Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Denise Scheck:
Eine von uns von Amelie Fried
Ein Buch wie ein Autounfall
Früher habe ich Amelie Fried sehr gerne gelesen; das ist tatsächlich Jahrzehnte her. Der Klappentext dieses Buches hat mich angesprochen, deshalb habe ich es mir gekauft. Es ist allerdings ein Buch wie ein Autounfall: ein Haufen Schrott, einfach furchtbar, aber man kann nicht wegschauen (in diesem Fall: nicht aufhören zu lesen).
Das Buch strotzt nur so vor Klischees ("Armut stinkt", um jetzt nur EIN Beispiel zu nennen), eine (unglaubwürdige) Katastrophe jagt die nächste, und was an diesem Machwerk humorvoll sein soll, hat sich mir nicht erschlossen.
Wer dieses Buch trotzdem lesen will, dem rate ich, es sich irgendwo auszuleihen. Es ist keinen Cent wert.
Rezensionen von Gute_Laune:
Pause von Lena Kupke
Nach einer kurzen Pause geht es weiter
Nach einer heftigen Panikattacke kommt die 36jährige Hanna erst einmal bei ihren Eltern unter, weil weder ihr Freund noch jemand anderes sie in Lüneburg abholen und nach Berlin zurückbringen kann. Sich wieder wie ein Kind zu fühlen, würde ihr gut tun, doch wie ein Kind behandelt zu werden, weniger.
Ganz langsam realisiert Hanna, dass ihr gar nichts anderes übrig bleibt und vielleicht ist das ja genau das, was sie jetzt braucht?
Hannas Panikattacken kommen nicht aus heiterem Himmel. Das weiß sie auch, aber sie mag und kann sich nicht mit dem wahren Grund auseinandersetzen. Als sie in ihrem alten Kinderzimmer, das jetzt ihrem Vater als Büro dient, strandet, geraten die Dinge ganz langsam in Bewegung. Lena Kupke hat genial geschildert, wie man selbst mit 36 Jahren plötzlich wieder zum Teenager wird, weil man wieder bei den Eltern lebt. Sie hat in diesem Buch erstaunlich klar eingefangen, wie es Hanna geht, woher ihr Verhalten kommt, wie schwer das alles ist. Einen echten Neuanfang kann man manchmal nur dann schaffen, wenn man regelrecht darauf gestoßen wird. Ob er klappen wird, erfahren wir vielleicht in einem weiteren Buch? Ich fände es sehr schön!
Dies ist kein Liebesroman, obwohl er sehr viel mit Liebe zu tun hat. Doch geht es hier um andere Arten von Liebe viel stärker, als um die Liebe zweier Partner, auch wenn diese mehrfach thematisiert wird. Da ist die Liebe zwischen Lena und ihrem Freund die Liebe zwischen ihren Eltern, die Liebe der Eltern zu ihren Kindern, die Liebe von Hannas Schwester Sara zu ihrer Lebensgefährtin und die Liebe von Menschen, denen man wichtig ist. Es geht hier aber auch um Selbstbewusstsein, um Ehrlichkeit, um familiäre Verbindungen und um das Loslassen. Dennoch ist das Buch nicht schwermütig, sondern mit super viel Humor und Wortwitz gefüllt. So entsteht Mut und Stärke, die man beide als Leser oder Hörer spüren kann.
Pausen sind wichtig, oft schwer einzulegen, zumal das Leben rings um einen herum eben niemals pausiert. Doch genau da liegt auch der Kern. Eine Pause legt man zwischendurch ein, vorher und hinterher geht es wieder weiter. Und das ist es, was Hanna in ihrer Pause im Elternhaus herausfinden muss. Tolle Lektüre, tiefgründig und doch aufbauend. Ich gebe fünf Sterne!
Rezensionen von Katrin:
Bachelorette Party von Camilla Sten
Die letzte Bachelorette Party
Das Cover ist total cool und sehr gelungen, wenn man erst die Geschichte gelesen hat. Das Buch verspricht von außen sehr viel Thrill.
Story:
Tessa ist am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen. Ihr True-Crime-Podcast wurde abgesetzt. Sie wohnt in einer Wohnung, die sie sich eigentlich nicht leisten kann, trinkt gerne auch mal zu viel und ist seit Wochen ein Wrack.
Doch da ist dann dieses Bachlorettewochenende geplant. Sie und 5 Freundinnen, ein Retreat mit Yoga, gutem Essen, jede Menge Alkohol und Party auf einer kleinen Schäreninsel mitten im Nichts.
Das sie darauf keinen Bock hat ist verständlich. Dennoch ist die Insel zu verlockend, denn vor 10 Jahren verschwanden dort im Umkreis 4 Frauen spurlos. Die Medien sagen sie seien betrunken im Meer ertrunken, doch Tessa ist skeptisch. Hat die Insel etwas damit zu tun, muss sie dorthin. Sie hat ein Gespür aus Leuten das gewisse Etwas heraus zu kitzeln und eine sehr gute Beobachtungsgabe. Die Insel und die Story dahinter, falls sie etwas findet, könnten ihre Rettung sein.
Also los auf die Insel. Ihre Freundin Anneliese heiratet schließlich nur einmal und es wird viel gelacht, getrunken und natürlich gefeiert. Nach einem ausgelassenen Abend dann der Schock beim Yoga auf der Terrasse sahen die jungen Frauen, dass das kleine Boot mitten am Meer herumtreibt. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt war Weg, denn auch die Handys mussten sie wegen Detoxing abgeben. Die Betreiberin des Retreats beruhigt alle, doch Tessa, die vorher schon ein ungutes Gefühl hatte wird beinahe panisch. Dann verschwindet plötzlich eine andere Freundin. Sie finden zwar eine Nachricht, aber irgendwas daran ist verdächtig...
Fazit:
Leider kann ich nur 3 Sterne vergeben, was eher mittelmäßig ist. Das es so gehypt wurde (Instagram) kann ich nicht nachvollziehen. Auch die Plot-Twiste waren sehr flach und ich hatte ständig das Gefühl die Geschichte bereits zu kennen.
Der Schreibstil war gut, es baute sich auch immer wieder Spannung auf, nur diese war oft nur von kurzer Dauer. Hat mich leider nicht überzeugt.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Wolfgang Pfleger:
Die Namen von Florence Knapp
Drei Namen, drei Geschichten - so what?
Drei Namen für ein neugeborenes Kind, drei Lebensgeschichten, die sich bei der Taufe entscheiden: 1. Bei "Bear" (Idee der Schwester) wird der Nachbar durch den gewalttätigen Vater ermordet, er geht ins Gefängnis, die traumatisierte Ehefrau ist alleinerziehende Mutter. 2. Bei "Julian" (Idee der Ehefrau) wird sie selbst vom Vater ermordet, er geht ins Gefängnis, die Mutter der Mutter zieht die Kinder auf.
3. Bei "Gordon" (Vorgabe des Vaters) wachsen die Kinder im Haus des gewalttätigen Ehemanns, der gepeinigten und geprügelten Gattin auf. Jö schau, habe ich mir gedacht, was für ein interessanter Plot. Leider wurde ich enttäuscht, habe ich doch daraus resultierende subtil und stringent ausgearbeitete, psychologisch fundierte Lebensverläufe erwartet. Leider haben die in Siebenjahres-Schritten erzählten Episoden meine Erwartungen keineswegs erfüllt und ich habe nach und nach das Interesse am Buch verloren. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, auf eines der drei Szenarien zu verzichten und in den verbleibenden eine größere Tiefe zu erreichen.
Kein schlechtes Buch, aber da wäre mehr gegangen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger:
Die Namen von Florence Knapp
Im Regen stehen gelassen
Können unterschiedliche Namen, die ein Neugeborenes bekommt, aus diversen Gründen verschiedene Lebensverläufe "provozieren"? Diese Frage tat sich mir nach dem Lesen des Titels und des Klappentextes auf. Diese Vorstellung machte mich neugierig - welche Idee hatte die Autorin dazu? Ausgangspunkt: eine Familie mit einem Neugeborenen und einem höchst gewaltbereiten Ehemann und Vater.
Dass die Ehefrau dieses Mannes den Mut aufbrachte, sich in zwei dieser drei ineinandergeschachtelten Lebensgeschichten den Anweisungen des Mannes zu widersetzen und dem Kind einen anderen Namen als den von ihrem Mann "befohlenen" zu geben, ließ mich auf ein wirklich gutes Buch hoffen. Nach einem zufriedenstellenden ersten Drittel begann es mich zu langweilen, weil ich mich irgendwie wie im Regen stehen gelassen fühlte. Jede der drei Lebensentwürfe war spannend, weswegen es mich störte, immer nur Auszüge dieser unterschiedlichen Leben "zu bekommen" - ich wollte jeweils mehr von den einzelnen Geschichten, die wirklich Potential haben, erfahren. Und die sieben Jahre dazwischen hätten mich auch wirklich interessiert. Die Namen standen für mich letztendlich gar nicht mehr im Fokus, weil Namen das familiäre Gewalt- System nicht beeinflussen. Außerdem tut sich für mich die Frage auf: wenn eine Frau so mutig ist, sich unter Voraussicht lebensbedrohlicher Gewalt den Anweisungen ihres Mannes zu widersetzten, warum hat sie nicht den Mut zu gehen? Fazit: vielleicht ist es ein gutes Buch, um das Thema der familiären Gewalt in die Öffentlichkeit zu bringen und zu diskutieren - für mich wars jedoch kein großer Lesegenuss.
Rezensionen von Thomas :
Die dunkle Sagenwelt des Tiroler Tannheimer Tales von Elmar Köck
Sehr spannendes Buch
Ein spannendes und atmosphärisches Buch mit 35 faszinierenden Sagen aus dem Tiroler Tannheimer Tal. Die Geschichten sind mystisch, gut geschrieben und werden durch schöne Illustrationen ergänzt. Gleichzeitig erfährt man auch einiges über die regionale Kultur. Sehr empfehlenswert für alle, die Sagen und düstere Geschichten mögen.
Rezensionen von Tara:
Stolz und Vorurteil - die Graphic Novel nach Jane Austen von Anna Opel
Ein Klassiker in neuer Aufmachung
Die in Berlin lebende Autorin und Dramaturgin Anna Opel hat eines der bekannten Werke von der britischen Schriftstellerin Jane Austen in eine Graphic Novel umgewandelt.
Als Fan von Jane Austen und insbesondere ihres Romans „Stolz und Vorurteil“ war ich sehr gespannt darauf, wie ihr das gelungen ist und ob es überhaupt möglich ist die Atmosphäre des Romans auf diese Art und Weise zu transportieren.
Meine Antwort darauf ist ein klares „ja“.
Ich war überrascht mit wie wenig Text sich die gesamte Geschichte darstellen lässt, ohne inhaltlich zu verlieren.
Die Zeichnungen hat der 2D-Animator und Illustrator Elias Linnekuhl mit viel Liebe zum Detail gelungen illustriert. Die Farben sind passend gewählt und die Mimik der Charaktere wird gelungen eingefangen.
Sicherlich ist es von Vorteil, wenn man den Inhalt zumindest grob kennt, aber ich denke, dass man der Handlung auch ohne Vorwissen folgen kann.
Ich habe „Stolz und Vorurteil“ gerne auf diese visuelle Art und Weise neu erlebt, da ich mag es, wenn Klassiker anders aber inhaltlich unverändert dargestellt werden und das ist hier wirklich gut gelungen.
Rezensionen von Petra:
Stolz und Vorurteil - die Graphic Novel nach Jane Austen von Anna Opel
Einstieg in die Bücher von Jane Austen
Es war meine erste Graphic Novel daher ist meine Meinung mit Vorsicht zu genießen.
Ich bin ein großer Fan von Jane Austen und besonders von Stolz und Vorurteil. Am liebsten mag ich ihre Sprache, teilweise sarkastisch aber immer mit einem liebevollen Unterton. Sie hatte für ihre Figuren Personen aus ihrem Umfeld als Vorbild daher wirken sie auch heute noch lebendig.
Ich finde dieses Buch für Leser die sonst New Adult gern lesen passend, vielleicht wollen sie dann mehr. Mir fehlte zuviel, Schlüsselszenen wurden sehr verkürzt dargestellt. Vor allem bei den Frauen waren bis auf die beiden Älteren alle ziemlich gleich gezeichnet und daher schwer zu unterscheiden wer wer ist. Auch eine genauere Bezeichnung wer außer den Schwestern noch eine Rolle spielt ( wobei Mary mehr oder weniger unterging ) fehlte.
Ich kenne auch die Filme einmal BBC mit Colin Firth als Mr. Darcy und Jennifer Ehle als Lizzie, sowie der Kinofilm mit Matthew Macfadyen und Keira Knightley.
Dadurch habe ich natürlich auch Bilder im Kopf die dann auch zu Vergleichen führen. Die BBC Ausgabe hält sich sehr eng an das Buch und die Schauspieler geben für mich ein sehr überzeugendes Abbild der Personen aus dem Buch ab.
Fazit. Für mich sind Buch, Film und Graphic Novel nicht vergleichbar. Jedes ist für sich ein Produkt der Phantasie. Jeder sieht und liest etwas anderes zwischen den Zeilen und den Bildern, Das ist gut so. Ich würde dieses Gaphic Novel als Einstieg in die Welt der Jane Austen betrachten. Es ist außerdem eine schöne Ergänzung für SammlerInnen.
Rezensionen von Streiflicht:
DUMONT Bildatlas Island von Christian Nowak
Islands Magie
Ich kenne und schätze die Bildatlanten von Dumont schon lange. Ich bin ein sehr neugieriger und reisefreudiger Mensch und kann mich in solche Werke wunderbar vertiefen. Schon zu Schulzeiten war ein Freund von mir mit seiner Familie auf Island und seit damals würde ich gerne dorthin reisen. Bis diese Traumreise Realität wird, lese ich zu gerne Krimis oder Thriller, die auf Island spielen, oder schmökere in solchen wunderbaren Heften oder Reiseführern.
Schon das Titelbild mit den beiden Islandpferden hat mich sofort für den Bildatlas eingenommen. Ein Besuch einer solchen Herde wäre auf jeden Fall ein Muss für mich, auch wenn ich mich nicht als Pferdemädchen bezeichnen würde. Aber für die zottigen und zugleich doch stolzen Tiere, die dem Wetter auf der rauen Insel trotzen, hatte ich schon immer was übrig. Schön, dass ihnen hier das Cover und auch eine Geschichte gewidmet sind.
Neben allen Infos, Karten, Reisetipps und sonstigen Ratschlägen haben mich vor allem die großformatigen Bilder begeistert. Diese Farben in der klaren Luft, die bezaubernde Natur und die für uns oft so fremden Traditionen und Gebräuche. Der Bildatlas Island zeigt die ganze Magie und Pracht dieser Insel. Hätte ich Island nicht schon vorher auf der Liste gehabt, dann sicherlich nach der Lektüre dieses Werkes!
Rezensionen von Anno:
Stolz und Vorurteil - die Graphic Novel nach Jane Austen von Anna Opel
Ein Klassiker neu interpretiert
Eine Klassiker in neuer Gewandung- ich fand es immens spannend das berühmte Werk ‚Stolz und Vorurteil‘ neu zu erleben. Bildlich dargestellt und in Farbe, das hat schon was!
Wer sich aber nun vor antiquierter Sprache fürchtet, den kann ich beruhigen. Die Texte sind kurz, vereinfacht und gut verständlich.
Genau wie die Bebilderung, die für mein Empfinden die Handlung sehr gut und ausführlich wiedergibt und auch Emotionen gut an den Leser weitertransportiert. Trotzdem gibt es leider kleinere Kritikpunkte meinerseits. Anders als das Motiv im Cover sind die innenliegenden Seiten weit weniger klar gedruckt und wirken etwas verwaschen. Vielleicht mag das der gewünschte Stil dieses Buches sein, ich aber musste mich erst an diesen Anblick gewöhnen. Und irgendwie wertet das das Buch in meinen Augen leider etwas ab.
Die Farbgebung aber ist schön, die Personen wirken individuell und die Szenen gut ausgearbeitet, erstaunlich ländlich gehalten und auch Landschaften beinhaltend. Die Übergänge sind verständlich und selbst Ortswechsel können gut nachvollzogen werden.
Alles in allem ist es ein wunderbares Buch sowohl für den Einstieg in die Austen-Welt, als auch eine schöne Art für Kenner diesem Roman nochmals neu zu begegnen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass bereits junge Leser dadurch Gefallen an Klassikern finden könnten.








