Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Schlafmurmel:
Ein Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig
Düsteres Märchen voller Geheimnisse und Gänsehaut
Das wunderschöne Cover und der märchenhafte Titel haben mich schon ab der ersten Seite an ein Märchen aus meiner Kindheit erinnert – ich glaube, es waren „Die zertanzten Schuhe“. Im Mittelpunkt steht Annaleigh und ihre elf Schwestern. Bereits zu Beginn sind vier von ihnen auf mysteriöse und unerklärliche Weise ums Leben gekommen, und schnell wird klar, dass hinter all dem mehr steckt.
Nach den ersten Seiten und den vielen Bällen und zertanzten Schuhen kommen einem natürlich einige Vermutungen. Ich selbst hatte von Anfang an einen ganz bestimmten Verdacht – vor allem, was die Schwiegermutter der Mädchen betrifft. Mehr verrate ich aber nicht.
Die Geschichte ist düster und lädt zum Miträtseln ein. Das alte Herrenhaus auf den Klippen, die stürmische See und die raue Küste erschaffen eine fantastische Atmosphäre. Man spürt die Trauer der Familie und hat ständig das Gefühl, dass hinter jeder Ecke ein Geheimnis lauert und jeden Moment etwas Unheimliches geschehen könnte.
Annaleigh ist eine sympathische Protagonistin. Sie ist klug, mutig und einfühlsam und möchte nur das Beste für ihre Schwestern und ihre Familie. Doch wird sie herausfinden, was hinter all den Ereignissen steckt? Liegt wirklich ein Fluch auf ihrer Familie?
„Haus aus Salz und Tränen“ ist ein wunderbares modernes Märchen voller Magie, dunkler Geheimnisse und überraschender Wendungen. Die Mischung aus Spannung, geheimnisvoller Atmosphäre und einer kleinen Portion Gänsehaut hat mir richtig gut gefallen. Und das Beste: Meine Vermutung hat sich tatsächlich bestätigt!
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die düstere Märchen und geheimnisvolle Geschichten lieben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit von Tom Sacher
Hier ist wenig, wie es scheint
Der zweite Fall für Kaiserin Elisabeths Kammerdienerin Liesel und dem Hoffotografen Viktor Angerer spielt kurz nach dem verheerenden Brand des Wiener Ringtheaters 1881, bei dem Hunderte Menschen getötet worden sind und nur wenige gerettet worden sind. Weil man der Gasbeleuchtung einen großen Anteil an dem Brand zumisst, wird versucht, die Beleuchtung auf elektrischen Strom umzustellen, was naturgemäß der Gaslobby, die vor allem aus Kohlegrubenbesitzern besteht, die um ihre Gewinne fürchten, nicht gefällt.
Wie man weiß, ist Kaiser Franz Joseph Neuerungen ziemlich abhold, weshalb er von den „Funken einer neuen Zeit“ rein gar nichts hält. Das wiederum setzt seine Gemahlin Kaiserin Elisabeth in Marsch, ihm durch mehr oder weniger subtile Interventionen, versucht, das „neumodische Teufelszeug“ schmackhaft zu machen.
Doch zurück zum Buch!
Während einer Veranstaltung kommt die junge Tänzerin Noelani, Mitglied der Reisegruppe des hawaiianischen Königs, der gerade in Wien weilt, ums Leben. Schnell stellt sich heraus, dass Noelani sowohl männlich als auch weibliche Geschlechtsmerkmale aufweist, was man in Hawaii zu schätzen weiß, in Wien aber als Kuriosität gilt. Ist nun auch Lili, die Schwester des Königs in Gefahr?
Kaiserin Elisabeth beauftragt ihre pfiffige Kammerdienerin Liesel und Viktor Angerer den Mord aufzuklären. Instinktiv will Liesel eigentlich Wien nicht verlassen. Doch kann man der Kaiserin von Österreich widersprechen?
Widerwillig begeben sich Liesel und Angerer zunächst einmal nach Brünn, um wenig später nach Prag reisen zu müssen und dort einen weiteren Auftrag der Kaiserin zu erfüllen.
Meine Meinung:
Tom Sacher, hinter diesem Namen verbirgt sich niemand anderer als Krimi-Autor Michael Seitz, hat uns hier einen interessanten Krimi, in dem er reale Personen mit fiktiven Charakteren geschickt mischt, beschert. So lässt der Herr Autor den realen und an technischen Neuerungen interessierten Dichter Ludwig Ganghofer (1855-1920), der im Herbst 1881 tatsächlich als Dramaturg, des im Dezember des gleichen Jahres abgebrannten im Ringtheaters beschäftigt gewesen ist, die fiktive Schauspielerin Lolo aus der brennenden Künstlergarderobe retten. Dabei trägt sie schwere Verbrennungen davon und muss ihre Karriere nicht nur deswegen beenden.
Auch der Aufenthalt des hawaiianischen Königs samt Entourage in Wien, der mir schon bekannt gewesen ist, trägt dazu bei, die Story farbenprächtig und lebendig zu gestalten. Gleichzeitig erhalten wir Einblick in die Abgründe wie mit der die feine Wiener Gesellschaft Andersartigkeit begegnen. Der Standesdünkel, mit dem der alte (oft verarmte) Adel auf den (Geld)Adel verächtlich herabsieht, ist schwer zu ertragen. Ebenso sind Antisemitismus, Verschwörungstheorien rund um die Freimaurerei und verbotene Duelle geschickt in den historischen Krimi verwoben.
Gut gefällt mir, wie die technischen Details der Stromerzeugung sowie die lebensgefährlichen Zusammenhänge von Wasser und Elektrizität, so quasi im Vorbeigehen, erklärt werden. Die neugierige Liesel ist hier perfekt in Szene gesetzt. Obwohl sie Analphabetin ist, ist ihr eine schnelle Auffassungsgabe in die Wiege gelegt. Ich denke, dass sie endlich lesen und schrieben lernen sollte, egal ob die Kaiserin das goutiert oder nicht. Das absichtliche „dumm halten“ von Untertanen ist mir immer wieder ein Gräuel. Bayern hin oder her, herrscht nicht auch dort die Schulpflicht? Angerer oder Ganghofer böten sich hier als heimliche Lehrer an.
Schmunzeln musste ich über den Auftritt des „Amerikaners“ William Cody Johnson. Hier hat der Autor Anleihen beim echten Varieté-Star William Frederick Cody (1846-1917), genannt Buffalo Bill, genommen, der mit seiner Wild-West-Show mehrere Jahre durch Europa gereist und im Mai 1890 auch im Wiener Prater aufgetreten ist. Auch ein Onkel von Albert Einstein hat einen kurzen Auftritt, bei dem er sich um die Sprachlosigkeit und den Geisteszustand des kleinen Albert sorgt.
Die Darstellung der Kaiserin Elisabeth lässt sie in einem differenzierten Licht sehen. So wählt sie ihre Hofdamen nicht (nur) unter dem Aspekt der Genealogie aus, sondern wegen deren „gesunden Füßen“. Wenn man sich die Schuhe der damaligen Zeit ansieht und die Gepflogenheiten Elisabeths, flotten Schrittes über Stock und Stein zu eilen, eigentlich durchaus vernünftig. Trotzdem kommt sie nicht umhin, Speichelleckerinnen wie Gräfin von Tolna, die eifersüchtig auf Liesel herabsieht, um sich zu dulden.
Für diejenigen, die sich am realen Wiener Hof nicht so gut auskennen, gibt es ein Personenverzeichnis. Natürlich darf auch Luziwuzi, das Enfant Terrible der Habsburger, Erzherzog Ludwig Viktor, der jüngste Bruder des Kaiser, der schwul ist und immer wieder in Frauenkleidern anzutreffen ist, nicht fehlen. Zudem gibt es im Nachwort Hinweise auf die Entstehungsgeschichte dieses historischen Krimis sowie was Fakt und was Fiktion ist.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem zweiten Fall für das ungleiche Ermittlerpaar Liesel und Viktor, der im historischen Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts spielt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Lili-Marie:
Supermond und Kugelblitz von Emily Hawkins; Vlad Stankovic
Die Wunder der Natur
In diesem wunderschön gestaltetem Buch werden die Wunder der Natur oberflächlich aber durchaus informativ vorgestellt und erklärt. Dabei ist das Buch in fünf verschiedene Kategorien (Weltraum, Wetter, Pflanzen, Tiere und Naturschauplätze) eingeteilt. Hier ist für jeden etwas spannendes dabei und auch die großen Leser können hier noch etwas mitnehmen.
Mir hat das Thema Wetter sehr gut gefallen, denn hier habe ich noch einiges Neues erfahren und konnte ein bisschen was mitnehmen. Vom Tierreich habe ich etwas anderes erwartet und dieser Teil des Buches hat mir am wenigsten gefallen.
Ganz hinten im Buch befindet sich ein Glossar, dass noch mal einige Begriffe aufgreift und eine kurze Erläuterung bietet.
Die Texte sind sehr leicht verständlich und schön kurz gehalten, sodass die Aufmerksamkeit nicht abhanden kommt.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und die Aufmachung finde ich auch sehr gelungen. Die Illustrationen sind sehr anschaulich und helfen den Text gut zu verstehen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Wenn stille Wasser tödlich sind von Karen Finch
Spannung vor toller Kulisse
Dies ist mein erstes Buch von Karen Finch und ich war sehr neugierig darauf, denn der Klappentext hat mich sehr angesprochen.
So bin ich mit dem Buch gestartet und konnte mit dem Schreibstil von Karen Finch auch direkt in die Geschichte rein finden. Die Kulisse von Grishton Hall wird toll dargestellt und bildhaft erzählt und trägt – meiner Meinung nach – auch erheblich zur Stimmung der Geschichte bei.
Was erst nach einem Erb-Fall aussieht, entwickelt sich schnell zu einem Mordfall und schon sind wir mitten drin – tolle Charaktere, mitreißende Dialoge; all das machen die Geschichte aus. Die Autorin versteht es perfekt, den Leser / die Leserin mitzunehmen und mit ihren Figuren, die sie zum Leben erwachsen lässt, direkt mit in den Fall einzubeziehen.
Starke Wendungen und tolle zwischenmenschliche Dialoge, die das Geschehen sehr authentisch machen lassen einen förmlich durch das Buch fliegen. Ich konnte es stellenweise nicht zur Seite legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.
Spannender Cosy Crime mit wundervoller Kulisse und einer Prise Humor – mich hat die Autorin damit auf jeden Fall gewonnen. Deshalb gibt es von mir eine ganz klare Empfehlung für diesen tollen Krimi, der tolle Lesezeit garantiert !
Das Buch Wenn stille Wasser tödlich sind von Karen Finch ist am 26. Mai 2026 beim HarperCollins erschienen.
Rezensionen von Buchseelensammlerin:
Ein Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig
Mystisches Gothic-Märchenretelling
Bei "Ein Haus aus Salz und Tränen" handelt es sich um ein mystisches Gothic-Märchenretelling zu "Die zertanzten Schuhe" und den ersten Band einer Reihe.
Das Cover ist sehr schön und passend zur Geschichte gestaltet worden. Vor allem die verschiedenen Blautöne und die goldene Schrift wurden sehr gut gewählt.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und detailreich. Die Autorin hat hier eine mystische und düstere Atmosphäre geschaffen, die einen direkt in seinen Bann zieht, weshalb ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Gleich zu Anfang begleiten wir die Protagonistin Annaleigh und ihre sieben Schwestern auf die Beisetzung ihrer Schwester Eulalie, die bereits die Vierte ist, die auf mysteriöse Weise ums Leben kam.
Annaleigh wirkt für ihr Alter sehr reif und glaubt nicht daran, dass die Familie verflucht ist oder es sich beim Tod von Eulalie um einen Unfall handelte. Sie begibt sich auf die Suche und es ist interessant zu lesen, was sie dabei alles erlebt.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, vor allem weil für das Retelling keines der gängigen Märchen, wie z.B. "Die schöne und das Biest", gewählt wurde.
Zudem ist "Ein Haus aus Salz und Tränen" eine gute Mischung, da es Bereiche aus Fantasy, etwas Crime und Märchen beinhaltet.
Ich freue mich schon auf Band 2, der im Oktober erscheint.
Rezensionen von ReiShimura:
Summer Tides von Sarah Fulmar
Zwischen Küstenromantik und vorhersehbarer Handlung
Sarah Fulmars Auftaktroman ihrer St. Ives Serie ist ein etwas flacher, aber dennoch unterhaltsamer Liebesroman. Das Buch ist perfekt für einen Strandtag an dem man seinen Kopf abschalten und dennoch etwas lesen möchte.
Das Cover des Buches ist ansprechend und passt hervorragend zum Handlungsort des Romans.
Da es sich um den Start einer Reihe handelt, habe ich damit gerechnet, dass sehr viele Personen vorgestellt werden, die dann in weiterer Folge die Hauptpersonen sein werden. Mit dieser Vermutung hatte ich Recht und die ersten Kapitel widmen sich vornehmlich der Personenvorstellung und -beschreibung.
Der Schreibstil der Autorin ist im Großen und Ganzen sehr angenehm. Besonders genossen habe ich die ausführlichen Beschreibungen der Landschaft und Umgebung von St. Ives. Obwohl ich Cornwall bis dato noch nicht bereist habe, ist mir bewusst, dass dies landschaftlich ein besonders schöner Fleck ist. Weniger gut gefallen hat mir die Einflechtung von zu vielen englischen Begriffen, an Stellen, an denen dies nicht notwendig ist.
Mit der weiblichen Hauptperson, Scarlett, hatte ich von Anfang an so meine Schwierigkeiten. Viele ihrer Unsicherheiten und Probleme habe ich nachvollziehen und verstehen können. Dennoch war sie für ihr Alter und ihre Berufserfahrung dann für meinen Geschmack doch ein wenig zu naiv. Ich hatte gehofft, dass Scarlett im Laufe des Buches eine ordentliche Charakterentwicklung durchmachen wird. Diese war zwar vorhanden, aber nicht in dem notwendigen oder erwarteten Ausmaß.
Jonah war mir deutlich sympathischer als Scarlett, aber auch mit ihm hatte ich so meine Probleme. Sein innerer Konflikt wurde von der Autorin zunächst überdramatisiert, nur um ihn wenig später recht schnell wieder aufzulösen. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass sie Jonah diese Schwierigkeiten nur gegeben hat, damit sie das Thema Therapie und mentale Gesundheit einbinden kann.
Ein Spannungsbogen ist kaum vorhanden und recht schnell ist klar, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Der Weg dahin hätte ein wenig spannender und fesselnder sein können. Der Roman ließ sich zügig lesen und hat mich phasenweise gut unterhalten. Es gibt aber deutlich stärkere Bücher in diesem Genre.
Trotz vieler kleiner Mängel und Schwächen hat die Autorin es geschafft mich neugierig auf die weiteren Bände der Reihe zu machen. Ich möchte die Reihe all jenen empfehlen, die einen leicht lesbaren Liebesroman suchen.
Rezensionen von DoraLupin:
Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit von Tom Sacher
Interessanter Krimi zur Zeit von Kaiserin Sisi
Da ich historische Kriminalromane sehr gerne lese, war ich auf dieses Buch gespannt, denn bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig darauf gemacht. Obwohl es sich hier um den zweiten Teil einer Reihe handelt, hatte ich überhaupt keine Probleme in die Geschichte reinzufinden und konnte das Buch gut auch eigenständig ohne Vorwissen lesen.
Der Autor führt den Leser nach Wien in die 1880er-Jahre. In einer Zeit des Aufbruchs versetzt der verheerende Brand des Ringtheaters die Stadt in Schockstarre. Aus den Flammen wird die Schauspielerin Lolo von Trotta gerettet. Ihre Karriere ist zerstört, ihr Ruf bereits seit einem skandalumwitterten Treffen mit dem hawaiianischen König im Prater ruiniert. Wenige Monate später stirbt eine Tänzerin aus dem Gefolge der Schwester des Königs während einer Vorstellung. Besteht eine Verbindung zu Lolo?
Kaiserin Sisi lässt ihre Kammerdienerin Liesel und den Hoffotografen Viktor Angerer diskret ermitteln. Ihre Nachforschungen führen von den Salons Wiens bis in die dunklen Ecken des höfischen Lebens - und tief in die Schatten der Belle Époque.
Der Schreibstil war locker und einfach zu lesen und deshalb habe ich schnell in die Geschichte reingefunden. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass der Autor immer wieder den Wiener Dialekt mit in die Story aufgenommen hat, dies hätte noch etwas mehr sein dürfen für meinen Geschmack, da es die Geschichte authentisch macht.
Ich habe immer wieder spannende Einblicke in das Leben zu der damaligen Zeit erhalten und einiges dazugelernt, was für mich ein absoluter Pluspunkt ist. Gerade den Alltag der Kaiserin Sisi wurde sehr anschaulich beschrieben.
Liesel und der Hoffotograf Viktor Angerer sind sympathische Protagonisten, mit denen ich schnell mitfiebern und mitermitteln konnte.
Der Krimianteil hat mir anfangs sehr gut gefallen, ab der Mitte des Buches ungefähr wurde es mir aber etwas viel, viel Action, viele Namen und viele Kriminalfälle. Da wäre etwas weniger auch mehr gewesen. Nichtsdestotrotz habe ich den Krimi sehr gerne gelesen und auch einige für mich neue historische Details erfahren. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für Fans von historischen Krimis.
Rezensionen von Emmmbeee:
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer
Zweite Chance?
Den ersten Teil des Romans würde ich am liebsten mit „Distanzen, wohin ich sehe“ übertiteln. Es friert mich fast. Jede Person steht ganz allein für sich da, mit viel Abstand rings um sich: in der Vergangenheit Eltern zu ihren Kindern, Almas Großvater zur Familie sowie Théo zu seinem Vater, aktuell die beiden Protagonisten.
Verbundenheit zeigt sich noch am ehesten zur längst verstorbenen Großmutter, die zwischen dem allzu strengen, narzißtischen Großvater (ein bis ins Mark korrekter Jurist) und der Familie zu vermitteln versucht hatte.
Beim Anlass seines Todes sehen sich Alma und Théo zum ersten Mal. Jahre später sind sie im südfranzösischen Haus von Almas verstorbenen Großeltern wieder beisammen, acht Tage lang. Zwar sind sie miteinander in der Zwischenzeit eine Liebesbeziehung eingegangen, doch die hat sich zerschlagen. Sie lieben sich noch, und doch tauchen grundlegende Fragen auf. Was spricht für eine Trennung, was für ein erneutes Bemühen um das vorherige Glück? Ist eine Investition in eine gemeinsame Zukunft zum Scheitern verurteilt, oder könnte ihre Liebe wie Phönix aus der Asche neu auferstehen? Fürs erste sind die beiden jungen Menschen allein im Haus, auf Abstand bedacht, vorsichtig alles hinterfragend.
Erst allmählich konnte ich mein anfängliches Frieren ablegen und bin mit dem Kennenlernen der näheren Umstände ihres Annäherns und Auseinanderdriftens zusehends aufgetaut. Abwechselnd wird aus Almas und Théos Sicht erzählt. Beide studieren (sie Kunst, er Architektur) und sind sehr sensibel, aber auch introvertiert, sodass es leider an klärender Kommunikation zwischen ihnen fehlt. Manchmal hätte ich am liebsten helfend eingegriffen, denn der Liebe muss doch geholfen werden, wenn sie schon einmal da ist. Aber daneben muss ich nun am Schluß der Lektüre sagen: Vom einen oder anderen hätte ich schon mehr gewusst, um noch besser zu verstehen. Dass die Autorin genauer auf die Personen eingeht, sie noch mehr herausmodelliert, ihnen die eine oder andere Ecke und Kante mehr gibt, mehr Vertiefungen. So ist Eva Pramschüfer für meinen Geschmack ein wenig zu sehr an der Oberfläche geschwommen, um das Coverbild mit einzubeziehen.
Dennoch, ein gelungenes Debut. Von dieser Autorin möchte ich gerne mehr lesen.
Rezensionen von Dorsay:
Truck It! von Bobby Bolton
Eine unkonventionelle Weltreise
Das Leben von Bobby Bolton ist ein einziger Scherbenhaufen. Seine langjährige Gefährtin gab ihm den Laufpass, die Firma, die er sich aufgebaut hatte, erleidet Schiffbruch, er muss Konkurs anmelden. So nimmt er all seinen Mut zusammen, verkauft seinen gesamten Besitz, baut einen alten LKW zu einem Wohnmobil um und erfüllt sich einen lag gehegten Traum, eine Weltreise mit seinem Hund Red zu starten.
In Frankreich lernt er Marie mit ihrer Hündin Rubia kennen, die beiden schließen sich spontan Bobbi an und begleiten ihn. Was für eine Ereignisreiche Reise voller Abenteuer, Komplikationen, Ängste aber auch freundliche offenen Menschen, die Essenseinladungen aussprechen, Freundschaften werden geschlossen. Bobbi verliebt sich neu, und zwar in seine Begleitung Marie. Leicht zu lesender Reiseberich. Ich hätte mir allerdings die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge gewünscht. Gefehlt haben Fotos und Kartenmaterial zum besseren Verständnis. Trotzdem alles in allem eine spannende Schilderung der Ereignisse.
Rezensionen von Shilo:
Die vergessene Tochter von Soraya Lane
Bewegend, atmosphärisch und voller Herz
Charlotte ist eine Figur, deren Weg neugierig macht. Kaum hält sie das Kästchen mit dem Ring und dem Wappen in den Händen, beginnt eine Suche, die immer weitere Kreise zieht. Dabei wird nach und nach sichtbar, wie viel von Amalies Vergangenheit noch bis in die Gegenwart hineinwirkt.
Besonders die Kapitel aus den fünfziger Jahren sind mir noch lange im Gedächtnis geblieben.
Amalie erlebt Dinge, die das weitere Leben prägen, und manches davon geht näher, als zunächst erwartet. Gerade weil nicht sofort alles offengelegt wird, entsteht ein ständiger Wunsch weiterzulesen.
Charlotte versucht gleichzeitig, ihren eigenen Platz zu finden. Die Arbeit im Hotel, die Rückkehr nach Norwegen und die Begegnungen mit Menschen aus ihrem Umfeld fügen sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein. Dadurch geht es nicht nur um alte Familiengeheimnisse, sondern auch um neue Entscheidungen.
Was mir an diesem Band gefallen hat, war die ruhige Art des Erzählens. Die Handlung braucht keine übertriebenen Wendungen, um interessant zu bleiben. Vieles entwickelt sich Schritt für Schritt. Das passt gut zu der Geschichte und ihren Figuren.
Auch die norwegische Kulisse bleibt nicht bloß Beiwerk. Die Fjorde, die Atmosphäre und die Verbundenheit vieler Figuren mit ihrer Heimat verleihen dem Roman eine besondere Stimmung. Manche Szenen wirkten dadurch fast so, als würde man selbst mit auf die Reise gehen.
Am Ende fügen sich die einzelnen Teile zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Einige Antworten überraschen, andere machen nachdenklich. Vor allem aber zeigt die Geschichte, wie lange Entscheidungen nachwirken können und wie eng verschiedene Generationen miteinander verbunden bleiben.
5 Sterne.










