Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Maeddsche:
Die perfekte Gefährtin von Fields Helen
Gelungener Reihenauftakt
Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und schreit trotzdem förmlich nach Thriller. Das komplett schwarze Buch ziert nur ein Falter, der durch seine weiß-blaue Färbung fast schon durchscheinend bis leuchtend wirkt. Die Flügel des Falters sind beschädigt und rechts und links von dem Insekt sieht man Flecken, die ebenfalls zu leuchten scheinen.
Dazu passt die blaue und weiße Schrift, die gewählt wurde um Autorenname und Buchtitel abzubilden, perfekt und unterstreicht das Gesamtbild.
Einen direkten Zusammenhang zwischen Cover und Inhalt kann ich nicht herstellen, interpretatorisch gibt es da aber doch einigen Spielraum, sodass es durchaus stimmig ist. Generell scheinen Schmetterlinge und Falter auf Thriller-Covern zurzeit aber angesagt zu sein, wie man bei entsprechender Suche recht schnell sehen kann.
Inhalt:
Luc Callanach beginnt als Detective Inspector seinen Dienst bei der Polizei in Schottland und schnell wird klar, dass er seine Tätigkeit bei Interpol in Frankreich nicht freiwillig aufgegeben hat. In dem Buch begleiten wir ihn bei seinem ersten Fall, den der verschwundenen Elaine Buxton, deren sterbliche Überreste in einer abgebrannten Waldhütte gefunden werden. Doch was weder er, noch sein Team ahnen können, ist, dass Elaine keineswegs tot ist und ihr Entführer ihren Tod nur vorgetäuscht hat.
Sie wurde entführt, um vom Täter zu seiner perfekten Gefährtin gemacht zu werden und dafür will er sie für sich allein. Während Callanach und sein Team also „nur“ nach einem Mörder suchen, wissen sie gar nichts von dem Wettlauf um die Zeit, in dem sie sich befinden. Und genau das ist es, was das Buch so spannend macht. Denn als Leser weiß man von Anfang an, dass Elaine keineswegs ermordet wurde. Außerdem ist auch der Täter dem Leser von Anfang an bekannt und einige Kapitel sogar aus seiner Sicht geschrieben. Diese sind teilweise sehr brutal, sodass auch sie das Spannungslevel hoch halten.
Neben Callanach und seinem Team, lernen wir auch noch seine Kollegin Ava kennen, die sich schnell zu seiner bis dahin einzigen Freundin entwickelt. Sie selbst arbeitet an einem Fall, bei dem es um ausgesetzte Neugeborene geht. Auch dahinter verbirgt sich mehr, als es zunächst scheint und auch wenn er im Klappentext keine Erwähnung findet, nimmt er im Buch doch einigen Platz ein.
Eine weitere Person die ich gerne erwähnen möchte, ist Detective Constable Tripp, der Callanach als einer der wenigen von Anfang an respektiert und angemessen behandelt hat. Immer wieder hat er im Buch in wichtigen Schlüsselmomenten eine Rolle gespielt und wurde schnell zum Sympathieträger.
Am Ende werden beide Fälle gelöst und der Leser bleibt auch hinsichtlich der privaten Aspekte mit keinen Fragen zurück. Dabei passieren immer wieder Dinge, die geschickte Wendungen und Überraschungsmomente beinhalten und so die Spannung stets oben halten.
Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, was aber keineswegs negativ zu verstehen ist. Fields nutzt eine Sprache die sehr verständlich ist und ein flüssiges Lesen erlaubt. Die Schauplätze und Geschehnisse werden ideal beschrieben, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann und mit den einzelnen Charakteren mitempfindet.
Fazit:
Bei „Die perfekte Gefährtin“ handelt sich um den Auftakt einer neuen Reihe um Luc Callanach. Dabei werden sicher auch Ava, Tripp und andere Charaktere des ersten Bandes weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Bei Thriller-Reihen ist es für mich immer wichtig, dass mir die Ermittler sympathisch sind, damit ich weitere Bücher lese. Denn ein Buch mit einem weniger sympathischen Charakter kann ich schon mal lesen, habe dann aber keine Lust mich mit dieser „Person“ weiter zu befassen. Wenn, wie hier, zusätzlich der Erzählstil und das Spannungslevel passen, verfolge ich eine solche Reihe gerne weiter.
Kleine Abzüge gibt es dafür, dass das Buch sehr vollgepackt war. Avas Fall nahm sehr viel Platz ein, obwohl er auf dem Klappentext nicht einmal Erwähnung findet. Zudem passieren auch im Privatleben der verschiedenen Charaktere sehr viele Sachen. Sieht man das als Grundlage für die folgenden Stories, wäre das nicht weiter schlimm, allerdings findet alles noch im ersten Teil eine Auflösung. Für meinen Geschmack war das etwas zu viel des Guten, hat der Spannung letztendlich aber nicht geschadet. Ich vermute, dass die Autorin damit einen besonders fulminanten Auftakt kreieren wollte und hoffe, dass die folgenden Bücher weniger vollgepackt sein werden. Da das aber der einzige Kritikpunkt ist, kann ich für das Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen und sehe die Reihe als eine an, bei der es sich lohnt sie weiterzuverfolgen. Zudem ist dieser Punkt sehr subjektiv zu bewerten. In der Leserunde, in deren Rahmen ich das Buch vorabgelesen habe, gab es viele Stimmen, die das überhaupt nicht störend fanden.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Der Untergang der Habsburgermonarchie von Hannes Leidinger
Penibel recherchiert - empfehlenswert
Autor Hannes Leidinger ist ein profunder Kenner der Materie. In diesem Buch begeben wir uns mit ihm auf die Spurensuche über das Scheitern und dem Ende der Habsburgermonarchie.
Im Vorwort beschreibt Leidinger sein Buch als „Trilogie“ und so lesen wir die Ereignisse, die zum Untergang der Donaumonarchie führten, in drei großen Teilen, die in Kapitel unterteilt sind.
Zu Beginn irritiert der Autor mit vielen Zitaten und Querverweisen auf Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“. Doch nicht ohne Grund, wie wir später lesen werden. Der Vielvölkerstaat gleicht dem Kakanien in Musils Werk.
Die Gründe warum die Habsburgermonarchie zerbricht, sind vielfältig. Sie werden dem Leser in vielen Alltagsgeschichten vor Augen geführt. Durch Inkompetenz, Intrigen, Überheblichkeit und Nicht-Erkennen der Wirklichkeit werden seit langem Teilchen für Teilchen – wie bei einem Puzzle – aus dem Vielvölkerstaat herausgebrochen. Da geht es nicht einmal so direkt um die Gebietsverluste, die tatsächlich aus dem Staatengebilde herausgelöst werden, sondern vielmehr um die Geisteshaltung der Regierenden. Der greise Kaiser, die intriganten, auf ihren eigenen Vorteil bedachten Hofschranzen, das Erwachen des Nationalbewusstseins – all das führt nach dem Tod Franz Josefs zur Implosion des Reiches. Denn, der Kaiser ist jene Klammer, die die unterschiedlichen Teile der Monarchie zusammenhält. Als der Kaiser stirbt, dreht sich die Abwärtsspirale schneller. Das ungeschickte Agieren von Kaiser Karl und seiner ehrgeizigen Frau Zita beschleunigt den Untergang noch zusätzlich.
Doch gleichzeitig lebt die Monarchie noch lange in den Köpfen der Menschen weiter, obwohl schon längst die Republik ausgerufen ist. Das eine oder andere lässt sich bis in die Gegenwart verfolgen.
Leidingers Buch zeigt viele kleine und größere Details zum Scheitern der Donaumonarchie auf. Dass das Ende des Ersten Weltkriegs eine völlige Neuordnung Europas hervorbringen würde, hat vermutlich vorher niemand geglaubt.
Ein Zusammenschluss der ehemaligen Kronländer einem „Commonwealth der Donauländer“ ähnlich wäre vermutlich möglich gewesen. Doch diese Chance wurde nicht aufgegriffen und damit vertan.
Meine Meinung:
Zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie gibt es eine Menge Bücher. Dieses hier bereitet die Vorgänge rund um den Zerfall detailliert und doch verständlich auf. Die unterschiedlichen Sichtweisen sind gut dokumentiert und nachvollziehbar.
Das Werk bietet mit seiner fundierten Recherche und der Darstellung von breiten Querverbindungen eine sorgfältige Aufarbeitung des Endes der Donaumonarchie. Vieles, was in späteren Jahren passiert, nimmt hier seinen Ausgang.
Fazit:
Wer sein Wissen über den Untergang des Habsburgerreiches erweitern will, kommt an diesem penibel recherchierten Buch nicht vorbei. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von spozal89:
Der Wortschatz von Vorpahl Elias
fantasievoll aber auch ein wenig strange
Ein Wort auf der Suche nach seinem Sinn. Das findet man hier in diesem kleinen, feinen Büchlein. Man merkt, dass es dem Autor wichtig war, hier etwas besonderes zu kreieren, denn das Buch ist total liebevoll gestaltet. Die Illustrationen die man auf den Seiten innen findet sind wirklich schön gestaltet und passen schön zum Text.
Auch die Idee der Geschichte an sich ist etwas neues und besonderes. Man braucht allerdings sehr viel Fantasie, um mit der Geschichte klar zu kommen. Obwohl der Schreibstil schön ist, recht wortgewandt und schon ein wenig poetisch, habe ich mich teilweise schwer getan der Hanldung zu folgen. Das zweite drittel des Buches hat mir dann so gar nicht mehr gefallen, denn ab dem Thema Basel ging es vollkommen bergab. Dennoch bin ich froh es gelesen zu haben, denn an sich ist das Buch wie gesagt etwas ganz besonderes. Daher tue ich mir diesmal mit der Bewertung auch ein wenig schwierig, gute drei Sterne - Mittelfeld - da ich es weder besonders großartig noch besonders schlecht fand.
Rezensionen von Vicky:
Bourbon Lies von J. R. Ward
Umfallende Bäume machen jede Menge Lärm
‘Bourbon Lies‘ ist der dritte und somit auch letzte Band der neuen Trilogie von J.R.Ward. Das Buchcover mit den Farben Blau, Schwarz und Weiß ist sehr ansprechend gestaltet und zieht auf jeden Fall Blicke auf sich, außerdem passt es perfekt in das Aussehen der ‘Bourbon Kings-Reihe. Dies in Kombination mit der Inhaltsangabe >>Das furiose Finale der großen Familiensaga << weckte sofort mein Interesse.
Der Schreibstil von J.R.Ward ist in dieser Reihe etwas anders, als mir durch andere Bücher bereits bekannt war. Zu anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig aber bereits mit Band eins konnte mich die Autorin überzeugen und dieser Eindruck wird mit diesem letzten Teil wieder bestätigt. Zumal fand ich den Humor der Figuren super, es waren eindeutig einige geniale Aussagen bzw. Wortgefechte dabei!
‘Bourbon Lies‘ verteilt sich auf vierundvierzig Kapitel. Bereits unter ‘Zu diesem Buch‘ kann man sich einen guten Eindruck vom Roman holen. Das Personenverzeichnis am Anfang fand ich gut und hat mir sehr geholfen mein Gedächtnis über die diversen Figuren sowie die bisherigen Geschehnisse der anderen Bände aufzufrischen.
Ich finde es gut dass sich alle Gegebenheiten und Rätsel aus den ersten Bänden auflösen. Einiges war vorhersehbar, anderes wiederum nicht!
Fazit:
Das Buch ist definitiv ein guter und gelungener Abschluss der Reihe. Ich verspüre allerdings etwas Wehmut dass ich nun nichts mehr von den Figuren, welche mir doch etwas ans Herz gewachsen sind, hören werde!
Meine Empfehlung ist es aber die drei Bände unbedingt in der richtigen Reihenfolge zu lesen, ansonsten kennt man sich vermutlich nicht gut aus da die einzelnen Teile doch aufeinander aufbauen!
Rezensionen von Gaby 2707:
Weihnachten in Briar Creek von Miles Olivia
Eine wundervolle Einstimmung auf Weihnachten
Kara Hastings hat bisher nichts, was sie angefangen hat, zu Ende gebracht. Aber nun führt sie seit drei Monaten eine kleine Bäckerei und ihre Cookies scheinen den Leuten in Briar Creek zu schmecken. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit hat sie viel zu tun und erfindet dauernd neue Sorten. Vor allem auch ihre kleinen Lebkuchenhäuser kommen sehr gut an.
Molly Griffin hat sogar jeden Tag Schneeflockencookies für ihre Nachmittagstee in ihrem Bed & Breakfast bei ihr geordert. Hier begegnet sie auch Nate, dem Neffen von Molly, von dem sie schon sehr viel gehört und sich bei einem kleinen Zusammenstoß ein kleines bischen in seine strahlenden Augen verliebt hat. Als er ihre wundervollen Lebkuchenhäuschen sieht, schlägt er ihr vor, sich an dem weihnachtlichen Häuser-Dekorierwettbewerb in Briar Creek zu beteiligen. Das Preisgeld könnte Kara sehr gut brauchen und sie geht auf seinen Vorschlag ein.
Von Anfang an bestimmt ein Knistern und Kribbeln jedes Zusammentreffen zwischen Kara und Nate. Aber Beide sind sich sicher, nichts ausser Freundschaft vom Anderen zu wollen.
Für mich war dieser 5. und leider, wie ich gelesen habe letzte Band der Briar Creek Reihe das erste Buch, das ich von Olivia Miles gelesen habe. Ich mag ihren leichten, lockeren Schreib- und Erzählstil sehr. Da die Autorin die Geschichte jeweils aus den Augen von Kara und dann von Nate erzählen lässt, bin ich in ihren Gefühlen und Gedanken noch viel mehr drin. Besonders bei Nate, der als absoluter Weihnachtsmuffel nach Briar Creek kommt, habe ich durch seine Gedanken besser verstehen können, warum er so ist, wie er ist. Diese Erklärungen waren mir einfach etwas zu viel und haben etwas genervt. Das war aber auch das einzig Negative an der Geschichte.
Dass der Ausgang der ganze Geschichte von Anfang an sehr vorhersehbar ist, hat mich hier überhaupt nicht gestört. Ich habe mit Kara und Nate gehofft, gebangt, gelitten und hätte ihnen hier und da gerne einen Stupser in die richtige Richtung gegeben. Aber sie haben ihren Weg ja dann auch alleine noch gefunden. Die ganze Stimmung in dem kleinen Ort ist durch das Schmücken und das Backen so weihnachtlich angehaucht, dass ich gerne mit den Beiden unterwegs bin. Ob beim Schlittschuhlaufen oder auf dem Weihnachtsfest, alles ist so friedlich und stimmig, dass ich mich gerne von diesem Flair gefangen nehmen lasse. In meinem Kopfkino haben sich die stimmungsvollen Bilder aus Briar Creek regelrecht eingebrannt.
Aber nicht nur Kara und Nate, naja bei ihm hat es schon etwas gedauert, habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen, sondern vor allem auch Tante Molly. Die alte Dame ist so herzlich, so liebevoll und doch ein kleines Schlitzohr, die genau weiß, wie sie ihren Neffen, der ein absoluter Weihnachtsmuffel ist, in ihrem Sinne manipulieren kann.
Olivia Miles hat mich mit ihrer Geschichte aus dem kleinen weihnachtlich angehauchten Ort Briar Creek so gefesselt und so gut unterhalten, dass ich diese 24 Kapitel im kommenden Dezember bestimmt noch einmal lesen werde. Und auch die vorhergehenden Geschichten, von Menschen aus dem Ort, die ich hier ja auch schon kennenlernen durfte, werde ich bestimmt noch lesen.
Man darf hier keinen tiefschürenden Roman erwarten, aber eine stimmungsvolle, sehr weihnachtliche kleine Lovestory, die mir sehr gut gefallen hat.
Rezensionen von Caroline :
Mein Herz ist eine Insel von Sanders Anne
Die Insel ist mein Herz
Isal kommt nach knapp 10 Jahren wieder nach Hause auf die Insel Bailevar. Sie hat damals ihren Vater, ihre zwei älteren Brüder und ihre Jugendliebe zurück gelassen und es niemals bereut. Aber in ihrer Not sieht sie keinen anderen Weg, als zu ihrer Familie.
Dort angekommen, trifft sie auch unerwarteter Weise Finn wieder.
Die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit überrollen Isla und vor allem Shona freut sich sehr die junge Frau wieder in die Arme zu schließen.
Shona, die seit jeher gerne die Geschichte der „verschwundenen Insel“ erzählt, die nicht mehr die jüngste ist und auch von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.
Wie hat es mir gefallen?
Ich lese das Buch im Rahmen der Aktion „Hello Sunshine“ vom Bloggerportal und habe das Buch als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür.
Mit dem Cover und dem Klappentext waren meine Erwartungen auf einen lockeren leichten Liebesroman gelenkt. Bekommen habe ich eine weitaus tiefer gehende Geschichte.
Isla ist eine junge Frau, die an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Sie ist verwirrt und daher zickig. Sie floh von der Insel, die sie als einengend und provinziell empfand. Nun ist sie wieder hier und die Menschen haben sich kaum verändert. Meine Sympathie für sie hielt sich in Grenzen, denn sie strapazierte oft meine Geduld. Ich brauchte eine Zeit lang, um mich mit ihr anzufreunden.
Finn dagegen hat mich sofort für sich eingenommen, vor allem seine freundliche Art und seine Leidenschaft fürs Kochen. Er kann auch mit Islas Gefühlschwankungen umgehen, auch wenn ihn ihr Auftauchen überrascht.
Bereichert wird die Story durch ein paar äußerst charmante Figuren. Allen voran Shona, die das Herz der Insel ist. Ihre Geschichten sind allseits bekannt, wenn auch nicht alle daran glauben, hören sie ihr sehr gerne zu.
Louise, eine knapp 90jährige Frau, die noch täglich im Meer schwimmt und ihren wundervollen „gefakten“ französischen Akzent lebt.
Die Altherrenband, der Postbote/Müllmann und noch einige andere schrullige Figuren.
Diese Insel im rauen schottischen Meer rundet bildet den perfekten Schauplatz, um die Geschichte zu erzählen.
Der Schreibstil der Autorin war anfangs für mich gewöhnungsbedürftig. Ich kann nicht genau festmachen, woran das lag. Es war womöglich ein Zusammenspiel aus einer für mich eher ungewohnten Schreibweise und meiner leichten Abneigung gegenüber Isla. Aber man muss die Hauptfigur nicht unbedingt mögen, um eine Geschichte gut zu finden.
Und ich fand sie gut. Sie war tiefgründiger als erwartet, sie war spannend und voller großer Gefühle, die alle Menschen in sich haben.
Es ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft, über Herkunft, Vergangenheit und Zukunft. Als ich mich voll darauf eingelassen habe, riss sie mich mit.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von KimVi:
Der Fall Kallmann von Nesser Håkan
Leider kein spannender Krimi, aber ein durchgehend interessanter Roman
Der Lehrer Eugen Kallmann war bei seinen Schülern sehr beliebt. Sein unerwarteter Tod wirft einige Fragen auf. Doch die Polizei kommt zu dem Ergebnis, dass Kallmann durch einen Unfall ums Leben kam und stellt die Ermittlungen ein. Leon Berger, der Kallmanns Nachfolge im Schwedischunterricht antritt, findet im Schreibtisch seines Vorgängers einige Tagebücher.
Er kann der Versuchung nicht widerstehen, sie zu lesen. Der Inhalt gibt ihm jedoch Rätsel auf. Wie viel Wahrheit mag wohl in dem Geschriebenen stecken? Denn Kallmann behauptet dort von sich selbst, dass er die Gabe hat, in den Augen anderer Menschen zu lesen, ob sie irgendwann in ihrem Leben einen Mord begangen haben. Außerdem deutet einiges darauf hin, dass Kallmann einem alten, ungesühnten Verbrechen auf der Spur war. Ist ihm das zum Verhängnis geworden? Und war sein Tod gar kein Unfall? Gemeinsam mit zwei Kollegen versucht Leon Berger das Rätsel zu lösen....
Die Geschichte um den rätselhaften Tod des Lehrers Eugen Kallmann wird aus wechselnden Ich-Perspektiven geschildert. Da die unterschiedlichen Blickwinkel zu Beginn stets mit dem Namen der Person, die gerade ihre Sicht der Dinge beschreibt, kenntlich gemacht werden, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Außerdem kommt es im Verlauf der Handlung zu einigen Zeitsprüngen, doch auch diese kann man leicht einordnen, da die entsprechenden Wechsel mit der Jahreszahl versehen sind.
Durch die unterschiedlichen Ich-Perspektiven erfährt man sehr viel über die einzelnen Akteure. Man bekommt einen genauen Einblick in ihre beruflichen und privaten Hintergründe. Außerdem kann man dadurch ihre Gedanken und Gefühle sehr gut einschätzen. Da es sich um sehr unterschiedliche Charaktere handelt, bekommt man einen guten Gesamtüberblick.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt ihm hervorragend, die einzelnen Charaktere voneinander abzugrenzen und sie lebendig wirken zu lassen. Man kann sich mühelos in die unterschiedlichen Protagonisten hineinversetzen und dabei beobachten, was sie zur Lösung des Fall Kallmanns beizutragen haben. Der Fall selbst steht dabei aber nicht unbedingt im Zentrum der Handlung, denn man erfährt einiges aus dem privaten und beruflichen Umfeld der jeweiligen Person, das zunächst nichts damit zu tun haben scheint. Dadurch hat man beim Lesen manchmal leider das Gefühl, etwas auf der Stelle zu treten, da die Nebenstränge ziemlich viel Raum einnehmen. Das Geschehen wird zwar durchgehend interessant geschildert, doch echte Ermittlungsarbeit und Spannung sind eher rar gesät. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es sich um einen Roman und nicht um einen Krimi handelt. Wenn man sich das bewusst macht, kann man sich entspannt zurücklehnen und genießen, wie die Handlungsfäden sich langsam miteinander verbinden, am Ende schlüssig zusammenlaufen und sogar noch mit einer Überraschung aufwarten können.
Ich habe mich beim Lesen dieses Romans gut unterhalten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir vom Fall Kallmann eigentlich einen spannenden Kriminalroman erhofft hatte. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht, doch auf dem Buchcover ist ja deutlich zu erkennen, dass es sich um einen Roman handelt. Deshalb bin ich wohl mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Die Handlung selbst wirkte auf mich durchgehend interessant und die Charaktere äußerst lebendig. In meiner Bewertung bin ich hin- und hergerissen. Einem Krimi würde ich an dieser Stelle lediglich wohlwollende drei Bewertungssternchen geben, doch da es ja offensichtlich keiner ist, runde ich großzügig auf und bewerte diesen Roman mit vier von fünf Sternen.
Rezensionen von yellowdog:
Der Fall Kallmann von Nesser Håkan
Die geschichte Taiwans
Tereza Vanek wendet sich in diesem Roman wieder China zu.
Diesmal führt der Weg sogar von Shanghai bis nach Taiwan 1900, das damals auch Formosa genannt wurde. Neuland für wohl die meisten Leser.
Geniestreich der Autorin ist es, mit der Protagonistin Anastasia eine gewissermaßen neutrale Figur zu schaffen, deren Sicht auf die Zustände unvorgenommen sind und deswegen wirken die Themen unmittelbar auf den Leser.
Anastasia (kurz Ana) ist Russin, lebte jedoch schon seit ihrer Kindheit in China. Nach dem Tod ihres Vaters ist sie auf sich selbst gestellt. Eine für sie arrangierte Heirat lehnt sie ab. Sie wächst in ihre Rolle als selbstbewusste, eigenständige Frau hinein und kümmert sich sogar um die junge Chinesin Clio.
In Taiwan arbeiten sie zusammen für die Missionaren als Lehrerinnen.
Die Ereignisse der Zeit sind brisant, In Taiwan sind nach dem chinesisch-japanischen Krieg 1895 die japanischen Besetzer die Machthaber.
Von den Ureinwohner Taiwans rebellieren viele gegen die Unterdrückung.
Manche Nebenfiguren werden bewusst nicht tiefergehend portraitiert, etwa der deutsche Geschäftsmann Felix Hoffmann oder der Missionar George Mackay. Entscheidend ist wiederum, wie Ana sie wahrnimmt. Trotzdem sind es interessante Persönlichkeiten.
Das gilt erst recht für den Taiwaneser Difang, mit dem Ana sich mehrfach mit Sympathie auseinanderer setzt.
Das aufregende am Roman ist gerade der Kampf der Kulturen. Chinesen untereinander, gegen die Japaner, die Rolle der Europäer und christliche Missionare.
Tereza Vanek beweist auch in diesem historischen Roman, dass es möglich ist, anspruchsvolle Stoffe auf gut lesbare Art zu schreiben.
Rezensionen von Olaf_L:
Kaiserwasser von Fyona A. Hallé
Rasanter Wien-Krimi
Zuerst einmal sollte ich die Überschrift etwas relativieren: Ja, am ehesten gehört dieses Buch in die Krimi-Schublade, doch fehlt hier vieles, was manch Krimifreund wohl erwarten würde, nicht zuletzt klassische Ermittler, und auch das ‚Verbrechen’, um das es geht, ist eher unüblicher Natur: Es verschwinden nämlich Hunde, und zwar gleich in Serie, wie Inhaltsangabe und Prolog schon verraten.
Was dahinter steckt, wird nach und nach aufgedeckt. Verdächtige gibt es schon, u.a. den koreanischen Koch eines Tagungs-Centers am Wiener Kaiserwasser. Haarsträubend? Nun ja; tatsächlich wird in Fernost noch Hund gegessen, und es gab schon haarsträubendere Vorwürfe gegen Zuwanderer ... Die meisten Hauptfiguren in „Kaiserwasser“ mögen daran freilich nicht glauben.
Damit wären wir bei den Charakteren des Buches, und davon gibt es recht viele. Dies ist einer der Haupt-Kritikpunkte bei anderen Rezensionen und Kommentaren, die ich gelesen habe, und tatsächlich: Wo viele Geschichten ähnlichen Umfangs (280 Seiten) mit 2, 3 oder 4 Hauptfiguren auskommen, so sind es hier eher 5, 10 oder 15, je nachdem, was man als Haupt- oder Nebenrolle ansieht. Persönlich konnte ich eigentlich immer den Überblick behalten, da die Figuren nach und nach recht geschickt eingeführt werden; aber ein Personenverzeichnis wäre hier wohl hilfreich. Dass die Autorin die diversen Personen immer wieder anders umschreibt (z.Bsp. Tony/ Prinzessin/ Mädchen/ Teenager ...), ist zwar kreativ, erleichtert die Orientierung aber auch nicht. Hauptakteure sind jedenfalls sicher die Freundinnen Conny und Tony, die dadurch in die ‚Krimi’-Handlung verwickelt werden, dass ein von ihnen betreuter Hund ebenfalls spurlos am titelgebenden Kaiserwasser verschwindet.
Der Hund gehört der Autorin Cassiana Herno. Sie ist die Hauptfigur in einem weiteren Handlungsstrang, denn sie und ihr Manager sind gerade dabei, für ihr neues Buch (ebenfalls benannt „Kaiserwasser“) die Werbetrommel zu rühren. Dass sich dieser Handlungsstrang zu Beginn des Buches bald (fürs erste) in den Vordergrund schiebt, hat, wie sich zeigte, wiederum einige Leser bzw. Leserinnen irritiert. Hier scheint der Krimi in eine Literatur-Satire überzugehen, aber die Betonung liegt auf ‚scheint’! Denn die Handlungsstränge sind miteinander verknüpft, und beteiligt (auf die eine oder andere Weise) an dieser Verknüpfung sind besagter koreanischer Koch und der Fürst Finsterfels, der im genannten Center eigentlich nur ein geschäftlich-kulturelles Event steigen lassen will.
Ein weiterer Kritik- und Irritationspunkt war, dass in die Haupthandlung immer wieder Passagen aus dem Buch-im-Buch eingeblendet werden, und zwar zumeist in Form von Lesungen. Dadurch ist die Einbindung selber zwar gut motiviert, aber die Haupthandlung wird natürlich unterbrochen, und man muss sich erst einmal wieder umstellen. Es wäre wohl tatsächlich sinnvoll, wenn man diese Passagen irgendwie im Schriftbild hervorheben könnte. Womöglich noch mehr hat manche aber wohl irritiert, worum es in diesem Binnen-Buch geht, nämlich um eine tabuträchtige Liebesgeschichte – wie tabuträchtig, wird erst im Laufe der Handlung klar.
Die Handlung selber scheint zu Anfang eher gemächlich in Gang zu kommen. Das ändert sich aber rasch – und das heißt, innerhalb einer Woche –, und das Finale „an, auf und in der Alten Donau“ ist derart rasant, dass offenbar alle bisherigen Rezensenten (mich eingeschlossen) es in einem runter gelesen haben, obwohl es immerhin gut 70 Seiten und damit ein Viertel des Buches umfasst. Es ist sozusagen in Echtzeit erzählt, sehr filmisch und sehr gekonnt.
Und just zwischen zwei Höhepunkten dieses Finales wird wieder eine längere Passage aus dem Buch-im-Buch eingeblendet. Das wirkte auch auf mich zuerst wie eine Vollbremsung aus voller Fahrt, doch im Nachhinein betrachtet dürfte das Absicht sein: Die Einblendung fungiert nicht nur als retardierendes Moment; vielmehr wird hier auch klar, dass die vermeintlichen zwei Handlungsstränge eigentlich nur einer sind.
Die Details der Verknüpfung werden nach dem Finale aufgedeckt. Ja, auch diesen Abschnitt hätte man etwas raffen können, da hier die Literatur-Satire sich wieder in den Vordergrund schiebt. Doch liegt der Autorin dies offenbar am Herzen, und es lässt sich unschwer denken, wer für die Figur der Cassiana Herno Pate (bzw. Patin) gestanden haben könnte. Mir kamen die Namen Charlotte Roche, Cecelia Ahern, Thomas Bernhard oder auch Karl Ove Knausgard in den Sinn.
Die eigentliche Krimi-Haupthandlung findet einen überraschenden Abschluss, der aber wohl die meisten Leserinnen bzw. Leser zufrieden gestellt hat; man könnte den Schluss versöhnlich nennen. Hier zeigt sich wiederum, dass „Kaiserwasser“ einerseits Elemente des Krimis benutzt, speziell des Regionalkrimis, jedoch insofern darüber hinaus geht, als dass die Szenerie hier nicht nur Kulisse ist, sondern sozusagen selber zum Akteur wird. Es bleiben freilich noch ein paar lose Enden übrig, die eine Fortsetzung denkbar erscheinen lassen. Es würde sich lohnen!
Rezensionen von spozal89:
Winterengel von Corina Bomann
märchenhaft weihnachtlich
Als Anna Vater starb, brach nicht nur ihr Herz sondern auch ihre Existenzgrundlage. Denn die Glashütte, in der sie zusammen mit ihrem Vater gearbeitet hatte musste geschlossen werden. Um sich über Wasser zu halten verkauft Anna nun selbstgemachte Glasengel, die sie in einer benachbarten Werkstatt herstellen darf.
Als sie eines Tages eine Einladung der englischen Königin bekommt, die gerne ihre Engel sehen und kaufen würde, denkt Anna an einen schlechten Scherz. Doch dann taucht der englische Bote mit den silbergrauen Augen auf und Anna begibt sich mit ihm auf die Reise ins ferne England. Doch als plötzlich ihre Engel gestohlen werden, bricht für sie eine Welt zusammen. Muss sie nun unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurückkehren? Doch wie durch ein Wunder wendet sich das Blatt, aber nicht nur in Bezug auf die Glasengel...
Ich habe schon mehrere Bücher von Corina Bomann gelesen, aber die Weihnachtsbücher gefallen mir am besten von ihr. So auch "Winterengel".
Die Geschichte um Anna und ihre Weihnachtsengel ist für mich das bisher beste Buch der Autorin. Es hat etwas märchenhaftes an sich und ist gleichzeitig emotional, aber nicht zu kitschig und auch ein klein wenig spannend (ich finde man fiebert richtig mit Anna mit). Zudem fand ich es einfach unglaublich einstimmend auf Weihnachten. Das Vertrauen das Anna in mehr oder weniger fremde Menschen gelegt hat und die dann ihr Leben komplett ändern fand ich super schön und ich musste mir zum Ende hin tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken. Die Beschreibungen der Herstellung der Glasengel fand ich interessant, da ich mir bisher nie Gedanken um die Arbeiten mit Glas gemacht habe. Schön fand ich auch, dass es eine Liebesgeschichte gab, die aber nicht im Vordergrund stand. Das Ganze Buch über stand Anna und ihre Entwicklung im Mittelpunkt und auch die Familie kam nicht zu kurz.
Oftmals habe ich die Längen der anderen Bücher der Autorin bemängelt, die gab es bei diesem Buch hier so gar nicht und ich kann es nur gänzlich empfehlen. Nicht nur für die Vorweihnachtszeit, sondern allgemein. Wobei es schon eher ein Winterbuch ist und keins das man im Sommer lesen sollte. Denn ich glaube der Zauber des Buches wirkt im Winter einfach viel mehr. :-)










