Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Frag Philomena Freud von Annette Roeder
spannender Kinderkrimi zur Zeit Sigmund Freuds
Wien, 1920: Philomena lebt auf der Straße und verdient ihr Geld als Schuhputzerin - und zwar vor der Praxis von Siegmund Freud. Immer an ihrer Seite: der von ihr gerettete Schnauzer Kaiser Franz. Dort bekommt sie natürlich viel mit und kann schon selbst gute Ratschläge geben.
Sie ist auch ständig auf der Flucht vor der Dame vom Jugendamt, die sie wieder ins Heim stecken will.
Doch Philomena liebt ihre Freiheit und will diese (verständlicherweise) auf keinen Fall aufgeben.
Als sie erfährt, dass die junge Patientin Sidonie von Wallersee verdächtigt wird, ihre Vormundin, die Baronin von Wallersee, ermordet zu haben, wird Philomena hellhörig. Sidonie hat ihre Erbtante angeblich mit einer Haarnadel erstochen, an der eine Spinne aus Perlen befestigt war. Doch Sidonie hat Angst vor Spinnen und ist u.a. deshalb in Behandlung bei Dr. Freud. Philomena glaubt daher nicht, dass es Sidonie war, auch wenn diese gestanden hat.
Philomena ist ein außergewöhnliches Mädchen! Sehr sympathisch, empathisch, mutig, vif und mit so viel Einfallsreichtum gesegnet! Aber sie ist natürlich auch sehr stur - und sie hat großen Gerechtigkeitssinn, denn sie ist sich sicher, dass Sidonie unschuldig ist, und will es unbedingt beweisen. Und dafür fallen ihr viele hilfreiche Dinge ein.
Auch das historische Wien und v.a. das Leben der Straßenkinder ist authentisch und lebendig dargestellt, und man bekommt große Lust, die wunderschöne Strudelhofstiege zu besuchen.
Die Psychoanalyse von Sigmund Freud ist spannend veranschaulicht und es ist toll umgesetzt, wie Philomena die Psychoanlyse auf ihre Art beherrscht und anwendet.
Der Mordfall ist komplex und mitreißend, und man fiebert mit Philomena mit.
Erwähnen muss ich auch das tolle Cover, das sich erst nach dem Lesen komplett erschließt. Philomena und Kaiser Franz stehen auf der wunderschönen Strudlhofstiege, die in der Geschichte eine große Rolle einnimmt. Und die perlenbesetzte Spinne ist auch erst auf den zweiten Blick ersichtlich.
Fazit:
Eine sympathische, junge Protagonistin löst einen aufregenden psychologischen Fall mit viel historischem Wien-Flair.
Ich freue mich schon auf die nächsten Fälle mit Philomena!
Rezensionen von Ele:
Johannifeuer von Susanne Betz
Was gibt es Neues in Loisbichl?
Johannifeuer, Heimatroman aus dem Werdenfelser Land von Susanne Betz, 304 Seiten C. Bertelsmann Verlag
Wie es mit Vroni und dem Rosl weitergeht.
Vroni hat Anton geheiratet, den Sohn der reichen Huberbauerin. Obwohl jetzt Geld und zusätzliche helfende Männerhände auf den Hof kommen ist es noch immer ein hartes und schweres Auskommen auf dem Grasegger Berghof.
Vroni schuftet noch immer bis zum Umfallen. Als sie ihre Schwiegermutter nach München zu einem Arzttermin begleitet, kommt es zu einer folgenschweren Begegnung. Und als in der Johannisnacht die Feuer brennen, gibt es auch für Vroni ein Wunder.
Der Roman besteht aus 13 ausführlichen Kapiteln. Susanne Betz erzählt wortgewaltig und unglaublich bildhaft im auktorialen Schreibstil. Diese karge und raue Landschaft prägt die Figuren, die auch rau, ja fast grob sind. Lesefluss hat sich unmittelbar eingestellt, Johannifeuer schließt sich nahtlos an Heumahd an. Ich hatte den Roman an knapp zwei Nachmittagen gelesen, denn ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Eine hervorragende Recherchearbeit liegt dem Werk zugrunde, das merkt man in jeder Zeile.
Die gerade hier beschriebene brutal harte Knochenarbeit, auch für die Frauen, erschütterte mich, wie auch im ersten Band schon. Niemand hat hier in die Möglichkeit sich zu schonen, besonders beim Heumachen ist es offensichtlich was diese Gegend den Bewohnern abverlangt. Mich hat erschüttert, dass selbst die Bäuerin nach der Entbindung noch am selbigen Tag ihre Arbeit verrichtet, so wie jeden Tag, kein Wochenbett kein Mutterschutz, dazu kommt auch noch die hohe Kindersterblichkeit.
Knochenarbeit bei der Ernte, im Stall, beim Holzmachen und auch bei der Hausarbeit, den Jahreszeiten ausgesetzt, was mussten die Menschen damals zur Zeit des Prinzregenten aushalten und es rentiert sich immer weniger. Doch auch im Gebiet um Mittenwald etabliert sich ganz langsam der Tourismus, nicht nur die Sommerfrischler, sogar von den ersten Skifahrern habe ich voller Freude gelesen. Vergnügungen sind selten, die Kirchenfeste bestimmen den Jahresablauf. Deshalb habe ich mich auch so sehr für Vroni gefreut, dass sie sich auch mal ein wenig Glück stehlen konnte.
Die Figuren sind wie aus Holz geschnitzt oder aus Stein gemeißelt, mit Anton konnte ich leider nicht so richtig warm werden. Vroni ist zumeist auch hart und verbittert. Meine Lieblingsfigur war die „Huberin“ Vronis Schwiegermutter, die mit dem Geld wie keine andere umzugehen weiß, geschäftstüchtig und resolut. Sie meint es wirklich gut mit Vroni und mag sie sehr, das hat man gemerkt.
Die Geschichte vom Rosl hätte ich gerne noch etwas genauer beschrieben gehabt. Sie war mir im ersten Band so lieb geworden. Da hoffe ich, dass es noch eine Fortsetzung geben wird, die Geschichte finde ich, ist noch lang nicht zu Ende erzählt. Was ist mit Anton, wie geht es auf dem Hof weiter? Was wird mit Rosl und wird Vroni letztendlich so richtig glücklich und zufrieden? Fragen die mir keine Ruhe mehr lassen.
Wer Geschichten aus dem ausgehenden 19 Jahrhundert mag und Heumahd gerne gelesen hat, der sollte unbedingt hier zugreifen. Ich bin begeistert. Von mir gibt es 5 Sterne
Rezensionen von PMelittaM:
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Unterhaltsames Gaunerstück in historischem Gewand
Mitten in Spitalfields steht das Chateau, seit vielen Jahren Schlupfwinkel einer Gruppe von Trickbetrüger:innen nach eigenem Regelwerk, geführt von der Queen of Fives. 1898 ist Quinn Le Blanc die Queen, das Chateau mittlerweile aber sehr heruntergewirtschaftet. Ein neues Spiel soll die Kasse endlich wieder auffüllen, 5 Tage stehen Quinn nach dem Regelwerk zur Verfügung sich einen reichen Mannes und sein Vermögen zu ergattern.
Schnell ist ein Opfer ausgewählt, als reiche Erbin Miss White macht sich Quinn an dieses heran.
„Mayfair House“, der Debütroman Alex Hays war für mich eine angenehme Überraschung, und so war ich natürlich sehr neugierig auf sein nächstes Werk. Ich kann jetzt schon sagen, dass auch dieses mir gut gefallen hat und ich ganz sicher weitere Romane lesen werde.
Der Roman wird aus mehreren Perspektiven erzählt, auf Seiten des Chateaus sind das neben der Protagonistin Quinn Le Blanc, deren Mutter ebenfalls Queen war, und die daher im Chateau aufgewachsen ist, noch Mr. Silk, der dem Chateau und seinen Queens schon sehr lange die Treue hält. Auch wenn Quinn und Silk Gauner sind, waren sie mir sympathisch.
Auf der Gegenseite steht die Familie Kendal, Herzog Max ist das auserkorene Opfer, den nicht nur seine Stiefmutter auffordert, endlich in den Stand der Ehe einzutreten und für einen Erben zu sorgen. Seine Schwester Victoria, Tor genannt, ist davon gar nicht angetan, sie möchte nämlich auf keinen Fall heiraten, fürchtet aber dass eine Schwägerin sie nicht nur von Max‘ Seite verdrängen sondern auch ihres Elternhaus berauben könnte. Beide erhalten eigene Perspektiven, während ihre Stiefmutter eine weitere wichtige Rolle einnimmt.
Nicht nur diese Charaktere kochen dabei ihr eigenes Süppchen, das von den jeweils anderen versalzt zu werden droht, es gibt noch den blauseidenen Herren und die cremefarbene Dame, die sich ebenfalls einmischen, sowie verschiedene Personen, die auf unterschiedliche Weise involviert sind. Da kann Quinn ihr Spiel noch so gut planen, die Intrigen und Einmischungen anderer könnten alles zunichte machen. So bleibt es auch bis zum Schluss spannend, zumal es nicht wenige Gefahrensituationen gibt. Dieses verworrene Spiel steckt voller Überraschungen und wird nicht ohne Humor, erzählt, der Unterhaltungsfaktor ist groß, ich hatte vergnügliche Lesestunden.
Ich empfehle übrigens, die Nachbemerkung des Autors unbedingt auch zu lesen.
Auch der zweite Roman Alex Hays hat mich gut unterhalten, er ist spannend, nicht ohne Humor und bringt Überraschungen sowie interessante Charaktere und Situationen mit. Ich mag die erneute Mischung aus Gaunerstück und historischem Roman und bin gespannt auf das nächste Werk des Autors.
Rezensionen von askyfullofpages:
Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tugba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal
Ist der Preis der Freiheit nicht Solidarität und Verantwortung?
Auf dem Cover sind die 5 Tekkal-Schwestern Tülin, Düzen, Tuğba, Tuna und Tezcan abgebildet. Schon hier spürt man die Wärme, Herzlichkeit und Verbundenheit, die einem auf jeder Seite dieses Buches begegnen. Ihre Beziehung geht weit über eine gewöhnliche Schwesternschaft hinaus. Sie tragen, stärken, unterstützen und inspirieren einander.
Dieses Buch ist klug, eloquent und mit großer Ehrlichkeit geschrieben. Es liest sich trotz der oft schweren und schmerzhaften Inhalte mit erstaunlicher Leichtigkeit. Die Autorinnen erzählen von Identität und Zugehörigkeit, von ihrem Kampf um Menschenrechte, Empathie und Zusammenhalt. Einen besonderen Raum nimmt dabei der Genozid an den Jesidinnen und Jesiden ein, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Sie berichten von Leid und Ungerechtigkeit, aber auch von Hoffnung, Zuversicht und der Kraft, Veränderungen anzustoßen.
Besonders eindrucksvoll fand ich die Schilderungen ihrer Menschenrechtsarbeit. Die Tekkal-Schwestern zeigen, dass komplexe gesellschaftliche Probleme nicht unterkomplex diskutiert werden dürfen. Sie widersprechen einfachen Antworten und machen deutlich, wie wichtig differenziertes Denken, Zuhören und echtes Verstehen sind. Dabei geraten sie nie in die Falle der Opferkonkurrenz, sondern treten für die Rechte aller Menschen ein.
Ebenso überzeugend ist die Gesellschaftskritik, die die Schwestern äußern. Missstände klar und deutlich, ohne dabei zu verurteilen. Stattdessen fordern Sie Verantwortung ein. Verantwortung für die Menschen um uns herum und für die Freiheit, die wir genießen dürfen. Das Buch macht deutlich, dass Freiheit nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Verpflichtung ist. Solidarität, Empathie und aktives Handeln sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern Werte, die gelebt werden müssen.
Mit Weisheit und Wohlwollen, aber auch mit Klarheit und Entschlossenheit werden die Schwestern zu echten Wertebotschafterinnen. Ihre Arbeit ist geprägt von Weisheit, Empathie, Zartheit und Wohlwollen.
Ebenso berührend ist die Rolle der Eltern. Immer wieder werden sie mit neuen Situationen, Herausforderungen und Lebensentwürfen ihre Kinder konfrontiert. Dennoch zeigen Sie eine bemerkenswerte Bereitschaft, mit ihren Kindern zu wachsen. Ob traditionelle Erwartungen hinterfragt oder neue Wege eingeschlagen werden, die Eltern begegnen diesen Entwicklungen mit Offenheit, Liebe und Lernbereitschaft. Dadurch entsteht das Bild einer Familie, die sich gemeinsam weiterentwickelt und deren Zusammenhalt auf gegenseitigem Respekt basiert.
Gleichzeitig liest sich das Buch wie die Heldinnenreise von fünf Schwestern. Jede von ihnen entwickelt sich auf ihre eigene Weise weiter, stößt an Grenzen, hinterfragt Erwartungen und findet ihren eigenen Weg. Dabei wird deutlich, wie sehr sie von ihrer Familie getragen werden und sich gleichzeitig gegenseitig stärken.
Das Buch ist für mich ein Plädoyer für Menschlichkeit, Mut Verantwortung und Solidarität. Ich halte dieses Werk für unglaublich stark, bewegend und wichtig und kann allen nur wärmstens empfehlen, es zu lesen. .
Rezensionen von libraryoflaura:
Kein Sommer ohne August von Lucy Astner
Ein Sommer, der sich für immer ins Herz schreibt
WORUM GEHT ES?
Es gibt Orte, die man nie wirklich verlässt.
Und Menschen, die man nie wirklich vergisst.
Charlie und August kennen sich seit Kindertagen, verbunden durch einen kleinen Buchladen am Meer und die Sommer, die sie Jahr für Jahr dorthin zurückbringen.
Zwölf Sommer lang wachsen sie aneinander, teilen Bücher, Geheimnisse und eine Nähe, die sich schwer in Worte fassen lässt.
Dann ist plötzlich alles vorbei, und zwischen den beiden herrscht Funkstille.
Zehn Jahre später wird Charlie von der Vergangenheit eingeholt und findet sich unvermittelt wieder an dem Ort, den sie längst hinter sich gelassen hatte, und vor dem Menschen, den sie am meisten zu vergessen versucht hat.
Was damals geschah, enthüllt sich erst nach und nach.
Und mit jeder Seite stellt sich eine Frage immer drängender:
Gibt es Dinge, die man wirklich hinter sich lassen kann, oder holen sie uns irgendwann alle ein?
WAS MIR GUT GEFIEL:
- Das Erzählprinzip aus zwei Zeitebenen: Die Kapitelwechsel zwischen Damals und Jetzt sind ein echter Pageturner, mit jedem Rückblick setzt sich das Puzzle ein kleines Stück mehr zusammen, und man kann gar nicht aufhören zu lesen.
- Charlies Stimme: Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt, und das fühlt sich an, als würde eine alte Freundin am Tisch sitzen und einem ihr Herz ausschütten.
- August: Wie kann ein Buchcharakter so liebenswert sein? Wer ihn nicht ins Herz schließt, hat vermutlich keins.
- Molly: Die weise Buchladenbesitzerin ist weit mehr als eine Nebenfigur. Sie verbindet die beiden, und ist weit mehr als eine Kulissenfigur. Diese Frau hat etwas Magisches, das sich schwer greifen lässt, und hinterlässt einen noch lange nach der letzten Seite nachdenklich.
- Atmosphäre pur: Die kleine Sommerstadt, der Buchladen, das Rauschen des Meeres, alles ist so bildhaft und sinnlich beschrieben, dass man förmlich die warme Sommerluft spürt.
- Das Äußere des Buches: Das Buch sieht aus wie ein Aquarellgemälde mit traumhaftem Farbschnitt. Es ist ein echtes Schmuckstück und bekommt zurecht einen Ehrenplatz im Regal.
WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Misskommunikation als Motor: Manchmal hätten Charlie und August einfach miteinander reden können, und dann wäre vieles anders gelaufen. Wer dieses Stilmittel nicht mag, braucht starke Nerven.
- Vereinzelte ruhige Passagen: Zwischendurch dreht sich die Geschichte leicht im Kreis, bevor sie wieder Fahrt aufnimmt. Wer schnelle Plots gewöhnt ist, braucht ein bisschen Geduld.
FAZIT:
"Kein Sommer ohne August" ist eine bittersüße, atmosphärisch dichte Liebesgeschichte über Verlust, zweite Chancen und die Frage, ob das Herz wirklich vergisst.
Wer gefühlvolle Romane mit Sommervibes liebt, sich in Charaktere verliebt die man nicht mehr loswird und am liebsten Bücher liest die von Büchern handeln, dem sei dieses hier wärmstens empfohlen.
Am besten mit einer Taschentuchbox in Griffweite.
Rezensionen von brauneye29:
Weil sie lügt von Caroline Seibt
Spannend
Zum Inhalt:
Juli ist verschwunden und die Polizei ist davon überzeugt, dass sie nicht mehr lebt und dass der eigene Vater sie getötet hat. Die Familie leidet ungeheuer unter den Anschuldigungen und Julis jüngere Schwester versucht stark zu bleiben, vorallem für ihren jüngeren Bruder, doch das Grauen ist noch nicht zu Ende, der Alptraum hat gerade erst angefangen.
Meine Meinung:
Puh, nicht nur dass Anna ihre Schwester verloren, ihre Mutter psychisch krank ist, der Vater in Haft ist und sie mehr oder minder für ihren kleinen Bruder verantwortlich ist, das muss man erstmal schaffen, dazu wird man auch noch schräg angesehen wegen der Ereignisse um ihre Schwester Juli. Das Buch wie auch das Hörbuch sind mal aus der Perspektive von Anna oder der Ermittlerin geschildert, so dass man unterschiedliche Sichtweisen auf das Geschehen bekommt. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die dann Spekulationen, was geschehen sein könnte, immer wieder umwerfen. Und es geschieht schon jede Menge. Insgesamt ist das Buch und Hörbuch sehr spannend geschrieben und liest und hört sich schnell weg. Das Ende habe ich so nicht kommen sehen und das gefällt mir bei Thriller immer besonders gut. Ich kann beide Versionen uneingeschränkt empfehlen.
Fazit:
Spannend
Rezensionen von Danislesestube:
Erträumt: Die Nächte des Schicksals von Jasmin Engel
Gelungener erster Teil der Dilogie
Stellt euch vor, ihr könntet nicht nur jede Nacht eure Träume als Zuschauer erleben, sondern ins Geschehen eingreifen, um Dinge zu ändern, Orte zu besuchen, die ihr bisher nur von Weitem gesehen habt. Das wär doch etwas, oder?
Für Rain, unsere Protagonistin, ist das mittlerweile ein alter Hut. Auch wenn die letzte Traumreise zu Beginn der Handlung schon etwas her ist, fällt es ihr recht leicht, ihre alte Traumwelt zu besuchen.
Jedoch hat sich seit ihrem letzten Besuch einiges verändert. So als hätte diese Welt, die eigentlich nur in ihrem Kopf existieren sollte, ein Eigenleben entwickelt. Nicht nur das, ihre süße Hündin Polly kann offenbar auch luzid träumen. Das erste Treffen der beiden war einfach nur schön. Apropos schön. Silas, ein weiterer Charakter, dem Rain über den Weg läuft, ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern behauptet, dass er von ihr erschaffen worden ist und dementsprechend sehr an ihr hängt. Rain weiß zu Beginn nicht, ob sie sich geehrt oder überrumpelt fühlen sollte. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den dreien allerdings nicht, denn ein Wanderprediger und seltsame Gestalten machen die Traumwelt unsicher. Mit einem Plan, der alles andere als friedvoll ist. Daher muss unser Trio handeln. Nebenbei muss Rain überlegen, ob es schlau ist, sich in eine „Fantasie-Gestalt“ zu verlieben.
Das war wieder ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Nicht nur, weil ich die Thematik super spannend fand, sondern auch weil die Autorin die Umsetzung sehr gelungen ist. Die Charaktere, egal, ob es sich um Rain, Silas, Polly und den Wanderprediger handelt, tragen alle etwas Sinnvolles zur Handlung bei. Genauso wie Rains Eltern, Freunde und ihr Bruder in der richtigen Welt. Man merkt recht deutlich, wie sehr es Rain immer schwerer fällt, in ihrer Welt ihrem Alltag nachzugehen, während Silas und Polly munter durch die Traumwelt streifen. Bei letzterer haben wir zum Glück nicht nur ein weißes Nichts vor uns, sondern eine recht nahbare und bodenständige Umgebung. Mit Stadt, Land und verschiedenen Ebenen. (Erinnerte mich irgendwie an Inception) Die Bedrohung in Form von Kuttenträgern und dem Wanderprediger, dessen Absichten man erst gegen Ende erfährt, wirkt echt und nicht nur angedeutet. Toll fand ich neben dem Zusammenhalt unserer Traumgruppe ebenso die Konversationen mit Rains Bruder, der sie nicht direkt verurteilt, wenn sie von ihrem „Traummann“ spricht. Jedoch hinterfragt er genauso wie Rain, ob alles mit rechten Dingen vor sich geht.
Und sonst so? Interessanter Cliffhanger am Ende und ein wunderschönes Cover. Teil zwei wartet schon auf meiner Wunschliste auf mich. ^^
Rezensionen von Schlafmurmel:
Juli Gold - Wächterin der Zeit von Christine Weißenborn
Magisches Abenteuer voller Geheimnisse und Zeitzauber
Juli Gold lebt mit ihrem Vater, einem erfolgreichen Anwalt, allein in New York. Wirklich glücklich ist sie allerdings nicht: Freunde hat sie kaum, ihr Vater hat selten Zeit für sie und ihre Mutter Dike ist vor einem Jahr spurlos verschwunden. Selbst an ihrem 13. Geburtstag muss Juli den Tag alleine verbringen.
Doch dann schenkt ihre Oma Irena ihr das alte Zelt ihrer Mutter – und genau damit beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens. Gemeinsam mit Janko, dem neuen Praktikanten von Maurice dem Bäcker und Freund ihrer Oma, baut sie das Zelt hinter dem Haus auf. Was danach passiert, ist einfach unglaublich: Plötzlich wird alles magisch und es fühlt sich an, als würden die beiden in eine andere Welt transportiert werden.
Besonders spannend fand ich, dass es dort Hinweise auf Julis verschwundene Mutter gibt. Das sorgt direkt für zusätzliche Spannung. Doch auch wenn diese neue Welt voller Magie, Natur und Abenteuer steckt, gibt es dort nicht nur Schönes. Juli lernt schnell, dass auch Gefahren und bedrohliche Schattenseiten auf sie warten.
Die Mischung aus Zeitmagie, fantastischer Welt und Abenteuer hat mir wirklich sehr gut gefallen und mich sogar zum Nachdenken gebracht. Ich denke, meine 12-jährige Nichte würde das Buch genauso lieben wie ich.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Ameland:
LONELY PLANET Bildband Legendäre Küstenwanderungen in Europa von
Überall Meer in Sicht
Ich hatte es schon befürchtet bevor ich diesen Bildband von Lonely Planet aufgeschlagen hatte. Mit jeder Seite überfiel mich eine unbändige Sehnsucht, die Wanderschuhe anzuziehen und den Rucksack zu schultern. Aber vorerst muss ich mich wohl mit den Beschreibungen und Fotos zufriedengeben.
Ich wusste ja, dass Europa sehr viel Küste aufzuweisen hat, aber dass es so viele Küstenwanderwege gibt, war mir nicht bewusst.
Hier werden 40 legendäre in Wort und Bild vorgestellt, jedem Weg sind 6 bis 8 Seiten gewidmet. Mit ihrem Erfahrungsbericht lassen mich die verschiedenen Wanderer an ihrem Erlebnis teilhaben. Ein Highlight sind die vielen Fotos, die nicht nur spektakuläre Aussichten, sondern auch Land und Leute sowie Tiere und weitere schöne Motive zeigen. Für jede Wanderung gibt es immer noch eine Besonderheit, die erläutert wird und natürlich gibt es Informationen zu dem jeweiligen Weg wie z. B. Start, Ziel, Länge, Höhenmeter, Übernachtungsmöglichkeiten, Anreise und beste Jahreszeit und wo man weitere Informationen bekommt.
Die Wanderwege könnten unterschiedlicher nicht sein, das fängt schon bei der Länge an. Der Hochuferweg auf Rügen z. B. ist nur 8 km lang und ich kann ihn aus eigener Erfahrung wirklich empfehlen. Der Lykische Weg in der Türkei mit seinen 540 km erfordert da schon wesentlich mehr Ausdauer. Wie gut, dass man die Wege auch in Etappen erwandern kann. Auch die Schwierigkeitsgrade differieren sehr, wobei die Strecken meiner Meinung nach überwiegend etwas für geübte Wanderer sind.
Eine Entscheidung welcher der hier vorgestellten Küstenwanderwege noch von mir erkundet werden soll, fällt schwer. Einige kann ich ausschließen, da ich sie schon gelaufen bin wie den Nordküstenweg auf Madeira oder Abschnitte des Ruta de Pedra en Sec auf Mallorca. Andere möchte ich nicht unter die Füße nehmen wie den Lykischen Weg in der Türkei. Vielleicht sollte ich mit denen in der Nähe anfangen, Holland und das Wattenmeer sind schnell mit dem Auto zu erreichen. So schön Reise-Bildbände auch sind, sie haben den Nachteil, dass sie Sehnsüchte wecken.
Rezensionen von Rinoa:
Giftiger Grund von Thomas Knüwer
Ein etwas anderer Krimi
Der Schreibstil hat mir gleich gut gefallen und auch, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Die Handlungen laufen dabei relativ lange parallel, bis sie sich berühren, was auch einen Teil der Spannung ausmacht. Denn gerade zu Beginn habe ich mich öfter bei der Frage ertappt, wohin das eigentlich alles führen soll und wann es denn nun endlich losgeht - dabei war es schon längst losgegangen.
Die persönlichen Schicksale, die diese drei so unterschiedlichen Menschen an die verlassene Tankstelle führen, fand ich jeweils schon sehr krass und für meinen Geschmack auch etwas überzogen, aber vielleicht bin ich da auch zu naiv. Ich empfand die Fülle an schlimmen Dingen schon als etwas unrealistisch, anderseits, gäbe es diese Dinge nicht, würden sie wahrscheinlich auch nicht aus ihrem Leben fliehen wollen.
Dem Autor gelingt es jedenfalls hervorragend, Einblicke in die Leben von Joran, Charu und Edda zu zeigen und auch deren Trost- und vielleicht sogar Hoffnungslosigkeit zu beschreiben. Das hat mich wirklich berührt.
"Giftiger Grund" ist für mich durchaus ein besonderer und nicht alltäglicher Krimi, der viel von der Innenschau seiner Protagonisten lebt. Ich konnte mich sehr gut in ihre Gefühlswelt hineinversetzen, auch wenn ich sie manchmal auch gerne schütteln wollte, insbesondere Joran.
Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich werde mir den Autoren auf jeden Fall merken.











