Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LadyIceTea:
Maestra von Hilton L. S.
Maestra - konnte mich nicht überzeugen
Judith Rashleigh arbeitet für ein renommiertes Londoner Auktionshaus für Kunst. Doch trotz ihres hervorragend abgeschlossenen Studiums und ihres geschichtlichen, sowie kunsttechnischen Wissens, reicht ihr Posten nicht höher als zur Sklavin ihres Chefs. Um ihr Konto etwas aufzubessern, nimmt sie einen Job als Hostess an und gewinnt schnell ihren Gönner James.
Als ihr unter den Gemälden eine Fälschung auffällt, versucht sie sich zu profilieren und stellt Nachforschungen an. Ihr Chef reagiert wenig begeistert und wirft sie raus.
Judith ist verzweifelt, sehnt sie sich doch schon immer nach einem Leben in Luxus. Sie nimmt die Chance wahr und verreist mit James. Dieser Urlaub endet anders als geplant. Auf ihrem weiteren Weg entdeckt sie mehrere Chancen, sich das erträumte Geld zu sichern und gerät dabei in immer tiefere Verstrickungen und geht sogar über Leichen um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen.
Judith Rashleigh ist eine Anti-Heldin. Sie ist vulgär, abgeklärt, steht auf außergewöhnlichen Sex, weiß ganz genau was sie will, ist intelligent und dabei ziemlich krass abgefuckt. Ja, krass abgefuckt. Das sind wirklich die einzigen Worte, die es in meinem Kopf schaffen, ihre Art irgendwie zusammenzufassen.
Zu Beginn der Geschichte merkt man zwar, dass Judith weiß was sie will und etwas ungewöhnlich ist aber ihre ganze Stärke und ihre Abgeklärtheit, zeigt sich durch ihren Job noch nicht. Die Verwandlung hat mir gefallen. Auch, dass die Protagonistin hier weiblich und zugleich knall hart und irgendwie nicht so sympathisch ist aber trotzdem die ?Heldin?, hat man nicht so oft. Das hat mich fasziniert und wurde gut umgesetzt.
Der ganze Storyverlauf war gut. Zum Teil unvorhersehbar und nach dem Klappentext, nicht so zu erwarten. Oft dachte ich mir ?Krass, hätte ich jetzt nicht erwartet? oder ?Übel, wie will sie da wieder raus kommen?. Aber die Protagonistin, zieht sich irgendwie immer wieder aus der Klemme. Und das ist auch einer von zwei Punkten, der mir zum Schluss nicht wirklich gefallen hat. Es ging alles irgendwie viel zu leicht. Judith hatte zwar mit einigen Problemen zu kämpfen aber sie hatte immer ein Trumpf in der Hand und ist immer entkommen. Ich weiß nicht, ob mir das nicht gefällt, weil es unrealistisch wirkt oder weil dadurch irgendwie Spannung flöten geht. Klar habe ich mich immer noch gefragt, was sie als nächstes macht aber trotzdem hatte diese Leichtigkeit einen schalen Beigeschmack. Der zweite Punkt, ist die Langatmigkeit. Es wird alle paar Seiten lang und breit beschrieben, was sie anzieht, was sie sich kauft, welche Marken das sind, was sie ist, was sie trink, was andere tragen, essen und trinken. Die Stellen habe ich teilweise echt überflogen. Dadurch hat sich das Buch an vielen Stellen sehr hingezogen. Die wirklich interessanten und spannenden Stellen, wirkten dadurch viel zu kurz und ich habe sie regelrecht herbei gesehnt.
Alles in allem ist ?Maestra? jedoch ein recht interessantes und spannendes Buch. Wir erleben hier eine Protagonistin der anderen Art, die sich holt was sie will. Ein guter Schreibstil und die ungewöhnliche Story, retten das Buch durch seine Oberflächlichkeit und den zu einfachen Weg, den die Autorin gewählt hat, leider nicht auf die vier Sterne.
Rezensionen von betsy:
Für immer in deinem Herzen von Shipman Viola
Eine Familiengeschichte der besonderen Art
Ein Buch über eine Familie in der es zur Tradition geworden ist, dass die Frauen Bettelarmbänder tragen und so selbst ein Teil der Gesamtgeschichte werden. Hier treffen wir auf drei Generationen von Frauen, die Großmutter Lolly, ihre Tochter Arden und deren Tochter Lauren. Als Arden und Lauren nach langer Zeit Lolly besuchen fahren, wird es eine Zeit voller Veränderung und Lebensweisheit, in denen diese nicht nur erfahren, was es heißt nichts zu bereuen, sondern ihr Verständnis zueinander durch die Geschichten der Anhänger von Lolly sie wieder alle näher zusammenbringt.
?In diesen Anhängern ist jeder Moment meines Lebens festgehalten ? Und des euren auch. Keine von uns würde heute ohne sie hier sitzen. Sie erzählen die Geschichte davon, woher wir kommen, wie weit wir es gebracht haben und wohin wir noch zu gehen hoffen.?
Dieses Buch hat mich wirklich sehr berührt. Es regt zum Nachdenken an und man wünscht sich selbst eine solche Tradition in der Familie zu haben, die viele schöne Erinnerungen enthält und die man von Generation zu Generation weitergeben kann.
Lolly als Patriarchin ist es hier die an der Tradition der Anhänger festhält, während Arden ihres längst nicht mehr trägt und es nie ganz verstanden hat, warum ihre Mutter so versessen darauf ist. Doch nach und nach erfährt sie, vieviel an Geschichte der eignen Familie in diesen Anhängern wirklich steckt und lernt endlich wieder, was das Leben wirklich ausmacht. Lauren, die ihre lebenslustige und sehr extrovertierte Oma liebt, lernt dadurch nicht nur mehr über ihre Mutter und Großmutter, sondern auch wie wichtig es ist, sich nicht zu verbiegen und das zu tun was einem Freude macht. Beide, also Arden und Lauren, sind so von Pflichtgefühl erdrückt und haben ihre eignen Träume zugunsten dieser scheinbar aufgegeben.
Dieses Buch zeigt, wie wichtig es ist den Weg zu sich selbst zu finden um nichts bereuen zu müssen und sich nicht zu schämen anders zu sein, denn jeder Mensch ist anders und so facettenreich wie eine Schneeflocke, wie Lolly zu sagen pflegt.
?Es liegt an uns, nicht zu vergessen, wie vielschichtig wir sind, und all diese eigentümlichen kleinen Ecken und Kanten zu feiern, die uns zu dem machen, der wir sind.?
Einerseits geht es hier stark um die Familienbande, aber natürlich auch, wie kann es anders sein, um die Liebe. Die Angst davor verletzt zu werden und sich völlig auf jemand anderen einzulassen. Doch auch hier zeigt Lolly anhand ihrer eigenen Geschichte wie schön es sein kann, sein Herz zu verschenken, auch wenn man nie sicher sein kann was passieren wird.
?Die Liebe ist voll großer Schönheit und großem Schmerz. Aber das Leben hat keine Schönheit, wenn du dein Herz nicht riskierst. Die Fähigkeit zu lieben, ist eines der größten Geschenke, die uns gegeben wurden. Sie ist der Grund, warum wir hier sind.?
Dieses Buch ist voller Botschaften, die mit wunderbaren Geschichten untermalt werden, sodass man ziemlich oft mit seinen eigenen Emotionen kämpfen muss. Sicher es ist eine Geschichte die teilweise natürlich etwas zu rosa gefärbt ist, dennoch aber auch ernsthafte Momente hat und daher definitiv weit von seicht entfernt ist. Kleinigkeiten, die jetzt nicht ganz logisch sind oder eben schon etwas zu viel des Guten, tun der Geschichte jedoch keinen Abbruch, weil sie einem nicht nur unter die Haut, sondern auch zu Herzen geht.
Fazit: Eine so wundervolle und voll an Lebensweisheiten geschriebene Geschichte, dass man noch viel mehr dieser Erinnerungen von Lolly und ihren Anhängern gelesen hätte. Es sind drei Frauen, die alle auf ihre Weise von ihrer Umgebung geprägt wurden und sich alles in allem doch viel ähnlicher sind, als man es zu Beginn ahnt. Ein sehr emotionales Buch, das obwohl es teilweise auch sehr verklärt wirkt, dennoch dem Lesegenuss keinen Abbruch tut und einem nicht nur einmal die Tränen kommen, ob der berührenden Szenen und deren wunderbaren, fast schon poetischen Aussagen. Es ist eine Geschichte über Familie, Tradition, Liebe und so vielem mehr.
Rezensionen von Gudrun:
Die Sommer mit Lulu von Nichols Peter
zwei anscheinend unterschiedliche Geschichten, die einander doch so ähnlich sind und wieder Eins werden
In diesem Buch wird deutlich, dass der Autor 10 Jahre lang zur See gefahren ist, denn die Beschreibungen zum Segeln und den anvisierten Orten sind sehr lebhaft und realistisch. Hier ist der Leser direkt vor Ort oder besser gesagt mit auf See.
Der Erzählstil stellt menschliche Abgründe; Begierden; Leidenschaften, Unachtsamkeiten, die verletzen können und lebensverändernde Situationen nach sich ziehen, detailreich, authentisch und nachvollziehbar dar.
Oft sind diese Erläuterungen so intensiv, dass ich innehalten und erstmal durchatmen musste.
Reale örtliche Begebenheiten mit den dazugehörigen Hintergrundinfos werden dem Leser nahegebracht.
Die Liebes- und Lebensgeschichten zweier "Liebespaare" werden rückwärts aufgerollt. In einigen Zeitabschnitten, die immer weiter in die Vergangenheit zurückgehen, werden die anfangs mysteriösen Umstände, die die Spannung nach oben schrauben, mehr und mehr aufgedröselt und verständlich gemacht.
So ergibt sich letzten Endes ein Bild, das begreiflich wird.
Mein Fazit: zwei anscheinend unterschiedliche Geschichten, die einander doch so ähnlich sind und wieder Eins werden
Rezensionen von Gudrun:
Das muss Liebe sein von Kessler Katja
sehr unterhaltsamer Ratgeber, der nur in der Mitte des Buches etwas fad ist
Katja Kessler hat einen sehr flapsigen Schreibstil, der dieses "ernste" Thema gekonnt mit gutem schwarzen Humor an den Mann/die Frau bringt.
Zu Beginn und zum Ende des Buches dachte ich mir oft, dass trockene Statistik hier mal ganz anders verpackt ist. Da kullerten die Lachtränen zuhauf.
In der Mitte des Buches habe ich es etwas trocken und mühselig empfunden. Hatte da zuweilen eher den Verdacht, dass die Selbstironie und die gegebenen Beispiele eher erzwungen waren und die kamen nicht so recht bei mir an.
Die Autorin hat beispielsweise Angela Merkel, George Clooney mit seiner Amal und und und als "Vorbilder" in vielerlei Situationen aufgeführt. Das macht das Buch sehr lebendig und super anschaulich und abwechslungsreich.
Der Inhalt zeigt auf, wie denn Mann und Frau "so gestrickt sind" und wie das Liebes-/Eheleben da so einige Hürden nehmen muss.
Mein Fazit: sehr unterhaltsamer Ratgeber, der nur in der Mitte des Buches etwas fad ist
Rezensionen von yesterday:
In der ersten Reihe sieht man Meer von Klüpfel Volker; Kobr Michael
Wie man sich in Italien (nicht) verhält
Viele Lacher und auch ein paar Aha-Erlebnisse begleiten den Leser durch dieses Buch. Dieses ?Urlaubs-Buch? des Krimi-Duos Klüpfel/Kobr ist in vielerlei Hinsicht unterhaltsam und für den einen oder anderen vielleicht noch lehrreich. Die einen, die sich zur beschriebenen Zeit selbst in Italien einen schönen Sonnenbrand geholt haben, werden sich oder die Nachbarn oder andere Urlaubsgäste wiedererkennen.
Doch auch für jüngere Leser, die in den Neunzigern als Kinder auf solche Urlaube mitgenommen wurden, erkennen vieles wieder. Und wer weiß, einiges ist wohl auch heute noch so auf dem ?Teutonengrill?.
Für diejenigen, die vielleicht bald mit der eigenen Familie an den italienischen Sandstrand wollen und dorthin, wo ?eh jeder hineinma?.?, mag das Buch eine Anleitung bieten, wie man sich nicht unbedingt verhalten sollte. Alexander Klein, kurz vor einem ebensolchen Urlaub mit Familie, Eltern und Schwester, schläft ein und findet sich in seiner Jugend wieder. Seine Eltern sind plötzlich jünger und diejenigen, die das Sagen haben. Mit dem Geist eines Ü40-Jährigen im Körper eines U15-Jährigen durchlebt er diesen Urlaub zwischen bunten Jogginghosen, deutschem Essen in Italien und Nussöl aus Österreich erneut, gibt dem Ganzen aber durch sein natürlich anderes Verhalten eine neue Wendung, was ihm zunächst gar nicht bewusst ist.
Mit Witz und einer Prise Selbstironie (die verwendeten Fotos sind allesamt aus den privaten Alben der Autoren) führen Klüpfel und Kobr dem Leser alles vor Augen, was ein Italienurlaub so braucht, nicht zu vergessen bravouröse Italienischkenntnisse der Beteiligten (?Palazzi?, ?Agentzia?). Nicht zu vergessen schriftliche Annäherungsversuche der Einheimischen an die Urlauber: ?Kaffee vonne Vilter? oder ?Berline Waise mit Schus?.
Das Cover ist wirklich liebevoll gestaltet, auch dem Thema angemessen als altes Fotoalbum und es liegt ein Kofferanhänger darauf. Diese kleinen Details setzen sich im Inhaltsverzeichnis fort, denn alle Kapitelüberschriften sind Liedtitel oder Liedzeilen.
Rezensionen von Janine2610:
Morgen kommt ein neuer Himmel von Lori Nelson Spielman
Wenn die eigene Mutter einen besser kennt, als man sich selbst ...
Das würden vermutlich nicht viele von uns behaupten: dass die eigene Mutter einen besser kennt, als man sich selbst. In der Geschichte von Brett Bohlinger scheint dies aber so zu sein ...
Als ich gelesen habe, dass sich die kürzlich verstorbene Elizabeth von ihrer Tochter Brett wünscht, dass diese eine Liste voller Lebensziele, die sie vor 20 Jahren (mit 14) verfasst hat, abarbeiten soll, damit sie an ihr Erbe kommt, ist mir gleich mal die Spucke weggeblieben.
Ich habe mir gedacht: »Wie kann man denn von seiner Tochter nur erwarten, irgendwelche Wünsche, die vor 20 Jahren mal aktuell waren, heute abzuarbeiten?« Und das Ganze dann auch noch innerhalb nur eines Jahres!
Auf dieser Liste stand zum Beispiel: ein Pferd und ein Haus kaufen, einen Hund haben, sich in den Richtigen verlieben, ein Kind bekommen, usw. - In meinen Augen sind das Wünsche, die Zeit brauchen und nicht so mir nichts dir nichts aus dem Ärmel gezaubert sind. Ich war ja sehr skeptisch, ob das alles innerhalb eines Jahres (ohne Druck!) zu bewerkstelligen ist. Hinzu kommt meiner Meinung nach, dass man als 14-jähriges Mädchen andere Träume und Wünsche hat, als mit 34, es sei denn, man verändert sich in 20 Jahren überhaupt nicht, dann würde das natürlich schon noch passen. Und erst empfand ich Elizabeths Bedingungen wirklich als Frechheit, na gut, auch Brett war ja dementsprechend sauer, dass sich Elizabeth so in ihr Leben drängt und es scheinbar auf eine merkwürdige Art und Weise zerstören will. Akzeptabel wäre das für mich nur, wenn annehmbar gewesen wäre, dass Elizabeth ihre Tochter besser kennt, als die sich selbst.
~ Wer soll jetzt mein Selbstbewusstsein stärken, da meine Mutter nicht mehr ist? ~
(S. 13)
Ich muss gestehen, dass ich ziemlich lang empört über die Abarbeitung der Lebensziel-Liste war und mir auch Bretts Mutter Elizabeth mit ihrer fast schon unheimlichen Fähigkeit, ihre Tochter so gut zu kennen, dass sie beinahe schon ihre Gedanken lesen kann, nicht ganz geheuer war. Aber wie die Handlung dann so vorangeschritten ist, habe ich mehr und mehr Freude beim Mitfiebern mit Brett gehabt, wie sie nach und nach (oft auch durch Zufall oder im Zuge eines anderen Ziels) ihre alten Träume wahrgemacht hat.
Den Schreibstil der Autorin fand ich von Anfang an fantastisch: schön flüssig zu lesen, einfach zum Eintauchen und sehr angenehm, ohne zu stolpern.
Ganz zu Beginn, als ich zum ersten Mal die Zielliste gesehen habe und darauf ja doch sehr (viele) einschneidende Lebensereignisse zu finden sind, habe ich schon befürchtet, dass das nicht sehr in die Tiefe gehen kann. Die Taschenbuchausgabe hat 363 Seiten und es hat natürlich auch ein paar Seiten gedauert, bis Brett überhaupt erst von dieser Liste erfahren hat, weswegen dann noch weniger Seiten zur Verfügung waren, um die Erfüllung von Lebenszielen, die einen derartigen Stellenwert haben, ausreichend, in die Tiefe gehend und für den Leser zufriedenstellend darzustellen.
~ Werde ich je damit leben können, den Menschen in meinem Leben zu vermissen, der mich bedingungslos geliebt hat? ~
(S. 15)
Also die Oberflächlichkeit habe ich leider etwas zu bekritteln, hinzu kommt, dass die Geschichte an manchen Stellen schon absehbar war und das Ende war mir einen Touch zu kitschig und auch zu schnell abgehandelt.
Mein Gesamteindruck ist trotzdem nicht so schlecht, wie man jetzt vielleicht vermuten würde. Aufgrund des herrlichen Schreibstils, der wirklich viel wieder gut gemacht hat, weil mir die Charaktere unheimlich gefallen haben und weil ich das eine oder andere Mal doch sehr gebannt und gerührt von den Geschehnissen war, fällt meine Bewertung doch noch überdurchschnittlich aus.
Rezensionen von HEYN Leserunde Andrée:
Letzter Bus nach Coffeeville von Henderson J. Paul
Alzheimerträchtig
Ernstes Thema, locker aufbereitet. Roadtrip durch Teile des Südostens der USA. Alzheimer begleitet die Reise vieler bunt zusammengewürfelter Charaktere. Manchmal lustig, manchmal ernst liest es sich dahin. Der englische Sprachwitz leidet allerdings an einem Mangel an einfühlsamer Übersetzung. Daher letztlich nur durchschnittlich.
Rezensionen von selda:
Die kleine Bäckerei am Strandweg von Jenny Colgan
Der Duft nach frisch gebackenem Brot
Polly steht plötzlich mit Anfang 32 vor dem Nichts: Freund weg, Firma insolvent, Eigentumswohnung gepfändet und alle Lebensträume zerplatzt. Ohne einen Plan, nur mit dem dringenden Wunsch für eine Weile allein zu wohnen, zieht sie auf eine unwirtliche Insel, um sich erst einmal in Ruhe die Wunden zu lecken.
Da das Geld knapp ist und sie sehr viel Zeit hat, widmet sie sich ihrem alten Hobby und backt Brot. Schon bald stehen die Inselbewohner Schlange, um heimlich ihr Brot zu kaufen, denn die Bäckerin vor Ort ist eine resolute Frau, mit der man es sich besser nicht verscherzt. Das Inselvölkchen ist ein besonderer Schlag, es gibt einen klaren Männerüberschuss und ehe Polly sich versieht, ist sie in neue Konflikte verwickelt?
Ich mag an Jenny Colgans Bücher, dass sie nicht einfach nur eine süße Liebesgeschichte erzählt. Das ist auch in diesem Roman so, sie widmet sich echten Problemen.
Polly, die Protagonistin, steht zwar mit beiden Beinen auf dem Boden, ist aber alles andere als perfekt. Sie macht Fehler, stellt sich aber dem Leben und ist dabei einfach sympathisch. Auch die anderen Figuren in diesem Roman sind sehr glaubwürdig. Sie tragen alle irgendwelche Wunden und Probleme mit sich herum, was das Zusammenleben nicht gerade einfacher macht. Jenny Colgan beschreibt sehr schön die Licht- und Schattenseiten des Insellebens, die atemberaubende Natur und Ruhe auf der einen Seite aber auch den harten Überlebenskampf fernab vom Festland mit seinen besser bezahlten Jobs, der mit der Isolation einher geht. Alles hat seinen Preis und so muss auch Polly abwägen, was ihr wichtiger ist- die kleine karge Insel oder das schöne bequeme Leben in der Stadt.
?Die kleine Bäckerei am Strandweg? ist ein sinnliches Buch. Der Duft von frisch gebackenem Brot zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Roman. Wer das gern Zuhause intensivieren möchte, kann sich an den Brotrezepten am Ende des Buches versuchen.
Dieses Buch ist der erste Teil einer Reihe, steht aber ganz für sich- kann also auch ohne die Fortsetzung genossen werden. Ich freue mich allerdings schon sehr auf den nächsten Teil.
Rezensionen von rewa:
Passion! von Sina Graßhof
Liebe, Lust und Leidenschaft
Passion!- Gesammelte Erzählungen von Sina Graßhof
14 Kurzgeschichten entführen den Leser in eine künstlerisch ?erotische Welt, wo Liebe, sexuelles Begehren, Sehnsucht und Hoffnung auf ein neues glückliches Leben die Protagonisten in alltäglichen Situationen zusammen führen.
Fremde Menschen, die sich bei einer Zugfahrt kennen lernen und sich ihren sexuellen Gelüsten hingeben oder ein Saunabesuch wo nicht nur sauniert wird, sind Orte, die in den Kurzgeschichten vorkommen.
Man kann dank der wenigen Seiten pro Geschichte wirklich zügig das Buch lesen und mit knapp 120 Seiten hat es ein handliches Leseformat. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen.
Mich persönlich haben die Geschichten gestört, wo immer wieder zufällig Menschen irgendwo zusammentreffen und gleich hemmungslos übereinander herfallen und dann sich zumeist nie wieder sehen. Unter künstlerisch- erotisch habe ich mir solche Geschichten vorgestellt, wo es mehr um Gefühle wie Sehnsucht und Liebe geht.
Bei den Geschichten wo es nicht nur um sexuelle Begierde sondern hauptsächlich um Nähe, Zuneigung, Vertrauen und Verständnis gegangen ist, die haben meine Erwartungen erfüllt.
Besonders die letzte Erzählung ,,Dan´´ war sehr berührend. Als die Protagonistin Nathalie erfährt, dass ihr Freund Dan transsexuell ist und als Dana weiterleben möchte. Die Geschichte lebt von großen Emotionen. Der Wunsch seinen Partner so zu lieben wie er ist und sogar eigene Bedürfnisse zurückzustellen, nur damit es dem anderen gut geht, das sind Gefühle pur.
Rezensionen von spozal89:
Für immer in deinem Herzen von Shipman Viola
Ein Bettelarmband das verbindet
"Freunde sind die Teile, die uns ergänzen, die Teile, die das große Puzzlebild des Lebens vervollständigen"
Beruflich voll in Trab gehalten, lebr Arden ihren Alltag. Sowohl ihre Tochter Lauren, als auch ihre Mutter Lolly sieht sie daher nicht regelmäßig. Als ein Brief Arden und auch Lauren erreicht, machen sich die beiden plötzlich Sorgen.
Denn im Brief enthalten, sind jeweils ein Anhänger, für das Bettelarmband, dass jede Frau der Familie trägt und ein Hilferuf von Lolly. Die beiden brechen sofort alle Zelte ab und reisen nach Scoops um nach Lolly zu sehen. Ein Sommer voller Erinnerungen, Träume und Geschichten beginnt und für jede der drei beginnt eine Zeit, in der sich das Leben das sie bisher kannten, ändert.
Schon alleine das Cover macht Lust auf die Geschichte. Der Lebensbaum, indem die verschiedenen Anhänger der Familie hängen passen hervorragend zum Inhalt und machen definitiv Lust, mehr über deren Bedeutung zu erfahren.
"Für immer in deinem Herzen" von Viola Shipman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite berührt. Der Schreibstil der Autorin ist so wunderbar leicht und flüssig, aber gleichzeitig so gefühlvoll und weise und ein bisschen märchenhaft. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Abwechelnd wurde sowohl in der Gegenwart erzählt, als auch in die Vergangeheit gereist. Genau dieser Mix, macht das Buch in meinen Augen zu etwas besonderem.
Die Charaktere waren wunderbar ausgearbeitet und es machte eine Freude, Lolly, Arden und Lauren besser kennenzulernen. Lauren mochte ich von den dreien am liebsten, denn mit ihr konnte ich mich am meisten identifizieren. Es war toll, wie mutiger sie zum Ende der Geschichte hin wurde. Mit Arden hatte ich zu Beginn ein paar Probleme, aber auch diese wurden mit der Zeit aus dem Weg geräumt und man konnte direkt ihre Entwicklung miterleben. Lolly der Freigeist und die gute Seele. Toll wie viel positive Energie eine Mensch haben kann. Eine Großmutter wie Lolly hätte ich auch gerne. Eine Stadt wie Scoops bzw. alles am Lost Land Lake kann man sich in der heutigen Zeit nur wünschen. Denn wer immer freundlich bleibt und nie die Hoffnung aufgibt, kann im Leben alles erreichen.
Definitiv ein fünf Sterne Buch, denn die Geschichten zu den einzelnen Anhängern geht mitten ins Herz. Ein bisschen wie ein modernes Märchen und auf jedenfall eine klare Leseempfehlung.










