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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Shilo:

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Königssohn von Eveline Hasler

Sehr lesenswert

Ein alter Verdacht, ein berühmter Name und viele offene Fragen. Mehr braucht es nicht, um neugierig zu werden. Und genau daraus entwickelt sich diese Geschichte.
Im Buch geht es um die Vermutung, ob Hans Christian Andersen mit dem dänischen Königshaus verbunden war. Sicher ist das nie geklärt worden.

Genau dieses offene Thema zieht sich durch alles hindurch und macht die Handlung interessant.
Die Erzählweise bleibt ruhig. Vieles läuft eher leise ab, ohne große Zuspitzungen. Man bekommt ein Gefühl für die Zeit und die Menschen darin, ohne dass lange Erklärungen nötig sind.
Immer wieder geht es um die Frage, was wirklich stimmt und was vielleicht nur überliefert wurde. Das wirkt nicht künstlich aufgebaut, sondern eher wie ein langsames Zusammenfügen von einzelnen Gedanken und Spuren. Und das hält die Geschichte in Bewegung.
Die Figuren sind nah an der Zeit angelegt und wirken nicht überzeichnet. Manche Schicksale bleiben hängen, gerade weil sie nicht dramatisch ausgeschmückt werden.
Die Sprache ist schlicht gehalten. Keine komplizierten Wendungen, alles bleibt gut lesbar und klar.
Am Ende bleibt eine Geschichte, die nicht alles auflöst. Es geht mehr um die Möglichkeit einer anderen Wahrheit als um eine endgültige Antwort. Dafür gebe ich sehr gern 5 Sterne.

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Königssohn

Rezensionen von JennifersBooks:

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Weavingshaw von Heba Al-Wasity

Fantastisches Debüt der Autorin

"Weavingshaw" ist für mich ein Auftakt, der lange nachhallt. Heba AlWasity erschafft eine Welt, die nicht nur düster wirkt, sondern durch ihre vielen Ebenen unglaublich real erscheint. Der Gothic-Vibe liegt über jeder Szene, ohne jemals übertrieben zu wirken. Bürgerkriege, Armut und Gewalt bestimmen den Alltag und gleichzeitig fließen Themen wie Migration, Asyl und kulturelle Konflikte so fein und unaufdringlich ein, dass man sie erst nach und nach bewusst wahrnimmt.

Genau das macht diese Welt für mich so stark: Sie ist bedrückend, glaubwürdig und voller Zwischentöne. Der Fantasy-Aspekt mit Dämonen und Geistern verstärkt die düstere Stimmung zusätzlich und sorgt dafür, dass die Geschichte immer spannend bleibt.

Leena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist klug, stur, loyal und hat eine Art, Dinge zu hinterfragen, die ich sehr mochte. Besonders gut fand ich, dass sie St. Silas anfangs misstraut und versucht, Abstand zu halten. Sie bleibt meist standhaft, lässt sich nicht einschüchtern und hält an ihren Prinzipien fest auch wenn sie sich über St. Silas, ihren Bruder oder ihren Vater manchmal so sehr ärgert, dass man sie nur zu gut versteht. Diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit macht sie für mich zu einer der greifbarsten Figuren, die ich seit Langem gelesen habe.

St. Silas wirkt zu Beginn wie jemand, der nichts an sich heranlässt. Kühl, kontrolliert, fast unnahbar. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass hinter dieser Fassade viel mehr steckt. Die kleinen Einblicke in seine Vergangenheit, die man nur häppchenweise bekommt, haben mich jedes Mal neugierig gemacht. Und ich mochte sehr, wie vorsichtig er sich Leena öffnet - und wie sehr sie ihn aus dem Gleichgewicht bringt, ohne es selbst zu merken.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist für mich eines der Highlights. Sie entwickelt sich langsam, glaubwürdig und ohne künstliche Dramatik - Slow Burn in seiner besten Form. Die Spannung entsteht durch Blicke, kleine Gesten, Schlagabtausche und unausgesprochene Gedanken. Es gibt keine unnötigen spicy Szenen, die den Fluss der Handlung stören würden. Stattdessen wächst etwas, das sich echt anfühlt. Besonders schön fand ich, dass Leena mehr Einfluss auf St. Silas hat, als beide wahrhaben wollen.

Die wechselnden Perspektiven von Leena und St. Silas runden die Geschichte für mich ab, und auch Nebenfiguren wie Leenas Bruder Rami oder Bösewicht Lord Hargreaves bekommen Raum. Diese zusätzlichen Stimmen zeigen, wie vielschichtig die Welt ist, und geben Einblicke in Konflikte, die weit über die persönliche Ebene hinausgehen. Das Ende ist ein echter Cliffhanger, der an der denkbar gemeinsten Stelle abbricht. Bis Band 2 erscheint, dauert es noch neun Monate (ET: 25.02.2027) - aber ich warte gern, um wieder in diese fantastisch düstere Welt einzutauchen.

Fazit: "Weavingshaw" ist ein atmosphärisch dichter Reihenauftakt, der mich mit seiner Welt, seinen Figuren und seiner ruhigen, aber intensiven Erzählweise vollkommen überzeugt hat. Die Mischung aus düsterer Stimmung, gesellschaftlichen Untertönen und einer fein aufgebauten Slow-Burn-Romance hat für mich genau die richtige Tiefe. Ein absolut gelungenes Debüt, das mich sehr neugierig auf den nächsten Teil macht.

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Weavingshaw

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

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Schatten Eis von Anne Nordby

Ein toller dritter Teil

Ich mag die Bücher von Anne Nørdby sehr gerne und habe mich sehr auf diesen dritten Teil der Marit Rauch Iversen Reihe gefreut. Schon die ersten beiden Teile um die Privatermittlerin Iversen habe ich verschlungen und bin sehr neugierig in das Buch gestartet:
Marit Rauch Iversen hat eine ganz besondere Gabe – sie ist eine Gesichts- Recognizerin, was bedeutet, dass sie ein einmal angesehenes Gesicht nicht mehr vergisst und es immer wieder erkennt.

So gerät sie dieses Mal in einen Fall, der ganz besonders herausfordernd ist und viel über das Verhältnis von Dänemark / Grönland.
Anne Nørdby zeichnet ihre Figuren sehr genau und mit vielen Berührungspunkten, so dass man sich automatisch in die Geschichte hineingezogen wird. Gute Dialoge, auch Streitigkeiten innerhalb des Ermittler Teams sind so bildhaft erzählt, dass das Buch bzw. die Geschichte dadurch sehr lebendig wird.
Der Schreibstil der Autorin ist authentisch und packend und sie versteht es, den Leser / die Leserin mit Spannung zu fesseln. Geschickte Wendungen und gut aufgezeichnete Figuren machen den Fall authentisch und lassen bis zum Ende hin keine Langeweile aufkommen.
Besonders gefallen haben mir die Hintergrund Informationen der Geschichte und des Verhältnisses von Dänemark und Grönland. Die Autorin erzählt dies flüssig und fast wie nebenbei, so hat man zu keiner Zeit das Gefühl, langatmige Geschichtsdetails erzählt zu bekommen und nimmt doch eine Menge an Wissen aus dem Buch mit.
Eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung für diesen tollen Grönland Thriller !

Das Buch Schatten Eis von Anne Nørdby ist am 13. Mai 2026 beim Gmeiner-Verlag erschienen.

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Schatten Eis

Rezensionen von Ema:

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Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett

Der Club der starken Frauen

Kathryn Stockett gelingt mit Der Club der Unbeugsamen ein eindrucksvoller Roman über außergewöhnliche Frauen, die sich den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit widersetzen. Besonders überzeugt hat mich die Vielfalt der Figuren: Jede Frau besitzt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Motive und einen unverwechselbaren Charakter.

Dadurch wirken die Figuren lebendig und authentisch, und man kann zu vielen von ihnen eine persönliche Verbindung aufbauen.

Ein besonderer Reiz des Romans liegt im Perspektivwechsel zwischen der elfjährigen Meg und der 24-jährigen Birdie. Die unterschiedlichen Blickwinkel eröffnen verschiedene Zugänge zu den Ereignissen und sorgen dafür, dass die Handlung abwechslungsreich und spannend bleibt. Während Meg die Welt mit der Neugier und Direktheit eines Kindes betrachtet, bringt Birdie die Erfahrungen und Konflikte einer jungen erwachsenen Frau ein.

Durch die gesamte Geschichte zieht sich eine deutliche Kritik am Patriarchat sowie an den frauenfeindlichen Strukturen und Praktiken der damaligen Zeit – sowohl in der Gesellschaft als auch im medizinischen Bereich. Diese Themen wirken nie aufgesetzt, sondern sind eng mit den Lebensgeschichten der Figuren verknüpft. Dabei hatte ich stets das Gefühl, dass der Roman sehr gut recherchiert ist. Die Schicksale der Frauen spiegeln glaubwürdig wider, welche Ungerechtigkeiten und Einschränkungen Frauen damals tatsächlich erfahren konnten.

Besonders positiv hervorzuheben ist, dass die weiblichen Figuren keineswegs stereotypisch dargestellt werden. Stattdessen präsentiert Stockett eine Vielzahl unterschiedlicher Persönlichkeiten mit individuellen Stärken, Schwächen und Lebenswegen. Gerade diese Vielschichtigkeit macht den Roman so lesenswert und emotional zugänglich.

Nicht jede Passage konnte mich gleichermaßen fesseln. Einige Abschnitte wirkten stellenweise etwas langgezogen. Rückblickend haben diese ruhigeren Momente jedoch dazu beigetragen, die Figuren und ihre Beziehungen besser zu verstehen, und machen das Buch letztlich zu dem, was es ist: eine vielschichtige und sorgfältig erzählte Geschichte.

Außerdem hat der Roman bei mir die Neugier auf das englische Original geweckt. Bereits bei Kathryn Stocketts Roman The Help haben mich die sprachlichen Eigenheiten und Dialekte im Original besonders beeindruckt. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass auch Der Club der Unbeugsamen auf Englisch noch einmal eine zusätzliche sprachliche Tiefe entfaltet, die in der deutschen Übersetzung nur teilweise eingefangen werden kann.

Insgesamt ist Der Club der Unbeugsamen ein bewegender Roman mit starken Frauenfiguren, gesellschaftlicher Relevanz und einer wichtigen Botschaft. Trotz kleinerer Längen bleibt er vor allem durch seine vielschichtigen Charaktere und seine eindringliche Kritik an den damaligen Machtstrukturen lange im Gedächtnis.

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Der Club der Unbeugsamen

Rezensionen von Sternzauber:

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Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Klare Sprache und eine facettenreiche Geschichte

Das Cover von „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ hat mich neugierig gemacht und auch, wenn viel Farbe eigentlich nicht meine Komfortzone ist, mag ich das Cover doch sehr. Die vielfarbigen Wohneinheiten bilden ein herrliches Kaleidoskop, was hervorragend zur Geschichte passt und ich mag auch die komplette Gestaltung mit den Schriftbalken und besonders mit den Sonnenschirmen, die für mich ein tolles Detail sind.

Dieser Roman erzählt die Geschichte von den Bewohnern der Siedlung „Am Kastanienbaum“. All diese Menschen leben „so vor sich hin“, nah beieinander und doch alleine. Als der Baggerfahrer Paco eines Tages eine Weltkriegsbombe im Boden entdeckt, ändert sich jedoch vieles und die Menschen kommen einander näher, als sie es für möglich gehalten hätten…

Tanja Kokoska ist mit diesem Buch eine Geschichte gelungen, die mich überrascht und auf ungewöhnliche Weise beeindruckt hat. Ihre Art zu erzählen, entspricht eigentlich nicht wirklich meinen Vorlieben, doch zur Geschichte passt die schnörkellose, klare und knappe Sprache dieses Textes wunderbar. Alles andere wäre wirklich unpassend und diese Art der Erzählung macht die Einfachheit der Leute sowie deren Verbindungen wunderbar erlebbar. Die Autorin variiert zwischen den Blickwinkeln und Perspektiven und flechtet auch immer wieder Ansichten von anderen ProtagonistInnen in die aktuelle Beschreibung ein, die dort eigentlich vielleicht gar nichts zu suchen hätten, die das ganze Netz der Lebensgemeinschaft jedoch noch viel erlebbarer macht und sie fester miteinander verwebt – ein toller Kniff! Überhaupt hat Tanja Kokoskas Erzählweise etwas unglaublich Erfrischendes und Klares, was mir sehr gefallen hat.

Auch die Figuren dieser Geschichte haben mich nach und nach in ihren Bann gezogen und sind mir - mal mehr, mal weniger - ans Herz gewachsen. Sie sind wunderbar individuell und originell dargestellt, teilweise sogar skurril oder überzeichnet, doch nie so „abgehoben“, dass sie nicht mehr nahbar wären. Mit all diesen besonderen Charakteren und ihren Lebensentwürfen, die in der Siedlung aufeinander prallen, ergibt sich ein herrliches Kaleidoskop des Lebens und der Blick des übergeordneten Erzählers von Oben ermöglicht immer wieder spannende Einblicke. Diese Geschichte regt neben aller Unterhaltung zum Nachdenken an und macht deutlich, wie folgenreich kurze Momente und getroffene Entscheidungen sein können. Sie macht aber auch Mut an die menschliche Gemeinschaft und die Möglichkeiten des Lebens zu glauben und die Verbindungen von so vielen Themen und Gefühlszuständen hat mir sehr gefallen.

„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein ungewöhnliche Buch, dessen Geschichte die (für mich) gewohnten Pfade der Erzählweise verlässt und neben guter Unterhaltung auch genügend Substanz zum Nachdenken und Einfühlen enthält. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und wünsche viel Freude beim Lesen!

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Guten Morgen, schönes Wetter heute

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Mich kriegt ihr nicht! von Joseph Wisnicki

Eine klare Leseempfehlung!

Das vorliegende Buch ist die kaum zu glaubende Lebensgeschichte von Joseph Wisnicki (1916-2016), eines jüdischen Mannes, dem es zunächst gelingt, aus dem Deportationszug, der ihn nach Treblinka bringen sollte, zu springen und durch eine spektakuläre Flucht, die ihn, mit Unterstützung zahlreicher mutiger Helfer und falschen Papiere bis nach Vorarlberg bringt, wo er sich mit viel Chuzpe als „katholischer Fremdarbeiter“ ausgibt, in einer Gärtnerei arbeitet und so den Holocaust überlebt.

Angetrieben ist Wisnicki immer von seinem Leitsatz „Mich kriegt ihr nicht!“. Bis auf seinen Bruder Dawid, werden alle Familienmitglieder ermordet.

In Innsbruck wird er Leokadia Justmann kennenlernen, die eine ähnliche Lebensgeschichte hat. Die beiden heiraten 1946 und lassen sich 1950 in den USA nieder.

1997 schreibt Wisnicki seine Lebenserinnerungen unter dem Titel „My Fight for Survival“ nieder, nachdem seine Frau die ihren unter dem Titel „Brechen wir aus“ bereits verfasst hat.

Ich möchte diesem Buch hier gar nicht vorgreifen, sondern empfehle, es selbst zu lesen. Das Buch ist als Hardcover mit zahlreichen privaten Abbildungen im Tyrolia-Verlag erschienen. Den Herausgebern Dominik Markl und Niko Höfinger sei an dieser Stelle für ihre ergänzenden Recherchen, die diese Lebenserinnerungen so eindringlich und lebendig machen, gedankt. Sie haben Tage und Wochen in diversen Archiven verbracht, und dabei ähnliche Schicksale entdeckt. Ihre Forschungen tragen dazu bei, die Geschichte der Überlebenden am Leben zu erhalten, auch wenn diese schon längst nicht mehr unter uns weilen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesen aufwühlenden und doch von feinem Humor durchzogenen Lebenserinnerungen 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Mich kriegt ihr nicht!

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Brechen wir aus! von Leokadia Justman

Eine klare Leseempfehlung!

Dieses Memoir, das von Dominik Markl und Niko Höfinger 2025 im Tyrolia-Verlag herausgegeben worden ist, ist die bewegende Flucht- und Überlebensgeschichte von Leokadia Justmann (1922-2002), die gemeinsam mit ihrem Vater aus dem Warschauer Ghetto geflohen ist, während ihre Mutter nach Treblinka deportiert und ermordet worden ist.

Leokadia und ihr Vater kommen 1943 als Zwangsarbeiter nach Tirol, leben dort mit falschen Papieren bis sie an die Gestapo verraten werden. Der Vater stirbt im KZ Reichenau, während es Leokadia mit einer Freundin gelingt, aus dem Gefängnis zu fliehen. Die beiden Frauen werden mit Hilfe von fünf mutigen Polizisten und drei unerschrockenen Frauen versteckt. In Innsbruck wird sie Joseph Wisnicki, einen polnischen Juden kennenlernen, der eine ähnliche Lebensgeschichte hat. Die beiden heiraten 1946 und lassen sich 1950 in den USA nieder.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Meine Meinung:

Leokadia Justmann hat, wie man im Nachwort lesen kann, mit ihren Aufzeichnungen bereits während ihrer Flucht begonnen, sie mehrmals redigiert und in mehreren Auszügen veröffentlicht unter anderem 1963 als „In Quest for Life“. Bei ihrem Tod 2002 findet sich eine neuerliche überarbeitete Version dieser acht Jahre dauernden Überlebensgeschichte, die Grundlage für die Forschungsarbeit von Dominik Markl und Niko Höfinger ist. Die beiden Herausgeber haben den Bericht behutsam redigiert, die Angaben gegengecheckt und dort wo notwendig, die eine oder andere Ergänzung oder Korrektur angebracht. Auf Grund der detaillierten Angaben von Leokadia Justmann, ist es Dominik Markl und Niko Höfinger gelungen, einige wenige ähnliche Schicksale ausfindig zu machen.

Das Buch ist, ebenso wie jenes ihres Ehemanns Joseph Wisnicki, als Hardcover mit zahlreichen privaten Abbildungen erschienen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem, erstmals in Deutsche übersetze Memoir, das einen authentischen Einblick in die (Über)Lebengsgeschichte einer polnischen Jüdin in Tirol gibt, eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Brechen wir aus!

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Die Welt in Meran - Schattenflamme von Angela Marina Reinhardt

Eine gelungene Fortsetzung

Autorin Angela Marina Reinhardt führt uns, zwei Jahre nach dem ersten Band, zunächst abermals nach Meran.
Man schreibt das Jahr 1874 als sich die Wege der drei Hauptakteure Helen von Burt und ihre Verehrer Maximilian von Montalban und Jean de Benedetti erneut kreuzen. Der Börsenkrach von 1873 und ungezügeltes Geldausgeben haben zahlreiche Vermögen in Luft auflösen lassen, weshalb Max eine reiche Erbin heiraten muss.

Während es Jean eigentlich nur um das Wohl seiner kleinen Tochter geht, spinnen Max und Helens Bruder eine Intrige, um ihn von Helen fern zu halten, damit ihr eigenes Ziel erreicht werden kann. Nach einem verbotenen Duell reist Jean mit Tochter und Kindermädchen überstürzt ab.

Wenig später erfüllt sich Helens Schicksal, das sie nach Wien führt und durch den verheerenden Brand des Ringtheaters am 8. Dezember 1881 eine neuerliche dramatische Wendung erfährt .

Meine Meinung:

Autorin Angela Marina Reinhardt gelingt es abermals ihre Leserinnen in die Welt des Fin de Siècle eintauchen zu lassen. Dabei spart sie nicht mit Gesellschaftskritik. Zum einen beschreibt sie die Welt der Reichen und Schönen sowie andererseits jene, die von ihnen abhängig sind. Auch die unzureichende medizinische Versorgung, und hier im Speziellen, die gynäkologischen Probleme, werden sehr gut beschrieben. Helen leidet vermutlich an Endometriose, einer Krankheit, der auch heute vielfach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ende des 19. Jahrhunderts gibt es weder Ärztinnen noch das Fach Frauenheilkunde. Also zuckt man entweder mit den Schulter oder stellt die (Fern)Diagnose Hysterie. Das hat häufig eine Entfernung der Gebärmutter zur Folge, die man(n) als Ursache glaubt. Nicht wenige Frauen sterben bei diesen Operationen, von den seelischen Wunden der Überlebenden spricht niemand.

Der Brand des Ringtheaters, der nach amtlichen Angaben über 380 Tote, (Schätzungen gehen aber von deutlich mehr Toten aus) gefordert hat, wird zur Gründung der Wiener Rettungsgesellschaft sowie zu einer der strengsten Bauordnungen und feuerpolizeilichen Bestimmungen in der Monarchie führen. Auslöser des Brandes ist eine Serie von Unterlassungen, Inkompetenz und Schlamperei.

Interessant ist auch der Sidestep zur österreichisch-ungarischen Polarexpedition von Julius Payer und Carl Weyprecht, an der der Meraner Johann Haller teilgenommen hat und bei seiner Ankunft in Meran wie ein Spitzensportler gefeiert wird, was ihm sehr unangenehm ist. Diese Episode hat zwar mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun, passt aber gut in das Setting.

Das Ende dieses Bandes, der bezeichnenderweise den Titel „Schattenflamme“ trägt, lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der zeigt, dass die gute , alte Zeit, vor allem für Frauen nicht wirklich gut war, hier 4 Sterne.

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Die Welt in Meran - Schattenflamme

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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KiezBlues von Tim Sohr

Kein Märchen, sondern pure Gewalt

Autor Tim Sohr entführt seine Leserinnen und Leser in das Hamburg der 1970er und 1980er Jahre, also in jene Zeit, in denen auf St. Pauli die Messer tief fliegen und Banden das Rotlichtviertel mit brutaler Gewalt regieren. Tom „Katze“ Katzenberger ist ein knapp 15-jähriger Schüler, der heimlich den Polizeifunk abhört und bei der Eröffnung der Köhlbrandbrücke grandiose Fotos schießt, die er an die „Hamburger Morgenpost“, kurz MoPo schickt und wenig später, zunächst als freier Mitarbeiter, dann als Polizeireporter regelmäßig Aufsehen erregende Fotos schießt.

Katze ist fast immer früher als die Konkurrenz am Ort des Geschehens. Während Fotos anderer Fotografen ziemlich voyeuristisch sind, hat Katze einen etwas anderen Blick und lässt den Opfern ihre Würde.

Gleichzeitig lenkt Tim Sohr unseren Blick sowohl auf die Polizisten, die auf der berühmten Davidwache Dienst tun, als auch auf Zuhälter und Prostituierte. Es ist kein weichgezeichnetes Bild der Reeperbahn, sondern blutiger Alltag. Im Lauf der Jahre hat sich Katze an die harte Realität genauso gewöhnt, wie die Polizisten an ihren bestechlichen Chef, der billigend den Tod des einen oder anderen Kollegen im Dienst in Kauf nimmt. Daneben haben die Zuhälter ihre eigenen Regeln, auf deren Einhaltung streng geachtet wird. So sind Schusswaffen verboten. Man regelt alles per Faust oder Messer. Als ein neu Generationen von Zuhältern den Kiez übernimmt, gelten die alten Regeln plötzlich nicht mehr. Die alten Gangster, soferne sie überlebt haben, können nur mit Wehmut in die Vergangenheit zurückblicken - mit Blues eben.

Meine Meinung:

Als erklärter Hamburg-Fan habe ich dieses Buch, das der Autor als Roman und nicht als Krimi bezeichnet, gerne gelesen. Der Roman ist an einige reale Ereignisse angelehnt. So gibt es für den fiktiven Tom „Katze“ Katzenberger ein echtes Vorbild. Dieses Buch ist keine Romantisierung der Menschen und der Zeit. Viele sterben, andere geben auf und verlassen den Kiez, oft auch die Stadt Hamburg.

Der Hamburger Kiez ist heute für viele Hamburg-Besucher eine Vergnügungsmeile vielfältiger Art, die auch familientauglich ist. In den 1970er- und 1980er-Jahren ging es da aber ziemlich rau zu. Touristinnen, die auf der Reeperbahn flanieren, wurden scheel angesehen und häufig blöd angemacht.

Die Charaktere sind häufig widersprüchlich angelegt. Dieses Leben zeichnet alle Figuren.
So meint Zuhälter Frankie fast philosophisch: „Was man seinem Kind vorlebt, das nimmt es auch an. Wenn das Kind sieht, dass der Vater sich gewalttätig verhält oder Geschäfte betreibt mit dementsprechenden Leuten, dann wird das auf den Jungen abfärben.“

Wenig später widerspricht er sich selbst, wenn er einen Streit mit der Mutter des Sohnes mit einem Bügeleisen beendet - mitten im Gesicht der Mutter.

Vielleicht ist die Darstellung der Gewalt nicht jedermanns Sache.

Fazit:

Tim Sohr ist mit "KiezBlues" ein ebenso rauer wie schneller sowie unterhaltsamer Roman gelungen, der kein Märchen sondern den harten Blues von St. Pauli erzählt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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KiezBlues

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Der Bonbon-Mord zu Köln von Eva-Maria Silber; Kirsten Wilczek

Eine Leseempfehlung

Dieser zweite Krimi rund um Bas Sello und Mathilde von Tabouillot bringt uns Leser in den März des Jahres 1848 nach Köln zurück. In der Stadt geht die Angst um. Zum einem, weil zahlreiche revolutionäre Gedanken wie allgemeines Wahlrecht für alle, Presse- und Meinungsfreiheit sowie Bildung für alle auf Kosten der öffentlichen Hand gefordert werden, die der Stadtrat nicht billigt und Soldaten aufmarschieren lässt, und zum anderen, weil vergiftete Schokoladebonbons in der Stadt verteilt werden.

Die Folgen? Ein kleiner Junge stirbt, zahlreiche Personen zeigen Vergiftungssymptome und die Schokoladenmanufaktur Manhardt geht pleite.

Die Kölner Polizei sucht fieberhaft nach dem Täter und kann eine Frau, Christine Edmund, dingfest machen, die von mehreren Zeugen als diejenige identifiziert werden, die die Bonbons verteilt hat. Sie leugnet die Tat, verwickelt sich aber immer wieder in Widersprüche. Das Motiv ist schwer auszumachen.

Mit der Verhaftung des Täters/der Täterin endet im allgemeinen nun ein Krimi. Doch dieser hier, leitet nun zur Gerichtsverhandlung über. Die Verdächtige wird von Bas Sello und seinem Kompagnon Dr. Venedey verteidigt, da ihr der Tod durch die Guillotine droht. Eigentlich sehr fortschrittlich, denn üblicherweise werden Todesurteile durch den Strang vollstreckt. Im Zuge der Gerichtsverhandlung tritt mehrmals eine eigenartige Verhaltensänderung der Angeklagten auf, was auf eine mögliche Geisteskrankheit hinweist.

„War sie im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten, so ist sie ein Ungeheuer der Verworfenheit. Angenommen aber, sie wäre ein Opfer einer krankhaften Befangenheit des Geistes gewesen, so würden die Beharrlichkeit, die List, die unvernünftige Vernünftigkeit ihres Verhaltens genau den gewöhnlichen Eigentümlichkeiten solcher Wahnsinnigen entsprechen.“ (Vermischte Nachrichten vor Kap. 41)

Christine Edmunds Mutter wird als Zeugin und zählt neben zahlreichen Krankheiten ihre Tochter, eine lange Reihe von Verwandten auf, die in geistiger Umnachtung verstorben sind. Ist es das, worauf die Frau hinaus will? Überstellung in ein Kloster oder ein privates Sanatorium woraus sie leicht ausbrechen könnte? Dass Bas Sello und Dr. Venedey auf mangelnde Schuldfähigkeit plädieren, klingt mich sehr modern. Ist ihrer Mandantin nicht klar, dass ein Irrenhaus zu jener Zeit kein Wellness-Hotel ist?

Meine Meinung:

Dem Autorinnen-Duo Eva Maria Silbe und Kirsten Wilczek ist nach „Der Blutmensch zu Köln“ abermals ein interessanter historischer True Crime gelungen. Mir hat besonders gut gefallen, dass hier der Prozess mit allen seinen vorbereitenden Arbeiten wie Gegenüberstellung der Zeugen sowie das Verfahren selbst in den Mittelpunkt gerückt wird. Für mich liest sich der Prozess sehr modern. Mit dem Rheinischen Gerichtswesen, das doch von der französischen Rechtssprechung beeinflusst ist, kenne ich mich leider nicht aus. Aber mussten der/die Beschuldigte damals nicht ein Geständnis ablegen, um überhaupt vor Gericht zu landen? Es war doch die Zeit, wo man Geständnisse aus den Menschen herausgeprügelt hat. Die forensischen Möglichkeiten waren ja sehr beschränkt. Immerhin hat man das Rattengift nachweisen können.

Wie im Nachwort zu lesen, habe alle Romanfiguren bis auf den Sergeanten Hans Baudewin eine historische, reale Entsprechung. Mathilde von Tabouillot, die im Laufe der Geschichte ihren zweiten Ehemann Fritz Anneke heiraten wird, kenne ich aus Sachbüchern wie „Vorkämpferinnen“ von Bianca Walther.

Gut gefallen hat mir auch die privaten Einblick in das Leben von Bas Sello und Dr. Venedey. Allerdings ist mir eine Riesenwut aufgestiegen, als ich über das weiter Schicksal von Agnes Grau gelesen habe. Genaueres verrate ich jetzt nicht. Allerdings hoffe ich, dass Agnes in einer Fortsetzung doch abermals eine Rolle spielen darf.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen True-Creme-Krimi aus Sicht der Verteidigung, 5 Sterne.

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Der Bonbon-Mord zu Köln