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Persönliche Lese- tipps

Foto von Robert Renk

Robert Renk empfiehlt:

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Löwenherz von Monika Helfer

Löwenherz

Der dritte und wohl berührendste Teil der Familiensaga. Diesmal erweckt Monika Helfer ihren Bruder Richard zum Leben. Das scheint ihm wenig wichtig. Verantwortung übernimmt er nur, wenn sie ihm angetragen wird. So auch, als ihm auf merkwürdige Weise eine verflossene Liebe
ein Kind überlässt, von dem er nur den Spitznamen kennt.

Eine Liebeserklärung an einen fantasievollen Sonderlinge mit großem Herzen in einer kalten, durchrationalisierten Welt. Unprätentiös und stilistisch brillant.

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Löwenherz

Maria Leitner empfiehlt:

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Klimawandel von Marcus Wadsak

Klimawandel: Fakten gegen Fake & Fiction

Kurz, prägnant und mit Infografiken illustriert, gibt der Meteorologe Marcus Wadsak Leser*innen eine kompakte Informationsquelle, um ihr Wissen über den Klimawandel zu erweitern. Er zeigt, dass ein dringender Handlungsbedarf besteht und warum es gerade jetzt wichtig ist, aktiv
zu werden. Denn auch wenn die Auswirkungen des Klimawandels für viele Menschen erst jetzt greifbar werden, bleibt nicht mehr viel Zeit, um etwas dagegen zu tun.

Ein absolutes Must-Read zu einem Thema, das uns alle betrifft!

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Klimawandel
Foto von Melanie Winkler

Melanie Winkler empfiehlt:

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Vladimir von Julia May Jonas

Eine etwas andere Geschichte des Begehrens

Ein Professorenehepaar an einem kleinen College in Upstate New York. Er ist in einen Me-Too-Skandal verwickelt, der auch zunehmend ihre Karriere beeinträchtigt. Dann tritt ein neuer Juniorprofessor seine Stelle an: Vladimir Vladinski. Er ist intelligent, charismatisch, gutaussehend; kein Wunder also, dass er die Protagonistin sofort für sich gewinnt.

Vielleicht ein bisschen zu sehr...

Während ihre Obsession mit ihrem jüngeren Kollegen sich entfaltet, begutachtet sie die Überreste ihrer Ehe, hadert mit ihrem Körper und dem Älterwerden. Von der ersten Seite an spürt man das Leben der Protagonistin leise auseinanderbröckeln und man ist in den Bann dieser etwas skurrilen Geschichte geschlagen.

Die eingängige, klare Sprache, der trockene Humor und die großartige Beobachtungsgabe der Autorin sowie die gelungene Übersetzung von Eva Bonné machen dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen!

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Vladimir
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Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller

Ein literarischer Vorgeschmack auf den Sommer: Eine toll geschriebene Lebens- und Liebesgeschichte

Dieser Roman über eine Frau an einem Wendepunkt ist schon jetzt mein Lieblingsbuch für de Sommer.

Ein Tag im Sommerhaus in Cape Cod. Elle muss sich zwischen zwei großen Lieben entscheiden: Auf der einen Seite ist da Jonas, ihre Jugendliebe, mit der sie ein großes, unaussprechliches Kindheitsgeheimnis teilt.

Auf der anderen Seite gibt es Peter, ihren geliebten Ehemann und loyaler, liebender Vater ihrer Kinder.

Gebannt begleitet man Elle durch diesen entscheidenden Tag. In zahlreichen Rückblenden wird ihre wechselvolle Lebensgeschichte bis zu diesem Punkt aufgerollt; Elles Entschluss am Ende ist
bis zum Schluss nicht vorhersehbar und dementsprechend herzzerreißend…

Ein packender, sehr sinnlicher und in wunderschönen Bildern erzählter Roman, den ich wärmstens empfehlen kann.

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Der Papierpalast
Foto von Robert Renk

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Tell von Joachim B. Schmidt

Die Tell-Saga als literarischer Pageturner

Mit Schweizer Gemütlichkeit hat dieser Roman nichts zu tun. Mit einem Affentempo legt Schmidt, der Schweizer Autor, der in Island wohnt, hier die Tell-Saga als literarischen Pageturner vor. Auch nordische Mythen suchen sich ihren Platz in der Zentralschweiz. In beinahe 100 schnellen Sequenzen jagen 20 verschiedene Protagonisten wie auf einer Lunte dem explosiven Showdown entgegen.

Das ganze noch garniert mit einem Hauch Frau Hitt. Dass das ein Erfolg wird, steht in Stein gemeißelt.

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Tell
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Wilderer von Reinhard Kaiser-Mühlecker

Packend und dramatisch: Vom heutigen Leben auf dem Land

Eine erzählerische und inhaltliche Wucht ist der neue Roman von Kaiser-Mühlecker, der sich zurecht als Chronist des modernen Landlebens versteht.

Jakob, Erbe des elterlichen Hofs und eigentlich ein verschlossener Einzelgänger, lernt unverhofft Katja kennen, mit der er einen Sohn bekommt und die den Betrieb binnen kürzester Zeit zu Ansehen und Erfolg bringt.

Doch hinter dem äußeren Schein brodelt es: Bei Jakob schleicht sich Misstrauen über Katjas Motive ein, und auch Jakob selbst scheint dieses Leben nur leben zu können, indem er sein wahres Naturell beharrlich unterdrücken muss.

Die unterschwellige unheimliche Atmosphäre und die faszinierende Gedankenwelt des Protagonisten erschaffen einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Ein atmosphärisch dichter Roman über Identität, Herkunft und die menschliche Natur, der fulminant endet und einen lange nicht mehr loslässt.

»Ich sehe es wirklich als eine Art Verpflichtung an, die Welt, die ich kenne, darzustellen, also erfahrbar zu machen – einem, der sie nicht kennt.« Reinhard Kaiser-Mühlecker

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Wilderer
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Meter pro Sekunde von Stine Pilgaard

Der Bestseller aus Dänemark- warmherzig und komisch

Was für ein Buch!!

Eine junge Frau landet mit Mann und Kind in Westjütland, was man sich vielleicht so vorstellen kann wie das dänische Waldviertel: viel Natur, schweigsame Menschen.

Mit ihrer verbalen Direktheit muss sie sich in der Dorfgemeinschaft erst zurechtfinden, die Erschütterungen des Lebens mit einem Säugling müssen verdaut werden - und dann ist da noch der Führerschein, der nach 89 absolvierten Fahrstunden endlich bestanden werden will.

Ihre Briefe für den Kummerkasten der örtlichen Zeitung werden bald zum Kult und öffnen ihr den Zugang zu ihren Mitmenschen und zu sich selbst.

Ein herzerwärmendes Buch mit einer Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Die Kummerkastenbriefe sind ein großes Vergnügen für sich, die Dialoge mit den einsilbigen Vellingern und die Szenen mit den Fahrstunden sind unvergleichlich komisch.

Wunderbar übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel.

Ein ganz besonderes Buch, das wir allen wärmstens empfehlen möchten!

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Meter pro Sekunde
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Gesichter von Tove Ditlevsen

Die Wiederentdeckung einer Klassikerin

Lise Mundus hört Stimmen, hat Wahnvorstellungen und kann den Gesichtern, die sie sieht, nicht mehr trauen. Ein Suizidversuch bringt sie in eine psychiatrische Anstalt.

Ein faszinierender und erschütternder Roman aus der Innensicht einer psychotisch erkrankten Frau. Als Leser*in weiß man ebenso wenig, welcher Wahrnehmung noch zu trauen ist, wie die Protagonistin.

Tove Ditlevsens Buch aus dem Jahr 1968 lotet die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit aus und hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Das Ja zum Leben führt im Roman über die Selbstbehauptung als Schriftstellerin, ein Weg, den die eben weltweit wiederentdeckte Kultautorin auch selbst zu wählen versuchte.

Wunderbar ins Deutsche übertragen von Ursel Allenstein.

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Gesichter
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Zusammenkunft von Natasha Brown

Das Debüt des Jahres aus England

Zeit ihres Lebens hat die namenlose Protagonistin, schwarz und aus bescheidenen sozialen Verhältnissen, gekämpft, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt ist: in einer hochdotierten Position im Londoner Finanzwesen. Am Ziel angelangt, muss sie feststellen, dass sie niemals dazugehören wird. Sie wird krank, so wie das Gesellschaftssystem, in dem sie lebt.

Anhand der Geschichte ihrer Protagonistin hat Natasha Brown eine erschütternde Analyse der englischen Klassengesellschaft und eine verdichtete Geschichte des britischen Kolonialismus geschrieben. Das Leben sozial Benachteiligter wird überzeugend als lebenslanger Kampf präsentiert, der letztendlich nicht gewonnen werden kann. Dieser schonungslose Roman voller gesellschaftspolitischer Sprengkraft wurde 2021 in England zurecht als das beste literarische Debüt gefeiert.

Aus dem Englischen von Jackie Thomae.

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Zusammenkunft
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Die Überlebenden von Alex Schulman

Schmerzlich und berührend: Was Familien zusammenhält

Drei Brüder treffen einander im Sommerhaus ihrer Kindheit wieder, um die Asche ihrer Mutter im See zu verstreuen. Die Mutter hat vor ihrem Tod einen Brief hinterlassen, in dem sie ihre Kinder auffordert, endlich miteinander zu reden und sich der Vergangenheit zu stellen - obwohl oder gerade weil sie selbst Zeit ihres Lebens geschwiegen hat.

So treten die drei Männer eine Reise in ihre Vergangenheit an, die sie zu einem einschneidenden Erlebnis zurückführt, das ihr Leben für immer prägen sollte.

Ein bewegender, kunstvoll komponierter Roman über Liebe und Gewalt, Schuld und Verzeihen, der in 31 Ländern Furore machte.

Aus dem Schwedischen von Hanna Granz.

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Die Überlebenden