
Max Madlener, in seiner alten Dienststelle Stuttgart auch „Mad Max“ genannt, wurde in seine alte Heimat Friedrichshafen versetzt. Er hat in einer einzigen Nacht einen folgenschweren Fehler begangen, den er am liebsten vergessen würde. Aber das ist nicht möglich. Nun ist er wieder am Bodensee, bekommt alte Vermisstenfälle aufs Auge gedrückt und zudem noch diverse Therapiestunden beim Psychiater verordnet. Nun, da muss er jetzt durch. Der erste Lichtblick ist seine Assistentin Harriet Holtby, die ein phänomenales Gedächtnis hat und mit der die Zusammenarbeit bisher sehr gut funktioniert. Der zweite Lichtblick ist die schöne Pathologin, Dr. Ellen Herzog. Die Umstände des Kennenlernens sind zwar unschön, aber auch das kann man nicht immer auswählen.
Nach dem ersten Leichenfund dauert es nicht lange, bis eine zweite Leiche vermeldet wird. Beide waren einst Lehrer im Jan-Hus-Internat am Bodensee. Bei beiden wurden tote Fische gefunden. Wofür sollen diese Fische stehen? Die Ermittlungen gehen weit in die Vergangenheit und beleuchten Unfassbares… Wird die Täterschaft erneut zuschlagen?
Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Hauptprotagonisten Madlener und Holtby haben mir gut gefallen. Ich mag es, wenn auch Persönliches von den Ermittlern zur Sprache kommt. Zudem bin ich grosser Fan der Bodenseeregion und freue mich immer, wenn ich Schauplätze wiedererkenne. Die Geschichte hatte aus meiner Sicht zu viele Seiten (es hätten 100 Seiten weniger sein können); der Showdown war spannend, aber den Ausgang im Cold Case fand ich merkwürdig. Nichtsdestotrotz ein sehr gut gemachter Krimi mit einem schweren Thema – 4 Sterne.
Rezensionen von nessabo:
Sister, Sister von Emily R. Austin
Ganz tolle politische Botschaften, emotional aber leider ziemlich distanziert
Wie einige andere habe auch ich eher mit einer Schwestern-Geschichte gerechnet und irgendwie ist sie das natürlich auch. Allerdings sind die Erzählperspektiven so losgelöst voneinander, dass ich eine deutliche emotionale Distanz empfunden habe, die ich bei den behandelten Themen wirklich sehr bedaure.
Ich wollte so gern von der Beziehungsentwicklung der beiden irgendwie entfremdeten Schwestern lesen. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird auch deutlich, dass sie ihre durchaus schwere Kindheit ganz unterschiedlich verarbeiten und deshalb auch sehr verschieden auf Konflikte reagieren. Hier hätte in meinen Augen so viel Potenzial gesteckt, um die beiden sehr interessanten Figuren miteinander zu verbinden bzw. in direkten Konflikt treten zu lassen.
Die Autorin hat sich aber für einen ganz anderen Ansatz entschieden, den ich erzählerisch nicht einmal schlecht finde, aber er entspricht wirklich gar nicht dem Bild, das vom Klappentext gezeichnet wird. Fast die komplette erste Hälfte des Romans wird gefüllt von diversen Versionen eines Abschiedsbriefes. Der Ton Sigrids ist auf absurde Art nüchtern, manchmal zynisch, aber immer ehrlich - zumindest lässt Emily Austin uns das glaube. Denn im Endeffekt führt sie uns in die Irre und das nicht nur ein Mal.
Die Perspektivwechsel sind literarisch wirklich stark und vor allem die letzten 50 Seiten haben mich gepackt. Doch emotional blieb mir das Buch leider so fremd. Da ich mich ausschließlich inneren Monologen ausgesetzt sah, blieb für mich kaum Raum zum Fühlen. Ich bin kein großer Fan von sehr langer Introspektion und schätze sie eher als ergänzendes Element.
Besonders schade finde ich die Wahl der Erzählweise, weil Sigrids Figur und in Teilen auch die ihrer Schwester sowohl berührend als auch greifbar angelegt sind. Besonders Sigrids Lebensrealität und ihre Struggle damit kommen am Ende wunderbar raus, sodass ich ehrlich mitgefühlt habe. Dieser Part hätte für meinen Geschmack aber viel früher kommen und dann weiterentwickelt werden müssen.
So runde ich tendenziell auf für die politisch progressive Komponente der Geschichte und die in jedem Fall spannende Erzählweise, verbleibe aber aufrichtig traurig, dass mich dieses wichtige Thema nicht berühren konnte.
2,5 Sterne
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Das Erwachen von Kate Chopin
Einer der ersten amerikanischen feministischen Romane
Wir befinden uns im ausgehenden 19. Jahrhundert. Edna Pontellier verbringt den Sommer mit ihrer Familie auf Grand Isle, einer Insel bei New Orleans. Sie hat einen sehr wohlhabenden Mann, Léonce Pontellier, in sehr jungen Jahren geheiratet und mit ihm zwei kleine Kinder. Es ist eine typische Ehe dieser Zeit: patriarchale Strukturen, aus Vernunft geheiratet, emotionslos, aber nicht unbedingt schlecht.
Mit den Gesprächen der Frauen im Urlaub, die sich nur um Kinder, Ehemänner und Haushalt drehen, kann sie kaum mehr etwas anfangen. Sie verbringt viel Zeit mit Robert Lebrun, dem Sohn der Vermieterin und verliebt sich in ihn. Von einem auf den anderen Tag reist Robert ab und verreist für unbestimmte Zeit nach Mexiko. Er weiß, dass diese Liebe nicht sein darf.
Nach der Rückkehr aus dem Sommerurlaub kann Edna nicht mehr in ihren Alltag zurückkehren und bricht aus den ehelichen Strukturen aus. Sie richtet kein Dinner für die Geschäftsfreunde ihres Mannes aus, die Kinder werden zu den Großeltern gebracht und sie beginnt zu malen.
Ein Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Ednas Handlungen und Gedanken sind aus heutiger Sicht so nachvollziehbar – damals skandalös. Eine Frau, die nach Jahren feststellt, dass für sie das Lebenskonzept „Kinder, Haushalt und Ehemann“ nicht länger erfüllend ist.
Der Roman erschien 1899 in Amerika und war eine Revolution in Anbetracht der damaligen Konventionen. Im deutschsprachigen Raum wurde er erstmals 1978 veröffentlicht.
Heute gehört der Roman insbesondere in Amerika zum Kanon der feministischen Literatur.
Aus dem amerikanischen Englisch von Melanie Walz und einem sehrklugen Nachwort von Barbara Kingsolver
Rezensionen von gerlisch:
Revenge von Svenja Diel
Düsterer YA-Thriller
Revenge von Svenja Diel startet mit einer wirklich starken Grundidee, ein düsterer YA‑Thriller voller Geheimnisse, Lügen und familiärer Abgründe. Genau dieses Setting hat mich zunächst sehr neugierig gemacht. Leider konnte das Buch diese vielversprechende Ausgangslage für mich nicht halten.
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, eine Schreibweise, die bei mir grundsätzlich Spannung erzeugt.
In diesem Fall waren die Übergänge jedoch nicht immer klar erkennbar, sodass ich beim Lesen mehrfach aus dem Fluss gerissen wurde. Statt zusätzlicher Dynamik entstand für mich eher Verwirrung.
Der Schreibstil ist leicht und gut zugänglich, doch die Handlung entwickelt sich nur langsam. Ich hatte Mühe, dauerhaft am Ball zu bleiben, verlor zwischendurch den Faden und fühlte mich selten wirklich gefesselt. Gerade bei einem Thriller ist das ein entscheidender Punkt.
Auch die Figuren blieben für mich schwierig. Sie wirken unsympathisch, was sicherlich von der Autorin bezweckt wurde und zur Thematik aus Intrigen, Verrat und familiären Konflikten durchaus passt. Zwar sind die Emotionen der Charaktere vorhanden, aber oft nicht greifbar genug, um mich wirklich mitzunehmen.
Am Ende bleibt für mich der Eindruck eines Romans mit toller Grundidee, der jedoch hinter seinem Potenzial zurückbleibt. Atmosphäre und Themen sind stark, die Umsetzung konnte mich aber leider nicht überzeugen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Küstenstille von Petra Tessendorf
Mega toller Krimi
Dies ist mein erstes Buch der Autorin und da Cover und Klappentext mich direkt angesprochen haben, bin ich gleich gestartet :
Der Schreibstil von Petra Tessendorf ist leicht und flüssig, was den Einstieg zu diesem Küsten Krimi ziemlich leicht gelingen lässt. Direkt wurde ich an der Ostsee in Empfang genommen und ziemlich schnell war ich in dem spannenden Fall gefangen ( zuvor möchte ich noch erwähnen, dass dies der vierte Band einer Reihe ist, die Bücher aber in sich geschlossen und einzeln lesbar sind ):
Ein Kunstsammler stürzt vor einer Enthüllung in den Tod – ist es ein Unfall gewesen, oder hatte hier jemand seine Hand im Spiel ? Dies gilt es für Johann Lupin mitsamt seinem Sohn Paul zu ermitteln.
Dabei läuft nicht alles linear und als Leser/in wird man von der Autorin mit vielen Wendungen an der Nase herum geführt; hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Mir gefallen Regionalkrimis sehr gut und da hat die Autorin wirklich viel vom Setting mit in das Buch einfließen lassen. Den Küsten Flair und ein bisschen Meeresluft hat man beim Lesen allemal im Kopf und auch die Figuren, die Petra Tessendorf aufgezeichnet hat, gefallen mir sehr. Authentisch beschreibt sie ihre Charaktere, die von tollen Dialogen und dem Umgang miteinander lebendig werden.
Das Mit-Rätseln hat unheimlich viel Spaß gemacht und die vorherigen drei Bände werde ich mir sicherlich auch zulegen. Eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung für diesen tollen Krimi !
Rezensionen von Peter Burk:
Könige im Wilden Kaiser von Nicholas Mailänder; Peter Brandstätter
Hulala – 100 Jahre Edelweißgilde
Der Wilde Kaiser zählt zu den bekanntesten Klettergebieten der Alpen. Generationen von Bergsteigern haben seine Wände durchstiegen, neue Routen erschlossen und alpine Geschichte geschrieben. Mit kaum einer Gemeinschaft ist diese Geschichte so eng verbunden wie mit der Edelweißgilde Kitzbühel, die 1925 gegründet wurde und ihr 100-jähriges Bestehen feierte.
Das Buch „Könige im Wilden Kaiser“ zeichnet ihren Weg von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit nach.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen hinter den legendären Kaisertouren: Bergsteiger, Kletterpioniere und Charakterköpfe, die mit den damaligen Mitteln Leistungen vollbrachten, die noch heute Respekt einflößen. Gleichzeitig zeigen die Autoren, dass sich auch die Berge nicht von den gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit abkoppeln konnten. Die politischen Spannungen der 1930er- und 1940er-Jahre fanden ihren Niederschlag ebenso im Vereinsleben der Gilde.
Das Buch würdigt die beeindruckenden alpinen Leistungen der Gildenmitglieder ebenso wie die problematischen Kapitel der Vereinsgeschichte. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild einer Gemeinschaft, die von Kameradschaft, Leidenschaft für die Berge, aber auch von Konflikten und Zerwürfnissen geprägt war.
Wer sich für den Wilden Kaiser, die Geschichte des Alpinismus oder die Menschen hinter den Erstbesteigungen interessiert, findet hier weit mehr als eine klassische Jubiläumsschrift. Es ist ein Buch über Bergsteiger und ihre Zeit – und damit auch ein Stück Tiroler Geschichte. Die Fülle an historischen Details macht das Werk zu einer interessanten Quelle für geschichtlich und alpinistisch Interessierte, dürfte aber vor allem Liebhaber von Vereins- und Regionalchroniken ansprechen.
Rezensionen von Island :
The Iced Caramel Coffee Agreement (Lower Whilby 2) Lower Whilby von Kyra Groh
Unterschiede, die sich anziehen...
Nachdem mir der erste Roman von Kyra Groh, zu dem ich das Hörbuch gehört habe, sehr gut gefallen hat, mich der erste Teil der Lower Whilby-Reihe aber dann etwas enttäuscht hat, wollte ich dennoch wissen, was nun im zweiten Teil passiert. Das Cover ist wieder recht bunt, eher frühlingshaft und zu einer Liebesgeschichte passend, gestaltet, wobei ich die Fahrräder nun nicht so sehr mit den Hauptpersonen verbinde, dass sie mit auf das Cover gemusst hätten.
Im Mittelpunkt der Handlung steht diesmal Eleanore, die im ersten Teil schon eine Nebenrolle inne hatte. Sie hat jung ihre Mutter verloren, arbeitet im Büro des Bürgermeisters und gilt als zuverlässig und gute Freundin. Allerdings hatte sie noch nie Sex, obwohl sie bereits Mitte 20 ist und gerne eine Beziehung hätte. Heimlich verliebt ist sie seit Jahren in Dex, den Bruder des Cafébetreibers. Er ist als Musiker in einer Krise und ziemlich übel abgestürzt und quartiert sich bei seinem Bruder ein, weil er aus London weg musste. Eleanore und Dex vereinbaren schließlich, dass er ihr dabei hilft, öfter über ihren Schatten zu springen, während sie ihn unterstützt, wieder zu dem zu werden, der er sein möchte.
Prinzipiell sind die beiden nicht unsympathisch, so ganz hat sich mir die Anziehung zwischen ihnen aber nicht erschlossen, da sie doch sehr verschieden sind und für mich nicht vollständig deutlich wird, was genau sie so sehr am anderen fasziniert. Dass Eleanore mit Mitte 20 noch nicht einmal einen Mann geküsst hat, obwohl es heutzutage viel mehr Möglichkeiten gäbe, Dates zu haben und, dass sie in mancher Hinsicht sehr naiv auftritt, erschien mir zudem etwas unrealistisch. Ansonsten ist es eine gut lesbare Geschichte, die in einer netten britischen Kleinstadt spielt und Kyra Groh schreibt auch wieder recht humorvoll. Eine etwas größere Rolle hätte für mich die Musik spielen dürfen, da Dex ja schließlich Musiker ist und seine Eltern sogar sehr berühmt in diesem Bereich. Was mich leider auch diesmal wieder sehr gestört hat, sind die sehr expliziten Szenen, die zu viel Raum einnehmen. Insbesondere bei einem Hörbuch ist mir das wirklich unangenehm, wenn ich das auch beim Kochen oder Autofahren mit offenem Fenster höre. Ich hätte es bevorzugt, mehr der Phantasie zu überlassen. Abgesehen davon empfand ich die Sprecher:innen des Hörbuchs als passend gewählt, der Wechsel zwischen beiden sorgte zudem für Abwechslung und dafür, dass man sich gut orientieren konnte, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird.











