Kunden em pfehlungen
Rezensionen von readpassion9:
Blut für Blut von Anna Schneider
Fesselnder Psychothriller mit überraschenden Wendungen
Sophie Roth hat zu viele Jahre in einer toxischen Beziehung ausgeharrt. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion packt sie die nötigsten Sachen und verlässt Philip, der sie psychisch und physisch gequält hat. Nur ihre Kamera und einige Kleidungsstücke hat sie mitgenommen, sie will sich ein neues Leben aufbauen und endlich den Traum von einem eigenen Fotostudio verwirklichen.
Sie findet eine günstige Unterkunft, stellt ihre Webseite online und bekommt tatsächlich einen ersten lukrativen Auftrag. Sie soll Familienporträts einer betuchten Familie anfertigen. Sie bekommt die Ausrüstung gestellt, einzige Bedingung ist, dass alle Fotos analog gemacht werden. Als sie die ersten Aufnahmen entwickelt kann sie ihren Augen nicht trauen: Im Hintergrund hängt ein Bild, der Mann darauf sieht ihrem Bruder zum verwechseln ähnlich. Ihrem Bruder, der nach der Bluttat vor vielen Jahren spurlos verschwunden ist. Sophies Vergangenheit holt sie ein und bald wird klar, dass jemand ein Spiel mit ihr Spielt.
Ich habe die Grenzfall-Reihe von Anna Schneider mit Begeisterung gelesen und war auf ihren ersten Psychothriller schon sehr gespannt. Der Schreibstil ist gewohnt eingängig und bildhaft, schafft Atmosphäre. So lernt man Sophie nach und nach kennen, Stück für Stück wird ihre Vergangenheit enthüllt und dunkle Geheimnisse kommen ans Licht. Sophie ist gut gezeichnet, ich konnte mit ihr mitfühlen. Allerdings verhält sie sich manchmal leichtsinnig und bringt sich damit in Gefahr, ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. Die Spannungskurve baut sich zum letzten Drittel auf als ihre Geheimnisse ans Licht kommen, die Auflösung hat mich dann kalt erwischt.
Fazit: Fesselnder Psychothriller mit überraschenden Wendungen.
Rezensionen von Schlafmurmel:
The Party von Sonya Bateman
geheimer Nachrichten Code
Der Thriller „The Party“ von Sonya Bateman hatte es wirklich in sich! Die Geschichte rund um Indigo Voss hat mich von Anfang an völlig in ihren Bann gezogen. Indigo musste in ihrem Leben bereits einige Schicksalsschläge verkraften. Einst erfolgreiche Schauspielerin, steht sie nach dem Tod ihres Ehemannes plötzlich vor dem Nichts, denn er hat ihr gesamtes Vermögen gestohlen.
Gleichzeitig trauert sie noch immer um ihre beste Freundin Saria, mit der sie einst von einer gemeinsamen Schauspielkarriere träumte. Doch kurz vor ihrem Abschluss verschwand Saria spurlos.
Besonders spannend fand ich die geheimnisvollen Nachrichtencodes, die Indigo und Saria früher miteinander benutzt hatten. Als Indigo plötzlich ein altes Nokia-Handy bekommt und darauf Nachrichten mit genau diesen Codes erhält, wird es richtig mysteriös. Was steckt dahinter? Und vor allem: Wem kann Indigo noch vertrauen?
Ich habe richtig mit Indigo mitgefiebert und ständig versucht, hinter die Geheimnisse zu kommen. Immer wieder tauchten merkwürdige Namen und alte Bekannte auf und ich wusste irgendwann selbst nicht mehr, wem ich noch trauen konnte. Ich habe mitgerätselt, Theorien aufgestellt und dabei natürlich fast jedem misstraut.
Das Ende hat mich dann wirklich sprachlos gemacht. Als endlich die komplette Wahrheit ans Licht kam, war ich richtig baff.
Für mich war „The Party“ ein echter Psychothriller, der seinem Namen alle Ehre macht – spannend, mysteriös und voller Wendungen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Streiflicht:
Unshame von Louisa Dellert
Wichtige Fragen
Wahrscheinlich hat sich jede Frau schon die Frage gestellt, ob sie zu dick ist, hübsch genug, attraktiv, ... ob der Körper gut aussieht ... Warum gibt es so viele und strenge Vorschriften, wie ein weiblicher Körper auszusehen hat? Viele der Fragen, die in diesem Buch behandelt werden, habe ich mir auch schon gestellt und es ist so wichtig, dass wir merken, dass wir kein Einzelfalls sind.
Wir sind so stark von unserer Umgebung und den Idealen geprägt, dass wir gar nicht mehr merken, wie absurd manches ist.
Ich habe immer noch die Szene im Kopf, die die Autorin im Buch beschreibt: Ein dickes Mädchen an der Schule hatte ein Tshirt an, auf dem das Team von Bay Watch und Pamela Andersen zu sehen ist. Sie fand es cool und war neidisch, aber die jungen Männer haben das Mädchen verspottet, weil sie so gar nicht wie Pamela aussah ... sie selbst aber waren auch kein Abziehbild von Ken - das brachte aber keiner zur Sprache oder merkte es auch nur ... das sagt für mich alles. Eine ähnliche Szene erlebte ich neulich in einer Eisdiele, als sich am Nachbartisch Männer über eine angeblich sehr hässliche Frau unterhielten. Der, der am lautesten quakte, hatte wohl länger nicht mehr in den Spiegel geschaut. Trotzdem maßte er sich ein Urteil an ...
Traurig, dass auch 2026 immer noch wichtig ist, wie schön eine Frau ist. Was auch immer Schönheit bedeutet und wie sie definiert ist. Klar, dass junge Frauen dann denken, sie haben ein Problem, wenn sie keine Modelmaße haben oder vielleicht die falsche Haarfarbe (wobei man die ja noch recht einfach ändern könnte). Schönheitsideale können krank machen, sie erzeugen Druck und Scham. Der erste Schritt, sich dessen bewusst zu machen und vielleicht auch gegensteuern zu können, ist es, dieses Buch zu lesen! Mich hat es sehr berührt und beschäftigt!
Rezensionen von Thorsten:
Der Abend der Seelen von Maria Laura Berlinguer
Geheimnisse
Maria Laura Berlinguer hat mit „Der Abend der Seelen“ eine geheimnisvolle Familiengeschichte geschrieben, die über mehrere Generationen geht und ziemlich spannend ist. Der Vater der Hauptfigur Iride ist verstorben und Iride reist anlässlich der Beerdigung zurück nach Sardinien in die Villa Dessi ihres Vaters.
Dort lebt jetzt nur noch ihre Tante Manuella von der Iride einiges über die Familiengeheimnisse ihrer Familie erfährt. Ihre Ururgroßmutter Mimi lebte früher mit ihrem Mann und den Kindern in der Villa. Mimi war nicht glücklich verheiratet, bis sie sich leidenschaftlich in den Banditen Emanuele Manca verliebt und eines Tages spurlos verschwand. Iride will mehr über das Verschwinden von Mimi wissen und beginnt zusammen mit einem Jugendfreund zu recherchieren. Während der Recherche beginnt sie auch über ihr eigenes Leben nachzudenken. Der Roman über eine Liebe, die nicht anerkannt wurde, hat mir gut gefallen.
Rezensionen von Vobabooks:
Gnadenopfer von Viveca Sten
Spannend und thematisch
„Gnadenopfer“ ist der 5. Band der Åre-Morde von Viveca Sten, übersetzt von Dagmar Lendt. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog ermitteln in einem neuen Fall - mehrere ältere Menschen, die von einem Pflegedienst versorgt wurden, sind unerwartet verstorben…
4.5 ⭐️ Das war ein spannender Krimi, den ich wirklich gerne gelesen habe.
Besonders gelungen fand ich das Thema des Krimis rund um das höhere Lebensalter. Außerdem gibt es einige Entwicklungen in der Sidestory rund um Hanna und Daniel. Hierbei ist das Vorwissen aus den anderen Bänden der Reihe hilfreich - ansonsten sollte man aber auch gut ohne Vorwissen folgen können vermute ich. Verglichen mit den anderen Krimis dieser Reihe fand ich den Showdown am Ende ein wenig gediegener - also besonders für Lesende geeignet, die keine Höchstspannung benötigen. Aus der Sicht verschiedenster Personen erzählt, sodass man gut beim Lesen miträtseln kann und es verschiedene Fährten gibt. Die kurzen Kapitel ermöglichen zudem ein kurzweiliges Lesevergnügen. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Band dieser Reihe!
Rezensionen von yellowdog:
Der blaue Stift von Samar Yazbek
Rimas Geschichte
Samar Yazbek hat ein forderndes Buch geschrieben, in dem eine junge rau in Syrien von ihrem eben während des Kriegs erzählt. Es wird von Qualen und Hoffnungslosigkeit gesprochen.
Für die junge Rima ist es nicht einfach. An einem Kontrollpunkt wird ihre Mutter erschossen, sie wird verletzt. Ihr Bruder holt sie aus dem Krankenhaus, aber hr Lage bleibt schwierig.
Der Prosa ist eine eigentümliche Poetik zu eigen. Sie konzentriert sich überwiegend auf einen Bewusstseinsstrom der Protagonistin. Das ist bemerkenswert.
Rezensionen von Peachybookdreams :
Be a Light in the Dark Sea 1 von SoftCoral
Gefangen in der Tiefe
– Eine fesselnde Dystopie mit einzigartigem Setting und einer unterhaltsamen Truppe –
Extreme Hitze und Umweltverschmutzungen machen das Leben an der Erdoberfläche langsam unmöglich. Ein Team aus Forschern und Ingenieuren testet nun die erste Unterwasserstation, ob das Leben in 3000 Metern Tiefe überhaupt möglich ist.
Das Setting war wirklich einzigartig und ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen.
Der Schreibstil ist stellenweise sehr informationslastig, aber ich fand die ganzen wissenschaftlichen Fakten ziemlich interessant, weshalb es meinen Lesefluss nicht gestört hat. Trotzdem dauerte es ungefähr 100 Seiten, bis mich die Geschichte gepackt hat, da man zuerst viel über den Alltag von Park Muhyun auf der Station erfährt. Doch dann nimmt das Pacing rasant zu und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zuerst ist da natürlich die aktive Bedrohung durch die Überflutung, die für ordentlich Nervenkitzel sorgt, und dann zeigt sich auch noch die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Ländern, die sich die Station teilen, und das war noch nicht alles …
Park Muhyun ist bei seiner Flucht aber nicht alleine. Begleitet wird er von der gebäckliebenden Meeresbiologin Geumyi, dem verschlossenen Haeryang, der absoluten Kampfmaschine Aeyoung und dem energiegeladenen Jihyuk, mit dem es niemals still wird. Ich habe die Truppe echt ins Herz geschlossen. Manchmal hätte ich mir noch etwas Tiefe gewünscht, aber trotzdem hat mir die Dynamik zwischen ihnen sehr gefallen. Ich denke, dass sich das Ganze in den nächsten Bändern auch noch vertiefen wird.
Die letzten Kapitel waren so voller Action und haben mich teilweise echt sprachlos gemacht. Ich wusste nicht, in welche Richtung das Ende gehen wird, aber damit habe ich absolut nicht gerechnet. Normalerweise bin ich nicht so ein Fan von diesem Trope am Ende, aber hier hat es doch irgendwie gepasst und es macht mich nur noch neugieriger, wie der zweite Band ablaufen wird.
Fazit: Eine richtig actionreiche und spannende Dystopie voller Wendungen. Wenn einen viele wissenschaftliche Begriffe stören, könnte man hier etwas überfordert sein, aber ich fand sie interessant und die Spannung kam für mich deswegen nicht zu kurz. Ich bin sehr neugierig, wie die Geschichte im nächsten Band ablaufen wird.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Tramezzini und Triumphpforte von Herbert Dutzler
Hier ist wenig, wie es scheint
Mit diesem Krimi, der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, verlässt Herbert Dutzler das Ausseer Land und seinen Gasperlmaier, um mit einem neuen Team in Innsbruck Verbrechen aufzuklären.
Chefinspektor Romed Stock liest gerne Krimiklassiker und ist ein Fan von Hercule Poirot, der übergewichtig wie er selbst, mit Akribie und Ruhe diversen Verbrechern das Handwerk legt.
Seit wenigen Tagen hat er eine neue Kollegin, Hedi Dobernig, die das genau Gegenteil von ihm ist: sportlich und mit einer schnellen Auffassungsgabe. Zunächst weiß Stock nicht so recht, wie er mit der aus Klagenfurt zugezogenen Kollegin umgehen soll, weshalb die beiden getrennt an zwei alten, ungeklärten Kriminalfällen arbeiten.
Als man auf dem Wiltener Friedhof eine vorerst unbekannte Frauenleiche findet, müssen die beiden die Cold Cases zur Seite schieben und im aktuellen Fall gemeinsam ermitteln. Nichts ahnend, mit welchen Überraschungen dieser Kriminalfall noch aufwarten wird.
Meine Meinung:
Bislang ist die Landeshauptstadt Tirols als Schauplatz von Krimis nicht sonderlich in Erscheinung getreten. Zwar gibt es mit jenen von Stefan König, Joe Fischler oder Lena Avanzini durchaus Krimis, die in Innsbruck spielen, die Anzahl ist durchaus überschaubar zu nennen. Am Lokalkolorit und den interessanten Menschen kann es wohl nicht liegen Nun, dieser Lücke schafft Herbert Dutzler ja nun Abhilfe.
Mit feinem Humor nimmt er so manche Eigenheit von Bewohnern sowie Protagonisten wahr. Mit Romed Stock, einem Genussmenschen mit Übergewicht, streifen wir durch Innsbruck und laben uns an kulinarischen Köstlichkeiten, während Hedi Dobernig fast asketisch lebt. Nur beim Kaffee sind sich beide einig: Automatenkaffee ist beiden Gräuel. Stock hütet seine Siebträgermaschine im Büro wie seinen sprichwörtlichen Augapfel, was manchmal für heitere Szenen führt. Bei den Ermittlungen ergänzen sich beide recht gut und lernen einander schätzen.
Romed Stock ist ein liebenswürdiger und authentischer Charakter, der nach der Scheidung von seiner Frau gerne wieder eine Beziehung hätte, was in ein wenig unbeholfenen Versuchen mündet. Entzückend finde ich seine Bemühungen, seine Teenager-Tochter an den Papa-Wochenenden zu bespaßen, obwohl er keine Ahnung hat, was Teenies im Allgemeinen und seine Tochter im Speziellen interessiert.
Auch Hedi, eigentlich Hedwig, Dobernig hat eine gescheiterte Beziehung mit ihrem ehemaligen Vorgesetzten hinter sich. Es scheint, dass es hier noch Spätfolgen geben wird, wie es den Andeutungen zu entnehmen ist. Das macht neugierig auf den nächsten Band, der hoffentlich bald erscheinen wird.
Und der Kriminalfall? Über den verrate ich jetzt nichts, sonst ginge die ganze Spannung verloren. Nur so viel, wir müssen uns durch die von Touristen verstopfte Altstadt quälen und einen Laden betreten, der unsäglichen und billigen Kitsch verkauft.
So mancher Leser wird sich über den Titel wundern: Gut, die Triumphpforte ist klar. Sie ist eines der Wahrzeichen von Innsbruck, und ist 1765, anlässlich der Hochzeit von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen, errichtet worden. Damals am südlichen Stadtende gelegen, wirkt sie heute (man möge mir diesen Ausdruck verzeihen) vom öffentlichen und lndividualverkehr umtost, ein wenig verloren am Ende der Maria-Theresien-Straße. Manchmal wird sie, auch wenn man das in Innsbruck nicht laut ausspricht, sogar als Verkehrshindernis gesehen.
Nun zu den Tramezzini: Der mediterrane Einfluss mit den Laubengängen in der Altstadt und das oft milde, föhnige Wetter, sowie die kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Süden wie Schlutzkrapfen und eben Tramezzini, ist deutlich zu spüren. Der Brennerpass, über den Jahrhunderte hinweg die Handelsrouten vom Süden in den Norden führten, also die Grenze zu Italien ist in knapp 35 Minuten oder 40 Kilometer zu erreichen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der durch feinen Humor und authentische Charaktere sowie komplexe Zusammenhänge fesselt, eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Rezensionen von spozal89:
Willow-Falls-Reihe, Band 3 - Wait For Me in Willow Falls von Greta Milán
Rückkehr nach Willow Falls
Endlich dürfen wir erneut nach Willow Falls zurück kehren und endlich geht es um Reese und Owen, bei denen man ja schon aus den beiden Vorgängerbänden die Anziehungskraft regelrecht spüren konnte. Zuerst muss ich sagen, dass ich das Cover wieder liebe, da es so wirklich perfekt zu den anderen Bänden passt und auch wie immer so eine cosy, herbstliche Stimmung rüber bringt.
Auch im inneren finden wir viele cosy Momente, was mir bei Band zwei tatsächlich zu wenig war, war hier wieder da. Leider kann ich erneut nicht die vollen fünf Sterne geben, weil mich vor allem Reese hin und wieder echt genervt hat. Ich verstehe, dass sie sich schwer auf jemand neuen einlassen kann, aber sich so vehement zu wehren und im Endeffekt auch seine Gefühle nicht wirklich aussprechen hat mich dann doch gestört. Auch Owen hab ich nicht so ganz verstanden, vor allem wieso er Hunter nicht von Anfang an von er Fake-Verlobung erzählt hat. Hunter hätte das sicher verstanden und die Bezihung der beiden hätte nicht so darunter gelitten.
Trotzem mochte ich den Verlauf der Story und das Ende fand ich dann ganz rund, vorallem weil die Clique einfach immer gut zusammenhält.
Ich konnte beim Lesen wieder aus dem Alltagstrubel entfliehen, dass ist mir immer ganz wichtig und Herbstgefühle hatte ich hier auch tolle. Nun freue ich mich, wenn auch Ryder im nächsten Band zeigen kann, was in ihm steckt und das wir Willow Falls dann zur Winterzeit erleben können.
Für mich nach wie vor eine empfehlenswerte Reihe, bei der man abschalten kann!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mut von Danielle Spera; Erika Freeman
Eine klare Leseempfehlung!
Die Wiener Journalistin und ehemalige Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, Danielle Spera und die österreichisch-amerikanische Psychoanalytikerin Erika Freeman sind bekannte Gesichter und Autorinnen, wenn es darum geht, Biografien von eindrucksvolle jüdischen Frauen vor den Vorhang zu holen. Die beiden treffen sich seit Jahren zu wöchentlichen Gesprächen.
Dabei, so steht es im gemeinsam verfassten Vorwort, gehe es immer um „belanglose Themen. Politik, Geschichte, Antisemitismus, Frauen, Mut, Familie, also um das Übliche, worüber man sich bei einem Kaffee im Vorübergehen so unterhält ...“
Es scheint, als hätte ich die Ironie, die hinter dieser Aufzählung steckt, nicht verstanden, denn für mich ist keines dieser Themen belanglos.
Warum 36 Frauen? Diese Antwort findet sich in der jüdischen Zahlenmystik, die hier nicht erläutert werden soll, aber im Buch erklärt wird. Schmunzelnd lese ich, dass es durchaus Diskurse gegeben hat, wer in dieses Buch aufgenommen werden soll und wer nicht. Hier scheint auch die Vorliebe des Diskutierens, die man jüdischen Menschen liebevoll nachsagt, zu Tage getreten sein. Klar ist, dass es hunderte Frauen gäbe, die es verdient hätten, hier vorgestellt zu werden. Doch es sind eben genau diese 36, deren Namen ich hier nicht aufzählen werde, sonst wäre ja die Vorfreude dahin.
Natürlich hätte ich manch andere Wahl getroffen. Meine erklärte Lieblingsfrau ist Glikl von Hameln (1646/47 - 1724), die gleich mehrfach bedeutend ist: Zum einen schupft sie, mit 14 Jahren verheiratet, Ehe, Familie (14 Kinder, von denen die meisten das Erwachsenenalter erreichen) und nach dem frühen Tod des Ehemannes das Geschäft und muss den Bankrott der Firma durch ihren zweiten Mann erleben, stirbt mit 74 verarmt und zum anderen verfasst sie ab 1691 (!) ihre Autobiografie (auf jiddisch natürlich). Das ist wirklich einzigartig! Zum einen weil im 17. Jahrhundert die wenigsten Frauen schreiben und lesen konnten und Muße dafür fanden, und zum anderen, weil die Bedeutung von Frauen im (orthodoxen) Judentum gerne auf die Anzahl der Kinder reduziert wurde (und wird).
Doch zurück zum Buch: Jedes Frauenporträt ist gleich aufgebaut. Ein kurzer Abriss in dem der historische Hintergrund erläutert wird, dann ihr Leben und die Conclusio „Was wir von XX lernen können“ mit Kommentaren von Spera und Freeman. Aufgefallen ist mir, dass zu Beginn Danielle Spera häufig das letzte Wort hat. Ob das die Frauen sind, die sie ausgesucht hat?
Das Buch ist in gediegener Aufmachung als Hardcover im Amalthea-Verlag erschienen. Ergänzt werden die Kurzporträts durch Zitate und Abbildungen. Das Buch eignet sich perfekt als Geschenk.
Fazit:
Eine sehr persönliche Zusammenstellung von Danielle Spera und Erika Freeman jüdischer Frauen, die mit Mut und Entschlossenheit in Vergangenheit und Gegenwart deutliche Spuren hinterlassen haben. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne und eine Leseempfehlung.











