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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

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Tannenglühen von Petra K. Gungl

Keine Zeit zum aussteigen

Wien Anfang Dezember. Kanzleisekretärin Samira Dinic findet in der Früh ihres neues Arbeitstages einen ihrer Chefs, Dr. Siegfried Fürstenstein, erdrosselt im Besucherzimmer. Anscheinend wollte er gerade den großen Tannenbaum schmücken. Nun schlängelt sich die Lichterkette nicht um den Baum sondern um seinen Hals.

Strafverteidigerin Dr. Franziska Ferstl wollte sich nach ihrer überstandenen schweren Krankheit Ende des Jahres aus ihrem Arbeitsleben in der Kanzlei zurückziehen und sich in den Süden verabschieden. Da nun ihr langjähriger Kollege und Freund Dr. Maximilian Frank des Mordes an seinem Compagnon verdächtigt wird, stellt sie ihre Pläne zurück und greift voll in die Suche nach dem Mörder ein. Bei ihren Ermittlungen deckt sie eine Liebesaffäre auf, stößt auf dubiose Schwarzgeldgeschäft mit verschiedenen Russen, für die Kanzlei untragbare Offshore Geschäfte und die raffgierigen Ehefrauen ihrer Geschäftspartner. Als dann bei ihrer Nichte Martina auch noch eine Krankheit auftaucht, die noch bestimmt werden muss, gerät auch die taffe und sonst so starke Franziska hart an ihre Grenzen.

Die fast 60-jährige Frau Dr. Franziska Ferstl, Strafvereidigerin, fährt eine Harley Davidson "Rosinante", braucht wenig Lippenstift und Wimperntusche und auch sonst verbindet mich einiges mit ihr, was sie mir sehr sympathisch macht. Sie ist eine starke taffe Frau, die manchmal etwas arrogant rüber kommt, auch mal laut werden kann, die aber auch ihre schwachen, sehr verletzlichen Seiten hat. Gerade das macht sie so authentisch.
Auch die anderen Charaktäre mit vielen Ecken und Kanten, manche sehr sympathisch wie Franziskas Schwester Gerti und ihre Tochter Martina "Tichen" und Ari vom Motorradshop; oder unsympathisch und nur auf sich bedacht wie Maximilians Frau Bianca, die Fürstin oder der Russen-Boss und sein Gehilfe. Sehr gut hat mir auch die durch ihre Verliebtheit entstandene positive Verwandlung der jungen Sekretärin Nathalie gefallen.
Spannung macht sich ab der ersten Seite breit, hält ihren Bogen gespannt um dann beim Showdown nochmals anzusteigen. Ich konnte sehr gut mit fiebern und mit ermitteln, hatte für mich bald einen Täter parat. Aber es kam dann doch so ganz anders als ich es erwartet hatte.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Besonders mit dem junge Anwalt Kurt Thesch, ein echtes Schnuckelchen, der sich mit Franziska die Tätersuche zur Aufgabe gemacht hat und sie tatkräftig unterstützt, kann Franziska sich manchmal vor Lachen nicht halten.
Obwohl es ein Krimi ist, der um die Weihnachtszeit spielt, ist von kurzen Gastspielen von der Vorweihnachtszeit nicht viel zu spüren. Dies mag auch an den konzentrierten Ermittlungen liegen, die keine andere Ablenkung zulassen.
Toll finde ich die Rezepte im Nachgang zur Geschichte. An den Eierlikörkugeln, die Tinchen gemacht hat, werde ich mich auf alle Fall mal versuchen.

Ein interessanter, facettenreicher und tiefgründiger Krimi, bei dem mir das Lesen großen Spaß gemacht hat.

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Tannenglühen

Rezensionen von simone.h1:

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Leere Herzen von Juli Zeh

Zukunft?

2025: Britta lebt an sich sorglos und behütet mit ihrer Familie in Braunschweig und führt mit ihrem Freund und Geschäftspartner Babak eine offenbar gut laufende Praxis für Suizidgefährdete. Womit genau die beiden ihr Geld jedoch verdienen, weiß niemand. Als sich dann andere Organisationen in ihr Gewerbe mischen, gerät die "heile Welt" aus den Fugen.

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Das Buch beschäftigt sich in diesem Rahmen mit wichtigen Fragen des Lebens wie beispielsweise Moral, Sinn des Lebens, Unzufriedenheit und ganz viel Politik. Die Autorin hat sich hier von aktuellen Lagen und nicht zuletzt von ihren eigenen Überzeugungen leiten lassen, was aber überhaupt nicht negativ zu werten ist. Auch empfinde ich das Gelesene nicht als Rüge mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern nur als extrem gesellschaftskritisch, was zum Nachdenken anregen soll. Sie malt sich hier eine Zukunft, wie wir sie hoffentlich nicht erleben müssen und bedenkt dabei derart viele Ansätze und Aspekte, dass ich wirklich begeistert war!

Zu lesen ist das Buch, trotz des eher schwierigen Themas, wirklich leicht und flüssig. Ich mag die klare Sprache der Autorin und bin ins Buch versunken, da es sehr spannend ist!

Für mich handelt es sich wieder einmal um ein gelungenes und durchdachtes Buch der Autorin, welches aber sicherlich - schon alleine aufgrund der politischen Handlungsstränge - die Geister scheiden wird!

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Leere Herzen

Rezensionen von buchina:

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Bird and Sword von Harmon Amy

Gute Ideen, schlechte Umsetzung

Dieser Roman wird angekündigt mit den Worten: „So märchenhaft romantisch wie "Selection", so spannend wie "Game of Thrones"!“. Da sind natürlich die Erwartungen groß. Vor allem ich als großer GoT Fan habe mich richtig auf den Roman gefreut.
Die Handlung startete auch sehr gut, an den sehr einfachen Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen.

Die Sätze sind sehr einfach und auch die Beschreibungen werden zu kurz gehalten. Ich konnte mir von Anfang an nicht wirklich die Welt um Lark vorstellen. Dagegen fand ich die Idee einer stummen Protagonisten mit magischen Kräften sehr gelungen. Lark war geheimnisvoll und ihr kleiner Beschützer sehr sympathisch. Als Lark dann an den Hof von Tiras wechselte und eine Liebesgeschichte noch dazu kam, wurde mir Lark unsympathischer. Ihr Verhalten war für mich oft nicht nachvollziehbar, zum Teil auch unlogisch. Die Idee der angreifenden Vogelmenschen wurde leider nur nebensächlich behandelt. Es gab eine einfache schwarz/weiß Zeichnung, wo Reue oder Unsicherheit über das eigene Verhalten keinen Platz finden. Die Vogelmenschen sind böse und damit abschussfrei. Um dann wirklich es mit GoT aufnehmen zu können, fehlte da einfach mehr Hintergrund. Auch die Intrigen am Hof wurden angesprochen, aber wenig ausgebaut oder auch zu Ende geführt.
Insgesamt wirkte das Buch auf mich wie eine Art Manuskript mit guten Ideen, wo aber noch der Feinschliff und die Ausarbeitung der Ideen fehlt. Dazu fand ich die Liebesgeschichte nicht einnehmend für mich, eher nervig. Die Nebenfiguren waren mir dann sympathischer als die eigentlichen Protagonisten, was ich eigentlich nicht so gut finde.
Der Roman las ich ganz gut, die Ideen der Welt um Lark sind wirklich interessant, aber es fehlt leider zuviel, um es wirklich mit den großen bekannten Fantasyreihen aufzunehmen.

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Bird and Sword

Rezensionen von TanyBee:

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Leere Herzen von Juli Zeh

Ein Aufschrei gegen die Politikverdrossenheit

„Leere Herzen“ spielt in den 2020er Jahren. Britta hat sich gut eingerichtet in ihrem Leben, mit ihrem Mann Richard und ihrer Tochter Vera. Doch in Deutschland läuft so einiges falsch: Die Partei der Besorgten Bürger ist an der Macht und es sieht fast so aus, als wollten sie die Demokratie abschaffen um Deutschland noch effizienter zu machen.

Britta findet das nicht gut, aber sie protestiert nicht öffentlich, sondern auf ihre Weise: mit ihrer gut laufenden Firma „Die Brücke“. Doch eines Tages bekommen sie und ihr Geschäftspartner Babak Konkurrenz, die vor nichts zurückschreckt.
„Leere Herzen“ soll ein Anschlag sein auf die Politikverdrossenheit der Bevölkerung. Ein Aufschrei gegen die Aussage: „Meine Stimme kann doch sowie nichts verändern“. Das Buch will uns zeigen, wo wir in wenigen Jahren stehen können, wenn wir so weitermachen, wenn wir nicht wählen gehen, wenn uns die Politik nicht interessiert. In Juli Zehs letztem Buch, „Unterleuten“, war die Gesellschaftskritik gut verpackt, in einer spannenden Story. „Leere Herzen“ ist provozierender, krawalliger.
Ich persönlich hatte beim Lesen meine Probleme mit der Hauptfigur Britta und ihrem Geschäftsmodell. Man kann nicht gerade sagen, dass sie mir sehr sympathisch war. Ich will hier keinesfalls zu viel verraten, denn was „Die Brücke“ macht soll jeder Leser selbst herausfinden. Aber ehrlich gesagt, fand ich das Szenario eher unrealistisch, es ist ein emotionales Thema, das zu verkopft angegangen wurde. Vielleicht ging es der Autorin aber auch nicht unbedingt darum, eine realistische Geschichte zu erzählen, sondern eine, die Leser findet und die aufrüttelt. So steht im Buch auch an der Stelle, an der sonst eine Widmung steht der Satz: „Da. So seid ihr.“
Trotz meiner Kritik ist „Leere Herzen“ ein gutes Buch. Es liest sich sehr leicht und spannend, wie man es von der Autorin gewohnt ist. Es wird bestimmt kontrovers diskutiert werden, aber so war es wahrscheinlich auch beabsichtigt. Ich gebe 4 Sterne.

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Leere Herzen

Rezensionen von manu63:

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Der Fall Kallmann von Nesser Håkan

Der Fall Kallmann

Der Fall Kallmann ist der neuste Roman aus der Feder des Autors Hakan Nesser. Ich schreibe bewusst Roman, weil ich das Buch eher als Roman statt als Kriminalgeschichte empfinde.

Es geht in diesem Buch viel um Eugen Kallmann, einem Eigenbrötler der sich für Kriminologie interessiert und der von sich behauptete er könne es einem Menschen ansehen ob er gemordet hat.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die Protagonisten kommen in Ich-Form zu Wort. Nachfolger von Kallmann an der Schule der Stadt ist Leon Berger der vor einigen Monaten seine Frau bei einem Schiffsunglück verloren hat und seine Tochter, die dabei war, ist verschollen. Er will an der neuen Schule einen neuen Lebensabschnitt beginnen, als er jedoch Aufzeichnungen von Kallmann in dessen alten Schreibtisch findet fängt Berger an sich für Kallmanns Leben zu interessieren.

Im Laufe der Geschichte tauchen immer neue Fragen auf die letztendlich zum Schluss des Buches auch beantwortet werden. Nur der Weg dahin ist in Teilen recht langatmig und ich hätte mir mehr Dynamik gewünscht. So fließt die Erzählweise eher wie ein langer langsamer Strom dahin, der zum Schluss in einem Meer der Antworten mündet. Atemlose Spannung kam bei mir an keiner Stelle auf, wobei ich gleichzeitig neugierig auf die Antworten war.

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Der Fall Kallmann

Rezensionen von B?cherwurm78:

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Das Glück an Regentagen von Stapley Marissa

Eine zweite Chance für die Liebe

Mae Summers muss feststellen, dass ihr Verlobter Peter nicht der war für den sie ihn gehalten hat. Zudem hat er mit seiner Firma viele Menschen betrogen und ist spurlos verschwunden. Mae kehrt in ihren Heimatort Alexandria Bay zurück, wo sie nach dem Tod ihrer Eltern von ihren Großeltern großgezogen wurde.

Gleichzeitig kehr auch ihre Jugendliebe Gabe Broadbent, frisch geschieden, ins Dorf zurück, der seinerzeit ohne ein Wort Mae verlassen hat.

Zunächst ein paar Worte zum Cover. Dieses ist wirklich sehr schön gestaltet. Ein schönes romantisches Bild und der Buchtitel und Verzierungen in Gold. Für mich eines der schönsten Buch-Cover.
Nun zum Inhalt des Buches. Mir hat der Schreibstil von Marissa Stapley sehr gut gefallen. Es ist sehr flüssig geschrieben, es gibt keine faden Stellen im Buch. Personen- und Ortsbeschreibungen sind sehr bildlich, präzise und ohne zu sehr ins Detail zu gehen oder langatmig zu werden.
Die Lebens- und Liebesgeschichten von Mae und Gabe und von Mae´s Großeltern Lilly und George waren spannend und auch gefühlvoll beschrieben. Mir hat dann allerdings im letzten Drittel des Buches irgendetwas gefehlt. Ich kann nicht richtig beschreiben was, aber so der letzte Kick war nicht da, ich hatte als Leser erwartet, dass noch irgendetwas passiert, aber es kam nichts. Schade, da der Großteil des Buches wirklich sehr interessant und bewegend war.

Fazit: Ein guter und solider Liebes-Roman, aber das gewisse Etwas hat gefehlt.

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Das Glück an Regentagen

Rezensionen von Nepomurks:

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Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit von Sandra Tissot

Ein "kleiner Mutmacher" für Hochsensible... Gut zu lesen!

„Hochsensibilität und berufliche Selbstständigkeit“ - geht das?! Sandra Tissot schildert in ihrem Buch den eigenen Weg: Raus aus dem Bürojob, rein in die Selbstständigkeit. Ein Buch, das möglicherweise so manchen Hochsensiblen (und vielleicht auch andere) aus dem Kreislauf einer ungeliebten Anstellung „retten“ könnte, denn Sandra Tissot spricht hier sehr viel Mut für einen gewagten Schritt in Richtung Selbstständigkeit zu (auch wenn dies letztlich noch einmal sehr viel persönliche Abwägung verlangt.

.).
Der Stil des Buches ist sehr eingängig und die Inhalte sind allesamt gut lesbar und verständlich. So mancher Hochsensible wird sich wohl in den Anekdoten und Schilderungen der Autorin wiederfinden. Insgesamt ist es zudem ein interessantes und informatives Buch mit vielen Beispielen, auch aus alltäglichen „Randbereichen“. Das Buch gibt auf jeden Fall einen Anstoß, über das Thema Selbstständigkeit nachzudenken.

Allerdings stellten sich mir auch einige Frage bzgl. der inhaltlichen Ausführungen. Die Planungen und zeitlichen Abläufe schienen mir in manchem Kontext nicht immer ganz passend zu sein. Wer kündigt denn schon seinen Job, ohne bereits mit „dem Neuen“ begonnen zu haben? Sandra Tissot hat es gemacht und ihren Weg ganz offensichtlich gefunden. Ob nun mit ein wenig „Glück“ oder einfach durch ein gut durchdachtes Konzept und durch viel Elan – das lässt sich für mich mit diesem Buch nicht beantworten. Inhaltlich ist Tissot‘s kleiner Wegweiser trotzdem absolut lesenswert, allein schon wegen der vielen „kleinen Geschichten“ und Beispiele.

Sicher ist wohl, dass man viele Verläufe und Inhalte für sich wiedererkennt und sich bei den Ausführungen von Sandra Tissot gut aufgehoben fühlt. Mir gefällt das Gesamtkonzept und der stilistische Aufbau des Buches ganz gut, weswegen ich es durchaus weiterempfehlen würde.

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Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit

Rezensionen von Lilli33:

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Kleine Stadt der großen Träume von Backman Fredrik

Keine leichte Kost, aber absolut lesenswert

Inhalt:
Björnstadt liegt mitten im schwedischen Nirgendwo. Die Stadt lebt mit und für ihren Eishockey-Klub. Von einem Finalsieg der Junioren verspricht man sich enorme Investitionen und einen Aufschwung für die kleine Stadt. Deshalb ist der Kampfgeist groß – auf allen Ebenen.

Nach einem schrecklichen Vorfall müssen sich die Björnstädter entscheiden.

Für Ruhm und möglichen Wohlstand – oder für die Wahrheit.

Meine Meinung:
„An einem späten Abend Ende März nahm ein Teenager eine doppelläufige Schrotflinte in die Hand, ging damit geradewegs in den Wald, richtete die Waffe gegen die Stirn eines anderen Menschen und drückte ab.“ (S. 7)

Mit diesem ersten Satz wird Fredrik Backman wohl die Aufmerksamkeit der meisten Leser erringen können. Ich zumindest war plötzlich hellwach und wollte möglichst schnell erfahren, wie es dazu kam.

Die ersten hundert Seiten, das muss ich leider sagen, waren dann ein wenig zäh. Es wird eine Vielzahl von Personen vorgestellt und die Bedeutung des Eishockey-Klubs herausgestellt. Es passiert noch nicht sehr viel. Später wird dann klar, dass man genau dieses Wissen braucht, um die Handlungsweisen der einzelnen Charaktere und die ganzen Entwicklungen in der Handlung verstehen zu können.

Bald hatte Backman mich dann wieder ganz in seinen Bann gezogen, wie ihm das schon bei seinen früheren Werken gelungen ist. Das liegt zum einen an seinem eindringlichen Schreibstil, mit dem er eine bedrückende Atmosphäre heraufbeschwört, zum anderen aber auch an der fesselnden und berührenden Handlung und den vielschichtigen Charakteren. Dabei wirkt alles so realistisch – diese Menschen könnten auch in deiner Stadt leben und die Dinge könnten sich so oder so ähnlich auch bei uns ereignen.

Mich hat besonders beeindruckt, wie sich die Charaktere im Lauf des Romans entwickeln. Einige sind von Anfang an gut bzw. böse, andere wechseln die Seiten. Toll finde ich, dass man alle Handlungsweisen gut nachvollziehen kann, auch wenn man sie nicht gutheißen mag und manche Person einfach nur auf den Mond schießen möchte. Der Autor schickte mich auf eine wahre Achterbahn der Gefühle. Ich hätte das ein oder andere Mal schreien können vor Wut, wollte mich an diversen Subjekten rächen, andere in den Arm nehmen und beschützen, musste aber auch mal schmunzeln und lachen oder mir eine Träne aus dem Augenwinkel wischen.

Gerade gegen Ende konnte Backman mich noch ein paar Mal überraschen. Seine Lösung des Dilemmas ist so genial wie einfach. Und ein Ausblick auf die nächsten Jahre rundet die Geschichte wunderbar ab.

Fazit:
Eine spannende, berührende, bedrückende und tiefgründige Geschichte, die ich gerne weiterempfehle.

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Kleine Stadt der großen Träume

Rezensionen von Caroline :

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True North - Schon immer nur wir von Sarina Bowen

Eine unglaublich intensive Geschichte

Nach 3 Jahren Gefängnis, einem Drogenentzug und 6 Monaten schwerer körperlicher Arbeit auf der Farm der Shipleys kehrt Jude zurück zu seinem Vater. Die herunter gekommene Werkstatt ist das einzige zu Hause, das ihm bleibt. Seine Schuldgefühle treiben ihn jeden Tag an, clean zu bleiben. Jude ist klar, dass dies ein lebenslanger Kampf sein wird.

Als er zufällig auf Sophie trifft, überwältigt ihn ihr Anblick total. Sie sollte eigentlich in New York sein und eine große Karriere starten, aber Jude hat ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Bei einem von ihm verursachten Autounfall starb ihr Bruder und damit zerbrach die Familie. Um ihre Mutter zu unterstützen, entschied sich Sophie zu Hause zu bleiben. Ihre Karriere als Sängerin gibt sie zu Gunsten einer soliden Ausbildung auf. Ihr Vater, der Polizeichef ist ein Spezialist geworden, den Schein zu wahren.
Sophie erinnert sich noch genau an ihre gemeinsame Zeit mit Jude. Ihre Wut auf ihn, ist noch nicht verraucht, aber seine Liebe und Aufmerksamkeit hat sie nicht vergessen. Er verstand es damals hervorragend seine Sucht zu verbergen. Die rosarote Blase platze schmerzhaft.
Nun ist er wieder da und Sophie hofft endlich auf Antworten zum Unfallhergang, denn niemand hat ihr damals etwas erzählt. Deshalb sucht sie den Kontakt zu Jude und bemerkt, dass die Anziehungskraft noch immer genauso stark ist, wie vor Jahren.

Wie hat es mir gefallen?

Nachdem ich den ersten Teil der True North Reihe sehr gemocht habe, war es klar, dass ich den zweiten Teil gleich lesen wollte.
Dieses Mal dreht sich alles um Jude, der nach einem Gefängnisaufenthalt und einem Entzug auf die Farm der Shipleys gekommen ist, um dort anzupacken. Die Saison ist vorüber und Jude muss einen neuen Job finden. Seine erste Anlaufstelle ist die alte Werkstatt seines Vaters, der ihn wieder aufnimmt. Judes Talent für Autos sichert ihm ein kleines Einkommen.
Die Versuchung sich wieder den Drogen hinzugeben ist riesig. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Judes Kapitel beginnen mit dem Grad des Verlangens nach Drogen. Besonders in einem ganz bestimmten Abschnitt hat es die Autorin so gut geschafft, dieses Kribbeln, das Verlangen, die Qualen zu beschreiben. Seine Geschichte ist unglaublich intensiv erzählt. Seine Taten haben ihn verändert. Seine Strafe hat ihn geläutert und einen neuen Menschen aus ihm gemacht. Er versucht seinem Leben einen neuen Rhythmus zu geben.
Mit Sophie habe ich mir lange eher schwer getan. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum sie bei ihren Eltern im Haus wohnen bleibt. Ich verstand auch nicht, warum sie sich immer noch zu Jude hingezogen fühlt. Erst mit Fortgang der Handlung konnte ich erkennen, warum er solch eine Anziehungskraft ausübt.
Natürlich dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Sophie und Jude, aber der Focus liegt auch auf der gemeinsamen Vergangenheit. Diese ist verworren und ein wenig undurchsichtig. Erst nach und nach werden die Geheimnisse enthüllt.
Der erste Teil war witzig und charmant, dieser zweite Teil konnte mich durch die Emotionen und die Geheimnisse überzeugen. Jude und Sophie sind auf eine ganz besondere Art und Weise verbunden. Ihre erzwungene Trennung hat sie natürlich verändert und sie mussten erwachsen werden ohne Unterstützung ihrer Eltern oder anderen Menschen.
Meine anfänglichen Probleme mit der Story ließ ich bald hinter mir, denn sie hat mich unglaublich berührt. Sie unterscheidet sich aufgrund der sehr zeitweise sehr bildlichen Beschreibungen von anderen dieses Genres.
Ich bin mir noch nicht sicher, was Band 3 bringen wird, aber ich hoffe sehr, dass Sarina Bowen das hohe Niveau halten kann.

www.mariessalondulivre.at

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True North - Schon immer nur wir

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Kärntner Wiegenlied von Andrea Nagele

"eins, zwei, drei. Das dritte von links."

Wie wir es von Autorin Andrea Nagele gewöhnt, balanciert sie mit ihren fesselnden Geschichten immer hart an der Grenze der Realität. Oft ist dem Leser nicht klar, was nun echt und was nur im Kopf eines der Protagonisten vorgeht, oder eben nicht.

Auch dieser, der nunmehr dritte Fall für Simon Rosner ist so eine undurchsichtige Geschichte.

Doch von Beginn an:

Rosners Freundin Alice erwartet ein Baby und wird wegen Schwangerschaftskomplikationen in eine Klagenfurter Privatklinik eingeliefert. Sie soll sich schon und vor allem „nicht aufregen“. Doch genau das fällt ihr schwer. Einerseits weil sie Rosner als Mann hat und andererseits, weil Helene, eine frischgebackene Mutter fest davon überzeugt ist, dass ihr Baby Max gegen ein anderes Babay, das Helene Moritz nennt, und stillt, ausgetauscht wurde.

Helene hat, wie wir erfahren, eine traumatische Jugend hinter sich und zählt, wenn sie das Säuglingszimmer betritt, ziemlich zwanghaft „Eins, zwei drei. Das dritte von links.“. Und genau dies wird ihr zum Verhängnis. Niemand, außer Alice, glaubt ihr, dass Max verschwunden ist. Und die einzige, die es vielleicht ganz sicher sagen könnte, die Säuglingsschwester Janisha ist wegen eines Todesfalls in der Familie nicht im Dienst.
Nachdem der Krankenhauspsychiater Dr. Friede eine akute Psychose festgestellt hat, wird Helene mit dem Baby in die psychiatrische Abteilung überstellt.

Dann überschlagen sich die Ereignisse. Rosner, der ohnehin eine Einbruchserie aufklären sollte und Angst um Alice hat, willigt ih zuliebe ein, ein paar Nachforschungen anzustellen.
Als er dann Sven, Maxens Vater, von dem er sich einige Antworten auf seine Fragen erwartet, tot auffindet, beginnt er, noch immer widerwillig, Helenes Geschichte zu glauben.

Meine Meinung:

Wie immer verschwimmen bei Andrea Nagele die Grenzen zwischen normal und nicht ganz normal (oder wie meine Oma immer gesagt hat “Normalsein ist die leichteste Form von Schwachsinn“).


Manchmal ist der Leser geneigt, Helene doch als überspannt zu bezeichnen. Trotz der Überzeugung, nicht Max sondern ein anderes Kind im Arm zu haben, stillt sie Moritz. Sie stellt Unterschiede beim Saugen der beiden Babys fest. Von Max ist sie kräftige Züge gewohnt, Moritz nuckelt nur ein bisschen und schläft erschöpft ein. Trotz oder wegen dieser detaillierten Beobachtungen, wird sie nicht ernst genommen und Dr. Friede ist viel zu sehr von sich eingenommen, als dass er seine einmal gefasste Meinung revidiert.
Der wirkliche Junkie ist Sven, der Helenes Tabletten für sich haben will.
Die eine oder andere Nebenfigur, wie z.B. Helenes Mutter oder der Jugendfreund Frankie, der sich als Psychiater der Klinik entpuppt, verhalten sich mitunter undurchsichtig.

Auch Rosner hat es diesmal gar nicht leicht. Als Ex-Alkoholiker ist er beständig in Gefahr rückfällig zu werden, wenn ihn die Vergangenheit holt oder der Job nervt. Seine manchmal unbeholfen wirkende Liebe zu Alice und dem ungeborenen Baby, gibt ihm Kraft und hält ihn aufrecht. Immerhin hat er ja schon einmal ein Kind verloren.
Eigentlich geht er Helenes Geschichte ja nur nach, weil er Alice nicht aufregen will und so verschwimmt auch hier eine Grenze. Nämlich die zwischen privat und dienstlich.

Meisterhaft versteht es die Autorin, die seelischen Abgründe, die sich hier auftun, ihren Lesern nahezubringen.

Fazit:

Nach „Tod am Wörthersee“ und „Tod in den Karawanken“ ist der Autorin mit dem dritten Fall um Chefinspektor Rosner ein sehr
berührender Krimi gelungen. Fesselnd bis zu letzten Seite und mit einem doch überraschenden Ende, hat mich das Buch überzeugt. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Kärntner Wiegenlied