Kunden em pfehlungen
Rezensionen von AngiF:
Pearl Nolan und der tote Fischer von Wassmer Julie
Pear Nolan, die Erste
Pearl Nolan, Mutter eines Sohnes, Charlie, führt, unterstützt von ihrer Mutter Dolly, das Seafood-Restaurant ?Pearl's? in der kleinen Hafenstadt Whitstables an der Südost-Küste Englands. Mit dem in Kürze startenden örtlichen und jährlich stattfindenden Oyster Festival sollte Pearl ausgelastet sein, so könnte man zumindest denken.
Doch da es seit jeher ihr Traum ist, Kommissarin zu sein ? hat sie doch einmal als Polizistin gearbeitet, hat sie sich ihrem Traumberuf derzeit etwas näher gebracht, denn Pearl hat gerade neu eine Privatdetektei eröffnet. Als sie eines Abends auf die Leiche des Austern-Fischers Vincent ?Vinnie? Rowe stößt, weist zunächst zwar alles auf einen tragischen Unfall hin, wäre da nicht just am selben Tag ein Klient, Mr. Stroud, bei Pearl erschienen, mit dem Auftrag, Erkundigungen über Vinnies Vermögensverhältnisse einzuziehen. Diesen Auftrag hatte Pearl zwar dankend abgelehnt, doch nun beginnt sie im Fall des toten Fischers zu ermitteln, denn der Londoner Detective Chief Inspektor Mike McGuire scheint sie als Hauptverdächtige auserkoren zu haben.
Die Autorin Julie Wassmer legt mit ihrem Debütkriminalroman, dem Auftakt einer Reihe, ein kleines Meisterwerk vor. Ihrem Schreibstil ist deutlich anzumerken, dass sie bereits seit Jahren für den BBC schreibt ? professionell und wohlproportioniert erzählt sie uns Lesern von der Privatdetektivin und Köchin Pearl Nolan in ihrem ersten Fall. Sie tut dies in schöner Sprache, gutem Tempo und flüssig. Die Charaktere sind ausgeprägt, intensiv und versprühen Leben. Zudem schildert Julie Wassmer die einzigartige Schönheit und das Leben an Englands Küste. Genial finde ich die Idee der Autorin, Pearl zwei Berufe gleichzeitig ausüben zu lassen, das macht das Lesen interessant und abwechslungsreich.
Sehr gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Punkten und empfehle es unbedingt weiter. Julie Wassmer konnte bei mir in den Kategorien Gefühl, Sapnnung, Überraschung und Pageturner voll punkten. Diese Art von Kriminalroman habe ich zuletzt bei Diane Mott Davidson und Rita Mae Brown gelesen und geschätzt, mit Julie Wassmer habe ich nun eine ebenbürtige Nachfolgerin für mich entdeckt.
Rezensionen von DieLeserin:
House of Rain von Greg F. Gifune
Düster, melancholisch, deprimierend, aber nicht packend.
Das große Plus des Buches ist die Atmosphäre: Sie ist düster, melancholisch, deprimierend.
Der 72jährige Kriegsveteran Gordon verliert seine Frau. Die Frau, die seine Schatten der Vergangenheit zurückdrängen konnte. Er verliert sich in der Trauer und dem Verlust.
Gifune steigert diese bedrückende Atmosphäre durch den Regen, der Nacht, dem Ort, an dem Gordon wohnt.
Durch Wahnvorstellungen, die die Hauptfigur verfolgen. Trotz dieser ausgewählten Details gelingt es der Geschichte aber nicht, den Leser mitleiden zu lassen.
Ich war teils sogar genervt von den Wahnvorstellungen, die zu offensichtlich waren. Durch diese Übertreibungen gelang es mir nicht, zu glauben, dass Gordon so richtig unter seinem Verlust leidet. Und das raubte mir die Lesefreude, letztlich war ich froh, dass dieses Buch kurz gehalten ist, denn wahrscheinlich hätte ich es ansonsten bald abgebrochen.
Erst gegen Ende erfährt der Leser, was sich wirklich zugetragen hat, was Wahn und was Realität ist. Auch dies geschieht in aller Kürze durch eine sogenannte Katalysatorfigur: dem besten Freund von Gordon, Harry.
Gifune konnte mich mit dieser Geschichte leider nicht packen. Gute Idee, aber meiner Meinung nach, schlecht umgesetzt. Er schaffte es, eine bedrückende Atmosphäre zu zeichnen, doch leider schaffte er es nicht, das Leiden auf den Leser zu übertragen. Das gelang ihm bei "Sag Onkel" besser. Für mich ein Reinfall.
Rezensionen von RebekkaT:
Boy in the Park Wem kannst du trauen? von Grayson A. J.
Psychopuzzel für Ausdauernde
"Boy in the Park" von A. J. Grayson ist ein Psycho-Puzzle der nicht ganz alltäglichen Art. Natürlich wird auch hier das Rad nicht neu erfunden; und der Klappentext ist beim Probe-Exemplar hoffentlich nur eine vorläufige Version, aber es handelt sich doch um ein kleines Kunstwerk.
Cover: Eine schwarz-weiße Großaufnahme eines Blatts vor schwarzem Hintergrund, der Autor in weißer Schrift, der Buchtitel in gelb - und der ziemlich unpassende Untertitel "Wem kannst du trauen?" zum Glück beinahe unsichtbar in grau.
Schreibstil: Ich weiß nicht, ob Übersetzer Karl-Heinz Ebnet selbst erst mit Graysons Stil warm werden musste oder ob das alles so gewollt ist, aber ich hatte erst nach knapp der Hälfte der 365 Seiten das Gefühl, richtig im Lesefluss angekommen zu sein. Dies ist definitiv kein Buch, das den Leser gleich auf der ersten Seite packt und mit sich fortreißt.
Wir lernen einige zentrale Charaktere in zwei Haupt-Erzählsträngen kennen, müssen uns auf Zeitebenen und Reihenfolgen einlassen und dürfen stets zweifeln, auch wenn sich manch frühe Vermutung bereitwillig bestätigt. Einige zentrale Elemente sind aus bekannten Romanen und Filmen vertraut, aber sehr gut neu kombiniert, sodass es an keiner Stelle wie ein Abklatsch wirkt.
Rezensionen von RebekkaT:
Du hättest es wissen können von Hanff Korelitz Jean
Keine Zeitverschwendung, aber...
"Du hättest es wissen können" von Jean Hanff Korelitz nähert sich meinem Lieblingsthema, einer schrecklichen Bluttat, aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive: weder das unmittelbare Opfer noch der Täter bzw. die Tat stehen hier im Vordergrund, sondern all das, was seine Frau und sein Sohn nach dem Mord durchmachen.
Schreibstil: der Aufbau von Spannungsbögen gelingt im Ansatz immer wieder vielverprechend, leider fehlen aber die ersehnten Höhepunkte wieder und wieder wird es seicht, während die Handlung fortschreitet.
Cover: die Stadt, in der weite Teile der Handlung spielen. Nicht unpassend, nett, aber auch nichts besonderes.
Eigentlich halte ich es für eine ganz nette Idee, ein Verbrechen als Rahmen- statt als Haupthandlung zu wählen - leider ist dieses Konzept in diesem Fall aber auch nicht mehr als lediglich "nett" verwirklicht.
Rezensionen von Amelie-Francis:
Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken von Jenny Milchman
Spannung und Nervenkitzel
Das Buch "Night Falls - du kannst dich nicht verstecken" wurde von Jenny Milchman geschrieben und ist im Juli 2016 im ullstein Verlag erschienen.
Die Handlung spielt in Wedeskyull in Amerika. Jenny lebt mit ihrem Mann Ben, Tochter Ivy und Hund Mac in einem schönen, großen Haus etwas abseits von Wedeskyull.
Als eines Abends 2 ausgebrochene Gefängnisinsassen in ihr Haus eindringen. Sie verbreiten Angst und Terror. Sandy versucht alles um ihre Familie zu schützen, was sich als schwierig erweist, da sie einen der Häftlinge von früher her kennt.
Durch Rückblenden in die Vergangenheit ist es dem Autor gut gelungen um Einsicht in die Vorgeschichte zu geben. Dabei lernen wir auch die Konflikte und Ängste von Sandy kennen.
Der Schreibstil ist flüssig, die Sätze prägnant und die Spannung ist von Anfang an da und steigert sich immer wieder. Zwischendurch sind kleine Pausen zum Durchatmen gegeben.
Der Triller "Night Falls" zeigt sehr lebhaft den Kampf gegen die Angst und den Versuch zu überleben. Der Leser wird in die Angst mit eingebunden und würde am liebsten mithelfen.
Das Buch ist für mich ein Kauf wert, da die Angst von Jenny authentisch herüberkommt und den inneren Kampf, die Familie zu retten, spiegelt. Deshalb konnte ich mich gut in Jenny hineinversetzen und das ist für mich, was ein gutes Buch ausmacht. Ich werde in das Buch hineingezogen und die Realität verschwindet.
Rezensionen von Ela_Ela:
Zurück ins Leben geliebt von Hoover Colleen
Wieder ein wundervoller herzzerreißender Roman von Colleen Hoover
Zurück ins Leben geliebt der neue Geniestreich von Colleen Hoover. Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der nie lächelt, meistens schweigt und offensichtlich nicht mit der Vergangenheit abgeschlossen hat.
Miles, der so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der, wie er selbst zugibt, seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat. Miles, von dem sich Tate lieber fernhalten sollte, wenn ihr Herz heil bleiben soll?
Keine Gefühle das ist die Regel, die sich Miles und Tate zu Beginn ihrer Beziehung festlegen. Doch das ist riskant, wenn unter der Oberfläche so viel Verborgenes brodelt.
Da ich alle Bücher von Colleen Hoover gelesen und geliebt habe, darf dieses in meiner Sammlung nicht fehlen. Und es hat mich wieder komplett umgehauen vor lauter Gefühlswirrwarr. Ich wollte gar nicht aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte warum Miles so ist. Außerdem wollte ich wissen, ob die beiden eine Chance haben zusammenzukommen. Beide finde ich absolut umwerfend und gemeinsam ergeben sie ein Ganzes.
Es war wundervoll aufgebaut und aus beiden Perspektiven geschrieben. So konnte ich mit beiden mitfühlen. Miles Sicht jedoch war wie ein Gedicht aufgebaut und am Beginn lernt man ihn vor sechs Jahren kennen. Diese Jahr in dem ihm soviel passiert ist wie kein Mensch verkraften kann. Nur Tate erzählt die Gegenwart bis zum Ende des Buches da liest man auch über Miles Gegenwart. Außerdem erzählt noch eine dritte Person ihre Sicht der Dinge, das jedoch will ich euch nicht verraten.
Ganz toll fand ich Ian, Miles besten Freund, der ihm mal so richtig die Meinung sagt. Auch Tates Bruder fand ich auf seine Weise liebenswert, was mich genervt hat war das er Tate vor den "bösen Jungs" beschützen will, doch Tate ist erwachsen und kann selbst entscheiden . Auch Cap mochte ich gleich. Ein 80-jähriger Mann der den Aufzug rauf und runter schickt, damit ihm in seiner Wohnung nicht fad wird. Außerdem wird er ein guter Freund von Tate.
Fazit: Ein einfach tolles und gutes Buch von Colleen Hoover, das mich wieder in seinen Bann gezogen hat und mich bis zum Ende nicht losgelassen hat. Typisch Colleen Hoover. Wundervolle Emotionen, die dieses Buch in einem auslöst. Wer die andern Bücher mochte, wird dieses auf jeden Fall auch gern haben.
Rezensionen von DieLeserin:
Zurück ins Leben geliebt von Hoover Colleen
Bulgarischer Kommunismus trifft auf konsumgeiles Deutschland
Zwei Schicksale zeigen dem Leser die Folgen des Kommunismus in Bulgarien. Eines beruht sogar auf wahrer Begebenheit.
Da gibt es das Mädchen Anelija, dessen Mutter die fünfjährige bei ihren Babas zurücklässt und nach Deutschland abhaut. Manchmal bekommt Anelija einen Brief. Der ist so schön weiß.
In Bulgarien ist das Leben hart: Die Menschen werden eingeschüchtert, unterdrückt, sie dürfen nicht laut sagen, was sie denken, sie arbeiten den ganzen Tag. Anelija muss sich die Schule verdienen, in dem sie in den Ferien in einem Arbeitslager schuftet. Und das Mädchen träumt von Deutschland, dem Land der Freiheit, dem Land in dem ihre Mutter nun lebt. Und von dem Land, aus dem der Duft nach Weiß hervorkommt.
Aber auch das Schicksal vom bulgarischen Schriftsteller Georgi Markow ist interessant. Er kritisiert das Regime und muss schon bald aus Bulgarien flüchten, in ein Land, dessen Buchstaben ihm fremd erscheinen. Dort arbeitet er für die BBC und wird obendrein vom KGB verfolgt. Das ist der wahre Kern des Buches, denn Markow gab es wirklich und er wurde in London vom KGB durch eine vergiftete Regenschirmspitze getötet.
Zwei Erzählstränge zeigen zwei Schicksale der bulgarischen Diktatur. Erzählt wird in Rückenblenden, denn Anelija ist bereits am Anfang des Romans längst in Deutschland.
Beeindruckend sind die kleinen Details, die die Autorin geschickt in die Handlung packt. Zum Beispiel den Anblick von Bulgarien als Bulgare und den Anblick von Land und Leute durch einen Touristenschleier. Oder auch die Details, die Anelija auffallen, als sie zum ersten Mal mit der deutschen Gesellschaft konfrontiert wird: Schicke Frisuren, elegante Kleider, aber gehetzte Blicke. Und der Vergleich zum bulgarischen Leben.
Dieses Buch ist keine Spannungsgranate, es ist auch kein reines Unterhaltungsbuch. Dieses Buch verlangt mehr vom Leser: Er lässt den Leser nämlich nachdenken. Nachdenken über unsere Gesellschaft, über das Leben früher, das Leben heute, über das Leben unter einer Diktatur, über zwischenmenschliche Beziehungen. Beim Lesen kommt nach nicht umhin, das Gelesene mit dem Gelebten zu vergleichen.
Das ist Literatur. Das ist mehr als Unterhaltung. Das ist eine literarische Reise für den Leser.
Rezensionen von Sterny:
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
Interessante psychologische Charakterstudie
Jenny ist fünfzehn, als sie am Rande einer Party brutal vergewaltigt wird. Im Krankenhaus stehen ihre Eltern vor der Entscheidung die Erinnerungen an diese grausame Stunde auslöschen zu lassen und willigen ein. Als Jenny aufwacht ist die konkrete Erinnerung verschwunden, doch ihr Körper trägt deutliche Spuren des Überfalls.
Verzweifelt versucht sie mit der Ungewissheit umzugehen und gerät immer tiefer in ein dunkles Loch. Gezeichnet von ihrer Qual landet sie bei dem Psychiater Alan Forrester, der eine Methode entwickelt hat ihre Erinnerungen wiederzuerlangen?
Um es gleich vorweg zu nehmen ? dieses Buch kann man nicht uneingeschränkt empfehlen. Die Spannung ist subtil, kann unter die Haut gehen, muss aber nicht.
Das Buch ist aus der Sicht des Psychiaters geschrieben, der das Geschehene rekapituliert.
Visuell unterscheiden sich glücklicherweise die Erzählungen des Arztes von den Gedanken seiner Patienten, so dass man nur selten irritiert ist, wenn z.B. verschiedene Patienten in einer Szene auftauchen.
Schnell wird deutlich, dass Jenny nur eine von mehreren Hauptpersonen ist, auch wenn der Klappentext etwas anderes vermuten lässt.
Ebenfalls in den Fokus rücken ihre Eltern, Charlotte und Tom. Außerdem Sean und Glenn, zwei weitere Patienten von Alan, ebenso die Familie von Alan und Parsons, der die Ermittlungen leitet.
Selbst das ist noch keine abschließende Liste.
Jenny bzw. ihre Vergewaltigung ist nur der Ausgangspunkt für die Offenbarung von Familiengeheimnissen, die nach und nach in den Gesprächen mit Alan erörtert werden.
Alan ist intellektuell und wird nicht müde dies zu betonen. Er analysiert das Geschehen, zumindest am Anfang der Geschichte, recht emotionslos. Sein Interesse liegt eher darin begründet Jenny zu helfen und damit wiederum seinem Ego zu schmeicheln.
Für mich liegt ein Minuspunkt in der Vermarktung, die Erwartungen beschwört, die meiner Meinung nach nicht erfüllt werden können. Deshalb würde ich jedem empfehlen eine Leseprobe zu Rate zu ziehen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Fazit
Eher eine psychologische Charakterstudie, als ein ?typischer? Thriller. Interessant konstruiert mit nur wenigen Schwächen. Trotz dessen nur bedingt zu empfehlen, da dieses Buch vor allem durch detaillierte Auswertungen der menschlichen Psyche punktet.
Rezensionen von mamamal3:
Monday Club - Der zweite Verrat von Kuhn Krystyna
Superspannend
Faye ist immer noch nicht über den mysteriösen Tod ihrer Freundin Amy hinweg.
Im ersten Teil war sie sich nie sicher, ob sie träumt, halluziniert oder etwas Unvorstellbares in Wirklichkeit geschah.
Nach dem packenden Schluss ist ihr jetzt aber klar, dass da noch mehr hinter dem Monday Club steckt!
Auch Luke macht sich weiter auf die Suche und endlich ist auch Josh wieder da.
Doch warum soll sie "die nächste" sein und vor allem für was?
Dringend muss sie mehr erfahren...
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Zunächst findet der Leser einen kurzen Rückblick, der mir sehr gefiel, um schnell wieder mittendrin zu sein.
Dann ging es auch schon direkt los und es fesselte mich bis zum Schluss!
Endlich wird Faye mutig, ist nicht mehr nur angepasst/ naiv.
Mehr kann ich nicht verraten- denn ich brauche jetzt dringend Teil 3! :-)
Rezensionen von LadyIceTea:
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
Dark Memories
Alan Forrester ist Psychiater und wird mit dem Fall Jenny Kramers betraut. Das junge Mädchen wurde aufs grausamste vergewaltigt. Da ihre Eltern einer medikamentösen Behandlung zugestimmt haben, erinnert sich Jenny an diese Vergewaltigung nicht mehr. Doch ihr Körper erinnert sich. Jenny steht kurz davor den Verstand zu verlieren.
Sie muss sich erinnern und Alan soll ihr helfen. Die Verstrickungen, die bei ihrer Therapie auftreten, hat nicht einmal Alan selbst erwartet.
Ich habe durch den Klappentext und auch durch das Cover eine andere Geschichte erwartet. Ich habe erwartet, dass es mehr um Jenny geht. Das es vllt. aus ihrer Sicht erzählt wird und wir ihren Kampf mit ihrem gelöschten Gedächtnis erleben und thrillerartig Täuschung und Misstrauen erfahren. Die Täuschungen gab es, doch der Rest war ganz anders als erwartet. Leider nicht sehr positiv.
Die Geschichte wird komplett von Alan Forrester, dem Psychiater erzählt. Allein durch Gespräche, die er wiedergibt, erfahren wir die Sichtweisen und Gedanken anderer Personen. Diese Erzählweise fand ich sehr interessant, da Alan auch den Leser immer wieder persönlich anspricht. Auch Alans sehr analytische Redensweise und die Formulierungen die er als Psychiater verwendet waren zu Beginn noch spannend. Leider wurden sie sehr schnell langatmig und langweilig. Seine Beschreibungen ziehen sich und kreisen immer wieder um das, was eigentlich interessant wäre.
Wir erleben anhand seiner Erzählungen wie die Polizei die Vergewaltigung rekonstruieren konnte, wie Jenny und ihre Eltern seine Patienten wurden, wie er im Gefängnis als Psychiater arbeitet und lernen auch andere Patienten kennen. Alle haben irgendwie mit den Geschehnissen und der Geschichte zu tun. Wir erleben auch die laufenden Ermittlungen und wie die Polizei vorgeht, angetrieben von Jennys Vater. Wir erfahren von Alan was das Verbrechen mit der Familie macht und was die Mitglieder umtreibt.
Zu Beginn geht es nur um seine Patienten und seinen Versuch die Erinnerung zurückzuholen. Doch je weiter die Therapie voran schreitet und je weiter die Ermittler kommen umso mehr verstrickt auch Alan sich in diesem Fall und verhält sich immer mehr entgegen seines Berufsethos. Alan wird zum Puppenspieler und alle anderen zu seinen Puppen.
Die Idee dieser Geschichte finde ich wirklich spannend. Leider ist sie nicht so gut umgesetzt. Sie ist, wie gesagt, oft langweilig und langatmig und dazu noch sehr durcheinander. Alan springt zwischen Personen und Zeiten aber gibt keine richtigen Zeitangaben. Auf die Auflösung am Ende wäre ich z.B. nie gekommen, da ich zeitlich völlig durcheinandergekommen bin und schon alleine daher diese Möglichkeiten ausgeschlossen hatte. Das hat mich frustriert. Dazu finde ich viele von Alans Handlungen und Denkweisen zu übertrieben. Dadurch konnte mich das Buch nicht richtig überzeugen.
Es bekommt von mir zwei Sterne, da die Story und die Erzählweise eine gute Idee waren und an der Umsetzung gescheitert sind. Den dritten Stern gibt es, da das Buch am Ende doch noch Fahrt aufgenommen hat und die Langweile vom Beginn etwas rausgerissen hat.
Kann man lesen, muss man aber nicht.









