Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ravenmoon:
Summer Heat von Solveig-Marie Kastner
Zwischen Sommerflair und leiser Unruhe
Mit Summer Heat von Solveig Marie Kastner habe ich ein Buch gelesen, das sich nicht sofort festlegen lässt – und genau das macht seinen Reiz aus.
Schon optisch vermittelt das Cover dieses typische Gefühl von Sonne, Leichtigkeit und ein bisschen Luxus. Man erwartet fast eine unbeschwerte Sommergeschichte – bekommt aber deutlich mehr als das.
Der Einstieg gelingt mühelos: Die Sprache ist klar, ruhig und sehr zugänglich. Man gleitet förmlich durch die Seiten und ist schnell mitten im Geschehen. Dabei entsteht eine besondere Nähe zu den Figuren, als würde man ihnen beim Denken über die Schulter schauen.
Was mir besonders aufgefallen ist: Die Geschichte setzt nicht auf Tempo oder große Knalleffekte. Stattdessen entwickelt sich alles eher unterschwellig. Es ist diese leise, manchmal fast träge wirkende Erzählweise, die aber genau dadurch eine ganz eigene Sogwirkung entfaltet. Man bleibt dran, nicht weil ständig etwas explodiert – sondern weil sich Stück für Stück etwas zusammenbraut.
Auch die Atmosphäre spielt dabei eine große Rolle. Hinter der sommerlichen Fassade liegt spürbar etwas Unangenehmes, das sich immer mehr bemerkbar macht. Diese unterschwellige Spannung hat mir gut gefallen.
Die Hauptfigur ist dabei kein klassischer Sympathieträger. Sie wirkt in manchen Momenten sehr klar und stark, in anderen eher impulsiv und schwer einzuordnen. Gerade das macht sie interessant, auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen komplett nachvollziehen konnte.
Durch die verschiedenen Perspektiven bekommt die Geschichte zusätzliche Tiefe, ohne dabei unübersichtlich zu werden. Nach und nach fügen sich die einzelnen Eindrücke zu einem Gesamtbild zusammen, das durchaus Eindruck hinterlässt.
Wer hier einen actionreichen Thriller erwartet, wird vermutlich nicht ganz abgeholt. Wer sich aber auf eine ruhig erzählte, atmosphärische Geschichte mit emotionalen und auch unangenehmen Zwischentönen einlässt, wird einiges daraus mitnehmen.
Rezensionen von ravenmoon:
Vega Varg - Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg
Atmosphärischer Schwedenkrimi
„Das Schweigen der Insel“ überzeugt zunächst mit genau dem, was man sich von einem skandinavischen Krimi erhofft: eine dichte, leicht düstere Atmosphäre, ein spannender Schauplatz und eine Ermittlerin, die aus der Masse heraussticht. Vega Varg ist eine interessante Hauptfigur – erfahren, bodenständig, keine junge Überfliegerin, sondern eine Frau mit Lebenserfahrung, Ecken und Kanten.
Besonders ihre Rolle als Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter verleiht ihr zusätzliche Tiefe.
Allerdings liegt hier für mich auch eine der Schwächen des Romans. Der Kriminalfall ist sehr stark mit Vegas Familienleben verknüpft – ein Stilmittel, das man aus vielen Schwedenkrimis kennt. Mir persönlich war dieser Fokus etwas zu dominant. Nicht jede Geschichte braucht eine so enge Verbindung zwischen Ermittlerin und Fall, und hier hätte ich mir mehr Distanz gewünscht.
Auch die verschiedenen Handlungsstränge konnten mich nicht vollständig überzeugen. Einer davon wirkte auf mich eher konstruiert, fast so, als müsse man unbedingt noch einen weiteren Spannungsbogen einbauen. Weniger wäre hier meiner Meinung nach mehr gewesen.
Ein weiteres Thema sind die Plot-Twists. Grundsätzlich liebe ich überraschende Wendungen – aber in diesem Fall waren es schlicht zu viele. Ein Twist funktioniert, zwei sind noch okay, doch wenn dann auf den letzten Seiten noch einer draufgesetzt wird, verliert das Ganze an Wirkung. Zudem war der Haupttwist für mich leider recht früh vorhersehbar. Wer viele Krimis liest, wird hier vermutlich ähnlich empfinden.
Was den Roman jedoch definitiv trägt, ist der Schreibstil. Dieser ist flüssig, atmosphärisch und sehr angenehm zu lesen. Auch die Übersetzung wirkt stimmig und rund, sodass man schnell in die Geschichte eintaucht und gerne weiterliest.
Fazit:
Ein solider, atmosphärischer Schwedenkrimi mit einer starken Hauptfigur und tollem Schreibstil. Für Fans des Genres definitiv empfehlenswert. Wer allerdings schon viele nordische Krimis gelesen hat, könnte die Handlung als etwas vorhersehbar und in Teilen überladen empfinden.
Rezensionen von ravenmoon:
Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte
Leichtigkeit und Melancholie
„Au revoir und tschüss“ ist für mich ein Roman, der sich unglaublich angenehm lesen lässt. Die Autorin schreibt in einem sehr eingängigen, warmen Stil, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Schon die Leseprobe hatte mich damals neugierig gemacht, weil sie diese besondere Mischung aus Alltag, Gefühl und leiser Melancholie transportiert hat – und genau das zieht sich auch durch das gesamte Buch.
Besonders gelungen finde ich, wie die Geschichte emotional erzählt wird. Man fühlt sich den Figuren schnell nah, wird bei ihren Gedanken und Gefühlen abgeholt und begleitet Caro gerne durch ihre persönliche Entwicklung. Die Atmosphäre wirkt oft leicht und sommerlich, gleichzeitig schwingt aber immer etwas Nachdenkliches mit. Gerade diese Mischung macht den Roman für mich besonders angenehm zu lesen. Auch handwerklich gibt es kaum etwas auszusetzen: Die Geschichte ist auf den rund 320 Seiten gut erzählt, ohne sich unnötig zu ziehen.
Optisch und haptisch macht das Buch ebenfalls einiges her. Das Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen fühlt sich hochwertig an und passt wunderbar zu der ruhigen, stilvollen Stimmung des Romans.
Zwei kleine Kritikpunkte habe ich allerdings. Zum einen finde ich den Preis von 26 Euro für ein Hardcover mit etwas über 300 Seiten schon ziemlich hoch – auch wenn die Qualität des Buches und das handwerkliche Können der Autorin natürlich ihren Wert haben. Im Vergleich zu ähnlichen Titeln anderer Verlage wirkt der Preis dennoch recht happig.
Zum anderen war mir die Darstellung der erkalteten Ehe zwischen Caro und ihrem Mann stellenweise etwas zu einseitig beziehungsweise leicht klischeehaft angelegt. Natürlich funktioniert die Geschichte genau dadurch überhaupt erst, und emotional passt es auch zur Handlung – dennoch hätte ich mir hier manchmal etwas mehr Grautöne und Tiefe auf beiden Seiten gewünscht.
Trotzdem überwiegt für mich ganz klar das Positive. „Au revoir und tschüss“ ist ein gefühlvoller Roman voller leiser Töne, der sich wunderbar wegliest und dabei genau die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Melancholie findet.
Rezensionen von ravenmoon:
Perfect Little Monsters von Cindy R. X. He
Highschool-Drama und düsterer Psychothriller
Das Cover von Perfect Little Monsters hat mich sofort angesprochen. Der zerdrückte rote Becher vor dem dunklen Hintergrund wirkt schlicht, aber gleichzeitig irgendwie verstörend – und genau diese Stimmung zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Der Einstieg gelingt direkt mit einer beklemmenden Szene, die viele Fragen aufwirft und mich sofort neugierig gemacht hat.
Danach taucht man in eine typische amerikanische Highschool-Welt ein, in der jedoch von Anfang an etwas nicht stimmt. Hinter Cliquen, Beliebtheit und Schulalltag lauern Geheimnisse, Konflikte und Abgründe, die nach und nach ans Licht kommen.
Besonders gefallen hat mir die Protagonistin Dawn. Sie wirkt sympathisch und nahbar, bleibt dabei aber lange schwer greifbar. Man spürt schnell, dass sie mehr mit sich herumträgt, als sie nach außen zeigt. Auch die übrigen Figuren sind vielschichtig angelegt und sorgen dafür, dass man ständig über Motive, Wahrheiten und mögliche Zusammenhänge spekuliert.
Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und modern. Die Seiten fliegen förmlich dahin, während die Autorin immer neue Hinweise, Verdachtsmomente und Wendungen einstreut. Dadurch bleibt die Spannung über weite Strecken hoch und ich habe mehrfach geglaubt, die Wahrheit bereits durchschaut zu haben – nur um kurz darauf wieder ins Grübeln zu geraten.
Besonders positiv fand ich, dass neben dem Thrillerelement auch ernste Themen wie Mobbing, psychische Belastungen, Ausgrenzung und deren Folgen aufgegriffen werden. Das Buch scheut sich nicht vor schwierigen Inhalten und regt durchaus zum Nachdenken an.
Nicht alles konnte mich jedoch vollständig überzeugen. Einige Entwicklungen wirkten auf mich etwas überzeichnet und an manchen Stellen blieb für mein Empfinden ein kleiner Rest an Unklarheit zurück. Das hat den Lesespaß zwar nicht wirklich geschmälert, verhindert für mich aber die volle Punktzahl.
Fazit:
Perfect Little Monsters ist ein packender YA-Psychothriller mit düsterer Highschool-Atmosphäre, starken Themen und einigen gelungenen Überraschungen. Wer Geschichten voller Geheimnisse, emotionaler Abgründe und unerwarteter Wendungen mag, wird hier sehr gut unterhalten.
Rezensionen von Ruth:
Geschwister von Moa Herngren
Familienbande
Dies ist schon der dritte Roman der schwedischen Autorin, nach „Scheidung“ und „Schwiegermutter“, in dem sie sich mit familiären Konflikten und Beziehungsdynamiken auseinandersetzt. ( Ich kenne die ersten beiden Bücher noch nicht, sie sind aber nach der Lektüre von „Geschwister“ sofort auf meiner Wunschliste gelandet.
)
Der plötzliche Tod des Vaters bringt das fragile Beziehungsgefüge zwischen den drei erwachsenen Geschwistern Ulrika, Andrea und Rasmus noch stärker ins Trudeln. Dabei haben sie auch so schon mit erheblichen privaten Problemen zu kämpfen. Doch dieser Schicksalsschlag weckt Erinnerungen an die Kindheit, die jeder der drei anders erlebt hat.
Ulrika, die Älteste, war lange der Liebling ihres Vaters, bis nach einem Ereignis Andrea diese Rolle einnahm. Rasmus, der Nachzügler, stand immer im Schatten seiner älteren Schwestern, und wird auch heute noch von ihnen gerne übersehen oder instrumentalisiert.
Im Zentrum des Romans stehen die anderthalb Jahre nach dem Tod des Vaters, verwoben mit Erinnerungen an die Vergangenheit. Das Faszinierende daran ist die Erzählweise. Moa Herngren lässt die Geschwister in drei großen Abschnitten selbst zu Wort kommen und obwohl alle drei im Grunde dieselbe Geschichte erzählen, wird es nicht langweilig. Denn jeder nimmt die Dinge auf seine ganz subjektive Weise wahr, deutet sie anders und hat auch nicht denselben Wissensstand.
Und so ist auch der Lesende ständig gezwungen, seine Sichtweise zu revidieren.
Zu Beginn erleben wir Andrea, die das Gefühl hat, sich um alles kümmern zu müssen. Sie ist diejenige, die die Beerdigung organisiert, sich um die Mutter sorgt und überhaupt das Ansehen des geliebten Vaters hochhält. Dass ihre Geschwister ihr Engagement keineswegs würdigen, ärgert sie maßlos. Und auch die innige Beziehung zwischen ihrer Mutter und ihrer Schwester kränkt sie stark.
Ist man anfangs noch auf Andreas Seite, ändert sich das spätestens mit der Perspektive von Ulrika. Plötzlich spürt man, wie dominant und übergriffig Andrea agiert. Und auch Rasmus, der zuvor eher eine blasse Figur im Hintergrund war, bekommt mit seinem Abschnitt Profil.
Obwohl alle drei Charaktere ihre Fehler und Schwächen haben , bringt man Verständnis auf für sie. Man spürt, welche Kränkungen und Verletzungen sie geprägt haben, wie Rivalität und Schuldgefühle sie bis in die Gegenwart belasten, wie sie geworden sind, wie sie sind.
Dabei zeigt der Roman eindrucksvoll, dass es keine objektive Wahrheit gibt. Auch wenn Geschwister im selben Haus aufwachsen, so erleben sie die eigene Familie nie gleich. Dazu braucht es nicht mal ein Familiengeheimnis, wie hier im Buch. Das kann ich, als älteste Schwester mit vier Brüdern aufgewachsen, nur bestätigen.
Moa Herngren hat mit „Geschwister“ einen unglaublich fesselnden Familienroman geschrieben, der zum Nachdenken über die eigene Familie anregt.
Rezensionen von C. P.:
If Books Could Kill von Kate Eberle
Amüsant-kreative Thrillmance
Bei diesem Buch hab ich zwar mit Vielem gerechnet, und dennoch hat die Autorin es geschafft, mich mehrfach zu überraschen. Roxie wünscht sich, mal die Protagonistin in einem Liebesroman ihrer Lieblings-Autorin zu sein. Aufgrund eines unglücklich formulierten Wunsches findet sie sich zwar tatsächlich im Plot des in der Entstehung befindlichen, neuesten Romans der Autorin wieder, nur dass diese ihr Buch als Thriller angekündigt hat.
Kann Roxie ja nicht ahnen, dass ihr attraktives Date gleich am ersten Abend zum Ziel hat, sie umzubringen. Aber nicht mit Roxie! Auf ihrer Flucht vor dem Killer gabelt sie den ziemlich langweilig wirkenden Grant auf. Zwar gegen dessen Willen, doch Roxie hat gerade ganz andere Prioritäten. Und von da an ging der Spaß erst so richtig los (für mich, für Roxie und Grant weniger).
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Thriller, Romance und Humor und steckt voller kreativer Überraschungen. Die Handlung spielt zwar in der Wirklichkeit, doch der Plot des Thrillers hat sich quasi über die Realität gelegt. Roxie wurde also in keine Buchwelt reingezogen, wie man vielleicht bei dem Covermotiv vermuten könnte. Dass Roxie trotz ihrer romantischen Ader kein Weichei ist wird übrigens gleich zu Beginn klar, und auch im Verlauf der Handlung wachsen Roxie und Grant immer mehr zu Hochtouren auf. Langweilig wurde mir beim Lesen nie, dafür habe ich mehrmals gut lachen können.
Rezensionen von Ryria:
West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe
(Zu lange) Einführung in die Welt von Oz
Man nehme die Geschichte vom Zauberer von Oz, forme sie neu und packe eine Menge typischer Romantasy-Elemente rein.
Im Ergebnis wird man viele Punkte der klassischen Geschichte hier auch wiedererkennen und ich fand es spannend zu sehen, wie diese eingebaut bzw. umgeändert wurden. So finden sich hier sowohl die bekannten Charaktere als auch Handlungsorte und Kernpunkte der Geschichte, manche hingegen werden aber erst angedeutet und kommen vermutlich im nächsten Band richtig vor.
Generell wirkte das ganze Buch sehr wie ein langer Prolog - man lernt Dorothy und ihr Leben in Kansas kennen, landet in Oz, trifft einige Charaktere und dann ist das Buch gefühlt auch schon wieder rum.
Besonders im Mittelteil ist nicht groß was passiert, dafür wirkte das Ende etwas überhastet.
Zwar begegnet man dort einigen Nebencharakteren, allerdings sind diese Beziehungen recht oberflächlich und bleiben kaum im Gedächtnis.
Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven, was mir grundsätzlich auch gut gefallen hat, allerdings wird die Relevanz mancher Charaktere hierbei noch nicht so deutlich. Ich schätze dies wird in der Fortsetzung aufgeklärt bzw. ausgebaut, hier war es dadurch aber teilweise ein wenig überladen. Ich hätte es denke ich besser gefunden, wenn man mit weniger Perspektiven mehr in die Tiefe gegangen wäre.
Auch Dorothy konnte mich nicht immer überzeugen, ihre Handlungen waren für mich öfters nicht ganz nachvollziehbar, genau wie die Spice-Szenen zu unpassenden Momenten.
Sehr interessant fand ich hingegen den Blechmann, hier sehe ich durchaus großes Potential für Band 2, genau wie für die Antworten auf viele Fragen.
In diesem Sinne hat mir der Ausflug nach Oz überwiegend gut gefallen, jedoch hat es sich mehr wie eine lange Einleitung angefühlt und dementsprechend hoffe ich auf mehr Entwicklungen in der Fortsetzung - (aufgerundete) 3,5 Sterne.
Rezensionen von C.J.W.:
Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson
Ein Buch voller Leben, Geheimnisse und unerwarteter Begegnungen
Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt! „Der Einsiedlersommer“ hat mich von Anfang an in seine besondere Atmosphäre gezogen. Die Geschichte von Eva und Olga verbindet auf wunderbare Weise Verlust, Neuanfang, Freundschaft und die beeindruckende Kraft der Natur. Besonders gefallen haben mir die authentischen Charaktere, deren Entwicklung sehr feinfühlig und glaubwürdig erzählt wird.
Man begleitet Eva auf ihrem Weg zurück ins Leben und erlebt gleichzeitig die besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur. Die wunderschönen Beschreibungen des Waldes und die spannenden Einblicke in die Welt der Käfer machen den Roman zu etwas ganz Besonderem. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und zeigt, wie wichtig Erinnerungen, Zusammenhalt und der Schutz unserer Umwelt sind. Ein ruhiger, tiefgründiger und zugleich fesselnder Roman mit viel Atmosphäre – eine klare Leseempfehlung für alle, die besondere Geschichten mit starken Figuren und einer wichtigen Botschaft lieben!
Rezensionen von Ryria:
REM von Annika Strauss
Willkommen im Horror-Game
Alysee programmiert zu Beginn des Buches für ihr Studium ein Horror-Game und immer wieder habe ich mich genau an ein solches bei der Handlung erinnert gefühlt.
Die Geschichte ist hierbei in zwei Abschnitte unterteilt, zunächst quasi die Einführung in die Handlung, Spannungsaufbau und zahlreiche Fragen.
Dieser Teil hat mich an andere Fitzek-Bücher erinnert, in kurzen Kapiteln mit wechselnden Perspektiven wird durch kleine Cliffhanger Fahrt aufgenommen.
Im zweiten Teil übernimmt dann eher der Horroraspekt, man ist wie in einem Spiel in einem unheimlichen und tödlichen Hotel gefangen. Während die Charaktere versuchen zu überleben, wird dabei nach und nach die Wahrheit aufgedeckt.
Auch wenn ich Spiele dieser Art durchaus mag, mochte ich den ersten Teil jedoch weitaus mehr. In Buchform hatte dieses Setting irgendwie nicht den gleichen Effekt auf mich.
Dabei sind die Beschreibungen durchweg eigentlich ziemlich gelungen, man kann sich die (oft nicht so schönen) Szenen und Schauplätze gut vorstellen.
Das Tempo ist ebenfalls großartig, man fliegt durch die Seiten, ich habe das Buch am Stück an einem Tag ausgelesen.
Alysee als Protagonistin mochte ich auch, dafür sind mir die anderen Charaktere nicht so wirklich nahe gekommen, vieles war dann doch eher kurz und etwas oberflächlich.
Ohne zu viel zu verraten muss noch gesagt sein, dass die Auflösung meinen Geschmack leider nicht so ganz getroffen hat, ich hatte etwas ganz anderes erwartet und fand es ein wenig skurril - überraschend war es aber auf jeden Fall!
Von daher, wer Horror(spiele) liebt, wird hier vielleicht auch Spaß dran haben, wer eher einen "klassischen" Fitzek ohne übernatürliche Elemente sucht, sollte vermutlich eher Abstand halten.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Wenn das ICH am LIMIT ist von Manuel Suhre
Persönlicher Erfahrungsbericht
In diesem Buch erzählt der Autor sehr persönlich von seiner Erfahrung mit einer schweren psychischen Krise, einem Burnout mit einhergehender starker auch körperlicher Erschöpfung und davon, wie er diese überwunden hat. Es ist kein literarisches Werk, sondern eher ein persönlicher Erfahrungsbericht eines Betroffenen, der erzählt, wie er in diese Krise hineingekommen ist, wie ihm bewusst geworden ist, dass es so nicht weitergehen kann und wie er sie mit Hilfe einer Psychotherapeutin, Medikamenten und einer stationären Rehabilitation überwunden hat.
Beim Autor handelt es sich um einen christlich gläubigen Menschen, was natürlich auch seine Weltsicht und damit auch seine Genesung mitgeprägt hat. Er hat das Buch aber so geschrieben, dass auch jene, die damit nicht viel anfangen können, von dem Buch und seiner Erfahrung profitieren können, denn er geht auf die christlichen Bezüge jeweils in einzelnen, von der Haupterzählung abgetrennten, Infokästchen ein.
Insgesamt ist es ein persönliches und nahbar geschriebenes Buch, von dem Betroffene, Angehörige und alle, die sich für dieses Thema interessieren, sicherlich profitieren können.











