Kunden em pfehlungen
Rezensionen von hohleborn8:
Dem Meer entgegen von Lidija Hilje
Wenn eine Ehe endet, die Liebe aber bleibt
Lidija Hilje erzählt die tragische Geschichte einer großen Liebe, die an der Kinderlosigkeit der jungen Ivona zwar zerbricht, aber nicht endet.
Für Ivona und Vlaho ist es Liebe auf den ersten Blick, als sie sich während des Studiums in Zagreb kennenlernen. Als Ivona Jahre später die Diagnose ihrer Unfruchtbarkeit erhält, ist sie durch die Aussichtslosigkeit ihres Lebens bereits zermürbt.
Während Vlaho nach dem Studium sofort eine Anstellung in einer Bank erhielt und sich eine Karriere aufbaute, sucht die junge Biologin auch Jahre nach dem Studium noch immer nach einer, ihrer Ausbildung entsprechenden Anstellung.
Das Buch liest sich wie ein Tagebuch dieser tragischen Liebe. Die Autorin zeichnet nicht nur ein detailliertes Bild der Hauptfigur Ivona, ihrer äußeren und inneren Kämpfe um ihre Liebe und ihre Selbstachtung, sondern wirft auch einen kritischen Blick auf das junge Kroatien nach dem Zerfall des alten Jugoslawien und dem Ende des Jugoslawienkrieges, in dem Vetternwirtschaft und eine hohe Bürokratie die Menschen verzweifeln lässt.
Der Roman wird als Sommerroman des Jahres 2026 gepriesen. So empfinde ich diese bittere Novelle nicht. Ein Sommerroman steht für etwas Helles, Leichtes, Sommerliches. Ich habe Ivonas Schicksal für einige Jahre geteilt. Am Schicksal einer unfruchtbaren Frau ist nichts sommerlich leicht. Darüber kann auch die traumhafte Kulisse des wunderschönen Dalmatiens nicht hinweg täuschen.
Rezensionen von yellowdog:
Jahre im Feuer: Die Zerstörung der Ukraine von Andrej Kurkow
Ein Jahr Ukraine
Andrej Kurkow schreibt erneut tagebuchartig über die Situation der Ukraine. Der betrachtete Zeitraum umfasst April 2024 bis April 2025.
Die Ukrainer leben ein Leben im nicht endenden Krieg zwischen Verzweiflung und Alltag.
Die Kapitel wirken ein wenig wie Kolumnen über verschiedene Aspekte des Kriegsgeschehens.
Das gibt dem Leser tiefe Einblicke. Kurkow ist realistisch, auch illusionslos, aber nicht ohne Hoffnung. Er nennt sich selbst einen pragmatischen Optimisten. Ihm gelingen auch einige bemerkenswert gute Beschreibung von Teilen der Ukraine. Beispielhaft nenne ich hier das Kapitel Der Dniprow im Krieg.
Jahre im Feuer ist auch ein höchst politisches Buch. Kurkow beobachtet genau die Reaktionen des Westens, insbesondere der USA unter Trump. Darunter auch die Demütigung Selenskyjs im weißen Haus.
Das Buch schließt mit einem Nachwort mit Datum September 2025.
Es ist also zu vermuten, dass ein weiteres Buch dieser Art von Andrej Kurkow folgen wird.
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Die Anderen von Kobi Yamada
Wunderschöne Illustrationen und eine ganz wichtige Message
Das Cover gefällt mir auf Anhieb richtig gut, denn die sanfte Farbgebung und die große Typografie machen neugierig auf die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.
Auch die Illustrationen von Charles Santoso sind wirklich wunderschön und kreativ umgesetzt, mit schönen Farben, die eine ruhige, fast traumhafte Stimmung erzeugen.
Besonders beeindruckend ist die Entwicklung von der kleinen Szene am Anfang hin zum Blick auf die Erde aus dem All.
Die Geschichte selbst ist erstaunlich tiefgründig für ein Kinderbuch. Zwei Jungen stehen nebeneinander und philosophieren über das Hier und das Drüben, über die Anderen und darüber, woher man weiß, wer zu wem gehört. Die Texte sind kurz und poetisch, fast wie kleine Gedankenfetzen, die zum Nachdenken anregen. Besonders berührt hat mich, wie die Jungen langsam erkennen, dass die Grenzen zwischen Hier und Drüben eigentlich gar nicht so klar sind und dass wir alle am Ende zusammengehören.
Die Message des Buches ist wirklich wertvoll und zeitlos. Sie spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an und erinnert uns daran, dass wir alle auf demselben Planeten leben und unsere Unterschiede eigentlich nebensächlich sind. Die Idee, dass wir alle gemeinsam hier sind, wird am Ende wunderschön mit der Ansicht der Erde aus dem All unterstrichen, die alle Menschen vereint.
Meine Tochter ist noch zu klein für dieses Buch, aber ich freue mich darauf, es ihr vorzulesen, wenn sie etwas älter ist, denn die Illustrationen laden zum Verweilen ein und die kurzen Texte regen zu Gesprächen an, die über das eigentliche Vorlesen hinausgehen.
Fazit
"Die Anderen" ist ein kleines Juwel für jedes Bücherregal. Die kreativen, wunderschönen Illustrationen und die wertvolle Botschaft über Zusammengehörigkeit und Perspektivwechsel machen es zu einem besonderen Leseerlebnis für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Wer nach einem Buch sucht, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig visuell begeistert, wird hier fündig werden.
5/5 Sterne
Rezensionen von Claudia R.:
Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt (Band 3) - Teuflisch fieser Fluch von Vanessa Walder
teuflisch gut
Klappentext / Inhalt:
Loewe-Bücher: garantiert ohne KI
Willkommen in Nightmore! Bist du mutig genug für ein neues Abenteuer?
„Will man wirklich ein solches Gruselinternat besuchen? Auf jeden Fall!“ Stiftung Lesen
Was zum Teufel? Mitten in der Nacht wird Werwolf Fynn von einer Monster-Spinne angegriffen.
Das ist sogar für die Nightmore Academy ungewöhnlich. Doch dann stellt sich heraus, dass die Spinne gar nichts dafür kann. Jemand hat sie mit einem Fluch belegt. Und den kann man nicht einfach so aufheben. Oh nein: Fynn und Sinista müssen Satan höchstpersönlich überreden, ihnen zu helfen. Ein Klacks – oder?
Hexenflüche und Monsterattacken – immer was los in Nightmore!
Der dritte Band der coolen neuen Reihe mit Dämonen , Hexen und dem Teufel persönlich
Superwitzig und spannend erzählt von Erfolgsautorin Vanessa Walder
Extra-gruselig illustriert von Philipp Ach
Perfekt für Erstleser*innen : viele Bilder, großer Lesespaß, schneller Leseerfolg
Ein tolles Geschenk für Fans von Wednesday und Addams Family
Für Jungen und Mädchen ab 7 Jahren
Zum Vorlesen , Mitlesen und ersten Selberlesen
Cover:
Das Cover wirkt spannend und abenteuerlich. Man erkennt wieder einige der Charaktere und durch die Flammen und die Farbwahl wirkt es schon etwas brenzlig und teuflisch gut. das Cover ist toll umgesetzt und auch der Wiedererkennungseffekt zu den anderen Bänden ist hier gegeben.
Meinung:
Teuflisch gut ist auch dieser dritte Band umgesetzt. Von Satan höchstpersönlich einen Gefallen eingelöst zu bekommen ist nicht alltäglich, aber Fynn und Sinista brauchen ihn, um einen Fluch aufzulösen, wird es ihnen gelingen? Ein höllisch spannendes und teuflisch gutes Abenteuer mit humorvoller Unterhaltung.
Inhaltlich möchte ich hier nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut, locker und flüssig lesen. Schnell findet man in Geschichte und Geschehnisse hinein. Die Charaktere sind einen gut durch die bisherigen Bände bekannt. Aber auch ohne Vorkenntnisse kommt man hier durchaus in die Reihe hinein, denn man kann die Bücher auch unabhängig lesen.
Mir waren die vorherigen beiden Bände bekannt und ich hatte mich daher schon sehr auf diesen dritten Band gefreut und war gleich wieder ihn diesem gruselig humorvollem Abenteuer Feuer und Flamme und mitten im Geschehen. Um auch die Hintergründe und die Entwicklungen der Charaktere greifen zu können ist ein lesen in Reihenfolge schon vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich.
Die einzelnen Abschnitte haben eine gute und angenehme Länge. Die Anfänge sind gut erkennbar und gut hervorgehoben. Die Überschriften sind passend, ohne dabei zu viel zu verraten.
Toll sind auch wieder die schwarz-weiß Illustrationen, die das Ganze sehr gut unterstützen und die Geschichte sehr gut abrunden. Die Bilder geben das Gelesene sehr gut wieder und setzen das Ganze sehr schön um. Die Illustrationen lockern das Schriftbild auf und runden die Geschichte perfekt ab.
Ein spannendes und humorvolles Abenteuer, voller teuflischer Wendungen und so einiger Überraschungen. Gruselige Unterhaltung, gepaart mit Witz und Charme, sowie liebenswerten Charakteren.
Fazit:
Teuflisch gute Unterhaltung mit einer guten Portion Humor und gruselig liebenswerten Charakteren.
Rezensionen von peedee:
Maja & Natascha von Elyse Durham
Grosse Schwermut
Leningrad, 1958. Maja und Natascha sind Zwillingsschwestern, deren Mutter Elisaweta kurz nach der Geburt gestorben war. Ihr Vater ist unbekannt. Wie einst ihre Mutter und auch ihre Patentante leben sie für das Ballett. Sie wissen, nur der Tanz auf höchstem Niveau kann ihnen ihre Träume erfüllen: mit der Kirow-Kompanie um die Welt reisen.
Das neuste Gesetz erlaubt nur einer Person pro Familie, das Land zu verlassen. Die Schwestern sind plötzlich Konkurrentinnen – vergessen ist die jahrelang verspürte Nähe. Wer ist die Bessere? Wie weit sind sie bereit zu gehen?
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut (auch wenn ich keine Schutzumschläge mag).
Nach dem Prolog von 1941, in dem die Zwillinge geboren wurden, begann die Geschichte im Jahr 1958. Maja und Natascha sind an der Waganowa, der renommierten Ballettschule. Das Ziel ist allen bewusst: nach dem Abschluss in die Kirow-Kompanie zu kommen. Dafür vergiessen die Schwestern und ihre Kolleg:innen viel Blut, Schweiss und Tränen. Doch für sie scheint es in ihrem Land der einzige Weg, etwas erreichen zu können. Es ist zwar ihre Heimat, aber der Staat setzt so viele Grenzen, dass nur der Traum an ein besseres Leben – im Ausland – sie durchhalten lässt.
„Ohne Natascha zu sein, war für sie, als fehlte ihr ein Lungenflügel – und wer könnte so leben?“ (Maja)
„Ich bin müde. Müde von alldem. Müde, mich um dich zu kümmern. Müde, für dich zu sorgen, deine Gefühle zu schützen.“ (Natascha)
Ich bin weder Kennerin des Balletts noch ein Fan davon. Aber ich bekomme immer sehr gern lesetechnische Einblicke in mir unbekannte Welten, hier eben das Ballett. Es ist beeindruckend, mit welcher Leidenschaft die Eleven ihren Traum verfolgen – sie leben für das Ballett; Unfälle können jederzeit ihre Träume platzen lassen. Zwischen den einzelnen Abschnitten gab es grössere Zeitsprünge, in denen Dinge passiert sind, die mich interessiert hätten. Mir hat der Debütroman gut gefallen, wenn auch die ganze Zeit ein grosser Schwermut vorlag, der meine Lesefreude trübte. Das Ballett hat den Frauen einiges gegeben, aber noch viel mehr genommen. Es hat mich traurig gemacht, wozu die Schwestern fähig waren. Eine Tragödie für die Schwestern, aber auch für Katuscha, deren Patentante. Ihre Rolle kam für mich zu kurz. Von mir gibt es 3 Sterne.
Rezensionen von nessabo:
Ordentlich Durcheinander von Einat Tsarfati
Eine kleine Umarmung für chaotische Menschen
Die Graphic Novel hätte dem Inhalt gar nicht angemessener gestaltet worden sein - sie ist bunt, wild und eben chaotisch. Mich hat das manchmal auch etwas überfrachtet, aber grundsätzlich mochte ich den Stil gerne.
Die Autorin hat hier keinesfalls einen Ratgeber geschrieben, sondern vielmehr ein liebevolles Plädoyer an chaotische Menschen, diesen Umstand mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu akzeptieren statt dagegen mit aller Kraft anzukämpfen.
Ich musste an einigen Stellen sehr lachen, auch wenn mein Chaos-Level doch etwas unter dem Dargestellten liegt.
Auch, wenn ich die Graphic Novel gut habe lesen können und phasenweise eine angenehme Zeit mit ihr hatte, hat mir insgesamt ein wenig die Substanz gefehlt. Ich habe mich immer wieder gefragt, worum es der Autorin im Detail nun ging. Ganz viel wird mit vermeintlichen Fakten, Daten und Untersuchungen gearbeitet, die sicherlich erfunden sind. Das kann ich als Teil der humorvollen Erzählweise zwar akzeptieren, finde es aber auch nicht optimal.
Ich kann mir abgesehen von meiner Kritik gut vorstellen, dass dieses Werk eine richtige Umarmung für chaotische Menschen ist, die sich sicherlich oft verloren fühlen in einer aufgeräumt scheinenden Welt.
3,5 Sterne
Rezensionen von Danislesestube:
Dunkler Sog von Leo Born
Definitiv gelungen
Hurra, endlich habe ich es geschafft, den zehnten Teil meiner aktuell liebsten Thriller-Reihe zu lesen, dessen Protagonistin Mara Billinsky immer schlimmer werdende Verbrechen aufklären musste. Glücklicherweise hatte sie immer ausreichend Rückendeckung, um sich in aller Ruhe, auf Befehle von ihrem Chef pfeifend, ins Getümmel zu stürzen, um dem nächsten Verbrecher das Handwerk zu legen.
Wie immer beginnen wir am Anfang. Da zeigt uns der Autor schon sehr eindrücklich, mit welcher Härte das Verbrechen diesmal zuschlägt. Wobei zuschlagen das falsche Wort ist. Es ist eher so, dass die Opfer in diesem Buch entweder besonders qualvoll oder sehr effektiv den Weg ins Jenseits antreten. Genau darum dürfen sich Mara Billinsky und ihr neuer Kollege Tobias Cronberg kümmern. Wobei, wer Mara kennt, weiß, dass sie ihren Kollegen eher als Laufbursche anstatt als vollwertigen Kollegen betrachtet. Cronberg ist nicht Rosen. Der steht unserer Ermittlerin weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn er sich damit bei seinem neuen Chef keine Pluspunkte verdient. Aber genauso wie seine ehemalige Kollegin dehnt er Anweisungen etwas aus.
Der Einstieg ist wieder sehr gut gelungen. Ich war nach diesem noch viel motivierter, das Buch zu lesen. Und dann konnte Leo Born den Spannungsbogen halten? Wie sonst auch steht nicht nur das Verbrechen im Vordergrund. Sondern auch die Entwicklung der Charaktere. Vor allem Mara hat diesmal wieder sehr viel Substanz dazu gewonnen. Genauso wie ihr Chef, der leider nicht mehr den gesündesten Eindruck macht, aber auch Rosen, obwohl er nicht mitten im Geschehen war, bekam ein paar Charakterpunkte spendiert. Und der neue Kollege? Na ja. Sagen wir es so. Jung, naiv und neigt im richtigen Moment dazu, nicht viel nachzudenken.
Wie sieht es mit den Verbrechen aus? Reichte das Motiv aus, um die Taten irgendwie „logisch“ erscheinen zu lassen? Ja. Definitiv. Wer so etwas erlebt hat, kann kein normales Leben mehr führen. Da hilft nur: Rache. Egal an wem. Wer einen daran hindert, wird aus dem Weg geräumt.
Insgesamt war es mir wieder eine Freude, ein Buch von Leo Born zu lesen. Spannung gab es zuhauf. Ruhige Momente wurden toll genutzt. Der Showdown war perfekt
Rezensionen von nessabo:
Im Bett,4 Bände im Schuber von Heike Geißler; Tamar Noort; Dmitrij Kapitelman; Alena Schröder
Eine moderne und vielfältige Kurzgeschichtensammlung
Diese Zusammenstellung hat mir bezüglich ihrer Vielfalt gut gefallen, auch wenn nicht alle Geschichten meinen Geschmack getroffen haben.
Heike Geißler schreibt auf fantasievolle Art über ein Leben der Verweigerung - keine Arbeit, keine sinnstiftende Beschäftigung, stattdessen wird alle Zeit auf dem fliegenden Bett verbracht.
Die kompromisslose Ausgestaltung von Figur und Handlung hat mir gut gefallen, sprachlich blieb es mir allerdings etwas fremd.
Alena Schröder kannte ich bereits und umso weniger überrascht war ich davon, dass ihr Beitrag mein liebster war. Eine spannende, reizvolle und zugänglich geschriebene Geschichte auf so wenigen Seiten muss mensch erst einmal schreiben können!
Tamar Noort schreibt über Freundinnenschaft und das Alleinsein, was wundervolle Themen sind, die mich aber sprachlich nicht erreichen konnten. Dafür war mir einfach zu viel unkonkret.
Dafür ging mir Dmitrij Kapitelmans Geschichte wieder unter die Haut. Mit seiner persönlichen Geschichte, die immer wieder ausdrücklich politisch wird, konnte er mich in seinen Bann ziehen.
Insgesamt also eine lohnenswerte Sammlung für Liebhaber*innen von Kurzgeschichten.
3,5 Sterne
Rezensionen von bookloving:
Mirabellentage von Martina Bogdahn
Zwischen Verlust und Neubeginn
Martina Bogdahns neuer Roman „Mirabellentage“ entführt uns erneut in das fiktive bayrische Dorf Blumfeld, in dem bereits ihr Debüt „Mühlensommer“ spielte, und lässt uns wieder in ein ebenso lebendiges wie berührendes Panorama des ländlichen Lebens eintauchen.
Obwohl sich die deutsche Fotografin und Autorin Bogdahn thematisch und atmosphärisch treu bleibt, entfaltet sich eine deutlich stillere, melancholischere Geschichte, in der sie mit viel Feingefühl über Abschied, Erinnerung, Zusammenhalt und Suche nach dem, was im Leben wirklich wichtig ist, erzählt.
Angelegt ist der Roman ist in der Gegenwart des Jahres 2010.
Bogdahns Erzählstil ist leicht, lebendig und von großer Wärme geprägt. Mit spürbarer Nähe zur eigenen Herkunft schildert sie das Leben im ländlich geprägten Blumfeld ebenso anschaulich wie authentisch. Mit großem Einfühlungsvermögen, sicherem Sinn für Stimmungen und einem liebevoll-ironischen Blick gelingen ihr nicht nur heitere, teils wunderbar komische Episoden und stimmungsvolle Naturbeschreibungen sondern auch fein beobachtete Momente voller Nachdenklichkeit und stiller Wahrhaftigkeit.
Im Mittelpunkt steht diesmal die 54jährige Protagonistin und Ich-Erzählerin Anna Nass, die langjährige Haushälterin und Gefährtin des verstorbenen Blumenfelder Dorfpfarrers Josef. Durch seinen plötzlichen Tod verliert Annas klar strukturierter Lebensalltag und vertrauten Gewohnheiten jede Ordnung. Zudem gerät Annas kleine Welt beträchtlich ins Wanken, als noch vor Josefs Beerdigung der junge, neubestellte Nachfolger Fridtjof ins Pfarrhaus einzieht. Der junge Nordfriese mit seinem für Bayern schwer verständlichen Plattdeutsch tut sich schwer mit seiner neuen Aufgabe und braucht Annas Hilfe, so dass sich zwischen den beiden allmählich trotz aller Befremdlichkeiten eine zarte, vertrauensvolle Bindung entwickelt.
Rückblenden eröffnen nach und nach aufschlussreiche Einblicke in Annas Kindheit, ihr Alltagsleben und die prägende Zeit auf dem Land sowie Erinnerungen an frühere Dorffeste und schöne Momente. Diese feine Verflechtung von Vergangenem und Gegenwärtigem macht den Roman besonders facettenreich und lässt Annas Lebensweg eindrucksvoll nachvollziehen. So begleiten wir Anna bei ihrer inneren Reise, bei der sie über die Vergänglichkeit, das eigene Altern, alte Freundschaften und verpasste Chancen nachdenkt.
Anschaulich widmet sich die Autorin Annas verspätet ersetzender Selbstreflexion und ihrem allmählich einsetzenden inneren Befreiungsprozesses. Erst mit Mitte fünfzig beginnt sie über sich selbst und ihr von harter Arbeit, Bescheidenheit und Verzicht geprägtes Leben nachzudenken und ihre tradierten Rollen, Verpflichtungen und Loyalitäten zu hinterfragen. Mag ihr Lebensweg zunächst eher unspektakulär wirken, so gelingt es Bogdahn doch, ein glaubwürdiges Bild einer mitfühlenden Frau und leisen Heldin zu zeichnen, die Beständigkeit, Rücksichtnahme und alte Werte schätzt und deren aufopferndes Leben, ihr Sinn und Halt gibt.
Neben der liebevoll und facettenreich gezeichneten Hauptfigur mit all ihren Eigenheiten, Stärken und Schwächen begegnet man einer Reihe origineller Dorfbewohner, aber leider auch etwas klischeehaft inszenierter Nebenfiguren, die dem Roman Farbe und Lebendigkeit verleihen sollen.
Mit eindrucksvoller Detailfülle und mit feinem Humor arbeitet Bogdahn in vielen kleinen Episoden und Anekdoten ein atmosphärisch dichtes und nostalgisch angehauchtes Panorama von den charmanten Besonderheiten des Landlebens und eines stark katholisch geprägten Mikrokosmos heraus. Die Autorin versteht es zudem, mit leiser Ironie und einer Prise gelungener Situationskomik, für Unterhaltung und nette Schmunzelmomente zu sorgen.
Allerdings bleibt die ruhige, etwas seicht dahinplätschernde Geschichte leider deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. So Bogdahn beschwört eine heile Welt voller Idylle und Gutherzigkeit sowie die behagliche Geborgenheit in einer starken Gemeinschaft herauf, ohne deren Schattenseiten mit starren Konventionen, der Enge und Ausgrenzung von Abweichlern auszuleuchten. Bisweilen hätte ich mir doch einige Überraschungen oder emotionale Zuspitzungen für mehr Spannungsmomente gewünscht.
Rezensionen von _ich.lese_:
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
Toll zum Vorlesen
Molli ist eine Fee und steht kurz vor ihrem ersten Ausflug in die Menschenwelt. Aber Molli findet es fürchterlich langweilig immer lieb und niedlich zu sein, sie möchte viel lieber Abenteuer erleben, wie die Figuren in den verboten Büchern.
Alleine schon die wunderschöne Aufmachung des Buches ist es wert, dass man es liest.
Die Geschichte macht Spaß. Es beginnt mit einem kleinen Missgeschick in der Feenschule, das Molli fast den Ausflug in die Menschenwelt kostet.
Kurze Kapitel, immer nur so fünf, sechs Seiten, kleine Illustrationen und einzelne, hervorgehobene Worte machen es zu einem kurzweiligen (Vor)Lesespaß. Nicht unbedingt für LeseanfängerInnen geeignet, das Kind sollte scgon gut ind flüssig lesen können. Oder eben als Vorlesegeschichte. Kurzum, es macht nicht nur kleinen LeserInnen Spaß, auch ich hatte meine Lesefreude mit der zuckersüßen Abenteuergeschichte mit Molli.











