Kunden em pfehlungen
Rezensionen von betsy:
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
Die Macht eines Einzelnen
In "Dark Memories" geht es um eine neuartige Therapie, die nach traumatischen Erlebnissen dafür sorgt, dass man sich an diese nicht mehr erinnert. Die 15jährige Jenny wurde nach einer Vergewaltigung dieser Therapie unterzogen, doch obwohl sie nichts mehr von der schrecklichen Tat weiß, kann ihr Körper es nicht einfach vergessen und dies führt dazu, dass sie nach knapp einem Jahr und einem weiteren einschneidendem Ereignis mit ihrer Familie den Therapeuten Dr.
Alan Forrester aufsucht, der schon einige Erfahrung darin hat verschüttete Erinnerungen zurückzubringen. Was geschah in jener Nacht und wer ist der Täter? Kann ihr die Therapie helfen und inwieweit sind ihre Erinnerungen, soweit vorhanden, überhaupt real?
Die Geschichte wird aus der Sicht des Therapeuten erzählt, was anfangs gar nicht mal schlecht ist, aber nach einer Zeit doch etwas anstrengend wird, da alles nur indirekt von ihm wiedergegeben wird und er teilweise zwischen den Zeiten hüpft und man etwas den Überblick verliert, wann was genau passiert ist. Er macht auch so einige Gedankensprünge und anfangs geht nicht viel weiter, weil er immer irgendwo anders mit seiner Erzählung und den Protagonisten hängenbleibt und sehr weit ausholt.
Die Beschreibung was Jenny widerfahren ist, ist sehr eindringlich geschildert und man mag sich selbst gar nicht vorstellen vor der Entscheidung zu stehen, diese schlimmen Erinnerungen auslöschen zu lassen. Wir lernen hier aber vorallem zu Beginn viele Nebenfiguren kennen, die für die Geschichte noch von Bedeutung sind und ein großer Teil konzentriert sich zu Anfang auf die Eltern, Tom und Charlotte, die nebenbei auch ihre eigene Vergangenheit aufarbeiten und versuchen mit der Situation um Jenny zurechtzukommen. Einerseits Charlotte, die einfach nur möchte, dass alles wieder normal wird und dann Tom, der verbissen auf der Suche nach dem Täter ist. Jenny bleibt hier lange Zeit fast unsichtbar in dieser Geschichte, was ich so gar nicht erwartet hätte.
Hier wird vieles geboten, Wut, Trauer, Eifersucht, Sex, Missbrauch, Überheblichkeit, Angst, Hoffnung, Manipulation uvm., dennoch dauert es bis einen wirklich die Spannung packt und es einige Wendungen in der Geschichte gibt, die einen überraschen. Dieses Buch bietet sehr komplexe Charaktere, wobei es einem besonders Alan, Jennys Therapeut, immer schwerer macht ihn zu mögen, da er überheblich, abwertend und auch manipulativ gegenüber anderen ist und natürlich nur aus seiner Sicht erzählt wird, was dann oftmals auch recht nervig sein kann.
Fazit: Entgegen der Werbung, war es jetzt nicht mein Thriller des Jahres. Der Einstieg war gut, danach wurde es eine Zeitlang einfach nur zäh, da man über alle anderen viel erfährt nur nicht über Jenny. Ab der Hälfte wurde es dann mit den verschiedensten Verdächtigen wirklich spannend und das Ende überraschte dann, ließ mich aber auch sprachlos und perplex zurück, besonders wenn man nachher in Gedanken nochmal alles durchgeht. Die Erzählweise ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig und die Figuren sind alles andere als einfach, doch es ist auch sehr spannend wie sich alles letztendlich entwickelt und was dabei zu Tage gefördert wird.
Rezensionen von Monika Bichl:
Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt von Gannon Nicholas
Ein wahrer Leseschatz!
Ein Buch für heimliche Helden, Tagträumer und alle skurriler Geschichten!
Die Helden des Buches: allen voran- Archer.
Er lebt mit seinen Eltern, sowie jeder
Menge ausgestopfter Tiere und anderen Mitbringseln seiner Forschergroßeltern, in einem wunderbaren Haus. Doch fehlen die Großeltern. Die sind auf einer Expedition in der Arktis angeblich an einem Eisberg festgefroren.
Archer will sie unbedingt kennenlernen, doch seine Mutter wittert das. Deshalb hält sie ihn an kurzer Leine, und seine Großeltern von ihm fern. Jedoch, Archer findet Wege um heimlich Informationen über die heldenhaften Vorfahren zu sammeln. Und Freunde: Die unerschrockene Adelaide, verhinderte Ballerina aus Paris, deren Bein angeblich von einem Krokodil verspeist wurde und nun durch ein Holzbein ersetzt wird, dessen wahre Geschichte allerdings wesentlich skurriler ist. Oliver hingegen ist weniger Wagemutig, in spannenden Momenten neigt er dazu, die Augen zu schließen. Diese Eigenheit hält ihn aber nicht davon ab, in richtigen Momenten den Überblick und die Bodenhaftung zu bewahren.
Dennoch macht sich das Trio auf zum "Südpol" um die verschollenen Großeltern zu suchen.
Ein abenteuerliches Unterfangen, gespickt von Sprachwitz, wahrer Freundschaft, starken Charakteren. Abgerundet wird das Lesevergnügen durch die prägnanten Illustrationen des Autors.
Mit Spannung erwarte ich den zweiten Teil!
Rezensionen von AngiF:
Mörderische Wahrheiten von Prammer Theresa
Carlotta ermittelt wieder
In Wien treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der anscheinend die Taten eines vor 30 Jahren verurteilten und inzwischen verstorbenen Mörders imitiert und sogar dessen DNA an den Opfern zurücklässt. Die Polizei steht vor einem aussichtslos erscheinenden Rätsel. Diese Tatsache veranlasst den Ermittler Krump Konrad Fürst in die Ermittlungen einzubeziehen, der die damaligen Ermittlungen geleitet hatte.
Konrad, der gerade erst aus einem 18-monatigen Koma erwacht ist und an Amnesie leidet. Unterstützt wird er von Lotta Fiore, die mit ihm vor seinem Unfall zusammen an den Opermorden gearbeitet hat und die möglicherweise seine Tochter ist. Lotta und ihre Lieben werden immer tiefer in die Ermittlungen verstrickt und geraten in höchste Gefahr.
?Mörderische Wahrheiten? ist der zweite Teil der Trilogie um die eigenwillige Ermittlerin Lotta Fiore von der Autorin Theresa Prammer. Es ist ein Band, der für sich steht, es ist nicht nötig, den ersten Band gelesen zu haben. Doch ich bin mir sicher, wer dieses neue Buch lieben wird, möchte danach gern genau wissen, wie die Geschichte um Lotta und Konrad begann. Theresa Prammer hat all ihre Figuren liebevoll und tiefgehend angelegt, die netten ebenso wie die unausstehlichen. Ihre Art zu schreiben sowie die Perfektheit ihrer Dialoge vermitteln mir als Leserin Authentizität und lassen die Geschichte regelrecht zum Leben erwecken und als Film vor meinen Augen ablaufen. Die Autorin verwendet eine schöne und runde Sprache, sie schreibt in einem hervorragenden Tempo, das mich oft atemlos zurückgelassen hat, sie kann den von ihr kreierten Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht erhalten.
Nur zu gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und vergebe ihm ein gedachtes Extra-Sternchen für die besonders starken Emotionen, die das Buch mir geschenkt hat, und die exzellent angelegten Figuren, mit denen ich im echten Leben befreundet sein möchte. Der Autorin Theresa Prammer kann ich nur gratulieren und meinen imaginären Hut vor ihrer Leistung ziehen; sie hat mit diesem neuen Band um Carlotta Fiore erneut ein Meisterwerk vorgelegt und anspruchsvolle Hochspannung abgeliefert. Absolut empfehlen möchte ich das Buch allen Lesern feinster Kriminalliteratur, die Tiefgang in den Charakteren bevorzugen und eine bis ins Detail stimmige Geschichte erwarten.
Rezensionen von AngiF:
Monday Club - Der zweite Verrat von Kuhn Krystyna
Faye schlaflos in Bluehaven 2
Faye Mason leidet unter der mysteriösen Krankheit Idiopathische Insomnie. Dabei sieht und hört sie Dinge, die nicht wirklich existieren. Zudem begibt sie sich des nachts auf Wanderschaft durch ihr beschauliches Heimatstädtchen Bluehaven. Außerdem hat Faye schlimmes durchgemacht in letzter Zeit, sie hat ihre beste Freundin Amy bei einem Autounfall verloren.
Dieser Tod wirft noch immer einige Rätsel auf, die Faye zusammen mit Luke Salerno lösen möchte, schließlich sagte ihr die Ärztin Virginia Donnelly kurz vor deren Selbstmord, dass sie die nächste sei. Was hat der Monday Club, der die Hafenstadt quasi regiert, mit all dem zu tun? Und was sind das für Experimente, die der Club durchführt? Und vor allem, wem kann Faye noch trauen? Fakt ist, dass erneut eine Frau verschwunden ist ? Paige. Doch deren Tochter Lucy sucht bereits nach ihr.
Schön finde ich, dass der erste Band vorab des Buches auf sechs Seiten zusammengefasst wird, so komme ich auch schnell in die Geschichte hinein, wenn ich zu den neuen Lesern der Trilogie gehöre. Ich liebe den Schreibstil der Autorin Krystyna Kuhn, ihre Sprache ist wunderschön, sie kann mich sofort mitnehmen in ihre Phantasiewelt, sie läßt mich direkt eintauchen in Fayes Schicksal und die Geschehnisse in Bluehaven. Ihr verwendeter Spannungsbogen sowie das schnelle Tempo machen dieses Buch zu einem wahren Pageturner und ich bin geneigt, eine Nachtschicht einzulegen, so sehr interessiert es mich, das Ende zu erfahren. Anmerken möchte ich, dass mich zum einen das grandiose Cover des Buches, gestaltet von Carolin Liepins, beeindruckt hat und zum anderen, dass ich den Einband des Buches mit dem Stadtplan Bluehavens auf den Innenseiten als außerordentlich geschmackvoll empfinde.
Diesem Jugendbuch möchte ich wohlverdiente fünf Sterne von fünf möglichen Sternen vergeben und es sehr gerne weiter empfehlen an junge und junggebliebene Leser, die mystische Fantasy gepaart mit einer Spannungsgeschichte lieben, wie ich sie zuletzt in Teri Terrys Buch ?MindGames? lesen durfte. Nun heißt es hibbelig warten, dass der dritte und letzte Band der Reihe um Faye ?Monday Club. Die letzte Rache? im Oktober 2016 aus dem Verlagshaus Oetinger erscheint.
Rezensionen von AngiF:
Elbsirenen: Morinos erster Fall von Jelka Dieckens
(Un)heilige Schlagerwelt
Kriminaloberkommissar Francesco Morino und Kriminalkommissarin Bea Hinrichs von der Polizei Hamburg ermitteln im Fall des tot aufgefundenen Schlagerstars Harald Menke AKA Harry. Schnell wird dem Ermittlerteam klar, dass lediglich die zahlreichen Fans um den Sänger trauern. Im Familien- und Bekanntenkreis sowie unter Kollegen wird unumwunden zugegeben, dass niemand wirklich in Trauer um Harry weint.
Einzig die Schwester der Ehefrau seines Bruders scheint die Ausnahme zu sein, denn sie ist völlig aufgelöst. Alle Befragten berichten von dem unangenehmen Zeitgenossen, der keinen Zwist ausgelassen hat und immer wieder anderen schaden wollte, solange er einen Nutzen für sich daraus ziehen konnte. Der Kreis der Verdächtigen ist somit groß und die Suche nach dem Täter nicht die leichteste. Zudem ist im Beginn der Recherchen noch unklar, ob Harry tatsächlich ermordet wurde, oder ob es sich um Totschlag handelt. Francesco und Bea müssen tiefer in die Schlagerwelt hinein tauchen und das Business verstehen lernen als es den beiden lieb ist.
Der Autorin Jelka Dieckens ist mit ihrem Krimidebüt ein hochspannendes Werk aus der gar nicht so heilen Schlagerwelt geglückt. Die erste Geschichte über das neue Kommissarduo enthält alles, was man von einem hervorragenden Kriminalroman erwartet: Dramatik, verschlungene Wege, viele Verdächtige, unklare Verhältnisse, der Mörder oder die Mörderin lange Zeit verborgen. Die Charaktere hat Jelka Dierckens allesamt auf unfassbare Weise lebhaft und glaubwürdig entworfen, ihr Zusammenspiel ist mustergültig. Die Schreibweise der Autorin, ihre Sprache und das Tempo im Roman sind bemerkenswert und mitreißend. Die Dialoge sind authentisch und leibhaftig. Besonders gut hat mir gefallen, dass dieses Ermittlerteam auch ein durchaus gesundes, erotisches Privatleben besitzt. Morino liebt es unverbindlich und hat so manches erotische Gastspiel. Während seine berufliche Partnerin Hinrichs in einer für sie aufreibenden Beziehung feststeckt. Schön ist hierbei der Konflikt der jungen Frau herausgearbeitet.
Nur zu gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es weiter an alle Krimileser. Eine Liebe zu Hamburg ist für das Lesen dieses Regiokrimis nicht erforderlich, doch könnte es durchaus sein, dass sie sich ungewollt entwickelt, denn Jelka Dieckens hat die Stadt wunderbar getroffen. Ich selbst erwarte nun hibbelig den zweiten Band um Francesco Morino und Bea Hinrichs.
Rezensionen von AngiF:
Fuchskind von Annette Wieners
Gesine, Band 2
Gerade erst hat die Friedhofsgärtnerin und Ex-Polizistin Gesine Cordes die für sie erschreckenden Vorkommnisse des Sommers halbwegs bewältigt, als sie an einem nebligen November-Morgen in einem Gebüsch auf dem Friedhofsgelände ein ausgesetztes Baby findet. Das Findelkind benötigt schnell ärztliche Hilfe, da seine Atmung aussetzt.
Ohne Hilfe zu alarmieren und unnötig Zeit zu vergeuden, begibt sich Gesine selbst mit dem Säugling in die Klinik. Am selben Morgen wird auch noch an einer Bushaltestelle vor den Toren des Friedhofes die unbekleidete Leiche einer Frau aufgefunden. Somit wird Gesine wieder einmal zu einer wichtigen Zeugin für die Polizei. Doch Gesine gerät selbst in Gefahr, auf dem Betriebshof des Friedhofes bemerkt sie eine Person, die ihr offensichtlich auflauert. Als dann noch die Insassen eines besonders auffälligen Fahrzeuges ihr Zuhause beobachten, steht für Gesine fest, dass sie selbst in die Ermittlungen eingreifen muss. Wird Gesine die Aufklärung des Falles, an dem die ihr wohlbekannte Ermittlerin der Mordkommission Marina Olbert tätig ist, unterstützen können? Es sollen wieder aufregende Zeiten auf Gesine zukommen.
Wie schön es ist, wieder auf Gesine Cordes zu treffen und mit ihr zusammen auf andere wohlvertraute Personen aus dem ersten Band der Reihe ?Kaninchenherz? von Annette Wieners. Schon nach den ersten Zeilen bin ich wieder angelangt in Gesines Leben und werde erneut von einer hochspannenden Geschichte gefesselt. Die Autorin Annette Wieners schreibt in ihrem gewohnt flüssigen, temporeichen Stil und in schöner ausgeprägter Sprache; die Charaktere sind allesamt liebevoll stimmig und authentisch und verfügen über eine unglaubliche Tiefe. Die Story selbst ist beispiellos brillant und hervorragend durchdacht sowie einfühlsam erzählt.
Von Herzen gerne vergebe ich dem Buch seine wie ich finde wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sterne und empfehle es ausdrücklich weiter, denn das Buch bietet Lesern nerven-zerreißende und spritzige Leselektüre gleichermaßen. Erwähnen möchte ich noch, dass es nicht zwingend erforderlich ist, den ersten Band der Reihe gelesen zu haben, doch ich bin sicher nach dem Lesen von ?Fuchskind? möchte der Leser wissen, wie die Geschichte von Gesine begann. Ich persönlich wünsche mir sehr, bald mehr von Gesine Cordes in einem dritten Band lesen zu dürfen.
Rezensionen von AngiF:
Fuchskind von Annette Wieners
Dorfleben 80': Dancing Queen & Co.
Mit ihrem Buch ?Wir waren keine Helden? nimmt uns Candy Bukowski zurück in die 80er Jahre und somit werde auch ich als Leserin in meine Jugendzeit zurück katapultiert, die ich in ähnlichen Verhältnissen, in einer Kleinstadt in Norddeutschland verbracht habe. Die Autorin erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens in ländlicher Gegend, mit dem nur einen großen Ziel: Raus ? in die Großstadt und ein eigenes Leben führen.
Wie in einem Film sehe ich den kleinen Ort vor mir. Sehe die Charaktere, Candy, den Punker Pete und die anderen - allesamt herrliche Figuren, die wir alle so kennen oder zumindest gerne kennengelernt hätten. Die Ranch, die der einzige Zufluchtsort der jungen Generation ist, mit einer Wirtin wider Willen. Hier wird das Leben erprobt, die eigenen Grenzen ausgetestet. Nachdem die Mädchen aus den Zeiten auf dem Reiterhof herausgewachsen sind bleibt sonst nur noch der Schützenverein.
Genau schon wie beim ersten Werk der Autorin ?Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben? beeindruckt Candy Bukowski mich erneut mit ihrer unglaublich schönen, ausdrucksstarken Sprache, die der Poesie nahe kommt und ihrem fabelhaften Satzbau. Ich lasse mich in ihr Meer von Worten hineingleiten und werde von ihnen getragen, versinke sofort in die Geschichte und genieße sie. Unglaublich schön! Dieses Buch nimmt mich mit und lässt mich nicht mehr los und ich durchlebe mit ihm viele Emotionen, die von Erinnerungen herrühren - ein wenig Melancholie und die ganz großen Gefühle, die erste groß Liebe ist nur eines davon, die Gänsehautmomente sind inklusive. Und zwischendrin Candys Soundtrack der 80er, der Soundtrack ihres Lebens oder besser unser aller, die wir Teenager waren zu der Zeit. Er lädt gleichzeitig zum Träumen ein über das eigene Leben, über verpasste Chancen, vergangene Wegbereiter. Ein Buch das so viel mehr ist, als ein bloßer Roman.
Ganz klar vergebe ich diesem wundervollen Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und wünschte wieder einmal, dass ich noch mehr Sterne vergeben dürfte. Von Herzen gerne und unbedingt möchte ich das Buch weiter empfehlen an Leser, die offen sind, die junge Candy auf ihrer abenteuerlichen Reise von den 80ern bis heute zu begleiten. Ein Buch voll prächtiger Lieblingssätze ist garantiert. Candy Bukowski ist eine perfekte Wortjongleurin und ausgezeichnete Geschichtenerzählerin.
Rezensionen von Ela_Ela:
Lieblingsmomente von Adriana Popescu
Adriana Popescu schenkt uns einen wundervollen Lieblingsmoment ; D
Mach jeden Moment zu einem Lieblingsmoment! Layla und Tristan verstehen sie sich auf Anhieb ? als Freunde. Immerhin sind beide in festen Händen. Tristan bringt ihr abends Essen ins Büro, entführt sie auf seiner alten Vespa an die schönsten Stellen Stuttgarts und imitiert mit geworfenen Wunderkerzen Sternschnuppen, weil er weiß, dass Layla noch nie eine gesehen hat und zu viele ihrer Träume unerfüllt sind.
Gemeinsam erleben sie Lieblingsmoment um Lieblingsmoment. Eine Liebeserklärung an große Träume, verrückte Luftschlösser und unvergessliche Lieblingsmomente.
Ein Buch das man nicht aus der Hand legen kann hat uns Adriana Popescu geschenkt. Eine wundervoll erzählte Liebesgeschichte die unter die Haut geht und realer gar nicht sein kann. Realere Personen kann man sich nicht vorstellen, diese Protagonisten können dir eines Tages wirklich begegnen. Ein Buch einfach so aus der realen Welt erzählt.
Ich hab mit Layla gelitten, mich gefreut und konnte sie in jeder Situation verstehen. Sie ist ein toller Mensch und versucht ihre Träume zu verwirklichen auch wenn sie das schon früher hätte machen können, doch etwas hat sie aufgehalten. Erst durch Tristan kommt sie ihren Wünschen und Zielen wieder näher und wagt den wichtigen Schritt.
Fazit: Wieder ein wundervoll gelungener Roman von Adriana Popescu der einen jeden ans Herz geht und jeden eine Lieblingsmoment schenkt. Freu mich schon wie es mit Tristan und Layla weitergeht.
Serie:
1. Lieblingsmomente
2. Lieblingsgefühle
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Lieblingsmomente von Adriana Popescu
Beeindruckendes Kammerspiel mit Rückblicken; spannend und Studie über Branche und Menschen
Wieder ein Buch, das ich in ganz kurzer Zeit durchgelesen habe, weil es mich in den Bann zog. Wieder ein Buch, bei dem ich die Wendungen so nicht vorausgesehen hatte (bis auf eine, weil sie sich aus den ausgelegten Spuren für mich ergab). Wieder ein Buch, bei dem ich immer noch auf das Ende starre.
Ich bin mir wieder nicht ganz sicher, welchem Genre ich das zuordnen soll, ein Krimi ist das nicht wirklich, ein Hauch Psycho (Psycho- was?) ist da, viel Gesellschaftsstudie, viel psychologische Studie der Protagonisten - ?ein Roman.
Der charismatische Frontmann der legendären Band Klarstein wurde vor über dreißig Jahren erschossen ? die Journalistin Jule Sommer will im Interview mit dem damaligen Tontechniker der Band, Sebastian Winter, die Ereignisse aufklären ? ein Tipp des damaligen Bandmitglieds Herb (man beachte: Sommer, Winter, und Herb st?).
Der Titel des Buchs bezieht sich auf den Bandnamen ?Klarstein?, den sich der Gründer und Frontmann Jerome ausgedacht hatte ? um damals Zed zu überreden, für die Band als Drummerin tätig zu werden, hatte er ihr einen Ring mit dazu passendem blauen Saphir geschenkt.
Das Interview in dem einsam gelegenen Haus von Winter mit Sommer gerät zum Kammerspiel, teils klaustrophobisch, teils zwanghaft, häufig mit bedrohlichem Unterton. Es wird früh klar, dass Winter vorhat, seiner eigenen Dramaturgie zu folgen; bei ihm hat fast alles eine tiefere Bedeutung, so denkt er zum Beispiel mit Blick auf Journalistin Sommer: ?Wenn sie wüsste, was dieses Schwimmbecken für ihn bedeutet.? S. 46 Der Eindruck entsteht, dass beide einander belauern, jeder vom anderen profitieren möchte.
Die Erzählungen des Tontechnikers geraten zur Reise in die Vergangenheit: ?Ich erzähle Ihnen die ganze Story. Ungeschminkt. Aber nur, wenn sie mir versprechen, dass Sie sie auch so veröffentlichen werden, genau so, wie ich sie Ihnen erzähle?. S 22. Die Rückblenden sind atmosphärisch dicht, man kann fast die Geräusche im alten Haus hören oder den Alkohol und die Zigaretten in den Kneipen riechen. Nebenbei bekommt man eine Vorstellung, welche Härten es mit sich bringt, als junge Band bekannt werden zu wollen: die Reisen, der Geldmangel, lange aufeinander zu hocken, die Proben, die Improvisation, Feilen an Songs ? aber auch die Businessmaschinerie, erste Anhänger. Durch den Kunstgriff des Wechsels zwischen den Zeitebenen bleibt eine gewisse Distanz zu den Figuren beim Leser durchaus bestehen, auf mich wirkt dadurch der Sog, der sich um die Mitglieder auftat inklusive des einsetzenden Erfolgstaumels surreal ? genauso, wie sich so ein Triumph sicherlich für ?betroffene? Bandmitglieder darstellt.
Insgesamt ein wirklich gut und fesselnd geschriebenes Buch mit düsterer Spannung und viel Einblick in Branche, Menschen und Beziehungen. Der Schreibstil ist flüssig, mit einigen wenigen für mich ungewohnten Ausdrücken, so dem schweizerdeutschen Begriff für eine Obststiege (der Autor ist Schweizer). Manko war für mich vielleicht eine ungewöhnliche Wendung zu viel, die Tochter von Thérèse hätte es nach meiner Meinung nicht gebraucht. Genial dafür die ?multimediale? Einbettung des Buches: es gibt eine Webseite der Band und man kann sogar ihre Lieder hören (bzw., als Leser des Buches auch herunterladen!). Das Ende ? ja, da schlage ich den Bogen zu meinen einleitenden Worten ? wieder ein Buch, bei dem ich Idee und sicherlich Rückgrat des Autors bezüglich des Endes bewundere.
Übrigens ist der Autor Informatiker und hat vorher zwei Bücher geschrieben: eines ist ein Fußballroman, das andere ein Roman über einen Alpenflug, was ich im Zusammenspiel auch für reichlich bemerkenswert halte.
4 von 5 möglichen Sternen (einfach nur, weil noch ein Hauch Luft nach oben ist)
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Lieblingsmomente von Adriana Popescu
Super ?Gute-Laune?-Buch mit witzig-realistischem Blick auf Management-Attitüden und -Plattitüden
Mir hat dieses Buch aber auch so richtig richtig Spaß gemacht. Das ist so ein Buch für vermutlich (fast) jeden, eines, das sich im Urlaub Mutter, Vater, Kind, Opa und Tante herumreichen können; nichts, um sich an tollen Formulierungen und Wendungen das Hirn zu verbiegen ? aber auch nicht flach, die ironischen Einblicke in die Branche sind wirklich sehr gut (es gibt ein Glossar am Ende, ich bin erschreckt über mich selbst, da ich das wirklich nicht gebraucht habe).
Die reinen Unterhaltungsbücher sind meist eher für Frauen, damit oft kitschig oder arg gefühlvoll ? die für Männer sind meist in einer für Frauen unangenehmen Weise zotig. Krimis und Thriller sind vielen zu blutig. Der Autor schafft es hier, dass man das Buch mit einem Lächeln beiseite legt. Und, ja, natürlich ist da vieles überzeichnet, natürlich sind die Bösen böser und die Netten netter als in der Realität. Ich habe ja gesagt, U N T E R H A L T U N G. Schenken kann man das bestimmt (fast) jedem. Nein, für den griesgrämigen Onkel mit Hang dazu, nur bei der Tagesschau keine Spoiler dazwischen zu rufen, nehmen wir besser ein Sachbuch.
Ich nutze zum Lesen die Kindle-App auf dem iPad, dabei erscheinen (nicht nur bei mir!) keine Seitenzahlen, sondern nur Prozentwerte bzw. ?Positionen? ? die Titelseite ist zum Beispiel hier Pos. 1 von 3407. Zitate können sich daher nur auf diese Angaben beziehen, vielleicht wird das ja einmal etwas benutzerfreundlicher, wenn das ein Verantwortlicher liest.
?Die Frau, mit der ich zusammenlebe, ist fantastisch. Nicht nur, dass sie umwerfend aussieht, sie ist auch noch selbstbewusst, humorvoll, tolerant und tierlieb. ? Sie behauptet sich in einem der letzten echten Männerjobs und verdient mehr Geld als ich.
?
Die Frau, von der ich rede, heißt übrigens Carla und ist fünfundzwanzig. Der Altersunterschied? Der ließ sich nicht vermeiden. Es handelt sich schließlich um meine Tochter.? Pos. 13/3407. ?Dieser humorvolle, aber eher ironische als aufgesetzte Prolog brachte mich dazu, dieses Buch lesen zu wollen: Der Ich-Erzähler Stefan Fischer berichtet von seinem Umzug samt Hund ?Amok? zu seiner Tochter, in die Wohnung über der Autowerkstatt, in der sie arbeitet. Der Vater ist gerade etwas klamm ? und arbeitslos. Der Autor schafft es auch ohne Probleme, dabei vom schnodderigen Tonfall der Tochter zu dem ?Denglisch? in einer Werbeagentur zu wechseln: ?Anyway, jetzt geht es darum, unsere Performance upzugraden. Kurz gesagt, wir brauchen einen Hungry Guy, der unser kleines Team so bald als möglich verstärkt.? S. 22 . Fischer geht zu einem Bewerbungsgespräch als Türsteher ? und verlässt den Raum als DER neue Werbemann ? dabei hat er eigentlich nur alle Fragen so uminterpretiert beantwortet, dass die zu seiner Branche, der Überwachung, passen: ?Dann arbeiten wir in drei Schichten?, sage ich. ?Rund um die Uhr. Sicherheit ist unser Thema, nicht wahr? Also machen wir die Bank sicher. So sicher, dass keiner auf die Idee kommt, Scheiße zu bauen.? S. 24 SO viel Einsatzbereitschaft hatte der neue Chef nicht erwartet bei den üblichen markigen Sprüchen. Der Junior Partner ist noch überrascht: "Das Talent des Junior Partners besteht im Wesentlichen darin, zu durchschauen, was Brokkoli [der Chef] denkt. Und dann damit zu punkten, dass er dies ausspricht, noch bevor der Boss es tut." Pos 313.
Aufgrund verschiedener Umstände landet Stefan Fischer also in der Werbeagentur. Seine Bewährungsprobe kommt, als die Manager eines Klienten in der ?Blitz-Zeitung? abgelichtet werden, in Begleitung spärlich bekleideter Damen und dabei, mit zu Rollen geformten Geldscheinen Pülverchen vom Tisch zu saugen ? wie soll man das erklären? Fischer hat ein feucht-fröhliches Wochenende hinter sich, so ist seine Idee, was denn Leute in ausgelassener Runde da zu sich nehmen können also? Salz! Salz mit Zitrone ? und Tequila. Alles gaaaanz harmlos also. Nicht nur sein Chef fragt sich bald ?Ist Werbung tatsächlich ein so billiges Geschäft, dass jeder x-beliebige Schaumschläger darin mitmischen kann?? Pos 2017/3407
Während Fischer sich zwischenzeitig verheddert zwischen Selbstbild und Realität der Branche gerät ihm einiges außer Kontrolle, auch mit den Damen: ?Theoretisch ist ein Mann in der Lage, nein zu sagen, praktisch eher weniger.? Pos 2133/3407. So entwickelt sich bald ? auch dank der himmlisch skurrilen Nebenfiguren wie Ashanti und Opa Neunziger ? aus der Situation ein veritables Roadmovie, bei dem ich auch durchaus etwas für?s Leben lernen konnte für den Kauf von Gebrauchtfahrzeugen: ?..du legst den dritten Gang ein, lässt die Kupplung kommen und gibst Gas. Wenn sich der Motor abwürgen lässt, ist die Kupplung in Ordnung, schleift sie, ist sie durch.? Pos 2334/3407.
In diesem Buch ?schleift? nix. Klasse!








