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Rezensionen von LadyIceTea:

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Kleine Stadt der großen Träume von Backman Fredrik

Melancholisch und berührend

Björnstadt ist eine kleine Stadt mitten in den Wäldern. Björnstadt droht das Vergessen. Immer mehr junge Menschen ziehen weg, es gibt immer weniger Arbeitsplätze. Nur eine Sache hält sie am Leben: Eishockey! Alle Hoffnung ruht auf der Juniorenmannschaft, denn ihr Sieg könnte die Welt wieder an Björnstadt erinnern und dazu noch Arbeitsplätze schaffen.

Doch bevor es so weit kommt, passiert etwas, dass ihre ganze Gemeinschaft ändert und alles in Frage stellt.

Ich kannte Fredrik Backmann schon von „Britt-Marie war hier“ und war sehr gespannt, wie er diesen Roman wohl geschrieben hat. Ich wurde sehr positiv überrascht. Denn einerseits hatte ich eine andere Geschichte erwartet und andererseits zeigt sein Schreibstil hier viel mehr Gefühl und Einfühlungsvermögen.
Ich hatte eine Geschichte über Eishockey erwartet, in der es sich um den Aufstieg einer kleinen Stadt dreht. Ich habe eine positive Newcomer Story erwartet, die vielleicht von ein paar Intrigen gestört wird. Doch bekommen habe ich eine melancholische und sehr gefühlvolle Geschichte über Loyalität, Gemeinschaft, Sportsgeist, Freundschaft, Liebe, Schicksale und Vorurteile.
In Björnstadt dreht sich wirklich alles um Eishockey. Die Menschen identifizieren sich und ihre Kinder darüber. Besonders die Junioren sind die Stars und sollen die Stadt retten.
Backmann beschreibt mit viel Feingefühl die Dynamik einer solchen Mannschaft und ihre Liebe zu ihrem Trainer und die Loyalität zueinander. Er bringt dem Leser diesen Mannschaftsgeist und die Bedingungslosigkeit sehr gut nahe und lässt ihn teilhaben an diesem Konstrukt. Gleichzeitig wird der Leser immer mehr in das Gefüge des Klubs und der Stadt eingebracht. Man begreift schnell, dass die Stadt nicht ohne den Klub kann und der Klub nicht ohne die Menschen aus der Stadt. Doch es geht Backmann nicht nur um die, die Eishockey lieben, es geht ihm auch um die, die Eishockey eben nicht lieben oder die nicht gut genug sind. Die, die sich in Björnstadt einfach fehl am Platz fühlen und denen kein Platz gegönnt wird.
Das ganze Buch wird von einer melancholischen Stimmung getragen, die mich durchweg an dichte, dunkle Wälder und kalte Winter hat denken lassen. Eine perfekte Stimmung für dieses Buch. Backmann streut immer wieder Absätze ein, die den grade geschehenden Werdegang einzelner Figuren schildern und durch die man ein Gefühl dafür bekommt, wie das Leben in dieser Stadt so läuft. Er beschreibt dies jedes Mal auf eine sehr intime, feinfühlige Art und lässt den Leser Mäuschen spielen.
Auch als es passiert und sich alles in Björnstadt ändert, passiert nichts was nicht in die Geschichte gepasst hätte. Und auch wenn einiges nicht bequem und eher abstoßend ist, gehörte es einfach dazu.
Mir hat dieses Buch viel besser gefallen als Britt-Marie und ich habe mich wirklich gerne von dieser besonderen Stimmung mitnehmen lassen.
Das einzige kleine Manko den es für mich gibt und warum ich einen Stern weniger gebe, sind die Längen die das Buch an ein paar Stellen entwickelt. Ich habe dort zwar gerne weitergelesen aber dort ließ der Bann bei mir spürbar nach. Trotzdem ein Buch was ich in guter Erinnerung behalten werde. Klare Empfehlung!

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Kleine Stadt der großen Träume

Rezensionen von PFIFF:

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Wo Licht ist Roman. Gebunden. von Moss Sarah

Anfänge der Frauen in der Medizin


Alethea Moberley, genannt Ally, Tochter eines angesehenen Malers und einer strengen Christin, wird in Manchester im 19. Jhdt. groß. Ihre Mutter arbeitet in einem Frauenhaus, in dem armen, geschändeten und hilflosen Frauen geholfen wird. So lernt Aly von Kind an, dass Frauen alles andere als den Männern gleichberechtigt sind und es für sie entwürdigend ist, von männlichen Ärzten untersucht und behandelt zu werden.

Sie beschließt, selbst Ärztin zu werden, und nimmt einen steinigen Weg auf sich, doch mit solchem Eifer und Durchhaltevermögen, dass es ihr gelingt, einen der wenigen Studien- und Ausbildungsplätze für Ärztinnen zu ergattern.
Ihre Tante Mary nimmt sie liebevoll in ihrer Familie auf, damit Ally ihr Studium absolvieren kann. Dort lernt sie auch einen tüchtigen, braven Ingenieur kennen, der um ihre Hand anhält.
Ally ist nicht verwöhnt, weder materiell noch gefühlsmäßig. Sie geht durch eine harte Schule, die ihre harte Mutter vorgibt. Der liebevolle Vater kann sich nicht dagegen durchsetzen und widmet sich seiner Malerei.
Die Schwester May verlässt das Elternhaus früh, um sich unabhängig zu machen.
Eine packende Geschichte aus der Pionierzeit der Frauen in der Medizin.

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Wo Licht ist Roman. Gebunden.

Rezensionen von PFIFF:

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Zwei Sekunden von Christian von Ditfurth

Bombenanschlag auf einen Wagen mit hochrangigen Politikern

Eine Bombe explodiert auf einer Straße in Berlin. Der russische Präsident und die deutsche Kanzlerin kommen mit dem Schrecken davon. Die Bombe hat das Auto hinter ihnen erwischt und alle Insassen getötet. Zwei Sekunden früher wäre der Wagen mit dem Staatsbesuch in die Luft geflogen. War es ein Versehen, eine Warnung, oder waren die hochrangigen Politiker gar nicht das Ziel? Die technischen Ermittlungen sind schwierig, weil die Sprengung nicht viel ganz gelassen hat.

Wie ist die Zündung erfolgt, wie konnte man unbemerkt eine Bombe unter die Fahrbahn plazieren? Viele Fragen, viele Sackgassen.
Hauptkommissar Eugen de Bodt ermittelt auf seine spezielle Art, die den Kollegen vom Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt nicht passt. Aber mit seinen Kollegen kommt er auf eine heiße Spur, sucht und findet einen Maulwurf in den eigenen Reihen und begibt sich in Lebensgefahr, um die raffinierten Verbrecher aus der Reserve zu locken.
Ein intelligenter, spannender und zeitnaher Krimi.

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Zwei Sekunden

Rezensionen von PFIFF:

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Das Licht der Insel von Pendziwol Jean E.

Familiendrama am Lake Superior


Die junge Morgan muss einen von ihr angesprayten Zaun vor einem Seniorenheim überstreichen. Sie hat Probleme mit ihrem Leben, ihrem dealenden Freund. Sie entwurzelt, weiß nicht, wohin sie gehört. Der Großvater hatte sie aufgezogen, als die krebskranke Mutter starb. Ihren Vater kennt sie gar nicht.

Nach dem Tod des Großvaters ist sie auf sich allein gestellt.
Bei ihrer Malerarbeit lernt sie die alte Elisabeth kennen. Diese bittet das Mädchen, ihr aus alten Tagebüchern ihres Vaters, eines Leuchtturmwärters auf Porphyry am Lake Superior, vorzulesen, da sie nahezu blind ist.
Es entwickelt sich eine Freundschaft. Mehr und mehr kristallisiert sich beim Lesen der Bücher heraus, dass beide Frauen etwas verbindet. Das Schicksal Elisabeths und ihrer Familie wird klar und ist erschütternd.
Spannend und menschlich berührend geschrieben.

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Das Licht der Insel

Rezensionen von yellowdog:

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Das Licht der Insel von Pendziwol Jean E.

Aufzeichnungen eines Spielers mit besonderer Gabe

Der Roman hat eine ungewöhnliche Idee und das reicht für eine bemerkenswerte Handlung über einen Mann, der durch das richtungweisende Jucken in der Kniekehle weiß, wie er beim Spiel, z.B. Roulette, gewinnt.
Ich spiele nicht mal Lotto und war noch nie in einem Casino, doch die beschriebenen Schilderungen der Spiel- und Gewinnabläufe sind interessant.

Auch die Gefühle des Icherzählers Ede über seine Existenz zwischen seinem Spiel-Talent und dem Alltagsleben mit Job und seine ganze Lebenseinstellung, sind nachvollziehbar. Er ist “in the middle”.
Unauffällig spielt er in Casinos und lebt doch überwiegend bescheiden um nicht aufzufallen. Es bedeutet dann ein abrupter Bruch in seinem ruhigen Leben, als er von russischen Gangstern entführt wird. Sie reisen mit ihm durch die Welt und zwingen ihn, für sie in den Casinos vieler Städte zu spielen und zu gewinnen. Dann begegnet er einer Chinesin, die das gleiche ungewöhnliche Talent hat wie er.

Der Protagonist reist viel. Mal ist er in Israel, dann in Brüssel, Tunesien, Liberia, London, Kapstadt und anderen Städten in diversen Ländern. Distanzen von 6000 Kilometer legt er mit wenigen Zwischenlanden am Stück zurück. Die vielen Schauplätze erzeugen eine Internationalität des Romans, doch schließlich wird er nach Deutschland ausgeliefert, in Untersuchungshaft.

Trotz seiner Schwierigkeiten ist Ede ein Überlebenskünstler und überwindet Hindernisse. Er hat die Fähigkeit, sich zu arrangieren. Die Beziehung zu seiner Freundin Tasha jedoch ist nicht unproblematisch.

An dem Roman gefällt mir die Form der Aufzeichnung und die uneitle Erzählart des Icherzählers. Er hält sich für durchschnittlich, mit Ausnahme seiner Begabung. Man ist als Leser nah an seinen Gefühlen dran.

Das Finale der Handlung mit außergewöhnlichen Auswirkungen ist ganz schön abgedreht. Ich war ganz zufrieden mit dem Buch, auch wenn es stilistisch nicht so literarisch gestaltet ist.

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Das Licht der Insel

Rezensionen von heinoko:

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Das verborgene Leben der Meisen von Andreas Tjernshaugen

Toller Inhalt in schäbiger Verpackung

Wieso hat man einen so gehaltvollen Inhalt zwischen zwei schäbige, dicke Pappdeckel gesteckt, ein Einband, der bereits nach wenigem In-die-Hand-Nehmen trotz sorgsamer Behandlung hässlich-schmutzig aussieht und angeschlagene Ecken aufweist? Soo schade…
Der Autor ist ein vielseitig interessierter Redakteur, der sich aus persönlichem Interesse der Welt der Meisen widmete und uns viel, viel Interessantes zu erzählen weiß.

Er schlägt in seinem Buch einen großen Bogen von vielen persönlichen Erfahrungsberichten bis hin zu wissenschaftlichen Ergebnissen. Er erzählt locker-humorvoll vom Familienleben und von den Familiendramen bei Meisens, von deren unglaublicher Anpassungsfähigkeit, ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten, ihrer großartigen Fürsorge für den Nachwuchs und noch vieles, vieles mehr! Im Anhang gibt es spezielle Tipps, wie man z. B. einen Nistkasten selbst baut oder wie und wo die Nistkästen für Meisen am besten anzubringen sind, womit Sie füttern sollten. Die vielen farbigen Zeichnungen und Fotos unterstreichen den Text und erhöhen seinen Informationsgehalt.
Fazit: Kein trockenes Sachbuch, sondern eine persönlich-humorvoll erzählte, aber dennoch fundierte Reise in die Welt der Meisen, die wir nach Lektüre des Buches mit ganz neuen

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Das verborgene Leben der Meisen

Rezensionen von heinoko:

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Die Heuhaufen-Halunken - Volle Faust aufs Hühnerauge von Sven Gerhardt

Zwiegespalten


Die Heuhaufen-Halunken bringen alles mit, was ein Kinderbuch braucht: Fröhliches Miteinander, spannende Pläne, ideenreiches Vorgehen und wohlwollende Mitbewohner. Aber…
Meggie, die Anführerin der Heuhaufen-Halunken, hat richtig Ärger mit Siggi Miesmann und seiner Horde aus dem Nachbardorf, denn Siggi hatte sie auf dem Schulhof auf das Übelste beleidigt.

Das kann man so nicht stehen lassen, da bleibt nur Rache! Und so brüten die Heuhaufen-Halunken gemeinsam einen detailreichen, arbeitsintensiven Plan aus…
In Steckbrief-Manier werden die Heuhaufen-Halunken einzeln vorgestellt, mitsamt ihren Freunden aus Berlin, und in gereimten Kapitelschritten geht die Handlung folgerichtig und durchaus spannend voran. Eine Fülle von fröhlichen Zeichnungen mit vielen witzigen Details unterstreicht das Geschehen. Die Botschaft, dass man viel erreichen kann, wenn alle zusammenhelfen, ist geschickt verpackt. Aber, ein ganz großes Aber, nein, zwei große Aber habe ich: Dass man Konflikte mit Kämpfen lösen kann und damit auch noch Erfolg hat, verursacht in mir ein ungutes Gefühl. Das zweite Aber halte ich noch für viel wesentlicher: Fremdes Eigentum auf nachhaltige Weise zu beschädigen, um die eigenen Ziele durchzusetzen – nein, das geht gar nicht! Und so bin ich bei diesem Buch leider zwiegespalten. Einerseits ein vergnügliches Kinderbuch, das aufgrund seiner liebevollen Gestaltung zum Lesen animiert, andererseits ein Buch, dessen Inhalt ich nicht in allen Teilen gutheißen kann.

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Die Heuhaufen-Halunken - Volle Faust aufs Hühnerauge

Rezensionen von yellowdog:

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Feindhafen Algier von Alexander Kent

Midtempo

Der erste Teil der Adam Bolitho-Reihe, aber schon der 24 der Gesamt-Serie.
Ziemlich umständlicher Anfang mit zu vielen Figuren und einer Vorgeschichte, aber immerhin gilt es die Titelfigur Kapitän Adam Bolitho einzuführen und das gelingt.

1815, die Zeit als Napoleon nach Elba ging, ist eine interessante Zeit und sorgt für eigenständige Atmosphäre, die das Seeabenteuer klar von denen des zweiten Weltkriegs abhebt.

Es erinnert also mehr als C.S.Foresters Captain Hornblower als an Alistair MacLean, hat ebenfalls Pathos, aber eine andere Stimmung.

Überwiegend spielt sich Handlung an Bord ab, später gibt es Landpassagen auf Malta. Auffällig ist, dass sich Adam Bolitho nahezu ständig Gedanken macht.
Davon abgesehen bleiben alle Figuren, auch Adam sehr schablonenhaft mit wenig charakterlichen Eigenschaften, außer der offensichtlichen Betonung des Ehrgefühls.

Die Erzählgeschwindigkeit ist fast durchgängig midtempo. Allzu große Spannung stellt sich zunächst nicht ein, später wird es einwenig besser. Es fehlt aber die Leichtigkeit der vergleichbaren Sharpe-Romane von Bernard Cornwell.
Letztlich kommt Alexander Kent mit diesem Roman nicht über das Mittelmaß hinaus.

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Feindhafen Algier

Rezensionen von rewa:

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30 Sekunden zu spät von Kaja Bergmann

Es kommt immer alles anders

Können nur 30 Sekunden das Leben eines Menschen verändern? In Kaja Bergmann´s Roman ,, 30 Sekunden zu spät´´ beeinflussen diese wenigen Augenblicke einen ganzen Handlungsablauf.
Eine spontane Reise Richtung Nordsee werden für Nepumuk und Miranda zum Verhängnis. Seine immer wiederkehrenden Kopfschmerzen und ihr Gefühl, dass sie verfolgt werden, lassen die Geschichte zu einer Berg und Talfahrt der Gefühle für den Leser werden.

Kaja Bergamann ist bekannt dafür, dass sie Geschichten erzählt, die scheinbar harmlos beginnen, die den Leser keinen geradlinigen Handlungsablauf bieten, die einem immer wieder verwirren und auch stellenweise etwas ratlos zurücklassen. Das große Aber kommt noch, denn wenn man sich auf die Autorin einlassen kann und auch will, dann bekommt man Spannung, interessante Geschichten und einen feinen Humor präsentiert.
Ich mag ihren Schreibstil, ihre freche Art an eine Geschichte heran zu gehen und sie fordert auch stets ihre Leser heraus sich eigene Gedanken zu machen.
Bei diesem Roman hat sich die Autorin etwas besonderes einfallen lassen wie sie ihre Geschichte von Nepumuk und Miranda erzählen möchte, um nichts davon vorweg zu nehmen, will ich darauf nicht näher eingehen.
Der sogenannte ,, Butterflay Effect´´ spielt in dem Roman eine spezielle Rolle. Zu erwähnen ist dabei auch das besonders schöne und geschmackvolle Cover mit dem Schmetterling.
,,Was –wäre- wenn´´ lautet in dem Roman die Devise und wer eine unkonventionelle Geschichte mag, wo es ein offenes Ende gibt, der soll sich trauen den Roman zu lesen. Da die Bücher von Kaja Bergmann sehr polarisieren gibt es nur zwei Möglichkeiten- entweder man mag ihre Art zu schreiben oder man mag sie nicht.
Ich mag gehöre zu denjenigen, die sich gerne auf Gedankenspiele einlassen und ich freue mich schon, wenn es wieder etwas von ihr zu lesen gibt.

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30 Sekunden zu spät

Rezensionen von heinoko:

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Tannenglühen von Petra K. Gungl

Ganzjahrestaugliches Lesevergnügen


Irgendwie habe ich immer Mitleid mit Büchern, die sich auf bestimmte Feiertage oder Jahreszeiten festlegen. So auch mit „Tannenglühen“ und dem Untertitel „Bitterböse Weihnachten“. Wer wird das Buch als Ostergeschenk oder als Sommerlektüre kaufen? Und dabei wäre es dem Buch so sehr zu wünschen, dass es das ganze Jahr gekauft und gelesen und verschenkt wird!
Franziska Ferstl, 60, will sich eigentlich nach schwerer Erkrankung von ihrem Job als Strafverteidigerin zurückziehen.

Aber da wird einer der Kanzlei-Partner, mit einer Lichterkette erdrosselt, aufgefunden. Da Max, ihr bester Freund und ebenfalls Kompagnon in der Kanzlei, des Mordes verdächtigt wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als wieder voll anzupacken. Und das macht sie auf die ihr ganz eigene, direkte, unverblümte, oft auch unkontrollierte Art und Weise. Der Sound ihrer Harley Davidson ist ihr näher als menschliche, allzu menschliche Regungen, und mit ihrer harten, auch sich selbst nicht schonenden Vorgehensweise sticht sie mitten hinein in Offshore-Geschäfte mit der gefährlichen Russen-Mafia, deckt Hass- und Liebesbeziehungen auf und trägt doch selbst schwer an alten Wunden.
Petra K. Gungl hat mich mit ihrem Buch völlig gefangengenommen. Ihr Schreibstil, der nicht nur plastisch-farbig ist, sondern auch über die Maßen intelligent, enthält eine Fülle von großartig geglückten bildhaften Schilderungen, die mir im Gedächtnis bleiben. „Gedanken, die sich wie Holzwürmer im Fressrausch in ihrem Kopf zu schaffen machten“ ist so ein Beisiel, oder „vernetzt wie eine Kreuzspinne im Herbst“ oder der Händedruck, der sich wie eine tote Forelle anfühlt. Ich könnte noch viele Sätze anführen, die mich begeistert haben. Die Protagonisten sind sehr detailreich und psychologisch präzise-stimmig ausgearbeitet. Man spürt an vielen Stellen, dass die Autorin, die selbst promovierte Juristin ist, weiß, wovon sie schreibt, auch bringt sie so manche versteckte Kritik am Rechtswesen unter. Dabei blitzt aber stets ein feiner Humor durch, oftmals verpackt in kleine Ausflüge in den österreichischen Sprachductus. Ich fühlte mich das gesamte Buch über gleichmäßig spannend und geistreich unterhalten. Deshalb wünsche ich dem Buch viele, viele Leser an Neujahr, an Pfingsten, an heißen Sommertagen, egal wann, Hauptsache nicht nur an Weihnachten!

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Tannenglühen