Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Mein Leben mit Hühnern von Arthur Parkinson
Liebenswertes Federvieh
Ist das schön, wie Arthur hier von seinem Leben und seinen Hühnern berichtet. Mir ging dabei wirklich das Herz auf, so wunderbar war es davon zu lesen. Dieses Buch ist jedoch weder eine reine Biografie noch ein Ratgeber im klassischen Sinne. Es ist ein vielmehr ein liebevoller Mix aus beiden und wirkt dadurch mehr wie ein persönliches Gespräch, das man mit einem Hühnerexperten führen darf.
Arthur Parkinson‘s Fokus hierbei natürlich auf seiner Hühnerschar. Und er gibt anhand seiner Erzählungen und Sachtexteinwürfen auch enorm viel Wissen in Form von praktischen Tipps und Informationen weiter. Er spricht zugleich aber auch über sich selbst, seine Erfahrungen, vom Landleben, seinem Verwandten, Kollegen und dem eigenen Werdegang. Er steuerte eigens angefertigte Illustrationen bei und auch das ein oder andere beeindruckende Foto befindet sich im Buch. Alles, ob Text, Bild oder Illustration sprüht nur so von Herzblut, zeigt wie liebenswert Hühner sind und reduziert sie nicht auf ihre Legefähigkeit oder sieht sie als emotionsloses Nutztier. Nein, hier sind sie Lebewesen, vielschichtig und toll. Und genau diese respektvolle Sichtweise beeindruckte mich sehr.
Rezensionen von evaki:
Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm
Wie mit Wut umgehen? Gut erklärt und gelöst auch für Erwachsene!
"Wenn liebe Waschbären Wütend sind" ist ein zauberhaft illustriertes Buch von Matthias Derenbach mit treffendem Text von Sandra Grimm. Eigentlich kann man sich nicht vorstellen, dass liebe Waschbären wütend werden, aber wie man liest, wenn es um Futter geht, kennen sie keinen Spaß! Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass einen die Wut packt.
Sehr schlau vom kleinen Waschbären, dass er dann seine Waldfreunde alle fragt, wie sie damit umgehen? Da sind dann viele Möglichkeiten dabei, um wieder runterzukommen. Das Ende ist ein weiser Rat, der nicht verwundert, weil's einfach menschelt. So bietet das Kinderbuch, gedacht ab 2 Jahren, auch den großen "Pappnasen" eine gute Lösung mit ihrer eigenen Wut umzugehen. Probiert's doch am besten gleich mal aus. Übrigens das griffige Bilderbuch mit dickerer Pappe, wird so manche Wutattacke gut aushalten.
Rezensionen von gerlisch:
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Gefährliche Prüfungen
Sophia de Winter ist durch einen Blutsbund an ihren Onkel den Sammler gebunden, der sie voll unter Kontrolle hat. Um auszubrechen muss sie unbedingt die Aufnahme an die altehrwürdige Killmarth Academy schaffen. Gefährliche Prüfungen warten auf sie, doch wer ist Freund und wer Feind?
Schon das Cover verspricht dunkle Geheimnisse und genau diese Stimmung zieht sich wie ein roter Faden durch die Story.
Als Auftakt einer Romantasy und Dark Academia Reihe hat das Buch definitiv meinen Geschmack getroffen.
Das alte Magiesystem mit seinen vier Säulen - Alchemie, Botanik, Maskiererei und Illusion - fand ich richtig spannend. Die magischen Fähigkeiten der Figuren sind kreativ ausgearbeitet und machen Lust auf mehr. Beim Worldbuilding hätte ich mir allerdings noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, gerade weil die Welt so viel Potenzial verspricht.
Über allem schwebt eine bedrohliche Macht, die die Spannung konstant hochhält. Besonders zum Ende hin gab es einige Überraschungen, die mich wieder richtig abgeholt haben.
Sophia ist mutig, empathisch und sofort greifbar. Alden Locke dagegen bleibt lange geheimnisvoll, was die Dynamik zwischen den beiden umso reizvoller macht. Die Romance ist schön beschrieben, und bei jedem Aufeinandertreffen war sofort ein Knistern spürbar.
Beim Schreibstil blieb das Buch für mich etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Ich hätte mir bildgewaltigere Szenen gewünscht; manchmal schweiften meine Gedanken beim Lesen ab.
Ein atmosphärischer Reihenauftakt mit starker Magie, tollen Charakteren und einer prickelnden Romance. Für die Fortsetzung verspreche ich mir viel Potenzial.
Rezensionen von begine:
Pina fällt aus von Vera Zischke
Hilfreiche Truppe
Vera Zischke schreibt mit einfühlsamer Sprache.
In dem Roman „Pina fällt aus“ ist Autismus das Thema. Das setzt sie perfekt durch.
Die jahrelange Überlastung einer alleinerziehenden Mutter ist gut dargestellt. Auch das sie ihre eigene Gesundheit hintenan stellt kann ich mir gut vorstellen.
Pina ist so eine Mutter, die Tabletten nimmt um nicht auszufallen.
Der zwanzigjährige Leo ist ein besonders schwerer Fall.
Wenn man bedenkt man kann sein Kind nicht einmal alleinlassen, um einkaufen zu gehen.
Als sie zusammenbricht, hat sie ihn bei ihrer sechsundachzigjährigen Nachbarin Inge vor dem Fernseher geparkt. Was für ein Alptraum, als Pina nicht zurückkehrt und Leo bei ihr randaliert.
Die anderen beiden Nachbarn sind auch nicht so einfach.
Allerdings wächst die sechzehnjährige Zola über sich hinaus.
Diese Haustruppe ist grandios, wäre gut, wenn das möglich wäre.
Der Roman war spannend und fesselnd.
Ich möchte das Buch wärmstens weiter empfehlen.
Rezensionen von Philiene :
Maikäferjahre von Sarah Höflich
Wunderschön
Als ich den Titel Maikäferjahre gelesen habe, musste ich sofort an das Kinderlied Maikäfer flieg denken und tatsächlich spielt dieses Lied auch eine kleine Rolle in dem Roman.
Das Buch spielt zwischen 1944 und 1947, also in den letzten Kriegsjahren und in der ersten Zeit danach. Es geht um die Zwillinge Anni und Tristan.
Sie erlebt die Zerstörung der Stadt Dresden und flieht mit dem vo. Ihrem Vater versteckten Juden Adam aus der Stadt. Er stürzt über Groß Britanien ab und lernt die Krankenschwester Rosalie kennen.
Der Roman erzählt sehr eindrucksvoll von Ausgrenzung und Vorurteilen. Von tief verwurzelter Ablehnung und der Hoffnung das es anders wird. So wird Adam auch nach Kriegsende nicht mit offenen Armen empfangen und der jahrelange Antisemitismus ist tief in den Menschen verwurzelt. Tristan muss sich in Groß Britannien mit vielen Anfeindungen abgeben. Er ist dort der Deutsche, der Nazie, der Kriegsverbrecher. Wobei ich das noch nachvollziehen kann. Für die Briten waren die Deutschen Feinde und haben viel Leid verursachte. Sicher wieviel Schuld Tristan auf sich geladen hat steht auf einem anderen Blatt und Maikäferjahre zeigt deutlich das man niemanden auf Grund seiner Herkunft verurteilen sollte.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Die Situation im Nachkriegseuropa war vor allem auf Annis und Adams Flucht sehr gut beschrieben. Das Verhalten der Menschen sehr authentisch dargestellt.
Die vier jungen Leute waren für mich sehr gute Beispiele für Menschen die damals gelebt haben. Adam der verfolgt wurde, Tristan der Bomberpilot, Rosalie die Krankenschwester und Annie die wenig Berührungen mit dem Krieg hatte. Für mich schon jetzt ein Highlight des Jahres.
Rezensionen von libraryoflaura:
Guilty Pleasure von Linda Schipp
Check-in im Hotel der Abgründe: Wo Fliegen keine Insekten, sondern Zeugen sind.
WORUM GEHT ES?
Stell dir ein Hotel vor, das so exklusiv ist, dass nicht mal die Gäste seinen Standort kennen.
Ein Ort, an dem du ALLES tun kannst, ohne Reue, ohne Zeugen.
Klingt das für dich nach dem ultimativen Luxus?
Der Haken ist allerdings winzig klein, summt und hat Facettenaugen.
Während du glaubst, deine dunkelsten Geheimnisse im Hotel Guilty Pleasure auszuleben, schaut die ganze Welt dabei zu.
Unfreiwillig werden die Protagonisten zu Hauptdarstellern in einer abartigen Reality-Show, die live gestreamt wird.
Plötzlich geht es nicht mehr um Vergnügen, sondern ums nackte Überleben vor den Augen von Millionen Voyeuren.
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Bildgewaltiger Sog: Linda hat einen Schreibstil, der so lebendig ist, dass ich das Setting und die beklemmende Atmosphäre physisch spüren konnte. Gänsehaut pur auf jeder Seite!
- Cliffhanger-Garantie: Die kurzen Kapitel aus fünf verschiedenen Perspektiven enden fast jedes Mal mit einem fiesen Cliffhanger. Das erzeugt einen unfassbaren Sog, der mich gezwungen hat, immer weiterzulesen. Schlaf wird hier definitiv überbewertet!
- Hörbuch-Highlight: Ein riesiges Lob an die Sprecher Vincent Fallow und Louis Friedemann Thiele. Zusammen mit Franziska Trunte, die so viel Emotion reinlegt, wird es fast zum Hörspiel. Dass Linda selbst einen Part liest, macht das Ganze unglaublich authentisch.
- Erschreckende Brisanz: Die Thematik rund um die gestreamten Abgründe hat mich total an die Epstein-Akten erinnert. Es ist so krass realitätsnah und zeigt uns die hässliche Fratze einer Gesellschaft, die für den nächsten Dopamin-Kick im Netz über Leichen geht.
- Spiegelbild der Gesellschaft: Man fühlt sich beim Lesen selbst wie ein Voyeur, der eigentlich wegsehen müsste, aber vor lauter Faszination einfach nicht kann. Diese Auseinandersetzung mit den Grenzen der Unterhaltung fand ich extrem wichtig und mutig!
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Diskrepanz zwischen Erwartung und Inhalt: Durch den Klappentext hatte ich die Vorstellung, dass alle fünf Perspektiven Sünder sind, deren dunkle Geheimnisse im Hotel vor laufender Kamera gnadenlos aufgedeckt werden. Da sich die Handlung aber auf eine ganz andere, zentrale Storyline konzentriert, wurde dieser "Sünden-Fokus" für mich nicht voll ausgeschöpft. Auch wenn die tatsächliche Entwicklung der Rollen absolut spannend war, wich sie doch von dem ab, was ich im Vorfeld erwartet hatte.
FAZIT:
Eine absolute Empfehlung für alle Fans von fesselnden Thrillern, die vor fiesen Cliffhangern und moralischen Abgründen nicht zurückschrecken.
Wer bereit ist, für eine spannende Story die Augenringe am nächsten Morgen mit Extra-Concealer zu kaschieren, sollte dieses Hotel unbedingt besuchen!
Rezensionen von yellowdog:
Unter Wasser von Tara Menon
Schwimmen mit den Mantas
Dieser geschickte und atmosphärische Roman handelt von Freundschaft und Verlust sowie einer paradiesischen Kindheit in Thailand.
Hier erleben Marissa und Arielle schon als Kinder eine tiefe Verbundenheit und die Faszination des Aufwachsens in Thailand, mit einer aufregenden Unterwasserwelt, die Marissa Vater als Meeresbiologe erforscht.
Eines Tages wütet aber ein Tsunami.
Es gibt aber auch einen zeitlich versetzten Handlungsstrang mit Marissa als junge Erwachsene in New York. Die Verluste bestimmen ihre Stimmungslage.
Es ist auch ein Buch über Trauer. Marissa, die als Kind den Tod der Mutter kaum betrauern konnte, kann das Fehlen von ihrer Freundin nicht überwinden. Oft spricht sie mit ihr, als wäre sie noch da,
Die Autorin hat einen interessanten Lebenslauf, dazu gehörten auch 10 Jahre in New York. Ihre Schilderungen der Schauplätze haben für mich eine hohe Qualität.
Das ist schon ein mehr als lesenswerter Roman. Gerne mehr davon!
Rezensionen von readpassion9:
Rätsel von Mick Saunter
das Spiel
Vor über fünf Jahren verschwand Esther von Dasser unter ungeklärten Umständen. Ihre Freundin, die Journalistin Marie Bakker hat nie aufgegeben Esther zu finden, obwohl sie offiziell als tot erklärt wurde. Doch dann verbreitet sich die Nachricht, dass Esther aufgetaucht ist. Was ist mit ihr geschehen, wo war sie all die Jahre?
Maries Kollege stirbt unter tragischen Umständen, doch bald ist klar, dass er ermordet wurde.
Von einem Unbekannten, der Marie unter Druck setzt: sie muss umgehend zu Esther um ihr eine Nachricht zu überbringen, sonst wird es weitere Morde geben.
Was für ein spannender Thriller! Das Tempo ist hoch, es gibt mehrere Twists und ständig neue Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Esther hat ein dunkles Geheimnis, doch wie hängt das mit dem zusammen, was ihr widerfahren ist? Ein mysteriöser Mr. Winterbottom leitet ein perverses Spiel, in dem Esther und Marie die Spielfiguren sind.
Der Thriller lässt sich super flüssig lesen und hat mich gut unterhalten. Der Plot ist undurchsichtig, wirkt aber etwas konstruiert.
Fazit: Spannender Thriller mit jeder Menge Überraschungen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Der Kampf in den Köpfen von Nina Kolleck
Über die negativen Seiten von Social Media
Dieses Buch entspricht inhaltlich genau dem, als was es angekündigt wird: es geht um die Schattenseiten des Internets und sozialer Medien, speziell für Kinder und Jugendliche. Dabei werden neue Medien genau unter dieser Linse betrachtet: als große Gefahr und als etwas, wovor unsere Kinder und Jugendlichen tendenziell eher geschützt werden müssen.
Das ist eine mögliche Betrachtungsweise, wenn auch eine etwas einseitige. Natürlich gibt es viele Belege für das, was die Autorin anführt, die würden sich aber für Vorteile neuer Medien auch finden lassen, es hängt immer davon ab, wo man wie hinschaut und was man wie auswählt aus der Vielfalt an Quellen und Studien.
Als Digital Native, die das Internet liebt und seit langem auch viele positive Aspekte davon erlebt, hätte ich der Autorin an manchen Stellen gerne widersprochen bzw. ihre Sichtweise um die vielen Bereicherungen ergänzt, die das Internet und Social Media bieten, auch für junge Menschen. Das hätte für mich ein vollständigeres Bild ergeben, auch wenn es dann insgesamt vielleicht ein weniger zugespitztes und polarisierendes Buch geworden wäre, dass sich nicht mit so einem Aufmerksamkeit erregenden Titel vermarkten lässt. Auch hat mich persönlich etwas gestört, dass die Autorin politisch eine klare Haltung hat, die im Buch immer wieder durchkommt und so wirkt, als ob sie die einzig wahre und gute sei, in die sich unbedingt die gesamte Gesellschaft entwickeln solle. Auch diese Themen kann man auch anders sehen.
Insgesamt ist es ein interessantes Buch zu einem aktuellen Thema, das dieses aber klar mit Fokus auf das Negative beleuchtet. Ich habe es als Hörbuch des Argon-Verlages gehört, dabei hatte ich den Eindruck, dass die Sprecherin gut zum Buch passt.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Lebensnah und sensibel erzählt
Die schwedische Autorin Lisa Ridzén wurde durch die Pflegetagebücher der Betreuer ihres Großvaters, die diese der Familie überlassen haben, zum Schreiben dieses wunderbaren Romans inspiriert. Ihr sensationelles Debüt erhielt zahlreiche Preise (u.a. Best Book of the Year und Swedish Bookseller Award) und wird in 38 Ländern veröffentlicht.
Der Ich-Erzähler Bo ist 89 Jahre alt und lebt nach dem Umzug seiner demenzkranken Ehefrau Fredrika in ein Pflegeheim allein mit seinem Hund Sixten. Er hat gesundheitliche Probleme, das Gehen bereitet ihm Mühe, und er ist auf Unterstützung angewiesen. Mehrmals täglich kommen abwechselnd Ingrid und andere Mitarbeiter eines Pflegedienstes zu ihm. Sie helfen ihm bei der Körperpflege, halten sein Haus sauber, bereiten seine Mahlzeiten zu und reichen ihm die nötigen Medikamente, manche machen kleine Spaziergänge mit Sixten. Auch sein Sohn Hans kümmert sich regelmäßig um den Vater und sorgt dafür, dass sein Kühlschrank immer gut gefüllt ist. Bos Welt ist klein geworden, und er freut sich immer auf die Telefonate mit seinem alten Freund Ture.
Nachdem Bo auf einem Waldspaziergang mit Sixten gestürzt ist und erst Stunden später desorientiert vom Pflegedienst aufgefunden wird, kommt es zu einer Konfliktsituation mit Hans, der sich um seinen Vater sorgt und erkennt, dass Bo nicht mehr in der Lage ist, sich ausreichend um seinen Hund zu kümmern.
Das Buch ist in ganz wunderbarer Sprache, teilweise auch mit feinem Humor, geschrieben und liest sich sehr flüssig. Der Autorin ist es gelungen, die sympathischen Figuren mit sehr viel Liebe und Empathie zu zeichnen. Wir begleiten Bo über einen Zeitraum von fünf Monaten und blicken dabei tief in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Wir sehen seinen immer beschwerlicher werdenden Alltag und die zunehmende Gebrechlichkeit, und wir erleben seine Trauer, seine Scham und seine Wut. Er ist davon überzeugt, fit genug zu sein, um für Sixten zu sorgen, doch die in die einzelnen Kapitel eingefügten Protokolle des Pflegedienstes sprechen eine andere Sprache. Sein Verhältnis zu Hans ist schwierig, beide haben nie gelernt, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Bos Tage sind lang, er macht sich viele Gedanken und lässt sein langes Leben Revue passieren. Er erinnert sich an das Aufwachsen in dem Haus, in dem er mit seiner liebevollen Mutter und dem unberechenbaren Vater lebte. Auch sein eigenes Familienleben ist Teil seiner Gedanken, er vermisst seine Frau Fredrika, mit der er über 60 Jahre zusammen war und die ihn schon so lange nicht mehr erkennt. Er denkt an seinen Sohn Hans, seine Enkelin Ellinor und an seine lange Freundschaft mit Ture.
Der Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt und tief berührt. Ich habe den einsamen Bo, der darunter leidet, immer mehr seine Selbständigkeit zu verlieren, sehr schnell in mein Herz geschlossen. Seinen Kummer und Zorn über Hans' Entscheidung, Sixten wegzugeben, konnte ich sehr gut nachvollziehen und habe mit ihm gelitten. Auf der anderen Seite hatte ich aber auch Verständnis für Hans, der sich um seinen Vater sorgt und ihn wegen der Sturzgefahr davon abzubringen versucht, in den Wald zu gehen.
Lisa Ridzén hat mit "Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" ein ganz wunderbares Buch nicht nur über das Altwerden und die damit verbundene Hilflosigkeit, sondern auch über Einsamkeit, Abschiede und das Schweigen in der Familie geschrieben und kommt dabei vollkommen ohne Sentimentalität und Kitsch aus. Die Geschichte ist realistisch und geht unter die Haut, sie macht nachdenklich und zeigt einmal mehr auf, wie wichtig es ist, den Menschen, die uns nahe stehen, zu sagen, dass wir sie lieben, ehe es zu spät ist.
Absolute Leseempfehlung für dieses großartige Buch, zu dem das renommierte US-Magazin The New Yorker anmerkt: "Eines dieser Bücher, die dich zum Lachen und Weinen bringen und die du am liebsten allen schenken würdest, die du liebst"!











