Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewa:
Nett, aber langatmig
Vreni Tschannen hat es schon immer gewusst: Schuld sind immer die Blondinen!
Ihr Ehemann verlässt sie wegen der blonden russischen Swetlana und beim Joggen im Wald stolpert sie über eine tote Blondine. Es handelt sich um die Sportlehrerin, die im selben Internat gearbeitet hat wie Vreni. Da ihrer Meinung nach Hauptmann Perreten, ein alter Schulfreund von ihr, nicht wirklich professionell in diesem Fall ermittelt, beschließt sie selbst auf Mörderjagd zu gehen.
Verdächtige gibt es viele, aber wer hatte ein Motiv? Dumm ist nur, dass Vreni dabei immer wieder auch nach dem Mann ihrer Träume sucht, aber so leicht, lässt sich keiner finden. Jeder Lehrer und jede Lehrerin werden von Vreni genau unter die Lupe genommen. Denn bei jedem gibt es irgendein Tatmotiv. Doch bis zur Lösung des Falles hat sie es noch mit Erpressung, Drogen und sonstigen Liebeleien zu tun.
Der Roman ist zwar unterhaltsam geschrieben, weißt aber für meinen Geschmack unnötige Längen auf. Es wird viel erzählt, was aber nicht unbedingt für die Handlung von Bedeutung ist. Viele Protagonisten machen es nicht wirklich leicht den Überblick bzw. den Durchblick zu behalten. Da der Roman in der Schweiz spielt, gibt es auch einige schweizerdeutsche Dialoge, die für ungeübte Leser richte Stolpersteine sind. Vrenis Handlungen sind manchmal recht unlogisch und auch unglaubwürdig. Der Roman war zwar nett zu lesen, hat mit aber nicht wirklich überzeugen können.
Rezensionen von EvaHechenberger:
Im Schatten der Königin von Fremantle Elizabeth
Schöne Geschichte zu Zeiten der Tudors!
Ich liebe die Tudors, deswegen musste ich logischerweise dieses schöne Buch lesen.
Wir sind hier im Jahr 1554 und Jane Grey wird enthauptet, als die Geschichte startet. Derzeit ist Mary die Königin, aber sie noch keine Kinder und so fühlt sie sich von Janes Schwestern bedroht, da die beiden ja auch königliches Blut in sich haben?
Die Kapitel werden wechselnd aus der Sicht der beiden Schwestern Mary und Katherine, sowie von Levina, eine Freundin/Angestellte der Mutter erzählt.
Dieser Aufbau der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, weil man so die Gedanken und die Wünsche der jeweiligen Person erfährt. Und Levinas Sicht zeigt, was auch ein Nichtfamilienmitglied über die Greys denkt.
Ich finde die Autorin hat hier eine schöne Geschichte geschrieben und die Spannung über das ganze Buch gehalten. Spannend fand ich es vor allem in Bezug, ob zuerst Königin Mary und dann Königin Elisabeth eine der beiden Schwestern enthaupten lässt, weil sie sich bedroht fühlen.
Meine Lieblingserzählweise ist die von Katherine, weil sie, wie ich glaube, nur den Wunsch hatte, eine Familie zu gründen und glücklich zu sein. Sie wollte nichts mit dem Thron zu tun haben, dennoch fühlten sich die beiden Königinnen bedroht und es war ihr nicht erlaubt, dass zu tun, was sie sie will. Diese Handhabung war damals üblich, eine Frau musste das tun, was man ihr befiehlt.
Ich fand es sehr interessant, wie die Autorin erzählt, was die beiden durchmachen und behandelt werden, von den anderen am Hofe. Ich glaube, es muss furchtbar sein, wenn man immer das Gefühl hat, es kann sein, dass man geholt wird. Interessant fand ich auch die Beschreibung von Elisabeth, wie sie arrogant und doch auf sich bezogen beschrieben wurde. Auch das sie sich von Katherine bedroht fühlte und diese zuerst nicht bei sich wollte.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Das Bild der Frau mit der typischen Bekleidung ist sehr gelungen.
Rezensionen von Tiella:
Kein Sommer ohne Liebe von Mary Kay Andrews
auf die Liebe wartet man vergebens
Greer ist Location-Scout und soll für einen Film die passende Kulisse finden. Nach einigem Suchen stößt sie dann endlich auf Cypress Key, ein kleines Dorf, das alles bietet, was der Regisseur sich wünscht. Doch der Bürgermeister Eben findet die Idee, dass hier ein Film gedreht werden soll, nicht gerade prickelnd.
Vor allem gefällt ihm der Schluss des Films, in dem das Kasino des Ortes eine große Rolle spielt, überhaupt nicht. Greer muss also versuchen, Eb doch noch von diesem Filmprojekt zu überzeugen ...
Meine Meinung:
Nach der Beschreibung im Klappentext erwartete ich einen sommerlichen Liebesroman. Leider wurde ich hier enttäuscht.
Erst einmal waren mir die Hauptpersonen nicht sympathisch. Vor allem Greers Verhalten hat mich immer wieder gestört. Sie plaudert Filmdetails aus, obwohl dies in ihrem Job wohl nicht erlaubt ist. Außerdem sind irgendwie immer die anderen schuld, wenn etwas nicht so klappt, wie es soll. Sie führt sich einfach auf, wie ein Teenager und nicht wie eine erwachsene Frau. Vor allem Eb gegenüber verhält sie sich auch immer sehr unlogisch.
Eb gefiel mir da schon besser, aber insgesamt stand ich ihm - wie auch den anderen vorkommenden Personen - "neutral" gegenüber. Niemand wurde so beschrieben, dass ich ihn/sie sympathisch fand. Alle wurden nur sehr oberflächlich skizziert. Einzig Ginny, Ebs Tante, fand ich nett.
Auch den Streit um das Kasino konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Es war für mich einfach nicht logisch, warum Greer auf ihren Vorschlag so beharrte. Meiner Meinung nach gibt es da heutzutage andere Möglichkeiten. Aber wahrscheinlich gäbe es ansonsten für Eb und Greer keinen Grund zu streiten.
Greers Arbeit am Filmset wurde aber gut beschrieben. Das hätte mir auch grundsätzlich gefallen, wenn dies nicht das Hauptthema des Buches gewesen wäre. Aufgrund dieses Filmschwerpunkts und auch mehreren kleineren "Dramen" blieb wohl keine Zeit mehr, die Annäherung zwischen Greer und Eb zu beschreiben. Daher wirkt alles sehr gefühllos. Ich habe vergebens auf die Liebe gewartet. Diese wurde in der ganzen Geschichte nie spürbar. Das Ende ist dadurch sehr übertrieben und unglaubwürdig.
Der Schreibstil selbst gefiel mir gut. Er ist leicht und flüssig. Man ist dadurch bald mit der Geschichte fertig. Auch die Ortsbeschreibungen fand ich klasse. Man hatte dadurch sofort ein Bild vor Augen.
Fazit:
Alles in allem bin ich am Ende enttäuscht von der Geschichte, da ich einen Liebesroman erwartet habe. Es handelt sich aber leider um "Einen Sommer ohne Liebe". Mich hat die Geschichte nicht gepackt.
Rezensionen von Kartoffelschaf:
Kein Sommer ohne Liebe von Mary Kay Andrews
Enttäuschend
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie und wo ich anfangen soll.
Vorab vielleicht: Dieses Buch zähle ich zu meinen persönlichen Flops in diesem Jahr. Selten hat mich ein Roman von einer Autorin, die sonst wirklich tolle Liebesgeschichten schreibt, derart enttäuscht. Was war denn hier los? Gab es einen Ghostwriter? Dieses Buch passt so gar nicht zu den vorangegangenen Werken .
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"Kein Sommer ohne Liebe" verspricht laut Klappentext einen Sommer-Liebes-Roman, der ebenso leicht wie spritzig sein soll. Halten kann er dieses Versprechen nicht.
Der Sommer wird mittels eines stickigen Hotelzimmers mit Kakerlaken und nicht funktionstüchtiger Klimaanlage beschrieben. Bestenfalls noch mit einer völlig überhitzten Kleinstadt und ein klein wenig Strand.
Die Liebe wiederum habe ich bis zum Schluss gesucht, sie kam dann irgendwie unbemerkt durch die Hintertür, hat den Protagonisten eins mit dem Gummiknüppel über gezogen und hat sich dann ebenso lautlos wieder aus dem Staub gemacht.
Die Story ist öde, zieht sich wie Kaugummi, ist trocken wie die Sahara, dünn wie Zahnseide und seicht wie die Nordsee bei Ebbe.
Die Protagonistin kommt völlig unsicher, farblos und unglaubwürdig daher, eher wie ein pubertierender Teenager, denn wie eine über 30 jährige Frau. Ihr männlicher Gegenpart ist ebenso farblos wie seltsam, einfach nicht greifbar.
Ich habe mich unsagbar quälen müssen, dieses Buch überhaupt zu Ende zu lesen, Und wäre es nicht für eine Leserunde gewesen, wäre ich wohl über die ersten 100 Seiten nicht hinaus gekommen.
Das Geschreibsel ist abstrus, die Autorin wollte zu viel und hat zu wenig aus dem Plot heraus geholt. Es sind gefühlte Hundertschaften an einzelnen Strängen, die teilweise im Sande verlaufen, teilweise einfach nicht durchdacht sind und selten zusammen geführt werden.
Die Charaktere sind bis auf wenige Ausnahmen unglaubwürdig, ihre Handlungen völlig überzogen und oftmals nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar.
Als das Buch dann an die 400 Seiten lang war, war wohl auch der Autorin klar, dass das alles nichts wird und man lieber schnell zu einem Ende kommen sollte.
Entsprechend unbefriedigend ist selbiges dann natürlich. Jetzt muss alles schnell gehen.
Da wird nach 5 Wochen des Kennenlernens ein Heiratsantrag gemacht und alles ist trallala.
Unfassbar platt.
Es werden alle möglichen Klischees bedient, ein wenig Kitsch gewürzt mit erzwungenem Humor und einer eher pseudomäßigen Prise Dramatik.
Alles in allem einfach nur furchtbar, nicht lesenswert und in meinen Augen eine absolute Zeitverschwendung.
Ein Buch, durch welches man sich quält, nach dessen Beenden man sich fragt, warum man sich das Ganze angetan hat und welches man dann innerhalb von Minuten wieder vergisst, so man sich nicht darüber ärgert.
Bleibt abschließend zu sagen: Jedes Buch hat seine guten Seiten - in diesem Fall war es die letzte.
Rezensionen von Willia:
Kein Sommer ohne Liebe von Mary Kay Andrews
Ein Sommer ohne Liebe
Greer bekommt eine zweite Chance und soll für einen brandheißen Hollywoodfilm die perfekte Location ausfindig machen. In Cypress Key findet sie die idyllische Einöde und lernt den etwas eigenwilligen Bürgermeister Eb kennen. Während der Dreharbeiten zum Film hat Greer beide Hände voll zu tun.
Der Einstieg in die Geschichte beginnt schon super locker durch den leichten Schreibstil der Autorin.
Die Protagonisten sind ganz angenehm dargestellt, aber charakterlich ziemlich farblos. Den größten Teil der Geschichte wird der Film in den Vordergrund gestellt. Die Autorin spielt mit den Worten und beschreibt in jedem kleinsten Detail die Umgebung von Cypress Key, die Arbeit von Greer und von ihren auftretenden Problemen. Dem Leser wird das Gefühl vermittelt, dass der Umfang des Buches absichtlich in die Länge gezogen wurde. Es ist mühselig auf die Handlung des Buches zu warten und die Liebesgeschichte zu erwarten, die auf dem Klappentext versprochen wird.
Zwischen den Hauptpersonen entwickelt sich keine spürbare Spannung oder ein romantisches Kribbeln. Der Leser kommt in Bezug auf eine Liebesgeschichte mit emotionalem Hintergrund nicht auf seine Kosten. Ganz im Gegenteil liefert die Autorin nur eine mittelmäßige, langatmige Lektüre ab. Nicht nur, dass viele Klischees vom albernen Annähern bis kitschigem Happy End dargeboten werden, das Buch ist dazu noch wirklich langweilig.
Es werden unglaublich viele Handlungsstränge angefangen, aber nicht zu Ende geführt. Es wird gewürfelt und geknobelt bis am Ende alles plötzlich zum Abschluss kommen muss.
Die Geschichte sticht heraus mit seiner Unglaubwürdigkeit, Oberflächlichkeit und Lieblosigkeit.
Meiner Meinung nach sollte der Titel heißen "Ein Sommer ohne Liebe". Denn auf die Liebe kann der Leser bis zur letzten Seite warten.
Fazit: Ein enttäuschender Liebesroman, der sich eigentlich gar nicht so nennen dürfte.
Rezensionen von Bianca31:
Das große kleine Buch: Kräuterwanderung mit Kindern von Scheiblhofer Ines
Ein tolles Buch, dass es in dieser Art bisher nicht gab ...
Ein tolles Buch, dass es in dieser Art bisher nicht gab. Übersichtlich und sehr handlich zum Mitnehmen !
Absolut empfehlenswert für Familien - sozusagen ein must-have wenn man Kinder hat und ihnen die Natur näher bringen möchte.
Viele Rezepte zum Ausprobieren und die wichtigsten Tipps rund ums Kräutersammeln und verarbeiten.
Rezensionen von rewa:
Das große kleine Buch: Kräuterwanderung mit Kindern von Scheiblhofer Ines
Verirrte Racheengel
Grausame Morde an Männern in Hamburg und Berlin, lassen die Kommissare beider Dienststellen auf Hochdruck arbeiten. Immer gibt es Hinweise, dass es ein Racheakt war. Aber wofür oder für wen?
Die beiden Berliner Kommissare Egon Becker und Mirjam Berndt können immer mehr Puzzleteile zusammen fügen bis sie bei einer Spur landen, die ihnen ganz und gar nicht gefällt.
Die Morde dürften Racheakte sein für ungesühnte Missbräuche an Mädchen.
Mirjam fühlt sich zu ihrem Kollegen sehr hingezogen, der aber eine Familie hat und keine Scheidung möchte oder seine Kinder verlieren will. Mirjam spürt, dass ihre Gefühle stärker werden, aber die Abweisung von Becker lässt sie wütend werden. Je tiefer sie in die Mordfälle eintauchen, desto öfter kommen Albträume von früher hervor bis sie plötzlich weiß, dass sie von ihrem Patenonkel Oberstaatsanwalt Georgi als Kind missbraucht wurde.
Als ein Priester Opfer eines Mordes wird, wissen alle, dass es um blutige und hasserfüllte Rache geht.
Was sie aber nicht wissen ist, dass die sogenannten ,,Racheengel´´ noch lange nicht fertig sind mit ihrer Mission. Immer tiefere Abgründe tun sich in diesen Mordfällen auf, bis es zu einem Ende kommt, mit dem keiner gerechnet hätte.
,,Verirrte Engel`` ist ein sogenannter ,,Genusskrimi´´, der den Leser die Aspekte des Lebensgenusses näher bringen möchte. Spannende Mordfälle werden z.B gespickt mit einem 5- Gänge Menü und verbinden sich miteinander. Der Roman liest sich flüssig und schnell. Die Protagonisten bleiben stellenweise etwas unscheinbar und die Handlung ist nicht immer klar nach zu vollziehen. Aber auf die 171 Seiten verteilt kann man sagen, dass es ein guter Roman für zwischendurch ist.
Rezensionen von rewa:
Das große kleine Buch: Kräuterwanderung mit Kindern von Scheiblhofer Ines
Fluch oder Segen
Drei unscheinbare Steine besitzen eine Magie, die Segen oder Fluch bedeuten. In dem Anthologie Roman ,,Die Reise der Hexensteine´´erleben wir Geschichten, die sich über 400 Jahre ziehen.
Ein Hexenkonvent beschwört im 17. Jahrhundert Magie in drei Steine. Doch da es damals Hexenprozesse gab, wurden die Mitglieder nach einem Ritual getötet oder verfolgt.
Drei besondere Steine werden im Geheimen weitergegeben und von den verschiedensten Besitzern erzählen nun die einzelnen Kapiteln.
Es sind manchmal traurige Geschichten, aber auch Geschichten voller Sehnsucht und Hoffnung.
Die Autorinnen haben sich sehr bemüht einen roten Faden durch das Buch ziehen zu lassen. Jeder Stein wird weiter gereicht und landet in einem anderen Land zu einer anderen Zeit.
Man kann sich den Roman wie eine Schatzkiste vorstellen, man öffnet den Deckel und ist schon gespannt welcher Inhalt einem erwartet. Heraus kommen viele interessante, fantasievolle und spannende Geschichten.
Geschichten wo ein gewebter Teppich mit seinen Bildern über Leben und Tod entscheiden kann oder eine unsichtbare Kraft die den Gegner zu Eis erstarren lässt. Man weiß nie, was einen erwartet.
Ein Auszug aus dem Klapptext lautet: "Manchen retten die Steine das Leben, aber manchmal wendet sich die Macht des Steines auch gegen seinen Träger."
Am Ende gelangen alle drei Steine in die Hand eines Menschen, der nun die schwere Aufgabe hat zu entscheiden, was mit diesen ,,Hexensteinen`` passieren soll. Entscheidet er sich für Fluch oder Segen?
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Romeo und Romy von Andreas Izquierdo
Das Leben endet zwingend mit dem Tod ? aber davor haben wir noch die Chance auf jede Menge Leben
?Der Konjunktiv jedoch war das Glitzerpapier auf dem Geschenk namens Leben, und riss man es ab, um nachzusehen, was es für einen bereithielt, ahnte man, dass Gott den Wunschzettel mal wieder nicht hatte richtig entziffern können.? S. 399
Genau diese Chance auf die Einlösung ihres Wunschzettels ergreift die junge Romy, als sie in der Stadt gerade mit ihrem Traum, als Schauspielerin zu arbeiten, gescheitert ist, selbst in ihrem Job als Souffleuse.
Sie kehrt zurück dahin, wo sie sich immer beschützt gefühlt hat, in ihr Dorf, das fast nur noch von den Alten bevölkert wird. Sie ist hier aufgewachsen, gerade ist hier ihre Großmutter gestorben. Gelegentlich ruft noch ihr ebenfalls gescheiterter Kollege Ben an.
Im Ort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und Romy deckt ein seltsames Verhalten auf, zu dem eine bestimmte Art der Platzknappheit ihre schrullige Wahlfamilie veranlasst. Als sie in Erwägung zieht, zu bleiben, stößt sie jedoch nicht nur auf Gegenliebe "Lass uns hier, behalt uns im Herzen, genau wie wir dich immer im Herzen behalten. Aber du musst fortgehen." ..."die Zeit verbraucht nicht nur den Körper. Sie verbraucht auch den Geist. Für dich gibt es noch viel zu erleben, für uns nicht mehr." S. 79 Das Dorf ist wie so viele wortwörtlich am Aussterben.
Dann hat sie sie, die Eingebung, die aller Leben umkrempeln soll:
?Bau es!? S. 107 Heraus kommt der aberwitzige Plan, ein elisabethanisches Theater aufzubauen und Romeo und Julia aufzuführen, mitten in der Provinz. Und entgegen allen Widrigkeiten. Die Erzählung ist leicht und lustig, zum Nachdenken anregend und melancholisch, traurig und fröhlich ? und in jedem Falle anders, als ich selbst während der Lektüre noch erwartet hatte.
Hier irgendetwas mehr zu schreiben, läuft Gefahr, zu viel zu verraten. Zu wenig zu schreiben hingegen könnte bedeuten, dass man diese herrlich verrückte Geschichte übersieht über die Liebe und Freundschaft, Verrat und Vertrauen, Aufgeben und Mut und den Tod und das Leben ? ja, das ist viel und das störte auch einige Leser. Ich finde, dieses Buch hier ?darf? das, weil schon die Grundidee, ein ganzes Dorf, das sich verantwortlich fühlt, ein früh mutterloses Kind heranzuziehen zu einer jungen Frau und immer für sie dazu sein, gerne sein darf, nämlich einfach zu schön und viel zu selten.
Und weil es ja schon etwas macht mit den Menschen, die so plötzlich so viel wagen und tun, fragt sich nicht nur Romy im Buch: ?Wann wurde der eigene Traum zum Alptraum eines anderen?? S.485 Ich war auch schon so weit, dem Autor dieses Gepäck, dass er ihr und uns da aufbürdet, übelzunehmen, wäre das nicht ganz einfach so leicht, so zart, so bittersüß geschrieben: ?Vor Wochen noch war der Tod eine unumgängliche Gewissheit, traurig zwar, aber nicht tragisch. Jetzt jedoch hatten sie, ohne sich dessen gewahr zu werden, begonnen, sich gegen ihn zu wehren.? S 226 Und man kann noch so sehr darüber nachdenken, was vielleicht mit der einen oder anderen Person im Buch bei einer anderen Ausgangslage passiert wäre, und hier zitiere ich meine wunderbare Oma, die Teil von meinem Dorf war ? ?wenn das Wörtchen wenn nicht wär?.?.
Rezensionen von Heyn Leserunde, Nico Strahl:
Am Rand von Hans Platzgumer
Fesselnd
D
er Leser wird zum geheimen Vertrauten des Protagonisten Gerold Ebner.
Er hält seine Lebensgeschichte als Manuskript in den Händen und muss selbst entscheiden, ob und wie er diese Schilderungen verurteilt.
Oder bewahrt er seine Diskretion gegenüber dieser Lebensbeichte,
Wie würden Sie entscheiden?






