Kunden em pfehlungen
Rezensionen von RebekkaT:
Sterbegeld von Judith Winter
Sterbegeld
Mein erstes und sicher nicht mein letztes Buch von Judith Winter. Die Vorgänger kenne ich noch nicht, vermutlich kam ich deswegen etwas ins Schleudern aufgrund der vielen Personen/Charaktere.
Leon Svensson, ein 6-jähriger Junge, löst den Notruf aus, doch als die Polizei bei ihm zu Hause eintrifft, ist es zu spät.
Er und seine Familie sind tot. Ein Armin Bormann wird verhaftet und es scheint alles abgeschlossen.
Nebenbei ermitteln Emilia Capelli und Mai Zhou undercover nach einem Maulwurf in den eigenen Reihen, bis Zweifel an der Schuld Bormanns aufkeimen...
Cover: Was ein Hirschkäfer auf dem Cover zu suchen hat, hat sich mir im Buch leider nicht erschlossen, aber trotzdem nett und auffällig.
Schreibstil: Der Anfang war gleich sehr spannend, eben ein Thriller. Im Mittelteil wurde es schwächer, um zum Ende hin wieder zu überraschen.
Das Ermittlerduo ist durchaus sympathisch. Gegensätze ziehen sich an. Während Capelli eher Typ mit dem Kopf durch die Wand ist, strahlt Zhou Ruhe und Besonnenheit aus. Die "Extra"-Geschichte mit dem Maulwurf fand ich etwas nervig, da mir recht schnell klar war, wer der Maulwurf ist. Die Geschichte um die ermordete Familie war hingegen sehr gut und das Ende langwierig, aber gut durchdacht. Bin gespannt, was aus Em und Zhou im nächsten Teil wird!
Rezensionen von RebekkaT:
Sterbegeld von Judith Winter
Eismädchen
Dr. Alice Quentin, Psychologin, verlässt das ruhige Guy`s Hospital in London, um in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Forensik, mit Schwerverbrechern zu arbeiten. Sie nennt es ein halbes Sabbatjahr, um Studien durchzuführen und um evtl. sogar ein Buch zu schreiben. Unter anderem stößt sie da auf den Mörder Louis Kinsella, der mehrere Mädchen gequält und umgebracht hat.
Als dann mehrere Kinder verschwinden und tot aufgefunden werden, findet die Polizei viele Parallelen zu Kinsella. DCI Burns bittet Dr. Quentin um Hilfe, um weitere Morde zu verhindern.
Wir lesen aus der Sicht von Ella, einem verschwundenen Mädchen, wie sie leidet, wie sie in den Fängen des "Schülers" ist und wir lernen Dr. Quentin besser kennen. Eindringen in die Gedankenwelt eines Mörders und seine Fantasien. Ein Spiel um Macht beginnt.
Cover: Ich mag lila und die zerbrechlichen Blumen in Eis passen einfach.
Schreibstil: Kate Rhodes schreibt durchgängig spannend und schafft es, tief in meinen Gedanken zu wirken.
Auch wenn es sich um den dritten Teil handelt, kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile lesen. Trotzdem kann ich die vorherigen Bücher von Kate Rhodes jedem ans Herz legen. Ich finde, Thriller passt besser als Kriminalroman, da er einfach spannend und gut durchdacht ist! Die kurzen Kapitel (67 Kapitel verteilt auf 458 Seiten) ließen mich das Buch schnell durchlesen.
Was ich immer bewundere, ist, dass Kate Rhodes es erneut schafft, ohne allzu blutige Details auszukommen. Sie schreibt sich perfekt ins Hirn und spinnt Bilder in meine Gedanken hinein - ich lasse Kate Rhodes gerne wirken und freue mich auf mehr!
Rezensionen von lovelybookslove:
Die Nacht schreibt uns neu von Dani Atkins
Viel Kitsch, wenig Tiefgang
In diesem Buch geht es um Emma, welche kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrer Jugendliebe Richard steht. Doch ein Unfall am Junggesellenabschied ändert alles. Amy, eine ihrer besten Freundinnen kommt ums Leben und sie selber kommt, dank eines Retters in Form eines jungen Mannes, Jack, nur knapp mit dem Leben davon.
Von da an ist nichts mehr wie es vorher war. Plötzlich ist sich Emma ihrer Gefühle gegenüber Richard nicht mehr so sicher und Jack, ihr Lebensretter kommt ihr immer näher. Soll diese Hochzeit wirklich noch stattfinden? Oder ist das Liebe was sie Jack gegenüber empfindet?
Was spannend und emotional beginnt entwickelt sich mit der Zeit bedauerlicherweise in einen mir zu kitschigen vorhersehbaren Liebesroman. Drei beste Freundinnen geraten in einen Unfall und nur durch ihren Retter Jack kann noch schlimmeres verhindert werden. Danach lernt man nach und nach die Charaktere näher kennen und bekommt einen Einblick in Emmas Leben. Leider kommt das meiner Meinung nach zu kurz, denn manches würde man besser nachvollziehen können, wenn man mehr über die Vergangenheit einiger Personen wüsste.
Der Schreibstil ist im Nachhinein fast das einzig gute an dem Buch. Denn obwohl mich der Inhalt nicht wirklich fesseln konnte, ist es mir dank dem leichten, flüssigen Schreibstil trotzdem sehr leicht gefallen das Buch zu lesen. Erst am Ende ist mir dann leider die Lust vergangen, da ich das Ganze dann wirklich zu absurd offensichtlich und kitschig fand und teilweise auch echt unrealistisch.
Überraschenderweise hat das Ende noch mal ein bisschen etwas gut gemacht, da sich Dani Atkins dann doch noch was einfallen hat lassen, was man nicht unbedingt erwartet hat. Dort werden dann aber leider die Nebencharaktere sehr vernachlässigt, wo ich mir gewünscht hätte, dass man dafür noch mal 10 Seiten hätte rausschlagen können.
Ich denke, dass Menschen, die gerne Liebesromane lesen und die auch mal zu offensichtliches und vorhersehbares nicht stört, dieses Buch lieben werden. Aber für mich ist es leider nichts, da ich mir auch einfach was anderes erhofft hatte. Also Liebesroman-Liebhaber lasst euch von meiner Rezi nicht abschrecken. Es ist einfach nicht mein Geschmack und hat meiner Erwartungen nicht erfüllt. Schade!
Trotzdem drei Sterne für den Schreibstil, den guten Einstieg und das doch zumindest etwas überraschende Ende!
Rezensionen von Ela_Ela:
Die Nacht schreibt uns neu von Dani Atkins
Toller Abschluss für Violet & Luke : )
Inhalt: Violets Leben steht auf dem Kopf. Ein Stalker macht ihr das Leben zur Hölle, und der Mord an ihren Eltern wirft immer noch einen Schatten auf ihr Leben. Als sie sich noch dazu in eine lebensgefährliche Situation bringt, schwört sie sich, nun ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Vor allem muss sie herausfinden, was sie für Luke Price empfindet.
Können die beiden ihre Ängste überwinden und an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten?
Es hat sich nun doch alles zum Guten zwischen Violet & Luke gewendet. Und ich finde die zwei sind ein sehr süßes Paar und verdienen es glücklich zu sein und ohne Angst zu leben. Dies ist der Abschlussband von Violet & Luke, doch werden wir sie wahrscheinlich im nächsten Band wieder sehen.
Fazit: Wirklich gut gelungen Serie von Violet & Luke. Bin schon gespannt wie es mit Callie & Kayden endet.
Serie:
1. Die Sache von Callie & Kayden
2. Die Liebe von Callie & Kayden
3. Füreinander bestimmt Violet & Luke
4. Einander verfallen Violet & Luke
5. Für immer verbunden Violet & Luke
6. Das Versprechen von Callie & Kayden ( erscheint im Jänner 2016)
Rezensionen von familie.weingart@gmx.de:
Die Nacht schreibt uns neu von Dani Atkins
Berg und Tal
Den Klappentext kann ja jeder lesen daher schreibe ich mal gleich meinen Eindruck.
Bisher kannte ich kein Buch der Autorin.
Da mir das Cover sehr gut gefallen hat wurde ich neugierig.
Das es um eine Liebesgeschichte ging war anhand des Covers klar, und wer solche Art Story mag ist hier gut aufgehoben.
Der Anfang versprach ein Buch welches man nicht mehr aus der Hand legen würde.
Allerdings mit dem weiterlesen wurde mir klar, daß mit Klischees nicht gegeizt wurde und die anfängliche realistische Story wurde mir manchmal etwas zu krus.
Das das Thema Alzheimer behandelt wurde fand ich eigentlich nicht übel, da es ja den heutigen Alltag immer mehr dominiert, allerdings war es mir zu kurz angerissen.
Das man 2 Männer die unterschiedlicher nicht sein können mag, ist nicht unüblich aber das mit dem Hochzeitsgedanken gegen Ende fand ich zu weit hergeholt.
Aber man kann über dieses Buch herrlich diskutieren.
Mal den Inhalt beiseite gestellt?.Den Schreibstil fand ich gut und eingängig.
Daher ist der Schreibstil mein Punkteretter ;o)
Fazit
Der Inhalt ist mir etwas zu ?unrund? und ich hatte wahrscheinlich zu hohe Erwartungen an das Thema.
Da der Schreibstil mir gut gefallen hat würde ich 3 von 5 Sternen vergeben.
Daher würde ich das Buch nur eingeschränkt empfehlen.
Rezensionen von rewa:
Die Nacht schreibt uns neu von Dani Atkins
Mord im Ruhrpott
Kommissar Marius Perez, der noch nie einen Fall geleitet hat, wird mit einer Mordermittlung beauftragt. Zur Seite steht ihm, wegen Personalmangels, seine Sekretärin Melanie und beide versuchen nun Licht in den mysteriösen Fall eines grausam verstümmelten Toten zu bringen.
Der beliebte Sänger Valentin Bergmann scheint seinen Mörder gekannt zu haben, da es bei ihm keine Abwehrverletzungen gab.
Rivalisierende Fußballfangruppen und ein Tatverdächtiger, der schnell gefunden wird, helfen Marius nicht wirklich weiter.
Als er an der Unterwasserhochzeit seiner Ex Verlobten Sina teil nimmt, passiert ein zweiter Mord. Deren Verlobter Sebastian stirbt während der Zeremonie.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Morden? Als kurz darauf Sebastians Chef Selbstmord begeht, wird Marius klar, dass sich die fehlenden Puzzleteile schnellsten zusammen fügen müssen, um die Fälle lösen zu können.
Ein netter Regionalkrimi, wo so mancher seinen derben Charme im Ruhrpott Dialekt unterstreichen durfte.
Charaktere: Es gibt viele Protagonisten, deren Namen man sich nicht immer gleich merken und zu ordnen konnte. Die Hauptpersonen Marius und Melanie kommen sympathisch rüber und arbeiten gut mit einander. Etwas befremdlich war, dass eine Sekretärin bei den Mordermittlungen im Außendienst tätig war und auch Teamsitzungen abhalten durfte. Man hatte das Gefühl, sie wäre die leitende Ermittlerin.
Ein netter Einfall der Autorin Birgit Salutzki waren Kapiteln, in denen Marius vorkommt, diese mit einer Liedzeile der Metal Band VAN CANTO an zu führen. Da seine Verbundenheit zur Musik für die Lösung seiner Fälle wichtig war.
Man kann sich auf kommende Fälle mit Marius und Melanie freuen, da beide unkonventionell sind, einen Spritzer Humor mit bringen und gut miteinander harmonieren.
Rezensionen von Gudrun:
Du hättest es wissen können von Hanff Korelitz Jean
Dieses wertvolle Buch ist voller Mitgefühl und Tiefgang
Der Schreibstil fesselt von Anfang bis Ende. Hier wird der Leser bereits zu Beginn mit ins Geschehen versetzt und durch die hervorragende Darstellung der jeweiligen Gedanken- und Vorgänge generell, kann man sich das Ganze real und lebhaft vorstellen.
Eine Frau, deren scheinbar geregeltes und gefestigtes Familien- und Sozialleben auseinanderbricht.
Wieviel Schmerz und Demütigung kann ein Mensch ertragen, wenn das ganze Leben , gerade in Bezug auf den Lebenspartner, der offensichtlich nicht der ist, der er vorgab, zu sein, auseinanderfällt ?!
Die Erkenntnis dessen, wird hier Stück für Stück aufgedröselt. Dies in einer Sprache, die den Leser fesselt und voller Mitgefühl dabei sein lässt.
Das Buch erzählt zu Beginn die Phase, die vor der Erkenntnis geschieht und lädt den Leser in die Welt der Familie ein. Nach dieser Zeit folgt die Überleitung in den Vorgang, der anscheinend nichts mit Grace im näheren Sinn zu tun hat. Auch der Teil ist wieder genau und sensibel aufgearbeitet.
Und die dritte Phase, nämlich das, was danach kommt, ebenso aufschlussreich und nachvollziehbar.
Das Buch zeigt auch auf, wie wunderbar ehrliche und echte Freundschaft und Familienzusammenhalt sein können. Gerade in Zeiten der Not wird das besonders deutlich und kostbar. Und das sollte man sich immer und überall vor Augen halten. Hierzu zählt auch, dass diese einem die schonungslose Wahrheit sagen, auch wenn die oftmals wehtun.
Mein Fazit: Dieses wertvolle Buch ist voller Mitgefühl und Tiefgang
Rezensionen von Lesestunde mit Marie:
Die Gestirne von Catton Eleanor
Goldgräberromantik, Intrigen und Verstrickungen im Zeichen der Sterne
Dieses hochgelobte Buch von Eleanor Catton machte die Autorin mit 28 Jahren zur bisher jüngsten Booker Prize-Trägerin. Die in Kanada geborene neuseeländische Autorin veröffentlichte das englischsprachige Original 2013 unter dem Titel The Luminaries. Die deutsche Übersetzung kam im November 2015 heraus.
Die komplexe Geschichte spielt im Neuseeland, Mitte des 19. Jahrhunderts, zu Zeiten des großen Goldrausches. Dachte ich zu Beginn noch, dass der frisch in der Goldgräberstadt Hokitika eingetroffene Mr Moody der Protagonist sein könnte, lernte ich nach und nach, dass der ?Wir-Erzähler? in seiner Erzählung ständig die Perspektive wechselt und uns hierbei indirekt aus Sicht und Wahrnehmung von mehr als einem Dutzend Hauptfiguren die Geschehnisse und nach und nach auch die Zusammenhänge darstellt.
Ins Auge fällt, dass die Länge der Kapitel genau wie die Länge der 12 Buchteile mit fortschreitender Geschichte immer weiter abnehmen und somit eine Referenz zum abnehmenden Mond herstellen. Zudem werden ständig Bezüge zu Sonne, Mond und Planeten Konstellationen hergestellt. Jedes Kapitel hat unter der Überschrift eine kurze Zusammenfassung, die interessanterweise in den letzten Kapiteln überproportional zunehmen.
Besagter Mr Moody trifft zu Beginn auf eine Versammlung von zwölf Männern, die verschiedener nicht sein könnten. Dies wird im Verlauf der Erzählung immer deutlicher. Ob der unehrliche Magnat Mannering, der investigative Journalist und Zeitungsherausgeber Löwenthal, ein chinesischer Opiumdealer, der engagierte und unternehmungslustige Geistliche Devlin oder der weise Maori Tauwhare ? um nur einige zu nennen. Alle haben eines gemein, sie sind - ohne so recht zu wissen warum ? in mysteriöse Geschehnisse rund um einen Komplott verstrickt. Mehr oder weniger gemeinsam, versuchen sie der Sache auf den Grund zu gehen. So präsentieren sich anfänglich ausgedehnte Szenen, die in keinem greifbaren Zusammenhang zu stehen scheinen. Doch immer wieder scheint es zentrale Verbindungspunkte über eine Hand voll Personen zu geben, die nicht Teil dieser ausgehenden Versammlung sind. Zum einen lesen wir immer wieder über einen offensichtlich verschlagenen und heimtückischen Frances Carver oder die begehrte, aber opiumsüchtige Hure Anna Wetherell. Des weiteren der scheinbar vom Glück beseelte, aber spurlos verschwundene Minenbesitzer Emery Staines, der alkoholkranke, verstorbene Einsiedler Crosbie Wells, die Trickbetrügern Lydia und der Politiker Lauderdall.
Die Charaktere sind hierbei fein, aber teilweise auf eine ambivalent verstörende Art ausgearbeitet. Hier gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Oft denkt man einen Charakter erfasst zu haben, um später eine ganz andere Persönlichkeit zu erkennen.
Wir dürfen in entbehrungsreiche Leben von Goldgräberpionieren schauen, bei denen das große Glück und der Absturz eng beieinander liegen, erhalten kleine Einblicke in die Gedankenwelt eines Maori sowie zweier emigrierter Chinesen. Wir begegnen einander (ent-)fremd(et)en Brüdern, nehmen Anteil an einer schicksalstiefen Liebe, sehen menschliche Machenschaft und Manipulationen, Lug und Betrug, Naivität und Berechnung.
Die Gestirne erforderte vor allem zu Beginn meine volle Lesekonzentration. Mit stolzen 1.040 Seiten ist es zudem eine umfangreiche Lektüre. Der kunstvolle Schreibstil bereitete mir außerordentliche Lesefreude. Eleanor spielt hier mit zahlreichen Stilmitteln, die den Inhalt angenehm vertiefen. Trotz gehobenem Sprachniveau und komplexer Handlung lesen sich die Gestirne flüssig. An dieser Stelle auch ein großes Lob an die Übersetzerin. Auch wenn ich keinen direkten Vergleich mit dem Original ziehen kann, so erkennt man doch ihre detaillierte Einarbeitung in Materie und Stilistik.
Was mir sehr gut gefiel, aber sicher nicht jedermanns Sache ist, dass schlussendlich nicht alles aufgeklärt wurde und der Fantasie des Lesers ein wenig Freiraum gelassen wird.
Fazit:
Ein Buch der Extraklasse, das mit seinem Umfang und seiner Komplexität einen hohen Leseanspruch hat. Die Referenzen in die Astrologie geben dem Buch eine ganz besondere Note. Für mich ein tolles Lese-Highlight zum Jahresende 2015.
Rezensionen von c.groeger:
Trophäen von Isabella Feimer
Mehr als eine Liebesgeschichte
Schrei. Im Erwachen vergegenwärtigt sie sich eines Zimmers, daß ihr unbekannt. Nach und nach die Erinnerung. Leise Geräusche aus dem Nebenraum. Die Türe öffnet sich sacht. ER tritt ein.
Seine ersten Worte an sie: ?Stell dir vor, daß Bäume auf den Kopf gestellt aus den Wolken wachsen??
Jasmingeruch und Kirschtabak.
Alles überragende Wahrnehmung. Er reicht ihr einen Zettel mit seiner Telefonnummer. Nichts sonst darauf. ?Wenn sie dich reizt, die verkehrte Welt.? Seine Worte zum Abschied.
Ein Flüstern hatte sie geleitet, geführt in jene Sackgasse, in der bloß sein Laden sich befand. Die Auslage leer, verhangen mit schwarzem Stoff. Durch die Scheibe spähend, erkennt sie eine Hand, ein Skalpell, einen Tierkörper.
Beobachtend, vor und nach ihren Nachtdiensten an einer Hotelrezeption, nimmt sie Umwege in Kauf, hält sich auf in der Nähe dieses so seltsamen Ortes. Er, den Mantelkragen hochschlagend verlässt sein Geschäft. Seine raschen, zügigen Schritte.
Faszination. Nicht seine Aura allein ist es, die diese ausübt auf sie. Sein Beruf als Tierpräparator, wie sie bald herausgefunden hatte, eine zusätzliche Anziehungskraft, seine Kunst dem Tod Einhalt zu gebieten, wenn auch nur vorgeblich.
Auch er hat, ihr gleich, Dämonen aus der Vergangenheit, die es zu bekämpfen gilt. Eine weitere Parallele in ihrer beider Leben. Ständig wiederkehrend albtraumhaft, jenes düstere Geschehnis in ihrer Jugend, welches zu überwinden sie sich bis in die Gegenwart hinein außerstande sah.
In poetischer, lyrisch anmutender Sprache schafft die Autorin Bilder, die sich dauerhaft in das Gedächtnis der LeserIn einprägen. Bilder von Anziehung und Abstoßung, Liebe und Hass.
Einmal mehr stellt Isabella Feimer mit ihrem neuen Roman unter Beweis, daß sie zu den interessantesten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur gehört.
Rezensionen von c.groeger:
Zeit etwas Sonderbares von Isabella Feimer
Ein nichtgelebtes Leben
Marias Leben ist von Zurückhaltung bestimmt. Ihr ganzes Leben lang hat sich die nunmehr beinahe fünfzigjährige zurückgenommen und ihre Wünsche und Sehnsüchte hintangestellt.
Sie pflegt den verhassten, jetzt bettlägerigen Stiefvater, dessen Übergriffen sie in ihrer Jugend ausgesetzt war und der die Familie tyrannisiert hatte und ergeht sich nur zeitweise in Gewaltfantasien ihm gegenüber.
Immer wieder steigen Erinnerungen in ihr hoch, die Kriegsjahre. Ihr Ehemann, ihre große Liebe, gefallen an der Front. Die Vergewaltigung, erlitten durch einen sowjetischen Soldaten, das hieraus empfangene Kind wurde ihr weggenommen. Die Entbehrungen der Nachkriegsjahre.
Als der Alte tot ist findet sie Unterschlupf bei ihrer Schwester. Die ?Friedaschwester?, von ihr noch vor den Soldaten versteckt, kurz bevor sie vergewaltigt wurde, behandelt sie kaum besser als eine Dienstmagd. Hinzu kommt die Eifersucht. Friedas Mann scheint bei Maria zu finden, was ihm bei seiner kalten zänkischen Ehefrau verwehrt bleibt.
In Briefen an ihre Schwester in Australien, kann sie von einem besseren glücklicherem Leben träumen. Auch an Juri Gagarin schreibt sie, er könnte vielleicht ihr Sohn sein. In jenen Momenten kann sie für einige Zeit der Realität entfliehen.
Jahre später, als sie bei ihrer, etwas verrückten Schwester, in der großen Stadt lebt, ohne Beine zwar, die ihr abgenommen werden mussten, Diabetes, empfindet sie vielleicht doch noch so etwas wie Glück.
Isabella Feimers Buch handelt von den letzten Lebensjahrzehnten einer Frau, deren Wünsche und Sehnsüchte Zeit ihres Lebens Schimäre blieben. Nie wäre sie auf den Gedanken gekommen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, ihre Ziele zu verfolgen. Das Leben wird gelebt, ertragen und hingenommen.
Einmal mehr beeindruckt mich Isabella Feimers poetische Sprachkunst. Ihr Verständnis von Sprache und dem, was Literatur im besten Falle zu leisten vermag, Realitäten zu schaffen, Welten zu erzeugen, ist in der Riege der jüngeren österreichischen AutorInnen ohne Beispiel.
Ein fantastisches, leider viel zu kurzes Werk.







