Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Shilo:
Die Frauen von Helgoland. Sturmflüsterin von Thesche Wulff
Ein Familienroman voller Tiefe
Drei Frauen auf Helgoland suchen nach Antworten auf lange verdrängte Familiengeheimnisse. Doro hofft auf Klarheit, ihre Großmutter Elsie kämpft mit Erinnerungen, die plötzlich wieder auftauchen, und die Mutter möchte am liebsten Abstand halten. Schon früh wird deutlich, dass die Vergangenheit in dieser Familie noch immer Einfluss auf die Gegenwart hat.
Dieser zweite Band der Nordsee-Dilogie führt die Geschichte der ersten Familienbande weiter und vertieft die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Im weiteren Verlauf rückt Doros Suche nach Wahrheit stärker in den Mittelpunkt. Als Matthes plötzlich verschwindet, bleiben viele Fragen offen. Sein Weggang verstärkt das Gefühl, dass noch Wichtiges im Verborgenen liegt. Gleichzeitig tauchen bei Elsie Erinnerungen auf, die lange verdrängt waren. Träume und beiläufige Bemerkungen geben Hinweise auf frühere Ereignisse. Die Reise nach Sylt bringt neue Bewegung und zeigt, wie eng die Schicksale der beiden Familien miteinander verbunden sind. Vergangenes Leid und alte Fehler werden spürbar, ohne dass alles benannt wird.
Dadurch bleibt alles glaubwürdig und lebendig. Die Figuren und ihre Erlebnisse wirken nah und echt. Die raue Schönheit der Nordsee kommt deutlich zum Ausdruck, und die Handlung geht unter die Haut. Es ist eine Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.
Mein persönliches Fazit:
5 Sterne für eine berührende Familiengeschichte über Zusammenhalt, Mut und die Kraft, sich alten Verletzungen zu stellen. Besonders empfehlenswert für alle, die Familiengeschichten mögen und Geschichten schätzen, in denen Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind.
Rezensionen von Claudia H.:
Ein ganz (un)gewöhnliches Geheimnis von Jess Lea
Charmanter queerer Cosy-Crime
Worum es geht:
Margaret und Bess machen Urlaub in Tasmanien. Ganz in der Nähe ist Vivienne, eine Bekannte von Margaret, gestrandet und bitte sie um Hilfe. Vivienne lebt derzeit bei ihrer Großmutter, die sehr viele Antiquitäten hat. Außerdem geschehen merkwürdige Dinge in dem alten Crossroads House.
Margaret und Bess wittern ein Abenteuer, was sie sich nicht entgehen lassen wollen. Dort angekommen, bemerken die Beiden recht schnell, dass hier komische Dinge vor sich gehen. Und dann passiert auch noch ein Unglück.
Mein Fazit:
Ich kenne Margaret und Bess, dieses liebenswürdige und sehr ungleiche Paar schon aus dem Roman „Ein ganz (un)gewöhnlicher Todesfall“, der jedoch nicht unbedingt vor diesem Roman gelesen werden muss. Margaret ist eine Eiskönigin mit sehr direkten und spitzen Kommentaren, die mich auch dieses Mal wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Dagegen ist Bess eine ganz liebevolle Person und es war sehr schön zu lesen, wie sehr die Beiden sich lieben und schätzen. Der Krimi baut sich hier ganz seicht auf und ist stellenweise auch ganz spannend, wenn für mich auch ein wenig vorhersehbar, was mich allerdings nicht gestört hat. Ich fand den Roman sehr charmant und hätte liebend gerne noch mehr von den Beiden gelesen. Ich hoffe sehr auf einen weiteren Teil.
Von mir gibt eine klare Leseempfehlung und ich vergebe sehr gerne sehr gute 4 Sterne. Bitte mehr davon.
Rezensionen von DoraLupin:
Mortimers Geheimnis. Ein Kater, zwei Detektive und die Magie des Lesens von Rebecca Stead; Wendy Mass
Sehr schöne Geschichte
Eines Morgens taucht ein Schränkchen mit gebrauchten Büchern vor Evans Schule auf – eine kleine Freiluftbibliothek! Bewacht wird sie von einem freundlichen, rot getigerten Kater namens Mortimer. Evan nimmt zwei Bücher mit nach Hause und findet alte Ausleihscheine darin. Gab es früher etwa eine richtige Bibliothek in der Stadt? Warum ist sie nicht mehr da? Evans Vater weicht seinen Fragen aus und auch die anderen Erwachsenen scheinen etwas zu verbergen.
Zusammen mit seinem besten Freund Rafi begibt sich Evan auf die Spur der verschwundenen Bibliothek. Dabei kreuzt der geheimnisvolle Kater immer wieder den Weg der beiden. Mortimer scheint auf ganz besondere Weise mit der Geschichte der Bibliothek verbunden zu sein. Was Evan schließlich herausfindet, stellt nicht nur sein eigenes Leben auf den Kopf, es bringt auch eine Wahrheit ans Licht, die ihre Stadt für immer verändern wird.
Ich habe ein wenig gebraucht um ganz in die Handlung eintauchen zu können, denn das Buch ist nicht ganz leicht geschrieben. Es gibt immer wieder Perspektivenwechsel die die Geschichte zwar abwechslungsreich machen aber am Anfang auch ein wenig sprunghaft macht und man daher etwas länger braucht um ganz in die Geschichte eintauchen zu können. Wenn man aber einmal darüber hinaus ist, erwartet einen eine unglaublich schöne Geschichte, die das Herz erwärmt und die sich super lesen lässt. Schon alleine der Kater ist einfach so cool und das die Geschichte sich um Bücher dreht ist natürlich ein extra Bonus.
Nachdem man den Einstieg geschafft hat, wartet auf Kinder und Junggebliebene eine ganz zauberhafte Geschichte, die nur zu empfehlen ist.
Rezensionen von tinten_fischchen:
Gamechanger Abnehmspritze von Gerald Jahl; Herbert Hirschler
Auch für Leute die noch nicht betroffen sind erhellend
Die Abnehmspritze ist in alle Munde. Ständig ließt man über sie, erfährt welcher Star dank ihrer Hilfe abgenommen hat. Und auch die Nebenwirkungen sind medial überrepräsentiert.
„Gamechanger Abnehmspritze“ ermöglicht einen fundierten Überblick zum Thema, wenn man mehr als nur Schlagzeilen wissen möchte.
Dazu wird auch viel auf die Themen Übergewicht und Abnehmen eingegangen. Sehr hilfreich auch für Leute die nicht adipös sind. Der Autor schafft es, das teils doch recht trockene Thema spannend zu erklären.
Faszinierend fand ich die Einblicke in die moderne Medizin. Was allein in der Diagnostik heute schon alles möglich ist. Oder möglich wäre. Der Autor macht keinen Hehl daraus, das eine gute Diagnostik teuer ist. Und wer sich das nicht leisten kann oder will durch die Finger schaut. Ufff. Als Leser merkt man schnell, dass die oft gescholtene Zwei-Klassen Medizin noch viel schlimmer ist als gedacht. Und das man vieles am Gesundheitssystem hinterfragen kann.
Ab und an liest sich das Buch wie Werbung für die Abnehmspritze. Man darf natürlich nicht vergessen dass Dr.Dr. Jahl damit gutes Geld verdient. Daher ist es nicht verwunderlich, das sich der Teil über die Nebenwirkungen fast wie ein Werbetext liest.
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das Buch den Leser auch die Wichtigkeit eines gesundes Gewichts und Körpers vor Augen führt. Und das die Arbeit von DDr. Jahl wichtig ist.
Dazu passte der Weg von Herbert Hirschler, der es schaffte durch die Gewichtsreduktion chronische Erkrankungen abzuschwächen und teils sogar los zu werden. Sehr schön ist auch, dass der Autor immer wieder zeigt, dass man sich nicht nur auf die Spritze verlassen darf und dass das Abnehmen ganzheitlich betrachtet werden muss.
Rezensionen von DoraLupin:
Die Liebe, später von Gisa Klönne
Etwas sprunghafte Geschichte
Seit über zwanzig Jahren sind Kora und Anselm glücklich verheiratet: sie, die erfolgreiche Journalistin, er, der Biologe, der Woche für Woche in die Hauptstadt pendelt. Doch nach einer Herz-OP findet Kora nicht mehr zurück in ihr Leben. Ihr Beruf, ihr Alltag, ihre Ehe – alles steht plötzlich infrage.
Anselm wiederum hat die Rente eingereicht. Er will die verbleibende Zeit mit Kora genießen und einen alten Traum umsetzen: einen Libellenteich im Garten. Der sorgfältig zwischen Nähe und Distanz austarierte Alltag gerät aus dem Takt. Kora flüchtet – und begibt sich auf eine Reise zu Menschen und Orten, die sie als junge Frau geprägt haben. Wer ist sie einmal gewesen? Was hält das Leben noch für sie bereit? Und kann sie wieder mit Anselm glücklich sein?
In die Geschichte bin ich etwas schwer reingekommen, man wird quasi so mitten in das Leben von Kora geworfen und ist plötzlich als Leser mit dabei. Die Geschichte ist ausserdem ein wenig sprunghaft, mal wird von der OP erzählt, man ist Kora in Berlin unterwegs, dann wieder widmet sie sich einer verschwundenen Person. Da braucht man erst einmal etwas Zeit um wirklich anzukommen.
Die Handlung an sich ist teilweise wirklich interessant und toll geschrieben, dann aber wieder ziemlich banal und langatmig. Etwas gestört hat mich am Ende auch, dass gar kein Ergebnis zu der verschwundenen Person herauskommt, denn das hätte mich wirklich interessiert.
An die Charaktere bin ich stellenweise sehr gut herangekommen und konnte ihre Gefühle nachempfinden, teilweise haben sie aber auch sehr konfus reagiert.
Die Sprecherin hat das Hörbuch sehr schön vorgelesen, die Stimme hat gut zur Geschichte und zu Kora gepasst. Ich habe der Sprecherin wirklich gerne zugehört.
DIe Geschichte lässt mich etwas zwiegespalten zurück, es gab richtig gute Passagen darin, aber auch solche die für mich nicht gepasst haben. Die Geschichte bekommt deshalb 3-3,5 Sterne, aber da ich die Sprecherin sehr mochte, runde ich auf den Portalen auf 4 Sterne auf.
Rezensionen von tinten_fischchen:
Schleifen von Elias Hirschl
Kafka im Kreisverkehr
Eine kurze Liste der Dinge die ich während des Lesens über den Autor und das Buch recherchiert habe:
Punkt 1: Elias Hirschl ist ein ehemaliger Mathematik-Student
Punkt 2: Elias Hirschl hat Philosophie studiert. Eventuell im Wien. Das würde das Vorkommen des Wiener Kreises im Buch erklären
Punkt 3: Das Buch entstand aus einer Fülle an Kurzgeschichten die erst später mit einer Rahmenhandlung verknüpft wurden
„Schleifen“ liest sich so, wie es die oben genannten Punkten vermuten lassen würden.
Das Buch ist speziell, im besten Sinne. Absurd, kreativ, humorvoll aber auch voll brutaler, roher Schönheit. Ein wilder mix aus Sprachtheorie, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Kunst. Ein wenig Mathematik ist auch dabei. Selbstreflexiv. Teilweise auch kindisch, fast schon dumm. Einmal Lesen reicht vermutlich nicht, um alle Feinheiten entdecken zu können. Reale Figuren werden mit fiktiven vermischt. Biblische Geschichten neu gedeutet. Raum und Zeit neu vermessen.
Kein einfaches Buch für nebenbei. Aber ein Buch, das Spaß macht, wenn man sich darauf und die verrückten Ideen, die darin durchgekaut werden, einlassen kann. Ich habe es geliebt, weiß aber, dass das Buch alles andere als Mainstream ist.
Rezensionen von tinten_fischchen:
Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider
Zwischen Poesie und Schrecken
Bei der letzten Seite hatte ich Gänsehaut. Wahnsinn, was für ein Ende. Was für ein Buch.
Obwohl der Stil und Aufbau relativ einfach ist, ist die Leseerfahrung dem Thema entsprechend alles andere als einfach.
In etwas mehr als 200 Seiten wird eindrücklich geschildert wie der Alltag mehr und mehr verschwindet.
Immer wieder neue Verbote, Ausgangssperren aber auch Gehirnwäsche. Nicht nur der Alltag sondern auch Familie und Freunde verändern sich im Laufe der Zeit. Verschwinden.
Umso schwieriger ist es das alles aus Sicht eines Heranwachsenden zu erleben. Noah, der immer noch sehr naiv ist und sich wieder und wieder vorstellt, das alles wieder gut und normal wird. Ganz nebenbei erfährt man vieles über Tauben und ihre Zucht.
„Die Tauben sind mir wie immer ein Trost. Ohne sie, denke ich, wäre ich verloren. Sie sind das einzige Beständige in einer Welt, die sich um mich herum gerade so rasant wandelt.“ lässt Abbas Khider Noah einmal erklären. Besser kann man es gar nicht beschreiben.
Ein kurzes, bedrückendes Buch mit Nachhall.
Rezensionen von Odina:
Das Signal von Ursula Poznanski
Misstrauen und Isolation
Der Thriller „Das Signal" wurde von Ursula Poznanski verfasst und erschien am 2. Februar 2026 im Droemer Knaur Verlag. Das Buch umfasst 400 Seiten und das Cover ist ein absoluter Blickfang, der sofort ins Auge fällt und neugierig auf den Inhalt macht. In der Geschichte geht es um Viola Decker, die nach einem Unfall und dem Verlust eines Beins im eigenen Haus gefangen ist.
Sie fühlt sich von ihrem Mann und der Pflegerin zunehmend isoliert und überwacht. Als Gegenstände verschwinden, beginnt Viola, alles und schließlich auch Adam zu überwachen und entdeckt beunruhigende Geheimnisse. Der Schreibstil ist so flüssig und spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge gehalten. Die Spannung bleibt durch unerwartete Wendungen und überraschende Entwicklungen konstant hoch. Die Figuren wirken authentisch und glaubwürdig, da sie klar gezeichnet und nachvollziehbar beschrieben werden. Vor allem Viola beeindruckt als starke und facettenreiche Hauptfigur. Insgesamt ist das Buch ein sehr guter Psychothriller für alle, die nervenaufreibende Spannung lieben.
Rezensionen von bine525:
Wellengrab von Stefan Ahnhem
Fetter Schmöker für spannungsgeladene Lesestunden
Mein erster Gedanke, als dieses Buch auf dem Postweg bei mir ankam, war: Was für ein fetter Schmöker! Schon lange habe ich kein so dominantes und wuchtiges Buch mehr in den Händen gehalten, und die momentan dunkle Jahreszeit mit verhältnismässig viel Lese-Freizeit ist dafür ideal.
Und noch etwas ist mir direkt nach dem Auspacken aufgefallen: Es riecht leider sehr streng und chemisch unangenehm, was vermutlich am Buchdruck liegt.
In den vier Tagen, in denen ich das Buch durchgeschmökert habe, hat sich das leider nur minimal gebessert. Bei jedem umblättern empfing mich wieder dieser grässliche Chemiegeruch. Das Cover hingegen ist farblich ansprechend gestaltet. Allerdings weiss ich nicht, weshalb der Titel „Wellengrab“ gewählt wurde, denn für mich hat er keinen klaren Bezug zur Geschichte. Entweder wurde der Titel aus dem Original einfach falsch übersetzt oder ich kapiere es einfach nicht.
Bereits vor längerer Zeit hatte ich einen weiteren Band dieser Serie gelesen, wobei ich mich nicht mehr wirklich an den Inhalt erinnern kann. Meinem Lesefluss hat dieses fehlende Vorwissen jedoch keineswegs geschadet, denn das Buch lässt sich problemlos auch als Einzelband lesen.
In dieser Folge geht es um einen mysteriösen Stromausfall – und natürlich um Mord, wie es sich für einen Kriminalfall gehört. Es macht grossen Spass, Fabian Risk und seiner neuen Kollegin Linn beim Ermitteln quasi über die Schulter zu schauen und dem rätselhaften Fall Schritt für Schritt auf die Spur zu kommen. Das Thema entführte Kinder als Druckmittel geht mir als Mutter besonders nahe. Teilweise empfand ich das Buch als so grausam, dass es für mich eher einem Thriller als einem klassischen Krimi gleicht.
Trotz aller Grausamkeit herrscht jedoch eine durchgehende Hochspannung, weshalb ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und es in rasender Geschwindigkeit zu Ende gelesen habe. Ein weiterer Pluspunkt sind die recht kurzen Kapitel, die immer wieder dazu verleiten, nur noch ein Kapitel weiterlesen zu wollen – wobei es natürlich nie dabei bleibt.
Ausserdem ist das Buch sehr zeitgemäss, da Themen unserer aktuellen, alles andere als leichten Zeit aufgegriffen werden, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Gstettner:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Ein Leseerlebnis
Norbert Gstreins Buch ist ein Leseerlebnis. Es umspannt die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit 2 Weltkriegen und wird aus dem Blickwinkel eines Mannes erzählt, dem in seiner Jugend vom Vater eine Verletzung am Bein zugefügt wird, damit er kriegsuntauglich ist. So nimmt er an keinem der Weltkriege teil.
Aus dieser Außenseiterposition entwickelt sich ein spannender innerer Prozess, der ihn duch Phasen der Beschönigung, Romantisierung, Distanzierung und der abstrakten Beschäftigung mit dem ersten Weltkrieg führt. Dem allen setzt er nichts entgegen und erkennt erst spät , dass er dadurch Schuld auf sich lädt.
Am Ende seines Lebens kann er die obsessive Beschäftigung mit dem Krieg aufgeben, indem er die Frau, die er liebt durch einen tiefen Trauerprozess begleitet.
Norbert Gstrein hat sich wieder als exzellenter und kluger Erzähler erwiesen.











