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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Emma:

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Dabei waren wir uns immer so nah von Jette Kötschau

Tolles Debüt

Das Buchcover hat mich gleich angesprochen und nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, war mir klar, dass mir das Buch gefallen wird.
Der Schreibstil hatte eine gute Mischung von locker, ruhig und klar war daher sehr angenehm zu lesen. Im Buch wechseln sich die Perspektiven der drei Protagonisten Henri, Merle und Katharina in jedem Kapitel ab.

Normalerweise empfinde ich ständig wechselnde Perspektiven als ziemlich anstrengend, aber hier hat es total gut gepasst, weil das pacing sehr gut ist und es die Geschichte sowohl auflockert als auch spannender macht.
Die drei Protagonistinnen, die sich seit Beginn ihrer Studienzeit kennen, werden mit allen Ecken und Kanten dargestellt, einfach menschlich. Auch die Freundschaft zwischen ihnen, ein zentrales Thema im Buch, wirkt authentisch, weil sowohl die guten als auch die schlechten Seiten gezeigt werden, vor allem wie sich Freundschaften, aber auch Menschen über längere Zeit hinweg verändern.
Man fühlt mit Henri, Merle und Katharina, alle von ihnen haben mit ziemlich unterschiedlichen, manchmal auch aber überschneidenden Dingen zu kämpfen. Auch wenn sie sich ihre Freundschaft verändert hat, sie das Gefühl haben sich nicht mehr so Nahe zu sein, sind sie trotzdem miteinander verbunden. Ich denke viele von uns waren schon in einer ähnlichen Situation und können die Emotionen und Gedanken gut nachvollziehen, die die Protagonistinnen empfinden.
Eine ganz klare Leseempfehlungen für dieses tolle Debüt, nicht nur für Frauen im ähnlichen Lebensabschnitt wie die Protagonistinnen, sondern für alle, die gerne authentische, menschliche, aus dem Leben geschnittene Geschichten mögen.

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Dabei waren wir uns immer so nah

Rezensionen von Shilo:

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Das Haus Lorimer - Schicksalsjahre von Anne Melville

Ein würdiger Abschluss der Familiengeschichte

Als die Geschichte beginnt, scheint das Leben der Familie Lorimer noch in ruhigen Bahnen zu verlaufen. Doch dieses Gefühl hält nicht lange an. Mit dem Krieg verändert sich nach und nach alles. Beim Lesen war sehr gut zu spüren, wie aus Zuversicht Unsicherheit wird und wie jede Entscheidung plötzlich eine viel größere Bedeutung bekommt.

Besonders interessant fand ich, dass nicht nur die Ereignisse des Krieges im Mittelpunkt stehen. Erzählt wird auch, wie sich das Leben der Menschen verändert, die zu Hause bleiben. Margaret kümmert sich um die Verwundeten im Militärkrankenhaus, Kate geht ihren eigenen Weg als Ärztin. Gerade dadurch bekam die Geschichte für mich viele persönliche Seiten, die glaubhaft wirkten.
Immer wieder gab es Szenen, in denen gar nicht viel passierte und die trotzdem lange im Kopf geblieben sind. Ein Gespräch, ein Blick oder das Warten auf Nachrichten haben oft mehr ausgedrückt als große Worte. Solche Momente haben die Figuren für mich greifbar gemacht.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte niemanden zum Helden macht. Jeder trägt seine Sorgen auf seine eigene Weise. Manche geben nicht auf, andere stoßen an ihre Grenzen. Das wirkte ehrlich und hat gut zu der Zeit gepasst, in der die Handlung spielt.
Die Seiten haben sich ruhig lesen lassen, auch wenn immer wieder schwierige Ereignisse ihren Platz haben. Es gibt traurige Augenblicke, aber auch kleine Hoffnungen, die zeigen, dass das Leben selbst in schweren Zeiten weitergeht. Diese Mischung hat die Lektüre für mich getragen.
Für mich ist dieser dritte Band ein gelungener Abschluss der Reihe. Viele Handlungsfäden finden ihren Platz, ohne dass alles zu glatt oder zu einfach wirkt. Am Ende blieb das Gefühl zurück, die Familie über einen langen Abschnitt ihres Lebens begleitet zu haben. Gerade deshalb fiel der Abschied ein wenig schwer.
5 Sterne.

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Das Haus Lorimer - Schicksalsjahre

Rezensionen von Shilo:

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Ein neuer Morgen im kleinen Haus am Strand von Rachel Hanna

Wenn das Leben neue Pläne macht

Julie hat sich ihr kleines Haus am Strand nicht einfach ausgesucht. Es ist der Ort, an dem sie nach allem, was hinter ihr liegt, noch einmal neu anfangen möchte. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass endlich etwas Ruhe eingekehrt ist. Umso schneller wird klar, dass das Leben andere Pläne hat. Kaum scheint alles in die richtige Richtung zu gehen, steht das Unerwartete schon wieder vor der Tür.

Besonders gern habe ich die Abschnitte mit Dixie gelesen. Die Rückkehr ihres Sohnes bringt vieles durcheinander und man spürt, dass niemand so recht weiß, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Es gibt keine schnellen Antworten und genau das hat für mich gut gepasst.
Julie versucht immer wieder, für ihre Familie da zu sein. Gleichzeitig merkt sie, dass ihre Töchter ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen, auch wenn sie manches anders machen würden. Diese Momente kamen ganz ohne großes Drama aus und wirkten gerade deshalb ehrlich.
Auch Dawson spielt wieder eine wichtige Rolle. Zwischen ihm und Julie passiert nichts Hals über Kopf. Beide gehen vorsichtig miteinander um und lassen sich Zeit. Das machte ihre gemeinsame Geschichte angenehm zu lesen.
Die kleine Küstenstadt ist diesmal wieder ein Ort, an den man gern zurückkehrt. Die Menschen kennen sich, reden miteinander und helfen sich, wenn es nötig ist. Das zieht sich durch das ganze Buch und gibt vielen Szenen eine ruhige Stimmung.
Nicht jede Entwicklung hat mich überrascht. Manche Dinge waren schon früh zu erahnen. Das hat mich aber kaum gestört, weil für mich nicht die Spannung im Mittelpunkt stand. Viel wichtiger war zu sehen, wie die Figuren mit dem umgehen, was auf sie zukommt.
Nach den letzten Seiten hatte ich das Gefühl, Julie und die anderen ein gutes Stück begleitet zu haben. Es ist keine Geschichte, die von großen Wendungen lebt. Für mich waren es eher die vielen kleinen Augenblicke, die im Gedächtnis geblieben sind. Wer den ersten Band mochte, wird sich auch hier schnell wieder zurechtfinden und vertraute Gesichter wiedersehen.
4 Sterne.

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Ein neuer Morgen im kleinen Haus am Strand

Rezensionen von Marie aus E.:

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Halbwach von Sophia Como

Redundant

Es geht um Zoe, Schriftstellerin mit einem Bestseller und unter Wiederholungsdruck.
Dumm nur, dass das ausgerechnet im Genre Lovestory ist, denn damit hat Zoe so gar nichts am Hut.
Unverbindlich Spaß haben ja, aber bloß keine feste Beziehung.

Als sie Mael kennenlernt, scheint er das perfekte Match zu sein.

Auch er will nichts Festes, perfekt. Oder doch nicht?

Anfangs hat mir das Buch richtig gut gefallen. Zoe ist mir sofort sympathisch gewesen und ihre Einstellung erfrischend anders. Ihr Freundeskreis hingegen blieb seltsam blass.

Mit der Zeit fand ich das Buch dann allerdings ermüdend, die immerwährende Abfolge von Party und unverbindlichem Dating, naja.

Außerdem hat das Buch eine ganz andere Richtung genommen. Familiäre Verletzungen und einen gewandelten Blick auf Beziehungen bestimmten dann den weiteren Verlauf.

Das fand ich schade, denn letztlich war Zoe doch nicht die Frau, die ich anfangs kennengelernt habe und die es in der Literatur wohl eher nicht gibt.

Die familiären Hintergründe haben mich leider auch nicht interessiert, das war mir viel zu breit ausgeführt.

Mein Fazit: guter Schreibstil, Handlungsverlauf war nicht meins.

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Halbwach

Rezensionen von Claudia H.:

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The Fix-up von Tarah DeWitt

So ist das Leben

Worum es geht:
Als Teenager hatten LaRynn und Deacon einen heißen Sommerflirt miteinander. Den beide jedoch mit einem verletzten Herz zurücklässt. 10 Jahre später erben LaRynn und Deacon zusammen ein baufälliges Haus. Um an Geld zu kommen, gehen beide eine Fake-Ehe miteinander ein. Fortan leben sie zusammen in dem Haus, renovieren es gemeinsam und gehen sich gegenseite auf die Nerven.

Nach und nach kommen sie sich wieder näher und finden es auch richtig schön. Doch da steht noch so viel zwischen ihnen.

Mein Fazit:
Ich habe die Story als sehr weich und herzlich empfunden. Die Story wird aus abwechselnd aus der Sicht von LaRynn und Deacon erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Beide Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Teilweise wird die Story auch aus der Vergangenheit erzählt, wobei ich hiervon eigentlich gerne mehr erfahren hätte. Das war mir dann doch zu abgehackt. LaRynn und Deacon machen immer einen Schritt aufeinander zu und dann wieder 2 Schritte zurück. Das hat die Story langatmig gemacht.

Wer Lust auf Romantik und Entschleunigung hat, für den ist das Buch auf jeden Fall etwas. Ich vergebe sehr gute 3 Sterne.

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The Fix-up

Rezensionen von askyfullofpages:

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Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria Thomas

Wenn Erwartungen auf die Realität treffen

[Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]

Beziehung.
Liebe.
Identität.

Ich habe mich sehr auf „Die zweitgrößte Liebe“ von Ruth-Maria Thomas gefreut, weil mich ihr vorheriger Roman sehr begeistert hat. Umso höher waren vermutlich meine Erwartungen und genau deshalb konnte dieses Buch sie leider nicht ganz erfüllen.

Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, worauf die Geschichte hinauswill und was sie mir eigentlich sagen möchte. Obwohl die zentralen Themen durchaus erkennbar sind, hat mich der Roman emotional leider nicht so erreicht, wie ich es mir erhofft hatte. Ich mag Geschichten, die mich tief berühren und bei denen ich mit den Figuren mitfühle. Genau das hat mir hier während des Lesens gefehlt.
Interessanterweise gefällt mir das Buch im Nachhinein besser, als während des Lesens. Mit etwas Abstand sehe ich manche Aspekte anders und kann mehr mitnehmen, als noch während der Lektüre. Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt nicht so gepackt wie erwartet.
Keine Frage, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn der Schreibstil ist nach wie vor sehr gut, auch wenn ich mir bei den Charakteren etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.
Ein großes Kompliment geht an Lili Zahavi. Das Hörbuch ist hervorragend eingesprochen und hat mir trotz der angesprochenen Kritikpunkte ein sehr angenehmes Hörerlebnis beschert.

Vielen Dank an den Argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.

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Die zweitgrößte Liebe

Rezensionen von askyfullofpages:

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Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria Thomas

Wenn Erwartungen auf die Realität treffen

[Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]

Beziehung.
Liebe.
Identität.

Ich habe mich sehr auf „Die zweitgrößte Liebe“ von Ruth-Maria Thomas gefreut, weil mich ihr vorheriger Roman sehr begeistert hat. Umso höher waren vermutlich meine Erwartungen und genau deshalb konnte dieses Buch sie leider nicht ganz erfüllen.

Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, worauf die Geschichte hinauswill und was sie mir eigentlich sagen möchte. Obwohl die zentralen Themen durchaus erkennbar sind, hat mich der Roman emotional leider nicht so erreicht, wie ich es mir erhofft hatte. Ich mag Geschichten, die mich tief berühren und bei denen ich mit den Figuren mitfühle. Genau das hat mir hier während des Lesens gefehlt.
Interessanterweise gefällt mir das Buch im Nachhinein besser, als während des Lesens. Mit etwas Abstand sehe ich manche Aspekte anders und kann mehr mitnehmen, als noch während der Lektüre. Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt nicht so gepackt wie erwartet.
Keine Frage, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn der Schreibstil ist nach wie vor sehr gut, auch wenn ich mir bei den Charakteren etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.
Ein großes Kompliment geht an Lili Zahavi. Das Hörbuch ist hervorragend eingesprochen und hat mir trotz der angesprochenen Kritikpunkte ein sehr angenehmes Hörerlebnis beschert.

Vielen Dank an den Argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.

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Die zweitgrößte Liebe

Rezensionen von nessabo:

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Mädchen allein zu zweit von Daniela Dröscher

Eine herbe Enttäuschung dieser eigentlich begabten Autorin

Zum Hörbuch: Birte Schnöink hat eine angenehme und meiner Meinung nach passende Stimme für diese Jugendgeschichte gefunden. Dennoch hätte ich mir noch ein wenig mehr Animation in den verschiedenen Situationen und zwischen den Figuren gewünscht.

Zum Buch selbst: Ich mag Daniela Dröscher total gern und habe besonders „Lügen über meine Mutter“ geliebt.

Umso herber ist meine Enttäuschung nach der Lektüre ihres Jugendromans. Auch ganz unabhängig meines Alters bin ich der Meinung, dass er weder ihr noch der Zielgruppe gerecht wird.

Los geht es eigentlich vielversprechend: gutes Tempo, mit Klassismus sowie plötzlichem Brustwachstum bei Mädchen als Themen und natürlich der zentralen Freundinnenschaft. Während ich im ersten Drittel noch Hoffnung hatte und über die kleinen Stolperer hinwegsehen konnte, hat sich das relativ schnell verschärft.

Hauptsächlich kritisieren muss ich die Figuren. Sie sind - völlig ungewöhnlich für die tolle Autorin - absolut flach. Ich blieb ihnen bis zum Ende ganz fremd und habe auch zwischen den Charakteren keine wirkliche Bindung verspüren können. Das betrifft sowohl die Freundinnenschaft als auch die spätere Liebesgeschichte - auf die ich übrigens auch hätte verzichten können, weil sie wie ein unglaubwürdiges Beiwerk wirkt.

Die Handlungen der einzelnen Figuren machten besonders in der zweiten Hälfte oft keinen Sinn für mich, Stringenz habe ich schmerzlich vermisst. Es kam mir fast vor, als wollte Dröscher hier thematisch viel zu viel auf die unter 200 Seiten bringen und das ist ihr nicht gelungen.

Dabei gehören Kapitalismuskritik und Klassismus unbedingt auch in Jugendliteratur! Aber bis auf einige Impulse habe ich die Umsetzung hier als aufgesetzt und unnatürlich empfunden.

Ich bin nahezu fassungslos, weil ich von Dröscher ein völlig anderes Niveau gewohnt bin. Und das lässt sich auch nicht mit der Zielgruppe begründen, weil es genügend großartige, politisch pointierte Jugendromane mit vielschichtigen Figuren gibt. Somit verbleibe ich mit dem deutlichen Urteil, dass ich Dröscher nur noch in ihrer Erwachsenenliteratur verfolgen werde und dieses Werk nicht empfehlen kann.

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Mädchen allein zu zweit

Rezensionen von nessabo:

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Mädchen allein zu zweit von Daniela Dröscher

Eine herbe Enttäuschung dieser eigentlich begabten Autorin

Ich mag Daniela Dröscher total gern und habe besonders „Lügen über meine Mutter“ geliebt. Umso herber ist meine Enttäuschung nach der Lektüre ihres Jugendromans. Auch ganz unabhängig meines Alters bin ich der Meinung, dass er weder ihr noch der Zielgruppe gerecht wird.

Los geht es eigentlich vielversprechend: gutes Tempo, mit Klassismus sowie plötzlichem Brustwachstum bei Mädchen als Themen und natürlich der zentralen Freundinnenschaft.

Während ich im ersten Drittel noch Hoffnung hatte und über die kleinen Stolperer hinwegsehen konnte, hat sich das relativ schnell verschärft.

Hauptsächlich kritisieren muss ich die Figuren. Sie sind - völlig ungewöhnlich für die tolle Autorin - absolut flach. Ich blieb ihnen bis zum Ende ganz fremd und habe auch zwischen den Charakteren keine wirkliche Bindung verspüren können. Das betrifft sowohl die Freundinnenschaft als auch die spätere Liebesgeschichte - auf die ich übrigens auch hätte verzichten können, weil sie wie ein unglaubwürdiges Beiwerk wirkt.

Die Handlungen der einzelnen Figuren machten besonders in der zweiten Hälfte oft keinen Sinn für mich, Stringenz habe ich schmerzlich vermisst. Es kam mir fast vor, als wollte Dröscher hier thematisch viel zu viel auf die unter 200 Seiten bringen und das ist ihr nicht gelungen.

Dabei gehören Kapitalismuskritik und Klassismus unbedingt auch in Jugendliteratur! Aber bis auf einige Impulse habe ich die Umsetzung hier als aufgesetzt und unnatürlich empfunden.

Ich bin nahezu fassungslos, weil ich von Dröscher ein völlig anderes Niveau gewohnt bin. Und das lässt sich auch nicht mit der Zielgruppe begründen, weil es genügend großartige, politisch pointierte Jugendromane mit vielschichtigen Figuren gibt. Somit verbleibe ich mit dem deutlichen Urteil, dass ich Dröscher nur noch in ihrer Erwachsenenliteratur verfolgen werde und dieses Werk nicht empfehlen kann.

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Mädchen allein zu zweit

Rezensionen von Ryria:

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Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Schatten der Vergangenheit

Zehn Jahre ist es her, dass Marsibils Schwester verschwand, nie hat sie herausgefunden, was passiert ist. Ein unerwarteter Brief ihres damaligen Brieffreundes treibt sie an, sich nun als Erwachsene erneut auf die Suche nach der Wahrheit zu machen, doch es scheint, als ob jeder irgendwas verbergen würde.

Ich mochte das Setting total, ein Dorf in Island, mit dieser ganz eigenen Mischung aus düsterer Atmosphäre und nordischen Vibes. Dazu spielt die Geschichte in den Jahren 1966/7 und 1977, was zugleich eine spannende Zeitreise ist, aber auch gut zur Stimmung beiträgt: Es werden alte Krimis im Fernsehen geguckt, es gibt noch keine Handys oder Internet, die Kriminaltechnik ist wesentlich schlechter als heute - kurzum, die perfekten Voraussetzungen um einen Menschen verschwinden zu lassen.

Ich fand den Anfang ein klein wenig zäh, es hat ein wenig gedauert, bis ich ins Buch gefunden habe, was teilweise auch daran lag, dass mich Marsi als Charakter aufgeregt hat. Ihre Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar, jedoch habe ich dann mehr und mehr gemerkt, dass sie eine unzuverlässige Erzählerin ist und all dies Teil ihres Charakters ist, was später auch Sinn ergeben hat.
Nach dieser anfänglichen Hürde war das Buch aber echt spannend und hat trotz des eher ruhigen Tempos doch Fahrt aufgenommen.
Besonders gut gefallen haben mir die zwei Perspektiven/Zeitebenen, so konnte man auch die verschwundene Schwester selbst noch kennenlernen und unterschiedliche Spuren erkunden.
Ich hatte im Laufe der Geschichte unzählige Theorien, die Autorin schafft es irgendwie, dass jede Person verdächtig ist und man ein Motiv finden könnte.
Dies bleibt auch bis zum Ende so, es gibt so einige Überraschungen und doch kann man auch super miträtseln und Hinweise entschlüsseln.
Insgesamt ein spannender Thriller in düsterer Kulisse, der alte (Familien-)Geheimnisse und zwischenmenschliche Beziehungen erkundet.

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Home Before Dark